Profil für JazzMatazz > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von JazzMatazz
Top-Rezensenten Rang: 4.434
Hilfreiche Bewertungen: 1734

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
JazzMatazz (Würzburg, Dirty South)

Anzeigen:  
Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30
pixel
Sir Lucious Left Foot: The Son Of Chico Dusty
Sir Lucious Left Foot: The Son Of Chico Dusty
Preis: EUR 5,99

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Big Boi kann es auch alleine, 5. Juli 2010
Lange hat war nichts mehr von OutKast zu hören, nun meldet sich mit Big Boi 50% der Gruppe nach vier Jahren Pause im Rapgame zurück. "Sir Lucious Left Food... The Son Of Chico Dusty" - was für ein Titel! Bleibt nun nur zu hoffen, dass auch die Musik an alte Erfolge anknüpfen kann. Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es für OutKast-Fans schon im Vornherein, denn Andre 3000 ist aufgrund vertraglicher Probleme nicht mit auf dem Album vertreten, daher müssen wir uns mit der Single "Royal Flush" begnügen, auf der er gefeaturet war. Als Ersatz hat sich Big Boi massig Stars angekarrt. Neben alten Weggefährten wie Sleepy Brown, Joi oder Khujo Goodie lud der Rapper aus Atlanta noch so manch anderen Star ein, Gucci Mane, B.o.B., Yelawolf oder Too Short sind ein kleiner Auszug aus der langen Gästeliste. Ob zu viele Köche den Brei verderben, oder ob Big Boi die Erwartungen seiner Anhänger erfullt, sehen wir nun.

Mit "Daddy Fat Sax" geht es nach dem Intro vielversprechend los. Bei dem angesprochenen Daddy handelt es sich um Big Boi selbst, besser gesagt um ein weiteres Alias neben Sir Lucious Left Food. Mit freshem Synthie-Sound aus den Händen von Mr. DJ ausgestattet, wird uns Daddy Fat Sax vorgestellt. Zwar nicht OutKast typisch, dennoch gelungen. Deutlich mehr nach dem guten alten Dungeon Family Stuff klingt da "Turns Me On", eine entspannte und soulige Nummer, bei der Big Boi's smoothe Raps mit einem butterweichen Refrain von Sleepy Brown und Joi abgerundet werden. Einfach ein Song zum Genießen. Der ein oder andere ist sicher schon mit der Single "Shutterbugg" vertraut. Hier hatte Scott Storch seine Finger im Spiel und schmiedete ein Instrumental mit mächtigen Drums, abgefahrenen Einsätzen aus der Elektronik und abgefahrenem Hintergrundgebrabbel. Das Ganze geht schon echt gut ab, Big Boi rhymt mal wieder wie am Fließband, durch den eingesungenen Refrain kommt sogar noch ein Touch Funk hinzu, man kann also von einer sehr abwechslungsreichen Mixtur sprechen. Mit "General Patton" stellt uns der 35-jährige MC seine harte und kämpferische Seite vor, die mit dem Herz eines Löwen, wie er selbst sagt. Dementsprechend kraftvoll und mächtig wummert die musikalische Untermalung zu den Raps. Locker geht es dagegen bei "Tangerine" zur Sache, eignet sich auf Grund des packenden Rhythmus aber auch zum Tanzen. Gitarrenriffs prägen den Track, aber auch der Beat und der zum Booty-Shaken animierende Refrain sorgen für ein stimmiges Gesamtbild. Neben Big Boi und Khujo Goodie ist hier auch der selbsternannte King T.I. mit am Start, dessen Flow zwar nicht so geschmeidig rüberkommt wie bei den anderen, doch zum Glück stört das nicht großartig.

Nach dem recht eintönigen "You Ain't No DJ" (feat. Yelawolf), das eindeutig in die Kategorie "Geschmackssache" gehört, folgt eine recht ruhige, teils R'n'B angehauchte Phase, die mit dem nicht all zu spektakulären "Hustle Blood" mit Jamie Foxx eingeleitet, mit der poppigeren Nummer "Be Still", bei der Big Boi's Entdeckung Janelle Monáe dabei ist, fortgeführt. Zwar sind diese Lieder nicht schlecht, fallen aber qualitativ vom Rest der Platte ein Stück ab. Wo man zur Zeit auch hinschaut, oder besser hinhört, ist Newcomer B.o.B. mit am Start, so auch auf Big Boi's Solo-Debüt. "Night Night" heißt der von DJ Speedy produzierte Banger, dessen hohes Tempo, der synthetische Beat und die vielen Trompeten, die im Refrain einsetzen, zu einer großartigen Einheit verschmelzen. Auch die Performances machen wirklich Spaß, denn da auch Joi wieder mit am Start ist, bekommt man einiges geboten, das noch dazu an vergangene OutKast Tage erinnert. "Shine Blockas", das Gucci Mane als Gast bietet, ist wohl das Chilligste, was man überhaupt produzieren kann. Wunderbar melodisch, fast schon verträumt geht es hier zur Sache, von Beginn an schmiegt sich das Instrumental ins Gehör. Gucci Mane's Rapstyle scheint genau dafür gemacht zu sein, denn trotz begrenzter Skills macht er einen super Job, das gleiche gilt natürlich auch für Big Boi. Zum krönenden Abschluss wird mit "Back Up Plan" einer der sehr seltenen Solo-Tracks auf den Hörer losgelassen. Man hört sofort den einmaligen Sound der Organized Noize heraus. Neben souligen Elementen ist es besonders die Gitarre mit ihrem südländischen Flair, die dieses Lied zu einem echten Ohrwurm machen, der einem auch hinterher noch lange als eines der Highlights dieses Albums im Gedächtnis bleiben wird.

Es klappt also auch wunderbar ohne Andre! OutKast Fans werden von "Sir Lucious Left Food... The Son Of Chico Dusty" sicher begeistert sein, aber auch die, die sich bisher nur wenig mit Südstaaten Rap auseinandergesetzt haben, sollten einmal hinein hören. Neben viel Abwechslung und einem frischen Sound bietet das Werk eine fast durchgehend hohe Qualität und stimmige Kollaborationen - das verdient in die Plattensammlung aufgenommen zu werden!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 9, 2010 3:26 AM MEST


The Defamation of Strickland Banks
The Defamation of Strickland Banks
Preis: EUR 7,50

49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Rapper auf neuen Pfaden, 17. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: The Defamation of Strickland Banks (Audio CD)
In der Heimat ist Ben Drew alias Plan B schon seit seinem Debüt aus 2006 ein gefeierter Star, bei uns hingegen kennen nur wenige den Jungen aus London. Mit seiner neuen Platte "The Defamation Of Strickland Banks" könnte sich dies nun ändern, denn Plan B hat sich etwas vom grimey UK-Hip Hop ab- und melodischem Soul zugewandt. Viele werden sich fragen, was es mit diesem Strickland Banks auf sich hat. Ganz einfach: es ist ein Alter Ego von Plan B - eine Kunstfigur, die es ihm erlaubt, diesen neuen Stil, der teilweise etwas an den Motown Sound der 60er erinnert, durchzuziehen und notfalls gleich wieder verschwinden zu lassen. Ob dies nötig ist, sehen wir nun.

Schon beim Einstand "Love Goes Down" wird man schnell von Plan B's toller Singstimme begeistert sein, selbst wenn man eher ein Fan seiner Raps ist. Gefühlvoll swingt sich der Track ins Ohr, ist zwar kein großes Spektakel, dafür mit Liebe gemacht und deshalb ein echter Leckerbissen, der gut auf das Folgende einstimmt. Auch "Writings On The Wall" fährt die emotionale Schiene, ist ebenfalls ein Love Song, allerdings ein sehr fröhlicher. Wie auch der Rest des Albums ist dieses Lied mit Instrumenten eingespielt - keine Chance der Elektronik, große Klasse! Temporeicher und mit Rock- und Blues-Einflüssen pumpt "Stay Too Long", das von Beginn an mitreißt und auch ein paar Rap Parts beinhaltet, was wir auf "The Defamation Of Strickland Banks" nur selten zu hören bekommen, der Gesang passt aber eh besser. Smooth und jazzy, gleichzeitig aber auch verbittert und geheimnisvoll klingt "She Said", das eine tolle Stimmung aufkommen lässt und dabei ohne Ende groovt. So etwas bietet die Musiklandschaft heutzutage wirklich nicht mehr all zu oft, Plan B hat also echt das Zeug zu einem Überraschungshit 2010.

Den wohl schönsten Track liefert uns der 26-Jährige mit "Welcome To Hell". Die Strophen sind hier nur kurz gehalten, mehr Wert auf den traumhaften Refrain gelegt, der auf gefühlvolle Art und Weise Traurigkeit und Aufschwung in sich zu vereinen scheint, durch seine Melodien und Background Sänger für einige Gänsehautmomente sorgt und durch Plan B's helle Stimme perfekt abgerundet wird. Um davon wieder etwas herunter zu kommen, dient die klassische Soul Nummer "Hard Times", mit der sich wunderbar entspannen lässt, dem folgt mit "The Recluse" ein fast schon fetziges und sehr flottes Stück. Fast schon wie ein frischer Wind fegt das in Streicher gebettete und von E-Gitarre und Schlagzeug unterstützte Stück durch die Tracklist des Albums und zeigt dabei, wie abwechslungsreich es hier zur Sache geht. Die dritte Single, die nach "Stay Too Long" und "She Said" ausgekoppelt werden wird, trägt den Namen "Prayin'". Statt um Liebe dreht es sich mal wieder um das Alter Ego Strickland Banks, der von seinem Leben im Knast und dem Mord an einem Mithäftling erzählt. Gepaart wird das mit einem leicht dramatischen Stück, das zwar auch kraftvoll ist, wenn man sich des Inhalts bewusst ist, kommt das richtige Feeling doch schon bald auf. Nachdem mit "Free" noch mal ordentlich geswingt und mit "Know A Song" ein letzter Love Song zu Buche stehen, wird Strickland Banks zum Abschluss in "What You Gonna Do" für seine Taten von Gericht gestellt. Mit sympathisch britischem Akzent rappt und Plan B die Story vor, die das Ende offen lässt und damit den Hörer auf das kommende Album "The Ballad of Belmarsh" steigert, was bei dieser tollen Musik aber nicht all zu schwer sein sollte.

Welch ein Knaller, den uns Plan B nach vier Jahren Schaffenspause da vorlegt. Von Anfang bis Ende unterhält der Londoner mit seinem fiktiven Charakter oder simplen Alltagsstories, unterlegt mit wirklich feiner Musik. Wer eine der Singles kennt und mag, kann ohne Bedenken zugreifen, aber auch die, die Plan B nur aus dem Hip Hop Segment kennen, sollten seinem neuen Projekt eine Chance geben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2010 8:16 PM MEST


Revolutions Per Minute & Hi-Tek
Revolutions Per Minute & Hi-Tek
Wird angeboten von Beats and More
Preis: EUR 17,85

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Music 4 the Mind, Heart & Soul, 5. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Revolutions Per Minute & Hi-Tek (Audio CD)
Stolze zehn Jahre liegt das letzte Reflection Eternal Album zurück, nun sind Hi-Tek und Talib Kweli nach diversen Solo-Projekten wieder vereint, um uns mit "Revolutions Per Minute" einen Nachfolger zu ihrem Klassiker "Train Of Thought" aus dem Jahr 2000 zu präsentieren. Stellt sich nun die Frage, ob das Album tatsächlich so revolutionär ist, wie sein Titel verspricht. Unterstützung gab es dafür ausschließlich in lyrischer Form, da Hi-Tek selbstverständlich die komplette Produktion übernahm. Mit an Bord sind neben Talib's ewigen Begleitern Res und Mos Def auch Texas Veteran Bun B, Pop-Sternchen Estelle oder Jay-Z's neue Entdeckung J. Cole. Für Vorfreude sollte also gesorgt sein, checken wir nun den Inhalt von "Revolutions Per Minute".

Ein relativ ausführliches Intro erklärt dem Hörer noch einmal kurz, um was es bei dieser Platte geht, dann legen Reflection Eternal mit Titel Nummer 2, "City Playgrounds" so richtig los. Man darf hier keinen feurigen Einstand erwarten, vielmehr geht es relaxt zur Sache. Ein recht unspektakuläres Stück aus den Händen Hi-Teks begleitet Wortakrobat Kweli, der wie auf seinen letzten Werken keine Mühe hat, den Hörer in seinen Bann zu ziehen, schade, dass die musikalische Untermalung etwas kraftlos daher kommt. Einen deutlich frischeren Eindruck hinterlässt da "Back Again", dessen rhythmische Drums für Dynamik sorgen, Talib zeigt, dass er keine Probleme hat auch mal etwas schneller zu rappen, dazu lockert ein sehr melodischer und gleichzeitig smoother Refrain, eingesungen von Res, für die nötige Abwechslung, um den Track nicht langweilig wirken zu lassen. Kritik an Regierung und Gesundheitswesen liefert uns Talib in Zusammenarbeit mit Bun B auf "Strangers (Paranoid)". Die letzten Kollabos der beiden waren ja eher fröhlich ("Country Cousins", "Real Women"), aber mit diesem Track zeigen sie, dass auch eine etwas ernstere Thematik wunderbar gemeinsam bearbeitet werden kann. Hi-Tek liefert dazu ein energiereiches, aber auch dunkles Stück, das durch seine Bläser im Hintergrund zusätzliche Power bekommt, was die Message gleich ein bisschen besser rüber bringt. "Got Work" wummert geheimnisvoll daher, Snaps und ein künstliches Pfeifen führen in Kombination mit Kweli's Raps für eine tolle Atmosphäre und ein Gesamtbild, das man am Besten mit geschlossenen Augen im Sessel genießt.

Estelle stellt den Gastpart zu "Midnight Hour". Wie man sich schon denken kann, geht es hier etwas poppiger zur Sache, doch das macht rein gar nichts. Inhaltlich geht es nur um eine Liebelei, dementsprechend fröhlich ist auch der Sound des Songs. Flott und mit ordentlich Blues Einfluss, aber auch einem ab und an recht ausgeflippten Beat geht es hier zur Sache, sodass schon von Beginn an für gute Laune gesorgt ist - ein perfekter Titel für den Sommer. Wo es hier noch um die schönen Seiten des Lebens ging, so widmet sich "Lifting Off" einem negativen Thema: Drogen. Das Instrumental ist zwar angenehm soulig, dennoch spürt man mit Kweli am Mic die hemmende Wirkung von Rauschmitteln. Nicht nur die Umsetzung ist hier mehr als gelungen, auch dass das Stück etwas zum Nachdenken anregt ist echt top. Worum es bei der "Ballad Of Black Gold" geht, kann sich wohl jeder schon am Namen denken. Öl, seine Förderer und natürlich die darunter leidende Bevölkerung stehen hier im Fokus, wieder einmal so wunderbar von Talib Kweli vorgetragen und von Hi-Tek musikalisch unterstützt, dass es einen packt und nicht mehr los lässt, so muss das bei einem großen MC sein. Vieles spricht bei "Revolutions Per Minute" dafür, dass es sich um ein echtes Meisterwerk handelt, allerdings trübt auch der ein oder andere etwas weniger mitreißende Song wie "In The Red", "Long Hot Summer" oder "So Good" das Gesamtbild der Platte. Genug gutes Material gibt es dennoch. Ein Beispiel wäre das leicht verträumte "Just Begun" (feat. Jay Electronica, Mos Def & J. Cole), das die laid back Stimmung des Albums perfekt repräsentiert, doch auch Ausbrecher wie das zum Tanzen geeignete "Get Loose" (feat. Chester French) komplettieren ein durchaus gelungenes Werk.

In einem Business, in dem es immer mehr um die materiellen Dinge des Lebens geht, ist es sehr erfrischend solche Platte wie "Revolutions Per Minute" in den Player zu legen, noch dazu wenn es von einem großen Label wie Warner Bros. unterstützt wird. Eine tatsächliche Revolution oder bahnbrechende neue Musik wird man hier zwar keine finden, dafür ein Album, das mit Liebe und Verstand aufgenommen wurde und damit jedem Fan von Conscious Rap gefallen sollte.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 6, 2010 7:25 PM MEST


Flesh Tone
Flesh Tone
Preis: EUR 7,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen New Label, new Album, new Sound, 26. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Flesh Tone (Audio CD)
Ganze vier Jahre ist es her, seit Kelis ihr letztes Album veröffentlichte, vier Jahre in denen einiges passiert ist. Im privaten Bereich ging es mit der Ehe bergab, dafür folgte kurz darauf das Mutterglück. Auch beruflich stand mit dem Plattenvertrag bei Black Eyed Peas Frontmann will.i.am ein großer Wechsel ins Haus, nun macht die 29-jährige New Yorkerin also auch wieder musikalisch von sich reden. "Flesh Tone" heißt Kelis jüngstes Werk, ein Album, das sich komplett von ihren bisherigen distanziert. Keine Spur mehr von R&B Beats, stattdessen probierte sie sich am aktuellen Trend des Black Music / Electronica Mixes. Ein Name fällt einem dazu schnell ein: David Guetta. Der Franzose hatte auch hier seine Finger im Spiel, allerdings fügen sich auch Benny Benassi oder Boys Noize in die Riege der Produzenten.

Zwar startet "Flesh Tone" mit einem Intro, das kann aber als vollwertiger Song durchgehen. Hier hört man gleich in welche Richtung dieses Album gehen wird, nämlich in die der Electro Beats. Das Intro klingt dabei ein bisschen geheimnisvoll und freaky, der nicht all zu schnelle Takt und das recht melodische Gesamtbild gehen schnell ins Ohr und auch Kelis einmalige Stimme harmoniert prächtig mit dem neuen Style. "22nd Century" wummert dagegen deutlich schneller und basshaltiger aus dem Subwoofer, fordert quasi sofort zum Tanzen auf ist daher auch ein potentieller Hit für die Clubs dieses Planeten. Wo es hier noch eher härter zur Sache ging, beginnt "4th Of July (Fireworks)" deutlich entspannter und harmonischer, verbindet raffiniert energiegeladene Beat-Passagen mit einem gefühlvollen Klavierspiel, so dass ein ereignisreicher Track entsteht, bei dem Kelis wieder einmal richtig gut zur Geltung kommt. Auch "Home" gelingt es, die Tanzfläche zum Beben zu bringen. Mit den Strophen schafft es Kelis die Stimmung so langsam anzuheizen, wenn es dann in den mit Techno-Elementen gespickten Refrain übergeht, wird ein wahres Feuerwerk gezündet, das sicher jede ordentliche Party bereichert.

Die Single "Acapella" dürfte der ein oder andere sicher schon kennen. Sie stammt aus den Händen von David Guetta, dessen Sound man sofort heraushört, allerdings eher an seine älteren Sachen erinnert. Man kann sich sicher schon denken, dass auch dieses Stück sehr clubtauglich ist, sich aber den Vorwurf gefallen lassen muss, nicht besonders abwechslungsreich zu sein. Fast das selbe Urteil kann man über ihre zweite Zusammenarbeit "Scream" fällen, allerdings kommt hier zwischendurch ein ruhiges Pianostück zum Einsatz, das den fetzigen, aber auch penetranten Beat immer wieder etwas auflockert. Mit "Emancipate" macht Kelis ihrer Rolle als Powerfrau alle Ehre. Nicht nur die Produktion, auch Kelis strotzt vor Selbstbewusstsein, klingt sowohl gefühlvoll als auch stark - ein echter Kracher und gleichzeitig eines der besten Lieder von "Flesh Tone". Den Abschluss des mit nur 9 Tracks bestückten Albums machen "Brave" und "Song For The Baby". Während "Brave" wieder einmal dazu auffordert die Hüften kreisen zu lassen, zeigt Kelis mit dem letzten Lied ihre emotionale und mütterliche Seite. Zwar ist auch dieses Stück relativ flott, allerdings fröhlich frisch und sommerlich melodisch, sodass es sich vom den restlichen Titeln doch stark abhebt. Toller Abschluss eines gelungenen, wenn auch gewöhnungsbedürftigen Albums.

Vielen Fans ihrer älteren Alben wird "Flesh Tone" sicher übel aufstoßen, andere wiederum wird sie bestimmt damit begeistern können. Man sollte die Platte lieber nicht mit den Vorgängern vergleichen, sondern eher mit den aktuellen Sachen von David Guetta & Co. und da muss man sagen, dass Ms. Rogers sehr gut mithalten kann. Wer also auf eben genau diesen Sound abfährt, liegt mit "Flesh Tone" goldrichtig.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 30, 2010 12:21 AM MEST


Distant Relatives
Distant Relatives
Preis: EUR 9,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 24. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Distant Relatives (Audio CD)
Eine gefühlte Ewigkeit ist es her, als das gemeinsame Projekt von Nas und Damian Marley namens "Distant Relatives" angekündigt wurde. Jetzt, nach diversen Verschiebungen, ist die Platte endlich draußen, passend zum nahenden Sommer. Wie man sich sicher denken kann, besteht der Sound der beiden aus einer Mischung ihrer musikalischen Herkünfte: Hip Hop und Reggae, aber auch viele afrikanische Elemente finden sich hier wieder und das nicht ohne Grund, denn mit "Distant Relatives" wollen Nas und "Jr. Gong" auch auf die Probleme des schwarzen Kontinents aufmerksam machen. Produziert wurde die komplette Scheibe von Damian Marley und dessen Bruder Stephen, als Gäste wurden K'naan und Lil Wayne mit ins Boot geholt.

Als Opener dient das schon etwas länger bekannte "As We Enter", dessen treibender Beat und flotter Rhythmus einen sofort packt, gute Stimmung verbreitet und schon ein erster Indikator dafür ist, dass Nas und Damian wunderbar miteinander harmonieren. Mit "Tribes At War" folgt schon gleich ein weiterer mehr als gelungener Track, man könnte ihn fast schon als kleines Meisterwerk bezeichnen. Kraftvolle Drums und Background-Gesang, die dem Song eine Note verleihen, als wäre er tatsächlich von einem Stamm Ureinwohner entsprungen, sorgen für eine unheimliche Power, die man auch in den Performances von Nas und Damian, sowie dem Gast K'naan spürt, während sie auf die viele Gewalt in Afrika eingehen. Nicht von minderer Qualität ist "Strong Will Continue", mit dem es weiter geht. Man spürt zu jeder Sekunde, dass dieses Lied den Menschen neue Hoffnung geben soll. Das Instrumental dabei ist wieder erste Sahne. Energiegeladene E-Gitarrenriffs werden mit einem gefühlvollen Pianostück kombiniert, besonders im Refrain, der richtig bombastisch rüberkommt, sorgt das für einige Gänsehautmomente. Reggae Flavor bekommt man mit "Leaders" geboten, das sich mit seinen relaxten Klängen Zugang zum Gehör verschafft. Mit von der Partie ist Stephen Marley, der gemeinsam mit Bruder und dem Rapper aus Queensbridge kritische Worte an all die Führer der Welt richtet. War hier nun etwas Entspannung angesagt, kommt "Friends" fast schon wie harter Tobak rüber, tatsächlich wird mit Freundschaft aber ein positives Thema angesprochen. Behäbig wummert der Beat, dazu ein paar Trommeln und eine Gitarrenmelodie, die sofort unter die Haut geht und einen dadurch der Song durch und durch berührt.

Perfekt für den Sommer eignet sich das fröhliche "Count Your Blessings", dessen flotte Takte sofort die Sonne scheinen lassen und für gute Laune sorgen - große Klasse! Dem folgen mit "Dispear" und "Land Of Promise" wieder ein energiegeladener und ein Reggae mäßiger Track. Im Grunde wiederholen sich die Styles also, aber da wirklich jedes Lied für sich selbst steht und seine Aussage hat, kann keinesfalls von Eintönigkeit die Rede sein. Im Gegenteil, man kommt oft kaum aus seiner Begeisterung für "Distant Relatives" heraus. Auch die spirituelle Seite kommt nicht zu kurz. "In His Own Words" könnte man wohl auch problemlos in einem Gottesdienst spielen, denn nicht nur durch Nas und Damian, auch durch die Sänger im Hintergrund und die allgemein sehr positive Stimmung des Liedes wird einem bewusst, wie viel man aus seinem Glauben gewinnen kann. Nach dem Headbanger "Nah Mean" und dem mystisch angehauchten "Patience" erreichen wir mit "My Generation" einen Titel, der vielen Fans aufgrund der Personalie Lil Wayne sicher einige Skepsis bereitet hat. Wie man sich schon am Namen denken kann, ist dieses Lied an die jungen Leute von heute gerichtet und was sie bewirken können, wenn sie sich anstrengen. Joss Stone performt gemeinsam mit einem Kinderchor den Refrain, was wieder ein bisschen die tolle Gottesdienststimmung von "In His Own Words" hervorruft, auch wenn die Thematik eine andere ist. Während der Strophen ist das Ganze etwas flotter gehalten, Damian und Nas machen wie immer einen guten Job, aber auch Weezy hängt sich rein, rappt so wie früher und auch sein Text dreht sich um die wirklich wichtigen Dinge im Leben - bitte mehr davon in Zukunft, Mr. Carter! Zum Abschluss werden mit "Africa Must Wake Up" (feat. K'naan) noch einmal nachdenkliche Töne angestimmt, die dazu aufrufen endlich etwas zu tun, um all die Missstände dort zu beseitigen. Ein würdiges Ende eines grandiosen Albums.

Mit "Distant Relatives" gelang Nas und Damian Marley ein wirklich großartiges Werk, vielleicht sogar schon der erste Black Music Klassiker des neuen Jahrzehnts. Die Produktionen sprühen nur so von Herzblut und Liebe zur Musik, noch dazu sollen die Texte aufrütteln bzw. Kraft geben, manchmal vielleicht ein bisschen naiv, aber nie sinnlos. Bleibt als Fazit nur eines zu sagen: dieser perfekte Stilmix ist nicht nur für Hip Hop oder Reggae Fans geeignet, sondern jeden, der sich mit Black Music auch nur ein bisschen verbunden fühlt.


Dinner and a Movie
Dinner and a Movie
Preis: EUR 17,43

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Strange Brotha, 5. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Dinner and a Movie (Audio CD)
Der verrückte Haufen von Strange Music hat ein neues Mitglied für das "Drill Team" und es ist kein Geringerer als Bay Area Legende Brotha Lynch Hung, der im Laufe seiner Karriere durch seinen Horrorcore wohl genauso viele Kritiker wie Fans für sich gewonnen hat. Mit seinen mittlerweile 38 Lenzen ist der MC aus Sacramento zwar nicht mehr der jüngste, aber ähnlich wie bei seinem neuen Chef Tech N9ne darf man auch bei Lynch Hung nicht davon ausgehen, dass er es sich auf dem Altenteil gemütlich macht - im Gegenteil; man darf sich auf einen Rapper freuen, der auf "Dinner And A Movie" wieder richtig motiviert zur Sache geht.

Wirft man einen Blick auf die Tracklist, so werden einem schnell die vielen Skits und Features auffallen. Da stellt man sich vielleicht die Frage, ob Brotha Lynch Hung nicht etwas zu kurz kommt. Hören wir nun also in das Album, das zwar 22 Tracks, aber nur 14 Songs zu bieten hat, rein. Schon im Intro wird uns klar, dass BLH immer noch der Selbe von früher ist, das wird mit dem ersten Lied "Colostomy Bag", welches mit dickem Beat im West Coast Style ausgestattet ist, sofort bestätigt, indem der Brotha und seine Gäste G-Macc und C-Lim ihren nicht ganz normalen Gedanken freien Lauf lassen. Durch Jay-Z wurde die Bezeichnung "D.O.A." weltweit bekannt, auch auf "Dinner And A Movie" findet man sie vor. Allerdings steht die Abkürzung hier nicht für "Death Of Autotune", sondern für "Dinner On Arrival". Und was es bei Brotha Lynch Hung zum Dinner gibt, kann sich wohl jeder denken - Menschenfleisch. Durch ein mystisches Klavierspiel im Hintergrund und ein paar Soundeffekten, die aus einem Horror-Film stammen könnten, kommt die passende Atmosphäre auf, die die kannibalistischen Fantasien von BLH gut unterstützt. Besonders sein gut verständlicher Rap Style muss hier hervorgehoben werden, was einen als Fan natürlich freut. Mit dem extrem dunklen und fast schon unheimlich polternden "Sit In That Corner B**ch!" geht es in gewohnter Manier weiter, bevor man etwas später "I Tried To Commit Suicide" weitergeht. Dieser Track ist sehr persönlich, dreht sich um die privaten Rückschläge von Brotha Lynch Hung und die verzweifelte Lage, in der er sich befand. Musikalisch wieder einmal perfekt unterlegt. Geheimnisvoll und düster sind die Melodien gehalten, die einen recht schwachen Beat begleiten, Glockenschläge tun ihr Übriges, um das Ganze perfekt abzurunden.

Bis hierher muss man das Strange Music Debüt von Brotha Lynch Hung als wirklich gelungen bezeichnen, denn nicht nur die Produktionen sind größtenteils top, auch er selbst ist sich treu geblieben. Allerdings muss man die vielen Skits, die doch bald nerven kritisieren, noch dazu wurden an die meisten Songs noch einmal extra Skits angehängt, auf denen dann die Features vertreten sind. So bekommt Lynch Hung zwar die volle Spielzeit der Lieder oft für sich alleine, dass man aber fast schon gezwungen wird das viele Gelaber anzuhören, trübt die Freude etwas. Die Single "Meat" dürfte der ein oder andere sicher schon kennen. Hier dreht es sich nicht direkt um Fleisch, sondern eher um die Situation wie es ist, kaum etwas zu essen zu haben. Neben den sehr gut vorgetragenen, nachdenklich stimmenden Lyrics, macht besonders das traurige Instrumental einen perfekten Job, um die inhaltliche Dramatik gut zu vermitteln. Ab hier kehrt gleichzeitig auch etwas mehr Abwechslung ein, was besonders den Sound betrifft. Das etwas flottere, dennoch nicht minder harte "Siccem!" zusammen mit den alten Homies First Degree The D.E. und G-Macc zieht einen mit seinem freaky Style schnell in den Bann, danach bekommt man die erste und einzige Kollabo mit Tech N9ne auf "Don't Worry Momma, It's Just Bleeding" zu hören. Neben Tech ist erneut First Degree, aber auch Krizz Kaliko mit am Start. Treibende Drums unbehagliche Violinen prägen während der Strophen den Sound, im Refrain kommt der von Strange Music bereits öfter benutzte Opern mäßige Stil zum Tragen, bei dem natürlich Kaliko eingesetzt wird. Die Raps kommen von allen Beteiligten recht schnell, was insbesondere bei dem eingespielten Team Tech N9ne/Krizz Kaliko richtig fresh klingt, aber eigentlich kann man für den ganzen Track nur lobende Worte finden.

Mit mächtig Wums donnert "I Plotted (My Next Murder)" um die Ecke, wieder so ein Banger, den man von der West Coast einfach erwartet, besonders der pompös, aber gleichzeitig auch düster gestaltete Refrain ist dabei ein Schmaus für die Ohren. Brotha Lynch Hung liefert wie immer eine tolle Horror-Show, fast schon schade, dass der Zauber nach etwas mehr als 3 Minuten schon vorbei ist. Qualitativ ähnlich gut wären die darauffolgenden "Nutbagg" und "I Heard That Song B 4" (feat. C-Lim, Tallcann & COS), die ausnahmsweise nicht ganz so hart und böse rüberkommen wie der Rest, allerdings nicht zu den großen Hits gezählt werden dürfen. Als letzten Song darf man "Anotha Killin" im Empfang nehmen, eine Zusammenarbeit mit weiteren Veteranen aus Kalifornien und zwar keine Geringeren als Snoop Dogg und Tha Dogg Pound. Hier geht es eher in die übliche Gangsta Rap Schiene anstatt beim Horrorcore zu bleiben, was bei diesen Gästen aber nicht verwunderlich ist. Leider ist die Produktion eher mittelmäßig, plätschert unspektakulär vor sich hin und wird nur durch die Performances der vier noch halbwegs gerettet, sodass man von einem ordentlichen Stück reden kann, das aber im Vergleich zum Rest des Album ein bisschen wie ein Fremdkörper wirkt. Den Abschluss findet "Dinner And A Movie" mit gleich zwei Skits - das muss doch nicht sein...

Es steckt überraschend wenig Strange Music in diesem Album, doch genau das macht es interessant. Tech N9ne und Travis O'Guin ließen Brotha Lynch Hung die Möglichkeit sich so zu entfalten, wie er es mochte, was sich in einer spürbaren Leidenschaft für die Musik niedergeschlagen hat. Alte Fans von BLH werden daher mehr als zufrieden mit "Dinner And A Movie" sein, die üblichen Strange Music Anhänger dagegen werden von den teils sehr extremen Fantasien eventuell etwas abgeschreckt, aber mit seltsamen Typen kam man ja bisher immer gut zurecht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 9, 2011 11:52 PM MEST


The State Vs.Radric Davis
The State Vs.Radric Davis
Preis: EUR 15,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen The iced out Trapstar, 30. April 2010
Rezension bezieht sich auf: The State Vs.Radric Davis (Audio CD)
Gucci Mane ist mittlerweile zum wahren Phänomen herangereift, denn trotz begrenzter Skills steigt seine Popularität unaufhaltsam weiter und machte ihn in den letzten zwei Jahren zu einem der gefragtesten Künstler der Black Music Szene. Warum das so ist, wird er selbst nicht mal so genau wissen, denn bisher waren seine Alben nicht unbedingt auf die breite Masse zugeschnitten. In der Zwischenzeit haben auch die Label-Chefs das Potential der Marke Gucci Mane erkannt, als Lohn wird sein bereits schon fünftes Studio-Album "The State vs. Radric Davis", das übrigens der Beginn einer Trilogie werden soll, nun weltweit vertrieben. Um für Erfolg in den Charts zu sorgen, wurden Gucci namhafte Features und Producer wie Lil Wayne, Soulja Boy, Usher, Rick Ross, Bun B, Bangladesh, Scott Storch, Polow Da Don und viele weitere zur Verfügung gestellt. Ob dadurch das Album klingt wie jedes beliebige, oder ob Gucci Mane mit diesen Gästen der große Wurf gelingt, sehen wir jetzt...

Dass es dem 30-jährigen Trapstar aus Atlanta, Georgia nicht an Selbstbewusstsein mangelt, zeigt er uns gleich mit dem ersten Track "Classical", das durch pompöse Operngesänge fast schon etwas Anbetendes hat, auch Gucci selbst zeigt uns mit verbessertem Flow, was er von sich hält, das Ganze geschieht über eine überraschend sanfte Drumma Boy Produktion, die mit ihrem mystischem Charme punkten kann. Ein dicker Kick-Bass und schrille Synthie-Effekte sind das Erkennungszeichen von "Heavy", einem typischen Down South Standard Song, der durch Gucci's lässige Performance jedoch noch etwas Cooles bekommt und sich gut dazu eignet, im Auto gepumpt zu werden. Wenn man Gucci Mane's Karriere der letzten Zeit so verfolgt, erwartet man eigentlich etwas poppigeren Sound, doch die Anfangsphase der Platte ist zum Glück komplett verschont, stattdessen macht Gucci genau das Selbe wie auf seinen Alben zuvor. Lyrisch darf man natürlich nicht mehr erwarten als Selbstdarstellung, leichte Mädchen und diverse Illegalitäten - eben typisch Trap Rap. Dem ein oder anderen sollte die Single "Lemonade" bereits bekannt sein, allerdings dürften sich viele fragen, warum ausgerechnet ein eher entspannter und wenig spektakulärer Song wie dieser ausgekoppelt wird, denn außer einem recht eintönigen Instrumental, einem wie am Fließband dazu rhymenden Gucci Mane und einem von Kindern eingesungenen, recht kitschigen Refrain, hat das Stück nichts zu bieten. Deutlich besser gelang da "Bingo". Eine dunkle Grundstimmung und ein mitreißender Takt sind die Grundlage für Gucci und seine Gäste Soulja Boy und Wacka Flocka Flame, wobei sich besonders der Youngster Soulja Boy überraschend gut verkauft.

Nachdem es bisher härter zur Sache ging, tut Gucci Mane mit der folgenden, sehr R'n'B lastigen Phase, einiges für die Verkaufszahlen. Hitsingle "Spotlight" zusammen mit Usher eröffnet den soften Mittelteil von "The State vs. Radric Davis" mit einem gewohnt Synthesizer haltigem Instrumental von Polow Da Don, der aber wie so oft einen recht flotten Beat verbaut hat, so dass sich "Spotlight" hervorragend für Clubs eignet. Wirklich grausam hingegen fällt "I Think I'm In Love" aus. So viel Schmalz auf einmal kann kaum einer ertragen. Pseudo romantisches Melodien-Wirrwarr gepaart mit schleimigen Versen von Gucci und einem schier nicht auszuhaltenden gepiepsten Refrain von Jason Caesar, von dem fraglich ist, wer ihm bescheinigt hat ein guter Sänger zu sein. Leider ist der Rest dieser Phase auch nicht wesentlich besser, lediglich das recht poppige "Bad Bad Bad" (feat. Keyshia Cole) kann sich der Mainstream gewohnte Rap Hörer ab und an antun. Zum Glück zündet Gucci Mane mit "The Movie" wieder eine echte Bombe, die die vorangegangenen Fehltritte etwas vergessen macht. Mit einer flotten Jazze Pha Produktion im Gepäck erzählt er uns ein bisschen von seinem Lifestyle, nicht gerade interessant, dennoch unterhaltsam. "Gingerbread Man" legt da gleich noch mal einen drauf, bietet einen hart wummernden Mannie Fresh Beat, der besonders während des Refrain im wahrsten Sinne des Wortes fresh klingt und mit Gucci Mane und seinem Schützling OJ Da Juiceman ein gut aufgelegtes Duo parat hält. Im letzten Teil des Albums dürfte besonders die verträumt und hypnotisch klingende Smoker Hymne "Kush Is My Cologne", bei der neben Gucci auch Bun B, Devin The Dude und E-40 ihre Erfahrungen preisgeben, für Aufsehen sorgen, aber auch der relaxte und angenehme "Wasted" Remix (feat. Lil Wayne, Jadakiss & Birdman) ist noch einmal ein kleines Highlight zum Schluss, das den schlechten Part von Plies auf der ursprünglichen Version wieder ausgleicht.

Von sehr gut bis sehr schlecht bietet "The State vs. Radric Davis" wirklich alles auf der Skala. Schön zu sehen ist dabei, dass die guten Songs die sind, bei denen er sich auf seine Wurzeln besinnt und das tut, was er schon immer getan hat. Die poppigen Tracks hingegen sind leider recht schwach, aber im heutigen Major Business muss man des eben leider hinnehmen. Insgesamt liefert Gucci Mane mit diesem Album ein recht ordentliches Down South Werk ab, das zwar nicht großartig in die Geschichte eingehen wird, dennoch als eines seiner besten angesehen werden kann und damit seine Fans zufrieden stellen wird.


Rise Up
Rise Up
Preis: EUR 5,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es steigt wieder Rauch am Zypressen Hügel auf..., 25. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Rise Up (Audio CD)
Lange war es still um Priority Records, doch seit Snoop Dogg vor wenigen Monaten die Chefposition bei der einstigen Vorzeigeplattenfirma übernommen hat, ist man wieder dabei, sich im Rapgame festzusetzen. Seit dem Personalwechsel wurden zwei Alben vom Doggfather persönlich, sowie eine Compilation und Neuauflagen diverser Klassiker auf den Markt gebracht, womit alten und jungen Fans gezeigt werden soll, dass Priority immer noch "the Home of Gangsta Rap" ist. Wer würde zu einem solchen Konzept besser passen, als die alten Haudegen von Cypress Hill? Ähnlich lange wie Snoop im Geschäft, einzigartig und immer auf der Höhe der Zeit. Sechs lange Jahre, die mit mehr oder weniger erfolgreichen Solo-Projekten ausgefüllt wurden, mussten die Fans des Latino Quartetts auf einen Nachfolger für "Till Death Do Us Part" warten, nun ist er also da. Stellt sich nun die Frage, ob sie mit "Rise Up" an Glanzzeiten oder an die Kritik behafteten Alben anschließen.

Betrachtet man im Booklet die erste Fotomontage, so erkennt man dort B-Real und Sen Dog im Vordergrund und viel größer dargestellt als die Kollegen DJ Muggs und Eric Bobo. Das steht fast schon sinnbildlich für das Album, denn all zu großen Anteil hatten die Jungs hinter den Reglern nicht. An lediglich 2 Songs hat Muggs mitgewirkt, der Rest wurde von B-Real und außenstehenden Producern übernommen - man müsste eher von einem B-Real & Sen Dog Album sprechen, als von einer Cypress Hill Platte! Nun aber zum musikalischen Teil. Mit "It Ain't Nothin'" poltert ein erstes Ausrufezeichen auf uns zu. Kraftvoll, allerdings ohne große Überraschungen, und vom Style her an B-Real's 2009er Werk "Smoke N Mirrors" angelehnt. Da überrascht es auch wenig, dass Young De, der ja auf angesprochener LP seinen Durchbruch feierte, als Feature mit am Start ist. Wie es schon länger von Cypress Hill bekannt ist, haben die Jungs eine Schwäche für E-Gitarren. Lead Single "Rise Up" lässt es da mächtig krachen, dank Unterstützung von Star-Gitarrist Tom Morello. Zusammen mit den energiegeladenen Riffs laufen B-Real und Sen Dog zu Höchstform auf, man mag gar nicht glauben, dass sie schon jenseits der 30 sind. "Get It Anyway" setzt dagegen auf eine ernstere Stimmung und emotionale Melodien, die geschmeidig ins Ohr gehen und zeigen, dass man auf "Rise Up" mehrere Richtungen geboten bekommt.

Was man bei Cypress Hill mit hundert prozentiger Sicherheit immer erwarten kann, sind Songs übers Kiffen. Einen solchen finden wir mit "Pass The Dutch", das dank Muggs' herrlich verrückten Klängen wieder an vergangene Tage erinnert, als die Gruppe aus L.A. mit ihrem hypnotischen Sound zu Helden einer ganzen Generation wurden. Auch "K.U.S.H." behandelt eine ähnliche Thematik, kommt musikalisch aber etwas glatter und fröhlicher daher, ist nichts desto trotz ein feines Stück, das gerade in die sommerliche Jahreszeit wie angegossen passt, ebenso wie das temporeiche "Get 'Em Up". Linkin Park's Mike Shinoda produzierte "Carry Me Away" und stand gleich noch als lyrische Unterstützung parat. Durch eine traurige Gitarrenmelodie wird das Ganze emotional, durch Operngesänge im Hintergrund kommt noch ein mystischer Part hinzu, eine perfekte Grundlage für Sen Dog und B-Real die harten Tage ihres Lebens Revue passieren zu lassen - Gänsehautatmosphäre garantiert! Ob "Trouble Seeker" für jeden das Richtige ist, ist eher zweifelhaft, denn es rockt verdammt hart, für manchen sicher zu hart. Zwar ist man aus der Vergangenheit die Rap/Metal Fusion von Cypress Hill gewohnt, doch es gab nicht immer nur Befürworter dieses Stils. Toleranz ist also gefragt. Nachdem man mit Everlast den bedrückenden, leider aber auch recht eintönigen Track "Take My Pain" gehört hat, beginnt die Endphase von "Rise Up". Besonders das locker flockige und sehr funky anmaßende "Armed & Dangerous" lässt dabei die Sonne Kaliforniens aus dem Speaker scheinen und verbindet Gangsta Rap mit entspannter Atmosphäre. Ein ähnliches Feeling kommt bei dem im Latin Stil gehaltenen "Armada Latina" (feat. Pitbull & Marc Anthony) auf. Mehr von diesem Kaliber wäre wünschenswert gewesen, doch auch so hinterlässt "Rise Up" einen mehr als guten Eindruck nach seinem Ausklang.

Ein solch starkes Comeback hätten wohl nur die wenigsten Cypress Hill zugetraut. Sicher, die Platte ist bei Weitem nicht perfekt und bietet neben den vielen Lichtblicken auch den ein oder anderen unspektakulären Song, aber das Gesamtbild passt, auch wenn sich sicher viele Fans mehr Beats von Mastermind DJ Muggs gewünscht hätten. B-Real und Sen Dog präsentieren sich nach wie vor hungrig am Mic, große Innovationen in Lyrik und Sound sollte man jedoch nicht erwarten, was man aber auch positiv auslegen kann. Bleibt im Endeffekt zu sagen, dass die langjährigen Anhänger sicher zufrieden gestellt werden, aber auch Neulinge können an den rockenden Rappern mit sehr großer Wahrscheinlichkeit Gefallen finden.


Wu Massacre
Wu Massacre
Preis: EUR 5,49

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meth, Ghost & Rae Reunited, 30. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Wu Massacre (Audio CD)
Wohl kaum eine Kollabo wurde in diesem Jahr so erwartet, wie das neue Album "Wu-Massacre" der Wu-Tang Clan Mitglieder Method Man, Ghostface Killah und Raekwon, nun ist es also fertig gestellt und wartet darauf, die Sammlungen der Fans zu komplettieren. Da in der letzten Zeit ja einige mehr als gelungene Werke der Wu-Offensive entsprangen, liegt die Spannung hier natürlich sehr hoch. Werden Meth, Ghost und Rae es schaffen an alte Erfolge anzuknüpfen? Da sie selbst drei Legenden sind, ist der Grundstein ja quasi schon gelegt, produziert wurde zudem von Mathematics, RZA, Ty Fyffe und Scram Jones, außerdem sind neben Inspectah Deck auch einige alte Bekannte wie Sun God, Trife oder Streetlife mit von der Partie - es kann also losgehen!

Was an "Wu-Massacre" natürlich als erstes auffällt, ist das richtig freshe Artwork von Cover und Booklet. Da haben sich die drei nicht lumpen lassen und mit Chris Bachalo, den Zeichner der "X-Men", einen wahren Meister seines Fachs engagiert. Weniger toll hingegen ist die Tatsache, dass die Laufzeit nicht einmal eine halbe Stunde beträgt, noch dazu dauert kein einziger Song 4 Minuten - das fällt doch sehr mager aus, checken wir nun die Qualität. "Criminology 2.5" sollte jedem Wu-Head schon längst ein Begriff sein, denn dies war die erste Single der LP. Hier leben die drei genau das aus, was ihnen beim letzten Clan Album etwas verwehrt geblieben war, nämlich über einen treibenden Beat mit mächtig Power den bösen Gedanken mit motivierten Flows Ausdruck zu verleihen - gelungener, wenn auch sehr kurzer Einstand. 1994 wurde das Battle von Method Man und Raekwon "Meth vs. Chef" zu einem der legendärsten Tracks von "Tical", 16 Jahre später gibt es nun die Neuauflage des Duells. Eine dunkle Grundstimmung sorgt für etwas Dramatik, massig Bläser hingegen sind für den pompösen Part verantwortlich. Leider fehlt lyrisch die Dynamik von damals, die beiden klingen eher abgeklärt als in Kampfeslust, außerdem gibt es keinen Refrain, wie er ja noch beim ersten Teil richtig Stimmung gesorgt hat. Der "Smooth Sailing" Remix kommt tatsächlich sehr smooth und angenehm, da die Bässe hier nicht donnern, sondern entspannt wummern, außerdem wird das Ganze mit ein paar Trompeten noch ein Stück weit melodisch gestaltet. Rae ist hier nicht mit von der Partie, dafür aber die Solomon Childs und Streetlife, die man als adäquaten Ersatz bezeichnen kann.

"Our Dreams" mach seinem Namen alle Ehre. Verschickte Synthie-Sounds und ein paar Samples vom jungen Michael Jackson führen in der Tat dazu, dass sich der Song nach einer Traumwelt anhört- Ob gut oder schlecht bleibt wohl jedem selbst überlassen. Mit viel Geballer startet "Gunshowers", das aber später überraschend fröhlich und sehr soulig klingt, angesichts des Titels. Bei den Rhymes geht es erwartungsgemäß hart zur Sache, auch hier wurde der Chef wieder einmal ersetzt, diesmal durch Sun God und Inspectah Deck, wobei besonders der Rebel Werbung in eigener Sache machen kann. Schade, dass auch dieser Song wieder sehr kurz ausfällt und auf einen Refrain verzichten muss. Einen leicht verruchten Charme bringt "Pimpin' Chipp" mit sich, was daran liegt, dass die ganze Produktion etwas nach einem Soundtrack für Grindhouse Movies klingt - sehr fresh, erst recht die erneut sehr präsenten Bläser im Hook packen einen richtig. Auch die Ladies kommen auf "Wu-Massacre" nicht zu kurz, besser gesagt eine Lady namens "Miranda", der auch der gleichnamige Song gewidmet ist. Über softe Piano-Klänge, die jedoch einen gewissen Drive nicht vermissen lassen, schmachten Raekwon, sein Cousin Ghostface Killah und der Dritte im Bunde, Method Man, von der Dame, die mit ihrem Antlitz allen den Kopf verdreht. Meth kann sich hier mit seinem "Spanglish" am Meisten in den Vordergrund drängen. Bei "Youngtown Heist" fehlt nicht nur einer, sondern gleich zwei der Interpreten. Lediglich Ghostface ist hier vertreten, dafür sind Trife Da God, Bully und Sheek Louch mit am Start und verwandeln das eh schon gute Instrumental in einen wahren Banger, bevor die Platte mit "It's That Wu Sh*t" einen ordentlichen, jedoch nicht herausragenden Abschluss findet.

Musikalisch kann "Wu-Massacre" also wirklich überzeugen und ist daher ein gutes, wenngleich auch kein herausragendes Album. Dazu fehlt es zum Einen an Liedern, die das Zeug zum Klassiker haben, was sicher den fehlenden Refrains anzulasten ist, denn dadurch fehlen die Ohrwürmer, zum Andern aber auch die kurze Zeit, die die Platte im Player rotiert. Auch wenn gegen kurz und knackige Alben nichts einzuwenden ist, aber eine LP mit Länge einer EP rauszubringen, ist fast schon etwas dreist. Insgesamt kann man "Wu-Massacre" jedem Fan ans Herz legen, vor allem da Ghost nach seinem soften letzten Werk endlich wieder so klingt, wie man es sich von ihm wünscht, alle anderen müssen selbst entscheiden, ob ihnen so wenig Musik den Preis wert ist.


The Exxecution
The Exxecution
Preis: EUR 18,03

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen BAAAM! Boom Bap in 2010, 23. März 2010
Rezension bezieht sich auf: The Exxecution (Audio CD)
Vor circa 2 Jahren brachte Ruste Juxx sein erstes Album für Duck Down namens "Indestructable" auf den Markt, was jedoch kaum wahrgenommen wurde. Deutlich besser erging es Marco Polo im Frühjahr 2009, denn seine Kollabo "Double Barrel" zusammen mit Torae stieß auf viel Anklang in der Szene. Nun machen die beiden gemeinsame Sache, herausgekommen ist dabei "The Exxecution", das versuchen soll an die letzten Duck Down Erfolge anzuknüpfen. Mit Marco Polo am Beat sollte das ja eigentlich schon sicher funktionieren, einige werden aber vielleicht doch etwas skeptisch sein, da da Album mit einer Laufzeit von einer 3/4 Stunde alles andere als lang ist. Doch wie sagt man doch so schön: in der Kürze liegt die Würze. Und diese wird mit Gästen wie Heltah Skeltah, Freddie Foxxx oder Black Moon noch zusätzlich verfeinert.

Schon das Intro, das den Albumtitel "The Exxecution" trägt, legt mächtig vor. Unterstützt von einem kraftvollen Beat, der mit Klavier und Saxophon Einsätzen gespickt ist und gegen Ende noch freshe Scratches von DJ Revelution erhält, zeigt Ruste Juxx, dass es ihm an Selbstbewusstsein nicht mangelt und er seine leicht raue Stimme gut einzusetzen weiß. Richtig nach vorne geht es danach mit "Death Penalty". Hohes Tempo, mitreißender Rhythmus und ein schlicht und einfach grandioser Sound, der einen gar nicht mehr los lässt. Auch hier macht Ruste einen guten Job, ist sehr dominant am Mic und sorgt dafür, dass man fast schon gezwungen wird ihm zu folgen. Auch hier ist wieder DJ Revolution mit am Start und verleiht dem Song den letzten Schliff. Nach diesen Kracher, geht es musikalisch nun erst mal etwas gediegener zur Sache. "Rearview" kommt mit einem entspannten Piano Instrumental daher und trotz Ruste's aggressiven Flows eignet sich der Track etwas zum Relaxen. Rock, 50% von Heltah Skeltah, und Veteran Freddie Foxxx sind als Gäste bei "Take Money" vertreten. Dunkel und energiegeladen pumpt dieser Track, dessen Inhalt zwar nicht wirklich interessant ist, durch die drei Hochkaräter am Mikro dennoch richtig viel Spaß macht. Eines der größten Highlights von "The Exxecution" dürfte "Let's Take A Sec", bei dem Marco Polo ganze Arbeit geleistet hat. Zwar mit Drive, dennoch mit viel gefühlvollen Elementen gestaltet, ist allein schon die melodische Produktion ein Genuss. Gemeinsam mit den Jungs von Black Moon erinnert sich Ruste Juxx an die alte Zeit, was zwar nicht sonderlich kreativ ist, aber im Gesamten mehr als überzeugend klingt.

Man kann schon bei der Hälfte der Platte sagen, dass sie richtig stark ist, leider aber nicht perfekt. Das liegt an Liedern wie "I'm On It", "Bread On Ya Head" oder "Wings On Your Back", die zwar nicht misslungen sind, sondern noch als akzeptabel durchgehen können, aber denen einfach die Durchschlagskraft etwas fehlt, was hauptsächlich an den Produktionen liegt, denn Ruste Juxx macht hier nicht viel anders als auf den Bangern. Banger ist auch gleich ein gutes Stichwort, denn einen solchen finden wir mit "Nobody", der die etwas schwächeren Songs gleich wieder vergessen macht. Wirklich aufwendig wirkt er zunächst nicht, da sich Beat und Melodie recht schnell wiederholen und an sich auch nicht außergewöhnlich erscheinen. Hier ist das Rezept der eindringliche Rhythmus und ganz besonders Ruste Juxx, der uns klar macht, dass keiner an ihn ran kommt, besonders der Refrain geht hier verdammt gut ab und verleitet zum Mitmachen. Ruste's Förderer Sean Price ist selbstverständlich auch mit an Bord und macht "F*ckin Wit A Gangsta" zu einer echten Perle. Hier gilt eigentlich das Gleiche wie bei "Nobody", kein spektakulärer Beat, dennoch packt er einen - geniales Konzept! Dazu erweisen sich die beiden als wunderbar harmonierendes Duo und liefern eine tolle Show. Ungewohnt ruhig klingt der letzte Track namens "You Can't Stop Me". Gut eingesetzte Scratches und vergleichsweise smoothe Klänge sind verantwortlich dafür, dass man als Hörer gleich spürt, dass das Lied als Abschied von "The Exxecution" dienen soll. Ruste Juxx wäre nicht Ruste Juxx, wenn er nicht auch hier voll und ganz von sich überzeugt wäre und uns noch einmal klar macht, dass er der Chef im Ring ist.

"Double Barrel" war gut, "The Exxecution" legt noch mal einen drauf. Trotz der nicht all zu langen Spielzeit bietet die Platte einiges an Abwechslung, dazu so manchen Hit, an den man sich noch länger erinnern wird. Lyrisch sicher nicht all zu interessant, da haben wir bei Duck Down schon Besseres gehört, unterhaltsam ist es dennoch, was besonders Ruste Juxx' Präsenz am Mic zu verdanken ist. Für Fans von Duck Down Records und der New Yorker Schule bleibt daher nur ein kurzes Fazit: kaufen!


Seite: 1-10 | 11 | 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | 17 | 18 | 19 | 20 | 21-30