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Beteigeuze

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Gruselkabinett - Folge 90: Die Farbe aus dem All
Gruselkabinett - Folge 90: Die Farbe aus dem All
Preis: EUR 6,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kongeniale Hörspielumsetzung, 17. September 2014
"Die Farbe aus dem All" gehört für mich persönlich zu Lovecrafts besten Geschichten. Sie bleibt seinem fiktiven Pantheon treu, ohne dass man für sie irgendeine andere Lovecraft-Geschichte lesen muss, um alles erfassen zu können. Außerdem lebt sie von einer atmosphärischen Dichte und lauernden Bedrohung, wie nur Lovecraft wusste sie zu erzeugen.

Und darin bestand schon immer die Krux bei Umsetzungen von Geschichten des Einsiedlers aus Providence: Wie zaubert man die Magie des geschriebenen Wortes in ein lebendiges Hörspiel (oder Film). Denn wie auch bei Poe leben Lovecrafts Geschichten über seine Erzählkunst. Nimmt man diese weg bzw. verändert man sie, weil es das Medium erfordert, geht ein wichtiger Teil dieser Magie verloren. So war es auch bei fast allen bisherigen Umsetzungen seiner Stoffe hier im Gruselkabinett. Nicht falsch verstehen, mir haben die Folgen allesamt gut gefallen. Jedoch fand ich immer schade, dass man sich entweder zu sklavisch an die erzählte Form der Story gehalten und sie somit fast hörbuchartig vorgetragen hat (Schatten über Innsmouth), oder sie um dem Medium Hörspiel gerecht zu werden so verwandelt hat, dass sie etwas ins seichte Fahrwasser geriet (Berge des Wahnsinns). Dazwischen gab es natürlich viel gelungenere Varianten. Man merkte immer, das Team von Titania sucht nach einem guten Weg, die Probleme bei Lovecraft-Geschichten, die bei einer Hörspielumsetzung auftreten, zu lösen. Bisher ist dies am besten bei "Der Tempel" gelungen.

Bis zu dieser Folge hier, wie ich persönlich finde.

Die Originalstory lebt von der Lovecraft-typischen Erzählkunst, die viel mit Rückblicken arbeitet. Das wurde hier auch umgesetzt, aber eben nicht allein über jemanden, der die Geschichte erzählt, sondern die Handlungsstränge wurden auch hörspielartig umgesetzt. Dies ist hier in meinen Augen sehr gut gelungen und erzeugt genau die richtige Stimmung.

Das Grundgerüst der Handlung ist erst einmal sehr einfach: Ein kleinerer Meteorit stürzt in einem bewaldeten Siedlungsgebiet ab und es verändern sich Natur und Menschen. Mehr sei hier nicht verraten. Kleine Nerd-Info am Rande: Wer Teil 1 der Verfilmung der Creepshow-Comics kennt, wird in der Kurzgeschichte von Stephen King, in der King selbst mitspielt und als doofes Latzhosen-Landei einen kleinen abgestürzten Meteoriten mit nach Hause nimmt, sofort erkennen, wo King sich die Inspiration für seine Story hernahm.

Was die Soundkulisse und die Sprecher betrifft, gab es da bei Titania niemals Anlass zur Klage, so auch hier nicht. Was mir noch besonders gefällt, ist die Musik in dieser Folge. Wie ich finde, ist sie hier ein wichtiger Bestandteil, der das gute Bild, das diese Folge abgibt, nochmal besonders unterstreicht.

Rundum gelungen und für mich direkt zu einem Gruselkabinett-Klassiker avanciert.


Die Grabgewölbe von Yoh-Vombis: Gesammelte Erzählungen. Band 2
Die Grabgewölbe von Yoh-Vombis: Gesammelte Erzählungen. Band 2
von Clark Ashton Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klarkash-Ton II., 27. Dezember 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Hierbei handelt es sich um Band 2 der geplanten 6-bändigen Reihe, die alle Erzählungen Clark Ashton Smiths umfasst. Wer also hier gelandet ist und von Band 1 weder gehört noch gelesen hat oder wem vielleicht der Autor noch unbekannt ist, dem sei meine Rezension zum 1. Band empfohlen, da ich hier nicht alles wiederholen, sondern nur auf diesen Band eingehen sowie voraussetzen werde, dass der Autor bereits bekannt ist.

Link zur 1. Rezi:
http://www.amazon.de/review/R2FW3VWFZ338CR/

War ich nach dem ersten Band bereits restlos von Smith überzeugt, so bin ich es nach der Lektüre dieses Bandes umso mehr. Es ist schier unglaublich, wie vielseitig der Mann war, sowohl vom Inhalt seiner Geschichten her als auch von deren stilistischem Aufbau. Versammelten sich im vorigen Band in der Hauptsache Geschichten, die mehr auf ihre poetische Wirkung ausgelegt und fast durchweg von feiner aber doch deutlicher Ironie durchzogen waren, liegt der Schwerpunkt der Geschichten dieses Bandes mehr in der Handlung, in denen die Ironie wesentlich versteckter ist (manchem Leser mag sie vielleicht gar nicht auffallen). Natürlich heißt das alles nicht, Smith hätte hier keinerlei poetische Wirkung oder sein typisches Sprachornament nicht hineingepackt, es ist alles bloß weniger offensichtlich.

Dieses Mal sind die Science-Fiction Anteile in den Geschichten deutlich höher. Wobei man dazusagen muss, dass Smith niemals reine Science-Fiction geschrieben, sondern sie stark mit Phantastik gemischt und sie damit mehr als Vehikel für seine Ideen und Ironie verwendet hat. Hier spielen gleich drei Geschichten auf dem Mars (Smiths Mars-Zyklus), eine auf dem Merkur, im Antares-System und es geht einmal quer durchs Universum bzw. durch die Zeit. Gerade dieser Gedanke Smiths zeigt schon ein sehr fortschrittliches und vorausschauendes Denken. Machte H.G. Wells in seiner „Zeitmaschine“ schon mit bestechender Logik deutlich, dass man sich ausschließlich durch die Zeit, aber nicht durch den Raum bewegt, so wird er hier von Smith in seine Schranken verwiesen. Denn Smith vollzieht den nächsten Gedankenschritt, der eigentlich jedem klar sein muss: Das Universum ist in ständiger Bewegung, somit auch seine Sonnensysteme und Galaxien. Reist man also mit einer Zeitmaschine und verbleibt logischerweise an derselben Stelle, wird man nicht etwa auf der Erde an derselben Stelle in einem anderen Zeitalter landen, sondern an derselben Stelle im Raum. Da kann man durchaus mitten im Weltraum oder gerne mal auf einem anderen Planeten landen (je nachdem, wie weit man in der Zeit reist). Andernfalls müsste man ja bei einer Zeitreise an die Gravitation gebunden sein, was wohl kaum der Fall sein dürfte. Auf diese Weise hat Smith wunderbare weiterführende Gedanken eingebracht, aber eben auch ironische Kritik an den damals (und wohl heute auch noch) gängigen Ideen und vor allem strikten Genreregeln der Science-Fiction geübt. Auf die Art ist überhaupt in diesem Band seine Ironie zu verstehen, deshalb auch weit weniger offenbar als noch in den Geschichten der ersten Geschichtensammlung des Festa Verlags.

Außerdem findet der Leser hier noch Geschichten, die wesentlich deutlicher der Phantastik, wie man sie erwartet, zuzuordnen sind, da sie thematisch Richtung Horror gehen. Eine Geschichte ist sogar Lovecraft selbst gewidmet, nämlich „Die Epiphanie des Todes“. Lovecraft-Kenner werden in der Charakterisierung des Tomeron deutlich den Meister erkennen – natürlich in ironisierter Form (auch Lovecraft selbst war von dieser Widmung sehr angetan). Ebenso bekommt man es in einer anderen Geschichte mit einem Ghul zu tun, welche von einem Textauszug aus dem Necronomicon eingeleitet wird (den sich Smith übrigens selbst ausgedacht hat). Die meiner Ansicht nach beste Geschichte dieser Art ist „Die Knospen des Grauens“; einfach, weil sie auf einer originellen Grundidee basiert, die zudem sprachlich und stilistisch so ausgefeilt erzählt wird, dass Ekel und Grauen mehr als spürbar werden.

Die Geschichten dieses Bandes sind also:

Die unentdeckte Insel
Das Ungeheuer aus der Prophezeiung
Der Brief aus Mohaun Los
Das Gorgonenhaupt
Die Epiphanie des Todes
Eine nekromantische Geschichte
Die Unsterblichen des Merkur
Ein Leichnam zuviel
Die namenlose Ausgeburt
Die Knospen des Grauens
Die Grabgewölbe von Yoh-Vombis (Mars-Zyklus)
Der Herrscher der Tiefe (Mars-Zyklus)
Vulthoom (Mars-Zyklus)

An dieser Stelle ist noch erwähnenswert, dass die Geschichten des Mars-Zyklus‘ keine aufeinanderfolgende Handlung haben, also in sich selbst abgeschlossen sind. Nichtsdestotrotz bauen sie durch ihr Szenario sowie durch die geschaffene Welt und Kultur der Marsianer aufeinander auf. Ich dachte noch so beim Lesen, dass sich John Carpenter für seinen „Ghosts Of Mars“ bei Smith inspirieren ließ. Wobei diese Bemerkung nicht den Anschein erwecken soll, dass Carpenters Werk von der Handlung her ähnlich wäre. Das ist es weder qualitativ noch erzählerisch, aber eben gewisse Ideen von Smith dürften eingeflossen sein. Das aber nur am Rande.

Zu schade jedenfalls, dass Smith den Zyklus nicht weitergesponnen hat, weil die Verleger die Geschichten als zu eklig oder grauenhaft und somit als dem gemeinen Leser nicht zumutbar einstuften. Aus heutiger Sicht natürlich ein Witz.

Damit sind wir wieder bei den großartigen Hintergrundinformationen, die der Verlag bei dieser Buchreihe bietet. Hier nicht mehr ganz so umfangreich vorhanden wie noch im ersten Band, aber absolut ausreichend.

Der Mars-Zyklus wird durch Will Murrays Text „Der Mars-Zyklus von Clark Ashton Smith“ eingeleitet und gibt hervorragende Hintergrundinfos über die Entstehung, das Anliegen und was es sonst noch dazu zu wissen gibt.

Außerdem hat man noch „Erinnerungen an Klarkash-Ton“ von E. Hoffman Price beigefügt, einem Schriftstellerkollegen und Freund von Smith. Hier erfährt man einiges an Privatem über Clark Ashton Smith aus der Sicht eines Freundes. Ein wirklich liebevoller Bericht, der einem zumindest ein bisschen den Menschen hinter den Geschichten nahebringt.

Abschließend findet der Leser (wie schon im ersten Band) Anmerkungen zu den Erzählungen, die ebenfalls sehr erhellend sind und lohnenswerte Informationen in allen Bereichen enthalten.

Bleibt wieder nur etwas über das Material und die Buchbindung zu sagen. Hier gibt es nichts zu meckern, denn wie schon beim Vorgänger ist all das ordentlich und mit einem lederartigen Papierumschlag ummantelt sowie mit einem Lesebändchen versehen.

Wem also bereits Band 1 gefallen hat, der kann hier bedenkenlos zugreifen. Ich freue mich jedenfalls auf folgende Bände, da ich sehr gespannt bin, wie weit die Vielseitigkeit und vor allem überbordende Phantasie von Klarkash-Ton noch reichen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 8, 2013 12:23 PM MEST


Die Stadt der singenden Flamme: Gesammelte Erzählungen Band 1
Die Stadt der singenden Flamme: Gesammelte Erzählungen Band 1
von Clark Ashton Smith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 28,00

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klarkash-Ton - eine für sich stehende Erzähldynastie, 6. Dezember 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
An Clark Ashton Smith bin ich tatsächlich über die Empfehlung von H.P. Lovecraft gekommen. Allerdings gab es zu der Zeit nur einzelne Storysammlungen, die mir aufgrund der Unvollständigkeit nicht behagten. Denn, wenn ich einmal das Blut eines Erzählers geleckt habe, dann will ich ihn auch komplett aussaugen. Ich ahnte dabei schon instinktiv, dass Smith zu der Sorte Erzähler gehören würde.

Was damals also tun? Ich stürzte mich einfach auf seine Lyrik, da er hier ein nicht minderer Meister sein sollte. Da ich selbst mit Leidenschaft Gedichte schreibe, war ich gespannt. So geriet ich an "The Hashish-Eater or The Apocalypse Of Evil" und war schlichtweg hingerissen. Smith gab sich stets mit voller Hingabe in die Vision hinein, das hatte ich so bedingungslos bisher nie gelesen. Trotzdem verweigerte ich mich den bisherigen deutschsprachigen Ausgaben seiner Erzählungen, wartete lieber auf die richtige.

Dies hat sich hiermit absolut gelohnt. Endlich ist geplant, alle Erzählungen von ihm in mehrbändiger Ausgabe zu bringen. Bevor ich zu den Vorzügen der Ausgabe komme, erst einmal: Was ist dran an Clark Ashton Smith?

Ich starte mal mit einem Vergleich zu den anderen beiden großen Weird Tales Autoren und nehme dabei Lovecraft als Mittelpunkt.

Lovecraft war stilistisch sehr nüchtern und sachlich, konnte in diesem Stil dennoch reichlich sprachliches Ornament einbringen. Trotzdem blieb er eben immer relativ sachlich und konzentrierte alles auf den Höhepunkt einer Geschichte. Nebenbei war er natürlich ein großartiger Schöpfer eines eigenen Kosmos'. Hierbei gibt es diejenigen, die ihn für jedes dieser Details lieben und jene, die gerne weniger sprachliches Ornament gehabt hätten. Ich persönlich liebe alles an Lovecraft.

Robert E. Howards Stil war das bedingungslose Vorantreiben der Handlung, ohne viel Schnickschnack. Seine Erzählungen waren so für manche Leser weniger Distanz aufbauend, weil es insgesamt mehr Aktion dadurch gab sowie natürlich mehr Dialoge. Howard war thematisch vielseitiger, allerdings empfinde ich seine Fantasy- und Abenteuergeschichten noch einen Tick besser als seine Horrorstories - wobei das nicht für jede Horrorstory gilt, man findet durchaus großartige bei Howard. Lovecraft-Fans, denen das sprachliche Ornament und sein Pantheon am Herzen liegen, werden Howards Horror wohl weniger ansprechend finden, andere wiederum werden seinen geradlinigen Erzählstil sowie seine durchaus zu Lovecraft gleichberechtigten Phantasien lieben.

Nun kommt Clark Ashton Smith daher, und er wird nicht jedem Lovecraft oder Howard Leser gefallen. Smith erzählt Geschichten meist nicht geradlinig auf den Höhepunkt hinaus, wie es Lovecraft oder Edgar Allan Poe taten. Er trieb auch häufig die Handlung nicht so voran, wie es Howard tat. Vielmehr liebt es Smith, sich ganz in seine Visionen hineinzuknien. Dies tut er mit reichlich sprachlichem Ornament, das jedoch keineswegs so nüchtern wie bei Lovecraft daherkommt. Oftmals lebt eine Geschichte von ihm allein über die poetische Wirkung, bei der so etwas wie Handlung Nebensache ist. Aber Smith ist auch vielseitig, denn dazwischen tauchen immer mal Erzählungen auf, die mehr handlungsorientiert sind. Thematisch ist er kaum einzuordnen. Manche mögen bei ihm die Traumweltgeschichten Lovecrafts entdecken, aber das trifft nur einen Teil der Realität. Vergessen darf man natürlich auch nicht die feine ironische Note, die sich durch fast jede Geschichte von ihm zieht. Manchmal muss man sehr genau hinsehen, um sie zu erkennen, denn Smiths Ironie ist keine laute. Auf jeden Fall versteht es Smith, unfassbare Wirklichkeiten, versunkene Welten, andersartige Lebensformen und jegliche Unmöglichkeiten dem Leser näherzubringen und ehrfurchtsvolles Staunen in ihm auszulösen.

Nun will ich noch zu einigen Geschichten, die mich besonders fasziniert haben, etwas sagen, bevor ich alle aufzähle.

Gleich die Titelstory sowie deren Fortsetzung "Jenseits der singenden Flamme" packten mich. Hier zeigt Smith gleich, welche Visionen er aufbauen kann, wie nebensächlich dabei im Grunde die Handlung ist, und wie er es dabei schafft, eine Menge zu transportieren, was einen beim Lesen nicht loslässt.

"Das neunte Skelett" ist wieder sehr visionenhaft geschrieben, eher kurz gehalten, aber mit einer äußerst ironischen Pointe. Da ich anfangs ja nicht wusste, wen ich in Smith, was Erzählungen betrifft, vor mir habe, musste ich den Schluss nochmal lesen, bevor ich tatsächlich lachte. Spätestens hier wurde mir klar, welch einen verqueren Geist ich da lese.

"Die Auferweckung der Klapperschlange" erwähne ich hier nicht deshalb, weil sie zu meinen Lieblingsstories zählt. Hier war interessant, dass ich die ganze Zeit über dachte, ich kenne diese Geschichte irgendwie, aber doch ganz anders, als ich sie gerade lese. Also schaute ich meine Phantastiksammlung durch u. fand tatsächlich die Ursprungsstory von Ambrose Bierce sowie die Robert E. Howard Adaption davon. Sehr interessant, wie diese drei Autoren das Thema variiert und ausgearbeitet haben. Smith bleibt dabei wohl der Rätselhafteste.

"Die Schrecken der Venus" war ganz nach meinem Geschmack. Ich liebe einfach diese frühen Science-Fiction Vorstellungen, wo noch kein Mensch wusste, was uns wirklich im Weltraum erwartet. Es gibt hier natürlich auch Handlung, aber wie bei Smith üblich, ist es die Vision, die Welt, die sich vor uns durch seine Sprachkunst entfaltet, die einen aus den Socken haut.

Die Hyperborea-Geschichten im zweiten Teil des Buches haben mir allesamt sehr gut gefallen. Nichtsdestotrotz unterscheiden sie sich untereinander auch sehr stark, folgen nicht alle einem Stil.

Die Geschichten um Satampra Zeiros z.B. sind eher exotische Abenteuergeschichten mit Horrornote sowie feinen Ironien.

"Das Tor zum Saturn" ist hingegen wieder mehr von der Beschreibung lebende Geschichte, aber genauso von diesen Ironien durchzogen, die Smith so gut beherrscht (unter den Hyperborea-Geschichten sticht sie für mich sogar etwas heraus.

Im Sinne dieser feinen Ironien, mit denen Smith seine Geschichten durchzog, ist dabei noch besonders "Die sieben Banngelübde" zu erwähnen. Es ist fast wie ein sich wiederholender Witz, der am Ende die Erwartungshaltung zur Pointe mit einem bösen Ironiehammer konterkariert. Wie für Smith üblich, ist auch diese Geschichte wieder in überbordender Sprache geschrieben, die dem Leser alle möglichen Sinneseindrücke, die man dabei haben könnte, rein über das Wort vermittelt.

Geschichten in diesem Band:

Die Stadt der singenden Flamme
Jenseits der singenden Flamme
Das neunte Skelett
Der malaiische Kris
Die Abscheulichkeiten von Yondo
Die Auferweckung der Klapperschlange
Die Schrecken der Venus
Aus den Grüften der Erinnerung
Die Geschichte des Satampra Zeiros
Die Muse von Hyperborea
Das Tor zum Saturn
Das Manuskript des Athammaus
Das wunderliche Schicksal des Avool Wuthoqquan
Ubbo-Sathla
Der Eisdämon
Die sieben Banngelübde
Die weiße Seherin
Die Ankunft des weißen Wurms
Der Raub der neununddreißig Keuschheitsgürtel

Clark Ashton Smith war zweifelsfrei ein großer Künstler. Aber genau aus diesem Grund kann man ihn auch nicht bedingungslos empfehlen. Ich verstehe, warum der Herausgeber von Weird Tales (und andere) Smiths Geschichten häufig ablehnten, ebenso verstehe ich Lovecraft, der dies als Unmöglichkeit empfand und am Kunstverstand des Herausgebers zweifelte.

Dies ist übrigens ein weiterer Pluspunkt dieses Bandes, nämlich das Liefern von zahlreichen Hintergrundinformationen. Schon die Einleitung von Stephen Jones "Die vergessenen Welten des Klarkash-Ton" ist sehr lesenswert und gibt viele Hintergrundinformationen über den Autor. Dem folgt ein Text "Über Fantasy", der sich kritisch mit der - gerade in Deutschland vorherrschenden - Meinung, Fantasy kann keine echte Literatur sein, auseinandersetzt. Ich warte schon lange darauf, dass unsere Literaturfossilien langsam tatsächlich aussterben und wir endlich dazu kommen, nicht ausschließlich Literatur ernst zu nehmen, die sich mit dem Krieg, der Nachkriegszeit oder sonstigem Realismus beschäftigt. Das Unerklärbare, die Fantasie hat genauso Daseinsberechtigung und hat großartige Sprachkünstler hervorgebracht.

Die Hyperborea-Geschichten leitet dann ein sehr informativer Text von Will Murray ein, nämlich "Das Hyperborea von Clark Ashton Smith".

Am Ende des Buches finden sich noch zahlreiche und relativ ausführliche Anmerkungen zu den einzelnen Geschichten, die äußerst interessant sind.

Bleibt nur noch etwas über das Material zu sagen. Buchbindung und Papier sind ordentlich, und besonders der Papierumschlag ist im Gegensatz zur Robert E. Howard-Reihe ein großer Pluspunkt. Dadurch, dass dieser Umschlag irgendwie lederartig gemacht ist, kann man ihn beim Lesen tatsächlich um das Buch herum lassen. Beim Howard-Buch musste ich den Papierumschlag immer abnehmen, da er sonst zu sehr in Mitleidenschaft gezogen würde.

Für Fans der phantastischen Literatur also ein äußerst gelungenes Rundumpaket, dieser Startband der Reihe um Clark Ashton Smith.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 23, 2014 12:19 AM MEST


Karcher RR510 Tragbares Stereo Radio (CD/MP3-Player, UKW-Radio, Kassette, USB 2.0,  100 Watt (PMPO)) silber
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496 von 509 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Gerät, 6. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für mich der bisher beste portable Alleskönner, den ich in der Preisklasse unter 100 Euro hatte.

Fangen wir beim Sound an. Mit meiner Stereo-Anlage kann er nicht mithalten. Aber er ist definitiv besser als bei diesen Multi-Geräten, die sonst nur für die Küche taugen. Man kann ganz ordentlich laut stellen und hat einen recht guten Klang. Für eine kleine Party (10 bis max. 15 Personen) ist er also durchaus tauglich. Der Equalizer hat fünf verschiedene Stufen, die man einstellen kann: Normal, Pop, Rock, Klassik, Jazz und Bass. Da ist es reine Geschmackssache, was man gut findet. Ich persönlich finde die Equalizer am besten, die man selbst regulieren kann, aber man kann nicht alles für dieses Geld haben. Einen speziellen Bass-Boost gibt es nicht. Da der Klang aber auch so schon recht gut ist, ist das auch nicht zwingend nötig, es sei denn, man ist Bass-Fetischist. Die 100 Watt sind wirklich PMPO, denn tatsächliche 100 Watt hat das Gerät nicht, selbst wenn man im Vergleich zu anderen Geräten dieser Art wirklich Lautstärkegas geben kann (tatsächlich sind es 23 Watt). Die Lautstärke selbst ist übrigens mittels eines Rädchens links am Gerät stufenlos regulierbar.

Der CD-Player hat eine nach oben zu öffnende manuelle Klappe, die sehr gut verarbeitet und stabil ist. Ich habe etliche meiner normalen und mp3-CD's getestet, sie laufen alle, und es werden auch stets alle Titel eingelesen, egal wie viele auf der CD sind. Keinerlei Ausfälle oder Abspielprobleme, kein Ruckeln bei originalen oder selbstgebrannten Sampler-CD's. Man kann 20 Titel programmieren, es gibt die üblichen Repeatfunktionen und die Zufallswiedergabe. Für mich war außerdem auch wichtig, dass man nicht nur einzelne Tracks, sondern auch ganze Ordner vorspringen kann. Auch dies ist möglich. Erwähnenswert ist noch, dass die Tracks nicht vollkommen übergangslos abgespielt werden, es kommt zu einer klitzekleinen (wirklich klitzekleinen) Pause. Es gibt Geräte, da ist diese Pause wirklich eine Pause, da stört es, besonders bei Hörspielern/Hörbüchern. Hier kann man von einer wirklichen Pause nicht unbedingt sprechen, man hört aber eben, dass ein neuer Track startet. Somit ist das Gerät für mich dennoch für Hörspiele/Hörbücher geeignet.

Das Kassettendeck hat ebenfalls eine sehr gut verarbeitete Softladeklappe. Die Knöpfe sind stabil und das Deck wird mechanisch, nicht digital gesteuert. Im Abspielmodus stoppt das Gerät am Ende der Kassette automatisch, beim Vor- oder Zurückspulen allerdings nicht. Mich hat das nicht sehr gestört, da es zum einen seltsamerweise die meisten neuen Geräte nicht mehr können, zum andern bin ich beim Spulen stets noch wach, während ich bei der Wiedergabe vielleicht mal einschlafe und es mir da wichtiger ist, dass alles automatisch stoppt. Außerdem gibt es die für mich ebenfalls wichtige Aufnahmefunktion - d.h., es gibt ein eingebautes Mikrophon, mit welchem man Kassetten selbst besprechen kann und natürlich kann man auch von CD's, aus dem Radio und vom USB-Stick aufnehmen. Das angepriesene Continuous-Play hat das Kassettendeck allerdings nicht (wenn eine Kassettenseite zuende ist, muss man die Kassette also doch umdrehen). Ich habe hier wirklich keinen Knopf übersehen, mit dem man dies einstellen könnte, es geht schlichtweg einfach nicht. Auch in der Beschreibung steht deutlich, dass man die Kassette umdrehen muss. Außerdem hat das Gerät auch nur ein und nicht ein Doppelkassettendeck, wie man auf dem Bild ja schon sieht. Somit etwas unlautere Werbung hier in der Amazon-Beschreibung, letztlich aber nicht wirklich tragisch für mich.

An dem Radio ist auch nichts auszusetzen. Die Sender sucht man manuell über ein Rädchen rechts am Gerät und man hat die üblichen Wellen: AM, FM, FM Stereo. Durch die Teleskopantenne hat man einen guten Empfang, Sender programmieren ist aufgrund der manuellen Einstellbarkeit der Sender nicht drin. Da ich so gut wie nie Radio höre, habe ich kein Problem damit. Für Leute, die gerne eine digitalisierte Steuerung hätten (Sendersuchlauf, Senderspeicher etc.) ist das vielleicht eher nichts, obwohl man das Rädchen an der Seite meines Erachtens wirklich sehr fein justieren kann.

Das Display leuchtet blau und zeigt eigentlich alles an, was man sich wünscht: Tracknummer, Albumnummer, die verstrichene Zeit des Tracks, ID-Tags (Titel, Artist, Filename, Album etc.)

Anschlüsse und Sonstiges:

Man kann einen USB-Stick einstecken, wo man alles genau so bedienen kann, wie schon bei den CD's, man muss also nicht umdenken. Ich habe bis zu einem 16 GB-Stick getestet, liest das Gerät einwandfrei. Man kann auch eine SD-Karte in einen USB-Adapter stecken, das nimmt das Gerät auch an.

Ferner gibt es noch einen Kopfhöreranschluss (3,5 mm) und, wie gesagt, das eingebaute Mikrophon (einen speziellen Mikrophonanschluss, wie er in der Amazonbeschreibung steht, gibt es nicht).

Die angepriesene Fernbedienung gibt es ebenfalls nicht, wird auch in der Beschreibung nirgendwo erwähnt. Das heißt, alles, was man mit dem Gerät tun kann, tut man am Gerät selbst. Manche sehen so etwas als Vorteil, manche als Nachteil. Ich brauche keine Fernbedienung hierfür, mir ist es bei einem solchen Gerät (anders als z.B. bei einem DVD-Player) lieber, wenn ich wirklich alles am Gerät selbst einstellen kann, anstatt für bestimmte Funktionen eine Fernbedienung zur Hand nehmen zu müssen.

Der Tragegriff ist ebenfalls gut und wirkt stabil. Außerdem lässt sich das Gerät sowohl mittels eines Kabels als auch mittels Batterien betreiben (sechs Babyzellen).

Uhrzeit- oder Timerfunktionen gibt es bei diesem Gerät keine, wurde in der Beschreibung auch nichts darüber erwähnt.

Außerdem hat das Gerät hinten noch einen Kippschalter, mit dem man es komplett aus- bzw. anschalten kann

Obwohl also ein paar der angepriesenen Funktionen und Möglichkeiten tatsächlich gar nicht vorhanden sind, bin ich bis jetzt sehr zufrieden mit diesem Gerät. Ich höre täglich Hörbücher bzw. Hörspiele, nutze solche Geräte also quasi im Dauergebrauch. Bisher hatte ich Geräte in der Preisklasse zwischen 40 bis max. 60 Euro, die alle soundtechnisch schlechter waren, wenn auch oftmals ähnliche oder sogar mehr Funktionen besaßen (z.B. überall digitalisierte Steuerung). Allerdings gingen diese Geräte dann auch nach 6 bis 15 Monaten kaputt. Dieses Gerät hier wirkt erst einmal so, als habe es eine deutlich längere Lebensdauer. Nichtsdestotrotz werde ich meine Rezension in 6 Monaten und später erneut auf den neusten Stand bringen, um mögliche Käufer über die tatsächliche Lebensdauer und Qualität des Gerätes zu informieren (Stand der Rezension 06.09.2010)

Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt hier also bisher vollkommen.

UPDATE vom 02.11.2011:
Das Gerät läuft noch immer einwandfrei, es gibt keine Klagen. Inzwischen habe ich allerdings gesehen, dass die Gerätebeschreibung der Wahrheit entsprechend angepasst wurde, sodass einige Punkte aus meiner Rezi hinfällig sind (von wegen Doppelkassettendeck, Continous-Play etc.).

UPDATE vom 20.10.2012:
Inzwischen habe ich das Gerät über zwei Jahre (Garantie ist also abgelaufen). Es funktioniert noch immer alles tadellos. Es ist bei mir täglich 1-2 Stunden in Betrieb, wobei ich sowohl CD's (originale wie selbstgebrannte), USB-Sticks und Kassetten damit abspiele. Keine der Funktionen hat bisher den Geist aufgegeben oder ist schlechter geworden. Im Gegensatz zu anderen hier gab es in der ganzen Zeit bei mir nicht eine CD, die das Gerät nicht abgespielt oder Probleme dabei gemacht hätte. Es gibt bei meinem Recorder auch keine scharfen Kanten, kein abgehender Lack und das Display ist weiterhin in Ordnung. Radio höre ich tatsächlich nie. Wie ich damals schon sagte, sind Radiofans vielleicht mit einem anderen Gerät besser dran. Mehrmals habe ich hier schon von "blechernem Klang" gelesen. Kann ich nicht nachvollziehen. Ich bin jemand, der schon wirklich viele solcher Geräte hatte, und ich muss sagen, keines hatte bisher einen solch guten Klang wie das hier. Klar, es ist kein High End Gerät und keinerlei Konkurrenz für meine Anlage, aber das erwarte ich auch nicht. Vielleicht gibt es tragbare Geräte, die besseren Sound haben, aber wahrscheinlich sind die wesentlich teurer. Oder aber sie haben gewisse Funktionen nicht, haben dann wieder andere Macken etc. Zumindest hatte ich bei all den vielen Geräten, die ich bisher kaufte, nie das PERFEKTE gehabt.

UPDATE vom 18.02.2015:
Inzwischen habe ich das Gerät fast fünf Jahre und es ist noch immer alles in Ordnung. Und das bei einem täglichen Gebrauch von ein bis zwei Stunden. Weder hakt was beim CD-Player noch beim Kassettendeck oder USB-Eingang. Das Radio gebrauche ich nach wie vor nicht. Selbst wenn das Gerät in naher Zukunft den Geist aufgeben sollte, hat sich die Anschaffung für mich gelohnt, da bisher noch kein Radiorecorder dieser Preisklasse und mit diesem Funktionsumfang so lange bei mir durchgehalten hat. Inzwischen haben sich ja auch etliche Negativrezensionen angesammelt. Ich weiß nicht, ob sich bei der Produktion etwas geändert, ich einfach nur Glück hatte oder die andern eben Pech gehabt haben. Ich jedenfalls kann das Gerät bis heute empfehlen.
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 9, 2014 12:52 PM CET


Wolfsruf: Roman
Wolfsruf: Roman
von S.P. Somtow
  Taschenbuch

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Werwolfbibel, 7. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Wolfsruf: Roman (Taschenbuch)
Somtow spinnt einen phantastischen Mythenbogen der Werwölfe: Die Reise ins gelobte Land, grauenhafte Untaten, böse Schurken, die Ordnung der Dinge, Erlösung, Sehnsucht, die Ankunft des Messias' usw.

Die einführende und begleitende Handlung der Protagonistin und fiktiven Schreiberin der Geschichte erzählt von den seltsamen Erlebnissen ihrer selbst, wie sie eigentlich vorhatte, eine Geschichte über einen Mörder zu schreiben. Dabei gerät sie in einen Sog der Ereignisse, durch den sie mit ihrer Vergangenheit und dem Ruf des Blutes konfrontiert wird.

Somtow spart hier nicht mit harter Sprache. Auch Kinder bleiben von den Untaten nicht verschont. Das ist sicher nichts für zarte Gemüter, aber es ist eben nicht einfach alles aus Lust an der Perversion eingefügt worden; vielmehr benötigt die Geschichte diese Dinge, damit Allegorien und Mythos in ihr so funktionieren, wie sie sollen. Es ist hierbei auch nicht verwunderlich, dass es nicht die Wölfe sind, die die tiefsten und verachtenswertesten Abgründe aufweisen, sondern die Menschen. Auch das Aufeinandertreffen der europäischen Werwolfsippe, die geprägt durch europäische Zivilisation und dadurch von ihrer natürlichen Ordnung entartet ist, mit den Werwölfen der indianischen Welt, die wie die amerikanischen Ureinwohner selbst sich als Teil der Natur und deren Ordnung verstehen und entsprechend leben, ist ein großer Wurf Somtows innerhalb der Geschichte. Nicht nur wegen der allegorischen Seitenhiebe auf das Zusammentreffen der Europäer mit den Indianern, auch wegen der dadurch entstehenden philosophischen Komponente zu den Fragen nach dem Sinn der Dinge und Kreaturen innerhalb der kosmischen Ordnung. Wem dies nicht schon vorher im Buch aufgeht, dem sollte es spätestens im Endspurt auffallen. Zugegeben, wenn sich die Traumsequenzen mit der Realität mehr und mehr vermischen, erschließt sich dies alles einem nur beim wirklich konzentrierten Lesen. Doch gerade das macht ja den Clou des Buches aus.

Ich habe selten ein Buch gelesen, das in sich so stimmig ist in Sprache und Erzählstrang. Zwar kann ich verstehen, wie oben erwähnt, dass manche mit der Härte einiger Passagen nicht zurechtkommen, aber ich verstehe nicht, wie man dies dem Autor als mangelnde Fähigkeiten oder als Perversität auslegen kann. Man braucht sich nur jeden Tag umschauen, wozu der Mensch fähig ist und Somtows Mythos der Werwölfe als Spiegelbild hierfür wahrnehmen. Im Gegensatz zu unserer Realität bietet Somtow wenigstens die Erlösung des Mondtanzes an (Originaltitel des Buches: Moondance).

Fazit: Abgründig, tiefschürfend, verstörend, intelligent und eng mit der menschlichen Realität verbunden. Phantastische Literatur, wie sie sein sollte.


Conan, Bd. 9, Auf dem Schlachtfeld geboren
Conan, Bd. 9, Auf dem Schlachtfeld geboren
von Kurt Busiek
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bei Crom! Greg Ruth & Kurt Busiek liefern ein Meisterwerk!, 1. Mai 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Den Anfang dieser Comic-Erfolgsstory markierten Kurt Busiek und Cary Nord mit wirklichen, im Geiste Howards geschriebenen Stories sowie hervorragenden Adaptionen seiner Originale. Cary Nords Zeichenstil schien wie dafür geschaffen und einmalig. Und obwohl das so ist, behaupte ich, dass dieser vorliegende Band über die Jugend Conans mit der beste der ganzen Reihe ist - und hier zeichnete nicht Cary Nord, sondern Greg Ruth.

Busiek hat sich als Autor quasi selbst übertroffen, denn Howard schrieb über Conans Jugend im Grunde gar nichts, deutete in seinen Geschichten nur diverse Dinge und Ereignisse dieser Jugend an. Wieder einmal beginnt Busiek die Geschichte mit dem jungen Prinzen, der sich von seinem Wazir aus dem Leben Conans erzählen lässt. Und hier wird Busiek dann richtig kreativ. Geschickt und im howardschen Geiste verwebt er die Geschichte um die Jugend des Cimmeriers mit den nur vagen Andeutungen des texanischen Autors. Das alles funktioniert hervorragend, finde ich, und erklärt auch in sich stimmig den Charakter jenes Conans, den wir kennen und lieben.

Den zeichnerischen - oder malerischen - Teil erledigt hier Greg Ruth. Sein Stil ist anders als der Cary Nords, aber um keinen Deut schlechter oder ausdrucksloser. Erst durch Ruths Bilder funktionieren die Visionen Busieks. Hier entsteht wirklich Cimmeria, als wäre es von Howard selbst geschrieben. Während durch Cary Nords besonderen Stil manchmal die Gesichtszüge des Barbaren verwaschen oder anders als im Bild zuvor wirken (was auf seine Weise ebenfalls funktioniert), ist bei Ruth alles sehr genau entworfen. Besonders gefällt, wie Conan glaubwürdig und wiedererkennbar vom Kleinkind zum Jungen und dann frühen Erwachsenen entsteht.

Insgesamt hat hier alles einen gewissen epischen Charakter, der nicht zuletzt der Figur des Großvaters von Conan sowie seinen Jugendfreunden und -feinden zu verdanken ist. Alles fügt sich und passt ins Andere. Dieser Band hat für mich alles, was große Comic-Kunst ausmacht.

Für Fans der Reihe also ein klares Must-Have.


Sämtliche Erzählungen in vier Bänden: Vier Bände im Schuber (insel taschenbuch)
Sämtliche Erzählungen in vier Bänden: Vier Bände im Schuber (insel taschenbuch)
von Günter Gentsch
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,90

59 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alle in einem, 14. Dezember 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Wie wunderbar, dachte ich gleich, dass es nun endlich eine Zusammenstellung mit sämtlichen von Poes Kurzgeschichten gibt. Skeptisch war ich nur, dass hier nicht eine Ausgabe vorliegt, in der Hans Wollschläger und Arno Schmidt übersetzt haben, da diese beiden wirklich die kongenialsten Übersetzer von Poes Werken sind. So machte ich längere Zeit einen Bogen um diese Ausgabe. Nicht nur, dass die Übersetzungen anderer Übersetzer meist sprachlich nicht besonders sind, so fehlen oft auch Textpassagen, die wohl als zu brutal eingestuft wurden. Da jedoch eine Zusammenstellung der oben genannten Übersetzer so nicht mehr oder nur für sehr teures Geld zu bekommen ist, entschied ich mich doch für diese. Und ich wurde positiv überrascht. Die Übersetzungen sind sehr gut und auch sprachlich absolut fast auf dem Wollschläger-Niveau. Weiterhin fehlen auch tatsächlich keine Textpassagen.

In diesem Sinne also gelungen.

Nicht schön finde ich, dass hier Poes Einlassungen auf Französisch oder Lateinisch nirgendwo als Fußnote übersetzt wurden. Wenn man beide Sprachen nun mal nicht spricht, entgehen hier einem schon manche Dinge. Es handelt sich zwar dabei meist nur um einzelne Sätze hie und da, aber bei Geschichten, in denen sie häufiger vorkommen, wird man schön im Regen stehen gelassen, kann man doch so unmöglich jedem pointierten Gedankengang folgen. Wäre hier nicht dieses phantastische Preis- Leistungsverhältnis, hätte ich dafür in jedem Fall einen Stern abgezogen. In anderen Sammlungen hat man es schließlich auch geschafft, diese Passagen via Fußnote zu übersetzen.

Über die Qualität von Poes Geschichten muss man nicht viel Worte machen. Er ist ein Meister der Kurzgeschichte sowie der Sprachartistik und -ästhetik. Er hat nachfolgenden Autoren unzählige Wege geöffnet, fast egal auf welchem Gebiet.

Eine Zusammenstellung aller Kurzgeschichten von Poe ist deshalb besonders interessant, weil auch so endlich jene Leser, denen Poe "nur" als Horrorautor bekannt ist, mitbekommen, dass sein Spektrum wesentlich mehr als das beinhaltet. Er war auch ein verdammt guter Satiriker und hat nicht selten seine Literaturkritik lustig und mit viel Sinn für Ironie in Anleitungen oder kleine Geschichten gepackt. Dazuhin noch Geschichten geschrieben, die selbst für Philosophen und Physiker interessant sind. Und ja, bekanntermaßen hat er auch die moderne Horror- und Detektivgeschichte auf den Weg gebracht (siehe den Vergleich zwischen Dupin und Sherlock Holmes) sowie die Frühformen der Science Fiction (siehe Jules Verne o. H.G. Wells).

Ein lohnender Kauf und Einblick, wie ich finde.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 12, 2012 10:40 AM CET


Der Rabe (Insel Bücherei)
Der Rabe (Insel Bücherei)
von Edgar Allan Poe
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 11,95

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit über das Dichten - über das von Poe im Besonderen, 7. Dezember 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die wenigsten Leute, die Poe lesen, wissen eigentlich, wen sie vor sich haben. Die Gerüchte, er sei opiumsüchtig gewesen und hätte seine Werke in irgendwelchen Rauschzuständen geschrieben, reißen einfach nicht ab. Die Demontage seines Rufes, die Poe seinen zeitgenössischen Schriftstellerkollegen zu verdanken hat, weil er diese zurecht seiner messerscharfen Literaturkritik unterzog, dauert bis heute an. Selbst unter seinen Liebhabern hält sich dieses falsche Bild.

Eines war Poe sicher: ein Quartalssäufer, und man kann ihn daher zurecht als Alkoholiker bezeichnen. Mit Opium hatte er nachweislich jedoch überhaupt nichts zu tun. Das Laudanum, was er im Leben nahm, nahm er nur als Medizin.

Sicher merkwürdig, warum ich bei einer Rezension zu diesem Buch so explizit darauf hinweise, aber es hat unmittelbar auch mit dem Werk zu tun. Denn in seiner Philosophy of Composition demontiert Poe höchstselbst dieses peinliche Dichterklischee vom Genie, das in einer Art schönem Wahnsinn seine Werke niederschreibt. Damit war er der allererste, der einen so tiefen Einblick in seine Dichterschmiede gewährt hat. Wie viele mögen hier wohl überrascht sein, mit wieviel Kalkül, mit welchem methodischen, ja fast mathematischem Aufbau er seine Werke (der Rabe hier im speziellen genannt) komponierte. Allein schon dafür gebührt ihm höchstes Lob und tiefer Respekt. Ich bin selbst Dichter und weiß, wovon ich rede.

Poe war nicht bloß ein talentierter Horrorautor, er war es, der den Symbolismus in der Lyrik und somit die Moderne darin einläutete; er war es, der die moderne Detektivgeschichte auf den Weg brachte; er war es, der die Wege für Jules Verne, H.G. Wells und zahlreiche andere ebnete. Es gibt Erzählungen und Abhandlungen von ihm, die selbst heutige Physiker mit Respekt betrachten. Und nebenbei war Poe auch ein verdammt guter Satiriker und Literaturkritiker. Die meisten wissen gar nicht, wie witzig Poe oft auch geschrieben hat. Das alles sollte mal erwähnt sein, um ihm in irgendeiner Weise gerecht zu werden.

So zeigt uns seine Philosophy of Composition / Die Methode der Komposition, wie er beim Gedicht The Raven / Der Rabe zu Werke ging. Neben dem, dass es für Dichter und Schreiber überhaupt sehr interessant ist, wird es auch den meisten Lesern erhellende Einblicke geben, wie eigentlich ein Werk entsteht, das solche Wirkung hinterlässt und mit einer scheinbaren Leichtigkeit geschrieben wurde. Diese Leichtigkeit ist harte Arbeit. Mehr dazu in Poes Ausführungen selbst.

Das Gedicht The Raven liegt hier zum Glück in der Übersetzung von Hans Wollschläger vor, die ich für die einzig wahre deutsche Version halte. Wer also des Englischen nicht besonders mächtig ist, hat zumindest die brauchbarste Übersetzung seiner Landesssprache zur Hand.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 27, 2012 4:17 PM MEST


Body - Every Little Piece Will Return ...
Body - Every Little Piece Will Return ...
DVD ~ Arak Amornsupasiri

2 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Uninspiriert, aber mit gutem Twist, 18. Oktober 2008
Schon nach wenigen Minuten Laufzeit des Films war klar, dass er schrecklich sein würde. Leider nur nicht in dem Sinne, wie es wohl gewollt war. Die schauspielerische Leistung war derart schlecht, da weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Vielleicht lag es aber auch nur daran, dass es für die Schauspieler einfach unmöglich war, diese dümmlichen Dialoge besser rüberzubringen. Die zwar gut gemachten Schockeffekte waren leider so uninspiriert eingebaut, dass sie mich nicht einmal geschockt haben. Ständig erzeugten Sie die Frage, wieso sie überhaupt eingefügt wurden. Zumal sie sich auch stets so gut ankündigten, dass man immer gleich wusste: Ah, jetzt kommt gleich ein Schockeffekt. Und da kam er dann auch. Das war einfach nur blöd.

Ich hatte aber doch durchgehalten, den Film bis zum Schluss zu schauen. So hatte ich wenigstens seine einzig gute Seite mitbekommen: den Schluss. Der Twist war wirklich gut und absolut nicht herkömmlich. Den fand ich sogar so gut, dass ich mich richtiggehend ärgerte, wie man diese Idee so vollkommen filmisch vermurksen konnte. Schlechte Darsteller, schlechtes Drehbuch, schlechte Regie und stumpfsinnig eingestreute Schockeffekte (die auch viel zu häufig vorkamen, anstatt fein dosiert und wohl plaziert). Was hätte man aus dem Stoff nicht herausholen können.

Den zweiten Stern gibt es von mir dann auch für den guten Twist, ansonsten ist der Film eine Gurke. Und ich bin Horrorfilmfan, sowohl von denen der subtilen als auch der derben Art.


Conan, Bd. 5: Die Juwelen von Gwahlur
Conan, Bd. 5: Die Juwelen von Gwahlur
von Kurt Busiek
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Richtig lesen, liebe Leute!, 7. Januar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ja, es ist richtig, dass der bisherige hohe und vor allem gewohnte Standard der Reihe hier nicht fortgesetzt wird. Allerdings sollte man vielleicht auch mal das Vorwort im Band selbst lesen oder ggf. sich im Internet informieren. Dort steht nämlich zu lesen, dass mit diesem Band nicht die bisherige Serie fortgesetzt wird, sondern nur die Wartezeit auf die reguläre Weiterführung verkürzt werden soll. Dark Horse Comics hatte von Anfang an gewusst, dass sie Cary Nord (und z.T. Kurt Busiek) nicht ewig auf eine regelmäßig erscheinende monatliche Ausgabe (in den USA erscheint die Serie monatlich) festnageln können. Daher wurde von vorneherein eingeplant, außerhalb der gewohnten Reihe hin und wieder die Lücken zu füllen.

Es werden innerhalb der regulären Serie noch zwei Bände erscheinen, in denen folgende Howard-Geschichten adaptiert werden:

Der Rote Priester / Rogues in the house (hier mischt Cary Nord wieder mit)
Die Hand des Nergal / The hand of Nergal (hier mischt Kurt Busiek wieder mit, Zeichner sind Greg Ruth u. Tomas Giorello)

Danach endet die Serie. Dark Horse Comics plant aber mit Conan of Cimmeria eine neue Serie u. zugleich Fortsetzung.

Also, die Geschichten, die in diesem Band enthalten sind, sind quasi eigenständige Miniserien aus unterschiedlichen Jahren. Und ja, sie weichen vom bisherigen Standard ab, hängen nicht zusammen oder umfassen eine Rahmenhandlung. Sie sind eigenständig. Und sie sind etwas mehr klischeebehaftet. Aber so schlecht, wie sie hier gemacht werden, sind sie auch nicht. Ich denke, die Enttäuschung hier beruht einzig und allein auf der Erwartungshaltung und darauf, dass die Veröffentlichungspolitik in Deutschland leider nicht so klar herausgestellt hat, dass die Serie hin und wieder aufgrund von Cary Nords Abwesenheit Lückenfüller und eigenständige Miniserien bereit hält.

Sieht man das also als Abwechslung und nicht gleich als Weltuntergang und mit der Angst an, dass die Serie nicht weitergeführt wird, kann man, so meine ich, ganz gut damit leben. Jeder, der sich nicht darauf einlassen mag, lässt halt diese Bände aus. Einfach vorher im Internet informieren, bevor man loskauft, dann kann nichts schiefgehen. Jeder weitere Band, in dem nicht die von mir weiter oben genannten Geschichten aufgeführt sind, ist NICHT Teil der regulären Serie - bzw. könnte man als dritten noch erscheinenenden Band "Auf dem Schlachtfeld geboren" mitzählen, da immerhin der Wazir vorkommt und er die Vorgeschichte der regulären Serie erzählt.

In diesem Sinne: Viel Spaß mit der Abwechslung. Oder auch nicht ;-)


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