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Torsten Scheib "torstenscheib" (Ludwigshafen am Rhein)
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'Achtundvierzig
'Achtundvierzig
von James Herbert
  Taschenbuch

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lauf um dein Leben!, 20. September 2005
Rezension bezieht sich auf: 'Achtundvierzig (Taschenbuch)
Nachdem er die britische Hauptstadt bereits durch mutierte Ratten, einen todbringenden Nebel, das pure Böse und sogar einen nuklearen Angriff an den Rande der Vernichtung gebracht bzw. vollständig zerstört hat, wendet sich der britische Horrorspezialist in seinem siebzehnten Werk ein weiteres Mal der Metropole London zu - und lässt sie auch diesmal nicht mit heiler Haut davonkommen. Mehr noch: Neben London hat es diesmal auch den Rest der Welt erwischt. Denn die biologische Wunderwaffe der Nazis, die den Endsieg über das britische Empire bringen sollte, erweist sich als fatal und so breitet sich der unheimliche Kampfstoff ungehindert über England, Europa und schließlich den Rest der Welt aus. Wer Glück hat, stirbt schnell und schmerzlos, während andere langsam und qualvoll vor sich dahinsiechen, zerfressen von jener gnadenlosen Krankheit namens "Bluttod". Nur ein minimaler Prozentsatz der Weltbevölkerung bleibt verschont - dank ihrer seltenen Blutgruppe.
Einer von ihnen ist der kanadische Kampfpilot Hoke. Drei Jahre nach dem Ende des Krieges führt Hoke ein Eremitendasein im verwüsteten und ausgestorbenen London. Gemeinsam mit dem Hund Cagney durchstreift er die Ruinen der Stadt und lebt von Tag zu Tag. Doch Hoke ist nicht der einzige Überlebende: Eine Gruppe von wahnsinnigen Neo-Nazis, die "Schwarzhemden", hat es auf ihn abgesehen - und ganz besonders auf sein "reines" Blut, von dem sie sich eine Heilung vom Bluttod erhoffen, dass auch sie nicht verschont hat. Und so wird aus Hoke ein Gejagter - bis er auf weitere Überlebende trifft ...
"'48" ist ein atemloser Thriller geworden, der dem Leser von Anfang an keine Zeit zum Luft holen lässt. Mit London als "Spielplatz" seiner Alternativwelt-Story stehen Herbert außerdem genug Möglichkeiten für spektakuläre Verfolgungen oder gnadenlose Showdowns zur Verfügung. Und glücklicherweise nutzt er sie auch. So spielt sich die Handlung des Romans nicht nur in den Straßen der Stadt, sondern u.a. auch im Buckingham Palace, der U-Bahn und der London Bridge ab. Ganz nebenbei sorgt Herbert außerdem für den einen oder anderen Deja-vú-Moment, indem er gekonnt bekannte Handlungsstränge aus älteren Werken in den Roman hineinintegriert. Doch "'48" ist nicht bloß ein reiner Actionthriller und die vielen blutigen und hässlichen Stellen des Buches reiner Mittel zum Zweck. Hinter der Fassade aus Hetzjagden und blankem Schrecken kommt nämlich eine geschickte und intelligente Mahnung zutage, die auch heute noch nichts von ihrer Aktualität verloren hat. Und auch der Held des Romanes, Hoke, ist nicht perfekt, was seine Vorurteile gewissen Individuen gegenüber beweist, ihn aber deshalb auch menschlicher werden lässt.
Spannend, erschreckend, ermahnend - mit "'48" ist Herbert ein großartiges Werk geglückt!


Necrophobia 1. Meister der Angst
Necrophobia 1. Meister der Angst
von Frank Festa
  Taschenbuch

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Wurzeln des Bösen, 18. September 2005
Gute bzw. herausragende Horroranthologien sind leider rar gesät. Der Grund liegt sicherlich oftmals in den unterschiedlichen Ansprüchen der Leser: So mag es der eine gerne temporeich und blutig, während der andere wiederum stillen Schrecken mit Atmosphäre schätzt. Auf beide Fraktionen hat Frank Festa in diesem Band Rücksicht genommen und so bietet der erste Band der "Necrophobia"-Reihe (nachdem die beiden gleichnamigen Hörbücher ein voller Erfolg gewesen waren) neben dem blankem Entsetzen ebenso leise Schockmomente. In dieser Hinsicht muss man dem Herausgeber ein wirklich gutes Händchen attestieren. Auch die ungemeine Vielfalt - neben "klassischem" Horror beeinhaltet der Band Dark Fantasy, Schauererzählungen und sogar einen Ausflug in die Science Fiction - spricht für die Sammlung.
Allerdings überwiegt leider und auch etwas zu oft der biedere Durchschnitt und gegen den einen oder anderen Nachwuchsautor (besonders aus der deutschen Phantastik-Szene!) wäre sicherlich auch nichts einzuwenden gewesen. Herausragend sind dabei folgende Erzählungen:
- "Im Banner der Hölle" von Michael Marshall Smith. Der einzige Beitrag, den man auch der Science-Fiction einordnen könnte. Doch dank seines flüssigen Schreibstils und der unheimlichen Prämisse garantiert die Geschichte für schlaflose Nächte.
- F. Paul Wilsons Story, "Eine Halloween-Überraschung" ist ebenso direkt wie garstig. Der Schöpfer von Repairman Jack beweist ein weiteres Mal sein herausragendes Talent.
- "Ein gefundenes Fressen" von Graham Masterton ist kurz, extrem blutig und ziemlich makaber ausgefallen. Also genau dass, was man vom Autor erwarten konnte. Die vielleicht beste Erzählung dieser Sammlung.
- Mit "Summertime" beweist S.P. Somtow ein weiteres Mal sein herausragendes Talent. Seine Reise in die Psyche eines wahnsinnigen Serienmörders ist ebenso spannend wie verstörend.
- Ein Tribut an H.P. Lovecraft (der ja auch in dieser Sammlung vertreten ist) stellt die abschließende Erzählung, "Die Hütte im Wald" von Richard Laymon dar. Anders als bei vielen Erzählungen und Romanen des Autors, baut sich hier die Spannung langsam und fast schon beschaulich auf, ehe die Erzählung ein ebenso schockierendes wie überraschendes Finale bereithält.
Unterm Strich bleibt demnach viel Qualität, aber leider auch fast genauso viel Quantität. Dennoch sollten Freunde der unheimlichen Literatur ruhig einen Blick auf diese Sammlung riskieren, die - sofern die Schwächen beim nächsten Mal ausgemerzt werden - gerne eine Fortsetzung erfahren darf.


King of Queens - Season 3 [4 DVDs]
King of Queens - Season 3 [4 DVDs]
DVD ~ Kevin James
Preis: EUR 8,97

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles beim Alten - und das ist auch gut so!, 7. September 2005
Rezension bezieht sich auf: King of Queens - Season 3 [4 DVDs] (DVD)
Man kann, nein, man muss den Machern des "King of Queens" einfach ein großes Kompliment aussprechen. Schon seit langer Zeit gab es keine so erfrischend normale, gleichzeitig aber mitreißende Comedy in der Fernsehlandschaft zu sehen wie die Erlebnisse des Paketfahrers und leicht übergewichtigen Douglas Heffernan und seiner ebenso hübschen wie schlagkräftigen Frau Carrie in Sachen Liebe, Lust und Leid. Und wie schon in den beiden Staffeln zuvor, hält das Leben der beiden, die gemeinsam mit Carries Vater, dem verschrobenen Arthur Spooner, gezwungenermaßen unter einem Dach leben müssen, so manche ungeahnte Überraschung parat. So kann der Blick der eigenen Frau hin zu einem anderen männlichen Wesen ungeahnte Züge entlocken, wie die erste Folge der dritten Staffel, "Latin Lover" beweist.
Und das der pummelige Tollpatsch Doug ein ums andere Mal mit Schmackes in so manches Fettnäpfchen tritt, dürfte auch keine allzu große Überraschung sein. So kennt und so mag man ihn eben, den wohl bekanntesten Paketfahrer der Gegenwart. Aber das Leben der Heffernans besteht nicht nur aus Eitel Sonnenschein. So ziehen beispielsweise dunkle Wolken über die Häupter der beiden, als es in Dougs Firma zum Streik kommt. Was von Doug anfangs als großartige Abwechslung vom täglichen Arbeitsstress angesehen wird (die geniale Episode "Trio Infernale" dürfte dafür das wohl beste Beispiel sein), verwandelt sich schnell in Frust und pure Langeweile. Abgerundet werden die wie immer großartigen 25 Episoden von der Doppelfolge "Kindertheater" in der Hoffnung, Liebe und Enttäuschung nur eine Handbreit voneinander entfernt sind und dafür sorgen, dass einem das zur Zeit wohl bekannteste TV-Fernsehehepaar noch näher ans Herz wächst. Einfach nur klasse!


The Red Church
The Red Church
von Scott Nicholson
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Ein vielversprechendes Debüt!, 2. September 2005
Rezension bezieht sich auf: The Red Church (Taschenbuch)
Religiöser Wahn und die Folgen - (Nicht nur) im Horror-Genre ein überaus beliebtes Thema, dass unter anderem schon von solchen meisterhaften Erzählern wie Ira Levin, Robert R. McCammon oder Stephen King in Anschlag genommen wurde. Mit Scott Nicholsons Debütroman, "The Red Church", gesellt sich nun ein weiterer Beitrag hinzu, der sich keineswegs hinter den großen Vorbildern zu verstecken braucht - auch wenn die Einflüsse trotz vorhandener Originalität immer wieder frech grinsend auftauchen.
So wird dem Leser schon nach den ersten Zeilen von Nicholsons Roman sehr schnell klar, dass der aus dem amerikanischen Bundestaat Carolina stammende Autor seine Hausaufgaben wirklich ordentlich gemacht hat und mit Sicherheit mehr als nur einen King, Bradbury oder Jackson gelesen hat. Dennoch muss man Nicholson einen eigenen Stil und ein Gefühl für Spannung und glaubwürdige Charaktertiefe zugestehen; keine Frage. Flüssig und ohne Längen erzählt er in seinem ersten Roman die Geschichte einer verwunschenen und geheimnisvollen Kirche, die seit dem mysteriösen Verschwinden des damaligen Priesters sowie dem ungeklärten Mord eines kleinen Jungen einsam auf einer kleinen Anhöhe liegt und auf den Tag der Auferstehung wartet.
Dieser scheint immer näher zu rücken, nachdem die ersten Morde in dem beschaulichen Städtchen Whispering Pines geschehen sind. Schon kurz darauf macht ein unheimliches Gerücht die Runde: Der Priester ist zurück! Bald darauf sehen sich die Einwohner mit der Wahrheit konfrontiert - und Sheriff Littlefield mit dem Tode seines eigenen Bruders; ermordet durch eine unheimliche Kreatur, die noch immer auf ihn in der "roten Kirche" wartet ...
Strenggenommen ist Nicholsons Roman nichts weiter als eine klassische Geistergeschichte, ein Genre also, dass eigentlich längst ausgelotet zu sein scheint. Doch mit seinem Werk beweist Nicholson überaus beeindruckend das Gegenteil - und ragt damit aus der Masse heraus. Man darf also gespannt sein, womit Nicholson die Leser in Zukunft überraschen wird!


Das Buch von Eden: Die Suche nach dem verlorenen Paradies
Das Buch von Eden: Die Suche nach dem verlorenen Paradies
von Kai Meyer
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Odyssee zum Garten Gottes, 26. August 2005
Schon seit langem gehören Kai Meyers historische Romane sicherlich mit zum Besten und Unterhaltsamen, was die deutsche Belletristik in den letzten Jahren zu bieten hatte. Stets vermischt mit allerlei fantastischem Fabulismus, exotischen Schauplätzen und von einer Spannung durchzogen, der man sich nur sehr schwer entziehen kann, enttäuschten die Werke des Autors bislang kaum.
Mit "Das Buch von Eden" legt Meyer nun sein bislang längstes Werk vor, dem außerdem eine recht langwierige Realisationszeit voranging, wie man auf der Homepage des Autors nachlesen kann. Doch trotz der stattlichen Anzahl von über 800 Seiten wirkt Meyers Roman nicht ein einziges Mal aufgebläht oder langatmig.
Zur Geschichte: "Das Buch von Eden" entführt den Leser zurück ins Jahre 1257, genauer gesagt in die Eifel. Dort verfolgt der junge Novize Alvin regelmäßig und im Verborgenen die geheimnisvollen Rituale des Mädchens Libuse, dass mittels ihrer Beschwörungen in der Lage ist, mit dem sogenannten "Erdlicht" den Wald buchstäblich zum Erleuchten zu bringen.
Kurz darauf tauchen zwei Gestalten in Alvins Kloster auf: Das Mädchen Favola und niemand geringeres als der bekannte Gelehrte Albertus Magnus. Beide sind sie auf der Flucht vor den Schergen des Erzbischofs, der hinter Favolas kostbarstem Hab und Gut her ist - der Lumina, der vielleicht letzten Pflanze aus dem sagenumwobenen Garten Eden!
Nur haarscharf entgehen die beiden ihrem Tod und brechen schließlich gemeinsam mit Alvin, Libuse und ihrem Vater, dem einstigen Ritter Corax zur Suche nach dem Herkunftsort der Lumina auf - eine Reise, die sie weit über die Grenzen ihrer Heimat bringen wird ...
Wenn es um herausragende und vorallem unterhaltsame historische Romane geht, werden gerne Werke wie beispielsweise Folletts "Säulen der Erde" oder auch Rebecca Gables "Das Lächeln der Fortuna" genannt. "Das Buch von Eden" braucht sich keineswegs hinter diesen Werken zu verstecken. Es ist stimmig, hervorragend recherchiert, spannend, temporeich und in einer großartigen Prosa verfasst, die zu keinem Moment erzwungen oder platt wirkt. Kurzum: Ein tolles Buch, dass begeistert!


City of the Dead
City of the Dead
von Brian Keene
  Taschenbuch

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Necropolis erwartet euch ..., 4. August 2005
Rezension bezieht sich auf: City of the Dead (Taschenbuch)
Es gibt wohl kaum ein zweites Buch, auf das die Horror-Gemeinde so sehnsüchtig gewartet hat wie "City of the Dead", die Fortsetzung von Keenes apokalyptischem Meisterwerk "The Rising", welches unter anderem mit dem renommierten Bram-Stoker-Award ausgezeichnet wurde. Doch kann Keene, der im Genre bereits als nächster Stephen King gehandelt wird, auch die gewaltigen Ansprüche meistern?
Glücklicherweise ist die Antwort in diesem Falle positiv. Und sogar noch mehr als dass. Gelang Keene mit "The Rising" ein visionäres, atemberaubendes und einzigartiges Inferno des Grauens, so legt er bei "City of the Dead" sogar noch ein paar Kohlen mehr ins Feuer - eine schier unglaubliche Leistung.
Zur Story: Der Roman beginnt dort, wo der Vorgänger endete - nämlich vorm Haus von Jim Thurmonds Ex-Frau, irgendwo in New Jersey. Gemeinsam mit dem Priester Martin und der ehemaligen Prostituieren Frankie hat Jim endlich das Ziel seiner unbeschreiblichen Odyssee erreicht und seinen Sohn gefunden. Doch der Horror nimmt kein Ende, da die Scharen von Untoten noch immer hinter der Gruppe her sind.
Das Schicksal führt sie schließlich nach New York, genauer gesagt nach Ramsey Towers, einem gigantischen Wolkenkratzer auf dem höchsten Stand der Technik und gleichzeitig das vielleicht letzte Bollwerk gegen die immer mächtiger werdende Armee der Untoten. Unter der Führung eines ebenso exzentrischen wie verwirrten Milliardärs hat sich eine Gruppe von Überlebenden dort verschanzt, um die globale Katastrophe überstehen zu können. Doch die scheinbare Sicherheit zeigt schon bald erste Risse, und spätestens als eine gigantische Armee aus Untoten, geleitet vom geheimnisvollen Ob, gen Ramsey Towers zumarschiert, gibt es keine Alternativen mehr ...
Die Konsequenz, mit der Keene diesen post-apokalyptischen Alptraum detailliert erzählt, ist ebenso beeindruckend wie furchteinflößend. Keene zeigt weder Gnade gegenüber seinen Protagonisten noch dem Leser. Selten war ein Buch so aufreibend wie "City of the Dead". Doch der Autor limitiert sein Werk nicht nur auf blutige Szenen und atemlose Action. Wie schon im Vorgänger auch, sind die reanimmierten Toten nur Mittel zum Zweck - einerseits, um die Stärken der menschlichen Rasse hervorzuheben, andererseits aber auch ihre oftmals fatalen Schwächen, wie in diesem Falle der Glaube an die scheinbar unbezwingbare moderne Technik. Vollendet wird das ganze obendrein durch glaubhafte Charaktäre und eine originelle Antwort auf den Ursprung der Untoten.
Keine Frage: Absoluter Pflichtkauf für alle Horrorleser!


Start a War (CD + DVD)
Start a War (CD + DVD)
Preis: EUR 19,67

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Totgeglaubte leben manchmal länger, 30. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Start a War (CD + DVD) (Audio CD)
Eigentlich hätten Static-X längst ein Fall fürs Bestattungsunternehmen sein müssen: Nach der Verurteilung ihres ehemaligen Gitarristen Tripp Eisen wegen sexueller Handlungen an Minderjährigen ließen Radio- und Musiksender die Band links liegen und obendrein erwies sich das zuvor veröffentlichte dritte Studioalbum "Shadow Zone" (2003) als zahn- und einfallslos. Doch Frontmann und Hauptsongwriter Wayne Static warf trotz allem dennoch nicht die Flinte ins Korn und gab auf.
Der Titel des nunmehr vierten regulären Studioalbums - "Start a War" - ist also Programm. Und Static zeigt allen Unkenrufern, zu welchen Leistungen seine Band noch imstande ist.
Und die sind wirklich nicht von schlechten Eltern: Elektronische Beats paaren sich mit harten Drums, sägenden Gitarren, Statics trockener Stimme und einem Rhythmus, dem man sich einfach nicht entziehen kann. Oder anders gesagt: Jene Eigenschaften, die schon das Debüt "Wisconsin Death Trip" (1999) und den Nachfolger "Machine" (2001) aus dem Nu-Metal-Einheitsbrei haben herausragen lassen. Höhepunkte gibt es auf "Start a War" mehr als genug, stellvertretend seien daher der packende Opener "The Enemy", das cool-groovende "Dirthouse", der mit einem Polka-Sample (!) unterlegte Reißer "I want to F****** break it" oder der Raußschmeißer "Otsego Amigo" genannt. Zweifellos eine beeindruckende Rückkehr und vielleicht eine der besten Scheiben des Jahres.


Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia
Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia
DVD ~ Warren Oates
Wird angeboten von Joe2000
Preis: EUR 14,50

30 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dunkles Meisterwerk, 24. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia (DVD)
"Bloody Sam" - schon zu Lebzeiten hatte Regisseur Sam Peckinpah seinen Ruf weg. Oberflächlich betrachtet mögen Filme wie "The wild Bunch" (1969), "Straw Dogs" (1971) oder "Convoy" (1978) als gewaltverherrlichende Machwerke wirken, doch wer sich mit Peckinpahs Werken intensiver beschäftigt, wird sehr schnell merken, dass hier Gewalt nicht um der Gewalt willen inszeniert, sondern vielmehr nach der Quelle; dem Auslöser gesucht wurde. Mittelpunkt der Filme bildeten dabei meistens Personen, die zwischen den Fronten stehen - buchstäblich. "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" ist keine Ausnahme.
Dabei fängt der Film überraschend friedlich an: Ein junges Mädchen sitzt gedankenverloren am Fluß und streichelt zärtlich ihren Bauch - in Vorfreude auf das Leben, dass sich darunter entwickelt. Wenn da nicht ihr Vater wäre, der boshafte und skrupellose Großgrundbesitzer El Jefe, dem es nur mittels Gewalt möglich ist, den Namen des Vaters aus seiner schwangeren Tochter herauszubekommen - Alfredo Garcia!
Wutentbrannt setzt El Jefe ein Kopfgeld auf den Halunken aus. Eine Million Dollar für denjenigen, der ihm den Kopf von Alfredo Garcia bringt - und zwar nur den Kopf.
Sofort machen sich zahlreiche Gangster, Gauner und Killer auf den Weg kreuz und quer durch Mexiko. Zwei von ihnen begegnen dabei dem heruntergekommenen und desillusionierten Barpianisten Benny (genial verkörpert von Warren Oates), der in der Suche nach Garcia offenbar die Lösung für seine Probleme gefunden zu haben scheint. Gemeinsam mit seiner Verlobten, der Prostituierten Elita (Isela Vega), macht sich Benny auf den Weg. Nicht ahnend, was ihn am Ende der Reise erwarten wird ...
Wer einen Film mit klassischen Gut-Böse-Schemata erwartet, der wird enttäuscht werden. Bereits nach den ersten Minuten raubt Peckinpah dem Zuschauer die Illusion auf ein Happy End. Der Einzelkämpfer Benny mag zwar die Sympathien inne haben, doch gegen die Übermacht der menschgewordenen Bestien, die scheinbar an jeder Ecke lauern, hat selbst er im Grunde keine Chance. Doch Peckinpah stattet seinen "Helden" mit einer Erhabenheit und Würde aus, die selbst hinter der dunklen Sonnenbrille (die Benny nahezu immer trägt) so hell erscheint wie ein funkelnder Stern am Nachthimmel. So verwundert es auch nicht, dass am Ende selbst die Million Dollar zu nichts weiter als wertlosem Papier in Bennys Augen geworden ist. Gegen diese Anmut wirken selbst die Killer und sogar El Jefe erbärmlich. Sprachlos lässt einen der Film schließlich zurück. Und nachdenklich. Das ist großes, unerreichtes Kino in seiner beeindruckendsten Form!


Krieg der Welten
Krieg der Welten
DVD ~ Tom Cruise
Preis: EUR 5,49

1 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Symphonie der Zerstörung, 11. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Krieg der Welten (DVD)
"Krieg der Welten" - schon der Titel selbst dürfte eingefleischten Science-Fiction-Fans wohlige Schauer über den Rücken jagen. Schließlich war es doch H.G. Wells gleichnamiges Buch aus dem Jahre 1898 gewesen, das Alieninvasionen überhaupt erst möglich gemacht hat!
So ist es denn auch keineswegs verwunderlich, dass im Verlauf der jüngsten Geschichte immer wieder Adaptionen des Klassikers auftauchten - ob als Buch-, Film-, Radio- und sogar Musicalversion. Über die Anzahl jener Werke, die sich schlicht und ergreifend die besten Ideen geklaut und daraus etwas halbwegs Eigenes kreiert haben, sollte lieber - vielleicht auch besser - der Mantel des Schweigens gelegt werden.
Seit Kindheitstagen war Steven Spielberg, seines Zeichens einer der besten und sicherlich bedeutendsten amerikanischen Filmemacher der Gegenwart, fasziniert von Wells düsterer Endzeitgeschichte - und selbstverständlich auch von Byron Haskins gelungener und noch immmer fesselnden Filmversion aus den Fünfziger Jahren.
Schon lange plante Spielberg ein Remake des Films, doch die Schnelligkeit, mit der "Krieg der Welten" schließlich produziert wurde, überraschte schließlich doch ein wenig. Bereits wenige Monate, nachdem er sein nächstes Projekt - besagten Film - angekündigt hatte, ging es nämlich bereits ans Werk, ehe nach gerade mal 72 Drehtagen bereits die letzte Klappe fiel und der Film - exklusive den nachträglich eingefügten Special-Effects - im Kasten war. Was die Frage aufwirft, ob man einem so groß angelegten Projekt nicht vielleicht doch etwas mehr Zeit hätte eingestehen sollen ...
Wie so oft liegt die Antwort irgendwo in der Grauzone zwischen "Ja" und "Nein". Positive und hervorragend ausgearbeitete Aspekte von "Krieg der Welten" sind zweifellos die Hintergründe und der Aufbau des Films. Anders als beispielsweise Emmerich in "Independence Day" (1996) zeigt Spielberg dem geneigten Zuschauer keine unerschrockenen Präsidenten, die notfalls sogar in den Kampfjet steigen würden oder erzählt die Geschichte aus der Sicht eines verkannten Technikgenies. In Spielbergs Neuversion stehen ganz normale, hart arbeitende Menschen im Mittelpunkt; in diesem Falle der Dockarbeiter Ray Ferrier (Tom Cruise), zu dessen eher unspektakulärem Leben außerdem eine Ex-Frau (Miranda Otto) und zwei Kinder gehören (Justin Chatwin und Dakota Fanning), die sich aber längst von ihrem Vater entfremdet haben. Kaum einem anderen Regisseur gelingt es, das ganz normale Leben so präzise und dennoch fast nüchtern wiederzugeben wie es Spielberg hier und auch schon in vielen anderen Filmen getan hat. Doch viel Zeit fürs Familienleben lässt der Film nicht zu. Der erste, trick- und erzähltechnisch großartige erste Angriff der "Tripods", jenen dreibeinigen Kampfmaschinen der Invasoren, erinnert an zwei harte Hände, die den Zuschauer am Kragen zu packen scheinen und fest daran rütteln. Ein Zustand, der fast den ganzen Film über anhält. Dabei setzt Spielberg überraschenderweise relativ wenig auf großangelegte Specialeffects (wenn auch vorhanden), sondern sorgt entweder mit kammerspielartigen, klaustrophobischen Sequenzen oder knappen Andeutungen für maximale Spannung, der jedoch zum Schluss leider viel zu abrupt die Luft ausgeht - und wohl das größte Manko des ansonsten wirklich sehr gut gewordenen Filmes ist.
Unterm Strich bleibt dennoch ein streckenweise wirklich beeindruckendes Remake, dass sich sowohl an Wells literarischer Vorlage als auch an Haskins erster filmischer Version des Werkes orientiert, ohne dabei Raubbau zu begehen. Für Spielberg-Verhältnisse ist "Krieg der Welten" sicherlich überraschend düster ausgefallen, nichts desto trotz braucht sich diese Neuversion dennoch keineswegs hinter der Konkurrenz zu verstecken!


Uhrwerk Orange - SZ-Cinemathek 37
Uhrwerk Orange - SZ-Cinemathek 37
DVD ~ Malcolm McDowell

14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der wohl radikalste Film aller Zeiten, 7. Juli 2005
Rezension bezieht sich auf: Uhrwerk Orange - SZ-Cinemathek 37 (DVD)
Auch heute - nach über dreißig Jahren - hat Stanley Kubriks "Uhrwerk Orange" nichts von seiner Eindringlichkeit eingebüßt und schockiert und entsetzt immer noch. Basierend auf dem gleichnamigen Roman des Kult-Autors Anthony Burgess wird hier die Geschichte von Alex erzählt, der zusammen mit seiner Gang (den "Droogs") raubend, plündernd und vergewaltigend durch die die Gegend zieht und dabei der Polizei und auch anderen Institutionen mehr als nur ein Dorn im Auge ist.
Eines Tages schließlich begeht Alex einen fatalen Fehler: Bei einem weiteren Überfall tötet er eine Frau und wird auch noch von seinen Kameraden verraten. Die Folge: 14 Jahre Staatsgefängnis! Doch dann hört Alex von der neuen Konditionierungsmaßnahme des Staates, die aus Kriminellen wieder friedlebende Bürger machen soll. Nichtsahnend ob der Ereignisse, die ihm noch bevorstehen, willigt Alex ein ...
Es ist schwer zu sagen, was an "Uhrwerk Orange" der beunruhigenste Faktor ist. Zu mannigfaltig schlägt Regisseur Kubrik auf den Zuschauer ein, als dass er sich dagegen wehren könnte, seien es nun die eindringlichen Bilder von Gewalt bzw. sinnloser Brutalität oder die schockierende Tatsache, wie leicht es einem Staat fallen könnte, aus seinen Bürgern dumpf vor sich hinlebende Roboter ohne Eigensinn zu kreieren. Noch immer besitzt "Uhrwerk Orange" Gültigkeit und dürfte jedem, der dieses zeitlose Meisterwerk zum ersten Mal sehen wird, schwer im Magen liegen bleiben. Nichts desto trotz stellt dieser Film nicht nur ein Manifest dar, sondern ist gleichzeitig eine Herausforderung, der sich jeder stellen sollte.


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