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Rezensionen verfasst von
GipsyCab (Dornbirn, Vorarlberg, Österreich)

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V wie Vendetta (Einzel-DVD)
V wie Vendetta (Einzel-DVD)
DVD ~ Natalie Portman
Preis: EUR 6,89

24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über Gesellschaftsputsch mit Stil - und andere Ideologien, 14. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: V wie Vendetta (Einzel-DVD) (DVD)
Ich möchte meiner Rezension vorwegnehmen, dass ich den Film durch scheinbar allseits gegenwärtige Werbung und dessen Ankündigung mittels eines niveaulosen Trailers nicht ohne eine gewisse Voreingenommenheit angesehen habe - und umso überraschter war ich, als der Film sein wahres Gesicht zu zeigen im Begriff war. Kein sinnloses Gemetzel oder pseudo-lässiges Filmvorantreiben war es, das mich erwartete, sondern ein Film mit ideologischer Sinnhaftigkeit und einem gewissen Stil - auch wenn er diesem nicht ständig treu bleibt. Und resumierend muss ich sagen, dass ich diese Gechichte bedenkenlos jedem ans Herz legen kann, der die moderne Gesellschaft (oder besser Gesagt: Regierung) des Welt auf ähnliche Weise sieht wie ich, und sich etwas radikaleren Betrachtungsweisen nicht verschließt.

Aber nun zum Plot: Zu einer expliziten Handlungsdarlegung möchte ich mich hier nicht versteigen, zumal das schon von einigen meiner Vorrezensenten hinreichend getan wurde, sondern möchte lediglich zu gewissen Eigenheiten des Films Stellung nehmen. Die ganze Story dreht sich um einen Mann, dem von der Gesellschaft die Lebensgrundlage entzogen wurde, genannt "V", und nun Rache an der Welt sucht, die er so sehr verachtet. V selbst ist Idealist und Schöngeist, und wie so jeder Schöngeist fühlt er sich besonders (beziehungsweise ausschließlich) zu den bereits vergangenen Idealen hingezogen, so handelt er stets im Namen des Revoluzzers Guy Fawkes, der 1605 das Parlament mit einer beträchtlichen Anzahl an Schießpulverfässern sprengen wollte und dafür hingerichtet wurde - und V will vollenden, was Fawkes einst beinahe zuwege brachte.

V's Handeln mag, oberflächlich betrachtet, ausschließlich von Hass gelenkt sein, doch sind seine Beweggründe sehr viel komplexer. Dank der hervorragenden Charakterzeichnung, dessen sich der Film bedient, beginnt der Zuschauer langsam, sich ein Bild des messerschwingenden Nahkampfexperten auf der Leinwand zu machen. V ist seiner Ideologie gänzlich erlegen. Weder vor Mord, noch vor landesweiten Fernsehausstrahlungen schreckt er zurück, um diese durchzusetzen, ja er würde gar für sie sterben. Und mit dem Bestreben, das England der Zukunft durch sein parlamentarisches Feuerwerk in eine umfassende Anarchie zu stürzen, treibt er den Film seinem Ende entgegen, das sich der Zuschauer im Stillen herbeisehnt und doch nicht tatsächlich erwartet.

Dessen Beurteilung bleibt jedoch - wie der Film selbst - jedem individuell überlassen. Mir jedenfalls hat er gefallen.


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