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Rezensionen verfasst von
Buechernische (Cottbus, Deutschland)
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Filofax Metropol Persönlicher Organiser A5 schwarz
Filofax Metropol Persönlicher Organiser A5 schwarz
Preis: EUR 39,98

5.0 von 5 Sternen Filofax in der preisgünstigeren Version, 6. April 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Dieses schwarze, einfach gehaltene Filofax A5 benutze ich nun seit etwa 3 Wochen. Ich bin zufrieden. Die Qualität des Außenmaterials kann sicherlich nicht mit dem echten und auch deutlich teureren Lederband mithalten, ein paar Kratzerchen sieht man auch schon, aber das habe ich mir vorher schon gedacht. Dafür bin ich mit knapp 40€ aber auch sehr günstig an ein Filofax gekommen. Ich wollte einen großformatigen Planer mit viel Platz für personalisierte Einlagen. Da mir diese Art des Organisierens wirklich gut gefällt, kann man später auch mal über einen hochwertigeren Ordner nachdenken. Ich liebäugele ja mit dem gelben Leder-Filofax. Bis dahin tut es dieser hier dicke!


Nana aus dem Räuberwald
Nana aus dem Räuberwald
von Ann Lootens
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

4.0 von 5 Sternen Es gibt viel zu entdecken im Räuberwald!, 6. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Nana aus dem Räuberwald (Gebundene Ausgabe)
Kunterbunte Buchpost kam diese Woche direkt aus dem Räuberwald in der Büchernische an, wer kommt denn da zu Besuch? »Nana aus dem Räuberwald« lautet ihr Name und wir sind gespannt, was das freche kleine Räubermädchen aus der Feder der Ann Lootens für Überraschungen mit sich bringt. Inmitten des kunterbunten Kinderbuchprogramms des Coppenrath Verlags hat ein kleines, buntes Bilderbuch meine Aufmerksamkeit erregt und umso mehr freute ich mich, als Blog dein Buch das Buch zur Rezension anbot. Ich konnte nicht widerstehen, bin ich doch immer auf der Suche nach tollen Buchschätzen für unseren Lesenachwuchs. Das bunte Cover strahlte uns sofort an und so darf ich euch nun die Geschichte von Nana und ihrer Räuberfamilie erzählen.

Weit, weit hinter den Sieben Bergen...

... da lebten drei ganz furchtbar nette Räuber in einem grünen ganz und gar nicht gruseligen Räuberwald. Wie unheimlich, denkt ihr jetzt sicher, doch keine Angst! Sie sehen zwar schräg aus, aber sie haben ein gutes Herz, setzen sich für die Tiere des Waldes ein und vertreiben jeden Störenfried, der im Wald Unruhe stiften will. Bald ist der Wald menschenleer, bis auf ein kleines Mädchen namens Nana, welche zusammen mit ihrer Tante Hella mitten auf einer schönen Lichtung wohnt. Sie ist beliebt im Wald, bei den Tieren ebenso wie bei den drei Räubern Nick, Rick und Mick, denn die drei sind Nanas beste Freunde.
Doch heute geht irgendetwas vor im Wald. Es ist so still, und alle sind so furchtbar eifrig beschäftigt. Warum möchte niemand Nana sagen, was vor sich geht? Sehr seltsam. Ob da eine Party geplant wird? Hat jemand Geburtstag?

Als ich das Buch das erste Mal in der Hand hielt, habe ich mir erst einmal ganz viel Zeit genommen und das wunderschöne Cover betrachtet. Es gibt so viel zu entdecken! Linde Faas schwang die Feder sowohl für das äußere Erscheinungsbild als auch die illustratorische Gestaltung im Buch selbst und zeichnete mit Farbstiften und Tusche schwungvolle, farbenfrohe Bilder. Die Mischung aus zarten Buntstiftschraffuren mit Lasuren und zarten Konturen ist ihr sehr gut gelungen. Schlägt man das Buch auf, huscht erst einmal ein Lächeln über das Gesicht, denn dort steht in kleinen Buchstaben: "Sei lieb zu diesem Buch!".
Aber natürlich, das versteht sich doch von selbst, oder? Auf der nächsten Seite stellt sich erst einmal Familie Räuber vor, mitten drin strahlt eine Nana mit ihrer braunen Lockenpracht, umgeben von Tieren des Waldes, während auf ihrem Strohhut ein paar Vögelchen sitzen. Ein sehr einladender Anblick, der auf die nun folgende Geschichte neugierig macht. Was erwartet uns wohl auf den nächsten Seiten? Lasst uns umblättern!

Es gibt viel zu entdecken im Räuberwald!

Welch ein farbenfroher Anblick! Beidseitig strahlen uns bunte Farben entgegen, eine Lichtung im Wald ist auf den ersten Seiten zu sehen, das Zuhause der fröhlichen Nana und ihrer Tante Hella. Im selben Stil ist das ganze Buch koloriert. Kleiner Kritikpunkt: Der Text geht ein wenig vor dem doch sehr intensiven und stellenweise dunklen Hintergrund unter, so dass es uns manchmal schwer fiel, Worte zu entziffern. Es wäre an dieser Stelle gerade für kleine Kinder, die erste Leseschritte gehen, von Vorteil gewesen, die Textpassagen vor hellerem Hintergrund zu platzieren oder die Farben an dieser Stelle noch ein wenig abzuschwächen. Das Buch wird für die Altersstufe 3 bis 6 Jahre empfohlen, ich muss jedoch an dieser Stelle hinzufügen, dass das Lesen aufgrund des - aus meiner Sicht - nicht ganz so gut lesbaren Textes für die ganz kleinen Leser schwierig sein dürfte. Da müssen Mama und Papa mit Vorlesen ein wenig auf die Sprünge helfen.

Die Story an sich ist kindgerecht, in einfachen Worten geschrieben. Sehr gut gefällt mir, dass die kleinen Leser des öfteren direkt angesprochen werden, zum genaueren Betrachten der zahlreichen, liebevoll gezeichneten Details animiert und so direkt in die Geschichte involviert werden. So fragt die Autorin zum Beispiel: "Was ist denn das? Hörst du das auch?"

Eine einfache großgedruckte, in sanft geschwungenen Buchstaben verfasste Silbenfolge lädt zum Mitsummen ein, diese zieht sich mit einem eingängingen "Nana-nanaaa" durch das ganze Buch. Die Kinder dürfen miträtseln, während sie mit Nana durch den Wald spazieren. Lehrreich ist dieses Bilderbuch definitiv, mein dreijähriger Sohn konnte die gezeichneten Tiere ohne Probleme benennen; die Zeichnungen sind nicht übertrieben dargestellt oder, wie manchmal in Kinderbüchern, zu sehr auf niedlich getrimmt. »Weniger ist mehr« ist auch hier das Motto.

Die grafische Umsetzung der Geschichte ist der Illustratorin Linde Faas wirklich sehr gut gelungen, sie zeichnet farbintensiv in realitätsnaher Farbgebung und lässt Kinderaugen auch nach mehrfachem Durchblättern neue Kleinigkeiten mitten im Räuberwald entdecken: zwei Häschen auf dem Weg durch den Wald, ein Specht auf der Girlande, und sieh' mal, wieviele verschiedene, farbenfrohe Vögel sich auf den Ästen versammelt haben! Welch ein Gezwitscher und Geträller, hörst du das? Auf dem Vorsatzpapier am Ende des Buches ist übrigens Platz für die Noten deiner ganz eigenen, komponierten Geburtstagsmelodie. Eine schöne Idee!

Mein Fazit: Ein kunterbuntes, beschwingtes Lesevergnügen für Jung und Alt, für kleine Leseräuber wie auch große Bilderbuchfreunde, das zum kreativen Mitsummen und Mitzwitschern anregt und über viele Stunden hinweg aufgrund seines Detailreichtums immer wieder neue zahlreiche Entdeckungen bieten wird.

Ein räuberstarkes Kinderbuch, dafür vier Punkte vom blauen Lesemonster!


Das Leben ist ein listiger Kater: Roman
Das Leben ist ein listiger Kater: Roman
von Marie-Sabine Roger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Ode an das Leben & generationenübergreifende Freundschaft, 6. April 2014
Marie-Sabine Roger - dieser Name sagte mir bis zu ihrem dieses Jahr erschienenen Roman »Das Leben ist ein listiger Kater« nichts. Es scheint mir etwas entgangen zu sein, wie ich feststellen durfte. Denn dieses Buch aus dem frisch in See gestochenen Atlantik Verlag hat mich völlig für sich gewinnen können. Der Buchschnitt sah nach dem Beenden dieser Lektüre ähnlich aus wie Alex Capus Lesehighlight »Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer«. Auch Marie-Sabine Roger konnte mich überzeugen und wird in die ganz besondere Liste meiner Lesehighlights aufgenommen. Warum? Davon möchte ich euch nun berichten.

Es ist nie zu spät, zu leben!

Marie-Sabine Roger schreibt in der Ich-Perspektive und sprach mich sofort mit ihrer schrullig-liebevollen Art, Worte zu Papier zu bringen an. Der Plot wird vom trockenen Humor eines alten Mannes bestimmt, der ein langes Leben gelebt hat, viel erlebt hat und im Laufe der Geschichte sich selbst eingesteht, wie lebenswert sein Leben doch eigentlich war und ist, auch und gerade im Alter. Der 67jährige Protagonist nimmt kein Blatt vor den Mund und schreibt frei von der Seele, wie er seinen Klinikalltag erlebt. Dabei springt er gedanklich in die Vergangenheit, schwelgt er in Anekdoten aus seinem Elternhaus und seiner Jugendzeit, reflektiert auf humorvolle Weise über das eigene Verhalten gegenüber Eltern und Geschwistern. Gewürzt mit einer kräftigen Prise Humor und einigen Gramm Sarkasmus stellt uns Roger einen respektvollen, höflichen alten Herrn vor, der seine Situation und sein Umfeld intensiv beobachtet, kommentiert und dabei auch an sich selbst kein gutes Haar lässt.

Diese Art von zwischenmenschlichen Beziehungen ist übrigens ganz erstaunlich. Kein Tag vergeht, ohne dass man mich mit einem Interesse, das nicht geheuchelt wirkt, fragt, ob ich an diesem Morgen schon Darmwinde hatte. Instinktiv weiß ich, dass es unpassend wäre zu antworten: "Ja, danke, und Sie?
Halt! Jeder hat seinen Platz. Der Patient bin ich. - Seite 20

Selbstironisch vom grauen Haupthaar bis zum eingegipsten Fuß wettert er über offene Türen, rücksichtslose Jugendliche und Ärzte, die ihn nicht als Menschen sehen, sondern aus einem Stück Fleisch, bestehend aus Eingeweiden, Knochen und zu diagnostizierenden Krankheiten. Und überhaupt, was fällt den Krankenschwestern - die bestimmt nichts unter dem Kittel tragen, aber das habe er noch nicht eruiert - nur ein, hereinzuplatzen, die Türen offen stehen zu lassen und morgens um 6 Uhr die grelle Neonröhre an der Zimmerdecke anzuknipsen. Die heutige Jugend, immer in Eile. Frei nach dem Motto:

Technik einwandfrei, Respekt Glückssache, Mitgefühl gegen Aufpreis. - Seite 77

Der Freundschaftsaspekt

Dieses Buch ist höchst erfrischend zu lesen, eben wie das Tagebuch eines Mannes, der einfach seine Gedanken niederschreibt, wie sie ihm gerade in den Sinn kommen. Pur, direkt und ehrlich. Oft musste ich schmunzeln, nickend beipflichten und das, obwohl ich nun wirklich nicht die Lebenserfahrung von über 60 Jahren aufweisen kann. Ich fühlte mich einfach angesprochen und stellte dabei mit jeder Seite fest, mit welcher Herzensgüte und Wärme die Autorin ihren Charakter darstellte. Dieser Roman ist das intensive Portrait eines Lebens, mit all seinen Höhen und Tiefen.

Ich habe es immer komisch gefunden, seine Memoiren zu schreiben. Es hat etwas Peinliches. [...] Bevor man abtritt, bringt man noch schnell auf Hochglanz, was man nur kann, man wischt Staub und kehrt allen Dreck unter den Teppich. - Seite 29

Es lässt uns zum einen am bunten Lebensweg zweier Freunde teil haben: Rebellen zwischen kunterbunten Hippies mit Joints im Mundwinkel und einer heroischen Vaterfigur, neben der Jean-Pierre selbst so klein und unscheinbar wirkte. Ein aufregendes Leben, getragen von einem Erzählstil, der bunte Bilder vor den Augen entstehen lässt, ein Schmunzeln auf die Lippen zaubert und immer wieder wahre Lachsalven provoziert. Amüsant, zynisch und gleichzeitig tiefsinnig greift Roger auf ihr breitgefächertes Repertoire an Ideen zu und zeigt mit einfachen, aber wirkungsvollen Worten den Wert einer wahren Freundschaft.

Man lebt nur einmal... Carpe diem!

Im Kontrast dazu lässt die Autorin tief in die Abgründe des Lebens blicken. Ich möchte dazu nicht zuviel verraten, aber ich musste mich doch ein ums andere Mal nachdenklich zurücklehnen. Dass das Leben kein Zuckerschlecken ist, bekommen wir alle im Laufe unserer Zeit zu spüren. Womit wir bei den ernsten und nachdenklich machenden Facetten dieses Romans wären. »Das Leben ist ein listiger Kater« zeichnet auch das Portrait eines Menschen, der manches bedauert, der in sich geht und merkt, wie ihm das Leben langsam entgleitet, zwischen den Fingern zerrinnt. So erinnert er sich an sein erstes Fahrrad, oder den Geruch von Mutters Putzmitteln. 67 Jahre gehen an einem Menschen nicht spurlos vorüber, das merkt man deutlich an Protagonist Jean-Pierre. Wie gerne er manches anders gemacht hätte, aber auch in vielen Situation genauso wieder genauso handeln würde, beweist die Vielschichtigkeit dieses Charakters.

Eine Dummheit, die von Herzen kommt, ist leichter zu verzeihen als ein bequemes Schweigen. Sie ist auch schneller vergessen. - Seite 47
- absolutes Lieblingszitat! -

Autorin Marie-Sabine Roger hat mit diesem alten Kauz ein real wirkendes Portrait eines Mannes geschaffen, der, gerade weil er Ecken und Kanten hat, so interessant und authentisch ist. Seine schnörkellosen Gedankengänge wusste ich zu jedem Zeitpunkt nachzuvollziehen und mit seiner Ehrlichkeit und ungeschminkten Direktheit konnte er bei mir punkten. Die Autorin wechselt zwischen der gegenwärtigen Situation im Krankenhaus und Jean-Pierres Vergangenheit hin und her, ohne dabei den roten Faden zu durchtrennen. Dabei spricht sie auch gesellschaftlich kritische Themen an, berichtet schonungslos aus dem Alltag eines obdachlosen, schwulen Studenten und berührte damit mein Herz. Gerade diese zart geknüpften Freundschaftsbande zwischen den Generationen, Alt und Jung, macht den Charme dieses Buches aus.

Ein Buch, das lange in Erinnerung bleiben wird.

Als ich die letzten Worte gelesen hatte und das Buch sanft zuklappen ließ, war dies ein wehmütiger Abschied. Das Ende überraschte mich noch einmal positiv und ließ mich mit einem guten Gefühl im Bauch zurück. Gerne hätte ich noch ein wenig mit Jean-Pierre an der Seine gesessen und über sein Leben philosophiert. Dieser Roman wirkt auch heute, zwei Wochen nach dem Beenden nach und wird mir sicher noch lange im Gedächtnis bleiben. Heute zog mit »Das Labyrinth der Wörter« ein weiteres Buch der Autorin in der Büchernische ein, welches übrigens 2010 mit Gérard Depardieu und Gisèle Casadesus in den Hauptrollen verfilmt wurde. Über diesen Roman habe ich schon viel Gutes gehört. Kennt ihn vielleicht schon jemand von euch, oder habt ihr den Film gesehen?

Manchmal verdrücke ich ein Tränchen.
Das ist die Inkontinenz der Erinnerung, das Bettnässen der Gefühle. - Seite 73

Mein Fazit: Eine Ode an das Leben, an die Freundschaft! Ein Roman, der auf liebevolle, witzige und leicht sarkastische Weise zeigt, wie lebenswert das Leben sein kann und wie sehr man es in all seinen Aspekten leben sollte, denn man lebt nur einmal. Marie Sabine Roger hat mit farbintensiven, gekonnt platzierten und rhetorisch federleichten Worten das Portrait eines Menschen gemalt, das eindrucksvoller und authentischer nicht sein könnte. Wie das Cover mit seinen Tuschestrichen überzeugt die Autorin mit einem schwungvollem Plot voller literarischer Farbtupfer!

Lesehighlight 2014 | Kategorie Romane


Mira und das Buch der Drachen
Mira und das Buch der Drachen
von Margit Ruile
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Ein würdiger Abschluss einer zauberhaften Kinderbuchtrilogie!, 19. Oktober 2013
arsEdition ist ein Verlag, welcher sich immer sehr viel Mühe mit der Gestaltung von Cover und Innenleben seiner Bücher gibt. Auch der dritte Teil der Mira-Trilogie ist wieder einmal ein Augenschmaus, passt farblich und vom Gestaltungskonzept hervorragend zu den anderen beiden Büchern. Haptisch tastbare Spotlackeffekte harmonieren mit holografischen Akzenten und der wieder einmal wunderschönen, farbenfrohen Illustration Laurence Sartins, welcher auch schon für die beiden ersten Bücher die Zeichenfeder schwang. Wie auch bei den beiden Vorgängern finden wir wieder zahlreiche, fein gezeichnete Illustrationen zu verschiedenen Szenen im Buch und auch die Kapitel sind wieder durch kleine monochrome Zeichnungen in Szene gesetzt worden.

Margit Ruile weiß, wie man seine Leser in den Bann zieht, ob sie nun zur Zielgruppe gehören oder schon dem Kinderschuhen entwachsen sind. Meine Tochter wuselte jeden Tag um das Buch herum, fragte mich, wann ich denn endlich fertig sei und konnte es kaum erwarten, ebenfalls in die Geschichte einzutauchen und zu erfahren, ob Mira die Welt der weißen Zauberer retten kann. Was wird passieren? Das darf ich und werde ich euch nun natürlich nicht verraten, denn ihr sollt dieses magische Leseerlebnis selbst erfahren können.

Doch für diejenigen unter euch, die die ersten beiden Bände bereits gelesen haben, darf ich guten Gewissens sagen: Das Finale ist sehr spannend, überraschend, magisch und in all seinen Aspekten ein wirklich sehr gelungener Höhepunkt und Abschluss der Trilogie. Ein Ende, das Fragen offen lässt, Raum für Spekulationen bietet und dennoch das Gefühl vermittelt, das alles so wie es passiert ist, seine Richtigkeit hat. Wir treffen bekannte Gesichter aus den ersten beiden Büchern wieder, wer genau das ist, werde ich an dieser Stelle nicht verraten. Ich möchte euch ja nicht die Spannung nehmen!

Wer nun ganz neu in Miras Welt eintauchen möchte, dem seien natürlich zunächst die ersten beiden Bücher ans Herz gelegt: »Mira und der weiße Drache« und die gelungene Fortsetzung namens »Mira und die verwunschenen Kugeln« – ebenfalls im arsEdition Verlag erschienen – sind wahre Schätze der Kinderliteratur und sollten wirklich in jedem Bücherregal eines Kinderzimmers stehen.

Mira ist ein cleveres Mädchen. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einer kleinen Heldin, wächst dabei über sich selbst und ihre Ängste hinaus und hat einfach einen guten, liebenswerten Charakter mit ehrlichen und aufgeweckten Wesenszügen. Sprich: Sie ist ein ganz normales 8jähriges Mädchen, das wie alle Kinder in diesem Alter zur Schule geht, mit Freunden etwas unternimmt und die Welt entdeckt. Mira bietet somit viel Identifikationspotential für die junge Leserschaft, sowohl für Mädchen als auch für Jungen. Margit Ruile legte viel Wert darauf, interessante, vielschichtige Figuren zu erschaffen, die gleichzeitig wichtige moralische Werte vermitteln. Sie zeichnet dabei keine reine Friede-Freude-Eierkuchen-Story, sondern führt ihre jungen Leser auch behutsam an Themen wie Misstrauen heran; sie zeigt ihnen auf einfühlsame Weise, welche Konsequenzen negatives Verhalten mit sich zieht.

In der Leserunde, welche von der Autorin zum erneuten Male mit viel Enthusiasmus begleitet wurde, stillte sie auch unseren Wissensdurst rund um Miras Welt und so kamen kleine feine Details ans Licht, die ich beim Lesen mehrfach im Buch wieder erkannte. Zum Beispiel holte sich Margit Ruile die Inspiration für ihre Trilogie von einem holländischen Künstler: M. C. Escher, einem abstrakten Künstler, der für seine Holzschnitte und Linoldrucke bekannt geworden war. Mit diesem Wissen im Hinterkopf entdeckte ich die eine oder andere Parallele zu Kunstwerken im Buch, was auch mir ein Schmunzeln auf die Lippen zauberte und für Aha-Effekte sorgte. So betrachtet kann also auch ein Erwachsener viel Spannendes in diesen Kinderbüchern für sich entdecken – so manch einer hat ja leider das Kind in sich verlernt.

Mein Fazit: Die Mira-Trilogie findet im dritten Band ihren absoluten, wirklich gelungenen Höhepunkt. Das Gefühl, nach der Lesepause zwischen Band 2 und 3 wieder nach Hause in diese magieumhauchte Welt zu kommen, war einfach wundervoll. Mira verzaubert, ist wie das kleine Mädchen von nebenan, das auch du sein könntest und hat mich erneut völlig für sich vereinnahmen können. Wer diese Bücher noch nicht gelesen hat, dem kann ich dies nur wärmstens ans Herz legen, denn es lohnt sich! Spannung, Magie, Herzlichkeit, Vielseitigkeit, Liebe, Freundschaft - ein rundherum zufriedenstellendes Paket für junge und junggebliebene Leser, die eine kleine Heldin bei ihrem Streifzug durch die Welt der Zauberei begleiten wollen!

Vollständige Rezension auf www.buechernische-blog.de


Luna und die Sterne
Luna und die Sterne
von August Gral
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wundervolle Gute-Nacht-Geschichte, 5. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Luna und die Sterne (Gebundene Ausgabe)
Sternenfee Luna hat eine verantwortungsvolle Aufgabe: wenn sie des Nachts über ihr Seil tanzt, welches einmal um die ganze Erde gespannt ist, dann achtet sie auf die Sterne. Sie poliert sie, sie spricht ihnen Mut zu, auch ja hell zu leuchten und hat Spaß mit ihnen. Während unten auf der Erde den Kindern die müden Äuglein zufallen, dreht Luna ihre Runde. Eines Abends bekommt sie Besuch von Eule Nubs. Nubs bewundert Lunas Eifer und fragt sich, ob irgendjemand zu schätzen weiß, was Luna jede Nacht macht. Doch darum macht sich Luna keine Gedanken, sie ist glücklich, den Sternen etwas Gutes tun zu können…

* Ins Land der Träume… *

Ganz langsam fallen meinem kleinen Sohn die Augen zu, immer öfter lehnt sich sein Köpfchen an meine Schulter. Doch er möchte nicht schlafen. “Gute-Nacht-Geschichte, Mama!” Da kann man schlecht nein sagen, oder? So geht es wirklich allen Eltern und das Büchlein, welches ich euch hier zeigen möchte, ist die perfekte Gute-Nacht-Lektüre für kleine müde Ritter und Feen. Wenn die Jüngsten schon einmal selbst im Büchlein blättern wollen, so können sie unbesorgt zu Luna greifen, denn das Buch ist aus sehr stabiler Pappe gefertigt und aus kinderfreundlichem Material. Mein Sohn ist es gewohnt, von vielen, vielen Büchern umgeben zu sein. Doch wenn man mal nicht hinsieht, wandern Bücher bei den Kleinen auch gerne einmal in den Mund. Den kleinen forschenden Kinderhändchen und Zähnchen dürfte das Buch allerdings problemlos Stand halten können.

“Wer sieht sich denn einen Stern an, wenn ihn niemand pflegt?”

Sternenfee Luna bereitet die Jüngsten auf das Zubettgehen vor, führt Seite um Seite an den Prozess des Einschlafens heran und erklärt in einfachen Worten, wie die Müdigkeit langsam über uns kommt und wir schließlich ins Land der Träume hinüberschweben. So macht das Schlafengehen Spaß, wenn Luna den Kleinen auf kindgerechte Weise nahe bringt, dass Schlaf wichtig ist, um für den nächsten Tag Kraft tanken zu können. Pädagogisch wertvoll ist die Message dieses Buches auch für die schon etwas ältere Zielgruppe der Kindergartenkinder. Es vermittelt metaphorisch den Gedanken von Sicherheit und Geborgenheit, erinnert daran, wie wichtig Liebe, Verantwortungsbewusstsein und Sorgfalt sind; wie essentiell es ist, für einander da zu sein und sich auf den anderen verlassen zu können.

Wie verletzlich der Mensch ist, wenn er schläft, wenn er vollständig loslässt und in die Geborgenheit des Schlafes sinkt – das ist der erste Gedanke, der mir als Erwachsenen in den Sinn kommt, nachdem ich das Buch gelesen hatte.

* Weniger ist mehr *

Bei uns im Kinderzimmerregal erfreut sich »Luna und die Sterne« bereits großer Beliebtheit. Das liegt sicherlich nicht nur am “Eulenbonus”: die kleine Eule Nubs haben wir gleich ins Herz geschlossen. Zarte Aquarellillustrationen begleiten die Geschichte durch die Seiten, das die Welt umspannende Seil zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und auch der Text schmiegt sich an diesem Seil entlang. Die Gestaltung ist wirklich gelungen und wird nicht nur junge Bilderbuchfreunde begeistern. Die Zeichnungen wirken nicht überladen, das Motto ist “weniger ist mehr” und so harmoniert die Geschichte perfekt mit sparsam gesetzten Tuschestrichen, zarten pastelligen Farben und viel Platz für die Fantasie der kleinen Mitleser.

Unser Fazit: Sternenfee Luna wird uns noch lange beim allabendlichen Vorlesen begleiten und einen festen Platz beim Einschlafritual haben. Ein zart illustriertes Bilderbuch, perfekt in Länge und Gestaltung für die Minuten vor dem Einschlafen, das ich wirklich allen Eltern uneingeschränkt empfehlen kann. Einfach zauberhaft!


Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer: Roman
Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer: Roman
von Alex Capus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Formvollendete Wortpoesie!, 29. September 2013
- Ende -

Wehmütig blicke ich auf diese vier Buchstaben. Dieses Wort, so unscheinbar und kurz, beendet zu meinem Bedauern eine Reise durch ein wunderbares Buch, welches mich gleichermaßen faszinierte, großartig unterhielt und einen tiefen Blick in die Lebensgeschichte dreier Personen gewährte. Personen, die wirklich gelebt und erlebt haben, und deren Geschichten in ihrer Einzigartigkeit bis heute unvergesslich überlebt haben. Nun fanden sie Einzug in das neueste Werk des Schweizer Wortvirtuosen Alex Capus, welcher einem Nobelpreisträger der Physik, einer attraktiven Spionin und einem talentierten Kunstfälscher die Hauptrollen in seinem Roman »Der Fälscher, die Spionin und der Bombenbauer« aus dem Hanser Verlag verlieh.

* Ein wahrer Meister der Erzählkunst *

Während ich die Zeilen dieses Buches lese, messe ich in Wahrheit eine Flut von Photonen – Schwingungen des Lichtspektrums reizen Sinneszellen in meinen Augen – und verschiedene Regionen meines Gehirns setzen Buchstabe für Buchstabe elektrisch in eine greifbare Geschichte um. Eine Geschichte, die von Möglichkeiten lebt, von Lücken im Kontinuum – ein abstraktes 'Vielleicht' durchzieht mich ebenso wie die Charaktere in diesem Buch. Ich beginne nachzudenken – meine Phantasie formt Bilder, und ich frage mich, ob eben diese Bilder vielleicht gar nicht existieren, solange sie kein Anderer wahrnimmt? In den drei metaphorisch stark beseelten Geschichten um Felix Bloch, Emile Gilliéron und Laurea d‘Oriano ist ein Zusammentreffen dieser Drei theoretisch möglich – lediglich beweisbar durch die unmittelbare Anwesenheit eines Augenzeugen, welcher hier jedoch stumm bleibt – bleiben muss, denn so obliegt es dem Leser eben jene Lücken zu füllen, welche auch die Protagonisten auf ihrem Lebensweg zu füllen haben.

* Dieses Buch ist einzigartige, literarische Kunst, gemalt mit Worten eines grandiosen Wortkünstlers: Alex Capus. Das muss man erlebt haben! *

Doch was macht dieses Buch – diese Erfahrung – so einzigartig? Ist es die Perspektive des Erzählers, welche so wirkt, als ob ein Urgroßvater in seinem Ohrensessel sitzt, die Enkelkinder und Urenkel vor ihm auf dem Fußboden, und der alte Mann beginnt damit, aus seinem reichen Erfahrungsschatz zu plaudern? Oder sind es die sehr lose wirkenden Handlungsfäden, welche aber durch abstrakte Ähnlichkeiten doch enger verbunden sind, als man vielleicht auf dem ersten Blick zu ergründen vermag? Das geniale Spiel mit Metaphern, welche ihre wahre Bedeutungskraft dadurch entfalten, weil sie ursprünglich in den Gedankenwelten der jeweils anderen Protagonisten wurzeln – gepaart mit dem nicht Greifbaren, den Lücken. Theoretische Physik, Wunschträumerei und das Rekonstruieren partiell zerstörter Kunstobjekte liegt eine Gemeinsamkeit zugrunde, die aus Leere besteht – der Unwissenheit darüber, was Wahrheit ist und was nicht, füllen alle drei Protagonisten auf ihre ganz eigene, aber doch so universelle Weise aus. Alles ist verbunden – selbst das, was wir nicht wissen. Anfangs fiel mir der Sprung zwischen den drei Hauptfiguren, zumindest auf den ersten 150 Seiten, ein wenig schwer. Doch spätestens, nachdem ich alle Drei kennengelernt hatte, spürte ich förmlich den Atem der Geschichte. Ich reiste mit dem Fälscher vom kleinen Dörfchen Villeneuve in die weite Welt, atmete den Staub der aräologischen Ausgrabungsstätten Schliemanns ein und hörte eine Melodie im Kopf, wenn Laura d’Oriano des Abends in einer verrauchten Kneipe ihre Gesangskünste zum Besten gab. Ich erfreute mich gleichermaßen an der Musikalität der Familie d’Oriano wie an der sanften Brise, die am Hafen von Nizza wehte. Ich nahm mit Begeisterung Anteil an Felix Blochs Forschungen der theoretischen Physik und konnte mit gutem Gewissen sagen, dass mir die Naturwissenschaften noch nie auf so interessante Art und Weise vermittelt bekommen habe.

Mein Fazit: Was ist der Wert der Wahrheit? Gibt es sie im Angesicht so vieler Lücken in dem was wir Wissen nennen überhaupt, oder können wir uns ihr nur annähern? Alex Capus breitet in diesem anspruchsvollen Buch sein Metapherngeflecht aus und lässt seine historischen Figuren darunter handeln, fühlen – und vor allem denken. Es ist keine leichte Zwischendurch-Lektüre, welche einfache Antworten parat hat, sondern ein stark konstruiertes Märchen, dass sich Fragen stellt wie: Was könnten sie in jenen Momenten gedacht haben? Welche Pfade könnten sie beschritten – welche ausgelassen haben? Mit überlangen Sätzen und genialen Metaphern erschafft der Autor einen spannenden Zugang in die Geschichte(n) und lässt sie durch bildgewaltige Sprache lebendig wirken. Ein Roman, wie geschaffen für Freunde des Autors, für Leser abspruchsvollerer Literatur, die gleichsam in Worten versinken und gleichzeitig intellektuell unterhalten werden wollen. Göttliche Lektüre! Lesehighlight 2013!

Vollständige Rezension auf [...]


Bahlsen Ohne Gleichen Edelherb, 2er Pack (2 x 125 g Packung)
Bahlsen Ohne Gleichen Edelherb, 2er Pack (2 x 125 g Packung)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meine Lieblingswaffeln seit meiner Kindheit, 26. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Diese Bahlsenwaffeln habe ich schon genascht, als ich noch relativ klein war. Nicht zu süß, dafür schön zartherber Geschmack, knusprige Waffel - genau so mag ich sie. Es gibt auch noch die Variante in Vollmilch, allerdings bin ich mehr der Zartbitter-Freund. Die Qualität ist hervorragend, die Lieferung durch den Verkäufer ging schneller als im Kundenkonto angegeben und alles kam wohlbehalten hier an. Vielen Dank, ich bestelle mit Sicherheit wieder bei Ihnen!


Die Auslese: Nur die Besten überleben - Roman
Die Auslese: Nur die Besten überleben - Roman
von Joelle Charbonneau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dystopisches Lesehighlight 2013 | Büchernische, 25. August 2013
Vor wenigen Minuten habe ich Joelle Charbonneaus ersten Band einer neuen Endzeit-Trilogie namens »Die Auslese: Nur die Besten überleben« mit einem widerstrebenden Seufzen zugeklappt – wohl wissend, dass dies nun vorerst die letzten Zeilen sein würden. Ich bin noch völlig berauscht von all den Eindrücken, seit ich vor drei Tagen die erste Seite umgeblättert habe. Dieses Buch zieht einen in seinen Bann – es ist intensiv. Welch Lesevergnügen – nein – Leseerlebnis! Ich kann nicht umhin, als erst einmal tief durchzuatmen und mich zu lösen.

Dieses Buch ließ mich fühlen!

Ich bin ein großer Fan von Dystopien, denn die Vorstellung, inmitten einer zerstörten, postapokalyptischen Welt um sein nacktes Überleben und seine Daseinsberechtigung zu kämpfen, übt einen unwiderstehlichen Reiz auf mich aus. Und in diesem Buch bilden Nervenkitzel, schwermütige Einsamkeit und lebensgefährliche Abenteuer die perfekte Symbiose.
Schon der Klappentext des Trilogieauftaktes versprach eine spannende Story und tödliche Gefahren. Das Cover verführt mit der düsteren Farbaufnahme eines Mädchens. Misstrauisch und auf alles gefasst blickt es mich mit seinen blauen Augen an, die Waffe in ihren Händen haltend, den Finger am Abzug. Auf ihrem Arm sieht man eine Schärpe, darauf eine Plakette mit einem achtzackigen Stern – ein wichtiges Detail. Während das englische Originalcover dieses Emblem lediglich andeutet, bekommt man als Leser der deutschen Ausgabe schon einen eindrucksvollen visuellen Reiz präsentiert, welcher gemeinsam mit dem absolut gelungenen Buchtrailer des Penhaligon Verlages vollendet wird.
Imposant wie ein Kinofilm!

Der starke Plot erschuf mit seinem bildgewaltigen, eloquenten Schreibstil und hochinteressanten Charakteren ein intensives Kopfkino, welches mich ganz und gar zwischen die Seiten zog und mich die Realität außerhalb der Buchwelt vergessen ließ. Ich wurde Teil dieser verseuchten Umwelt, verschmolz mit der Protagonistin, fühlte ihre Angst – ihr Adrenalin, spürte all ihr Misstrauen in mir selbst aufkeimen. Wem konnten wir noch vertrauen? Wer spielt Katz und Maus mit uns? Wer meint es ehrlich? Die Autorin versteht es meisterlich, mit den Urängsten eines Menschen zu spielen und dringt dabei immer tiefer in die Psyche des Lesers vor. Wie oft kribbelte es in meinem Nacken? Wie oft rieselte ein angespannter Schauer über meinen Rücken. Ich weiß es nicht mehr.

Mein Herz rast vor Aufregung, obwohl es gerade in zwei Stücke zerbrochen ist. Die gleichen widerstreitenden Gefühle kann ich auch auf den Gesichtern der anderen Kandidaten aus Five Lakes sehen. [...]Wir sind nun keine Jugendlichen mehr, sondern Erwachsene. Doch erst diese Reise macht den Übergang unumkehrbar. Von nun an sind wir auf uns gestellt. – Seite 63

Joelle Charbonneau wählte nicht ohne Grund die Ich-Perspektive. Diese verstärkt die nachhaltige, emotionale Verbundenheit mit der Hauptfigur. Obgleich diese erst 16 Jahre alt ist, sorgt sie ob ihrer reifen Charakterzüge und ihren wohlüberlegten Aktionen für reichlich Identifikationspotential. Selten konnte mich ein jugendlicher Charakter derart begeistern wie Miss Vale. Cia handelte logisch, reagierte selbst in den schwierigsten Situationen umsichtig und überzeugte mit Kombinationsdenken und klarem Verstand. Beeindruckend empfand ich ihre Entwicklung und Fähigkeit zur Selbstreflektion. Es war schon recht früh ersichtlich, welch großes Potential diese junge Dame in sich birgt. Sie nahm mich an die Hand und kämpfte sich mit mir gemeinsam durch die Auslese, ihr Ziel stets klar vor Augen: Überleben!

Gnadenlos spannend!

Dieser Weg stellt Cia auf eine harte Probe und führt sie an den Rand der Verzweiflung, lässt sie die Abgründe der menschlichen Seele erkennen und dem Tod ins Auge blicken! Jeder noch so kleine Fehler zieht harte Strafen nach sich, denn es gilt die Besten unter den Besten herauszufiltern. Das Komitee der Auslese ist gnadenlos. Man ist gewagt zu sagen, dass dies wohl auch in solch schweren Zeiten, in der die Menschheit selbst ums Überleben auf einem unwirtlichen Planeten kämpft, erforderlich – ja, unabdingbar ist. Doch die schiere Grausamkeit und Härte dieser Prüfung schockierte mich, denn immerhin sind es junge Menschen. Doch die Verantwortlichen sind der festen Überzeugung, dass dieser Test in all seiner Erbarmungslosigkeit absolut notwendig ist, um auszuschließen, dass weitere schwerwiegende Fehler gemacht werden – Fehler von Machtgierigen im Vereinigten Commonwealth, welche in der Vergangenheit nicht in der Lage waren, die Katastrophe und den Konflikt zu verhindern. Die Originalausgabe wird übrigens für Leser ab 12 Jahren eingestuft, eine Altersempfehlung der deutschen Ausgabe liegt zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor, allerdings würde ich das Buch aufgrund der vorhandenen Brutalität meiner Tochter (fast 12 J.) noch nicht in die Hand geben.

Joelle Charbonneau schreibt aus tiefstem Herzen, hingebungsvoll und absolut eins mit ihrer Idee, ihren Figuren. Man merkt ihr die Bühnenerfahrung ihres Berufs als Opernsängerin an. Sie besitzt die Gabe, visuelle Eindrücke hervorragend und anschaulich in Worte zu fassen. Wie von selbst kreiert sie auf diese Weise Bilder, welche eindringlicher kaum sein können. Ihre Idee basiert auf der menschlichen Schwäche, Fehler unzureichend reflektieren zu können, sich über die Konsequenzen ihres Handelns klar zu werden. Die Natur richtet sich früher oder später gegen die Menschheit, wenn wir fortwährend Lebensraum zerstören und nur darauf bedacht sind, Macht auszuüben, koste es was es wolle.

Ausgebrannte Ruinen, von Ruß bedeckte Straßen und ehemals blühende Großstädte, welche sich die Natur trotz radioaktiv verseuchter Umwelt langsam zurückerkämpft – dies ist Joelle Charbonneaus zu Papier gebrachte Konsequenz eben jener verantwortungslosen menschlichen Gebaren. Gewaltige Erdbeben ließ die ausgedorrte Erde reißen, verwandelten die Landschaft in eine karge, unwirtliche Wüste. Einzig die Kolonien, wie auch Cias Heimatkolonie Five Lakes, bilden so etwas wie grüne Oasen der Hoffnung inmitten eines ausgezehrten Landes. Elektrizität wird streng rationiert, Alkohol ist Luxus. Wir befinden uns in einer Zeit, 100 Jahre nach dem großen Konflikt, in welchem Tausende von Toten zu beklagen waren. Ein Krieg, der seinen Ursprung im Tod eines Regierungsmitglieds in Asien fand. Die Hintergründe dieses Krieges hat die Autorin geschickt in den Handlungsverlauf eingeflochten, ohne mich seitenweise mit Details zu überhäufen.

»Die Auslese« fesselte mich vom ersten bis zum letzten Wort, ohne auch nur einmal an Spannung einzubüßen. Der Puls beschleunigte sich beim Lesen, intensive Einblicke in die Psyche der Protagonistin und der schier unerbittliche Konkurrenzdruck eines jeden Kandidaten forderten meine stete Aufmerksamkeit. Und über all dem schwebte stets eine Warnung, gleich einem Damoklesschwert:

Cia, du kannst niemandem vertrauen! – Seite 62

Es war wirklich pures Vergnügen, ein Buch lesen zu können, das aus der literarischen Masse mit Bravour hervorsticht und sich ohne Probleme an der Spitze des Genres positionieren kann. Aktuell ist der Bedarf an Dystopien eigentlich gesättigt, da wir derzeit von literarischen Weltuntergangsszenarien nur so überschwemmt werden und nicht wirklich viele Vertreter dieses Genres ihren Platz auf den Bestsellerlisten verdient haben. »Die Auslese« lässt ihre Konkurrenz mit seiner sehr düsteren, aber durchaus realistischen Zukunftsaussicht locker hinter sich und feiert jetzt bereits Begeisterungsstürme unter uns Bloggern, welche das Glück hatten den Trilogieauftakt vorab lesen zu dürfen. Auf den Folgeband müssen wir nun noch ein wenig warten, denn auch die Originalausgabe erscheint erst im Januar 2014. Spekulationsstoff bietet der erste Band zu Genüge, das dürfte uns Leser bis zum Erscheinen des nächsten Buches der Reihe auf Trab halten.

Zudem gibt es aufregende News für Kinofans, denn die Trilogie wird verfilmt! Paramount Pictures hat sich die Rechte gesichert und wird den spannenden Stoff auf die Kinoleinwände bringen. Ich bin höchst gespannt, wie das Ergebnis aussehen wird, wer für die Hauptrollen gecastet wird und wie Joelle die Umsetzung in bewegten Bildern gefallen wird!

Mein Fazit: Ein Buch, so explosiv wie seine Grundidee, von der ersten Seite bis zum letzten Wort. Ein Buch, das für zahlreiche Überraschungsmomente sorgte und welches noch lange nach dem Lesen wie ein Kinofilm vor dem inneren Auge abläuft. Ich gebe es ehrlich zu, ich habe von Joelle Charbonneaus Buch geträumt, in der Nacht, nachdem ich es beendet hatte. Das passiert mir höchst selten! Ich danke der Autorin für dieses einmalig intensive Lesevergnügen und kann es gar nicht erwarten, Malencia Vales Lebensgeschichte weiter zu verfolgen! Das Ende des ersten Bandes lässt auf eine kraftvolle Fortsetzung der Trilogie hoffen!


Lindt Hello Coconut Kiss AK 100g
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Wird angeboten von Lieferello
Preis: EUR 2,20

5.0 von 5 Sternen Lindt ist einfach unübertroffen gut ♥, 16. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lindt Hello Coconut Kiss AK 100g (Misc.)
Muss ich wirklich noch etwas zu der Qualität dieser Schokolade sagen? Einfach spitze, nicht zu süß, mit der Ananas schön fruchtig und die weiße Schokolade zergeht wie immer im Mund. Herrlicher Schokogenuss, und schön leicht für das sommerliche Naschen!


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5.0 von 5 Sternen Wie erwartet super Qualität!, 16. August 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
ich arbeite sehr gerne mit den Bookdarts, nutze bisher aber die kupferne Variante, welche ziemlich anfällig für Flecken sind (logisch). Die Metallvariante gefällt mir daher ein wenig besser, die Flexbilität und Stärke ist genauso wie bei den Kupferdarts mehr sals zufriedenstellend. Ich bevorzuge diese Art Lesezeichen, um bestimmte Textstellen markieren zu können, nicht nur wie bei herkömmlichen Lesezeichen die Seite.

Jederzeit und ohne Einschränkung empfehlenswert!


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