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Torsten Scheib "torstenscheib" (Ludwigshafen am Rhein)
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   

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Anywhere But Home (Live) (CD + DVD)
Anywhere But Home (Live) (CD + DVD)
Wird angeboten von mario-mariani
Preis: EUR 22,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolle Live-CD, 5. Januar 2005
Eigentlich ist es ja schon ein wenig dreist, wenn eine Band, die gerade mal eine Studioplatte vorzuweisen hat, sich bereits kurz darauf mit einer Live-CD zurückmeldet. Doch Evanescence sind ja auch nicht "irgendeine" Band, sondern zweifellos die Durchstarter der letzten zwei Jahre. 14 Millionen verkaufte Einheiten ihres Debüts "Fallen" sowie Hits wie "My Immortal" oder "Bring me to Life" dürften also Erklärung und Gerechtfertigung genug für "Anywhere but Home" sein.
Aber davon mal ganz abgesehen, ist die Doppel-CD ein echtes Schmankerl geworden und überzeugt sowohl klangtechnisch als auch visuell (dank toller Zusatz-DVD).
Aufgenommen im legendären Pariser "Zenith" spielen sich Sängerin Amy Lee und ihre Mitstreiter durch ein Set, dass natürlich so gut wie alle Tracks des "Fallen"-Albums beeinhaltet und noch mehr. Den Anfang macht das dank Lees säuselnder Stimme und den dezent eingesetzten Electro-Elementen geheimnisvoll wirkende "Haunted", ehe es bei "Going under" den ersten Gänsehauteffekt zu bewundern gibt, wenn ein paar Tausend Fans die Texte aus voller Kehle mitsingen. Gemeinsam mit ihren Mitstreitern "arbeiten" sich Amy Lee und der Rest der Truppe (exklusive Ur-Mitglied Ben Moody, der die Band ja verlassen hat) solide und spielfreudig durch dreizehn Songs, unter denen sich mit "Farther away" ein Titel aus Demozeiten und "Thoughtless" ein wirklich gelungenes Korn-Cover befindet, dass dem Lied dank Lees Stimme und dem düster wirkenden Piano neue Nuancen abgewinnen kann. Doch so sehr die Sängerin auch im Mittelpunkt stehen mag, so sollte man den Rest der Band keinesfalls außer Acht lassen: So stellen John LeCompt und Terry Balsamo (beide Gitarre) gemeinsam mit Bassist Will Boyd eine präzise Einheit dar, die jedoch von Schlagzeuger Rocky Gray sogar noch ein wenig in den Schatten gestellt wird. Sein tightes Spiel und der exakte Einsatz der Doubledrums verleihen den Songs noch mehr Härte und sind wirklich sehr hörenswert. Hier bearbeitete ein echter Profi sein Kit!
Wem das noch immer nicht genügen sollte, der hat mit der beigefügten DVD außerdem noch die Möglichkeit, sich den Mitschnitt "in Farbe" anzusehen. Auch hier muss man Evanescence eingestehen, dass sie keineswegs gekleckert sondern erneut geklotzt haben, da man solch professionell aufgemachten DVDs normalerweise einzeln und zu einem oftmals ziemlich teuren Preis bekommt. So was nennt man Fanfreundlichkeit! Und deshalb wurden auch gleich sämtliche Clips sowie verschiedene Filme beigepackt, die "on the road" entstanden sind, die jedoch nicht immer den Funken zum Überspringen bringen.
Ach ja, etwas brandneues gibt es übrigens auch: "Missing" nennt sich die getragene Ballade, die allerdings wenig Aussagekraft besitzt, was man in Zukunft von Evanescence zu erwarten hat.
Unterm Strich jedoch bleibt ein tolles Live-CD/DVD-Package, dass jeden Cent wert ist und gerne auch mal von anderen Gruppen und Künstlern wiederholt werden darf.


The Rising
The Rising
von Brian Keene
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herausragender Horror, 24. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: The Rising (Taschenbuch)
Neue Stimmen im Horror-Genre sind (leider) schwach gesät. Umso größer ist dann meistens auch die Aufmerksamkeit, die jene neuen Nachwuchsautoren bekommen. Ob dies allerdings der richtige Weg ist, sei mal dahingestellt. Schließlich muss eine - seitens der Leser bzw. Fans - zu hohe Erwartungshaltung nicht immer auch für das richtige Resultat garantieren. So mancher Schreiberling weiß davon ein Lied zu singen ...
Bei Brian Keene, dem Autor von "The Rising" ist es nicht viel anders. Allerdings setzte Keene die Meßlatte dank seiner großartigen, bisher erschienenen Kurzgeschichten und Novellen bereits im Vorfeld ziemlich hoch. Zum Glück für alle scheitert er jedoch nicht, sondern toppt sich sogar selbst mit seinem ersten, in einem Großverlag publizierten Buch und beweist außerdem noch, dass selbst die ausgetrampeltsten Pfade noch immer für eine Überraschung gut sein können.
Passend zum momentan herrschenden Zombie-Revival (u.a. dank diversen Büchern und Filmen wie "Resident Evil") wagt auch Keene eine Reise in die apokalyptische Welt der Menschenfresser. Anders als bei Romero und Co. jedoch liegt der Ursprung der Seuche nicht in einem gezüchteten Virus oder Strahlen aus dem Weltall. Vielmehr waren es übereifrige Wissenschaftler, die die Grenzen der Physik weit überschritten und damit den Weg zwischen den Dimensionen geöffnet haben. Menschen - und auch Tiere jeglicher Art - erwachen nach ihrem Ableben fortan nicht als stumpfe Kannibalen, sondern als gnadenlose, hungrige Kampfmaschinen, die zwar noch immer den Verstand des Verstorbenen besitzen, gleichzeitig allerdings von einer anderen, machthungrigen Entität geleitet werden.
Inmitten dieses Alptraums befindet sich Jim. Nachdem er gezwungenermaßen seine hochschwangere Ehefrau hat töten müssen, findet er sich schließlich unter der Erde wieder; eingepfercht zwischen den Wänden eines Schutzbunkers. Doch die Zeit ist gegen ihn. Umgeben von zahllosen Untoten, die nichts sehnlicher wollen, als Einlass, schwinden Jims Vorräte auf ein Minimum. Just, als er dabei ist, seiner Existenz ein Ende zu bereiten, klingelt sein Mobiltelefon. Der Anrufer: Niemand geringeres als sein eigener Sohn, der sich, zusammen mit Jims Ex-Frau auf dem Dachboden eines Hauses verschanzt hat! Obwohl Jims Chancen nur minimal sind, macht er sich, getrieben von neuem Mut, auf den Weg. Doch wie weit wird er, in dieser aus den Fugen geratenen und vom Tod dominierten Welt kommen?
Nimmt man die ersten Seiten des Buches als Maßstab, so müsste die ernüchternde Antwort "nicht sehr weit" lauten. Keenes Stärken - dem Leser das blanke Grauen nahe zu bringen und sein feiner Sinn für rasante, aber niemals übertrieben wirkende Action - werden für die Helden zu scheinbar unüberwindlichen Hürden, die jeden Sinn auf Hoffnung bereits im Keim ersticken. Doch trotz allem Pessimismus (der sich auch in ein paar Querverweisen zum 11. September und seinen Folgen wiederfindet) gibt es auch in "The Rising" Grund zur Hoffnung, auch wenn man sie mit der Lupe suchen muss. Wie schon bei Romeros Zombiefilmen, gibt auch Keene schonunglos eine Reflexion der menschlichen Abgründe wieder, gegen die selbst die gefräßigsten Zombies wie harmlose Tiere aus dem Streichelzoo wirken. Ein machtversessener Ex-General und eine Horde lebender, allerdings von Menschenfleisch ernährender Rednecks stellen da nur die Spitze des Eisbergs da. Umso intensiver wirkt deshalb auch Jims Mut und Courage - nicht nur seinem Sohn gegenüber - , für das Leben und die Hoffnung auf eine Zukunft zu kämpfen. Doch wer jetzt peinliche Patriotenstatements erwartet, wie es leider so viele von Keenes schreibenden Landsleuten gerne tun, der wird auch enttäuscht werden. Keene, und das spürt man, ist objektiv und nimmt dabei auch kein Blatt vor den Mund. "The Rising" ist herausragender, intelligenter Horror voller Visionen; ein Buch, dass nicht nur aus der Masse heraussticht, sondern den Leser noch lange verfolgen wird.


Freddy vs. Jason (New Line Cinema)
Freddy vs. Jason (New Line Cinema)
von Stephen Hand
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Kampf der Terror-Titanen, 24. Dezember 2004
So kann's gehen: Nachdem Jason Voorhees, der maskierte Killer aus den Freitag-der-13.-Filmen in der achten Fortsetzung der Reihe (scheinbar) endgültig unschädlich gemacht worden war, war es niemand geringeres als Freddy Krueger gewesen, der die legendäre Eishockeymaske des Wahnsinnigen mit seinen Messerhänden zu sich in die Hölle gezogen hatte!
Was eigentlich als harmloser Spaß und Insider-Gag der Produzenten gedacht war, entpuppte sich schließlich als Rattenschwanz, dessen Ende erst 2003 mit der Zusammenkunft der beiden Slasher-Ikonen in Ronnie Yus "Freddy vs. Jason" ein würdiges Ende fand. Über ein Jahrzehnt hatten die Fans auf das Treffen ihrer "Helden" gehofft - mit dem dämonischen Traumdämon Freddy Krueger auf der einen und Jason Voorhees auf der anderen Seite - und wurden nicht enttäuscht. So vollmundig die Ankündigungen auch gewesen waren, konnte der Film mühelos an die hochgesteckten Ziele anknüpfen und bereicherte zudem das Slasher-Genre um eine weitere, blutgetränkte Perle.
Glücklicherweise setzt Autor Stephen Hand (der ja auch die hervorragende Adaption des "Texas-Chainsaw-Massacre" niederschrieb) den Trend fort und präsentiert mit der Buchversion die perfekte Ergänzung zum Film. Anders als bei so vielen anderen Autoren, die lediglich eine blutleere Wiedergabe des Films niedergeschrieben hätten, ergänzt Hand den Roman um einige, im Film fehlende Szenen (inklusive einem alternativen, aber keineswegs schlechteren Ende), geht intensiver auf die Charaktäre ein und handelt außerdem die weit zurückreichende Historie der beiden Namensgeber ab. Besonders der letzte Punkt zeigt, wie sehr sich Hand mit der Materie beschäftigt hat. Mühelos gelingt es ihm, FvJ ins Jason- bzw. Freddy-Universum einzufügen, ohne dabei widersprüchlich zu wirken. Das höllische Tempo und der - passend zum Genre - oftmals recht derbe Sprachstil sind zudem weitere Eckpfeiler und Beweis dafür, dass Hand beim Schreiben einen Riesenspaß gehabt haben muss. Es bleibt zu hoffen, dass "Freddy vs. Jason" nicht der letzte Streich aus seiner Feder gewesen ist und man schon bald wieder etwas von ihm lesen wird. Vielleicht ja schon bei der geplanten Fortsetzung "Freddy vs. Jason vs. Ash"?


The Traveling Vampire Show
The Traveling Vampire Show
von Richard Laymon
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Sehen Sie! Staunen Sie! Schreien Sie!, 14. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: The Traveling Vampire Show (Taschenbuch)
Eins gleich vorweg: Wer diesen Roman nur wegen seines Titels kaufen möchte, der könnte bitter enttäuscht werden - sofern er das Buch nur der Blutsauger wegen lesen möchte. Alle anderen jedoch können sich auf eine spannende und wendungsreiche Geschichte gefasst machen, die mit jeder Seite besser und zugleich mysteriöser wird!
Wie seine Kollegen King, Bradbury oder auch McCammon kehrt Richard Laymon in "The travelling vampire show" nun ebenfalls zurück in seine Jugendjahre und schwelgt - teilweise zumindest - in Erinnerungen an die schönsten Jahre. Aber das man von einem Horror-Schriftsteller vom Kaliber eines Richard Laymon keine langatmigen oder schwülstigen Memoiren zu erwarten hat, dürfte wohl klar sein!
Vielmehr erzählt Laymon die fiktive Geschichte der drei Teenager Dwight, Slim und Rusty, die gemeinsam durch dick und dünn gehen. Doch ihre Freundschaft - und vieles, sehr vieles mehr - wird auf eine sehr harte Probe gestellt, als eines Tages die mysteriöse "travelling vampire show" im Ort ihre Zelte aufschlägt und natürlich die Neugier der drei Kids weckt - nicht zuletzt auch wegen der mysteriösen "Valeria", der 'einzigen in Gefangenschaft lebenden Vampirin', wie die Poster der Show vollmündig versprechen. Ganz klar, dass das Trio unbedingt einen Blick auf die Blutsaugerin erhaschen will! Aber wie, wenn nur Erwachsene die Show sehen dürfen? Ein Plan muss her, und zwar bis Mitternacht, wenn sich Valeria aus ihrem Sarg erhebt und die Zuschauer in Angst und Schrecken versetzt!
Doch dies ist nur die Spitze des Eisbergs. Bis zum nervenzerreißenden und - soviel sei verraten - schockierenden Ende erleben Dwight, Rusty und Slim noch so manches Abenteuer, dass mitunter ebenfalls nicht gerade jugendfrei ist! U.a. hält Laymon für seine realistisch und wohldurchdachten Hauptdarsteller eine gehässige Gang, einen ziemlich makabren Helloween-Scherz, mordlustige Zwillinge und last but not least die eigenen Hormone in petto um nur einiges zu nennen. Daneben garniert Laymon die Story mit einer wunderbaren Atmosphäre, die sich durch die ganzen 400 Seiten des Buches zieht. Einziger Minuspunkt: Das Tempo, dass für Laymon-Verhältnisse relativ spät in Gang gesetzt wird, dafür dann aber nicht mehr zu bremsen ist. Deswegen rauscht "travelling vampire show" auch nur haarscharf an der Höchstnote vorbei. Fans von spannenden und unheimlichen Geschichten sollten aber dennoch zugreifen und sich diese Fahrt keineswegs entgehen lassen.


Rage
Rage
von Steve Gerlach
  Taschenbuch

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Zündschnur brennt ..., 28. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Rage (Taschenbuch)
Was verwandelt (scheinbar) normale Menschen in Amokläufer? Einsamkeit? Das Elternhaus? Seelische Probleme? Liebeskummer?
Eine hundertprozentige Antwort kennt auch der australische Autor Steve Gerlach nicht, aber in seinem beeindruckenden Debüt "Rage" zeigt er, welch schreckliche Folgen es haben kann, wenn die falschen Faktoren zur falschen Zeit zusammenkommen und schließlich zum Unglück führen.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht der zweiundzwanzigjährige Kunststudent Ben, der eigentlich ein ganz normales Leben führt, sieht man mal von dem fast nicht existierenden Freundeskreis, dem Ärger mit den Eltern und dem Pech bei den Frauen ab. Aber sowas würde doch niemals einen fest mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität stehenden Mann erschüttern, oder?
Leider tut es das doch. Unbemerkt von seiner Umwelt, verwandelt sich Ben schließlich in brodelnden Vulkan, bei dem jede noch so minimale Erschütterung zum Ausbruch führen kann - und dessen Saat der Tod ist.
Das große Plus dieses Buches ist sicherlich die Gnadenlosigkeit, mit der Gerlach vorgeht. Tief führt er uns in die Gedankengänge eines Menschen hinein, der von seinen Mitmenschen mißverstanden wird bzw. umgekehrt. Dabei nimmt Gerlach kein Blatt vor den Mund und scheut sich auch nicht davor, die wirklich hässlichen Seiten der Menschen offen wiederzugeben. "Rage" ist sicherlich kein Roman für schwache Nerven (und Mägen), aber wer hinter die Gewalt und die Hässlichkeiten blickt, wird einen Kern entdecken, der - gerade in dieser Zeit - den Leser über vieles nachdenklich stimmen wird.
Hoffentlich werden wir bald wieder etwas von Gerlach zu hören bekommen!


Nobody True. (Pan)
Nobody True. (Pan)
von James Herbert
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zwischen Diesseits und Jenseits, 25. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Nobody True. (Pan) (Taschenbuch)
Geistergeschichten gehören seit jeher zur Horrorliteratur wie Vampire und Werwölfe und haben deshalb auch eine lange Tradition, obwohl der Verlauf einer solchen stets unweigerlich etwas mit Rache oder Vergeltung zu tun hat, von den unzähligen Klischees mal ganz zu schweigen. Schwere Arbeit also für einen Autoren, der versuchen sollte, dem Genre neue, bislang unbekannte Seiten abzugewinnen, doch dem britischen Erfolgsautor James Herbert ist genau dieses Kunststück gelungen. "Nobody true" zählt nämlich nicht nur zu den besten Werken Herberts, sondern ist außerdem noch eine der originellsten Geistergeschichten der letzten Jahre - obwohl im Mittelpunkt eigentlich gar kein Geist steht.
Vielmehr der Astralkörper von Jim True, seines Zeichens erfolgreicher Werbemanager und glücklich verheiratet. Seit frühester Jugend ist Jim in der Lage, mittels seiner Gedanken seinen "echten" Körper zu verlassen und mit seinem zweiten Ich durch die Welt zu streifen. Doch genau diese Gabe wird ihm zum Verhängnis, als Jim während einer weiteren Astralreise brutal ermordet wird. Hilflos zwischen den Welten schwebend, versucht Jim schließlich, seinen eigenen Mörder ausfindig zu machen. Doch hat er nicht mit den seelischen Untiefen seiner engsten Freunde und Verwandten gerechnet, von denen praktisch jeder als Verdächtiger in Frage kommt. Ganz zu schweigen von der Frage, was Jim tun kann, wenn er dem Mörder wirklich auf die Schliche gekommen ist.
Jim Trues Odyssee und seine faszinierenden Erlebnisse sind James Herbert at its best. Nach dem etwas behäbigen Anfang (und einem kleinen Ausflug in die hektische Welt der Werbung) macht der Roman schließlich eine gewaltige Wendung und wird zu einem spannenden Exkurs, der neben einem wirklich hässlichen Serienkiller (in zweifacher Hinsicht) außerdem noch tiefgehend auf Fragen eingeht, die eng mit unserem Dasein verbunden sind. Ganz offensichtlich wollte Herbert diese "Last" in diesem Buch loswerden und gleichzeitig seine Sichtweise auf das große Mysterium, dass hinter dem Tode liegt, niederschreiben. Glücklicherweise verzettelt er sich aber weder in altbackene Klischees (wie er es etwa in seinem Buch "Haunted" getan hat) sondern präsentiert eine clevere und extrem spannende Mischung aus Thriller, Horror und Dark Fantasy, die bis zur letzten Seite fesselt und unterhält, aber auch zum Nachdenken anregt.


Der Turm. Der dunkle Turm 7.
Der Turm. Der dunkle Turm 7.
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe

33 von 50 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ende des Pfades ist erreicht, 20. November 2004
Als der sagenumwobene griechische Held Odysseus auszog, um zu Ruhm und Ehre zu gelangen, war er ein junger Mann, der nicht ahnen konnte, wie lange seine Reise dauern würde. Stephen King erging es nicht viel anders, als er die ersten Sätze seines Epos um Roland den Revolvermann auf der Suche nach dem dunklen Turm schrieb. Mittlerweile sind vierunddreißig Jahre vergangen, und aus dem dreiundzwanzigjährigen Jungspund des Jahres 1970 ist inzwischen ein reifer Mann Ende Fünfzig geworden, der jetzt, nach all den Jahren, seine ganz eigene Odyssee zu Ende gebracht hat.
Der siebte - und damit abschließende - Band des "Dark-Tower"-Zyklus markiert demnach nicht nur einen Wendepunkt für Roland, den letzten Revolvermann, sondern auch für dessen Erschaffer, Stephen King. Doch statt sich in Erinnerungen zu laben, wie es so manch anderere Schriftsteller möglicherweise getan hätte, zelebriert King ein letztes Mal die Magie, die diese Serie zu etwas einzigartigem gemacht hat. "Dark Tower VII" kann ohne Wenn und Aber als Kings stärkstes Buch seit über einem Jahrzehnt bezeichnet werden, wobei man das Gefühl nicht los wird, als habe King, während er seine letzten Bücher schrieb, bereits jene Welt aufgesucht, durch die sein Revolvermann zur finalen Etappe zu schreiten hat.
Ein letztes Mal macht sich sagenumwobene Ka auf, um endlich zu jenem dunklem Turm zu gelangen, der nicht nur den Mittelpunkt aller Welten sondern auch das Zentrum von Rolands Dasein darstellt. Doch die Reise steckt nicht nur voller Gefahren und Geheimnisse. Alte Bekannte kreuzen den Weg des Revolvermannes ebenso wie tödliche Feinde - in Rolands wie auch in unserer Welt, und so folgt dem süßen Geschmack des Wiedersehens sehr schnell auch das salzige Aroma bitterer Tränen - denn nicht alle werden die Reise zu Ende bringen ...
In vielerlei Hinsicht stellt der Abschlussband des Epos gleichzeitig auch den Mittelpunkt in Kings Schaffenswerk dar; verschmelzen die von King kreirten Welten, Orte und Person zu einem schlüssigen Ganzen, an dessen Ende Roland und sein dunkler Turm steht. Viele Fragen werden mehr oder weniger deutlich beantwortet bzw. angedeutet, stellen aber im Kontext ein schlüssiges Gesamtbild da - wie auch das Ende der Saga, dass ebenso logisch wie brillant ist.
Say King, wir danken dir!


The Dark Tower VII
The Dark Tower VII
von Stephen King
  Gebundene Ausgabe

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ende des Pfades ist erreicht, 15. November 2004
Rezension bezieht sich auf: The Dark Tower VII (Gebundene Ausgabe)
Als der sagenumwobene griechische Held Odysseus auszog, um zu Ruhm und Ehre zu gelangen, war er ein junger Mann, der nicht ahnen konnte, wie lange seine Reise dauern würde. Stephen King erging es nicht viel anders, als er die ersten Sätze seines Epos um Roland den Revolvermann auf der Suche nach dem dunklen Turm schrieb. Mittlerweile sind vierunddreißig Jahre vergangen, und aus dem dreiundzwanzigjährigen Jungspund des Jahres 1970 ist inzwischen ein reifer Mann Ende Fünfzig geworden, der jetzt, nach all den Jahren, seine ganz eigene Odyssee zu Ende gebracht hat.
Der siebte - und damit abschließende - Band des "Dark-Tower"-Zyklus markiert demnach nicht nur einen Wendepunkt für Roland, den letzten Revolvermann, sondern auch für dessen Erschaffer, Stephen King. Doch statt sich in Erinnerungen zu laben, wie es so manch anderere Schriftsteller möglicherweise getan hätte, zelebriert King ein letztes Mal die Magie, die diese Serie zu etwas einzigartigem gemacht hat. "Dark Tower VII" kann ohne Wenn und Aber als Kings stärkstes Buch seit über einem Jahrzehnt bezeichnet werden, wobei man das Gefühl nicht los wird, als habe King, während er seine letzten Bücher schrieb, bereits jene Welt aufgesucht, durch die sein Revolvermann zur finalen Etappe zu schreiten hat.
Ein letztes Mal macht sich sagenumwobene Ka auf, um endlich zu jenem dunklem Turm zu gelangen, der nicht nur den Mittelpunkt aller Welten sondern auch das Zentrum von Rolands Dasein darstellt. Doch die Reise steckt nicht nur voller Gefahren und Geheimnisse. Alte Bekannte kreuzen den Weg des Revolvermannes ebenso wie tödliche Feinde - in Rolands wie auch in unserer Welt, und so folgt dem süßen Geschmack des Wiedersehens sehr schnell auch das salzige Aroma bitterer Tränen - denn nicht alle werden die Reise zu Ende bringen ...
In vielerlei Hinsicht stellt der Abschlussband des Epos gleichzeitig auch den Mittelpunkt in Kings Schaffenswerk dar; verschmelzen die von King kreirten Welten, Orte und Person zu einem schlüssigen Ganzen, an dessen Ende Roland und sein dunkler Turm steht. Viele Fragen werden mehr oder weniger deutlich beantwortet bzw. angedeutet, stellen aber im Kontext ein schlüssiges Gesamtbild da - wie auch das Ende der Saga, dass ebenso logisch wie brillant ist.
Say King, wir danken dir!


Night in the Lonesome October
Night in the Lonesome October
von Richard Laymon
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,36

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Möge die Nacht beginnen!, 2. November 2004
Rezension bezieht sich auf: Night in the Lonesome October (Taschenbuch)
Spätestens nach Beendigung dieses Romanes dürfte jedem Leser klar sein, welch herber Verlust der plötzliche Tod von Autor Richard Laymon im Jahre 2001 gewesen ist - und dass sein Ableben eine gewaltige Lücke hinterlassen hat, die wohl niemand mehr adequat wird füllen können. "Night in the lonesome October" gehört zu jener Handvoll Romane, die posthum veröffentlicht wurden und demnach gewissermaßen das "Erbe" des Autors an seine Fangemeinde ist.
In "Night in the lonesome October" zelebriert Layomon auf tragisch-hintersinnige Art und Weise die Geheimnisse der Nacht. Den Helden des Romans, der zwanzigjährige Student Ed, hält es jedenfalls nicht in seiner kleinen Studentenbude - und besonders nachdem seine Freundin auf besonders hässliche Art und Weise mit ihm Schluss gemacht hat, fällt Ed natürlich die Decke auf den Kopf. Das dies der Beginn eines rasanten Abenteuers wird, ahnt er natürlich nicht, als er den Fuß ins Freie setzt - ganz zu schweigen davon, wen er im Verlauf seiner nächtlichen Odyssee noch alles kennenlernen wird!
Obwohl "Night in the lonesome October" ein typisches Laymon-Werk geworden ist, ist dennoch wiederum ganz anders als die knapp dreißig Vorgänger. Man könnte das Buch durchaus als den gelungenen Versuch einer Ballade ansehen, in deren Mittelpunkt Menschen stehen, die allesamt eins gemeinsam haben - Den Verlust einer geliebten Person und den Drang, die Nacht zu erkunden. Doch die Kleinstadt Willmington ist natürlich nicht irgendeine Kleinstadt. Hier wimmelt es vor Irren, seltsamen Gestalten und noch Schlimmerem. Typisch Laymon eben. In glasklarer, straff gehaltener Prosa ist ihm wieder ein kleines Meisterstück gelungen, zwar mit der einen oder anderen Länge, aber dennoch weit über dem Durchschnitt. Und spätestens mit dem Finale á la "Pulp Fiction" sind diese kleinen Durchhänger längst wieder vergessen.
Nur zu schade, dass Laymon den Erfolg seines Buches nicht mehr erleben durfte.


Im Bruchteil der Sekunde
Im Bruchteil der Sekunde
von David Baldacci
  Gebundene Ausgabe

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das gewisse Etwas fehlt, 31. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Im Bruchteil der Sekunde (Gebundene Ausgabe)
"Was siehst du im Dunkeln, wenn die Dämonen hervorkriechen?" Zwar stellt diese Frage keiner der Akteure aus David Baldaccis neuestem Buch, sondern der mögliche Präsidentenkiller Mich Leary in Wolfgang Petersens Film "In the line of fire", aber auf den Ex-Secret-Service-Mann Sean King, der im Mittelpunkt dieses Thrillers steht, dürfte die Frage ebenfalls sehr zutreffend sein. Wie sein Alter ego im Film auch, so hat King in seiner Karriere einen einzigen, wenn auch entscheidenden Fehler gemacht, dessen Folge der Tod eines Präsidentschaftskandidaten war. Obwohl sich King mittlerweile zwar einigermaßen von dem traumatischen Erlebnis erholt hat und nun als Anwalt in der Provinz arbeitete, konnte der Neuanfang dennoch nicht die Scherben seiner Ehe kitten. Acht Jahre nach den fatalen Ereignissen passiert nun der ebenso jungen wie resoluten Michelle Maxwell ein ähnlicher Fehler mit den gleichen Folgen: Buchstäblich vor ihrer Nase wird ihr Schützling entführt. Doch so leicht gibt die Secret-Service-Agentin nicht auf und wendet sich schließlich an King, da sie eine Verbindung zwischen den beiden Fällen sieht.
Es gibt Gründe, warum David Baldaccis Thriller stets regelmäßig auf den Bestsellerlisten diesseits und jenseits des Atlantiks auftauchen, und auch in seinem mittlerweile neunten Werk liegen diese - bedingt - auf der Hand. Denn neben den Fähigkeiten, seinen Charaktären Tiefe und damit Stärke zu verleihen und Spannung an den richtigen Stellen zu erzeugen, kann Baldacci vorallem eines - nämlich gut schreiben. Allerdings besitzt "Im Bruchteil einer Sekunde" leider auch zwei nicht gerade unwichtige Contrafaktoren, die einen Großteil der gerade genannten Dinge schnell wieder zunichte machen: Oberflächlichkeit und das Fehlen überraschender Wendungen. Spätestens nach den ersten Hundert Seiten dürfte dem Leser klar werden, dass Baldaccis Werk ein ziemlich glattgetrimmtes Buch geworden ist. Aalglatte Akteure arbeiten sich langsam und sehr zäh zur Lösung des Falles vor, und verwandeln die knapp fünfhundert Seiten des Buches in stellenweise sehr zähe Arbeit. Offenbar wollte Baldacci mit seinem Roman auf Nummer Sicher gehen, doch zu seinem Pech geht dieser Schuss leider nach hinten los. Trotz aller guten Ansätze bleibt "Im Bruchteil einer Sekunde" nichts weiter als Durchschnitt.


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