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Rezensionen verfasst von
Pete Thrope "petethrope"

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Slayed
Slayed
Wird angeboten von heito musik und mehr "Preise incl.Mwst."
Preis: EUR 11,95

5.0 von 5 Sternen Partyalbum, 11. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Slayed (Audio CD)
"Slayed" war der erste Riesenhammer, den Slade als LP veröffentlichten. Sie hatten ihre Richtung gefunden. Sie schrieben nun kurze, eingängige Melodien, die sich allesamt zum lauten Mitsingen eigneten. Zielgruppe war ein Publikum "so um die 16" (Noddy Holder) und bei denen kamen sie auch gut an. Seltsamerweise aber nicht nur bei denen. Damals lief jeder, der was auf sich hielt, mit einem Stapel Pink Floyd- und Emerson, Lake & Palmer-Platten herum. Glitterbands wie T. Rex oder Sweet wurden mit Verachtung gestraft. Nur Slade nicht. Slade hat alle vereint.

Mir persönlich ist es bis heute schleierhaft, warum sie den ersten Song "How D'you Ride" nie als Single veröffentlicht haben, so ein Koloss ist das, aber mit "Mama Weer All Crazee Now" und "Gudbuy T'Jane" war für guten Ersatz gesorgt. Dabei hassten sie laut Noddy Holder "Mama Weer All Crazee Now" sogar und konnten sich erst nach langem Spielen mit dem Song anfreunden. Bei "Gudbuy T'Jane" hatten sie den Eingangsrhythmus von der Erkennungsmelodie der damals recht populären deutschen TV-Sendung "Hits A Go-Go" geklaut.

Aber "Slayed" hat nicht nur Gassenhauer, wovon "Look At Last Nite" zeugt. Der Triumph dürfte aber ihre Version von Janis Joplins "Move Over" sein. "Move Over" ist ein sehr intensiv gespieltes Stück, genauso wie sie es später auf "Old New Borrowed & Blue" mit "Just A Little Bit" gemacht haben.

Alles in allem war "Slayed" damals DAS Partyalbum überhaupt.


Kein Titel verfügbar

5.0 von 5 Sternen Partyalbum, 11. Mai 2009
"Slayed" war der erste Riesenhammer, den Slade als LP veröffentlichten. Sie hatten ihre Richtung gefunden. Sie schrieben nun kurze, eingängige Melodien, die sich allesamt zum lauten Mitsingen eigneten. Zielgruppe war ein Publikum "so um die 16" (Noddy Holder) und bei denen kamen sie auch gut an. Seltsamerweise aber nicht nur bei denen. Damals lief jeder, der was auf sich hielt, mit einem Stapel Pink Floyd- und Emerson, Lake & Palmer-Platten herum. Glitterbands wie T. Rex oder Sweet wurden mit Verachtung gestraft. Nur Slade nicht. Slade hat alle vereint.

Mir persönlich ist es bis heute schleierhaft, warum sie den ersten Song "How D'you Ride" nie als Single veröffentlicht haben, so ein Koloss ist das, aber mit "Mama Weer All Crazee Now" und "Gudbuy T'Jane" war für guten Ersatz gesorgt. Dabei hassten sie laut Noddy Holder "Mama Weer All Crazee Now" sogar und konnten sich erst nach langem Spielen mit dem Song anfreunden. Bei "Gudbuy T'Jane" hatten sie den Eingangsrhythmus von der Erkennungsmelodie der damals recht populären deutschen TV-Sendung "Hits A Go-Go" geklaut.

Aber "Slayed" hat nicht nur Gassenhauer, wovon "Look At Last Nite" zeugt. Der Triumph dürfte aber ihre Version von Janis Joplins "Move Over" sein. "Move Over" ist ein sehr intensiv gespieltes Stück, genauso wie sie es später auf "Old New Borrowed & Blue" mit "Just A Little Bit" gemacht haben.

Alles in allem war "Slayed" damals DAS Partyalbum überhaupt.


Bryan Ferry und Roxy Music: Grosses Kino für die Ohren
Bryan Ferry und Roxy Music: Grosses Kino für die Ohren
von David Buckley
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Empfehlenswert, 21. Januar 2009
Ein Buch über Roxy Music ist eine Rarität, im deutschsprachigen Raum sowieso. Das mag auch der Grund sein, dass ich erst jetzt mehr oder weniger drüber gestolpert bin. Ich gebe zwar zu, dass mir eigentlich nur die Roxy Music der ersten Periode richtig gefallen haben, ab "Manifesto" wurden sie mir ziemlich gleichgültig, weil nichts, aber auch gar nichts mehr von der Experimentierfreudigkeit der frühen Jahre (besonders die mit Eno) übrig geblieben ist, von den schauerlichen Soloprojekten Bryan Ferrys gar nicht zu reden. Da habe ich natürlich auch das Problem, dass mein Interesse bei diesem Buch ab der zweiten Phase ebenfalls nachlässt. Trotzdem halte ich dieses Buch für äußerst empfehlenswert, weil es sehr informativ ist und sich auch flüssig lesen lässt. Ich würde sogar fünf Sterne vergeben (schließlich kann der Autor ja nichts dafür, dass Roxy Music mir eben ab "Manifesto" nicht mehr viel gesagt haben), aber es gibt ein paar Sachen, die mir doch sehr sauer aufstoßen.

Das fängt schon mal mit der Behauptung auf dem Umschlag an, dass keine andere Gruppe die Geschichte der Rockmusik so sehr beeinflusst und verändert hat. Schon mal was von den Beatles, den Rolling Stones oder Velvet Underground gehört? Hätte es den Zusatz "der 70er Jahre" gegeben, hätte ich noch einigermaßen damit leben können, auch wenn z. B. da es auch noch die Sparks gab, die nachweislich Elektrorocker wie die Pet Shop Boys maßgeblich beeinflusst haben. Vom Punk gar nicht zu reden. Apropos Punk. Der Autor behauptet tatsächlich, dass Roxy Music in einem gewissen Sinne die ersten Punker waren. Ach? Wenn ich mich ein bisschen anstrenge, schaffe ich es bestimmt, dass im gewissen Sinn Frank Sinatra der erste Punker war.

Das würde ich ja alles noch schlucken, aber der Autor lässt sich im Buch oft darüber aus, dass in Retrospektiven meist die Leistung von Brian Eno oder Eddie Jobson unter den Tisch fiel. Er selbst macht es aber bei der Discographie auch nicht besser. Außer der wirklich minutiösen Auflistung sämtlicher Roxy- und Bryan Ferry-Werke fehlen alle Soloprojekte der anderen Musiker. Nun gut, das Buch heißt "Bryan Ferry und Roxy Music", aber ich kann nicht auf der einen Seite Intoleranz anprangern und es dann selbst nicht besser machen.

Trotzdem sei Fans der Gruppe dieses Buch ans Herz gelegt, weil man auf fast 400 Seiten eine Menge über Roxy Music und den Charakter von Bryan Ferry erfährt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2009 10:46 AM CET


The Illusionist
The Illusionist
DVD ~ Edward Norton
Wird angeboten von the-dvd-house
Preis: EUR 10,79

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, aber vorhersehbar, 9. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: The Illusionist (DVD)
Eisenheim (Edward Norton) ist ein Zauberer im frühen 19. Jahrhundert. Seine Vorführungen fordern den Thronfolger Prinz Leopold (Rufus Sewell) heraus, hinter seine Geheimnisse zu kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Geliebte des Prinzen, Sophie (Jessica Biel), von Kind auf in Eisenheim verliebt ist (umgekehrt natürlich auch). Also setzt er Inspektor Uhl (Paul Giamatti) auf Eisenheim an, der dessen Tricks, die immer perfekter werden, herauszufinden soll. Uhl bewundert aber insgeheim Eisenheim. Da wird Sophie plötzlich ermordet'

Der Film wird mit dem Slogan beworben "Nichts ist, wie es scheint" und genau das wird ihm zum Verhängnis. Der Zuschauer passt genau auf, was denn sein kann und was nicht, vor allem, wenn er vorher mal "The Prestige" gesehen hat und so dämmert ihm nach Sophies Tod irgendwann zumindest die halbe Wahrheit. Außerdem ist der Film über weite Strecken gestreckt, weniger in den Liebesszenen zwischen Norton und Biel, sondern in den Sequenzen, in denen Eisenheim praktisch spirituelle Sitzungen durchführt. Durch die Wiederholungen, die zwar irgendwo wichtig sind, aber vorhersehbar sind, zieht sich der Film in die Länge, zumal man da eben irgendwann mal auf den Trichter gekommen sein müsste.

Punkte macht der Film eher dadurch, das er relativ unaufgeregt ist und mit Edward Norton und Paul Giamatti zwei Asse der Schauspielkunst vorweisen kann, wobei ich für mich denke, dass sie eher eine Routinevorstellung geben, wobei sie allerdings andere Möchtegern-Schauspieler in ihre Schranken weisen. An dem schwachen Drehbuch können sie sowieso nix ändern.

Was gibt es noch an Pluspunkten? Sicher die hervorragende Fotografie und die Effekte, die perfekt sind.

Fazit: Ein Film, den man sich gut ansehen kann. Für wiederholten Genuss dürfte er aber nicht tauglich sein.


Doomsday - Tag der Rache
Doomsday - Tag der Rache
DVD ~ Rhona Mitra
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 12,48

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Besser gut geklaut..., 9. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Doomsday - Tag der Rache (DVD)
Im Glasgow der Jetztzeit breitet sich das so genannte Reapervirus aus. Die britische Regierung zieht eine riesige Mauer um Schottland, um das Virus einzudämmen und überlässt die Erkrankten ihrem Schicksal. Nach einigen Monaten scheint das Virus besiegt zu sein, aber 2035 taucht es wieder auf. Die Elitekämpferin Eden Sinclair (Rhona Mitra) wird mit einer Truppe nach Schottland geschickt, um ein mögliches Gegenmittel zu finden.

"Doomsday" klaut kreuz und quer durch das Endzeit- und Actiongenre, am auffälligsten bei John Carpenters "Die Klapperschlange", was das Grundgerüst des Films ausmacht und in der finalen Verfolgungsjagd bei George Millers "Mad Max". Tatsächlich nennt der Regisseur Neil Marshall zwei seiner Protagonisten Carpenter und Miller. Also mal wieder lieber gut geklaut als schlecht selbst ausgedacht.

In einer gewissen Weise mag das sogar funktionieren, denn eine neuere Generation von Filmguckern hat beide Vorbilder wahrscheinlich nicht gesehen. Denen wird rasante Action geboten, höchstes Tempo und jede Menge Splatter. Doch auch die müssen für diesen Film zwischenzeitlich ihren Verstand zum Essen schicken, um die riesigen Logiklöcher zu schlucken, die der Film "bietet". Wo z. B. kommen bei der finalen Verfolgungsjagd plötzlich die Punks (die vorher im Film schon mal auf getaucht sind. Zwischenfrage: Wieso sind Durchgedrehte eigentlich immer Punks?) her? Haben die telepathische Fähigkeiten? Wieso dreht ein ausgewachsener Van einen Salto (mit eingesprungener Explosion), nur weil da ein Motorrad (samt Punk) im Weg rumliegt und die Frage aller Fragen: Wie kriegt ein 27 Jahre altes Handy so zielsicher gleich ein Netz?

Die schauspielerischen Leistungen tendieren gegen Null, wobei der Oberpunk allerdings heftig zum Overacting tendiert. Rhona Mitra gibt noch eine solide Darstellung und Bob Hoskins als deren Freund gibt in seinen wenigen Szenen die beste Figur ab, was ihm angesichts der restlichen schauspielerischen Leichtgewichte nicht schwer fällt.

Ab und zu gibt es dann tatsächlich originelle Momente, so als der Oberpunk seine geköpfte Freundin mitsamt wieder befestigter Rübe auf seinem Beifahrersitz an der Verfolgungsjagd teilnehmen lässt, auch wenn ich mir sicher bin, dass das ebenfalls irgendwo geklaut ist.

So weit, so schlecht. Eigentlich ist der Film zumindest für die, die die Vorbilder kennen, höchstens ein mickriger Stern wert. Loben muss man allerdings die Action, die ist wirklich ausgezeichnet, das gibt den zweiten Stern und den dritten Stern gibt es dann tatsächlich, weil der Film so schlecht ist. Er gehört nämlich zu der seltenen Sorte, die so schlecht ist, dass sie schon wieder gut ist ("Plan 9 From Outer Space" lässt grüßen) und das ist doch auch was.


Rough Guide: The Rolling Stones
Rough Guide: The Rolling Stones
von Sean Egan
  Broschiert

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Empfehlenswert, 7. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Rough Guide: The Rolling Stones (Broschiert)
Ach Gottchen, schon wieder eine Biografie über die Stones. Da taucht gleich wieder die Frage auf: Braucht der gewiefte Stonesfan die überhaupt? Antwort: Unbedingt!

Natürlich wird die Story der Stones hier nicht neu erzählt, die ist, wie sie ist und fertig. Trotzdem ist das Buch empfehlenswert, weil der Autor nicht aus allen bekannten Büchern abgeschrieben hat, sondern selbst eigene Nachforschungen angestellt hat und so doch die eine oder andere Neuigkeit zu Tage fördert. Er nimmt sich auch das Recht heraus, eine eigene Meinung zu haben und klopft einige frühere Aussagen auf ihren Wahrscheinlichkeitsgehalt ab, immerhin das Recht eines denkenden Menschen (Und endlich hat auch einer mal den Mut zu sagen, dass "Some Girls" das letzte durchgehend gute Album der Stones war).

Das Buch ist sauber unterteilt in "Die Story", "Die Musik", "Die Frauen", "Einflüsse" usw., was den Vorteil hat, das man nicht unbedingt von vorne nach hinten lesen muss, sondern richtig darin schmökern kann. Ebenso gibt es zumindest für deutsche Breitengrade eine Menge unbekanntes Bildmaterial.

Es wird also doch auch für Kenner der Stones etwas Neues geboten. Einsteigern sei das Buch auf alle Fälle ans Herz gelegt.

Das Einzige, was stört, sind einige Setzfehler, wie z. B., wenn da von "einer Millionen" die Rede ist, aber da kann ja der Autor nix dazu.


Plastic Surgery Disasters|in God We
Plastic Surgery Disasters|in God We
Preis: EUR 19,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wichtigste CD, 8. Dezember 2008
Man kann diese CD durchaus als wichtigste Platte der Dead Kennedys bezeichnen. Natürlich ist ihr Erstling "Fresh Fruit For The Rotting Vegetables" bekannter und auch bahnbrechender, weil es halt der Erstling war und die phänomenalen Singles "California Über Alles" und "Holidays In Cambodia" - mein Lieblingssong von DK - enthielt. Trotzdem klangen sie zumindest bei "Funland On The Beach" und "I Kill Children" nur bemüht böse oder provokativ.

Das änderte sich aber bei der folgenden Mini-LP "In God We Trust Inc." gewaltig. Bereits das Cover war blanke Provokation: Jesus hängt an einem Kreuz, das aus lauter Dollarzeichen besteht. Dementsprechend heißt der erste Song auch "All Religious Vomit" und der zweite "Moral Majority" nimmt mit der gleichnamigen sektenähnlichen Vereinigung Religion, bzw. religiöse Heuchelei und was daraus entstehen kann, aufs Korn. Jede Strophe endet dann auch mit dem Satz "God Must Be Dead, If You're Alive." Überhaupt ist in "Moral Majority" eine Textzeile zu finden, die man getrost als Grundeinstellung der Dead Kennedys herauslesen kann: "What's Wrong With A Mind Of My Own?". In abgeänderter oder variierter Form taucht dieser Gedanke immer wieder in ihren Songs auf wie hier auch gleich wieder bei "Hyperactive Child", wo das "Child" durch Spritzen ruhig gestellt wird, weil es "Tired Of Kissin' Ass" ist. Der grundlegende sozialkritische Ansatz macht auch vor dem eigenen Klientel nicht halt, indem er Nazipunks verurteilt ("In The Real Fourth Reich You'll Be The First To Go"). Dazu muss man wissen, dass der Punk an sich nicht rassistisch ist. Wenn sich rassistische Gruppierungen dieser Musik bedient haben, ist das eine andere Sache.

"In God We Trust Inc." ist ein Urknall an Härte und Geschwindigkeit. Selbst mit Textblatt hat man immense Schwierigkeiten, Jello Biafras Gesang zu folgen. Dabei gibt es eine Textfülle, für die Pink Floyd mindestens zwei Doppel-LPs gebraucht hätten. Die acht Songs von "In God We Trust Inc." sind auf dieser CD als Bonusstücke dabei, allerdings im Anschluss an die Songs von "Plastic Surgery Disasters", das nachher erschien, insofern ist die Reihenfolge falsch und damit die musikalische Entwicklung der Gruppe nicht richtig dokumentiert.

"Plastic Surgery Disaters" ist fast noch härter, weil der Sound fetter ist. Ansonsten machen die Dead Kennedys da weiter, wo sie mit "In God We Trust Inc." aufgehört haben. Erstmal kurze Songs, die auf sämtlichen amerikanischen Heiligtümern herum hauen. Autowahn ("Buzzbomb"), Wochenendausflüglern ("Winnebago Warrior" - "Honey Quick The Polaroid") oder "Halloween", bei dem sie besonders das konservative Kleinbürgertum anprangern ("Why Don't You Take Your Social Regulations And Shove `Em Up Your Ass"). Überwachungsstaat, Entmündigung ("Bleed For Me") oder Umweltverschmutzung ("Moon Over Marin") sind weitere Themen.

Im Verlauf von "Plastic Surgery Disaters" (d. h. auf der LP die zweite Seite) werden die Stücke länger, ohne an Biss und Härte zu verlieren. Genau das ist der Punkt, warum ich diese CD für die wichtigste der Dead Kennedys halte, weil hier ihre gesamte Bandbreite wiedergegeben wird, sei es thematisch oder musikalisch. Wer die Band kennenlernen will, soll zuerst zu dieser CD greifen.

Eine Bemerkung noch zu "Moral Majority": Hier gibt es eine Zeile, die da lautet: "Blow It Out Your Ass, Ronald Reagan." Man stelle sich vor, was hierzulande los gewesen wäre, hätte eine Gruppe etwas ähnliches über einen Bundeskanzler gesungen.


Dead Kennedys - Dmpo's On Broadway
Dead Kennedys - Dmpo's On Broadway
DVD ~ Dirk B. G. Driksen
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 39,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Höchstwertung trotz schlechter Bildqualität, 5. Dezember 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Dead Kennedys - Dmpo's On Broadway (DVD)
Am letzten Abend des On-Broadways-Clubs im Juni 1984 spielten die Dead Kennedys ein Konzert, das einen guten Überblick über ihr gesamtes Schaffen ermöglicht. Das ist aus dem Grund bemerkenswert, weil mit "MTV - Get Off The Air", "Jocko Rama" (aka "Macho Rama") und "Goons Of Hazard" drei Songs dabei waren, die man erst auf ihrem nächsten Album "Frankenchrist" als Studioversion hören konnte, und "Hop With The Jet Set" und "Do The Slag" fand man erst auf ihrem letzten Album "Bedtime For Democracy".

Zu diesem Zeitpunkt waren die Dead Kennedys eine ungeheuer populäre Band, an deren Status als Legenden sich bis heute nichts geändert hat, obwohl sie, grob geschätzt, mal gerade insgesamt dreieinhalb Stunden Musik zustande brachten. Wenn man aber bedenkt, dass in ihren Anfangszeiten die Songs selten die Zwei-Minuten-Grenze überschritten (Paradebeispiel ist das passend betitelte "Short Songs" von der Compilation "Give Me Conveniece Or Give Me Death" mit gerade 20 Sekunden Laufzeit), relativiert sich das wieder.

Ihr Legendenstatus dürfte einerseits darauf beruhen, dass sie einer der Pioniere des amerikanischen Hardcore-Punks waren - ich habe selten jemand schneller singen hören als Jello Biafra - andererseits hauten sie in ihren Texten auf sämtliche amerikanischen Heiligtümer (allein der Name Dead Kennedys ist schon Provokation genug), besonders der der Reagan-Ära ein. Es ging um politische Blender, religiöse Frömmelei, Überwachungsstaat, erzkonservative Heuchelei und Unmengen sozialer Missstände.

Von all dem scheint das Publikum bei diesem Konzert nichts wissen zu wollen - zumindest ein großer Teil nicht. Das übliche Rumrotzen, Pogodancing und Stagediving ist angesagt. Man beobachte das Publikum einmal bei "Moral Majority". Die wenigsten scheinen zu begreifen, um was es der Band eigentlich geht. East Bay Ray, Klaus Flouride und D. H. Peligro nehmen dies noch mit einigermaßen Gleichmut hin, während Jello Biafra wie ein Wilder über die Bühne tobt und versucht, wenigstens etwas Message rüberzubringen. Viel nützt das nix. Da hampeln einige auf der Bühne herum, als wären sie stockbesoffen und vollgedröhnt gleichzeitig und das bei einem IQ von Zimmertemperatur. Das Biafra da auch mal einen Schwinger abbekommt, ist vollkommen nebensächlich.

Ein bisschen schade ist das schon, denn die Dead Kennedys sind in Hochform, spielen bei aller Geschwindigkeit sehr sauber und geben eine richtig gute Vorstellung ab. Der Knaller ist allerdings Jello Biafra, der außer mit den genannten Widerspenstigkeiten auch noch mit einem ab und zu aussetzenden Mikrofon zu kämpfen hat, was ihn irgendwann einmal ein "Total Overfucked" rufen lässt. Aber Biafra gibt nicht auf, er tobt, schreit, bittet, bettelt, dass es eine Freude ist. Der Mann hat Charisma - keine Frage.

Keine Frage ist aber auch, dass dieses großartige Konzert leider keine gute DVD-Umsetzung fand. Das ist Videoqualität, leider. Ein bisschen mehr Mühe hätte man sich da schon geben können.

Ein Teil der Songs ist übrigens auch auf CD zu hören, falls man an die aus der aus der kurzlebigen "Live And Alive"-Serie stammende CD herankommt.


Doomsday - Tag der Rache (Steelbook)
Doomsday - Tag der Rache (Steelbook)
DVD ~ Rhona Mitra
Preis: EUR 15,43

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Besser gut geklaut..., 2. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Doomsday - Tag der Rache (Steelbook) (DVD)
Im Glasgow der Jetztzeit breitet sich das so genannte Reapervirus aus. Die britische Regierung zieht eine riesige Mauer um Schottland, um das Virus einzudämmen und überlässt die Erkrankten ihrem Schicksal. Nach einigen Monaten scheint das Virus besiegt zu sein, aber 2035 taucht es wieder auf. Die Elitekämpferin Eden Sinclair (Rhona Mitra) wird mit einer Truppe nach Schottland geschickt, um ein mögliches Gegenmittel zu finden.

"Doomsday" klaut kreuz und quer durch das Endzeit- und Actiongenre, am auffälligsten bei John Carpenters "Die Klapperschlange", was das Grundgerüst des Films ausmacht und in der finalen Verfolgungsjagd bei George Millers "Mad Max". Tatsächlich nennt der Regisseur Neil Marshall zwei seiner Protagonisten Carpenter und Miller. Also mal wieder lieber gut geklaut als schlecht selbst ausgedacht.

In einer gewissen Weise mag das sogar funktionieren, denn eine neuere Generation von Filmguckern hat beide Vorbilder wahrscheinlich nicht gesehen. Denen wird rasante Action geboten, höchstes Tempo und jede Menge Splatter. Doch auch die müssen für diesen Film zwischenzeitlich ihren Verstand zum Essen schicken, um die riesigen Logiklöcher zu schlucken, die der Film "bietet". Wo z. B. kommen bei der finalen Verfolgungsjagd plötzlich die Punks (die vorher im Film schon mal auf getaucht sind. Zwischenfrage: Wieso sind Durchgedrehte eigentlich immer Punks?) her? Haben die telepathische Fähigkeiten? Wieso dreht ein ausgewachsener Van einen Salto (mit eingesprungener Explosion), nur weil da ein Motorrad (samt Punk) im Weg rumliegt und die Frage aller Fragen: Wie kriegt ein 27 Jahre altes Handy so zielsicher gleich ein Netz?

Die schauspielerischen Leistungen tendieren gegen Null, wobei der Oberpunk allerdings heftig zum Overacting tendiert. Rhona Mitra gibt noch eine solide Darstellung und Bob Hoskins als deren Freund gibt in seinen wenigen Szenen die beste Figur ab, was ihm angesichts der restlichen schauspielerischen Leichtgewichte nicht schwer fällt.

Ab und zu gibt es dann tatsächlich originelle Momente, so als der Oberpunk seine geköpfte Freundin mitsamt wieder befestigter Rübe auf seinem Beifahrersitz an der Verfolgungsjagd teilnehmen lässt, auch wenn ich mir sicher bin, dass das ebenfalls irgendwo geklaut ist.

So weit, so schlecht. Eigentlich ist der Film zumindest für die, die die Vorbilder kennen, höchstens ein mickriger Stern wert. Loben muss man allerdings die Action, die ist wirklich ausgezeichnet, das gibt den zweiten Stern und den dritten Stern gibt es dann tatsächlich, weil der Film so schlecht ist. Er gehört nämlich zu der seltenen Sorte, die so schlecht ist, dass sie schon wieder gut ist ("Plan 9 From Outer Space" lässt grüßen) und das ist doch auch was.


Ronnie: Die Autobiografie
Ronnie: Die Autobiografie
von Ron Wood
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ronnie, wie er halt ist, 26. Oktober 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ronnie: Die Autobiografie (Gebundene Ausgabe)
Biografien über die Rolling Stones gibt es ja wie Sand am Meer, selten sind sie aber von den Musikern selbst. Der erste war Bill Wyman, Mick Jagger hätte der zweite sein können, jedenfalls wurde ihm ein Haufen Geld angeboten, sowas zu schreiben. Da er aber einige Gedächtnislücken hatte, was so alles wirklich (also Fahlen, Zaten, Dakten - Entschuldigung - Zahlen, Daten, Fakten) passiert ist, wollte er Bill anzapfen, der als Chronist der Stones gilt, aber Bill hat ihm eine lange Nase gezeigt.

Also ist jetzt Ronnie Wood der zweite Stone, der eine Autobiografie geschrieben hat. Kommt da viel Neues raus? ----Nääää.

Trotzdem ist Ronnies Buch sehr unterhaltsam. Er wirkt hier eher als Plauderer denn als Chronist und das kann er gut. Es gibt viele Anekdoten. Wenn es dann mal über die Stones geht, kommt meistens Keith Richards ins Spiel, von den anderen Stones ist recht wenig zu erfahren.

Die Frage ist, ob das überhaupt ein Kritikpunkt ist, denn das hier ist Ronnies Biogafie, nicht der der Rolling Stones.

Sicher hat das Buch Fehler, weil es dem Stonesfan danach dürstet, mehr über das Innenleben der Stones zu erfahren, das kommt aber nur selten vor und deshalb ist das Buch so, wie Ronnie halt ist, bzw. sein Gitarrenspiel. Fehlerhaft, aber immer irgendwie sympathisch. Trotzdem gibt es den vierten Stern nur wegen den schönen Illustrationen im Buch, die von Ronnie (Wer es nicht weiß, Ronnie ist ein sehr guter Maler/Zeichner) selbst stammen.


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