Profil für JazzMatazz > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von JazzMatazz
Top-Rezensenten Rang: 6.002
Hilfreiche Bewertungen: 1739

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
JazzMatazz (Würzburg, Dirty South)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Revolver (Deluxe Version inkl. 3 Bonustracks)
Revolver (Deluxe Version inkl. 3 Bonustracks)
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen This RevolveR doesn't hit, 19. Dezember 2011
Es gab nicht wenige, die hielten T-Pain bei dessen Debüt 2005 für eine Eintagsfliege. Sechs Jahre später beweist uns der Sänger/Rapper aus Tallahassee, dass er sich erfolgreich im Biz halten konnte. "RevolveR" ist der Titel seines insgesamt vierten Werkes, dessen hervorgehobene Buchstaben "evolve" verdeutlichen sollen, dass er sich weiter entwickelt hat. Unverändert blieb das Engagement bei Akons Label Konvict Muzik, hat sich dafür aber tatsächlich an der musikalischen Ausrichtung etwas getan?

Die bei uns erhältliche Deluxe Edition von "RevolveR" wartet mit insgesamt 17 Tracks auf und verzichtet dabei komplett auf Interludes und ähnliche Störfaktoren. Eröffnet wird die Platte gemeinsam mit T-Pains Buddy Lil Wayne auf "Bang Bang Pow Pow". Der Titel lässt bereits erahnen: hier geht es härter zur Sache. Von edlen Streichern eingeleitet, mit dicken Bässen fortgeführt, zeigt sich das Instrumental kraftvoll und mit gezügeltem Tempo. T-Pain performt mit einem aggressiven Mix aus Rap und Auto-Tune-Gesang, Weezy hingegen lässt es recht gechillt angehen. Inhaltlich darf man hier keine große Poesie erwarten, lediglich das übliche "wir haben die dicken Eier" und "komm' uns besser nicht zu nahe". Dieser Einstand wird mit "Bottlez" konsequent fortgeführt. Durch einen penetranten und sehr simpel gestrickten Bass, geziert mit schrillen Klängen aus der Elektronik, eignet sich das Ganze gut für Clubs, ist nichts desto trotz recht eintönig und langweilig. Club-Musik ist auch bei "It's Not You (It's Me)" das große Stichwort. Auch T-Pain kam nicht drum herum, sich dem aktuellen Trend vom Hip-Hop-Electro-Mix zu entziehen. DJ Chuckie schmiedete dafür einen recht glatt gebügelten Pop-House-Jam, der auch dank Pitbull als Feature sicher seine Fans - hauptsächlich bei der jüngeren Generation - finden wird. "Default Picture" wirkt mit seiner ruhigen und nachdenklichen Art fast schon wie ein echter Stilbruch. Mit einem klassischen Klavierspiel im Gepäck, zeigt sich T-Pain von seiner romantischen Seite, was im Refrain auch durchaus gut funktioniert. Die Strophen hingegen sind aufrund der voll aufgedrehten Stimmverzerrung nicht ganz so angenehm anzuhören.

Mit "5 O'Clock" (feat. Lily Allen & Wiz Khalifa), "Sho-Time (Pleasure Thang)" und "Rock Bottom" folgt gleich eine ganze Serie an Songs, die dieses gezügelte Tempo fortführen. Insbesondere das letztgenannte "Rock Bottom" weiß mit geschmeidigen Klängen, einen gewissen Drive und einem engagierten T-Pain zu überzeugen, während die anderen dem Mittelmaß zuzuordnen sind. Einen der schönsten Tracks bekommen wir mit "Mix'd Girl" zu hören. Während zu Beginn nur ein Piano zu hören ist, setzen nach und nach immer mehr Elemente ein und münden letztendlich in einem flotten, aber trotzdem noch romantischen Smash, der durch geschickte Geschwindigkeitswechsel interessant bleibt. Etwas überraschend, dass auch ein Lied mit dem Namen "I Don't Give A Fuck" für gute Laune sorgt, während auf dem sehr schlichten und extrem slow gehaltenen "Drowning Again" ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt wird und das vor Schmalz nur so trieft. Deutlich besser gelang der "Best Love Song". Gemeinsam mit Chris Brown zeigt T-Pain, dass ein Liebeslied nicht unbedingt übertrieben kitschig sein muss, sondern auch ein wenig poppiger und frühlingshaft. Die Schlussphase von "RevolveR" wird mit dem recht relaxten "Center Of The Stage" (feat. R. Kelly & Bei Maejor) eingeleitet, über das unspektakuläre "Regular Girl" fortgeführt und schließlich mit "Nuthin'" (feat. E-40 & Detail), das in die Hyphy-Richtung geht, beendet.

Eine große Weiterentwicklung ist bei "RevolveR" nicht wirklich zu spüren. T-Pain macht das Selbe wie auch auf seinen vorherigen Platten, allerdings mit spürbarem Qualitätsabfall. Es klingt vieles zu ähnlich und zu austauschbar, echte Hits, die auch länger im Gedächtnis bleiben, finden wir nur wenige. T-Pain Fans können sich auf ein solides Werk einstellen, der Rest verpasst nichts, wenn man "RevolveR" auslässt.


Timez Are Weird These Days
Timez Are Weird These Days
Preis: EUR 15,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dance-Hop, 19. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Timez Are Weird These Days (Audio CD)
Es ist schon eine verrückte Welt in der wir Leben, das hat auch Theophilus London erkannt. Der Knabe mit dem Namen, der zwar very British klingt, dennoch aus Brooklyn kommt, veröffentlicht mit "Timez Are Weird These Days" sein erstes Album, nachdem es mit der Debüt-EP "Lovers Holiday" schon einen kleinen Vorgeschmack gab. Wie auf dem Cover hat der 24-Jährige auch im musikalischen Bereich seinen ganz eigenen Style und kombiniert Rap mit Dance-Pop angehauchten Beats, die jedoch nicht in die Richtung von David Guetta und Konsorten gehen. Hören wir doch am besten einmal rein.

Abzüglich eines Interludes bietet "Timez Are Weird These Days" lediglich 10 Songs, was bei dem moderaten Preis der CD jedoch in Ordnung geht. Als Art Selbstvorstellung dient "Last Name London", bei dem Theophilus zum ersten Mal auf einem fetzigen Beat zeigt, in welche Richtung sein zumeist sehr schwungvolles Album gehen wird. "Love Is Real" erinnert ein wenig an den Synth-Pop der 80er, was neben der eingängigen Drum und den elektronischen Sounds besonders an dem hochgepitchten Gesang im Refrain, der mit etwas Phantasie nach Modern Talking klingt, zu verdanken ist. Holly Miranda sorgt mit ihren Parts dafür, dass der Song noch seinen Touch Romantik verpasst bekommt. Mit unheimlich lässigem Groove und noch lässigerem Flow sorgt Mr. London mit "Wine And Chocolate" für kalorienreiche Unterhaltung, während "All Around The World" mit seinem verwegenen Gitarrensound den Charme von B-Movies versprüht - sehr cool! Die Single "Why Even Try" (feat. Sara Quinn) fährt die gefühlvollere Schiene. Während der Strophen wird der Song von einem funky Bass geprägt, der zwar recht schlicht ist, aber daher auch eine gute Bühne für den Rap von Theophilus bietet. Im Refrain jedoch wird mächtig aufgetragen, sodass es für den ein oder anderen Hörer sicher schnell zu kitschig wird. Von hier an geht es bis zum Ende des Albums wieder temporeicher zur Sache, wobei es sowohl Songs, die sich zum Tanzen eignen ("Girls Girls $"), als auch Stücke, die einfach angenehm ins Ohr gehen ("I Stand Alone"), gibt. Insgesamt sind die Beats sehr melodisch und vor allem elektronisch, allerdings ohne dabei zu schrill oder House mäßig zu sein.

Wer auf unbekümmerte Gute-Laune-Musik steht, der liegt mit "Timez Are Weird These Days" ganz richtig. Trotz dem ein oder anderen etwas nachdenklicheren Song darf bei dieser Platte kein tiefgründiger Rap, sondern ein relaxter und schwungvoller Hip-Hop-Dance-Pop-Mix erwartet werden. Und diese Erwartung wird perfekt erfüllt. Den einzigen Vorwurf den man diesem Album machen kann ist, dass es vielleicht eine Spur zu glatt produziert wurde und ohne markante Ecken und Kanten auf lange Sicht gesehen seinen Reiz verliert.


Meth
Meth
Preis: EUR 20,47

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Another Drug, another Album, 12. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Meth (Audio CD)
Z-Ro, der selbsternannte König der Ghettos von Houston, ist (wieder einmal) zurück. Seit über einem Jahrzehnt bringt Joseph McVey, wie er bürgerlich heißt, nun mindestens eine neue Platte pro Jahr auf den Markt. Nach "Crack", "Cocaine" und "Heroin" ist "Meth" nun das vierte Werk, das den Namen eines Rauschmittels trägt. Von einem echten Rausch war mancher Fan jedoch zuletzt verschont geblieben, wurden Z-Ro's aktuellere Werke doch gerne für ihre teils einfallslosen Produktionen kritisiert. Für "Meth" wurden u.a. Beanz N Kornbread für einen Großteil der Beats verpflichtet, Z-Ro selbst schmiedete dieses Mal nur einen einzigen. Nun genug der Worte, rein mit der Platte in den Player und let's ride thru H-Town!

Dein Einstand des mit 14 Songs ausgetsatteten "Meth" gibt es mit "Real Or Fake" zu hören. Der Titel ist wahrhaftig nicht kreativ und auf gefühlt jedem zweiten texanischen Rap-Album zu hören, doch geben wir ihm eine Chance. Mit einem wirklich mächtigen Bass, Claps, ein bisschen E-Gitarre und einer dezenten Synthie-Melodie versprüht die musikalische Untermalung doch schon einige Power. Z-Ro glänzt dazu mit seinem einmaligen Mix aus Gesang und Rap, der natürlich wie so oft im Refrain seinen Höhepunkt findet. Bei "Ro & Bun" weiß man natürlich gleich, um wen es sich dreht, nämlich Z-Ro und Bun B. Texas typisch laid back dudelt die E-Orgel und lässt ein unheimlich chilliges und melodisches Instrumental entstehen, das sich geradezu an die Flows der beiden Veteranen anschmiegt. Ähnlich gut und ebenfalls wirklich traumhaft anzuhören sind die folgenden Stücke, "Never Had Love" und "H-Town Kinda Day". Insbesondere das Zweitgenannte groovt mit seinem funky Sound sommerlich frisch und hat obendrein noch das dunkle Organ von Slim Thug in petto. Wie wir es von Z-Ro aus den letzten Jahren kennen, hat er auch auf "Meth" einen Lovesong im Gepäck. "A Southern Girl" nennt sich dieses fröhlich und positiv anmutende Stück, bei dem Ro's Gesang natürlich optimal zum smoothen Style passt. Als Gast ist hier Yo Gotti dabei, der zwar bei Weitem nicht so geschmeidig rappt, dennoch eine nette Abwechslung darstellt.

Z-Ro's große Stärke waren schon immer Songs, die durch die Kombination von ihm selbst mit den geschmeidigen Produktionen unter die Haut gehen. Einen solchen finden wir u.a. mit "3 Way Relationship", der sich ebenfalls wieder um die Liebe dreht. Big E setzte dafür auf besonders viel Elektronik, die sowohl ein bisschen schrill aber eben auch emotional daher kommt, im Hintergrund wummert dazu ein behäbiger Bass und die E-Gitarre setzt dezente Highlights. Das der MC aus Houston sein Werk versteht, brauch an dieser Stelle wohl nicht mehr erneut erwähnt werden. Nachdem "Happy Alone" die dunklere und traurigere Schiene eingeschlagen hat, geht es mit "Murderer" in Richtung Gangsta Rap. Durch seinen Bläser-Sound kommt ein fast schon militärischer Drill auf, dazu marschieren Z-Ro und Just Brittany, die wie Ro Gesang und Rap kombiniert, und ergänzen sich im pompösen Refrain perfekt. Wem diese härtere Gangart gefällt, der wird auch "No Reason" mögen. Trocken, typisch Dirty South und eigentlich wenig innovativ klingt dieses Instrumental, das dennoch eine gute Bühne bietet, damit Z-Ro seinen schnellen und aggressiven Flow auspackt und zeigt, welch taffer Knochen er ist. Abgerundet wird dieses durchweg gelungene Album von den wieder recht relaxten "When We Ride" und "On Mo Time" (feat. Willie D), lediglich das von Z-Ro selbst produzierte "That Mo" zum Schluss, fällt in Sachen Qualität minimal ab.

Von den Drogen-Alben ist "Meth" definitiv das bisher beste und konstanteste. Ausfälle liefert Z-Ro keine, dafür so manches Highlight. Nach so vielen Jahren im Business darf man allerdings nicht mehr auf neue lyrische Offenbarungen hoffen, alles wurde schon einmal erzählt, weshalb die Texte eher Mittel zum Zweck sind, diesen allerdings erfüllen. Dass er mit einem Album dieser Klasse andere Down South Künstler wie Lil Wayne im Jahr 2011 um Welten hinter sich lässt, ist natürlich offensichtlich, doch auch Cousin Trae kann da leider schon länger nicht mehr mithalten. An alle Z-Ro Fans: schlagt zu! Jedoch sollte sich auch so manch neutraler Hip Hop Hörer die Scheibe einmal zu Gemüte führen.


Cole World: The Sideline Story
Cole World: The Sideline Story
Preis: EUR 6,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Newcomer stellt die Etablierten in den Schatten, 27. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Cole World: The Sideline Story (Audio CD)
Jermaine Lamarr Cole, oder kurz J. Cole, gehört zu den vielen jungen Musik-Talenten, die von Hip Hop Mogul Jay-Z gefördert und mit einem Plattenvertrag bei dessen noch recht jungem Label Roc Nation ausgestattet wurden. Nach diversen recht erfolgreichen Mixtapes, steht nun mit "Cole World: The Sideline Story" das erste Album des Rappers aus North Carolina in den Plattenläden. Den Großteil des 16 Track umfassenden Werkes produzierte Cole gleich selbst, auch im lyrischen Bereich ist er hauptsächlich alleine verantwortlich und hat mit seinem Chef, Trey Songz, Drake und Missy Elliott lediglich 4 Features dazu geholt. Heutzutage fast schon eine Seltenheit. Stellt sich nun nur noch die Frage, ob J. Cole sich vielleicht nicht etwas zu viel zugemutet hat, oder ob die Eigenregie genau das richtige Rezept für eine gelungene Platte ist.

Schon das Intro mit seinem gefühlvollen Klavierstück lässt erkennen, J. Cole gehört eher zur ruhigeren Gattung - ein Junge, der nicht durch Image, sondern mit smartem Auftreten punkten will. So richtig startet das Album jedoch mit "Dollar And A Dream III", der Fortsetzung einer bereits 2007 gestarteten Serie an Songs. Mit eher traurigen Pianoklängen ausgestattet, bietet das Instrumental die optimale Basis für Cole's ernste Performance, die insbesondere mit der ewig langen zweiten Strophe beeindruckend, aber natürlich auch nicht ganz so leicht zu verarbeiten ist. Mit dem als Single veröffentlichten "Can't Get Enough" gibt es schon früh einen absoluten Knaller der Tracklist. Im Grunde geht es nicht mehr um Frauengeschichten, dennoch recht unterhaltsam verpackt, gerade auch weil Cole mit hohem Tempo die Reime rausfeuert. Gekreuzt wird diese Performance mit einer wirklich unglaublich tollen Produktion, die sowohl vom Tempo her mitreißt, mit ihrer melodischen Art und dem Background-Gesang aber auch gleich unter die Haut geht, was mit dem Refrain von Cole und Trey Songz dann schlussendlich noch auf die Spitze getrieben wird. "Lights Please" hingegen kommt recht relaxt daher und lässt sich genau deshalb gut anhören bzw. genießen. Ein Song, der zunächst gar nicht so zum Rest der Platte passen will, finden wir mit "Mr. Nice Watch". Die Kollabo mit Jay-Z donnert im Kontrast zu den andern Liedern mit massig Bass und vielen elektronischen Elementen durch die Anlage. Dadurch kommt auch eine etwas rauere Atmosphäre auf, die Cole in seinen Raps zu nutzen weiß und es allen zeigt, die ihn früher belächelt haben. Nett dabei auch der Querverweis auf seinen Lieblingssport Basketball, der ja auch im Artwork verarbeitet wurde ("Coach wouldn't let a nigga off the bench, now wonder why I didn't quit the team". Nicht zu vergessen: Jay-Z, der ebenfalls einen Part hin schmettert, der sich gewaschen hat.

Die zweite Hälfte von "Cole World: The Sideline Story" beginnt mit einem Track in Form von "In The Morning", der chilliger nicht sein könnte. Wie so oft auf diesem Album spielt das Klavier eine wichtige Rolle, in diesem Fall sogar die entscheidende. Richtig verträumt kommt das Instrumental daher, bei dem auch Drake mit eingreift, jedoch lange nicht so smooth mit der Musik umzugehen weiß, wie J. Cole. Miss Elliott - bei diesem Namen läuft es vielen kalt den Rücken hinunter. Doch keine Sorge, die einstige Wuchtbrumme macht sich auf dem Lovesong "Nobody's Perfect" wirklich gut, was wohl daran liegt, dass sie den Refrain singt und nicht rappt. Ansonsten bleibt ein Titel, der recht flott und mit Drive daherkommt und es schafft Romantik anstatt Kitsch zu versprühen. "Rise And Shine" lässt schon am Namen erkennen, dass hier wieder einmal das Selbstbewusstsein im Vordergrund steht und so überrascht es auch nicht, dass auch die Produktion äußerst wuchtig und pompös im Hintergrund wummert, während Cole spittet. Die Schlussphase der Platte fällt dann insgesamt wieder etwas gefühlvoller aus, insbesondere "Breakdown" geht mit seiner emotionalen Gesamtanmutung unter die Haut. Lediglich der Bonus Track "Work Out", der bereits als Single veröffentlicht wurde, fällt qualitativ leider deutlich vom Vorangegangenen ab. Aber da Bonus, halb so wild.

"Cole World: The Sideline Story" ist ein Album, das eigentlich gar nicht so recht ins Major Business passt, in den Mainstream-Bereich schon gar nicht und wohl genau deshalb ist es umso erfrischender. Kein ständiges Booty-Shaken, Kohle verprassen und Waffe zücken, dafür häufig sehr emotionale Tracks und auch die ein oder andere Perle, die nicht angesprochen wurde, sondern als kleine Überraschung dienen soll. Jay-Z hat in diesem Fall wirklich ein gutes Näschen bewiesen und J. Cole die Erwartungen erfüllt. Weniger ist eben doch manchmal mehr.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2011 12:26 AM MEST


The Greatest Story Never Told
The Greatest Story Never Told
Preis: EUR 18,54

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A great Story finally told, 16. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Greatest Story Never Told (Audio CD)
Saigon ist ein ähnliches Phänomen wie Papoose. Seit Ewigkeiten von der Szene ins Herz geschlossen, aber auch genau so lange wartet man nun schon auf ein Album. Schon 2004 wurde der MC aus Brownsville von Atlantic unter Vertrag genommen, weigerte sich jedoch nach der Pfeife des Labels zu tanzen, bis es vier Jahre später zum Split kam. Wie immer erweist sich nun der Independet Bereich als Segen, auch für Saigon. Im Frühjahr 2011 releaste er nun endlich sein "The Greatest Story Never Told" und kann nun nach zahllosen Mixtapes und Street Alben auf eine vollwertige LP zurückblicken. Nach dem vielen Hin-und-Her der letzten Jahre, setzte Saigon hierfür auf Souveränität, sprich alte Hasen im Game. Produziert wurde fast jeder Track von keinem Geringeren als Just Blaze, als Gäste sind u.a. Jay-Z, Q-Tip oder Bun B vertreten.

Nachdem Fatman Scoop das Intro übernommen und hinter sich gebracht hat, startet die langersehnte Platte mit "The Invitation", einem New York typischen Song. Durch viel E-Orgel und eine lebhafte Drum entsteht ein Instrumental, das man zwar nicht als bahnbrechend bezeichnen kann, aber dennoch wunderbar seinen Zweck erfüllt und eine angemessene Bühne für Saigon's Mic-Performance bietet. Dass Q-Tip und Fatman Scoop ebenfalls zu hören sind, gerät da fast zur Randnotiz. "Come On Baby" ist streng genommen schon ein ziemlich alter Schinken, da jedoch jahrelang kein Album erschien, ist er wohl einem Großteil immer noch unbekannt und daher seine Veröffentlichung definitiv legitim. E-Gitarren und Schlagzeug geben dem Ganzen einem bombastischen und wilden Style, bei dem sich Saigon und Jay-Z als gut harmonierendes Duo zeigen. Swizz Beatz liefert dazu den Refrain und heizt die Menge an. Während mit "Bring Me Down Pt. 2" Zweifler und Kritiker ihr Fett weg kriegen, rechnet Saigon auf dem smooth gehaltenen "Enemies" mit falschen Freunden ab. Der Titeltrack "The Greatest Story Never Told" weiß hingegen mit einem vor Soul sprühenden und wirklich angenehm melodischen Instrumental zu gefallen. Die alten Ghetto-Weisheiten der Lyrics klingen jetzt zwar nicht unbedingt nach einer great Story, aber erfüllen durchaus ihren Zweck. Musikalisch geht auch "Clap" in eine ähnliche Richtung, und fährt neben zahlreichen Claps und Drums auch massig Gospel-Flavor auf, umgesetzt durch Faith Evans im Hook. Saigon macht wie immer einen sehr ordentlichen Job, flowt bissig und weiß seine raue Stimme in Kontrast zur fröhlichen Musik zu setzen.

Was mir wirklich schon lange nicht mehr untergekommen ist, ist ein Album, das ohne Ausfall über die Runden kommt - "The Greatest Story Never Told" gehört dazu. Es gibt tatsächlich keinen Song, an dem man wirklich etwas aussetzen kann. Wenn etwas nicht zu den großen Highlights zählt, dann ist es zumindest sehr solide. Mehr als nur solide wäre "It's Alright" (feat. Marsh Ambrosius), das mal etwas ruhigere Töne anschlägt, wirklich chillig daher kommt, noch dazu mit dem Text punkten kann und einen dicken Gänsehautfaktor mit sich bringt, wenn am Ende einigen Verstorbenen gedacht wird. Auch Saigon's erotische Gedanken finden mit "Give It To Me" ihren Platz auf dem Album. Wer jedoch nun an eine Schnulze denkt, der kann beruhigt werden. Von Romantik ist in seinen Versen nicht sonderlich viel zu spüren, lediglich Soul-Barde Raheem DeVaughn rundet einen an sich sehr relaxten Track mit einem soften Element ab. Den wohl emotionalsten Smash von "The Greatest Story Never Told" erleben wir mit "Better Way". Schon das Klavierspiel, das einen zurückhaltend wummernden Beat begleitet geht schon wirklich rein wie Butter. Saigon weiß dies zu nutzen und arbeitet perfekt mit dieser Kulisse. Zusätzlich ist auch noch Layzie Bone dabei, der ja schon sei Urzeiten für seinen smoothen Gesang bekannt ist und diesen selbstverständlich auch hier, im Refrain, zum Einsatz bringt. Gegen Ende erleben wir mit "And The Winner Is..." (feat. Bun B) noch mal eine Art Live-Performance von "Enemies". Ob es wirklich Live ist, wage ich jedoch stark zu bezweifeln. Als Bonbon zum Schluss finden wir den Bonus Track, der ausnahmsweise mal komplett ohne Just Blaze auskommt, sondern von DJ Corbett produziert wurde und obendrein Black Thought als Feature bietet.

Wie bereits erwähnt: "The Greatest Story Never Told" bietet keinerlei Schwachpunkte, sondern von Anfang bis Ende schönen Rap. Warum dann aber keine 5 Sterne? Mir persönlich fehlt es ein klein wenig an Abwechslung, was jedoch noch mehr ins Gewicht fehlt sind die nicht vorhandenen Experimente. Alles war in irgendeiner Art und Weise so ähnlich schon mal da gewesen - Überraschungsmomente sucht man daher vergebens. Dies ist jedoch Kritik auf wirklich hohem Niveau, denn auch so halten wir mit dieser Platte ein Highlight 2011 in den Händen. Obendrein verteilt Saigon damit noch einen netten Seitenhieb an alle Nörgler, die immer noch der seltsamen Meinung sind, Hip Hop wäre tot.

P.S.: Auch Papoose soll angeblich dieses Jahr noch sein Album veröffentlichen ;)


Weekend at Burnies
Weekend at Burnies
Preis: EUR 21,05

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Return of the Chillmaster, 12. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Weekend at Burnies (Audio CD)
Curren$y's Karriere begann mit seinen Verträgen bei No Limit und Cash Money mehr als nur holprig, denn außer seinem Beitrag zum 2002er 504 Boyz Sampler und ein paar vereinzelten Singles blieb außer ein paar Versprechen nicht viel übrig. Kaum selbstständig, veröffentlichte der Rapper aus New Orleans 2009 seine ersten beiden Alben, zwei weitere folgten im Jahr darauf. Auch 2011 zeigt sich der 30-jährige wieder richtig produktiv. Im Frühjahr kam mit "Covert Coup" eine Kollabo mit The Alchemist heraus, welche obendrein noch gratis auf Curren$y's Homepage zum Download angeboten wird. Nun aber zum aktuellen Werk: "Weekend At Burnie's". Mit 12 Songs fällt es nicht besonders üppig aus, doch es verzichtet dafür auf Interludes und ähnliches. Fast die komplette Scheibe wurde von Monsta Beatz produziert, wer also ein Faible für die beiden hat, dürfte mit "Weekend At Burnie's" voll auf seine Kosten kommen.

Mit "#Jetsgo" erleben wir den Auftakt eines insgesamt verdammt chilligen Albums. Es überzeugt in erster Linie mit seinen harmonischen Klängen und einem funky Beat, der sich schnell ins Gehör groovt. Curren$y rappt für seine Verhältnisse recht energiegeladen, bleibt nichts desto trotz seinem entspannten Stil treu. Ein wirklich gelungener Beginn. Auch das darauf folgende "Still" besitzt einen solch angenehm wabernden Bass, ist allerdings extrem schlicht gehalten, denn außerdem hört man nur ein wenig Keyboard und ein recht schrilles Pfeifen, das allerdings noch erträglich ist. Neben dem Hot Spitta treffen wir auch auf seine Buddies Trademark und Young Roddy, die auf insgesamt 3 Tracks des Albums vertreten sind. Fans von Curren$y werden bestimmt die Single "She Don't Want A Man" kennen. Der Titel verrät schon, dass es um eine Lady geht, die nur Affären sucht, Curren$y aber dennoch hingerissen scheint. Havoc von Mobb Deep produzierte gemeinsam mit Magnedo7 diesen Song, der das Gegenteil von den sonstigen Havoc Instrumentals darstellt. Verträumt und mystisch, aber auch ein wenig lethargisch, schmiegt sich dieser Sound an Curren$y's Stimme und kommt extrem smooth daher. Fiend, genau wie Curren$y ehemaliger No Limit Soldier - nur erfolgreicher -, gibt sich auf "Televised" die Ehre. Während der bekennende Kiffer Curren$y etwas Grasgeflüster auspackt, schwärmt Fiend von seinem Auto. Das Ganze passiert über eine Produktion, die entspannter nicht hätte sein können. Das Tempo extrem zurückgeschraubt, die Melodien soft und behäbig - klingt fast ein bisschen wie Sonnenaufgang im Paradies.

Die zweite Hälfte von "Weekend At Burnie's" beginnt mit "This Is The Life", einem der schönsten Songs des Albums. Und dies ist in erster Linie dem Instrumental zu verdanken, das mit einem Mix aus Piano und ein bisschen Glöckchen ähnlichem Gebimmel einen Hauch von Soul versprüht und zusätzlich einen gewissen Drive mit Curren$y's relaxten Rhymes über seinen Lifestyle kombiniert. Während wir mit "On G's" (feat. Trademark & Young Roddy" und "Money Machine" nichts wirklich Herausragendes, aber aufgrund des zum Gesamtbild passenden Sounds Hörbares, vorgesetzt bekommen, zeigt sich "What's What" wieder mit diesem lässigen funky Groove, der leider nur etwas mehr als 2 Minuten anhält. Auch bei "JLC" (= Jet Life Commandments) liegt in der Kürze die Würze, denn dessen sommerlich frischer Sound weiß ebenfalls zu begeistern und lässt den Song noch kürzer erscheinen, als er eh schon ist. Einen passenden Abschluss liefern uns Curren$y, Trademark und Young Roddy mit "Get Paid", das das chillige Konzept des Albums ein weiteres Mal aufgreift, gleichzeitig aber eines der schwungvollsten Stücke bleibt und daher reingeht wie Butter.

Zugegeben: Man muss Curren$y's Stil wirklich mögen, ansonsten kann es gut passieren, dass man "Weekend At Burnie's" recht schnell langweilig findet. Fans vom Rapper aus N.O. dürften wieder einmal zufrieden gestellt werden, auch wenn diese Platte vielleicht nicht ganz so spektakulär erscheint, wie die ersten beiden "Pilot Talk" Teile. Nichts desto trotz eignet sich auch "Weekend At Burnie's" perfekt für einen Nachmittag im Liegestuhl auf der Terrasse. Wer noch nicht viel von Curren$y kennt und sich einen kleinen Eindruck verschaffen möchte, sollte sich zunächst das oben angesprochene "Covert Coup" (welches für mich zu den Überraschungshits 2011 zählt) oder das ebenfalls zum freien Download erhältliche Mixtape "Verde Terrace" besorgen und sich von seiner relaxten Art überzeugen lassen.


Tha Carter IV
Tha Carter IV
Preis: EUR 7,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Weit entfernt von alten Glanzzeiten, 10. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Tha Carter IV (Audio CD)
Noch keine 30 Jahre auf dem Buckel und dennoch schon 9 Solo-Platten veröffentlicht - Lil' Wayne kann auf eine durchaus beeindruckende Karriere zurückblicken. Kommerzieller Durchbruch war sicher "Tha Carter III" mit dem der Tattoo-Junkie aus New Orleans internationale Berühmtheit erlangte. Nach dem experimentellen "Rebirth" und dem Knast-Lebenszeichen "I Am Not A Human Being" folgt nun mit "Tha Carter IV" die Fortsetzung seiner Trilogie. Für ein erfolgreiches Gelingen lud Weezy neben seinen Labelmates auch seine Buddies T-Pain und Rick Ross ein, außerdem sind u.a. Jadakiss und John Legend zu hören.

"Tha Carter IV" kommt in der Standard-Ausgabe mit 15 Tracks daher, die Deluxe Version hat noch 3 Boni im Gepäck. Eröffnet wird die Platte mit einem recht eintönigen Intro, das nach fast dreiminütiger Laufzeit von einem sehr chilligen Song abgelöst wird. "Blunt Blowin" heißt angesprochener Titel, der mit behäbiger Melodie und tief wummerndem Bass die Grundlage für Wayne bietet, der etwas über Leben und Lifestyle berichtet, wie gewohnt mit der ein oder andere lustigen Zeile. Was jedoch danach folgt, kann man getrost als Welle der Monotonie bezeichnen. Dies fängt an mit "MegaMan", das vom Namen her eigentlich cool klingt und dazu prädestiniert ist, in eine pompöse Selbstverherrlichung auszuufern, doch im Endeffekt steht ein Bum-Bum-Beat mit etwas Synthie-Gedudel zu Buche, dazu die selben Drum Patterns, die wir in dieser Anfangsphase auf jedem Track zu hören bekommen. Die Single "6 Foot 7 Foot" stammt aus den Händen von Bangladesh, der ja schon für "A Milli" verantwortlich war. Was damals gut geklappt hat, soll wohl auch 2011 funktionieren und so klingt der Song wie ein Mix aus dem angesprochenen "A Milli" und "Women Lie, Men Lie" von Yo Gotti. Sprich: extrem harter, immer gleich hämmernder Beat, dazu eine durchweg brabbelnde Computer-Stimme im Background. Für die einen ein Banger, für die anderen das Grauen schlechthin. Unstrittig bleibt jedoch Wayne's Performance und die ist hier eine der besten von "Tha Carter IV". Wer es etwas relaxter mag, der ist bei "She Will" an der richtigen Adresse. Das melodische und ruhiger gehaltene Instrumental stellt eine angenehme Abwechslung dar, dazu passen die Stimmen von Wayne und Feature Drake perfekt.

"How To Hate" wurde bekanntlich auch als Single ausgekoppelt und ist daher schon einigen ein Begriff. Wem der Track noch nicht zu Ohren gekommen ist, der kann sich auf eine übertrieben schmalzige Nummer über die Abrechnung mit intriganten Flittchen einstellen. Nicht nur die Produktion ist hier kaum auszuhalten, auch T-Pain's Autotune-Gewinsel überschreitet jegliche Grenze von gutem Geschmack. Zur Mitte des Albums finden wir ein Interlude, eingespielt von Tech N9ne und Andre 3000 von OutKast. Eigentlich sind Interludes ja nicht der Rede wert, doch in diesem Falle muss es einfach genannt werden. Sowohl Tech als auch Dre legen auf dem ruffen Instrumental los wie die Feuerwehr und stellen mit ihren Performances fast den kompletten Rest von "Tha Carter IV" in den Schatten. Wenigstens scheint mit diesem Startschuss auch Wayne endlich ins Rollen zu kommen. "John" ist ein Down South Brett, wie es im Buche steht. Dicker Bass, schrille Synthies, dazu Gepose und Prolletentum in seiner reinsten Form, vorgetragen vom Birdman Jr. und Rick Ross. Auch "Abortion" präsentiert sich deutlich besser als die komplette erste Hälfte Albums, was neben Wayne den kräftigen Drums und Gospel-Gesang im Background zu verdanken ist. Leider ist das meiste Pulver nun jedoch schon wieder verschossen. "So Special" (feat. John Legend) und "It's Good" (feat. Jadakiss & Drake) langweilen erneut mit Schmalz und Eintönigkeit, auch das auf ernst getrimmte "President Carter" plätschert eher belanglos vor sich hin. Erwähnt sei noch das Outro, das zwar wieder komplett auf Lil' Wayne verzichtet, dafür aber mit gelungenen Ryhmes von Bun B, Nas und Busta Rhymes punkten kann. Lediglich Puff Daddy's einstiger Hoffnungsträger und neuer Cash Money Millionaire Shyne zeigt sich nach Jahren im Knast mit geschwächter Stimme - ein Schock für alte Fans!

Sofern man nicht gerade ein Lil' Wayne Fanatic ist und "Tha Carter IV" aus einer neutraleren Perspektive betrachtet, so muss leider festgehalten werden, dass dieses Album neben "500 Degreez" und "Rebirth" ganz klar zu den Schwachpunkten seiner Karriere zählt. Und das liegt weniger an Weezy selbst (auch wenn er wohl nie als großer Poet in die Geschichte des Rap eingehen wird), sondern an der mauen Beatauswahl, die jegliche Innovation vermissen lässt. Da hat selbst das stark diskutierte "Tha Carter III" die Nase vorn. Kurzum: Wer Lil' Wayne in den letzten 2-3 Jahren kennen und lieben gelernt hat und darüber hinaus die Singles mag, wird auch an "Tha Carter IV" seine Freude haben. Fans von früher hingegen, dürften auch weiterhin der glorreichen Hot Boys Ära nachtrauern.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 19, 2011 10:42 PM MEST


Success Is Certain
Success Is Certain
Preis: EUR 10,84

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder einmal ein starkes Album von Royce da 5'9'', 4. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Success Is Certain (Audio CD)
Seit seinem Debüt 2002 bin ich großer Fan von Royce da 5'9'' und da mir seit diesem Zeitpunkt die Musik von Eminem nicht mehr gefiel ("The Eminem Show"), begrüßte ich die Trennung der beiden. Umso überraschender dann die gelungene Reunion in Form von "Hell: The Sequel", welches auch der Grund dafür sein dürfte, dass Royce' neues Album "Success Is Certain" viel größere Aufmerksamkeit bekommt, als die Werke davor. Wie der Vorgänger "Street Hop" erscheint auch dieses Werk über Gracie Productions, die ihrem Markenzeichen von spartanisch ausgestatteten Digipacks wieder einmal alle Ehre machen. Doch da an einer CD ja nach wie vor die Musik das Wichtigste ist, wollen wir uns mit Äußerlichkeiten nicht länger aufhalten, sondern checken gleich, ob der selbsternannte King of Detroit seine Ansprüche untermauern kann.

Der Opener "Legendary" wurde von Eminem und den Futuristiks produziert, als Feature wird Drummer Travis Barker gelistet. Bei diesem Lineup kann man sich schon im Vorfeld denken, dass es hier schon zu Beginn mit etwas mehr Power losgeht. Lyrisch bietet der Song keine Überraschungen, Royce zeigt einmal mehr, dass er sich für den Größten hält, was bei seinen Skills allerdings nicht all zu weit hergeholt erscheint. Beim darauffolgenden Titel "Writer's Block" ist Eminem dann auch am Mic vertreten. Vom Style her werden wir sofort an ihre kürzlich erschienene Kollabo erinnert. Aggressive Flows, die von einem durchaus mächtigen Beat begleitet werden und dadurch noch mehr Durchschlagskraft bekommen, sorgen dafür, dass wir schon früh ein echtes Highlight geboten bekommen. In "Merry Go Round" liefert uns der 34-jährige MC einen Rückblick auf die letzten Jahre, insbesondere über Fehler. Was die Bissigkeit der Reime angeht, so legt Royce wieder los wie die Feuerwehr, das Kettengerassel im Instrumental hinterlässt dabei den Eindruck, er würde in den Krieg ziehen. Leider nimmt der eingesungene Refrain immer wieder den Drive heraus und klingt auch insgesamt nicht besonders toll. "Where My Money" könnte vom Titel her den Eindruck erwecken, es ginge nur um die üblichen Dinge wie Autos, Schmuck und Bordsteinschwalben sondern dreht sich um den Rap an sich und wie Royce' Rolle als hochklassiger MC darin aussieht. StreetRunner bastelte einen Beat, der einigen New York Flavor mitbringt, sprich kraftvoll, selbstbewusste Melodie und noch ein paar Sirenen. Insgesamt ordentlich, aber nichts, was man nicht schon oft gehört hätte.

Den wohl besten Track schmettern uns Royce da 5'9'' und Kid Vishis mit "ER" auf die Ohren. Fans von George Clooney werden sofort wissen: ER steht für Emergency Room. Und in einen solchen liefern die beiden Doktoren das aktuelle Hip Hop Biz ein, lassen ihrer Wut darüber freien Lauf, doch machen auch gleichzeitig Hoffnung ("As long as I'm alive the game gon' be breathing"). Das Ganze geschieht über eine Produktion, die diese Wut perfekt auffängt und widerspiegelt - hart, böse, einfach ein Banger. Während "On The Boulevard" (feat. Nottz & Adonis) die etwas gefühlvollere und nachdenkliche Seite zum Vorschein bringt, geht "I Ain't Coming Down" in die recht chillige Richtung, beinhaltet allerdings leider auch einen ziemlich schief gesungenen Refrain von Royce. Beide Lieder kann man als gelungen bezeichnen, aber gehören nicht unbedingt zu den ganz großen Höhepunkten. Ein solcher wäre wohl eher "Security", in dem die gemeinsame Zeit und der Tod von Proof thematisiert werden. Angenehm hierbei ist, dass die Produktion von Mr. Porter nicht unnötig ins Kitschige gezogen wurde, sondern eine angemessene Emotionalität aufweist. Royce' langjähriger Freund und Förderer gehört natürlich auch auf eines seiner Alben und so stellte er den Beat zu "Second Place". Dabei macht Premo das, was er in den letzten 10 Jahren gemacht hat: ein lässiges Instrumental mit seinen typischen Drums, etwas Soul, Vocal-Samples und eben dem einmaligen Premier-Sound, allerdings weit entfernt von den großen Gang Starr Zeiten. Zum Schluss überzeugt "Success Is Certain" mit einem sehr eingängigen und durchaus relaxten "My Own Planet" (feat. Joe Budden & Mr. Porter) und dem noch einmal persönlichen und mitreißenden "I've Been Up I've Been Down".

Mit "Success Is Certain" zeigt Royce da 5'9'' einmal mehr, warum er zu Beginn seiner Karriere als "der komplette MC" bezeichnet wurde. Er hat alle Techniken - Gesang mal ausgenommen - wirklich mehr als nur drauf, welche gekonnt mit den Beats kombiniert werden und verfügt zudem über eine markante Stimme, bei der es Spaß macht zuzuhören. Mich persönlich überzeugt diese Platte noch mehr als das ebenfalls echt gelungene "Hell: The Sequel" und reiht sich in eine durchweg starke Discografie ein.


Ashes To Ashes
Ashes To Ashes
Preis: EUR 17,01

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ordentlicher Lückenfüller zum nächsten Album, 30. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Ashes To Ashes (Audio CD)
Ähnlich wie die "The Albert Anastasia EP" gibt es nun auch "Ashes To Ashes" als CD zu kaufen, nachdem es zuvor als Download-Mixtape veröffentlicht wurde. Somit haben Fans vom Boss aus Miami die Möglichkeit, den Nachschlag von "Teflon Don" und den Vorgeschmack zu "God Forgives, I Don't", in der Plattensammlung zu platzieren und nicht nur auf dem PC zu speichern. Obwohl "Ashes To Ashes" als Mixtape gilt, könnte es auch als Album durchgehen, da alle Tracks mit neuen Beats und voller Laufzeit daher kommen, noch dazu gibt es keine Freestyles. Unter den Gästen befinden sich u.a. Ludacris, Wale, Wiz Khalifa oder aber auch die bereits verstorbenen Aaliyah und Barry White.

Nach einem fast dreiminütigem Intro, das sich dem Soundtrack von "Scarface" bedient, geht es mit dem von Lex Luger produzierten "9 Piece" so richtig los. Gepaart mit Waffengeräuschen kommt ein durchaus hart hämmernder, recht langsamer Beat zum Einsatz, der gut zu Ross' rauchigem Organ passt, aber auch Feature T.I. kann bei dieser Geschwindigkeit mal eine ordentliche Performance bieten. Lyrisch darf man natürlich nicht viel erwarten. Rozay erzählt die selben kriminellen Stories wie seit seinem Debüt. Auf ein ähnliches Rezept setzt auch das nachfolgende Stück "John Doe". Gezügeltes Tempo, viel Power im Bass. Insgesamt absolut nichts Besonderes, aber gut geeignet, wenn man die Boxen mal wieder zum Beben bringen will. Nach dem etwas langweiligen "Black Man's Dream" (feat. Ludacris), bei dem es nur um Cash geht, erleben wir mit "Retrosuperfuture" zum ersten Mal den lässigen und sommerlichen Sound, der Rap aus Miami in den letzten Jahren ausgezeichnet hat. Wie man es sich schon denken kann, geht es hier wesentlich melodiöser zur Sache, sehr chillig. Rick Ross bietet seine Standard-Vorstellung, als Highlight gilt der von Wiz Khalifa eingesungene Refrain, der dem Song seine frische und angenehme Note verleiht. Die Inkredibles setzen mit ihrem "Play Your Part" genau da an, schaffen es jedoch einen pompöseren Auftritt hinzulegen und so kommt ein Instrumental raus, das einen einfach nur packt und mitnimmt. Neben Ross sind auch seine Schützlinge Wale und Meek Mill mit am Start, zusätzlich verfeinert der Hook von Chester French das Ganze - sehr fresh!

Der Titeltrack "Ashes To Ashes" beginnt mit einer kleinen Bongo-Einlage sehr vielversprechend. Man fragt sich erwartungsvoll, was da noch so kommen mag. Doch sobald der Rest des Instrumentals einsetzt wird schnell klar, es wird eine eher R&B angehauchte Nummer. Allerdings kann auch diese überzeugen, da durch viele Bläser im Hintergrund fast schon Urlaubsflair aufkommt, was perfekt zu Stimme und Flow vom Boss passt. Gesungen wird bei diesem Stück von Kevin Cossom. "Even Deeper" ist wohl der Track, der im bei betrachten der Tracklist am spannendsten aussieht. Der Grund: das Barry White Feature, bzw. besser gesagt das Vocal Sample. Im Endeffekt steht eine wirklich groovy Nummer zu Buche, die gleich in Mark und Bein übergeht, besonders wenn Barry White's Stimme erklingt. Etwas softer geht es bei "She Crazy" (feat. Aaliyah & Ne-Yo) zur Sache. Kann man sich mal anhören, aber muss nicht immer sein. Seinen Ausklang erhält "Ashes To Ashes" mit "10 Bricks", das wieder die Gangsta-Seite in Ross zum Vorschein bringt. Drückender Beat, ab und an E-Orgel und ein flackerndes Gewitter aus dem Synthesizer sorgen für die Untermalung, die etwas klingt als hätte sie kein Konzept, weshalb sie ziemlich anstrengend anzuhören ist. Als Bonus wurde noch der erste Song der Bugatti Boyz ("Another One"), bestehend aus Rick Ross und Diddy, mit dazu gepackt. Dass es hier nur um Cash geht, kann man sich fast denken. Musikalisch wird dick aufgetragen und eine großspurige Produktion ausgepackt. Diddy's Strophen sind leider nicht sonderlich schön anzuhören, dafür pumpt der Refrain ganz ordentlich. Wer nach Ende dieses Liedes noch ein wenig weiterspult, bekommt zusätzlich einen Hidden Track des Carol City Cartel geboten, allerdings ohne Rick Ross.

Die 3 Sterne der Wertung klingen deutlich kritischer als die Beschreibung der Musik. Tatsächlich bietet "Ashes To Ashes" auch wirklich einige coole Tracks und keinen einzigen Totalausfall, allerdings hat man jedoch immer das Gefühl, so etwas ähnliches schon einmal gehört zu haben. Besonders die härteren Songs verlieren nach mehrmaligem Hören etwas von ihrem Reiz. Der für ein Mixtape betriebene Aufwand ist jedoch wirklich bemerkenswert, weshalb man allen Fans von Rick Ross definitiv nahelegen kann, sich die CD nach Hause zu holen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2011 8:44 PM MEST


The R.E.D. Album
The R.E.D. Album
Wird angeboten von Apollo1962
Preis: EUR 24,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Back in the Game, 27. August 2011
Rezension bezieht sich auf: The R.E.D. Album (Audio CD)
Bereits 2009 kündigte der aus Compton, L.A. stammende Rapper Game einen Nachfolger zu "LAX" an. Nun, 2 Jahre, zahlreiche Singles und Mixtapes später, steht "The R.E.D. Album" nun endlich in den Läden. Der Albumtitel soll angeblich nicht auf die Gangfarbe der Bloods hinweisen, sondern steht für rededication - eine Widmung an Fans und Musik. Ob die Bloods wirklich nichts damit zu tun haben, sei nun mal dahingestellt. Viele Fans gerieten im Vorfeld schon in helle Aufregung, denn "The R.E.D. Album" sollte nach seinem Major Debüt "The Documentary" das erste Werk werden, für das Game wieder mit Dr. Dre zusammenarbeitet. Diese Euphorie muss jedoch etwas gebremst werden, denn der Doctor greift nur lyrisch etwas ein. Stattdessen ist Neptunes-Chef Pharrell Williams der starke Mann hinter dieser Platte.

Wie wir es von Game kennen fällt auch "The R.E.D. Album" sehr umfangreich aus. Abzüglich der Skits von Dr. Dre bleiben unterm Strich 17 Songs zu Buche stehen zu denen sich insgesamt 18 Guest-Features gesellen. Den Anfang macht "The City", einem Song, auf dem Game kurz seinen Werdegang beschreibt und nicht damit zurückhält, sich selbst zu loben. Unterstützt wird dies von einem ruhigen, mystisch angehauchten Beat, der auch eine gewisse Kraft aufbaut, sie jedoch nicht komplett entfesselt. Zusätzlich darf Newcomer Kendrick Lamar mitwirken. Einen typischen West Coast Banger bekommen wir mit "Drug Test" aufs Gehör gezimmert. Worum es geht, erkennt man schon am Titel. Da ist es wenig überraschend, dass Dr. Dre und Snoop Dogg mit am Start sind. Lil Wayne und Tyler The Creator geben sich auf "Martians vs. Goblins" die Ehre. Schon der Name des Tracks klingt ein wenig schräg und auch Weezy und Tyler stehen ja dafür, gerne mal zu experimentieren. Und tatsächlich schafft es Game mit dieser Kombo einen wirklich aufsehenerregenden Track, der mit harten Lyrics und Wortspielen nur um sich wirft, dabei gleichzeitig noch ein paar Ohrfeigen an Rihanna und Bruno Mars verteilt, zu erschaffen. Passend dazu wummert ein tiefer Bass zu schrillen Hintergrundklängen. Abgerundet wird die Startphase von "The R.E.D. Album" mit der Single "Red Nation", auf der Lil Wayne erneut vertreten ist. E-Gitarren und Piano wurden hier mit einem Sample von "Kernkraft 400" von Zombie Nation verarbeitet. Böse Zungen könnten zwar bemängeln, dass diese Idee von Three 6 Mafia ("I Got", 2008) geklaut wurde, aber man sollte sich lieber über einen weiteren gelungenen Smash freuen.

Ein furioser Beginn also, mit dem Game in sein viertes Major Album gestartet ist. Leider kann er diese Qualität nicht durchgehend halten. Besonders der Mittelteil beinhaltet einige Tracks wie das flotte "Good Girls Go Bad" (feat Drake), das auf hart getrimmte "Heavy Artillery" (feat. Rick Ross & Beanie Siegel) oder "Speakers On Blast" mit einem glänzend aufgelegten E-40 nebst Big Boi, die zwar alle als O.K. zu bezeichnen sind, jedoch weit davon entfernt sind Bäume auszureißen. Zusätzlich werden auch ein paar Langweiler, wie "Paramedics" (feat. Young Jeezy) oder zu kitschige R&B Nummern wie "All The Way Gone" (feat. Mario & Wale), die dem Gesamtbild natürlich schaden, aufgeboten. Wirkliche Hits erleben wir hier nur mit "Ricky", einem kurzen und bombastischen Einblick in Game's Leben, das mit einem genialen DJ Khalil Instrumental versehen wurde, und mit der äußerst chilligen zweiten Single "Pot Of Gold", die auch etwas zum nachdenken anregt. Lediglich die Worte "I miss the days when life was simple" vom verwöhnten Luxus-Bubi Chris Brown wirken ein wenig unglaubwürdig. Gegen Ende weiß insbesondere die DJ Premier Produktion "Born In The Trap" zu gefallen. Die gewohnt harte Drum trifft auf eine emotionale Melodie, die Game's Raps unterstreichen, die hier wieder einmal deutlich aufzeigen, wie sehr sich Compton's heißestes Eisen im Feuer in den letzten Jahren verbessert hat. Das unglaublich smoothe "Mama Knows" überrascht hingegen mit einer Nelly Furtado, die man auf einem Album von Game wohl eher weniger erwartet hat. Außerdem lassen die Neptunes aufhorchen, dass sie nicht nur Party-Banger schmieden können, sondern auch eingängige Sahnestücke.

Der wohl größte Pluspunkt von "The R.E.D. Album" ist die viele Abwechslung. Game versucht nicht mehr nur einen auf West Coast Gangsta zu machen, sondern zeigt ein buntes Spektrum an Facetten. Bedauernswert, dass die großartige Qualität mancher Tracks nicht über die komplette Spielzeit anhält, sondern dass sich auch einige mittelmäßige bis schwächere Songs eingeschlichen haben. Fans von Game werden jedoch auf alle Fälle ihre Freude an dieser Platte haben.

Insgesamt 3.5 Sterne, wegen dem zumeist positiven Eindruck aufgerundet auf 4
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 27, 2011 6:15 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20