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Beiträge von Nino di Bari
Top-Rezensenten Rang: 1.139
Hilfreiche Bewertungen: 849
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Rezensionen verfasst von Nino di Bari "Nino di Bari" (Düsseldorf)
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41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
ich hätte gerne noch 1000 Seiten mehr gelesen, 11. März 2008
Der Roman "Ruf mich bei deinem Namen" (aus dem Amerikanischen: Call me by your name) von André Aciman ist mit das schönste, was ich bisher gelesen habe. Ich war immer wieder tief berührt. Es hat mich gefesselt und ich konnte dieses wunderbare Buch kaum zur Seite legen. Der 17 Jahre alte Elio, ein wohlerzogener, gebildeter Profesorensohn trifft im Haus der liberalen Eltern seine erste große Liebe. Oliver ist im Sommer für einige Wochen bei Elios Familie an einem Ort in Italien zu Gast. Der Harvard-Absolvent will hier sein Buch über Heraklit beenden. Zwischen beiden entspinnt sich ein Hin und Her zwischen zaghafter Annäherung und Distanz, zwischen Verführung und Zurückweisung. Elio, der Ich-Erzähler berichtet, wie ihn das Begehren völlig gefangen nimmt. In einem kurzen Sommer zwischen Obsession und Angst, Verlangen und Verzweiflung kommen sie sich endlich nahe, so nahe, dass sich die Grenzen zwischen "ich" und "du" für einen Moment auflösen, einen Moment, wo sie den anderen bei ihren Namen rufen. »Ein großer Roman über Liebe, Zeit und Erinnerung.« schreibt The New York Times Book Review. Das stimmt tatsächlich! Ich kriege den Roman, seine Figuren auch nach Tagen nicht aus dem Sinn. Der Autor ist übrigens verheiratet und hat Kinder und schreibt mit Mitte 50 den besten homoerotischen Roman. Wie mutig, so radikal der Welt diese Geschichte zu schenken.
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Grossartig, 6. Oktober 2007
Ich habe mich an das englische Orginal gewagt und kann sagen, dass ich nichts vergleichbares gelesen habe. Ein Endzeitszenario erster Güte. Grauselige Szenen ums Überleben, die Mord und Kanibalismus einschließen. Das Buch verzichtet vollkommen auf Pathos und Kitsch. Die Sprache ist präzise und knapp, fast schroff. Die Sätze, die zwischen Vater und Sohn ausgetauscht werden, kommen mit relativ wenig Worten aus. Der Freitod der Mutter, bzw. der Ehefrau wird in der Rückblende geschildert, irgendwie raffiniert und schlüssig konstruiert. Ein Buch über die Ausweglosigkeit, ein Buch über die Liebe, allem zum Trotz. Die Liebe erschließt sich dem Leser von Seite zu Seite, ohne dass über Liebe gesprochen wird. Die letzten Seiten sind so ergreifend, dass ich beim Lesen Rotz und Wasser heulte. Ein depremierendes Buch? Nein, überhaupt nicht! Ein Buch mit bleibenden Eindruck.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Langeweile, 6. Oktober 2007
Als Fan der ersten Stunde wollte ich mir auch dieses Album von Annie Lennox zulegen. Dann habe ich mir das Album angehört, mich gelangweilt und es wieder zurück ins Regal gelegt. Keine Frage, sie hat ein tolle Stimme, sie hat Ausstrahlung, sie ist intelligent ... aber musikalisch kommt nichts neues mehr und die abgemühten Texte braucht auch niemand wirklich. Die gute Stmme habe ich schon erwähnt, aber auch da bleibt sie unter ihren Möglichkeiten. Ich habe wohl alle LPs von den Eurythmics und CDs von Annie Lennox, deshalb brauch ich dieses neue Album nicht. Das hab ich alles schon mal gehört.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Album des Jahres, 17. September 2007
Ich muss gestehen, dass ich es nicht mitbekommen habe, das neue Album von Wilco. Reichlich verspätet, bin ich am Samstag darauf gestoßen. Seit "Summerteeth" das beste Album der Band. Das vorausgegangene Album "A goast is born" war ein wenig enttäuschend, aber "Sky Blue Sky" ist wunderbar. So in etwa könnten die Beatles klingen, wenn sie sich heute noch einmal zusammen finden würden. Angenehm, dass auf diesem Album auf die experimentellen "Störelemente" gänzlich verzichtet wird. Besonders beindruckt mich der ausdrucksstarke Gesang. Immer wieder kurze Passagen, die mich an John Lennon denken lassen. Für mich schon jetzt das "Album des Jahres".
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Beste Unterhaltung, 8. September 2007
Ich habe mich glänzend unterhalten gefühlt und obwohl die Lektüre einige Jahre her ist, erinnere ich mich sehr gut an die story, Erzählperspektive und Stil. Eines vorweg, an die "Korrekturen" von Franzen kommt dieses Buch nicht ran; Pulitzer Preis hin oder her. Aber der Autor hat mit den Selbstmord Schwestern bewiesen, dass er es genauso gut kann wie Franzen. Was mich an Middlesex immer zu störte war die Erzählperspektive. Der Ich-Erzähler berichtet detailiert über Ereignisse aus dem Leben der Großeltern und ihren Inzest als wäre er dabei gewesen. Da er aber selbst Figur des Romans ist kann er kein allwissender Erzähler sein. Das scheint aber für den Pulitzer Preis keine Rolle zu spielen. Auch in den Kritiken kein Wort dazu. Künstlerische Freiheit hin und her, aber das ist unlogisch. M.E. ist es ein "Kunstfehler". Nichts desto Trotz, man wünscht sich häufiger solche dicken Wälzer, die so spannend und unterhaltsam sind, ohne ins Triviale abzugleiten. Toller Roman.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Nicht zu übertreffen, 8. September 2007
Schon einige Jahre her, die Lektüre der "Korrekturen". Ein Roman mit nachhaltigem Eindruck. Franzen zeichnet Stärken und vor allem Schwächen der einzelnen Mitglieder der Familie Lamberts. Die Figuren verlieren nie ihre Würde. Franzen zeichnet sie nicht mit Liebe, aber stets mit Respekt. Der Autor hat Zugang zu den tiefen Schichten seiner Protagonisten und hält doch immer Distanz. Das enge Korsett der Familie für die einzelnen Teilnehmer wird hier und dort aufgebrochen. Wortgewaltig, facettenreich, traurig, witzig ... dieses Buch überzeugt auf jeder Seite. Ich habe heute mal die erste und die letzte Seite gelesen, um den Stil besser zu erinnern. Ein wunderbares Buch.
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56 von 78 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen
Aller guten Dinge sind 3, 7. September 2007
mein dritter Versuch, mich mit dem Autor anzufreunden ... meine dritte Enttäuschung mit ihm. Ich habe mich durchgequält bei "an den inneren Ufern Indiens" und "gebrauchsanweisung für Indien", aber "der Weltensammler" ist einfach eine Zumutung. Passagen wie "Die Sonne muß untergehen und der Mond schrumpfen, bis Kairo sich öffnet, wie eine Muschel, und seine Schönheit in Silhouetten offenbart. Sommerliche Sterne, auf die unsichtbare Bedürftigkeit gestreut, sprechen von einer besseren Schöpfung. Streifen von Indigo trennen die Stirnen der Häuser. Mit jedem seiner Schritte taucht er in Blei ein. ..." sind einfach unerträglich. Das ist schlimmer als eine Ansammlung sinnloser Silben. Wenn der Autor meint, dass hätte am Ende etwas mit Poesie zutun, dann irrt er gewaltig. Ich habe mir Mühe gegeben, ihm bis auf Seite 245 zu folgen. Aber bis auf Seite 517? Nein! "Durchgänge, Aufgänge, goldene Lichtspenden fließen über die Treppen hinab." Wer bitte braucht solche Ergüsse? Die Sprache, der Pathos, der Kitsch ... eine Zumutung. Katharina Granzin schreibt in der taz "hinreißend erzählt, raffiniert aufgebaut" (Klappentext). Ich fasse es nicht! Haben wir das gleiche Buch gelesen? Egal wie ansprechend die Titel kommender Werke dieses Autors sein sollten, ich falle nie wieder auf ihn rein.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
sachkundig, amüsant und unterhaltsam, 23. August 2007
Es ist kein Reiseführer, das schon mal vorweg. Ich war noch nie in China und kann die Ausführungen des Autors (noch) nicht überprüfen. Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann, es ist Reiseliteratur vom Feinsten. Der Leser erhält Einblicke in Geschichte, Politik und Kultur. Das Fremde wird uns näher gebracht. Der Autor lebte lt. Klappentext 8 Jahre in Peking und war Korrospondent der Süddeutschen Zeitung für China. Er schildert kenntnisreich wissenswertes über die chinesische Küche, Eigenarten des Sozialverhaltens, das Verhältnis der Chinesen zum Staat und zur Gesellschaft, zur Familie und zu Fremden ... Hier wird nicht doziert. Vieles ist amüsant aufbereitet; Strittmatter spart nicht mit Ironie. Er ist wohlwollend dem Land und vor allem Peking gegenüber, bleibt jedoch dabei durchaus kritisch. Ich hatte großes Vergnügen bei dieser Lektüre.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
seltsame Sätze, fehlender Höhepunkt ... und doch irgendwie gut., 20. August 2007
Die Sätze sind mitunter gewöhnungsbedürftig, wild verteilte Komata, wo ein neuer Satz Sinn gemacht hätte. Das ist mir zunächst auf die Nerven gegangen. Ich hatte sogar überlegt, das Buch wieder wegzulegen. Aber die Geschichte hatte was. Ich war neugierig, was zwischen Jim, Rosemarie und Roland passieren wird. Rolands große Liebe zu Jim, die sich über 10 Jahre hält, obwohl sie sich nach kurzen Begegnungen ausschließlich im Kopf abspielt, wird eindrucksvoll geschildert. Es gibt keinen Höhepunkt im Roman, alles wird flach gehalten und doch folgte ich der Geschichte von Zeile zu Zeile und mochte nicht mehr aussteigen. An den merkwürdigen Sprachstil hatte ich mich irgendwann gewöhnt. Ein lesenswerter Roman. Allerdings ein spröder deutscher Autor und manchmal etwas bemüht.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
ich glaubte fast dabei gewesen zu sein, 30. Juli 2007
Josef Winkler ist für mich der beste Literat im deutschsprachigen Raum. Leider erreicht er das breite Publikum nicht; verdient hätte er es alle mal. Hier gibt es schon hervorragende Zusammenfassungen des "Romans", so dass keine weitere Inhaltsangabe erforderlich ist. Ob es wirklich ein Roman ist, wie der Verlag Glauben machen will? Ich habe Zweifel! Dieses Buch ist keine entspannende Unterhaltung. Im Gegenteil, manchmal ist es schwer auszuhalten. Der Scheinwerfer der Aufmerksamkeit leuchtet Details brutal aus. Wo viele weggucken, zwingt Winkler uns hinzuschauen. Messerscharf beschreibt er seine Beobachtungen "am Ufer des Ganges". Natürlich sind es "seine" subjektiven Beobachtungen; seltsam dass einer der Leser / Mitkritiker ihm seine Perspektive zum Vorwurf macht und kurzgegriffene Interpretationen dafür bereit hält. Für Homophobiker sind die Bücher Winklers in der Tat nicht der richtige Stoff. Ich war erstaunt, wie das Buch wirkt. Man kann es nicht weglegen und unbeeindruckt zur Tagesordnung übergehen. Die Bilder, die er erzeugt, sind nachhaltig. Es ist fast, als sei man selbst Zeuge dessen, was dort Alltag ist.
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