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Rezensionen verfasst von
Vena Cava "CoJ" (Bad Hersfeld)

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Two Worlds - Royal Edition
Two Worlds - Royal Edition
Wird angeboten von AC Enterprises Direkt
Preis: EUR 17,99

57 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Actionreiches Rollenspiel mit Sammelsucht, insgesamt aber zu simpel und inkonsequent, 21. Mai 2007
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Two Worlds - Royal Edition (Computerspiel)
Nun also nach dem neuesten Patch 1.3 eine erneute Bestandsaufnahme dieses Rollenspiels. Warum es insgesamt besser, als ein Gothic 3, aber schlechter, als ein Oblivion ist:

+ Two Worlds hat eine hübsche, abwechslungsreiche und lebendige Welt, die zum Erforschen einlädt. Dazu äußerst dichte Vegetation und interessante Gegner.
+ man spielt als Held einen kernigen Söldner und entfernt sich damit endlich einmal von den üblichen Rollenspiel-Klischees a'la namenloser und herzensguter Held, der das Böse austreibt. Klasse!
+ sehr gut geschriebene und vor allem nachvollziehbare Dialoge, die ähnlich wie bei den Gothic Teilen einen leicht ironischen Ton haben und nicht diese gestelzte Sprache verwenden (das ist natürlich Geschmackssache).
+ Sammelsucht nach Items a'la Diablo 2.
+ hilfreiches Teleport-System.
+ für diese große Welt äußerst geringe Ladezeiten!

+- zwar sehr offenes und experimentierfreudiges Klassensystem ohne Beschränkungen, aber man steigt einfach zu schnell im Level auf und erhält viel zu viele Skill-Punkte, so dass eine Spezialisierung nicht nötig ist, da man quasi alles voll ausbauen kann.
+- viele Nebenquests, darunter sowohl sehr interessante als auch langwelige Sammle- und Töte Quests. Insgesamt sehr starke Schwankungen in der Qualität.
+- das Kampfsystem ist sehr Gothic 3 ähnlich, wenn auch etwas besser, also aus der Third-Person Perspektive und sehr viel Dauer-Geklicke. Dadurch actionreiches Gameplay aber auch auf Dauer anspruchslos.
+- die KI ist sehr zwiespältig, manchmal ist sie richtig clever, vor allem im "Rudelverhalten", dann gibt es immer wieder grobe Aussetzer, "Hängenbleiber" sind nicht selten. Die NPCs folgen zwar einem sehr groben Tagesablauf, aber schaut man sich den genauer an stellt man fest, dass der nicht glaubwürdig ist. Oftmals wird dadurch sogar das Auffinden von Quest-Gebern und Trainern erschwert, zusätzlich zu dem Fakt, dass diese nur unzureichend gekennzeichnet sind.
+- mit der Bedienung verhält es sich ebenso. Auf der einen Seite gibt es gute Komfortoptionen, wie der sofortige Vergleich zweier Gegenstände oder ein umfangreiches Quest-Log mit Karte, auf der anderen Seite nerven unnötige Macken, wie zum Beispiel, dass man Gegenstände gleichen Typs einzeln verkaufen muss und das umständliche Plündern von getöteten Gegnern.
+- das Anfangs unmögliche Reiten wurde mit dem neusten Patch in der Tat ein wenig verbessert, ist aber nach wie vor noch nicht wirklich gut. Von intuitiv kann keine Rede sein.
+- auch die Performance wurde verbessert, allerdings ist sie nach wie vor nich optimal. Gelegentliche Ruckler sind Standard, in Städten und bei üppiger Vegetation ist es besonders extrem. Außerdem wird anscheinend der Speicher stark zugemüllt, mit fortschreitender Spieldauer läuft das Spiel langsamer, da hilft nur eine Neustart.

- das Charakter-Design ist, vorsichtig ausgedrückt, sehr gewöhnungsbedürftig und die nicht syncronen Lippenbewegungen, sowie die hässliche Arial Schrift bei Gesprächen sind schon ein arger Atmosphäre-Malus.
- die Story fängt zwar gut an und man ist motiviert weiterzuspielen, spätestens ab der Hälfte verliert sie aber komplett den Reiz. Insgesamt ist sie viel zu kurz und ohne große Wendungen (außer einer sehr vorhersehbaren) oder raffinierter Höhepunkte. Im Grunde ist es nur ein stupides Zusammensuchen von Gegenständen, dazu gibt es noch miese Zwischensequenzen und zwei mögliche, lächerliche Enden. Sehr enttäuschend!
- das Ruf-System ist quasi nicht funktionstüchtig. Eigentlich kann man im Rang von verschiedenen Fraktionen aufsteigen, um bessere Quests und Belohnungen zu erhalten, allerdings leistet es sich dabei grobe Schnitzer. So kann man wichtige NPCs töten, ohne von deren Anhängern dafür belangt zu werden, und damit gelegentlich sogar die Story immens abkürzen. Noch schlimmer ist, dass sich verfeindete Fraktionen überhaupt nicht auswirken und man sich überall gleich hocharbeiten kann. Dadurch leidet stark die Glaubwürdigkeit der Welt!
- das Balancing ist selbst mit dem neuesten Patch eine Katastrophe! Während man am Anfang noch jeden Gegner einzeln angehen und vor Geistern und Bären sowieso einen großen Bogen machen sollte, ist der ganze Rest ab der Hälfte des Spiels viel zu simpel. Zwar wurden die übertriebenen Boni durch das Stapeln von Gegenständen, Brauen von Tränken und Verkaufen von Gegenständen abgeschwächt, aber nach wie vor sind die Gegenstände und vor allem die Zaubersprüche viel zu stark. Während es als reiner Nahkämpfer noch halbwegs fordernd bleibt, entwickelt man sich als Magier zu einem unbesiegbaren Gott. In Kombination mit dem viel zu schnellen Aufsteigen im Charakterlevel trifft man also irgendwann auf keine wirklichen Herausforderungen mehr und plättet ein großes Orklager mit dem Heben des kleinen Fingers.
- Insgesamt ist das Spiel, nach dem hakeligen Beginn, viel zu einfach, selbst auf dem schwersten Schwierigkeitsgrad!

Als Fazit kann man sagen, dass auch mit dem neuesten Patch noch lange nicht alles im Reinen ist mit Two Worlds. Zwar ist es im Grunde ein wirklich nettes Rollenspiel und man kann eine Zeit lang viel Spaß damit haben, aber auf Dauer bietet das Spiel einfach zu wenig, sowohl zeitlich gesehen, als auch von der Spieltiefe her. Auch im Multiplayer-Modus existieren noch viele Ungereimtheiten, die vor allem durch das miese Balancing hervorgerufen werden. Da dort mit weiteren Patches jederzeit ein Reset der Server bevorstehen kann, sollte man ein ausgiebiges Spielen dort erstmal vergessen.
Demnach stellt Two Worlds eine würdige, actionreiche und einfache Alternative zu Gothic 3 dar, da es vieles besser macht und vor allem im Mittelteil seine Stärken gekonnt auspielen kann, aber an die spielerische Tiefe und Seriösität eines Oblivion kommt es mit Sicherheit nicht ran. Wem diese Aspekte wichtig sind und wer bei Rollenspielen nach großen Herausforderungen sucht, sollte den Kauf unbedingt vermeiden.

Abgesehen davon ist die Royal-Edition sehr gut ausgestattet und enthält begehrenswerte Dinge für den Preis. Falls man sich letztendlich doch für Two Worlds erwärmen kann, bietet sich hier eine lohnenswerte Investition...


PlayStation 3 Konsole 60 GB
PlayStation 3 Konsole 60 GB

23 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine "nahezu perfekte" Abwärtskompatibilität zur PS2!, 17. März 2007
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: PlayStation 3 Konsole 60 GB (Konsole)
Jeder soll bitte gerne für sich persönlich entscheiden, welche von den drei neuen Next-Gen Konsolen er bevorzugt (wenn er nicht das Geld für alle drei hat), jede hat auf ihre Weise Stärken und Schwächen. Allerdings sollte man folgende Vorabinfo unbedingt in seine Überlegungen miteinbeziehen, besonders natürlich, wenn man den großspurigen Versprechungen von Sony bezüglich der "nahezu perfekten" Abwärtskompatibilität zur PS2 unvoreingenommen glauben schenkte, wie das auch hier immer wieder verbreitet wird. Ich zitiere einfach mal von der 4players Webseite:

"...Die jetzige Ankündigung, dass die PAL-Fassung der neuen Konsole im Gegensatz zu den in Japan und Nordamerika erhältlichen NTSC-Versionen nur eine "eingeschränkte Anzahl" von PS2-Spielen unterstützen werde, dürfte aber auch in Sony-freundlichen Kreisen für Verstimmung sorgen. Wer hierzulande eine PS3 erwirbt, zahlt mehr und erhält dafür weniger. Nur um das mal klarzustellen:

Es ist schon Normalität geworden, dass man in Europa höhere Preise für Gerätschaften aller Art erhebt. Das ist auch bei anderen Konsolen wie der Xbox 360, Wii oder älteren Systemen der Fall gewesen. Aufgrund des hohen Preises macht sich die '1:1-Logik' bei Sonys Konsole allerdings noch deutlicher bemerkbar.

Wer in Deutschland eine PS3 (599 Euro) kauft, zahlt damit umgerechnet etwa 143 Euro mehr als ein Sony-Kunde in den USA, in den Japan ist das Gerät mit einem Verkaufspreis von 60.000 Yen (etwa 376 Euro) nochmals deutlich günstiger. In Großbritannien werden gar 425 Pfund (635 Euro) fällig.

Dies wird jedoch konterkariert durch das Faktum, dass Produktionskosten für die hiesige Fassung unter denen der NTSC-Konsolen liegen. Denn in Letzteren ist größtenteils noch Hardware für das Abspielen von PS2-Spielen zuständig, also eine echte CPU der PS2, während die europäischen Geräte nur noch über Software die PS2 emulieren soll. Eine Entscheidung, die Sony zwischen 20 bis 30 Euro pro System spart."

In einem aktuellen Beitrag heisst es weiter:

"...Der Präsident der SCE Worldwide Studios erwähnte auch, dass die PAL-Version der PS3 derzeit bereits über 1200 PS2-Spiele unterstützt. Die hiesige Fassung von Sonys Konsole setzt bekanntermaßen auf Softwareemulation.

Um die derzeitige Palette ausschöpfen zu können, wird man dem in der nächsten Woche erscheinenden System aber erstmal ein Firmware-Upgrade auf Version 1.6 verpassen müssen. Da die Auslieferung der PS3s an den Handel schon vor vier Wochen begann, dürfte der Verkaufsversion noch eine ältere Firmware innewohnen, die weniger Spiele unterstützt."

Hier bestätigt sich mal wieder, dass man als europäischer Konsolen-Spieler ein Spieler zweiter Klasse ist, das ist bei Microsoft und Nintendo nicht anders. Allerdings trumpft hier leider Sony am größten auf.

Übrigens: Die genauen Titel der kompatiblen PS2-Spiele innerhalb dieser ominösen Liste werden vor dem Verkaufsstart nicht bekanntgegeben (um wohl nicht allzu viele Stornierungen der Vorbestellungen zu riskieren)! Ob man zum Beispiel ein "Metal Gear Solid 3", "Shadow of The Colossus" oder "Devil May Cry 3" nun wirklich auf seiner PS3 spielen kann, bleibt damit abzuwarten! Wem also eine umfassende und gezielte Kompatibilität von PS2-Spielen wichtig ist, sollte lieber bis nach dem Erscheinungstermin abwarten und sich vor dem Kauf vergewissern, welche Spiele denn wirklich auch auf der PS3 laufen werden...


A Weekend in the City (Ltd.)
A Weekend in the City (Ltd.)
Preis: EUR 17,39

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Glatter und gezügelter, aber auch pointierter und tiefschürfender als das Debüt, 31. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: A Weekend in the City (Ltd.) (Audio CD)
Auf das neue Bloc Party Album habe ich mich schon sehr lange gefreut, schließlich empfand ich sie von all den Wave-Bands, die die 80-er Jahre wieder heraufbeschworen haben, als diejenige mit dem größten Biss. Und tatsächlich beweisen die Herren auf ihrem zweiten Album, das sie wahrlich keine Eintagsfliegen, sondern zur Weiterentwicklung befähigt sind. So muss man klar sagen, dass die Band nicht versucht hat, den Sound und die Songs des Erstlings einfach zu wiederholen, sondern sie haben eine andere Herangehensweise gewählt.

War das erste Album noch sehr von der schroffen und wilden Art des Sounds geprägt (allen voran das grandios wirbelnde Schlagzeug von Matt Tong) und schleuderte es einen quasi fast ohne Verschnaufspause herum, so kann man hier eine gewisse Reifung feststellen, die im Kontrast leider bei mehreren Bands dieser Gattung ausblieb.
Schon ohne überhaupt einen einzigen Ton gehört zu haben, kann man feststellen, dass dieses Album mit mehr Bedacht angegangen wurde, es wirkt sogar ziemlich konzeptionell. "A Weekend In The City" kann man dabei als das übergreifende Thema verstehen, es geht um die Erfahrungen und Erlebnisse in einer Großstadt, allen voran natürlich London. Erfahrungen über Rassismus, alles zermalmende Hektik, Isolation, Politik und das ständig wieder auftauchende Motiv der fast hoffnungslosen Suche nach Liebe in den verschiedensten Formen. Diese Konzeption bedingt natürlich auch, dass hier also nicht einfach willkürlich Hits and Hits gereiht wurden, sondern jeder Song einen gewissen Anspruch im Kontext des Albums hat.
Man sollte demnach dem Album mehrere Hördurchläufe erlauben, viele Songs wirken erst nach dem wiederholten Male. Die Unmittelbarkeit des Debüts muss man sich auf diesem Album "erarbeiten".

Trotzdem gibt es selbstverständlich die großen Übersongs auf dem Album, schon die bekannte erste Single "The Prayer" entwickelt sich nach dem ungewohnten Einstieg zu einer grandiosen Hymne. Hier macht der starke Kontrast zwischen den schon fast Rap-artigen Strophen, die sich dann in einen Ohrwurm-Refrain sondersgleichen auflösen, den Song sehr besonders.
Auch das Einstiegslied "Song For Clay", das durch seine melodramatische, fast schon hysterische Art sehr stark an Muse erinnert, ist so groß, wie ein Song überhaupt nur sein kann. "East London is a vampire, it sucks the joy right out of me" singt hier Kele Okereke und man wird wunderbar auf die facettenreiche Atmosphäre des Albums eingestimmt.
"Uniform" dürfte der bis dato epischste Song von Bloc Party sein, er beginnt sehr ruhig und gradlinig, nur um dann ab der Mitte in einen verzweifelten Wutausbruch überzugehen.
Das lyrisch äußerst anspruchsvolle "Where Is Home?" stellt mit seinem äußerst überbordenden Sound, in dem sogar verzerrte Synthies vorkommen, sehr gut die Spannungen zwischen verschiedenen Ethnien und dem Staat am Beispiel des Melting Pots London dar.
Das fantastische, balladeske "Kreuzberg" leitet das eher ruhigere Ende des Albums ein und hat einen ähnlichen Stellenwert, wie das famose "This Modern Love" auf dem Debüt, gefällt mir aber durch seine Klarheit noch ein bisschen besser.
Mit "I Still Remember" kommt schließlich die größte Pop-Nummer von Bloc Party. Hier kann man am ehesten die leichte Abkehr vom chaotisch-wirbelnden Wave auf dem ersten Album Richtung Indie-Pop feststellen, der stark an Snow Patrol oder auch Coldplay erinnert, ohne jedoch dabei die Eigenständigkeit zu verlieren.
Zum Schluss gibt es das wunderschöne Abschlusslied "SRXT", das das Thema des Albums nocheinmal in eine sehr melancholische und elegische Hymne zusammenfasst.

Das eigentlich Problem des Albums ist im Gegenzug jedoch, dass die übrigen 4 Songs zwar gut sind (sehr gut sogar im Vergleich zu so manch anderer Band) und im Kontext des Albums natürlich Sinn machen, aber gegenüber den aufgelisteten Übersongs einfach untergehen. Mit dem Song "On" kann ich sogar, trotz mehrmaligem Hören, überhaupt nichts anfangen, er stellt für mich den schwächsten Beitrag dar.
Und so ist diese Album insgesamt zwar ein sehr gutes und selbstverständlich empfehlenswertes Album, aber auch nicht ohne gelegentliche Schwächeanfälle. Zu einem durchweg überzeugenden Meisterwerk hat es dann leider nicht ganz gereicht. Da nun aber 5 Sterne zu viel sind, 4 Sterne aber auch irgendwie zu wenig, gebe ich sehr gute 4 Sterne, an die man bitte gedanklich einen weiteren halben Stern dranhängt. Schließlich ist das Potential nach oben bei dieser Band immer gegeben, das dritte Album wirds bestimmt.


A Weekend in the City
A Weekend in the City
Preis: EUR 10,45

19 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Glatter und gezügelter, aber auch pointierter und tiefschürfender als das Debüt, 31. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: A Weekend in the City (Audio CD)
Auf das neue Bloc Party Album habe ich mich schon sehr lange gefreut, schließlich empfand ich sie von all den Wave-Bands, die die 80-er Jahre wieder heraufbeschworen haben, als diejenige mit dem größten Biss. Und tatsächlich beweisen die Herren auf ihrem zweiten Album, das sie wahrlich keine Eintagsfliegen, sondern zur Weiterentwicklung befähigt sind. So muss man klar sagen, dass die Band nicht versucht hat, den Sound und die Songs des Erstlings einfach zu wiederholen, sondern sie haben eine andere Herangehensweise gewählt.

War das erste Album noch sehr von der schroffen und wilden Art des Sounds geprägt (allen voran das grandios wirbelnde Schlagzeug von Matt Tong) und schleuderte es einen quasi fast ohne Verschnaufspause herum, so kann man hier eine gewisse Reifung feststellen, die im Kontrast leider bei mehreren Bands dieser Gattung ausblieb.
Schon ohne überhaupt einen einzigen Ton gehört zu haben, kann man feststellen, dass dieses Album mit mehr Bedacht angegangen wurde, es wirkt sogar ziemlich konzeptionell. "A Weekend In The City" kann man dabei als das übergreifende Thema verstehen, es geht um die Erfahrungen und Erlebnisse in einer Großstadt, allen voran natürlich London. Erfahrungen über Rassismus, alles zermalmende Hektik, Isolation, Politik und das ständig wieder auftauchende Motiv der fast hoffnungslosen Suche nach Liebe in den verschiedensten Formen. Diese Konzeption bedingt natürlich auch, dass hier also nicht einfach willkürlich Hits and Hits gereiht wurden, sondern jeder Song einen gewissen Anspruch im Kontext des Albums hat.
Man sollte demnach dem Album mehrere Hördurchläufe erlauben, viele Songs wirken erst nach dem wiederholten Male. Die Unmittelbarkeit des Debüts muss man sich auf diesem Album "erarbeiten".

Trotzdem gibt es selbstverständlich die großen Übersongs auf dem Album, schon die bekannte erste Single "The Prayer" entwickelt sich nach dem ungewohnten Einstieg zu einer grandiosen Hymne. Hier macht der starke Kontrast zwischen den schon fast Rap-artigen Strophen, die sich dann in einen Ohrwurm-Refrain sondersgleichen auflösen, den Song sehr besonders.
Auch das Einstiegslied "Song For Clay", das durch seine melodramatische, fast schon hysterische Art sehr stark an Muse erinnert, ist so groß, wie ein Song überhaupt nur sein kann. "East London is a vampire, it sucks the joy right out of me" singt hier Kele Okereke und man wird wunderbar auf die facettenreiche Atmosphäre des Albums eingestimmt.
"Uniform" dürfte der bis dato epischste Song von Bloc Party sein, er beginnt sehr ruhig und gradlinig, nur um dann ab der Mitte in einen verzweifelten Wutausbruch überzugehen.
Das lyrisch äußerst anspruchsvolle "Where Is Home?" stellt mit seinem äußerst überbordenden Sound, in dem sogar verzerrte Synthies vorkommen, sehr gut die Spannungen zwischen verschiedenen Ethnien und dem Staat am Beispiel des Melting Pots London dar.
Das fantastische, balladeske "Kreuzberg" leitet das eher ruhigere Ende des Albums ein und hat einen ähnlichen Stellenwert, wie das famose "This Modern Love" auf dem Debüt, gefällt mir aber durch seine Klarheit noch ein bisschen besser.
Mit "I Still Remember" kommt schließlich die größte Pop-Nummer von Bloc Party. Hier kann man am ehesten die leichte Abkehr vom chaotisch-wirbelnden Wave auf dem ersten Album Richtung Indie-Pop feststellen, der stark an Snow Patrol oder auch Coldplay erinnert, ohne jedoch dabei die Eigenständigkeit zu verlieren.
Zum Schluss gibt es das wunderschöne Abschlusslied "SRXT", das das Thema des Albums nocheinmal in eine sehr melancholische und elegische Hymne zusammenfasst.

Das eigentlich Problem des Albums ist im Gegenzug jedoch, dass die übrigen 4 Songs zwar gut sind (sehr gut sogar im Vergleich zu so manch anderer Band) und im Kontext des Albums natürlich Sinn machen, aber gegenüber den aufgelisteten Übersongs einfach untergehen. Mit dem Song "On" kann ich sogar, trotz mehrmaligem Hören, überhaupt nichts anfangen, er stellt für mich den schwächsten Beitrag dar.
Und so ist diese Album insgesamt zwar ein sehr gutes und selbstverständlich empfehlenswertes Album, aber auch nicht ohne gelegentliche Schwächeanfälle. Zu einem durchweg überzeugenden Meisterwerk hat es dann leider nicht ganz gereicht. Da nun aber 5 Sterne zu viel sind, 4 Sterne aber auch irgendwie zu wenig, gebe ich sehr gute 4 Sterne, an die man bitte gedanklich einen weiteren halben Stern dranhängt. Schließlich ist das Potential nach oben bei dieser Band immer gegeben, das dritte Album wirds bestimmt.


Brokeback Mountain (Einzel-DVD)
Brokeback Mountain (Einzel-DVD)
DVD ~ Heath Ledger
Preis: EUR 6,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine universelle, symbolhafte Liebesgeschichte über unterdrückte Gefühle, 25. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Brokeback Mountain (Einzel-DVD) (DVD)
"Brokeback Mountain" ist aufgrund seiner Thematik über zwei schwule Cowboys einer der meistdiskutierten Filme 2005/2006 und steht damit interessanterweise im krassen Gegensatz zu dem, was er selbst eigentlich darstellt. Es ist nämlich ein äußerst ruhiger Film, der keine plakativen Gesten oder dramatisch inszenierten Entwicklungen benutzt, um seine (in so manchen Augen provokante) Geschichte zu erzählen, sondern langsam und konstant, wie ein Fluss vor sich hinfliesst.

Will man sich auf den Film und seine Geschichte einlassen, so muss man sich schon vor Beginn klar machen, dass hier Ang Lee Regie geführt hat und damit der Film eben im großen Maße durch eine andere Filmkultur geprägt ist, die sich doch von unserer westlichen Welt unterscheidet.

Hier wird mit dem asiatischen Auge auf ein bis jetzt immer noch schwach beleuchtetes Thema im westlichen Setting geblickt (eine Konstellation, die immer wieder die Besonderheit der Filme von Ang Lee garantiert). Das heisst also, dass man bei "Brokeback Mountain" keine typische Abarbeitung von Punkten erwarten sollte, an denen man sich festhalten könnte, sondern mit den landschaftlich wunderschönen und charakterlich äußerst intimen Szenen ziemlich alleine gelassen wird.

Hier wird nichts weiter als eine Geschichte erzählt ohne gleichzeitig mit dem Zeigefinger zu moralisieren, das Thema "schwule Sexualität" zu politisieren oder die Schlüsse auf dem Serviertablett vorgehalten zu bekommen, wie man es vom westlichen Kino gewöhnt ist.

Stattdessen muss man sich auf eine äußerst ausgeprägte Symbolik einlassen, die sehr unterschwellig eingesetzt wird, viel Freiraum für Interpretationen lässt und massiv eigene Gedanken einfordert.

Ist dies nämlich nicht klar, kommen solche Statements zu stande, die doch tatsächlich von einem "schwulen Soft-Porno" reden (es gibt gerade einmal 7 Minuten sexuell intime Szenen, jeder Standard Action Blockbuster hat mehr heterosexuelle Szenen zu bieten) oder es wird von "fremden Cowboys" gesprochen "die odinär übereinander herfallen".

Dies als Grundvorraussetzung genannt, kann ich nur sagen, dass "Brokeback Mountain" zu Recht so viel Öffentlichkeit bekommen hat. Die Geschichte von den Ranchern Ennis Del Mar (Heath Ledger) und Jack Twist (Jake Gyllenhaal) ist im Grunde eine äußerst einfache, nämlich eine universelle Liebesgeschichte, die nicht sein darf.

Eine Geschichte von zwei jungen Männern in einer harten und sozial festgesetzten Welt auf dem Lande im US-Bundestaat Wyoming in den 60-er Jahren. Eine Geschichte davon, wie diese einsamen Seelen zusammen auf dem namensgebenden Berg arbeiten und ganz allein, losgelöst von der "realen" Welt da unten, in dem Gegenüber schließlich das finden, was sie immer gesucht haben.

Dieses "Finden" wird dabei eben nicht plakativ, mit Posaunen und Trompeten gezeigt, sondern sehr subtil mit kleinen Gesten angedeutet. Zumal man in diesem Fall von zwei Männern in einer äußerst homophoben Gesellschaft sprechen muss, die niemals mit dem Holzhammer einem anderen Mann die Liebe gestehen würden. Hier wird umso mehr mit Blicken und vagen Andeutungen gearbeitet, die allerdings für jeden Liebenden sofort nachvollziehbar sind, egal ob hetero oder schwul...

Während allerdings Jack dazu bereit ist, diese Liebe auch abseits der Abgeschiedenheit und dem Schutz des Brokeback Mountain weiterzuführen, kämpft Ennis innerlich mit seinen Ängsten und "inneren Dämonen", die diese Liebe auslöst und somit eine öffentliche Liebe nicht akzeptieren kann.

Der Film folgt beiden Männern und deren Entwicklungen bis in die 80-er Jahre und lässt sie immer wieder bei heimlichen Treffen ihre Liebe ausleben, die sie bei ihrer Familienfassade mit Frau und Kind nicht erreichen können.

Wenn man so will, verwendet "Brokeback Mountain" das bekannte Romeo & Julia Motiv, lotet dieses aber äußerst intim und auf sehr persönlicher Ebene aus, was die ganze Geschichte allerdings umso universeller macht; Jeder müsste in der Geschichte Situationen aus seinem eigenen Leben wiederfinden, hier wird das Gefühl der Liebe mit all seinen Ausprägungen, positiv wie negativ, gezeigt.

Das die Liebenden dabei Männer sind, wird schon bald äußerst nebensächlich, so wie auch der Film sehr nebensächlich die schwule Sexualität der Protagonisten thematisiert, sie allerdings auch nie negiert, sondern nur als Begründung für die unglückliche Liebe verwendet. Da ist es auch falsch zu sagen, es wäre vollkommen egal, dass die Protagonisten schwul sind. Der Film will eben, trotz seiner schwulen Thematik, kein großes schwules Politikum sein, sondern sie nur als Prämisse für die Geschichte verwenden, und genau das ist die große Stärke des Films.

Großen Anteil daran haben neben der zu Grunde liegenden, hervorragenden Kurzgeschichte von Annie Proulx, der meisterhaften Umsetzung von Ang Lee, der faszinierenden Kameraarbeit und dem atmosphärischen Soundtrack, vor allem die beiden Hauptdarsteller. Wie sie die Selbstverständlichkeit einer unterdrückten, schwulen Liebesbeziehung darstellen, ist schon wirklich famos und sehr anerkennenswert; Gerade die intimen Szenen zwischen Ennis und Jack sind einfach fantastisch gelungen und wirken in jeder Sekunde echt, eine wahre Meisterleistung!

Besonders hervorheben muss man dabei Heath Ledger als Ennis Del Mar, um dessen Geschichte der Unterdrückung seiner Liebe es in dem Film in erster Linie geht. Aber auch alle anderen Nebendarsteller, besonders die beiden Frauen, gespielt von Michelle Williams und Anne Hathaway, sind erste Garde. Schließlich will der Film auch das Leid und die Katastrophen zeigen, die diese unterdrückte Liebe nicht nur bei den beiden Männern selbst, sondern auch in deren Umfeld auslöst...

Es wird interessant zu sehen sein, welchen Stellenwert der Film in der Geschichte des Films einnehmen wird, das kann man heute noch nicht klar sagen. Mit Sicherheit aber wird er einen großen Stellenwert einnehmen, ob nun als erster vielfach gesehener Film, der schwule Cowboys zeigte, als erste universelle Liebesgeschichte mit homosexueller Thematik oder als der Film, der als der Startpunkt einer Veränderung der Sichtweisen über schwule Identitäten in der Gesellschaft gilt.

Zum Schluss noch ein Wort zu den verschiedenen DVD Versionen. Die Deluxe Edition mit Doppel-DVD ist im Grunde sehr gelungen und ich würde, bei Gefallen des Films, klar hierzu tendieren, da unter anderem sehr interessante Dokus und Making of's enthalten sind. Allerdings sind leider weder entfallene Szenen noch ein Audiokommentar des Films enthalten, worauf ich sehr gehofft hatte, da diese beiden Features für mich, neben der Originaltonspur, die beiden stärksten Aspekte von DVD's sind!

Ich hoffe, dass in Zukunft noch ein DVD-Set mit eben diesen Features herauskommen wird. Wer also ebenso auf diese Features hofft und ansonsten mit den bekannten Interviews und Dokus nicht so viel anfangen kann, kann sich ruhig auch für die hier vorliegende Einzel-DVD Variante oder sogar die Sparversion entscheiden.

Im übrigen empfehle ich mit Nachdruck den Film im Original mit Untertitel zu schauen, auch wenns schwer fällt! Zwar ist er dann schwerer verständlich, da mit krassem texanisch/wyoming Dialekt gesprochen und viel genuschelt wird, aber bei der Syncronisation geht einfach viel zu viel an Intimität und echten Emotionen verloren, dass man daran einfach keine Freude haben kann...


Ok Computer
Ok Computer
Preis: EUR 4,99

165 von 177 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Konzept-Album seiner Zeit, das noch lange nachwirkt, 21. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Ok Computer (Audio CD)
Ja, noch eine Rezension über "Ok Computer" und noch dazu eine 5-Sterne Wertung. Da dieses Album jedoch solche riesigen, ja fast schon hysterischen Auswirkungen nicht nur für 'Radiohead' selbst hatte, will ich hier dann doch mal versuchen, dessen Stellenwert für Interessierte klarzustellen, denen das Album oder die Band bis heute nicht sonderlich bekannt sind.

Sie fingen eher bescheiden mit dem Debüt "Pablo Honey" an, das für Anfang der 90-er Jahre, genauer 1993, eine nette, kleine Indie-Rock Platte darstellte, die SEHR an 'U2' und 'R.E.M.' erinnerte und eigentlich für lange Zeit so niemanden hinter dem Ofen hervorlockte. Allerdings gab es diese eine unsterbliche Hymne genannt "Creep", die die Band (vor allem durch massive Forderungen bei amerikanischen Radiosendern angetrieben) dann doch in den Pop-Himmel hievte.

Als "One-Hit-Wonder" abgetan brachten sie dann schließlich 1995 ihr zweites Werk "The Bends" heraus, das den grungigen Rock des Erstlings durch perfekt produzierte Pop-Stücke ergänzte, die den Grundstein für den dann sehr typisch werdenden "schwermütigen" Charakter und gebrochene Soundstruktur der Band legte. Da allerdings zu dieser Zeit in den Medien der allseits bekannte Brit-Pop Streit zwischen "Blur" und "Oasis" vorherrschte, beachtete man dieses bemerkenswerte Album auf Kritikerseite eher zurückhaltend, große Fans der Band gab es allerdings schon hier. Jedenfalls erwartete man zukünftig nicht sehr viel von der Band, nur die aufsehenerregenden Videos brachten etwas Glanz.

Das änderte sich schlagartig mit diesem Werk hier, "Ok Computer". Das Jahr war 1997 und in der Welt herrschte eine sehr diffuse, kaum zu beschreibende Stimmung vor, wie man es eigentlich nur "fühlen" kann, wenn man es auch erlebt hat. Es war die Zeit, in der das Wort "Millennium" mit sehr negativen, ängstlichen Gedanken belegt wurde (ich kann mich noch sehr gut erinnern), so als würde man schon damals ahnen, was wir heute mit 09/11 bezeichnen. Endzeitstimmung.

Und diesen Kontext braucht man einfach, um die Relevanz des Albums nachvollziehen zu können, denn das Album transportiert all diese diffuse Mischung aus Zukunftsangst ("Airbag"), Paranoia ("Climbing Up The Walls)", Isolation ("Exit Music") und menschlicher Entfremdung ("Let Down"), was wir heute mit dem Begriff "soziale Kälte" bezeichnen. Die Band wurde zu einer Art Sprachrohr, zur Generationsmusik.

So wie vor ihnen "Nirvana" und vor denen "The Smiths"...

Aus der Generation X, die "Smells Like Teen Spirit" mit Metal-Wut im Bauch und Punk-Attitüde im Kopf ganz allgemein gegen Irak-Krieg, Ungerechtigkeit und gesellschaftliche Institutionen (Schule, Familie) schmetterte, wuchs die Generation Y, die resignierende Gegenseite, die, angeführt durch den alles erklärenden Song ("Paranoid Android"), gegen jede Kommerzialisierung des Menschen war und über die Unfähigkeit jedes Einzelnen im großen Ganzen, ob nun Politik ("Electioneering"), Gesellschaft ("Karma Police") oder Krieg ("Lucky") philosophierte.

Wichtig dabei ist, dass die Musik oberflächlich gesehen zwischen 'Nirvana' und 'Radiohead' sehr unterschiedlich wirkt, aber im Grunde den gleichen Ursprung hat, wie zwei Seiten einer Medaille. Während bei 'Nirvana' die Wut und der Selbstzweifel nach außen ins Große getragen wurden, wurden sie bei 'Radiohead' nach innen ins Kleine getragen ("Subterranean Homesick Alien").

Die teilweise negative Konnotation des Albums in Kritikerkreisen beruft sich dabei immer wieder auf die als spröde und zu "verkopft" bezeichnete Produktion von "Ok Computer"; Ein weiteres Zeichen seiner Zeit, denn die Band wollte mit diesen sehr befremdlich wirkenden elektronischen Sounds nichts weiter, als die schleichende Entmenschlichung durch Maschinen darstellen ("Fitter, Happier").

So kamen viele Vergleiche mit 'Pink Floyd' und deren konzeptionelle Herangehensweise an Musik hoch. Und tatsächlich spürt man schon beim ersten Hören, dass das Album nicht aus einer spontanen Jam-Session heraus entstanden ist, sondern dass es erst die Idee gab, wie die Gedanken zu vermitteln sind und danach die Musik geschrieben wurde.

Aus diesem Grund wird gerade heute von den meisten Leuten, die diese Zeit nicht nachvollziehen können oder wollen, die Musik der Band und vor allem das Album (zu recht!) als "weinerliche Kammermusik" und "depressive Selbstmord-Mucke" bezeichnet.

Auch wenn es böse gemeint ist, aber das ist die ideale Bezeichnung für diese Musik. Es ist die ideale Bezeichnung für die damalige Zeit und den damaligen geistigen Zustand, der auch noch heute in der immer stärker werdenden Anti-Kapitalismus und Anti-Globalisierungsstimmung mitschwingt. 'Radiohead' waren quasi die musikalischen Vorreiter davon ("No Surprises").

Erträglicher wird das Ganze ungemein, da trotz allen Lamentierens doch immer wieder auch ein Fünkchen Hoffnung aufblitzt. Neben ("Airbag"), ("Subterranean Homesick Alien"), (“Let Down“) und ("No Surprises") wird dies besonders durch den Song ("The Tourist") verkörpert, der völlig richtig das Album abschließt.

'Radiohead' wurden schließlich zu einer Band, die polarisiert.

Neben einer riesigen Fan-Gemeinde und übermäßigem medialen Hype, entstand eine kleine aber feine Anti-Radiohead Community, die gegen den jammernden Ton der Band eintrat.

Wie auch immer man nun also zu dieser Band und diesem Meilenstein stehen mag, man muss einfach die ausgesprochene Relevanz des Albums betonen. Besonders natürlich, wenn man all die Bands betrachtet, die nur aufgrund von 'Radiohead' und deren eigenen Sound inspiriert gegründet wurden (Muse, Coldplay, Turin Brakes,...)

Wenn man nur ein wenig die damalige Stimmung nachvollziehen kann oder sie kennen lernen will, ist dieses Album gar ein Muss! Aber auch einfach nur Musikinteressierte im Rock-Bereich sollten sich diesen Klassiker zu Gemüte führen, wenn sie die sehr eigenwillige Produktion und weinerliche (aber fantastische!) Stimme von Thom Yorke schätzen lernen können.

Wer jetzt so ohne weiteres Probleme mit dieser sehr spröden Art des Musikmachens hat, sollte sich doch zuallererst einmal das eingängige Vorgängeralbum "The Bends" geben, das die perfekte Pop-Seite von 'Radiohead' zeigt und gleichzeitig gut in die Schwermütigkeit einführt.

Das ist besser, als gleich mit dem schweren, fordernden Hammer 'Ok Computer' anzufangen. Bei Gefallen muss aber unbedingt dieses Album folgen und ich verspreche euch, einmal in die ureigenste Musik und tiefe Emotionalität von 'Radiohead' eingehört, wird man nicht mehr so schnell davon loskommen!

Aber es gibt ja noch die interessanten Nachfolgealben zu entdecken...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 28, 2013 4:00 PM CET


The Elder Scrolls IV: Oblivion
The Elder Scrolls IV: Oblivion
Wird angeboten von schneidersoft
Preis: EUR 21,95

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz Schwächen, in allen Bereichen "riesiges" Rollenspiel, 21. April 2006
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Auf dieses Spiel haben wohl so ziemlich alle begeisterten Solo-Rollenspiel Fans sehnsüchtigst gewartet. Ebenso groß waren dann auch die Erwartungen an das Spiel, stark angetrieben durch viele Previews mit überschwänglichen Berichten. Hat das Spiel nun die Erwartungen erfüllt? Ja, aber nicht ohne Schwächen...

Der Start des Spiels wird einem dabei sehr einfach gemacht. Aspekte, die für Kenner des Vorgängers "Morrowind" sehr bekannt vorkommen werden, wird Anfängern der Elder Scrolls Reihe sehr gut durch ein Tutorial des riesigen Spiels erklärt.

"Riesig" muss man hierbei in mehreren Aspekten sehen. Zum einem natürlich in der atemberaubend großen Fläche des Spiels. Schon allein die Hauptstadt der Region Cyrodiil ist so gigantisch, dass man über 15 Stunden mit Erkunden und Erfüllen von Aufträgen verbringen kann, bevor man überhaupt anfängt, den Rest der Welt zu entdecken.

"Riesig" aber auch in Anbetracht der grandiosen Grafik, die dermaßen klasse aussieht und eine unnachahmliche Atmosphäre aufbaut, dass man vom ersten Moment des Betretens der Welt an sofort in die Spielwelt absorbiert wird und alles um sich herum vergisst. Ob nun neigende Äste, verschiedenste Gräser und Getier oder Städte, die majestätisch auf einem Berg thronen, die fantastische Musik und Soundeffekte tun ihr Übriges dazu.

"Riesig" ist aber auch die Mechanik des Spiels, schließlich handelt es sich hier um ein waschechtes Rollenspiel. Es gibt also 10 unterschiedliche Rassen, die aus einem Pool von 21 verschiedenen Fertigkeiten mit bestimmenden Attributen 7 Hauptfähigkeiten wählen können und diese dann in fünf Stufen durch Verwendung ausbauen, was zum Beispiel den Erfolg des Schlossknackens erleichtert, die Herbeirufung eines mächtigen Verbündeten ermöglicht oder einen verheerenden Power-Angriff ergibt. Dazu kommt noch das Aussuchen eines Sternzeichens und einer Klasse, die weitere Boni verleihen.

Was jetzt sehr kompliziert klingt, regelt sich im Spiel allerdings etwas einfacher, da man gut über die Vorteile der einzelnen Aspekte informiert wird. Trotzdem muss man sich etwas einarbeiten, was allerdings viel Spaß macht.

"Morrowind" Kennern brauche ich im Prinzip nichts Neues zu erzählen, denn "Oblivion" ist quasi eine verbesserte und aufgemotzte Version vom Vorgänger in einer neuen Welt. Typischerweise muss man nicht der Hauptstory folgen, sondern man kann die Welt völlig frei erkunden und die hervorragend desingten Nebenaufträge suchen, davon gibt es massig! Einsteiger können aber auch ohne weiteres strikt der Hauptquest folgen und erleben eine Menge, trotzdem richtet sich das Spiel in erster Linie an Rollenspiel-Kenner mit viel Entdeckerdrang.

Positive Veränderungen gibt es besonders bei dem Questsystem und den Kämpfen zu bemerken.

Endlich kann man nun lange reisen immens abkürzen, in dem man auf der Karte den gewünschten Ort anklickt, der Charakter ist nach einer kurzen Ladezeit sofort da, während die Zeit natürlich entsprechend fortschreitet. Es ist allerdings freiwillig, man kann also nach wie vor den ganzen Weg alleine gehen! Quests werden ausführlich vermerkt, ein aktiviertes Quest blendet auf der Karte und dem immer aktiven Kompass einen Pfeil ein, der den als Nächstes zu besuchenden Ort anzeigt. Beides eine große Erleichterung!

Außerdem wurde endlich das Kampfsystem überarbeitet und dynamischer gestaltet. Nun ist es nicht mehr so, dass man tausendmal auf eine kleine Ratte einsticht und davon nur 3 mal trifft, sondern es läuft viel Actionbetonter ab ohne dabei den Rollenspielanspruch zu verlieren. Trotzdem muss erwähnt werden, dass man schon einmal Ego-Shooter zumindest probiert haben sollte, denn die Kämpfe sind sehr herausfordernd und schnell und gehen nur in der Ego-Perspektive gut von der Hand.

Aber auch "Oblivion" ist kein perfektes Spiel und muss mit Kritikpunkten leben:

Dafür, dass die Welt so riesig und wunderschön ist, ist sie auch sehr generisch aufgebaut. Besonders in den kleineren Dungeons, die überall auf der Welt verteilt sind, merkt man stark den reproduzierenden Charakter heraus (obwohl sie atmosphärisch sehr gruselig sind!) und das langweilt nach einer gewissen Zeit sehr stark.

Nur die elfischen Dungeons sind etwas abwechslungsreicher gestaltet worden und bieten auch auf Dauer einen ansprechenden Nervenkitzel, der sich auch von der materiellen Belohnung her stärker lohnt.

Zudem wirken die Städte, trotz all ihrer abwechslungsreichen Architektur, eher steril (besonders die kaiserliche Hauptstadt ist ein Negativbeispiel). Zwar sind sie sehr interessant gestaltet worden, so dass alle Bewohner einem eigenen Tagesablauf folgen und bei Gesprächen durch schön gestaltete Gesichtszüge ihre Emotionen passend ausdrücken, aber wenn das als verkommen verrufene Hafenviertel ähnlich rausgeputzt wirkt, wie das Palastviertel, ohne Müll und Dreck, ist das nicht sonderlich glaubwürdig und teilweise sogar verwirrend, wenn dadurch alle Viertel gleich aussehen.

Außerdem arbeitet das Spiel wieder übertrieben stark mit Mittelalter/Fantasy-Klischees, was besonders in der Hauptquest negativ auffällt. So muss ich sagen, dass die Hauptstory wenig kreativ ist, alles Dagewesene wieder einmal sehr konfus verwurstet und man oft bei den interessanteren Nebenmissionen besser aufgehoben ist.

Das Inventar hingegen ist sehr umständlich und zeitintensiv gestaltet worden, das wurde bei "Morrowind" besser gelöst.

Zudem wird die Schwierigkeit der Gegner immer nach dem Level des eigenen Charakters berechnet. Was an sich gut klingt, weil man dadurch nicht von übermäßig schwachen oder starken Gegnern genervt wird, hat aber auch eine üble Kehrseite, besonders wenn man auf "soziale" Fertigkeiten setzt und so trotz hohem Level schlechte Kampffertigkeiten besitzt. Außerdem geht so der Reiz des "Auflevelns" etwas verloren, denn was nutzt einem dies, wenn die Gegner sowieso immer die gleiche Stärke wie man selbst haben?

Die deutsche Lokalisation ist (bis auf die hervorragenden Stimmen) sehr schlampig und fehlerhaft, ich empfehle entweder die Originalversion zu erwerben oder auf einen Patch zu warten, Ungeduldige können es aber auch so spielen...

Insgesamt streift das Spiel also denkbar knapp an 5 Sternen vorbei. Für Rollenspiel-Kenner und Profis ist es trotzdem ein Muss, wenn die aufgelisteten Negativpunkte nicht übermäßig stören (kann teilweise per Mods verändert werden), aber auch Einsteiger könnten sich vielleicht heranwagen, wenn sie viel Zeit und Elan fürs Einarbeiten besitzen.

Ein High-End oder sehr guter Mittelklasse PC allerdings vorrausgesetzt, die Hardwareanforderungen sind nämlich ebenso "riesig", wie dieses Spiel.


Mind the Landscapes
Mind the Landscapes
Wird angeboten von Ton-Konserve
Preis: EUR 11,16

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bemerkenswerter Brit-Rock aus Leipzig, der ausbaufähig ist, 21. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Mind the Landscapes (Audio CD)
Nun hat es doch geklappt und die Jungs von 'Palestar' haben endlich einen Plattenvertrag ergattern können (das Album gibt es schon länger im Internet zu kaufen). Wurde auch langsam Zeit, aber sich hier über die sture und grob fahrlässige Blindheit von Labels und Musikfirmen für aufbauwürdige Bands in Deutschland aufzuregen, würde nur vom wirklich Wichtigen ablenken: einer äußerst aussichtsreichen deutschen Newcomer-Band und deren bemerkenswerten, wenn auch nicht 100%-tig überzeugenden, Debüt-Album.

Die Band besteht aus vier jungen Kerlen und kommt aus Leipzig. Das schreibe ich hier bewusst nicht nur mal so als Nebenbei-Info dahin, denn wenn man unwissend die Musik von 'Palestar' im Radio hören würde, man würde es nicht glauben wollen, vielleicht sogar vehement bestreiten. Denn 'Palestar' machen Musik, die aus Oxford oder Manchester kommen könnte, vielleicht auch aus Liverpool, aber nicht aus Leipzig! Sie verbreiten eben die typisch britische Melancholie, und damit meine ich nicht nur den allseits präsenten Brit-Pop, sondern Kulturmusik der breiter gefächerteren Sorte. Die unmittelbarsten Soundvergleiche gehen hierbei stark zu 'Radiohead' mit gelegentlichen 'Spiritualized' Einschüben, in ruhigeren Momenten kann man noch etwas 'Savoy Grand' wahrnehmen.

Im Falle von 'Radiohead' wird man dabei gleichwertig stark zum einem an den süßlich-schwermütigen Pop von 'The Bends' erinnert ("Drowned in a bathtub", These walls might break", "Thought police", "When language fails", "Siberian fog", "Sky is the loneliest place", wobei man bei den letzten beiden Songs auch kleinere 'Coldplay' Anleihen heraushören kann, zum anderen an den episch-dramatischen 'Ok Computer' Appeal herangeführt ("No. 1069", "Motor homes", "Into the breathing", "Berlin is for Heroes", "The worst is yet to come", "Mind the landscapes"). Besonders bei diesen Songs kommen immer mal wieder die psychedelischen und spacigen Aspekte von 'Spiritualized' hinzu, die damit dem Album zum Glück ein etwas alternativeres, wenn auch stellenweise zu abgedrehtes, Klangbild verpassen können.

Denn bei aller euphorischen Anerkennung des Soundpotenzials der Band, muss man schon zugeben, dass dies alles doch noch übermäßig nahe an 'Radiohead' bzw. reinem Zitieren britischer Rockmusik ist. So kann man eigentlich fast alle Songs, zumindest von ihrer Struktur her, in die gleiche Ecke des "Originals" stellen. So wie es ein "Lucky" gibt (No. 1069), so gibt es auch ein "Electioneering" (Motor homes). So wie es ein "Street Spirit" gibt (Sky is the loneliest place), so gibt es auch ein "Just" (These walls might break).

Hauptpositivpunkt für die dann doch überzeugende Adaption dieser Musik in ostdeutsche Gefilde liegt hierbei in der atemberaubenden Stimme von Sänger Patrick Sudarski. Ohne Übertreibung bietet er den wohl besten, ausdruckstärksten und gefühlvollsten Gesang, den ich jemals(!) bei einer deutschen Rockband vernehmen durfte (ich habe sie auch schon Live gehört, fantastisch!). Auch wenn sie von der Art des Gesangs her neben Starsailor-Sänger James Walsh sehr nach Thom Yorke klingt (was ja ein übergroßes Kompliment ist), hat sie doch dabei einen helleren Klang, wirkt dadurch also nicht nur wie eine reine Kopie, und entwickelt stellenweise im Laufe des Albums ihre wohltuende Eigenständigkeit. Aber auch die anderen Bandmitglieder verstehen ihr Handwerk, besonders der Bassist vermag prägende Eindrücke zu hinterlassen.

Warum dann nur 3 Sterne? Leider gibt es neben der erwähnten übermäßigen Reproduktion des Radiohead-Sounds für mich noch einen großen Negativpunkt des Albums: Es gibt einfach keinen prägenden Übersong oder packenden Hit. Das mag den einen vielleicht nicht sonderlich stören, für mein Empfinden aber zeigt es erst die Größe einer Band, wenn sie es fertig bringt eine klare, knackige, prägnante Hymne zu schreiben, die einen sofort wie der Blitz trifft und packt und schüttelt und auf die Band aufmerksam macht. Und die kann ich hier leider nicht ausmachen. Dabei hätten "No. 1069", "Drowned in a bathtub", "These walls might break" oder "The worst is yet to come" durchaus das Potential dazu, aber irgendwie fehlt diesen Songs dann doch der letzte Kick, schade. Das soll jetzt aber um Himmels Willen nicht heißen, dass die Songs nicht eingängig wären oder nur abgedreht im Weltraum herumschweben, trotzdem fehlt die ultimative Bissigkeit, sowas wie ein "Creep".

Auch wenn das Album jetzt also insgesamt nicht gleich hervorragend ist, so zeigt mir damit die Band dann doch, dass ein sehr großes Potenzial vorherrscht, das nur in richtige Bahnen gelenkt werden müsste. Außerdem muss man dabei immer wieder bedenken, dass die junge Band ihr Debüt auf eigene Faust und Kosten(!) aufgenommen hat und dafür ist es verdammt gut. Das Handwerk, die Stimme und das Selbstbewusstsein sind somit schon da, fehlen nur noch eine sich entwickelnde musikalische Eigenständigkeit und ein fähiger Produzent, dann können sie die Welt erobern. Auch aus meiner Überzeugung einer großen und besseren Zukunft für die Band heraus, gebe ich lieber erst einmal "nur" 3 Sterne.

Schließlich klangen 'Radiohead' auf dem eigenen Debüt auch noch sehr nach grungigen U2 (mit den entsprechenden Verissen der Kritiker) und wir wissen, wie es weiterging...

Anspieltipps: "No. 1069", "Drowned in a bathtub", "Into the breathing", "The worst is yet to come", "These Walls might break"

P.S.: Man kann übrigens auf der Band-Homepage ([...]) alle Stücke des Albums probehören, der Song "Drowned in a bathtub" wird sogar als kostenloser Download angeboten!


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