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Torsten Scheib "torstenscheib" (Ludwigshafen am Rhein)
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Der Ausgestoßene
Der Ausgestoßene
von Graham Masterton
  Taschenbuch

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wo das Böse haust, 28. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Ausgestoßene (Taschenbuch)
Obwohl er schon seit vielen Jahren einen hervorragenden Ruf innerhalb der Horrorbranche genießt, hat es für den Briten Graham Masterton bei der deutschen Leserschaft bislang nur für ein paar Achtungserfolge gereicht. Ein Schicksal, dass er übrignes mit seinen Landsleuten Ramsey Campbell, Stephen Laws oder auch Christopher Fowler teilen darf, die, ähnlich wie Masterton selbst, mit innovativen und unverbrauchten Ideen stets Neuland betreten haben, und dafür - zumindest in ihrer Heimat - mit renommierten Preisen und Auszeichnungen geehrt wurden.
Mit "Der Ausgestoßene" versucht nun der Festa-Verlag einen weiteren Anlauf in Sachen Masterton. Dabei mag das Konzept einer - zumindest laut Klappentext - klassischen Geistererzählung auf den ersten Blick eher weniger förderlich sein, doch Masterton wäre kein so geschätzter Horrorautor, würde er der Geschichte nicht mit ein paar cleveren Ideen und überraschenden Wendungen auf die Sprünge helfen.
Dabei fängt der "Ausgestoßene" klassisch an und erinnert dadurch stellenweise an die berühmten Schauererzählungen vom Schlage eines Edgar Allan Poe oder Henry James.
Im Mittelpunkt dieses alptraumhaften Werkes steht der Antiquitätenhändler John Trenton, der den ebenso plötzlichen wie furchtbaren Tod seiner schwangeren Frau betrauert. Doch ist sie wirklich gestorben? Spätestens nach den seltsamen Geräuschen und Erscheinungen übermannen ihn Zweifel. Ist es möglich, dass seine Frau als Geist zu ihm zurückgekehrt ist? Oder bildet er sich alles bloß nur ein?
Als die Heimsuchungen immer stärker und zunehmend bedrohlicher werden, beschließt John, sich mit der Vergangenheit seines Heimatortes Granitehead auseinander zu setzen. Was er schließlich entdeckt, führt ihn nicht nur weit in die Vergangenheit und damit zu den legendären Hexenprozessen von Salem, sondern öffnet gleichzeitig das Tor zwischen den Zeiten. Denn irgendwo vor Granitehead, tief vergraben unter dem Meeresschlamm und seitdem vergessen, lauert ein übermächtiger Dämon, dessen Zeit gekommen zu sein scheint. Wird es John gelingen, die Katastrophe noch abwenden zu können?
So verhalten und atmosphärisch dicht wie der Roman beginnt, so rasant wird er bereits nach den ersten Hundert Seiten, ohne dabei etwas von seiner Klasse einzubüßen. Mastertons Talent, unterschiedliche und scheinbar zusammenhanglose Erzählstränge und Ideen in einen Topf zu werfen und sie schließlich und scheinbar mühelos wieder zu einem logischen Ganzen zusammenzusetzen, ist mindestens genau so beeindruckend wie die detailverliebte, aber niemals schleppend wirkende Prosa und der Aufbau einer unheimlichen Aura, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Praktisch den ganzen Roman über hält Masterton die Spannung und somit die Neugier des Lesers wach, auch wenn dass furiose Finale durchaus ein wenig länger hätte ausfallen können. Doch diesen kleinen Faux pas verzeiht man Masterton ohne weiteres, dem es mit diesem Roman hoffentlich gelingen wird, auch in Deutschland Fuß fassen zu können. Zu gönnen wäre es ihm allemal.


May
May
DVD ~ Angela Bettis
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 8,31

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Stille Wasser können manchmal ziemlich tief sein, 5. März 2005
Rezension bezieht sich auf: May (DVD)
Wer die Kindheitstage von May Dove Canady als "behütet" oder "einsam" bezeichnet, dem dürfte ein vorderer Platz bei den Nominierungen zur Untertreibung des Jahres sicher sein, denn die jungen Jahre des Schmerzes zeichnen sich einerseits durch die Folgen eines Augenfehlers aus, der sie zum Gespött der gleichaltrigen Kinder werden lässt (und Kinder können so furchtbar sein!), andererseits sorgen die etwas "unkonventionellen" Erziehungsmethoden von Mays Mutter dafür, dass das Mädchen weder die Bedeutung von Worten wie Freundschaft oder Liebe kennen- und verstehen lernt.
Jahre später ist May zu einer ansehnlichen, aber extrem schüchternen jungen Frau herangewachsen, der es noch immer nicht gelungen ist, die Schatten der Vergangenheit abzustreifen. Allein und auch einsam besteht ihr Leben tagsüber aus einem Job bei einem Tierarzt, während sie abends in ihrer kleinen Wohnung Gespräche mit einer in einem Glaskasten steckenden Porzellanpuppe führt; einem Geschenk ihrer Mutter und gleichzeitig Mays einzige, wahre Freundin.
Doch dann tritt eine neue Komponente in Mays Leben - und die Dinge werden noch komplizierter, als sie es ohnehin schon sind. May beginnt, sich für das andere Geschlecht zu interessieren. Ihr ganz besonderes Interesse gilt dabei dem Automechaniker Adam. Heimlich fängt May an, ihm nachzustellen, bis Adam schließlich auch auf sie aufmerksam wird. Schon kurz darauf sprießen die ersten zarten Knospen einer Romanze gen Himmel, denn Adam fühlt sich mindestens genauso zu May hingezogen wie umgekehrt. Doch dann holt ihre Vergangenheit May wieder ein - und ganz besonders die Warnung ihrer Mutter über die "bösen, bösen Männer". Einbildung und Wahrheit verschwimmen und reißen May schließlich mit sich ...
Zwar wird im Klappentext der DVD auf Slasher-Ikonen wie etwa Freddy Krueger verwiesen, doch dieser Vergleich hinkt. "May" ist nämlich weder mit einer übernatürlichen Komponente behaftet, noch wandelt die Geschichte auf den mittlerweile doch schon ziemlich ausgetretenen Pfaden von Filmen wie "Scream" und Konsorten. Stattdessen präsentiert der noch relativ unbekannte Regisseur Lucky McKee eine Mischung aus Drama und - zugegeben - leisem, aber schlussendlich doch sehr effektivem Horror, die im Gegensatz zu den bereits erwähnten Filmen nicht nur origineller sondern auch erfrischender ist. Angela Bettis ist die perfekte Besetzung der May, was ihre Mimiken und Gestiken in nahezu jeder Einstellung beweisen. Ihr zur Seite stehen außerdem mit Anna Faris, Jeremy Sisto und James Duval bekannte und vor allem routinierte Schauspieler, die sich nahtlos in das Gesamtgefüge einpassen.
Freunde von schnellem und actionlastigem Horror dürften zwar mit dem Film eventuell Probleme haben, doch wer aufgeschlossen genug ist, der wird hier nicht nur mit einer kleinen Independent-Perle belohnt werden, sondern auch mit dem traurig-faszinierenden Schicksal einer jungen Frau und, last but not least, einem ziemlich kopfkranken Ende (im positiven Sinne). Die Gründe, warum "May" mittlerweile zu einem kleinen Kult-Filmchen geworden ist, liegen also auf der Hand. Von den Gründen, den Film selbst gesehen zu haben, mal ganz zu schweigen.


Jason X: Evil Gets an Upgrade
Jason X: Evil Gets an Upgrade
von Pat Cadigan
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Das Böse bekommt ein Upgrade, 1. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Jason X: Evil Gets an Upgrade (Taschenbuch)
Dass sich Horror und Science-Fiction nicht unbedingt voneinander ausschließen müssen, dürfte ja spätestens seit Ridley Scotts "Alien" (1979) bekannt sein. "Im Weltall hört dich keiner schreien" lautete damals die Maxime; ein Spruch, der dem Drehbuchautor des zehnten "Freitag den 13."-Films, Todd Farmer, bestimmt auch das ein oder andere Mal durch den Kopf gegangen ist, als er das Drehuch zu "Jason X" geschrieben hatte. Statt seine Untaten wie gewohnt in der Nähe des berühmt-berüchtigten Crystal Lakes abzuhalten, wurde diesmal der namensgebende, machetenschwingende Massenmörder Jason Vorhees einfach kryogenisch eingefroren, um im 25. Jahrhundert auf einem Raumschiff seine Untaten fortzuführen.
Jetzt, knapp vier Jahre nach dem eigentlichen Film, ist nun die Romanfassung von der renommierten SciFi-Autorin Pat Cadigan erschienen. Ein bisschen spät, könnte man meinen, doch es gibt einen guten Grund für die Verzögerung. Denn bei einem "Jason X"-Roman wird es nicht bleiben, da die Ereignisse des Films die Grundlage einer neuen Reihe um den untoten Eishockeymaskenträger bilden, die ebenfalls in der fernen Zukunft spielen wird.
Doch zurück zum eigentlichen Buch, dass im Grunde solide, wenn auch mit ein paar Schwächen ausgefallen ist. Cadigans Schreibstil ist - zumindest an den richtigen Stellen - geradlinig und aufs Wichtigste ausgerichtet. Sie versteht es sehr gut, Actionszenen flüssig und spannend wiederzugeben. Das man außerdem spüren kann, wie viel Spaß ihr die Arbeit an diesem Roman bereitet haben muss, ist ebenfalls ein dicker Pluspunkt.
Dem allerdings stehen mit der Länge des Buches und den langatmigen, oftmals zu detailverliebten Schilderungen der Charaktäre auch zwei nicht zu übersehende Minuspunkte gegenüber. Möchte man bei einem actionorientierten Slasher-Roman wirklich fünf oder mehr Seiten über die Herkunft eines Androiden erfahren? Wohl kaum. Auch die ewigen Wiederholungen über den Hormonhaushalt der Protagonisten werden schnell lästig und sind daher auch überflüssig. Statt dessen hätte Cadigan durchaus mal die eine oder andere Referenz an Jasons Herkunft bzw. Vergangenheit machen können, doch genau dieser, nicht gerade unwichtiger Punkt wurde einfach übersehen! Schade, schade, schade ...
Unterm Strich bleibt daher auch ein ziemlich zweifelhafter Lesespaß. Stellenweise kann "Jason X" zwar wirklich gut unterhalten bzw. spannend sein, dennoch hätte eine deutliche Kürzung des Buches wahrscheinlich Wunder bewirkt. Trotzdem sind die Möglichkeiten, die Cadigan nun, dank der futuristischen Ausgangslage, gegeben sind, spürbar. Allerdings sollte sie beim zweiten Teil der Reihe zumindest ein paar Kohlen mehr ins Feuer schmeißen.


Shaun Of The Dead
Shaun Of The Dead
DVD ~ Simon Pegg
Preis: EUR 5,55

24 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine romantische Komödie - mit Zombies, 23. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Shaun Of The Dead (DVD)
Wer eine Satire drehen will, der muss höllisch aufpassen - denn nicht selten bewegt man sich auf sehr dünnem Eis, dass jederzeit einbrechen kann. Unzählige Filmmacher können davon ein Liedchen singen. "Wollen" und "können" sind eben doch nicht gerade das gleiche.
Und wahrscheinlich auch einer der Hauptgründe, warum es bislang noch keinen Versuch gab, dem extrem düsteren Horror-Sub-Genre der Zombiefilme ein paar amüsante Seiten abzugewinnen. Dabei ist es doch gerade die Schwere und Düsternis des Themas, die genug Material für intelligenten Humor und gelungene Seitenhiebe beinhaltet!
Das man sich vielleicht auch ein bisschen mit der Materie auskennen sollte, die man da auf's Korn nimmt, ist natürlich auch nicht schlecht ...
Und auf diesem Gebiet kennen sich Hauptdarsteller Simon Pegg und Regisseur Edgar Wright nur zu gut aus. "Spaced" hieß die Sendung, die von 1999 bis 2001 die Erlebnisse von mehreren Twenty-Somethings mit bekannten Filmzitaten und -dialogen mixte, und damit - zumindest in Großbritannien - einen echten Straßenfeger entwickelte, der mittlerweile längst Kultstatus auf der Insel erreicht hat.
Mit "Shaun of the Dead" setzen Pegg und Wright ihren Kurs nun auf der großen Leinwand fort und nehmen sich dem wiederauferstandenen Zombiegenre an. Mit dem gleichen Erfolg - denn "Shaun of the Dead" kann man einfach als beste Parodie seit sehr langer Zeit bezeichnen. Typisch britischer Humor trifft hier auf klassische Situationen und Dialoge, die man von Filmen wie etwa Romeros Zombie-Triologie, Tarantinos "From Dusk till Dawn", Kubricks "Clockwork Orange" oder sogar "Star Wars" noch bestens in Erinnerung hat.
Doch hier kommt eine der ganz großen Stärken des Films zum Vorschein: Er behandelt die großen Vorbilder nicht abwertend, sondern stets mit dem nötigen Respekt - wenn auch mit einem Augenzwinkern. Wo amerikanische Regisseure wahrscheinlich mit infantilem Ekelhumor "geglänzt" hätten, begeistern die Macher des Films mit intelligenten Witzen deutlich überhalb der Gürtellinie, und beweisen damit außerdem, dass der gute alte britische Humor, wenn in Bestform, einfach unschlagbar ist.
Allerdings driftet "Shaun of the Dead" keineswegs in eine seichte, blutleere Komödie ab - schließlich geht es ja hier auch um Zombies - sondern überrascht durch ein paar wohldosierte, stellenweise sogar ziemlich harte Szenen, die allerdings keineswegs deplatziert wirken, sondern sich harmonisch ins Gesamtbild einfügen.
Wer über das Horror-Genre zur Abwechslung auch mal schmunzeln möchte, der sollte diesen Film jedenfalls auf keinen Fall verpassen!


The Lake
The Lake
von Richard Laymon
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen (K)ein Sommer der Liebe, 23. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: The Lake (Taschenbuch)
Als Richard Laymon am 14. Februar 2001 an den Folgen einer schweren Herzattake starb, hinterließ sein Ableben ein gewaltige Lücke in der Horrorszene, die bis heute niemand adequat im Stande zu füllen war. Zum Glück für alle Fans hinterließ Laymon jedoch diverse Romanmanuskripte und -entwürfe, die sich entweder noch in der Rohfassung bzw. bereits im überarbeiteten Zustand befanden. Neben "No Sanctuary" (2001), "Amara" bzw. "To wake the Dead" (2003) und dem 2005 erscheinenden Buch "The Glory Bus" ist "The Lake" der nun mittlerweile vierte, nach dem Tode des Autors veröffentlichte Roman und hoffentlich nicht der Letzte, auch wenn das neueste Werk aus Laymons Feder nicht ganz die Klasse anderer Erzählungen erreicht.
Wie in vielen seiner Werke auch, stehen in "The Lake" mit Leigh West und ihrer achtzehnjährigen Tochter Deana zwei starke, selbstbewusste Frauen im Mittelpunkt, denen das Schicksal übel mitspielt.
Als ein Unbekannter den Freund ihrer Tochter brutal überfährt und unerkannt fliehen kann, wird Leigh West nach vielen Jahren des Schweigens und Verdrängens wieder mit ihrer Vergangenheit konfrontiert, mit der sie eigentlich längst abgeschlossen hatte. Denn damals, 1968, war sie es gewesen, der fast das Gleiche widerfahren war, wie ihrer Tochter jetzt. Mit einem Unterschied: Nach ihren traumatischen Erlebnissen war sie schwanger mit Deana ...
Binnen kürzester Zeit gelingt es dem Unbekannten, das Leben der beiden Frauen in einen Alptraum zu verwandeln. Drohungen, Erpressungen und blutige Einschüchterungsversuche sind nur der Gipfel des Eisbergs aus blankem Terror. Doch wer könnte dahinter stecken? Ein verschmähter Liebhaber? Der ehemalige Chefkoch aus Leighs Restaurant? Ein Psychopath? Oder hat Leighs bewegte Vergangenheit sie letztendlich doch noch eingeholt um blutige Rache auszuüben?
Ganz wie man es von ihm gewohnt ist, streut Laymon auf seine bekannte, typische Art und Weise zahlreiche Hinweise und Fährten aus, die das Rätsel um den mysteriösen Angreifer bis zum Schluß offenhalten. Leider entwächst aus dieser Stärke des Buches gleichzeitig seine größte Schwäche - das fehlende Tempo. Wer Laymons Werke wie z.Bsp. "Funland" oder "One rainy Night" kennt, der weiß, dass es für den Autor kein großes Problem darstellte, eine rasante Erzählweise mit einer originellen Story zu kreuzen. Bei "The Lake" mangelt es zwar nicht an einer guten, soliden Geschichte und sehr gut gezeichneten Charakteren (besonders Leigh Wests Vergangenheit wird spannend und atmosphärisch sehr dicht geschildert und offenbart stellenweise sogar ein paar biographische Details des Autors), doch bis zum Finale, dass wiederum zufriedenstellend ausgefallen ist, wird die Zeit dazwischen einfach mit zuviel Füllmaterial überbrückt, dem durchaus ein paar Kürzungen gut getan hätten.
Alles in allem ist "The Lake" zwar ein guter, durchschnittlicher Roman geworden, der auch Nicht-Fans zu unterhalten weiß, doch der typische Laymon-Pageturner sieht anders aus.


Gold Medal
Gold Medal
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Maximum Rock 'n' Roll, 18. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Gold Medal (Audio CD)
Auf die Donnas ist Verlass. (Fast) jedes Jahr ein neues Album, meistens ein Volltreffer. Konnten die fünf Rock-Ladies bislang meistens durch gekonnten, Laune machenden Retro-Rock punkten, der eine bunte Mischung aus dem Besten war, was Bands wie beispielsweise Kiss, die Ramones, Girlschool und Konsorten berühmt und stellenweise sogar berüchtigt hat werden lassen, so gesellt sich auf dem neuesten Werk des Vierers aus dem kalifornischen Palo Alto nun auch noch eine ordentliche Portion musikalischer Vielfalt und - stellenweise zumindest - Tiefgang hinzu.
Doch ihre Roots vergessen die hübschen Rock-Ladies dabei trotzdem nicht. Der Opener "I don't want to know" und die erste Single, dass mit einem wahren Riffmonster ausgestatte "Fall behind me" sind Hundert Prozent Rock 'n' Roll ohne Wenn und Aber, dafür aber mit der nötigen Spielfreude, die man bei anderen Bands mittlerweile mit der Lupe suchen muss.
Was zwangsläufig zurück zur bereits erwähnten musikalischen Vielfalt führt, die zwar vorhanden ist, aber glücklicherweise die ungeschliffene Rohheit der Songs nicht plattwälzt und zu einer Farce verkommen lässt.
Heimlich still und leise taucht sie immer wieder während der elf großartigen Songs auf, ob es nun in Form des cool-dekadenten Anfangs von "Don't break me down" oder als Pianobegleitung bzw. mehrstimmigen, dezent eingesetzten Choren ist. Dadurch setzt sich "Gold medal" nicht nur vom Einheitsbrei erfrischend ab, sondern nimmt auch in der Discographie der Band einen ganz besonderen Status ein: Nämlich den des bislang besten Albums - sofern die Donnas sich nicht schon mit ihrer nächsten Platte ein weiteres Mal übertreffen sollten.


Hell to Pay
Hell to Pay
von Shaun Hutson
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,30

4.0 von 5 Sternen Alles hat seinen Preis, 2. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Hell to Pay (Taschenbuch)
Auch in in diesem Thriller des Briten Shaun Hutson stehen wieder Menschen im Mittelpunkt, die alle eine Gemeinsamkeit verbindet: Nämlich dass sie nichts mehr zu verlieren haben. Obe es nun das junge Ehepaar ist, dass von skupellosen Schuldeneintreibern verfolgt wird, der desillusionierte Polizist oder die vernachlässigte Ehefrau - wie Tiere stehen sie mit dem Rücken zur Wand; getrieben von Wut, Hass oder blanker Hoffnungslosigkeit.
Im Zentrum von "Hell to pay" steht allerdings - als blankes Gegenstück zu den anderen Charakteren - mit der kleinen Kirsten ein Kind, dass noch nicht von seiner Umwelt vergiftet worden ist, in dessen Körper aber bereits ein verborgener Keim schlummert, der, wenn entfacht, buchstäblich die Hölle entfesseln kann. Ohne davon zu wissen, wird Kirsten zum Spielball zweier Parteien - ihrer Eltern, deren Ehe eigentlich nur noch auf dem Papier existiert und lediglich durch ihre Tochter zusamengehalten wird und zwei Menschen, die sich durch eine Entführung der Kleinen ein Ende ihrer Probleme erhoffen.
Doch natürlich kommt alles anders und wer die Werke des Autors bereits kennt, der weiß, was das zu bedeuten hat. Mit einem rasanten Tempo sowie einem glasklaren und straffen Erzählstil entwickelt sich "Hell to pay" bereits nach wenigen Seiten zu einem Pageturner, den man nur schwer beiseite legen kann. Schon lange war Hutson nicht mehr so gut wie hier. Gekonnt steigert er die Spannung, legt falsche Fährten aus oder überrascht den Leser mit unerwarteten Wendungen, ohne dabei natürlich die typischen Hutson-Einsprengsel zu vergessen, die wie immer sehr blutig bzw. nicht ganz jugendfrei geraten sind.
Fazit: Ein toller Thriller, der zwar nur sehr minimale Horroranteile besitzt, sich aber dennoch mit den Größen des Genres messen kann.


Afterlife
Afterlife
von Douglas Clegg
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nichts ist wie es scheint, 18. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Afterlife (Taschenbuch)
Schon seit fast zwei Jahrzehnten gehören Douglas Cleggs Werke mit zum Besten - und auch Anspruchsvollsten - was der moderne Horror zu bieten hat. Dabei zählt besonders Cleggs Fähigkeit, normale Menschen urplötzlich und unerwartet mit dem blanken Grauen zu konfrontieren, zu seinem ganz besonderen Markenzeichen, dass er im Laufe der Jahre mit jedem Buch perfektioniert hat.
Im Mittelpunkt von Cleggs neuestem Roman steht die mitten im Leben stehende, resolute Krankenschwester Julie Hutchinson, deren Leben in geordneten Bahnen zu verlaufen scheint - bis ihr Mann brutal und auf mysteriöse Art und Weise von einem geheimnisvollen Mörder getötet wird. Praktisch über Nacht verwandelt sich Julies Leben in einen Scherbenhaufen. Geplagt von nächtlichen Halluzinationen und Visionen, macht sie sich schließlich daran, den Mörder ihres Mannes auf eigene Faust zu suchen. Doch je tiefer ihr Weg sie in die Vergangenheit ihres Mannes führt, desto klarer wird ihr, wie wenig sie eigentlich über ihn wusste. Das Labyrinth aus Verschwörungen gipfelt schließlich in einem verlassen Haus mitten in New York, dass angeblich in den 70er Jahren als staatlich betriebenes Institut für mental begabte Kinder unter einem geheimen Deckmantel betrieben wurde, ehe es nach einer fürchterlichen Katastrophe für immer geschlossen wurde. War Julies Mann etwa eines dieser Kinder? Kannte er vielleicht sogar seinen eigenen Mörder? Stammen die furchteinflößenden Träume vielleicht sogar von ihm; gesandt aus dem Totenreich?
Cleggs mittlerweile 19. Roman ist sehr kurz gehalten (deutlich unter dreihundert Seiten) und man könnte daher - auch wegen der stellenweise sehr knapp gehaltenen Kapitel - schnell auf den falschen Gedanken kommen, das dieses Buch mal eben so "nebenher" geschrieben wurde, doch dieser Eindruck täuscht. Cleggs Prosa ist wie immer straff und präzise; die Charaktere sind wohl ausgearbeitet und sehr menschlich geraten. Zwar ist der Anfang des Buches etwas behäbig, doch spätestens wenn Julie mit ihren Nachforschungen beginnt, wird man gebannt an den Seiten kleben bleiben. Die vielen falschen Fährten, die Clegg dabei ausstreut, sind wirklich erstaunlich - und selbst im denkwürdigen und überraschenden Finale behält er diese Linie bei. Auch wenn "Afterlife" - dank dem oben bereits erwähnten, etwas holprig wirkenden Anfang - keine Bestnote erhält, so sind dennoch spannende und nervenaufreibende Stunden garantiert.


Nach der Bombe. Roman
Nach der Bombe. Roman
von Philip K. Dick
  Taschenbuch

32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grotesk und bitterböse, 16. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: Nach der Bombe. Roman (Taschenbuch)
Visionen vom nuklearen Ende der Zivilisation bzw. den Folgen eines nuklearen Atomkrieges gehören sicherlich mit zum Schrecklichsten, was es in der zeitgenössischen Science-Fiction bzw. modernen Unterhaltungsliteratur zu lesen gibt - nicht zuletzt auch deshalb, weil aus solchen "Fiktionen" sehr schnell Realität werden kann. Grund genug also auch für Philipp K. Dick, 1965 die Dinge einmal aus seiner Sicht anzugehen.
Herausgekommen ist mit "Nach der Bombe" einer der vielleicht besten und auf jeden Fall originellsten Texte, die den globalen Holocaust im Mittelpunkt stehen haben. Doch Dicks Roman behandelt das "Wie" oder das "Warum" eher nur kurz, dafür umso erschreckender. Dank seiner neutralen, nüchternen Erzählweise kommt das Grauen umso hässlicher und furchtbarer daher. Was danach - genauer gesagt sieben Jahre später - auf das Unvorstellbare folgt, sind zum einen die Folgen des radioaktiven Niederschlags (u.a. Mutationen und der Rückfall ist post-industrielle Zeitalter), zum anderen aber die typischen Dickschen Ansichten einer Zivilisation, die trotz aller Schrecken und Leiden noch immer die gleiche geblieben ist und im Grunde gar nichts aus ihren Fehlern gelernt hat. Mit dem für ihn ganz eigenen Gespür skizziert Dick Charaktere, die oberflächlich vielleicht verrückt und grotesk wirken mögen, sich bei genauerer Betrachtung allerdings als Reflexionen von niemand geringerem als uns selbst erweisen. Obwohl "Nach der Bombe" bereits in den 60er geschrieben worden war, hat der Roman nicht ein Fünkchen von seiner Faszination und Sogwirkung verloren, die bereits vor vier Jahrzehnten deutlich zu spüren war. Anders als so viele andere mehr oder weniger prominente Kollegen, ist Dick zweifellos das Kunststück gelungen, einen Roman zu schreiben, der zwar in einem bestimmten Zeitabschnitt des 20. Jahrhunderts spielt, dessen Inhalt allerdings zeitlos ist, egal, auf welchen Aspekt des Buches man sich damit beziehen mag.


King of Queens - Season 2 [4 DVDs]
King of Queens - Season 2 [4 DVDs]
DVD ~ Kevin James
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 13,50

19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Spaß geht weiter!, 5. Januar 2005
Rezension bezieht sich auf: King of Queens - Season 2 [4 DVDs] (DVD)
Was gibt es noch Großartiges über den "King of Queens" zu sagen? Das die Comedy-Serie mit Kevin James, Leah Remini und Jerry Stiller längst auch in Deutschland super-erfolgreich und dank ihrer erfrischend normalen Art stets aufs Neueste bestens zu unterhalten weiß, dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Nachdem die erste Staffel bereits als DVD-Set erschienen ist, folgt nun also die zweite Staffel, die es ebenfalls in sich hat.
So darf man Doug Heffernan etwa dabei erleben, wenn er - einer Tackermaschine sei Dank - dem Satz "Gefahren am Arbeitsplatz" eine vollkommen neue Bedeutung gibt. Auch als Trauzeuge dürfte der gute Mann nicht unbedingt die beste Wahl sein, was Dougs Cousin Danny in der Folge "Voll daneben" nur bestätigen kann. Aber natürlich dreht sich hier nicht (fast) alles um den Herrn des Heffernanschen Anwesens. Auch Dougs hübsche Frau Carrie und sein Schwiegervater Arthur sorgen weiterhin für Irrungen und Wirrungen, etwa als Carrie zum 75. ihres Vaters eine Überraschungsparty veranstalten möchte, der Jubilar aber spurlos verschwunden ist oder die Wahl des nächsten Urlaubszieles bzw. die Fahrt dorthin in ein eiziges Chaos ausartet. Ach ja, und wer schon immer mal wissen wollte, wie sich Doug und Carrie kennen- und später liebengelernt haben, der darf sich die Episode mit dem passenden Titel "Doug trifft Carrie" nicht entgehen lassen. Allein schon wegen den kultigen 80er-Jahre-Klamotten und -Frisuren!
Alles in allem bleibt Staffel 2 also glücklicherweise auf dem gleichen Niveau wie Staffel 1 und bietet wieder Stunden bester Comedy-Unterhaltung.


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