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Rezensionen verfasst von
Knut

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Kärcher Hochdruckreiniger K 3 Home 1.601-813.0
Kärcher Hochdruckreiniger K 3 Home 1.601-813.0
Preis: EUR 159,90

41 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einwandfrei, 31. März 2014
Nachdem ich etliche Jahre damit verbracht habe, es einfach nur für eine gute Idee zu halten, habe ich mir nun endlich einen Hochdruckreiniger von Kärcher zugelegt. Gleich nach dem Auspacken und dem so leichten wie schnellen Zusammenbau des Gerätes, bin ich dem Schmutz auf Auffahrt, Terasse und Gartenmöbeln zu Leibe gerückt, der speziell auf Auffahrt u. Terasse immerhin schon 7 Jahre Zeit von mir bekommen hatte, sich dort auszubreiten und zu vermehren. Das waren fast 4 Stunden Betrieb, die das Gerät ohne Rumzickerei über sich hat ergehen lassen, noch dazu mit einem wirklich zufriedenstellenden Ergebnis. Es ist leicht im Handling, macht einen stabilen Eindruck, d.h. keine bedenklich wackelnden Plastikteile, und die Dreckfräse haut wirklich alles gnadenlos weg, was ihr unter die Düse kommt. Keine Ahnung, wie ich bisher ohne Hochdruckreiniger zurechtgekommen bin. Kaufempfehlung!
Eine Anmerkung noch zu meinem Vorrezensenten bzw. zum Geräuschpegel. Man kann eindeutig ohne Gehörschutz über mehrere Stunden damit arbeiten und muss sich im Anschluss keine Sorgen über ein mögliches Pfeifen im Ohr machen. Aber das gute Stück produziert trotzdem Lärm, der nach meinem Empfinden auf keinen Fall sonntagstauglich ist.


Hardcore Will Never Die, But You Will
Hardcore Will Never Die, But You Will
Preis: EUR 16,86

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo nehmen die es bloß her?, 15. Februar 2011
Wie kann es angehen, dass eine Handvoll Schotten so unglaublich gute Musik zu machen imstande ist? Was hatten die im Essen, wie wurden die erzogen, was für Musik spielte in ihrem Elternhaus ' diese und andere Fragen gehen mir immer dann durch den Kopf, wenn ich versuche zu begreifen, wie sie das hinbekommen haben. Ich habe schon vorher Mogwai gehört und wusste daher, dass sie bereits für ein paar wirklich großartige Songs verantwortlich zeichnen. Aber jedes bisherige Album schleppte auch immer ein wenig Ballast mit sich herum, Songs auf die man problemlos verzichten kann und beim Hören einfach überspringt. Das ist auf Hardcore einfach nicht der Fall, da ist jeder Schuss ein Treffer! Meine Güte, was für gnadenlos fantastische Musik, was für unwiderstehliche Melodien hier zu finden sind! Dieses Album wurde von echten Ausnahmekünstlern erschaffen, die wie wohl kaum eine andere Band in der Lage zu sein scheinen, instinktiv zu wissen, welche Klangschichten miteinander kombinierbar sind, um am Ende ein Stück Musik nach dem anderen geschaffen zu haben, welches jedem Glückspilz, der eh schon Mogwai-affin war oder mit genau dieser Veröffentlichung erstmals so richtig auf die Schotten aufmerksam wurde, die Glücks-Endorphine durch die Blutbahn jagt. Ich liebe Rano Pano, ich vergöttere Death Rays und How To Be A Werewolf und bei George Square Thatcher Death Party fällt mir kein angemessener Superlativ mehr ein.

Ich war nicht, wie einer meiner Vorrezensenten, bereits befangen, bilde mir also ein, relativ objektiv an diese Rezension herangegangen zu sein. Beim nächsten Mogwai Album dürfte das aber anders aussehen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2011 4:08 PM MEST


Into the Exam Room
Into the Exam Room
Preis: EUR 8,80

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verdammt!, 2. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Into the Exam Room (Audio CD)
Kleine Vorgeschichte: Ich habe lange keine Rezension mehr geschrieben, die letzte vor über einem Jahr, weil ich auf ein Kleinod gestoßen war. In der Zwischenzeit habe ich mir natürlich weiter Musik zugelegt, mäßige, gute und auch richtige Volltreffer - aber ich habe nix davon rezensiert. Letzte Woche habe ich einer Laune folgend mal wieder meine alten Kyuss-Scheiben rausgeholt und mir fast ein drittes Loch in die Nase geärgert, weil ich die so lange verschmäht hatte. Ende der Vorgeschichte, wegen der ich, wieder mal auf der Suche nach neuer Musik, so fast zwangsläufig bei einer Band gelandet bin, die, wenn man es denn so sagen möchte, aus Kyuss hervorgegangen ist. Das John Garcias Gesang schon fast im Alleingang funktioniert, wird kaum jemand bestreiten wollen, aber dieser Gesang in Kombination mit den saucoolen Kompositionen, den hübsch fetten Gitarren, dem schön öligen Bass und dem unspektakulären aber grundsoliden Schlagzeugspiel - wenn man nicht wüsste, dass Kyuss 1996 den Schlussstrich gezogen haben, man könnte fast meinen, dass sie es sind, anno 2007, gereift, weiterentwickelt und immer noch das Maß aller Dinge. Aber dies sind nicht Kyuss sondern Hermano, eine richtig starke Nummer, um Längen besser als die Queens von 2007, mir, zu meiner großen Schande, bis vor wenigen Tagen noch komplett unbekannt und eben doch so klasse, dass ich nach über einem Jahr mal wieder eine Rezension rauslassen musste, weil mich diese Musik so begeistert. Nach vielen Experimenten (gelungenen und weniger gelungenen) mit Prog, Post, Electronic, Art und teils undefinierbarem Mischmasch fühle ich mich nach dem Hören von Hermano's Rock mit hochgeklapptem Visier richtig angenehm geerdet. Ich bin jetzt voll vorsichtiger Hoffnung, dass die sich seit 2007 nicht inzwischen getrennt haben und stattdessen demnächst was Neues raushauen!
Spontan haben mich Kentucky, Left Side Bleeding und Adoption Boy begeistert, diese seien also als Anspieltipps genannt, für den, der diese Band nicht sowieso schon kennt und so etwas braucht.


Radio Swan Is Down
Radio Swan Is Down
Preis: EUR 35,13

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dem Zufall sei Dank, 12. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Radio Swan Is Down (Audio CD)
Manchmal mag man es kaum für möglich halten, was für unglaublich gute Musik einem nur durch einen glücklichen Zufall in die Gehörgänge gespült wird, weil man zum Beispiel eine einsame aber gute Rezension gelesen oder sich auf eine der - auch und gerade hier - sehr umfangreichen Lieblingslisten verirrt hat, die von zahlreichen Musikliebhabern dankenswerter Weise angelegt wurden. Über einen Blick auf die Charts oder das Hören einschlägiger Radiosender kommt man an dieses Kleinod jedenfalls nicht heran, und es stellt sich mir - nicht zum ersten Mal - die ewige Frage: Warum hört man nichts von dieser Band? Liegt es vielleicht an dem schwer kategorisierbaren Musikstil? Man könnte es mit Post-Rock versuchen, mit Alternative, Art-Rock oder vielleicht sogar Prog, und irgendwie hätte man immer recht. Vielfalt ist hier die Devise, auch wenn sich ein unverkennbarer Stil, den ich in Ermangelung eines geeigneteren Adjektivs als umwerfend bezeichnen möchte, sanft durch jedes einzelne Lied dieses Hammeralbums zieht. Laura beherrschen den Wechsel zwischen Laut und Leise, richtige Ausbrüche sind selten, dürfen sich aber perfekt getimt an haargenau den richtigen Stellen entladen, wie zum Beispiel beim Opener "Radio Swan Is Down, Pt. 1". Wunderbare Melodien eröffnen sich dem geneigten Hörer, die einem eine wohlige Gänsehaut auf die Arme zaubern und das Rückgrat prickeln lassen. Was dem einen wie tiefe Melancholie erscheint, mag dem anderen der Lichtstreif am Ende des Horizonts sein. Große Gefühle und wohlige Wärme - und das im Prinzip ohne Gesang! Nur bei dem Lied "I Hope" mischt sich eine sphärische Stimme ein, die aber nicht viel zu berichten weiß und sich damit begnügt, einfach nur hervorragend zu klingen und zur Musik zu passen. Von Schwachpunkten weiß ich wirklich nichts zu berichten. Beim Hören dieser Musik überkommt mich immer das Gefühl, dass es genau die ist, nach der ich jahrelang gesucht habe, der "Missing Link", ohne den es nicht richtig weitergehen konnte. Genug Superlative? Die kommen alle von Herzen, also ... reinhören, kaufen, anhören! Wem das Album aus dem Stand zuviel des Guten ist, der kann es auch mit der EP "Yes No Maybe" versuchen. Allein der Opener "Bobik Is In America" verändert den Herzrhythmus!


Windmills By the Ocean
Windmills By the Ocean
Wird angeboten von Hausmusik
Preis: EUR 13,80

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schmuckstück zu entdecken!, 15. Dezember 2008
Rezension bezieht sich auf: Windmills By the Ocean (Audio CD)
Das ist so eine Band, auf die man entweder durch puren Zufall aufmerksam wird oder von der man niemals etwas hört. Kennt nämlich keine Sau. Bei mir hat der Zufall geholfen. Ich habe mir noch nicht die Mühe gemacht herauszufinden wo die herkommen und was das für welche sind, aber im Grunde ist das auch vollkommen egal. Auf die Musik kommt es schließlich an, und die ist mehr als anständig.
Das erste Lied, welches wie die noch folgenden vier keinen Namen hat und, ebenfalls wie die noch folgenden vier, komplett ohne Gesang auskommen muss, ist am besten mit der metaphorisch etwas überbeanspruchten Dampfwalze vergleichbar. Langsam, tonnenschwer und unaufhaltsam. Ich habe mich beim ersten Hören spontan an das großartige Album Panopticon von Isis, genaugenommen an das Lied So Did We" erinnert gefühlt.
Lied Nummer zwo nimmt dann Fahrt auf, ist deutlich experimentierfreudiger bzw. abwechslungsreicher, nicht mehr ganz so drückend, walzt aber dennoch alles und jeden nieder, der es wagt sich in den Weg zu werfen. Um das nicht noch 3 Mal wiederholen zu müssen, der Druck variiert in allen Liedern sehr angenehm, bleibt aber ein treuer Begleiter.
Die nächste Nummer kommt dann wieder mit gemächlicherem Tempo und irgendwie sphärischen Klängen daher, nicht zuletzt wegen des Gesummes im Hintergrund, welches wohl menschlichen Ursprungs sein dürfte. Ein entspanntes, Hoffnung ausstrahlendes Lied, das zum Chillen einlädt.
Lied Nummer vier ist der böse Bruder von Lied Nummer drei. Langsam, mittlerer Druck, aber keine Lust auf ein sanftes Summen, und von Hoffnung darf hier auch keine Rede sein. Das musikalische Äquivalent zu einem Tag der nicht wirklich schlecht ist, auf den man aber auch locker hätte verzichten können.
Dann der krönende Abschluss. Den empfand ich beim ersten Durchlauf als sterbenslangweilig, ist er aber gar nicht. Da muss man öfter durch um den Reiz zu entdecken. Es klingt - man möge mir den vielleicht etwas bescheuerten Vergleich verzeihen - wie der Versuch, einen Staudamm mit Hilfe von Schallwellen zum Einsturz zu bringen, und die bratenden Gitarren sollen es richten. Bei einer Dauer von fast 10 Minuten gar nicht mal so abwegig.
Das bringt mich zu dem Fazit, dass dieses Album eigentlich ziemlich klasse ist. Wirklich zu meckern habe ich nichts. Für 5 Sterne ist es mir jedoch nicht abwechslungsreich, geschweige denn originell genug. Zähfließende Soundwände bekommt man inzwischen von diversen Bands serviert, wobei Windmills By The Ocean aber durchaus zu den schmackhafteren Angeboten gezählt werden darf.


My Heart Has a Wish That You Would Not Go
My Heart Has a Wish That You Would Not Go
Preis: EUR 17,55

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Steigerung ausgeschlossen, 21. Februar 2007
Das kann man eigentlich nicht besser machen. Aereogramme haben sich vorgenommen eine ruhige, melancholische, sehr gefühlsbetonte Scheibe zu produzieren und auf Anhieb die perfekte 10 herausgeschossen. Das sie zu so etwas fähig sind wusste man ja schon von Sleep and Release. Ich sage nur In Gratitude, mein ausgewiesenes Lieblingslied auf dem Vorgänger. Da ist es natürlich fast zwangsläufig, dass mich das aktuelle Machwerk so begeistert. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass einige Fans der Band eher enttäuscht sein werden, weil man die brachialen Wutausbrüche der Vorgänger zur Gänze weggelassen hat. Ich denke, dass genau das der richtige Schritt war um die Band ganz nach vorne zu bringen. Für Wutausbrüche gibt es andere Bands, die das einfach besser drauf haben. Scheinbar haben das die Jungs von Aereogramme auch erkannt. Allein die einschmeichelnde Stimme des Sängers ist wie geschaffen für die Art Kunst, die sich auf My Heart... findet. Seine Schrei-Einlagen der Vergangenheit wirkten auf mich oft wie gewollt und nicht gekonnt und ich werde garantiert nicht auf die Idee kommen sie zu vermissen. Dafür nimmt einen die Schönheit dieses Kleinods viel zu sehr in Anspruch.

Unter Beücksichtigung des Aspekts der Geschmacksache nun also mein Tip: Kaufen, hören, genießen, süchtig werden. Wem Aereogramme bisher zu konfus oder stellenweise zu laut war, sollte deswegen nicht vor dieser Scheibe zurückschrecken. Es hat sich einiges getan, und zwar zum Guten.


Insider
Insider

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bin beeindruckt!, 29. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Insider (Audio CD)
Ein Schmuckstück ist das, ein Kleinod, ein Geschenk des Gottes der Musik. Was Amplifier hier abliefern ist in meinen Augen eine echte Sensation, so gut gefällt mir die Musik. Während man beim Vorgänger noch relativ viel Zeit investieren musste, bevor man von einem mehr oder weniger neutralen „na ja, nicht schlecht“ zu echter Begeisterung fand, ist diese Begeisterung hier ab dem ersten Hören ein treuer Begleiter, der mit jedem neuen Durchlauf immer größer wird. Insider geht sofort ins Ohr und das ist nun wirklich mehr als bemerkenswert, denn ihre Musik ist hier im Vergleich zum Vorgänger nicht minder vertrackt. Viele Details offenbaren sich erst nach mehrmaligem Hören, viele Melodiebögen erschließen sich ebenfalls nicht direkt beim ersten mal. Plötzlich sind sie dann, beim vierten oder fünften oder was weiß ich wievielten Durchlauf, einfach da und es klappt einem der Kiefer nach unten, während man sich fragt wie man diesen Geniestreich bisher komplett ignorieren konnte.

Aber wie gesagt, trotz aller Vertracktheit und „versteckten Extras“, ist diese Scheibe von Beginn an mit einer bemerkenswerten Macht präsent, die einfach nur Spaß macht. Die Jungs bringen es wirklich fertig, ihre wunderbaren Melodien, ihre teilweise typisch britischen Hymnen und wirklich gelungenen Ideen in harter, druckvoller und vor allem anspruchsvoller Rockmusik zu verpacken und das auf eine Art und Weise, wie ich sie bisher noch bei keiner anderen Band erleben durfte.

Herausheben kann und brauche ich kein einzelnes Lied denn, ich komme zu einem weiteren dicken Pluspunkt, es befindet sich aber auch nicht ein einziges ansatzweise schwaches Lied auf Insider. Ich würde mir keines wegdenken, geschweige denn auf irgendeines verzichten wollen. Wer also auf Anspieltipps steht, dem sei hiermit gesagt: pick any!


El Cielo
El Cielo
Preis: EUR 7,49

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etwas zum dankbar sein!, 1. November 2006
Rezension bezieht sich auf: El Cielo (Audio CD)
Ich bin im Besitz aller 3 Machwerke von Dredg, nicht weil man sie, ähnlich wie ein Statussymbol, haben muss, sondern einfach weil sie alle verdammt gute Musik zu bieten haben. Eine Rezension und die damit einhergehende nachdrückliche Empfehlung sich zumindest eines dieser Schmuckstücke anzueignen (falls es wirklich noch einen interessierten Rock-Fan gibt, der das nicht längst getan hat) gebührt aber nur der mit Abstand besten Scheibe von Dredg – dieser hier.

Beim Hören dieser Musik gewinnt man unweigerlich den Eindruck – zumindest ging es mir so – dass irgendwann ein Fremder bei den Jungs auf der Matte stand und sprach „Euer Leitmotif hat mich überzeugt. Ich habe einen Auftrag für euch. Vertont mir als nächstes doch bitte den Begriff Schönheit!“ Tja, das haben sie dann auch gemacht.

Das ist es, was mich an diesem Album unendlich fasziniert. Man hört diese großartige Musik, lächelt entrückt und denkt die ganze Zeit über Dinge wie „Mann, ist das schön“ oder „wie wunderbar“, bis man dann irgendwann zum obligatorischen „Scheiße, schon wieder zu Ende“ kommt.

Es ist ganz egal, ob man sich Up-Tempo-Nummern wie die Single-Auskopplung Same Ol’ Road oder Convalescent anhört, es mit der bittersüßen Schönheit von Sorry But It’s Over oder It Only Took A Day hält, oder sich an eine leicht verzwirbelt / verjazzte Nummer wie Whoa Is Me klammert. Selbst die kleinen Brushstrokes zwischendurch runden das Bild nicht nur ab, sondern sind wesentlicher Bestandteil des Ganzen und auf keinen Fall wegzudenken.. Zu empfehlen ist natürlich sowieso, sich die Scheibe in einem durch und dann noch mal und so weiter anzuhören. Pickt man sich Lieder einzeln raus, verpasst man einfach zuviel.

Alles an El Cielo ist mächtig und beeindruckend und mächtig beeindruckend. Die Kompositionen und Arrangements, die musikalischen Fähigkeiten der Künstler an ihren Instrumenten und selbstverständlich - wenn nicht gar ausdrücklich – auch der Gesang von Herrn Hayes. Hab hier schon Rezensionen gelesen, die an ihm, ausgerechnet an ihm!, eine schlechte Rezension festmachen. Geschmäcker sind natürlich verschieden, aber was man an dieser großartigen Stimme auszusetzen haben kann, fällt mir schwer nachzuvollziehen. So wie ich das sehe, hat er eine der schönsten Stimmen des ganzen Genres. Keine Ahnung was für eine Stimmband-Krankheit er noch zu Leitmotif-Zeiten hatte, aber die ist hier wirklich und wahrhaftig zur Gänze auskuriert.

Wer wirklich noch von sich behaupten kann, Dredg nicht zu kennen, sollte das ändern...dringend! Und zwar mit El Cielo, der besten von Dredg und einer der besten überhaupt.


Amputechture
Amputechture
Preis: EUR 5,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Na hossa!, 19. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Amputechture (Audio CD)
The Mars Volta haben einen Fehler gemacht! Sie haben diese Scheibe zu spät herausgebracht. Was hätte man (ich) sich alles an Ärger und vertaner Zeit ersparen können, wenn Amputechture zwischen Deloused und Frances erschienen wäre.

Deloused war eine Offenbarung und machte Riesenappetit auf mehr, aber der Schritt zu Frances The Mute war einfach zu groß. Diese Lücke wird jetzt, leider erst im Nachhinein, durch Amputechture gefüllt.

Die Musik ist genau das, was man von den Texanern erwartet. Innovativ, experimentierfreudig, abgedreht und über weite Strecken genial. Wie eine Flipperkugel wird man von hektischen Stücken, mit dem typischen hyperventilierenden Schlagzeug und der mal schneidenden, mal verzerrten Gitarre, zu ruhigeren, hochmelodiösen Passagen und wieder zurück geschossen, bis man nach über einer Stunde aufgeputscht und glücklich wieder zur Ruhe kommt.

Es ist vor allem Cedriks Gesang, der mich besonders glücklich macht. Seine Stimme scheint im Laufe der Zeit immer mehr Volumen und Standfestigkeit zu bekommen. Kein Vergleich mehr zu den Teils doch sehr wackeligen Einlagen, die er noch zu At The Drive In Zeiten abgeliefert hat. Wer es nicht glaubt soll sich Vermicide mal auf Kopfhörer antun. Allein dieser Song, der wohl eingängigste auf der Scheibe, lebt ganz allein von seiner Stimme und das ausgesprochen gut.

Die Lieder sind teilweise wieder ellenlang geraten und führen mit treibenden Rhythmen, atonalem Gedudel, wilder Hektik und schwulstiger Schönheit durch ein Wechselbad der Gefühle. Die Jungs lehnen es halt ab in zum Beispiel 11 Minuten Lied immer nur das Gleiche zu machen. Wäre ja auch noch schöner.

Natürlich sind auch wieder sehr viele Soundgimmicks eingestreut, wie schon in Ansätzen auf Deloused und regelrecht exzessiv auf Frances. Aber speziell hier passen sie einfach ganz hervorragend ins Gesamtbild, sind nicht so vermeintlich nervtötend oder gar überflüssig wie ich sie bis vor kurzem auf Frances The Mute empfunden habe. Sie tragen zur Musik bei und sind keine Stolpersteine. Das sind sie auf Frances freilich auch nicht, zumindest längst nicht so schlimm wie ich bisher dachte, aber diese Erkenntnis hat sich mir erst jetzt, über ein Jahr später eröffnet. Amputechture sorgt dafür, dass man dem Vorgänger ganz neue Seiten abgewinnen kann. Bei mir ist es inzwischen so weit gediehen, dass auch Frances seinen Weg in den etwa 10 CD’s starken Stapel gefunden hat, die bei mir regelmäßig laufen und das soll was heißen. Ich habe das Ding wirklich nicht gemocht.

Fazit: Amputechture ist großartig. Jede Menge abgefahrene Ideen die von Könnern vorgetragen werden. Gleichzeitig schlägt es eine Brücke zwischen Deloused und Frances, so dass man als vermeintlicher Hasser dieser Scheibe doch noch eines besseren belehrt werden kann. Wer ähnlich wie ich empfunden hat, sollte es unbedingt versuchen, es lohnt sich wirklich!


Panopticon
Panopticon

20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Böige Winde bis zur Stärke 10, 4. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Panopticon (Audio CD)
So etwas habe ich noch nie gehört! Die Musik von Isis packt einen direkt ab dem ersten Akkord und lässt dich auch lange nach dem letzten noch nicht los. Wenn ich richtig informiert bin, macht man die Kategorisierung Emo vor allem am Gesang/Geschrei fest. Das wäre in diesem Fall ein Fehler. Wenn irgendetwas in meinem CD-Regal die Bezeichnung emotional verdient hat, dann diese Scheibe! Und das trotz der Tatsache, dass hier eigentlich so gut wie gar nicht gesungen wird. Im Prinzip ist es fast ein Instrumental-Album, aber wie gesagt, Emotion pur. Wie sie es mit ihren gitarrenlastigen Soundwänden, die immer wieder spontan von Waffenstillstand auf Angriff schalten, schaffen einen durch die Mangel zu drehen ist schon beeindruckend. Wildes Gebolze ist es dabei nie, es ist einfach der enorme Druck, den sie fast klammheimlich aufbauen um ihn sich zum perfekten Zeitpunkt entladen zu lassen. Allein der Opener "So did we" könnte wegen mir den ganzen Tag lang in einer Endlosschleife laufen, ohne dass es mir zu dumm wird. Uneingeschränkte Empfehlung für all jene, die ihr Innenleben gerne mit akustischen Reizen verknüpfen.


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