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Rezensionen verfasst von
JazzMatazz (Würzburg, Dirty South)

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Guess Who's Back
Guess Who's Back
Wird angeboten von Bridge_RecordsDE
Preis: EUR 14,92

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das waren noch Zeiten..., 14. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Guess Who's Back (Audio CD)
Es scheint schon fast ewig her, als bei 50 Cent von musikalischen Verbrechen wie "Candy Shop" oder "Ayo Technology" noch keine Rede war. Nachdem Sony bekanntermaßen sein Debüt "Power Of The Dollar" cancelte und dann nur als EP in geringer Auflage auf den Markt brachte, war "Guess Who's Back?" 2002 quasi der erste offizielle Release von Fifty, auch wenn die Platte kein reines Studio-Album ist. Neben ein paar Tracks vom geplanten Debüt und ein paar Freestyles beinhaltet diese Scheibe einige Underground Perlen, die entstanden sind bevor Dr. Dre und Eminem ihn verdorben haben, als 50 noch hungrig rappte und der Gattung Gangsta Rap mit seinen Lyrics alle Ehre machte. Auch die Features lesen sich wesentlich besser als auf seinen aktuelleren Sachen. Nas, Nature, Bravehearts und UGK, dazu zum Glück nur ein Auftritt von Lloyd Banks und Tony Yayo - das klingt vielversprechend.

Schon das "Killa Tape Intro", das eigentlich als vollwertiger Song durchgehen kann, zeigt das einstige Potential vom halben Dollar. Sein Rapstyle war damals ein komplett anderer als heute, bei dem chilligen, melodischen Beat klappt sogar etwas Gesang ganz gut. "Rotten Apple" wäre gleich ein erstes Highlight zu Beginn. Mit Power poltert der Track auf einen zu, klingt dank seiner Geigenbegleitung nach unverfälschtem NYC Sound, dazu spittet 50 Cent richtig nice und kann seine Motivation beim rappen wahrlich auf den Hörer übertragen. Den einzigen Auftritt der G-Unit Kollegen Lloyd Banks und Tony Yayo finden wir auf dem "That's What's Up", einem Freestyle, bei dem der Beat von "Y'All Been Warned" vom Wu-Tang Clan verwendet wurde. Klingt ganz gut, wesentlich besser ist jedoch "U Not Like Me", das später noch als Bonus Track bei "Get Rich Or Die Tryin'" seine Verwendung fand und daher vielen bekannt sein dürfte. Hart und dunkel pumpt der Song, bei dem sofort ein gewisses Ghetto Flair aufkommt, ist zwar nicht aufwendig gemacht, doch genau dadurch erzielt er seine Wirkung, 50 Cent erzählt uns dazu, was für ein harter Hund er ist, was man ihm bei diesem Sound und mit diesem Flow auch gerne abkauft. Etwas dramatischer und emotionaler kommt "50 Bars" daher, danach geht es mit "Life's On The Line" wieder aggressiv und angriffslustig weiter. Dieser Song war schon auf seiner Debüt EP vertreten und reifte als Ja Rule und Murder Inc. Diss zum wahren Underground Klassiker in New York heran. Großspurig, selbstbewusst und verherrlichend donnert der Bass, dem noch ein paar pompöse Streicher hinzugefügt wurden. Allein das wirkt schon beeindruckend, wenn dann noch die Verse vom Rapper aus Queens dazu kommen, die voller Hass stecken, wird das Ganze zum echten Banger.

Um von diesem harten Tobak wieder etwas entspannen zu können, eignen sich die folgenden Lieder hervorragend. Sowohl "Get Out The Club" als auch "Be A Gentleman" sind von der melodischen Sorte, wobei es sich auch hier lohnt den Lyrics zu folgen, denn die sind doch sehr unterhaltsam, bei "Be A Gentleman" kommt noch dazu, dass es wirklich gut produziert wurde und daher echt Spaß macht anzuhören. "F*ck You" macht dagegen einen rotzfrechen Eindruck, klingt fröhlich, frisch, locker und sommerlich, also ein schon recht krasser Gegensatz zu den Verses von 50, der es zu provozieren versteht. Den wohl besten Track von "Guess Who's Back?" finden wir mit "Too Hot", bei dem neben Fifty die beiden Queensbridge Veteranen Nas und Nature vertreten sind. Die Produktion ist einfach ein Traum für jeden, der auf guten New Yorker Hip Hop steht. Treibender Beat, fette Scratches, dazu ein Piano-Loop, das für etwas Wild-West-Shoot-Out-Atmosphäre sorgt - Kopf nicken garantiert! Dass die drei hier einen super Job abliefern, kann sich wohl schon jeder denken. Nas ist meinen seinen Schützlingen Bravehearts auch gleich auf dem nächsten Titel, "Who U Rep With", vertreten. Im Gegensatz zum Vorgänger ist dieses Stück wieder dunkel und auch ein bisschen unheimlich gehalten, wieder mal so ein Song, bei dem das Straßen-Feeling groß rauskommt, was generell eine Stärke der Platte ist. Fifty's wohl größter Klassiker "Ghetto Qua'ran" schaffte es zum Glück auch auf "Guess Who's Back?". Das Lied, das sich mit dem Drogenhandel beschäftigt überzeugt mit seiner gefühlvollen Melodie und besonders mit den Emotionen, die 50 Cent in seine Verse legt, wirklich ein großartiges Stück. Bevor das Album dann mit drei Freestyles ausklingt, machen sich noch UGK auf "As The World Turns" bemerkbar. Vom Style her verbindet es die Lässigkeit von Texas gekonnt mit dem souligen Sound New Yorks, repräsentiert also die Herkunft der Rapper. Pimp C klingt dabei wirklich seltsam, gar nicht wie er selbst, dafür gibt es von 50 Cent und Bun B die gewohnte Kost.

Wirklich schade, wenn man sieht, wie sich 50 Cent nach seinem Major Deal bei Shady/Aftermath so entwickelte. Zwar hatte noch so manche Hits, aber auch viele poppige Ausfälle. Davon ist auf "Guess Who's Back?" noch nichts zu spüren, feinster New Yorker Underground Rap, wie er im Buche steht. Wer den halben Dollar erst von seinen Charthits kennt, wird hiermit eventuell nichts anfangen können, alle andern, die auf East Coast Gangsta Rap stehen, liegen mit dieser Scheibe absolut richtig. Wer noch nach weiteren älteren Aufnahmen von 50 Cent sucht, dem seien "24 Shots" und "Guess Who's Back Again?" ebenfalls zu empfehlen.
Kommentar Kommentare (14) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 8, 2012 11:23 AM MEST


Face Off Part II
Face Off Part II
Preis: EUR 17,07

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pastor Troy hält sein Niveau, 13. August 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Face Off Part II (Audio CD)
Kaum ein Rapper hat einen solchen Output wie Pastor Troy. In den letzten Jahren waren mindestens drei Alben per annum angesagt, klar, dass da nicht immer nur Klasse in der Masse steckt. "Face Off: Part II" stammt noch aus der Zeit vor den vielen Releases, als PT gerade seine Karriere bei Universal beendet und sich im Independent Bereich niedergelassen hatte. "Face Off" gilt bei vielen Southern Rap Fans als absoluter Klassiker, da hat es ein Part 2 natürlich schwer mitzuhalten. Um dennoch ein ordentliches Resultat abzuliefern verpflichtete der Rapper aus Atlanta namhafte Producer wie Swisso und Drumma Boy von der Drumma Squad, Blaze oder DJ Squeeky, außerdem betätigte er sich auch selbst am Beatbasteln. Die Features sind kaum der Rede wert, lediglich Mr. Gray, Sky, Pimpin Ken und Little Pere sind mit von der Partie, doch solo ist PT eh am besten.

Den Einstand ins 2005er Album vom PT Cruiser macht gleich ein echter Hit, den bestimmt schon einige kennen. "WWW? (Who, Want, War)" heißt das Stück, mit dem der leidenschaftliche Soldier "Face Off: Part II" eröffnet. Ein dunkler Sound, tiefe Beats und eine Armeetrommel sorgen für bedrückte Stimmung, dazu mäht der Pastor mit seinen ruffen Rhymes alles nieder. Nicht minder aggressiv präsentiert sich Troy auf "Murder Man". Böse und düster drückt die Swisso Produktion, durch Waffengeräusche bestätigt PT das, was eh schon viele wissen: mit ihm ist nicht zu spaßen. Außerdem bekommt auch Lil Jon, mit dem Pastor Troy ja zeitweise Beef hatte, sein Fett weg. Wie es sich für ein Part 2 Album gehört, gibt es auch ein paar Part 2 Songs. Diese erreichen wir mit "Get Dat Money Part II" und "Ridin' Big Part II". Zwar sind die ersten Teile zu den Liedern nicht auf "Face Off" zu finden, aber egal. Lyrisch sind beide ein gutes Stück lockerer als die vorangegangenen Lieder, nichts desto trotz ist "Get Dat Money" ein weiterer Banger, der die Boxen zum Beben bringt, "Ridin' Big" hingegen kommt eher chillig daher, mag anfangs vielleicht etwas langweilig erscheinen, wenn man sich jedoch etwas daran gewöhnt hat, stellt der Track eine willkommene Abwechslung dar. Down South Hörer, die schon in den 90ern dabei waren, werden bei "Equipped In This Game?" ein paar bekannte Klänge zu hören bekommen, denn dafür bediente sich Pastor Troy am Beat von Mac's "Beef" vom 98er Album "Shell Shocked", den damals KLC produziert hatte. Auch im neuen Jahrtausend klingt das Stück richtig gut, wobei man ehrlich sagen muss, dass das raue Organ des Pastors nicht ganz an den eleganten Flow von Mac rankommt.

"I Wanna Taste You" (feat. Mr. Gray) wird dem ein oder anderen Pastor Troy Fan unter Umständen wohl etwas übel aufstoßen, denn hierbei handelt es sich um eine sehr softe Porno-Nummer, die ruhig und behäbig klingt, durch Mr. Gray kommt auch noch ein Touch R&B hinzu, nicht gerade das, was man vom King Of Crunk erwartet, aber es spricht auch für ihn, dass er verschiedene Styles hat mit einfließen lassen, um ein unterhaltsames Album zu erschaffen. Gewohnt hart hingegen pumpt "Where Dem Niggaz At?", das PT selbst produzierte. Insgesamt wirkt der Track zwar nicht besonders herausstechend, ist dennoch solide und bringt die Atmosphäre, die seine Fans so an ihm lieben, besonders der sehr aggressive Refrain pumpt ordentlich. Neben "WWW?" erreichen wir nun den zweiten bekannten Song von "Face Off: Part II", die Rede ist natürlich von "Just To Fight". Hämmernder Bass mit freshen Synthie Klängen kombiniert, heizt die Stimmung auf, ein Routinier wie Pastor Troy lässt es sich da selbstverständlich nicht nehmen und klatscht wieder mal Rhymes hin, die das Herz eines jeden Crunk Liebhabers höher schlagen lässt. "Yeah!!!" stammt aus den Händen von Memphis Legende DJ Squeeky, der ja schon relativ viel für Pastor Troy produziert hat. Wie man es von ihm kennt, hat er auch hier den dunklen und unheimlichen Sound seiner Heimat mit ihm Gepäck und wieder einmal zeigt Troy, dass er nicht nur mit einem schnellen Beat-Feuerwerk gut umgehen kann. Nach dem sehr relaxten "Repsect Game" (feat. Pimpin Ken & Little Pere) kommt mit "Acid Rain" (feat. Sky) der wohl aufsehenerregendste Song des Albums. Unterlegt mit krachenden E-Gitarrenriffs läuft PT zu Höchstleistung auf und verwandelt diese Widmung an Kurt Cobain zu einem der Highlights der LP. Gegen Ende darf mit "Keep On Movin'" noch eine Runde relaxt werden, bevor Troy auf dem Bonus Track "Champion" erneut den harten Hund raushängen lässt.

"Face Off: Part II" kann wie so viele andere Alben auch nicht an den originalen Klassiker heranreichen, macht aber dennoch eine gute Figur. Die harten Songs hat er nach wie vor drauf, aber auch diejenigen, die für Abwechslung sorgen, können überzeugen, insbesondere das rockige "Acid Rain". Fans von Pastor Troy können sicher bedenkenlos zuschlagen, genau wie die, die auf nicht ganz so radiotauglichen Down South Rap stehen. Alle die, die Crunk nur von Lil Jon und Konsorten kennen, sollten lieber einmal rein hören, denn auch in diesem Genre können Welten dazwischen liegen.


Ridin' Dirty
Ridin' Dirty
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 14,65

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Southern Classic, 13. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Ridin' Dirty (Audio CD)
Selten war sich die Hip Hop Welt über einen Südstaaten Classic so einig wie bei "Ridin' Dirty", dem 1996er Album der legendären Crew UGK aus Port Arthur, Texas. In den vier Jahren zuvor sorgten Pimp C und Bun B mit ihren funky Beats und derben Southern Slang erst dafür, dass der Lone Star State überhaupt etwas vom großen Kuchen abbekam, von dem sonst nur East- und Westcoast naschen durften, Album Nummer 3 sollte sie dann für ewig in die Geschichtsbücher eintragen. Produziert wurde "Ridin' Dirty" selbstverständlich vom Pimp persönlich, Unterstützung gab es von den Kollegen Mr. 3-2 und N.O. Joe, alles Namen, die für entspannten Texas Sound stehen.

Den perfekten Start für einen Klassiker legt man am besten mit einem Klassiker hin, die Rede ist von "One Day", einem der wohl bekanntesten und beliebtesten UGK Songs überhaupt. Der Song dreht sich um Kriminalität und wie schnell das Leben auf der Straße im Tod enden kann. Passend dazu ist das Instrumental ruhig und gefühlvoll, durch den eingesungenen Refrain von Ronnie Spencer, der von vielen mit Ron Isley verwechselt wird, bringt eine Prise Soul mit ein. Eine Spur flotter geht es mit "Murder" weiter, bei dem man leider sagen muss, dass die Produktion ziemlich eintönig ausfällt, dafür aber richtig engagierte Jungs von UGK auffährt, die mit ihren bissigen Raps das gut ausgleichen können und insgesamt ein ordentlicher Track zu Buche steht. "Pinky Ring" dient nur zu einem: protzen was das Zeug hält. Unglaublich cool und wirklich extrem funky wummert der Song vor sich hin und ist damit die perfekte Bühne für einen, der sich Pimp nennt, einfach der optimale Soundtrack für einen wahren Südstaaten Player. Pimp C spielt dabei auch eindeutig die Hauptrolle, wobei auch der gute Bun B natürlich keine schlechte Figur macht. "3 In The Mornin'" erinnert uns vom Namen her an die bekannte Alben-Serie von DJ Screw, auch was den Style angeht, hat man es hier mit einem entspannten Smash zu tun. Hauptsächlich nimmt man die durchgehen dumpf pumpende Bassline wahr, abgerundet wird dies von ein paar verträumten Hintergrundelementen. Lyrisch geht es dabei alles andere als seicht zu, denn UGK und Big Smokin' Mitch erzählen uns, wie es morgends um 3 im Ghetto abgeht.

Fans des funky Southern Sound kommen bei "Touched" wieder voll auf ihre Kosten. E-Bass, E-Orgel und dazu ein fresh eingesungener Refrain in Kombination mit cool gerappten Verses - was will man mehr? Candy Paint und dicke Felgen sind im Süden nicht nur heute beliebt, sondern waren es schon in den 90ern. Den Beleg liefert "F*ck My Car", mit dem die Ladies heiß und die Hater neidisch gemacht werden sollen. Das Tempo ist im Vergleich zu den vorherigen Liedern ein Stück höher, der Beat kommt kraftvoller, insgesamt also eine etwas herausstechende Nummer, die dennoch ins Gesamtbild von "Ridin' Dirty" passt. Die härtere Gangsta Rap Schiene wird mit "That's Why I Carry" gefahren. Was die Jungs mit sich tragen, kann sich wohl jeder denken: eine Knarre. Dementsprechend dunkel und ernst klingt dann auch der komplette Song, besonders Bun B kann sich dabei in den Vordergrund stellen. Den wohl besten Track der Platte erreicht man mit "Hi Life". Hier werden die Dramatik und Gewissenskonflikte, aber auch das schnell verdiente Geld des Drogenhandels beleuchtet, unterlegt mit einem traumhaften Stück Musik, das zwar schön melodisch daher kommt, aber auch traurig und emotional gehalten ist, was die weniger erfreuliche Thematik perfekt unterstreicht. Gegen Ende finden wir mit "Good Stuff" einen erneut recht eintönigen Titel, bei dem aber wieder die Flows von Pimp C und Bun B das rettende Element sind, weshalb man sich das Stück ohne Probleme bis zum Schluss anhören kann. Bevor dann das Outro naht, wartet noch der Titeltrack "Ridin' Dirty". Was für ein Groove, welch frischer Klang. Wieder einmal lassen die beiden ihre funky Seite raushängen, ein großartiger Abschluss.

"Ridin' Dirty" ist cool, "Ridin' Dirty" ist funky, "Ridin' Dirty" ist Texas, "Ridin' Dirty" ist das, was Bun B seit dem Tod von Pimp C solo leider nicht mehr auf die Reihe bekommt. Nicht jeder Song des Albums ist von Grund auf perfekt gelungen, dennoch schaffen es die beiden irgendwie doch immer zu begeistern, was im Endeffekt die Höchstwertung für diese Platte rechtfertigt und auch den Status des Klassikers begründet. In diesem Zuge sei noch der direkte, leider etwas vergessene, Vorgänger "Super Tight" zu erwähnen, der ein ähnliches Niveau wie "Ridin' Dirty" hat. Beide Platten sind für Fans des Südstaaten Rap mehr als nur zu empfehlen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 14, 2010 3:34 PM MEST


The Gates Mixed Plate
The Gates Mixed Plate
Preis: EUR 13,91

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen O.G. like Ollie Gates, 8. August 2010
Rezension bezieht sich auf: The Gates Mixed Plate (Audio CD)
Jahr für Jahr vergrößern sich Fanbase und Erfolg von Kansas City Rapper Tech N9ne, bisheriger Höhepunkt: sein letztes Album "K.O.D.". Nachdem 2010 bisher erst die Labelmates Brotha Lynch Hung, Cognito und Kutt Calhoun ihre neuen Werke veröffentlicht hatten, ist nun der Chef persönlich wieder an der Reihe und zwar mit dem dritten Teil seiner Collabos-Serie, der den Titel "The Gates Mixed Plate" trägt. Neben den üblichen Verdächtigen der Strange Music Crew sind diesmal auch Glasses Malone, Devin The Dude oder Tech's Regime-Kollege Yukmouth unter den zahlreichen Features vertreten, die im Gegensatz zum düsteren "K.O.D." dabei helfen sollen, aus "The Gates Mixed Plate" ein eher leicht verdauliches Album zu erschaffen.

Zieht man die vier Skits ab, bleiben nach wie vor stolze 18 Songs übrig. Den Anfang macht hier die Single "O.G.", eine Art Widmung für Ollie Gates, den Besitzer von Gates Bar-B-Q, dem das Album seinen Namen zu verdanken hat und in dem auch das passende Video gedreht wurde. Passend zu dieser verrückten Idee klingt auch das Lied ein wenig schräg, pumpt ordentlich und verbreitet gute Laune. Tech N9ne hat hier ausnahmsweise keine Gäste an Bord, aber brauch aufgrund seiner Entertainer-Qualitäten auch nicht unbedingt welche. Deutlich ruhiger und gediegener geht es mit "FU Pay Me" weiter. Zusammen mit Krizz Kaliko und Makzilla fordert Tech seinen Cash, was über einen recht trockenen, mit Piano verzierten Beat, der im Refrain mit ein paar freaky Synthies und einer epischen Hintergrundmelodie aufpoliert wird. "Gamer" klingt schon nach Videospiel-Sound, kein Wunder, dass es an allen Ecken und Enden piept oder mal kracht, dazu begleitet eine E-Gitarre das entspannte Midtempo Stück, wozu dieses Mal Kutt Calhoun neben Tech N9ne seine Qualitäten als Lover preisgibt, abgerundet wird dies mit einem freshen Hook von Krizz. Wär auf die etwas härtere Tour steht, der ist bei "Pow Pow" an der richtigen Adresse. Wie sich schon jeder denken kann, steht der Titel für die Geräusche eine Schusswaffe, passend dazu dröhnt eine dicke Bassline zu der fast schon schrille elektronische Elemente und natürlich Schussgeräusche kommen. Mit am Mic sind hier Kutt Calhoun, Mon. E. G. The Ghostwriter, Rivv Loc und Tay Diggs, wobei Kutt's Strophe mit verzerrter Stimme wohl die meiste Aufmerksamkeit auf sich zieht. Persönlicher wird es mit "Harvey Dent", einem der seltenen Solo-Tracks. Comic-Fans werden wissen, dass es sich bei Harvey Dent um Two-Face aus Batman handelt, der quasi als bildlicher Vergleich zu den verschiedenen Facetten Tech N9nes dient. Erneut donnert der Beat kraftvoll, was einen dunklen Eindruck hinterlässt, dazu kommt ab und an ein emotionaler Part in Form einer Klaviermelodie.

Um etwas davon relaxen zu können, folgen mit "What's Next" (feat. Craig Smith & Oobergeek) und "Afterparty" (feat. Devin The Dude & Kutt Calhoun) zwei sehr gemächliche Nummern, die erste schlägt in Richtung R&B ein, die zweite ist ein unaufgeregter Chill-Song mit dem Meister persönlich: Devin The Dude. Mit seinem unvergleichlichen Charme und Style verwandelt er den eh schon entspannten Track in die perfekte Begleitung zum lässigen Ausspannen. Tech N9ne Fans haben bestimmt noch den ersten Banger "Areola" der 816 Boyz von "Sickology 101" im Ohr, "Pu Wah Wah" wäre das aktuelle Stück der Gruppierung um Tech N9ne, Krizz Kaliko, Makzilla und Kutt Calhoun. Ein wuchtiger Kick-Beat und teils sehr komisch klingende Töne aus der Elektronik sorgen dafür, dass man anfangs vielleicht schnell genervt sein könnte, wenn man sich das Stück mehrmals anhört, wird man doch bald damit zurecht kommen und die wirklich coolen Raps der Jungs genießen können. Was zu Strange Music fast schon traditionell dazugehört sind Songs über Alkohol. Hier finden wir einen solchen mit "KC Tea", zu dem es auch ein Video gibt. Um es kurz zu machen: es ist der schlechteste Track der Platte und kann nicht im Entferntesten mit Sachen wie "Poh Me Anutha" oder "Salue" mithalten. Schuld daran ist zum Einen das eintönige, wirklich misslungene Instrumental, zum Andern aber auch die Vocals, insbesondere die Frauenstimmen im Refrain, was in Kombination zu einem furchtbaren Ganzen zusammenwächst. Umso besser gelang dafür "Oh You Didn't Know" zusammen mit Irv Da Phenom und The Popper, dessen lockerer Sound sofort ins Gehör geht, zwar ein wenig mit dem Mainstream anbiedert, insgesamt aber für gute Laune sorgt und damit das Konzept der Scheibe widerspiegelt.

Das letzte Drittel von "The Gates Mixed Plate" wird mit einem echten Banger in Form von "Far Out" eingeleitet. Knochenhart, mit tiefen Schlägen und einem kompromisslosen Gesamtbild donnert der Titel auf einen zu, pustet den Staub aus den Ohren und reißt sofort mit. Tech's Gäste heißen hier JL, P.R.E.A.C.H. und Stevie Stone, zusammen feuern sie die Reime nur so aus ihrem Magazin und das in einem Tempo, das einen mit offener Kinnlade vor der Stereoanlage sitzen lassen. Den zweiten ziemlich schwachen Track nach "KC Tea" erreicht man mit dem sehr monotonen und damit langweiligen "Paper" (feat. Jay Rock & Joe Vertigo), danach lässt es Tech N9ne mit "Loud" wieder so richtig krachen. Man brauch kein Experte zu sein, um sich denken zu können, dass es bei diesem Stück erneut energiegeladen zur Sache geht, was besonders im Refrain der Fall ist, wenn man mit Tech "boom, boom, boom, boom" und "bang, bang, bang, bang" mitgrölt. Die Strophen pumpen zwar nicht ganz so extrem, machen dank der abermals sehr schnellen Rhymes von Tech N9ne und den Kollegen Bizzy, Alan Wayne und Irv Da Phenom verdammt viel Spaß. Zur Abwechslung sorgt "Need More Angels" für Gänsehautatmosphäre, klingt mystisch und geheimnisvoll, aber auch nachdenklich. Die Verse von Tecca Nina sind dementsprechend ernst, drehen sich um die nicht all zu schönen Dinge des Lebens und wenn dann noch Irv Da Phenom sich mit seinem Refrain mehr Engel auf Erden wünscht, ist das emotionale Highlight des Albums perfekt. Als Bonus wurde noch "Doin' It" (feat. Yukmouth, Chillest Illest und Ome) mit auf die Scheibe gepresst, allerdings klingt dieser Song doch sehr poppig und sollte damit nur wenigen eingefleischten Strange Music Fans gefallen.

Die angekündigte lockere Platte wurde mit "The Gates Mixed Plate" in die Tat umgesetzt. Zwar ist dieses Album bei Weitem nicht so faszinierend wie "K.O.D.", aber das war ja auch gar nicht das Ziel. Wie schon die letzte Collabos-Platte "Sickology 101" eignet sich auch dieses Werk besonders gut, um einfach mal abzuschalten, sei es mit chilligen oder eher durchgeknallten und aggressiveren Tracks. Wem die Strange Music Releases der letzten 2-3 Jahre gefallen haben, dem wird garantiert auch "The Gates Mixed Plate" liegen, alle, die Tech erst seit "K.O.D." kennen und etwas Ähnliches erwarten, sollte vorher lieber einmal rein hören.
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 27, 2010 11:50 AM MEST


Teflon Don
Teflon Don
Preis: EUR 9,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stilveränderung zum richtigen Zeitpunkt, 5. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Teflon Don (Audio CD)
Es ist wieder einmal Sommer und pünktlich wie jedes Jahr steht Rick Ross mit einem neuen Album auf der Matte. Sein weichgespülter Vorgänger "Deeper Than Rap" erntete ja zurecht einiges an Kritik, im Beef mit 50 Cent hat er keine Chance, noch dazu nehmen viele die Gefängniswärter-Story und die ganzen Mafia-Märchen dem 34-jährigen Rapper aus Miami immer noch übel - keine leichte Zeit also für den Mann mit dem rauen Organ, aber auch ein guter Zeitpunkt neu anzufangen. Und dies tut Rick Ross mit seiner neuen Platte "Teflon Don", deren Titel von Mafiosi John Gotti übernommen wurde, was dessen Erben gar nicht so lustig finden. Auf viel weniger vom gewohnten Miami-Style muss man sich hier einstellen. Nur drei J.U.S.T.I.C.E. League Produktionen, die Runners waren diesmal gar nicht dabei und auch auf Seite der Features findet sich niemand aus dem Sunshine State wieder. Ob Rick Ross der Wandel gut tut, oder ob er lieber auf das alte Erfolgsrezept hätte setzen sollen, checken wir nun.

Der Opener des mit nur 11 Tracks nicht gerade langen Albums trägt den etwas widersprüchlichen Titel "I'm Not A Star" und ist gleichzeitig der einzige Song, bei dem Rick Ross alleine am Mic steht. Da kaum ein anderer Rapper so sehr mit Pelzen, Autos, Schmuck etc. protzt wie der gute Rick, fragt man sich doch, was er uns damit sagen will, aber wirklich wert auf die Lyrics legen sollte man bei ihm wohl eh nicht. Gepaart mit einem wuchtigen und dunklen Beat zeigt sich das Schwergewicht aus Florida motiviert wie eh und je, setzt seine Stimme gekonnt ein und eröffnet "Teflon Don" mehr als ordentlich. Etwas ruhiger geht es hingegen bei "Free Mason" zur Sache. Offiziell ist nur Jay-Z als Feature gelistet, doch der aufmerksame Hörer wird sofort John Legend erkennen, der den Track mit ein paar Background Vocals aufpeppt, was besonders in dem melodischen Refrain wirklich klasse klingt, aber auch die schlicht gehaltenen Strophen von Rick Ross und Jay-Z können überzeugen. Ungewohnt ernst und emotional präsentiert sich "Tears Of Joy", das mit schönem Mix aus E-Gitarre und Piano die perfekte Grundlage für Ricky Rozay und seinen Gast Cee-Lo, der eine Galavorstellung abliefert und das Lied zu einem der besten des Albums macht. Seit "Trilla" gehört die "Maybach Music" schon zum festen Inventar eines Rick Ross Albums, so wirklich gelungen war jedoch nur das Original. Auch "Maybach Music III" hält sich an den chilligen Style seiner Vorgänger, kann zu Beginn auch mit seinen seichten Klängen und dem smoothen Bass punkten, leider sind die Features T.I. und Jadakiss nicht gerade dafür bekannt einen runden Flow an den Tag zu legen und so leiern sie ihre Parts nicht gerade hochklassig runter, dafür klingt der Refrain von Erykah Badu wesentlich besser als der von T-Pain auf "Maybach Music II".

Nicht Florida, dafür eher Wilder Westen, so klingt "Live Fast, Die Young", die wohl beste Nummer von "Teflon Don". Flotte Claps in Kombination mit Trompeten sorgen für einen lässigen Desperado-Sound, der sich gewaschen hat. Diesmal ist Kanye West der Gast, der wieder so rappt, wie zu Beginn seiner Karriere - sehr fresh das Ganze, ein echter Ohrenschmaus. "Super High" war die Lead Single des Albums, dürfte daher sicher auch einigen ein Begriff sein. Sommerlich frisch groovt die Produktion, verbindet jazzy Instrumente mit Soul-Flavor und lässt somit die Sonne Floridas aus der Anlage scheinen. Der von Ne-Yo eingesungene Hook passt insgesamt recht gut, könnte dem ein oder anderen vielleicht eine Spur zu poppig sein. Danja ist verantwortlich für "No. 1". Bei ihm einen guten Beat zu finden gleicht jedoch der berühmten Suche nach der Nadel im Heuhaufen, die auch mit diesem Song leider erfolglos bleibt. Eintönig und langweilig hämmert der Bass vor sich hin, Ross kann nichts retten und die Strophe von Diddy klingt sogar richtig schrecklich, lediglich der kitschige Refrain von Trey Songz dürfte eventuell ein paar Ladies verzücken. Insgesamt das Schwächste, was "Teflon Don" zu bieten hat. Härteren Down South Hip Hop bekommen wir danach mit gleich zwei Titeln geboten, nämlich "MC Hammer" (feat. Gucci Mane) und "B.M.F. (Blowin' Money Fast)" (feat. Styles P), die mit mächtigen Bässen auffahren, die die Boxen zum Beben bringen. Stilistisch ähneln sich die beiden doch sehr, im Detail betrachtet ist "MC Hammer" jedoch etwas hochwertiger, da spektakulärer, außerdem passt das Feature in Person von Gucci Mane besser dazu. Wenn es im Rap momentan einen Mann der Stunde gibt, dann wohl Drake. Er ist auf so gut wie jedem Mainstream Album dabei, so auch hier. "Aston Martin Music" heißt das entspannte Stück, bei dem Drake wie so oft zeigt, dass der Hype um ihn nicht gerechtfertigt ist. Lahmer Flow und furchtbarer Auto-Tune Gesang machen den Song unnötig schlecht, würden Rick Ross und Chrisette Michelle ihn alleine performen, wäre er ganz in Ordnung. Dafür zeigt Raphael Saadiq auf "All The Money In The World", wie man richtig singt. Im Gegensatz zu den vorherigen Liedern klingt hier wieder alles nach dem sommerlichen Sound aus Florida, perfekter Ausklang.

Die Stilveränderung hat Rick Ross wirklich gut getan, ein Aufschwung zum letzten Album ist deutlich zu erkennen. Zwar werden sich einige den alten Sound zurückwünschen, doch sind wir ehrlich, so ein Trend bekommt immer schnell seine Abnutzungserscheinungen, umso besser dass Rick nicht wieder das Selbe gebracht, sondern sich weiterentwickelt hat. Insgesamt ist "Teflon Don" bis auf ein paar Ausnahmen durchgehend gelungen, besonders was die Produktionen betrifft, wobei weniger Features wünschenswert gewesen wären. Fans von Rick Ross werden mit diesem Album garantiert wieder ihre Freude haben, auch wenn es so kurz ist. Alle andern müssen für sich entscheiden, ob sie dem entlarvten Officer noch eine Chance geben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 26, 2010 12:33 PM MEST


The War Report 2
The War Report 2
Preis: EUR 18,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen More War Reports on CNN Channel, 3. August 2010
Rezension bezieht sich auf: The War Report 2 (Audio CD)
Lange war es still um CNN, bis sie 2009 mit "Channel 10" ein passables Comeback hinlegten. Nur ein Jahr danach liefern uns die Jungs aus New York ihr insgesamt viertes Album ab, das Sequel zu ihrem legendären Debüt "The War Report" von 1997. Mittlerweile haben Capone-N-Noreaga bei Reakwon's Label IceH2O unterschrieben, dem gelang vor Kurzem ja eben genau ein solch zweiter Teil zum Classic aus den 90ern mit viel positiver Resonanz. Bleibt nun die Frage, ob CNN das auch so hinbekommen. Features wie The LOX, Nas, Busta Rhymes oder Chef Raekwon machen auf jeden Fall schon einmal Lust auf mehr.

The Alchemist schmiedete mit "Pain" einen düsteren, QB typischen Banger, der uns einen gelungenen Einstand ins Album garantiert, auch Capone und N.O.R.E. zeigen eine solide Performance. Für die richtige Stimmung ist also gesorgt. "Bodega Stories" versucht dies fort zu führen, klappt zwar bedingt, denn auch dieser Song klingt unbehaglich, dunkel und bedrückend, leider aber auch recht eintönig, so dass nach ein paar Takten schon jeglicher Reiz verloren geht, auch die nicht übermäßig motivierten Verse von CNN und den Kollegen Jadakiss, Sheek Louch und Styles P von The LOX helfen da nicht besonders. Die Problematik des Reiz-Verlierens wird uns auf "The War Report 2" noch öfter begegnen, beispielweise bei den nächsten Titeln "Dutches v. Phillies v. Bamboo" (feat. Reakwon) oder "My Attribute". Die fangen zwar recht vielversprechend an, verlieren sich allerdings nach wenigen Augenblicken in einer unsagbar langweiligen Monotonie, dass es einfach keinen großen Spaß macht da länger zuzuhören. Wo sind die Banger, die "Channel 10" teilweise zu bieten hatte? Hier (noch) nicht. Endlich aufwärts in Sachen Qualität geht es mit "Hood Pride", einer Kollabo mit Faith Evans. Neo Da Matrix schmiedete einen mächtigen Beat mit ordentlicher Wucht, drückenden und emotionalen Elementen, was alles sehr pompös rüberkommt. Die Rhymes kommen bei so einem Stück natürlich gleich eine Spur cooler, auch wenn wir nichts wirklich Neues erzählt bekommen - egal, das Ding haut rein und beinhaltet mit Faith Evans' Refrain den optimalen Abschluss zu den Strophen der beiden Veteranen.

Queensbridge Legende Nas ist der Stargast von "With Me", einem weiteren der sehr rar gesähten Highlights dieser LP. Ähnlich wie bei "Pain" spürt man hier wahrlich den New Yorker Street Sound - rough, direkt, hart und nicht all zu freundlich, so muss das sein. Nas stielt den anderen beiden zwar so ein bisschen die Show, was auch daran liegt, dass er den Hook performt, aber auch sein Flow kommt sowas von geschmeidig, dass man sich wieder in die goldenen Zeiten des Rap zurück versetzt fühlt. "Live On Live Long" war einer der besten Tracks von "The War Report", auf "The War Report 2" befindet sich daher nicht wirklich überraschend "Live On Live Long Pt. 2". Dieser ist Tragedy Khadafi gewidmet, der ja bekanntlich hinter schwedischen Gardinen sitzt. Schön gefühlvoll mit Piano und weichem Beat im Gepäck, zwischendurch gibt's sogar noch ein Sample von der Original-Version, klingt das Instrumental doch schon recht fein, aber auch mit ihren Worten für den Homie können Capone-N-Noreaga punkten. Guten alten Mafiosi-Flavor bringt "The Oath" mit sich. Fast schon dramatische Violinen haben fast schon was vom "Godfather" Soundtrack, dazu hämmert ein richtiges Brett von Bass mit mitreißendem Rhythmus, so dass man gar nicht anders kann als mit dem Takt mitzugehen. Zusammen mit Raekwon und Busta Rhymes schwören CNN ihren Eid, eine Rap-Session, die sich gewaschen hat. "Brother From Another" drückt ein bisschen auf die Tränendrüse, macht mehr als eindeutig klar, dass Capone und N.O.R.E. sich als Brüder sehen und ist damit das wohl emotionalste Stück der Platte. Leider war es das dann schon mit wirklich erwähnenswerten Liedern. Der Rest um die harten "Thug Planet" (feat. Imma Thug & Musaliny) und "Scarface" oder das durch Avery Storm's Performance recht lockere "The Corner" sind zwar nicht schlecht, aber eben auch nicht mehr als Standard, der kaum noch Begeisterung auslöst.

Capone-N-Noreaga scheitern zwar an "The War Report" anzuknüpfen, doch wenn wir ehrlich sind, haben sie das während ihrer kompletten Karriere nie wieder geschafft, sei es Solo oder als Team, deshalb kommt dies nun wenig überraschend. Im Vergleich zu anderen aktuellen Rap Alben kann man "The War Report 2" als solides Mittelmaß bezeichnen, das mittelmäßige Tracks, aber auch High- und Lowlights in sich vereint. Wer auf Rap aus den 90ern steht, macht mit diesem Werk nicht viel verkehrt, alle anderen sollten vor Erwerb gründlich die Hörproben checken.


Heroin
Heroin
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 14,31

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen A musical Drug, 1. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Heroin (Audio CD)
Mit seinem neuesten Album "Heroin" schließt Z-Ro die 2008 mit "Crack" begonnene Trilogie der Drogen-Titel. Insgesamt ist es nun schon sein siebtes Werk, das er für das Traditionslabel Rap-A-Lot Records abliefert, zählt man die zig älteren LPs und Mixtapes dazu, kommt man auf eine riesige Discografie - dem Mann scheinen die Ideen nicht auszugehen. Wie schon bei den letzten Alben legte der Mo City Don selbst Hand bei den Beats an, ca. die Hälfte stammt von ihm, ansonsten war wieder einmal der Meister Mike Dean am Werk, außerdem Steve Beelow, Bigg Tyme und Big E. Auf Seite der Features müssen wir leider auf die alten Guerilla Maab Kollegen Dougie D und Trae verzichten, dafür sind aber Screwed Up Click Mitglieder um Mike D, Lil Flip und Chris Ward dabei, nicht zu vergessen der selbsternannte R&B Supastar Billy Cook.

Der Einstand fällt mit "Never Let It Go" sehr bescheiden aus, was man Mike Dean in die Schuhe schieben muss, da seine Produktion doch mehr als eintönig und damit langweilig geworden ist, da kann auch ein Z-Ro nicht mehr viel retten. Das wiedervereinte Duo Paul Wall & Chamillionaire gibt sich bei "Denzel Washington" die Ehre. Wenn man Lyrik und Style des Beats näher betrachtet, so passen sie überhaupt nicht zu Z-Ro, man hat eher das Gefühl die anderen hatten hier das sagen. Kraftvoll und mit vielen Synthesizer-Elementen pumpt das Stück, dazu erzählen uns die drei, was für coole Macker sie sind - wie gesagt, nicht unbedingt das typische Z-Ro Niveau und auch Chamillionaire hatte sich mal vorgenommen, von solchen Themen Abstand zu nehmen. Wenigstens kann man sich über den lässig eingesungenen Refrain von Koopa und Ro freuen. Nach diesem mäßigen Einstand, der später auch noch das kitschige und selbstverliebte "Boss" (feat. Mýa) bietet, kommen wir mit "Driving Me Wild" endlich wieder zur alten Qualität. Emotional, mit schöner slowen Melodie und mit einem aus der Tiefe kommenden Bass macht das Instrumental schon richtig Spaß. Zwar dreht sich der Track um eine Lady, doch dank Z-Ro's großartigem Mix aus Gesang mit im Tempo von langsam zu Highspeed variierendem Flow, wird auch so etwas interessant. Ähnlich gut geht es mit dem ebenfalls vom Klang sehr rund und smooth gehaltenen "Thug Nigga" weiter, bevor man mit "Blast Myself" eine durchaus dramatische Nummer erreichet. Der King Of The Ghetto schafft es wie so oft die Situation und Stimmung seines Königreichs in Worte zu fassen, dazu passend bleibt das Instrumental anfangs recht schlicht, sodass man ihm gut folgen kann, erst nach der zweiten Strophe drückt der Bass dann etwas stärker, Claps kommen hinzu und ein großartiger Song mit Gänsehautfaktor entsteht.

"Do Bad On My Own" birgt eine kleine Überraschung für G-Maab Fans, denn der Refrain wurde von "No Help", das auf Trae's 2006er Album "Restless" vertreten war, übernommen, mitsingen klappt also gleich beim ersten Mal. Z-Ro's Rhymes drehen sich um die weniger schönen Seiten eines Gangsters, unterlegt wird das Ganze von einem traumhaft gefühlvollen Stück, das wirklich reingeht wie Butter. Entspannten S.U.C. Style liefern uns Z-Ro und Mike D mit "Real Or Fake", dessen Beat zwar Drive hat und einen im Takt mit nicken lässt, des Gesamtbild bleibt jedoch ein ausgezeichneter Song zum Chillen - Rap aus Texas, wie er sein soll! Einen kleinen Vorgeschmack auf das geplante Kollabo-Album "Legendary" zusammen mit Billy Cook gibt es mit "Gangsta Girl" zu hören. Bei diesem Titel herrscht kein Zweifel: wir haben es mit einem Love-Song zu tun. Seichte R&B Sounds mit Schlafzimmer-Atmosphäre, dazu Billy Cook, einer der besten Soul-Sänger, der auch den Großteil performt, und Z-Ro, der zwar ebenfalls einen gelungenen Part am Start hat, aber eher wie ein Statist wirkt. Wer R&B mag, wird den Titel lieben, alle anderen werden wohl zu dem eher mittelmäßigen, etwas zu entspannten "Eyez On Da Prize" weiter skippen. "Move Your Body" zeigt uns Z-Ro, wie wir ihn bisher nie erlebt haben, nämlich in Kombination mit sommerlichem Reggae-Flavor. Und auch wenn das Lied karibische Sommerstimmung verbreitet, so bleibt der Inhalt recht hart, Gangsta Sh*t at it's best. Besonders cool: die gescrewte Strophe am Ende und natürlich wieder einmal der Hook, darin ist Z-Ro einfach unschlagbar. Gegen Ende werden mit "Rollin On Swangaz" die dicken Karren aus der Garage geholt und zusammen mit Chris Ward durch Houston gecruist, was mit Texas typischer E-Orgel Unterstützung geschieht. Auch beim letzten Song "Letz Ride" ist Chris Ward mit am Start und macht mit Z-Ro aus diesem düsteren Stück noch ein kleines Highlight, das "Heroin" angemessen ausklingen lässt.

Während andere Rapper aus Texas um Paul Wall, Lil Flip oder Mike Jones durch ihre mäßigen Alben immer mehr in die Belanglosigkeit abdriften, schafft es Z-Ro mit seinen einmaligen Skills, bewegenden Texten und eingängigen Produktionen erneut, ein richtig starkes Album abzuliefern. Zwar muss "Heroin" auch Kritik einstecken, insgesamt gesehen schafft es die Platte jedoch zu überzeugen, da könnte sich so manch einer eine Scheibe von abschneiden. Für Fans von Z-Ro ist natürlich auch diese Platte wieder einmal Pflicht, aber auch andere, die nach Down South Rap mit Niveau suchen, liegen hier richtig.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 3, 2010 8:40 PM MEST


Crown of Thorns
Crown of Thorns
Preis: EUR 19,98

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starkes Solo-Debüt von Rakaa, 30. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Crown of Thorns (Audio CD)
Für Fans von Conscious Rap gab es in den letzten Monaten wenig zu meckern, denn Künstler wie Reflection Eternal, Panacea, Chali 2na, Murs, Guilty Simpson oder The Roots verwöhnten mit ihren neuen Werken unsere Ohren. Nun veröffentlicht auch Rakaa, seines Zeichens ein Drittel der legendären Hip Hop-Kombo Dilated Peoples, sein erstes Solo-Album namens "Crown Of Thorns". Da innerhalb der Dilated Peoples immer noch alles harmonisch abläuft, ist es nicht verwunderlich, dass Babu und Evidence auch hier ihren Teil beisteuerten, sei es in Beat oder Rap. Ihnen standen weitere bekannte Producer wie DJ Honda, Exile, Oh No oder El-P und Künstler um KRS-One, Krondon, Defari und Fashawn zur Seite, was doch alles schon sehr nach hochklassigem Hip Hop klingt. Ob das Ganze auch funktioniert, sehen wir jetzt.

"Crown Of Thorns" startet mit dem Titel gebenden Song richtig kraftvoll und selbstbewusst. Ein dicker Bass, begleitet von Claps und mystischen Hintergrundklängen sorgt für eine tolle musikalische Untermalung, Rakaa punktet mit unaufgeregtem und abgeklärtem Flow, als i-Tüpfelchen garniert Aloe Blacc den Track mit einem butterweichen Refrain. Ähnlich viel Power kann "The Observatory" vorweisen, ein Stück bei dem uns Rakaa von all den Missständen erzählt, die er von seinem Observatorium aus beobachtet. Mad Lion sorgt hier mit seinem aggressive performten Hook für etwas Ernst, sein jamaikanischer Slang bringt zusätzlich ein exotisches Element mit ein. Die Evidence "Delilah" wummert angenehm entspannt aus dem Speaker, klingt frisch und beinhaltet auch eine soulige Note, ein wirklich guter Track um zwischendurch mal etwas abzuschalten. Oldie KRS-One gibt sich auf "Human Nature (Now Breathe)" die Ehre neben Rakaa am Mike. Ein bisschen Boom Bap gepaart mit melodischen Flötentönen begleitet die beiden, reißt zwar keine Bäume aus, klingt dennoch solide. Solide ist auch die Arbeit der beiden MCs, nicht schlecht, aber gerade von einem KRS-One könnte man ein wenig mehr erwarten. Mit wunderbarem Groove kommt "C.T.D.", was für "Connect The Dots" steht, um die Ecke und begeistert schnell mit seinem temporeichen und fröhlichen Sound, für den in erster Linie ein Piano, der flotte Takt und die Background-Vocals verantwortlich sind, wozu Rakaa's Stimme und Rapstyle wie gemacht scheinen.

Madlib's Bruder Oh No trägt die Verantwortung für "Assault And Battery", ein Song, der eindeutig als Geschmackssache zu bezeichnen ist. Recht unmelodisch, dafür sehr elektronisch und kraftvoll gestaltet, was auf der einen Seite etwas Faszinierendes hat, auf der anderen jedoch auch ziemlich schnell nerven kann. Eine internationale Co-Produktion stellt der "Ambassador Slang" dar. Der Beat stammt vom Japaner DJ Honda, die Features um Tasha, Tiger JK, Roscoe Umali, BIGRYZN & MOSPHIT, Dumbfoundead, Tassho Pearce, Tablo & Mithra Jin, Jay Jaballas und King Kapisi stammen aus solch für Hip Hop eher exotischen Ländern wie Neuseeland, Philippinen, Korea oder Hawaii. Energiegeladen und dunkel poltert die Produktion, die leider nicht zu den großen Highlights der Musikgeschichte zählt, dazu liefert das riesige Aufgebot an MCs eine mal mehr, mal weniger gelungene Rap Session. Insgesamt also ein zwar aufsehenerregender, aber nicht besonders guter Song. Nach dem sehr düsteren "Eyes Wide", gemeinsam mit Strong Arm Steady Mitglied Krondon, bekommen wir mit "Mezcal" den wohl lässigsten Smash von "Crown Of Thorns" zu hören. Ein cooler Latino Style erinnert uns mal wieder daran, dass es in Los Angeles auch viele Mexikaner gibt, deren Einflüsse sich hier nicht verbergen lassen. Auch Rakaa lässt bei diesem sommerlichen Stück den relaxten Rapper raushängen, flowt elegant und verarbeitet so dieses Instrumental perfekt. Ziemlich schräg zeigt sich der El-P Banger "Mean Streak", dessen fetter Bass und die abgefahrenen Hintergrundelemente in Kombination mit Chali 2na's Refrain einen richtig in seinen Bann ziehen, auf lyrischer Seite wird der Graffiti Szene Respekt gezollt. Zum Ausklang dient ein nachdenklicher und äußerst gefühlvoller Slow Jam namens "Upstairs", der für ein gelungenes Ende eines gelungenen Albums steht.

Rakaa brauch sich mit seinem ersten Solo-Album nicht vor den großen Werken der Dilated Peoples bzw. den ebenfalls gelungenen Platten von Kollege Evidence zu verstecken, denn sein "Crown Of Thorns", das übrigens nichts mit Jesus' Dornenkrone, sondern mit den Strahlen der Sonne zu tun hat, fügt sich nahtlos ein und hält auch mit den anderen gelungenen 2010er Alben ohne Probleme mit. Einen Classic darf man hier zwar nicht erwarten, dafür ein Album, das einem viel bietet, wenn man sich die nötige Zeit dafür nimmt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2010 6:21 PM MEST


How I Got Over
How I Got Over
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Still Phillie's Finest, 18. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: How I Got Over (Audio CD)
Eigentlich sollte schon vor zwei Jahren nach dem letzten Album "Rising Down" Schluss sein mit den Roots, doch wie so oft bei der geplanten Hip Hop Rente kam es auch hier mal wieder anders als geplant. Seit weit über 15 Jahren ist die Crew aus Philadelphia, deren aktuelle Besetzung aus den beiden Urgesteinen Black Thought und Questlove sowie den Kollegen Kamal Gray, Captain Kirk, Frank Knuckles, Tuba Gooding Jr. und dem Neueinsteiger Owen Biddle besteht, nun dabei, seither wurde ihr Style nie langweilig oder verlor etwas von seiner Ausstrahlungskraft - das muss erst mal einer schaffen! "How I Got Over" ist der Titel der neuen Roots-LP, die mit altbekannten Wegbegleitern um Dice Raw, Truck North, Peedi Peedi oder P.O.R.N. den langjährigen Fans gewohnt gute Unterstützung für Black Thought bietet, aber auch andere bekannte Leute wie Phonte und Blu lassen hier etwas von sich hören.

Das mit nicht einmal 43 Minuten recht kurze Album findet seinen Beginn mit einem relaxten und jazzy Intro namens "A Peace Of Light", was einen hervorragend auf das Kommende einstellt. Der erste richtige Song trägt den Titel "Walk Alone", einem Song über den persönlichen Struggle, bei dem zunächst Truck North eine Strophe kickt, danach folgen P.O.R.N., Black Thought und Dice Raw mit einem butterweichen Refrain über ein gefühlvolles Stück, bei dem besonders ein Piano einen wichtigen Part spielt, aber auch Schlagzeug und E-Gitarre finden einen dezenten Einsatz. "Dear God 2.0" wurde als Single ausgekoppelt und dies auch völlig zu recht, denn es ist einer der schönsten Tracks der Platte. Lyrisch geht es, wie der Name schon vermuten lässt, um die Worte, die man bzw. Black Thought an den Herrn richtet. Unterlegt wird dies mit einem etwas geheimnisvolleren Stück, das auf der einen Seite dunkel, auf der anderen aber auch hoffnungsvoll klingt und in dem eingesungenen Refrain der Monsters Of Folk seinen souligen Höhepunkt findet. Das darauf folgende "Radio Daze" lässt es eine Spur entspannter angehen, groovt angenehm vor sich hin, ist dank der Roots typischen instrumentalen Begleitung ein geschmeidiger Ohrenschmaus und verbindet wieder einmal gekonnt die Verse mit dem Refrain, bei denen hier Blu, P.O.R.N. und Dice Raw beteiligt sind, zu einem vor Soul sprühenden Song.

Titelsong "How I Got Over" bringt mit seiner beschwingten und frischen Art etwas Abwechslung in die sonst recht ruhigen Töne des Albums. Besonders Questlove und sein Schlagzeug kommen hierbei zur Geltung, noch dazu bringt eine E-Orgel coole Old School Flavor mit ein. Black Thoughts Flow fesselt und lässt nicht mehr los, doch auch Dice Raw muss wie so oft auf dieser Platte positiv erwähnt werden, denn seine Hooks sind oftmals das Salz in der Suppe. Komplett anders, jedoch nicht minder gut, präsentiert sich "Right On", dessen Bässe fast schon hypnotisch vor sich hin wummern und dessen freaky Scratches und diverse andere Elemente ein wenig nach Wunderland klingen. Da passen Sängerin Joanna Newman, zuständig für den Refrain, und STS mit ihren einmaligen und außergewöhnlichen Stimmen wie die Faust aufs Auge und lassen Black Thought fast schon wie ein Nebendarsteller da stehen, wobei er sich natürlich auch keine Blöße gibt. John Legend begegnet uns sowohl auf "Doin' It Again", eine Art Fortsetzung seines Songs "Again", und auf "The Fire". Beide kombinieren selbstbewusste und kraftvolle Texte vom Roots Frontmann mit melodischen, von R&B geprägten Instrumentals und den eingesungenen Parts von Kanye West's Entdeckung John Legend. Wer Gefallen daran gefunden hat, der kann sich bereits auf den Herbst freuen, denn da soll ein gemeinsames Album von Legend und den Roots mit dem Titel "Wake Up!" in die Läden kommen. Was bis hier alles so harmonisch geklungen hat, wird mit dem Ende bedauerlicher Weise komplett zerstört. "Web 20/20" heißt der Übeltäter, der unmelodisch und sehr elektronisch vor sich hin poltert und schon früh die Nerven strapaziert. Auch "Hustla" kann man nicht mehr gerade als das Gelbe vom Ei bezeichnen, da es aber nur als Bonus Track gelistet wird, fällt das nicht so schwer ins Gewicht.

Sie haben es mal wieder geschafft! Auch das neueste Werk der wohl besten Live-Performer im Hip Hop Sektor bietet die alte Qualität in neuem Gewand. Zwar ist "How I Got Over" nicht perfekt, aber kein all zu großes Stück davon entfernt und schürt noch dazu Vorfreude auf "Wake Up!". Wer die Jungs schon länger kennt, wird genau wissen, was ihn erwartet, ansonsten kann man diese Platte allen empfehlen, die auf Conscious Rap á la Mos Def und Talib Kweli stehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 22, 2010 10:58 PM MEST


The Archandroid
The Archandroid
Preis: EUR 14,49

15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Großes Kino im CD-Format, 12. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: The Archandroid (Audio CD)
Immer gleich klingende Synthie-Plastik-Beats und übertrieben schnulzige Texte ließen R&B in der jüngeren Vergangenheit immer mehr verkommen und sorgten für eine schnelle Abnutzungsdauer. Janelle Monáe wirkt da fast wie ein Befreiungsschlag. Schon mit ihrer Debüt EP "Metropolis: Suite I" setzte die 24-jährige Sängerin aus Kansas City ein Ausrufezeichen, nun erscheint also ihr erstes Album, welches im Gegensatz zum Vorgänger auch bei uns veröffentlicht wird. "The ArchAndroid (Suites II and III)" macht da weiter, wo das Debüt aufgehört hat, nämlich mit einem futuristischen Mix aus Soul, Blues, Funk, Pop und etwas Rock, dem sofort anzumerken ist, dass Janelle sich auch weiterhin von ihrem Lieblingsfilm, dem Klassiker "Metropolis", inspirieren lässt. Nun genug der Worte, folgen wir der Künstlerin, hinein in ihre faszinierende Welt.

"Metropolis" ist bei Janell Monáe allgegenwärtig und so leitet ein aufregendes, mal dunkles, mal heiteres Stück, das ganz im Stile der Stummfilme von einem Orchester eingespielt wurde, "The ArchAndroid" mehr als vielversprechend ein. Der erste richtige Song "Dance Or Die" klingt dagegen ein wenig moderner, aber auch alles andere als konventionell. Mit funky E-Gitarren-Groove und vielen rhythmischen Elementen ausgestattet, fordert uns die Lady zum Tanz auf, zeigt dabei, dass sie auch rappen kann und lässt nebenbei Hip Hop Poet Saul Williams noch ein paar Worte los werden. Was für ein Beginn! Wo wir gerade so in Tanzlaune sind, geht es auch gleich mit dem packenden "Faster" weiter, das noch eine Stufe fetziger ist, wunderbar in den Sommer passt und für gute Laune sorgt. Außerdem kommt man das erste Mal so richtig in den Genuß ihrer tollen Stimme. Die ist zwar kein all zu kräftiges Organ, dennoch einzigartig und wie für ihren Stil gemacht. "Locked Inside" zeigt uns die schöne Seite der Liebe. Wieder einmal ist der Funk ein zentraler Bestandteil, dessen Bass uns von der ersten Sekunde an im Takt mitwippen lässt, um das Ganze nicht zu eintönig wirken zu lassen kommt noch ein Touch Easy Listening und eine Prise E-Gitarre hinzu, ganz zu schweigen von Janelle und ihrer Message, die besonders während des Refrains wirklich traumhaft ist.

Um dem Album Abwechslung zu verleihen, gibt es zwischendurch immer mal wieder etwas kürzere Stücke wie "Sir Greendown", "Neon Gumbo" oder die Einleitung von "Suite III", sowie etwas abgedrehte Songs wie "Mushrooms & Roses", die einen in eine ganz andere - in Janelle's - Welt mitnehmen. Teils verträumt und märchenhaft, teils aber auch mystisch und unheimlich, oft faszinierend, aber auch nicht leicht verdaulich. Ist sicher nicht jedermanns Sache, fordert auch ungeteilte Aufmerksamkeit vom Hörer, ist also nicht gerade der passende Soundtrack für nebenbei, wenn man sich aber damit auseinandersetzt, wird man schnell das kreative Genie von Miss Monáe erkennen.

Locker beschwingt swingt Janelle nebst Entdecker Big Boi von OutKast in der Blues lastigen Nummer "Tightrope", die durch ihren Status als Lead-Single sicher so manchem schon bekannt ist. Komplett anders präsentiert sie sich mit "Come Alive (The War Of Roses)". Stark und selbstbewusst, auch das böse Mädchen kommt so etwas heraus, wenn der verruchte Gitarrensound während der Strophen im Gange ist und im Refrain richtig losgerockt wird. Ein Wahnsinns-Stück, bei dem die junge Lady auch als Rockröhre eine gute Figur macht. Es ist schon beeindrucken, wie viel auf "The ArchAndroid" geboten wird und so sind auch Lieder wie der Lovesong "Neon Valley Street", der wieder diesen Film-Charakter hat, das flotte Dance-Punk Stück "Make The Bus" zusammen mit Of Montreal und das schon etwas freaky daherkommende "Wondaland", das tatsächlich nach Wunderland klingt, richtig unterhaltsam. Zwar zieht Janelle ihren Style bis zum Ende hin durch, doch leider beim sonst krönenden Abschluss muss man Kritik anbringen, denn der fällt mit "57821" oder "Say You'll Go" tieftraurig und fast schon lethargisch aus, was prinzipiell nicht schlecht, dennoch sehr anstrengend anzuhören ist, besonders in so konzentrierter Form wie hier.

Wow... was für ein Knaller, den Janelle Monáe da mit "The ArchAndroid" abgeliefert hat. Schon lange gab es im Black Music Sektor kein Album mehr, dass so faszinierend, unterhaltsam und hochklassig produziert wurde, wie die erste LP der jungen Androidin, kein Wunder, dass Hip Hop Mogul P. Diddy schon längst unter Vertrag genommen hat. Zwar ist die Scheibe nicht perfekt, denn um jeden Geschmack zu treffen, wurde einfach zu viel experimentiert, im Großen und Ganzen hinterlässt "The ArchAndroid" aber einen mehr als positiven Eindruck und weckt den Wunsch nach weiteren Platten der "Metropolis"-Liebhaberin, die vor einer großen Zukunft steht.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 12, 2010 6:47 PM MEST


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