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abiszet

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United Nations of Sound
United Nations of Sound
Preis: EUR 11,98

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hey Richard, mach' wieder Brit-Pop!, 11. August 2010
Rezension bezieht sich auf: United Nations of Sound (Audio CD)
Richard Ashcroft wollte offensichtlich keine dritte Solo-Platte mit lauwarmen Balladen und halblebigen Uptempo-Numern machen. Das Ergebnis ist das Wortungeheuer "RPA & Untied Nations Of Sound". Und das Ergebnis ist ein Richard Ashcroft, der sich von Mad Richard aus Verve-Zeiten zu Dad Richard und schließlich zu einem halbherzigen Funk-Soul-Brother entwickelt hat. Eine traurige Entwickling. Very sad, Mr. Ashcroft!

Es ist nicht alles schlecht, denn es sind auch gute Nummern dabei unter den 12 Titeln: "Are You Ready" hat das Zeug zu einer Hymne, ist aber leider mal wieder viel zu lang geraten und enthält ein peinliches Gitarren-Solo. "Good Lovin'" ist so etwas wie der Bruder von "Music Is Power" mit Curtis Mayfield-Anleihen und enthält ein grandioses Orchester-Arrangement. "She Brings Me The Music" ist eine typische Ashcroft-Ballade im besten Sinne und überzeugt mit warmen, vollen Vocals. Bei "Life Is So Beautiful" versucht sich Ashcroft (erfolgreich) am Falsett und es fehlt nur noch, dass Barry White um die Ecke biegt.

Dann gibt es noch ein paar durchschnittliche Albumfüller wie "This Thing Called Life", das als Single ungeeignete "Born Again", das epochal angelegte, aber leider völlig überproduzierte "Let My Soul Rest" und eine für Ashcroft-Verhältnisse recht lahme Ballade namens "Glory". Und sonst? Ein mehr als beschämender Blues-Versuch mit "How Deep Is Your Man", die Kreisklassen-Hymne "Royal Highness" und mit "America" der Song, an dem scheinbar der Produzent No ID am meisten seinen Einfluss geltend machte.

Insgesamt keine Platte, die man von Ashcroft erwartet hatte. Er ist neben Oasis DER Britrocker schlichtweg und die Funk-/Soul-Richtung scheint nicht ganz zu passen. Außerdem sind die meisten Songs platt und glatt und ideenlos. Es wird wieder Zeit für eine Reunion von The Verve. Die Kollegen McCabe & Jones veröffentlichen Ende 2010 ihr Projekt "The Black Ships". Aber danach vielleicht, sagen wir Ende 2011? Come on, Richard!


The Great War
The Great War
Preis: EUR 17,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich old-fashioned an: melodisch, romantisch, eingängig, 9. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: The Great War (Audio CD)
Hallo Mr. Justin Currie,

es gibt Menschen, wenn die einen Raum betreten, dann wird es still. Alle Augen richten sich auf sie, weil sie eine bestimmte Aura umgibt. Man will in deren Nähe sein, fühlt sich von ihnen magisch angezogen. Sind sind einnehmend und umarmen einen mit ihrer Ausstrahlung. Ihre Songs von "The Great War" sind wie diese Menschen, Mr. Currie. Es ist vor allem Ihre Stimme. Sie fasziniert immer wieder aufs Neue. Man wird das Gefühl nicht los, dass es nur diese Stimme sein kann, die das singt, was man selbst denkt, glaubt und fühlt.

Im englischen gibt es den Begriff "haunting". "Haunting Songs" wird gerne von britischen Journalisten verwendet, wenn sie einen Ohrwurm beschreiben wollen. Genau das sind die neuen Tracks von "The Great War", lieber Mr. Currie. Wie übermütige Welpen springen einem die Songs in die Kniekehle, kaum dreht man sich um. Es sind die Balladen, die einem mit ihrer Schönheit und Fragilität nicht mehr aus dem Ohr gehen. Diesem leuchtenden, merkwürdig taumelnden Zauber kann man sich kaum entziehen. "The Way That It Falls" besitzt eine unglaubliche Strahlkraft, wie stille Tränen laufen Zeilen wie "Life Is Wonderful / You Love The Days Till You're Dead And Cold / The Pleasures Lived In The Light / But I love The Night" herunter. Gänsehaut inbegriffen.

Beim lustigen Bonustrack "The Darkness Of The Day" kann man sich gut vorstellen, wie der Song im Pub gesungen wird: Es ist "Closing Time", die Leute schunkeln mit erhobenen Pintgläsern. Dagegen tröstet "You Always Walk Alone" in keiner Weise, legt sich aber wie eine warme Decke um einen und ist so etwas wie ein Gegenentwurf zum Stadion-Mitgröler "You'll Never Walk Alone". Im Mittelpunkt des Albums steht der Song "The Fight To Be Human": Das Metronom lullt einen noch ein, dann türmt sich der Song auf, "I Hate The World They Gave Me", nach vier Minuten zieht merklich das Tempo an. Das Ergebnis ist ein episches 8-Minuten-Stück, das den Vergleich mit dem Übersong "No, Surrender" vom Vorgänger-Album nicht scheuen muss. "Baby, You Survived" rührt mich dagegen mit seiner Schönheit, während "Everyone I Loved" ein derber Schlag in die Magengrube ist, bei dem mir die Luft weg bleibt.

Insgesamt hört sich alles so herrlich old-fashioned an: melodisch, romantisch, eingängig. Ganz so düster und melancholisch wie "What Is Love For" ist die neue Platte nicht, sie besitzt ein urbanes Flair mit einem gehörigen Schuß Del Amitri. Wenn ich es nicht besser wüßte, dann würde ich sogar an der einen oder anderen Stelle von Optimismus sprechen. Aber nein, das wäre zu viel des Guten, oder Mr. Currie? Da scheint mir dann wohl einiges von Ihrem Sarkasmus entgangen zu sein ...
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2010 9:43 PM MEST


Forth
Forth
Wird angeboten von la-era
Preis: EUR 8,88

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Himmlisch und hymnisch., 19. August 2008
Rezension bezieht sich auf: Forth (Audio CD)
Fahrt den Computer runter. Meldet Telefon und Internet ab. Macht das Radio aus. Werft die letzten Zweifel aus dem Fenster und dann zieht die Vorhänge zu. Und hört "Forth", das es eigentlich nie gegeben hätte.

The Verve waren immer ein Ereignis. Sie vermochten mächtige Popsinfonien zu kreieren, mit echten Streichern, wunderschöne, euphorische, sensible Hymnen. Sie konnten einem aber auch richtig Angst einflößen mit Klängen aus einer anderen Welt, die unter die Haut gehen. Dieses Spannungsfeld zerriß die Band schließlich und sorgte 1998 für das Ende. Dass sie noch einmal zurückkommen, hätte niemand für möglich gehalten. Sänger Richard Ashcroft sagte noch 2006, dass 'wir eher alle vier Beatles noch mal auf der Bühne sehen als The Verve'.

Ashcroft tönte auch am Anfang ihrer Karriere selbstbewußt: 'I'm sure: History has a place for us'. Die vier Briten glaubten unbeirrt an sich: Welche junge Band erlaubt es sich, als Debüt-Singles zwei Songs mit über sechs Minuten Länge zu veröffentlichen? Ähnlich viel Eigensinn haben sie nun im Vorfeld von "Forth" gezeigt. Während alle auf neues Material warteten, gab es als Teaser den Track "Mover" als kostenlosen Download. Der Song ist 15 Jahre alt und wurde zur Promotion der USA-Tour auf die Vinyl "Voyager I" gepresst. Ärgerlich nur, dass ganz wenige der 1.000 Exemplare ein Zugunglück überlebten und das Stück damit weitgehend unbekannt blieb. Der neu aufgenommene Re-Release klingt viril, kraftvoll und zeitlos. So würden die Red Hot Chili Peppers gerne klingen, so eine Schweinegitarre hätten die Fratellis gerne im Repertoire.

"Forth is partly the return to madness and the goodbye to stringladen grandeur", schreibt das Q-Magazine und erschreckt damit die Fans der Stadthymnen. Aber das ist nur teilweise richtig. Gleich der Opener "Sit And Wonder" geht zwar mit drückend-dröhnend Gitarrenläufen und agressivem Beat in die Richtung. Auch "Noise Epic" ist so ein stürmischer Song, nach messerscharfer Gitarre, pumpendem Rhythmus und eindringlichem Gesang endet er in einer furiosen Hardcore-Prog-Rock-Improvisation, die einem die Ohren schon ziemlich lang zieht. Aber das war es dann schon mit Klängen, die erschrecken. Schon richtig, ein zweites "Bittersweet Symphony" oder "Drugs don't work" ist nicht dabei, der Sehnsucht danach ist Ashcroft auf seinen Solo-Platten nachgegangen. Ansonsten gibt es gewaltige Klaviere, Breitband-Gitarren, sphärische Songs, die die Unendlichkeit suchen und einen Sänger, der predigt, flüstert, schreit, gurrt, sich verletzlich zeigt und auch die höchsten Töne nicht scheut.

Richard Ashcroft, der schon mal von sich behauptet, wie Jesus zu fühlen oder sich schamlos in die Reihe grosser britischer Künstler stellt ("I'm like Shakespeare, I'm a Pioneer!"), liebt die grosse Geste und führt einen mal in den Himmel, in die "Valium Skies". Ein durch und durch optimistischer Ort, eine Mitsing-Hymne im näselnden Liam Gallagher-Style, die gute Laune verbreitet. "I See Houses" - ein weiterer, eher "klassischer" Pop-Song aus der Feder des Sängers - enthält Soul- und R n' B-Elemente, wirkt aber ein wenig behäbig, während "Rather be" einmal mehr Ashcrofts "anthemic instincts for swelling heartstrings and big choruses" (NME) unterstreichen.

Auf der anderen Seite sind es die Hall- und Feedback-Effekte von Gitarrist Nick McCabe, die dem Album eine eigene Seele geben. Die Bedeutung McCabes für den Sound der Band wurde in der Vergangenheit häufig unterschätzt: statt die Songs zu dominieren, neigte er dazu, durch sie zu mäandern. Sein weithin federleichtes Spiel ist mehr der Reduktion verpflichtet und setzt dezente Akzente. Er ist es, der The Verve die überirdische Aura verleiht, die den Band-Sound definiert. Auf "Forth" strahlt sein Stern hell und erstmals sind so etwas wie ausschweifende Gitarrenläufe ("Numbness") zu hören.

Es sind die aus Jams entstandenen Stücke wie "Judas" und der schläfrig beginnende "Columbo", die dem Album eine weitgehend entspannte Note geben. Der hellste Augenblick schierer Schönheit ist jedoch der letzte Song "Appalachian Springs". Hier ist die Stimme Ashcrofts steinerweichend, sie ist berührend, sie ist berauschend.

"It's like they never been away!" jubelt das Uncut Magazine, während der NME noch weiter geht: "The Verve kick off their comeback in a manner that only can be described as immense!". Es scheint, als ob sie im Moment in England alles in Grund und Boden spielen. Aber wie lange noch. Erneute Trennungsgerüchte gibt es bereits, aber vielleicht können sie noch ein bisschen warten damit. Sagen wir .... fünf Jahre?
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 19, 2008 10:04 PM MEST


Third
Third
Preis: EUR 7,97

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nur am Anfang verstörend. Aber dann ... ein Ereignis!, 28. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Third (Audio CD)
Es gibt viele, die haben wirklich 10 Jahre gewartet. 10 Jahre auf eine neue CD, die neue Portishead-CD "Third". Der Band aus Bristol wurde "damals" (jau, da hatte ich auch schon keine Haare mehr, war aber noch jung) das
Schlagwort "TripHop" angeheftet. Ein Kunstwort, das ausdrücken sollte, das arg unterschiedliche Musikrichtungen neu kombiniert werden. Oder wie es die Frankfurter Rundschau schreibt, Portishead brachte "jene Menschen, die sich zu alt fühlten für Ecstasy-geschwängerte Techno-Nächte das Wunder
elektronischer Klangerzeug nahe".

Und jetzt? Die zeitlupenhaften Beats sind weg, es rumpelt, es kreischt, es quietscht. Die Rhythmen sind vorwiegend monoton, alles klingt metallisch, aggressiv und ungemütlich. Das Album ist verstockt und verstörend und widerspenstig. Es strahlt eine permanente Bedrohung aus, die Songs wirken sperrig. Jedes Bass ist böse, jeder Beat geht durch Mark und Bein. Es mischen sich fiese Störgeräusche mit dem zerbrechlichen Gesang von Beth Gibbons, die versucht lyrische Schneisen ("What have I done without you?") in das kalte Soundickicht zu singen.

Mein erster Eindruck: Eine Enttäuschung, ein Schock. Doch nach dem zweiten und dritten Hören weicht die bleierne Schwere der Platte einer Erhabenheit. Einer Unantastbarkeit. Die überraschenden Brüche verleihen den Songs eine ungeheure Vitalität. Trotz der vielen Breaks nimmt man die Tracks nicht als etwas Zersplittertes wahr. Die taz schreibt dazu: "So kann ein grandioser Song wie "The Rip", der als sanfte englische Folkballade beginnt, plötzlich in der Mitte zerreißen und umkippen in einen Kraftwerkschen Elektropop-Track. Und das fulminant pulsierende, zunächst an Goldfrapp erinnernde Stück "We Carry On" wandelt sich zwischendurch (...)" zu einem Alternativ-Rocksong mit einer explodierenen The Edge-Gitarre.

Die beiden Extrempunkte des Albums sind "Deep Water" und "Machine Gun". Zarter Folksang mit Ukulele der eine, rücksichtslose Dampfwalze der andere. Beide (direkt hintereinander plaziert im Album) wirken wie Fremdkörper, weil sie so homogen sind. Spannender ist der Auftakt-Song "Silence" mit einer langen Instrumentalpassage aus treibendem Rhythmus, fiependen Synths und künstlichen Streichern. Bis sich die Musik nach zwei Minuten zurücknimmt und Beth Gibbons Platz macht: Das ist pure Schönheit. Oder "Plastic" und "Hunter" - hier kämpft Gibbons gegen Lärmeskapaden und Hubschrauberblätter an, während das Tempo nach Belieben gedrosselt und angezogen wird und sich fragile Melodien an die Oberfläche wagen. In gewohnten musikalische Gefilden bewegt sich der letzte Titel "Threads" und ist doch anders. Es entwickelt in Slow Motion eine Songstruktur, ohne allerdings einen Refrain erkennen zu lassen. So etwas ähnliches ist dann der Krach aus Gitarre und Bass, gegen den dann Gibbons keine Chance hat. Das ist Magie und Melancholie. Am Schluss
dröhnt es, immer weiter, immer weiter.

Es ist kein leichtes, zugängliches Album, es verlangt einem alles ab, es wühlt einen auf. Das war zu erwarten. Auch ich habe 10 Jahre gewartet. Und ehrlich: Das Warten hat sich gelohnt. Ein Ereignis.


What Is Love for
What Is Love for
Wird angeboten von zoreno-deutschland
Preis: EUR 12,83

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom Verlieben, Verzweifeln, Verlassen., 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: What Is Love for (Audio CD)
Justin Currie ist das genaue Gegenteil eines höchst geschmackvollen und kultivierten Melancholikers. In allen Fragen der Optik liegt er stets einen Tick daneben. Seine Haare ein Spur zu ungepflegt, beim Interview rutscht ihm schonmal ein Rülpser raus und auf dem Hemd befindet sich garantiert ein Fettfleck vom letzten Fish & Chips. Er ist einfach ein Typ, mit dem man im Pub gut über Fussball und Frauen quatschen kann. Der deutsche MusikExpress nennt ihn "die ganz und gar unmodische und perfekte Stimme für Liebeskranke".

"Some days are breakthrough, some days are breakdown" singt er in "Something in that Mess". Und genauer gesagt handelt sein Solo-Debüt "What is Love for" in erster Linie vom Scheitern. "Hell, is that depressing. Late night, lonely heart music. Meditations on love gone wrong as spoken to the dark by men drinking whisky alone in wee small bars. That's the feeling of this record" sind die ersten Zeilen einer Rezension in "The Scotsman"

Seine Texte enthalten kunstvolle Sprachbilder, sein Motto "There ain't no blues that a bottle can't chase away" bleibt dabei aber stets unverkennbar. Die Songs kreisen um Verlassen und Verlieben und Verzweifeln, handeln von Selbsttäuschung und Selbstverachtung, arbeiten Einsamkeit und Eingesperrtsein im Strudel der Gefühle auf.

Die himmlische Ballade "If I Ever Loved You" ist ohne Zweifel der Highlight seines neuen Albums. Es ist Curries einzigartige Fähigkeit, Ohrwürmer zu schreiben, die sich durch die gesamte CD zieht. Der 43-jährige macht dies mit einer Leichtigkeit, die bei seinen schwermütigen Texten kaum vorstellbar ist. Die Songs sind einfach, aber nicht simpel. Meist sind Piano, (akustische) Gitarre, Streicher-Samples und seine Stimme die beherrschenden Instrumente. "Amazing vocal performances" überstrahlen aus Sicht des NME das Album. Songs wie "Gold Dust" oder "Where Did I Go" sind dunkel und melancholisch, erinnern aber auch entfernt an Del Amitri-Klassiker wie "Always The Last To Know" und "Driving With The Brakes On" und zeigen Curries Gespür für majestätische Melodien und griffige Hooklines. Bei aller Traurigkeit bleiben sie uneitel und schnörkellos, sind keine Spur gekünstelt oder schmachtende Übertreibung.

Die Grundstimmung ist ruhig, nur wenige Kniewipper sorgen für Tempo. "Its a rare quality these days, but the emotion on songs such as "Walking through" and "Not So Sentimental Now", make this a timeless, classic album", schreibt MOJO. Die Schönheit von "What Is Love For" scheint dabei nicht nur atemberaubend, sondern zeitlos, unvergänglich und geradezu unendlich zu sein.

Der Schluss dieses melancholischen Werks ist ein epischer sozialer Kommentar zum modernen Great Britian. In "No, Surrender" fordert er nicht nur "Execute the Ignorant", sondern fragt "Should you stand and fight, should you die for what you think is right? So your useless contribution will be remembered? If you're asking me I say no, surrender." Der Rolling Stone liess sich sogar zu Superlativen hinreissen: "No, Surrender", driven by slow building percussion, sweeping strings and biting lyrics, might well be a career highlight for Justin Currie. A angry as hell Justin Currie".

Es ist kein Feeldgood- Album, sondern vielmehr ein Slow Burner. Die Songs kommen harmlos daher. Aber man bekommt sie tagelang nicht mehr aus dem Kopf. Vergesst die gehypten James Blunt und Paolo Nutini. Justin Curie rules.


Panasonic TH 37 PV 60 EH 94 cm (37 Zoll) 16:9 HD-Ready Plasma-Fernseher (inkl. Tischfuß) silber
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26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das reine Heimkino! Wunderbar!, 26. Dezember 2006
ich habe lange recherchiert und gesucht: anfangs hatte ich einen samsung im blick (ich liess mich durch das hervorragende design blenden, soll aber brummen und hat schwaechen beim bild) und pruefte einen amoi (full hd, spiegelt aber sehr, klobiges design) bis ich endlich diesen pansonic 37 zoll gekauft habe. nachdem amazon rechtzeitig lieferte (rief vorher an, ob eine lieferung um 10 uhr ok waere und war dann auf die minute puenktlich) liess sich der panasonic in wenigen minuten aufstellen und es laesst sich konstatieren, dass er meine erwartungen uebertrifft: das analoge bild ist super, das von dvd sowieso. keine bewegungsunschaerfen oder nachzieheffekte bei sportsendungen. selbst bei sendern wie MTV, dessen bild bei mir sonst eher schlecht ankommt, kann der panasonic ueberzeugen. der ton ist voellig ok, bei musik-dvds (oder musiksendungen) empfiehlt sich allerdings der anschluss an eine externe anlage. die groesse erscheint mir fuer einen betrachtungsabstand von 3 bis 3,50 meter optimal, das geraet wirkt durch das zurueckhaltende design nicht so maechtig wie andere geraete. es empfiehlt sich unbedingt, die in frage kommenden geraete im vergleich bei analogem bild zu pruefen. so landete der panasonic bei mir auf platz 1. ich bin mehr als zufrieden!


Under the Iron Sea
Under the Iron Sea
Wird angeboten von hifi-max
Preis: EUR 6,19

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keane auf Tauchkurs, 2. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Under the Iron Sea (Audio CD)
Muss man denn heutzutage unbedingt nach U2 klingen, um Erfolg zu haben? Es scheint ein gängiges Erfolgsrezept zu sein. Coldplay hat es mit ihrem Bombast-Pop von --X&Y-- unter Beweis gestellt. Dann folgten Snow Patrol, die sowohl mit der Single --Your?re All I Have-- also auch mit dem Longplayer --Eyes Open-- die europäischen Charts bevölkern. Und jetzt Keane! Ja genau ,die drei Jungs aus Sussex, die 2004 kräftig abräumten. Ihre Single --Is It Any Wonder-- überrascht mit einem The Edge-mässigen Intro und einer wahnsinnigen Energie. Keane und Gitarre? Da war doch was?

Bisher vertrauten die Briten auf Drums, Keyboards und Gesang. Ihr Markenzeichen war die fehlende Gitarre. Das bleibt es auch, obwohl sich auf dem neuen Album --Under The Iron Sea-- Sounds mischen, die man zunächst einer Gitarre zurechnen würde. Wie eben auf der Single oder auch auf --Crystal Ball--. Aber keine Sorge, Keane vertrauen trotz einiger Bandstreitereien auf ihren ureigenen Sound. Wieso sollten sie ihn auch ändern? Das Debüt --Hopes And Fears-- verkaufte weltweit über fünf Mio. Kopien (in Großbritannien 2,6 Mio., wofür es 8-fach Platin gab) und brachte zwei Brit Awards, den --Best Album Award? des Q-Magazine und eine Grammy-Nominierung ein. Allein in Deutschland hielt sich die CD 39 Wochen in den Charts.

Dieser massive Erfolg musste Kritiker auf den Plan rufen. Stellvertretend hier eine unverbesserliche Stimme: --Muss man das Album deshalb automatisch gut finden? Nein, muss man nicht. Immer wieder nach demselben Muster gestrickte Songs, Tom Chaplins, wenig variantenreicher Gesang und Tim Rice-Oxleys uninspiriertes Keyboard-Geklimper in stets ein und derselben Klangfarbe rechtfertigen die Weigerung.-- Ja, so könnte man es auch bei der zweiten Platte formulieren. Zwar sind die Songs durchweg schwerer und nachdenklicher geraten, dabei wird das Grundthema aber nur variiert, zusammen gehalten von der überragenden, glockenklaren Stimme Chaplins. Nur ist ales kraftvoller, knackiger und rockiger im Vergleich zum Vorgänger. Mastermind Rice-Oxley sieht --all unsere Ängste zum Vorschein kommen--, um --insgesamt die dunkelste Seite von uns nach außen zu kehren.-- Das Resultat sind Stücke, wie man sie bisher von Keane noch nicht kannte, vergleichbar am ehesten mit --unheilvollen Märchenwelten--.

Die Anleihen bei den Songs und Ideen von --Hopes And Fears-- sind dennoch unverkennbar: Auf Nummer sicher gegangen sind sie mit --Nothing In Your Way--, das im Grunde eine Kopie des Monsterhits --Somewhere Only We Know-- ist. Der Anfang von --Bad Dream-- - einer der besten Titel des neuen Albums - erinnert an --Bedshaped-- und --The Frog Prince-- entwickelt einen ähnlichen Spannungsbogen wie --We Might As Well Be Strangers--. Die Balladen --Atlantic-- und --Hamburg Song-- kommen düster und bestürzend rüber, vor allem wenn man den von Trainspotting-Autor Irvine Welsh produzierten Kurzfilm zu --Atlantic-- auf sich wirken lässt. Da ist es verzeihbar, dass Keane mit --Put It Behind You-- ein Ausrutscher passierte. Ein belangloser Track, der sich auf die 80er Jahre beruft und stimmlich und rhythmisch an Songs der unsäglichen --Toto-- erinnert.

Gibt es wirklich nichts Neues? Doch, das Instrumental --The Iron Sea--, das aber keiner vermisst hätte. Und dann hat sich auch stimmlich etwas getan. Tom Chaplin wird vereinzelt unterstützt von - Drummer Richard Hughes! Das ist wirklich ungewöhnlich - ein singender Drummer. Das gab es früher mal mit Phil Collins bei Genesis. Zugegeben, kein schmeichelhafter Vergleich. In jüngerer Zeit lassen die Doves ihren Drummer auch ab und zu ans Mikrofon. Und ein gewisser Lary Mullen Jr. überraschte einst auch mal mit seinen Sangeskünsten. Womit sich der Kreis zu U2 schließt.


Keys to the World
Keys to the World
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 10,15

57 von 60 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen One Of The Great Rock’n Roll Romantics Is Back., 8. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Keys to the World (Audio CD)
Was hat der Kerl nur mit seiner Stimme gemacht? Er brüllt. Er gurrt. Er röhrt. Er jauchzt. Er krächzt. Er jubiliert. Er schnurrt. Er ist intensiv. Er ist pathetisch. Er verzehrt sich. Er klingt kehlig wie noch nie. Er ist mitreißend, theatralisch und aufwühlend. Er hat auf seiner neuen CD alles richtig gemacht. Entsprechend anmaßend ist der Albumtitel: „Keys To The World“ . Der britische NME meint dazu trocken, „There Is Only One Man in Music Business Who Has The Keys To The World: Mr. Richard Ashcroft!“
Er hat schlechte Kritiken für seine letzten beiden Alben „Alone With Everybody“ und „Human Conditions“ in der britischen Presse bekommen. Zu wenig bitter und viel zu sweet sei das alles, klinge nach Kuschelrock. Zu erwachsen, zu psychedelisch, zu wenig Drogen, kurz: zu wenig Spaß, lautete das Urteil über das Werk eines Mannes, der in den Neunzigern den Mr. Wild des britischen Rockstars personifizierte: Nachts auf der Themse Kanu fahren, mit dem Luftgewehr auf Freunde schießen, weißes Pulver, bis sich die Nasenscheidewände auflösen und dabei ausgesprochen gut aussehen. All das war Richard Ashcroft. War. Das Großmaul des Britpops ist er immer noch, aber zum Balladenkönig ist er geworden, zum grossen Melancholiker, er mutierte von Mad Richard zu Dad Richard.
Wer Richard Ashcroft kennt, kann sich gut vorstellen, dass ihm solche Bezeichnungen kalt lassen. Dass er in sich ruht, zeigen schon die ersten Zeilen seiner Comeback-Single „Break The Night With Colour“: “Fools They Think I Do Not Know The Road I’m Taking. If You Meet Me On The Way Hesitating. That Is Just Becauce I Know Which Way I Will Choose.” Geschrieben auf einem Cembalo entwickelt der Song schon nach wenigen Sekunden einen unglaublichen Sog, der typisch ist für viele Songs von Richard Ashcroft. Er singt, als glaube er fest daran, dass Musik die Menschen verändern kann. Wer solche Songs schreibt, hat allen Grund dazu.
Eroeffnet wird das neue Album mit dem haemmernden und wuetenden “Why Not Nothing?”, in dem er erstmals mit politischen Lyrics auf sich aufmerksam macht. Es folgt das froehliche
“Music Is Power”, ein glasklarer Nr. 1-Hit, der einem unweigerlich ein Laecheln ins Gesicht treibt. Ein schoener Upbeat Feelgood Track. Ashcroft als White Soul Brother. Mal was ganz Neues. Ungewohnt der sphaerische Titeltrack mit treibendem Rhythmus, verzerrter Stimme und, der ihn sogar in die Playlists von Diskotheken bringen koennte. Richard goes Dancefloor - unglaublich!
“Cry Till The Morning” ist ein eigentlich ein typischer Oasis-Song. Lakonischer Unterton, leichtes Kratzen in der Stimme, spannend arrangiertes Midtempo mit Gitarrensolo. Der grosse Unterschied zu Liam Gallagher: Ashcroft legt so viel Energie und Seele in diesen Titel, dass einem das Herz bis zum Hals schlaegt. Der NME sieht’s aehnlich: “ Richard’s Still Liam Gallagher’s Cooler Cousin: Brighter And Less Try-hard, But With A Similarly Iconic Rock Voice And An Infinitely Greater Songwriting Ability!” Elegante, hingetupfte Instrumentierung und ein nachdenklich wirkender Ashcroft zeichnen die Ballade “Sweet Brother Malcolm” aus, die ein vertonter Tagtraum von Ashcroft im Park von Richmont sein soll. Nach harmlosem Beginn ist “Words Just Get In The Way” sehr episch geworden und erinnert entfernt an den Verve-Klassiker “Lucky Man”.
„Why Do Lovers“ kommt sanft daher. So zart klimpert das Klavier, so herzzerreissend singt Ashcroft, dass man sich die nächststehende Person greifen will, um sie ganz fest zu drücken, um sie einfach zu umarmen und in ihren Haaren zu riechen. Überschwängliche Gefühle übermannen einen. Herzlich Willkommen. Hier ist sie, die Magie des Richard Ashcroft. Das Magazin Time Out schreibt dazu „Richard Ashcroft is medicine for your soul and wings for your heart!“
Es gibt viele da draussen, die gehofft haben, er wuerde eine The Verve-CD machen. Es ist keine geworden. Es muss nicht immer laut sein. Richard Ashcrofts inneres Feuer ist spektakulaer genug. One Of The Great Rock’n Roll Romantics Is Back.


The Tourniquet
The Tourniquet
Preis: EUR 13,36

5.0 von 5 Sternen Kino für den Kopf., 3. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: The Tourniquet (Audio CD)
Magnet auf Tour mit Athlete? Das passt! Die grossen Gefühle reisen durch die Lande und die Konzerthallen weinen. Aber leider wieder nur in England. Während die britischen Athlete mehr in die Beine gehen, trägt der Norweger Evan Johansen aka Magnet die Melancholie im Herzen, hat die Kreativität im Blut und legt Schönheit in seine Stimme. "The Tourniquet" ist sein zweites Album und England überschlägt sich nach seinem Debüt „On Yourt Side“: Die Daily News schreibt „Spring, Summer, Autumn, Magnet!“ und setzt ihn einem Naturereignis gleich. Das Album ist aber auch ein wunderschönes Stück Musik, das ebenso viel mystische Energie mitbringt wie der Vorgänger. Der englische Internetdienst Blueyonder erfindet mit „Folksy Pop“ mal eben ein neues Genre, der NME meint, Magnet „singe, als ob der die ganze Welt auf seinen Schultern trage“.
Es sind 13 Songs (in der Special Edition), die allesamt inspirierend sind, die berühren, erfreuen und unter die Haut gehen. Man kann die Maske fallen lassen, sich einfach fallen lassen. Magnet nimmt uns an die Hand, fängt uns auf, lädt uns ein auf eine sehr persönliche und emotionale Reise. Der Opener, zugleich erste Single, "Hold On", versprüht unglaublichen Charme und nimmt nach genau einer Minute mit wirren Synthesizer-Klängen eine erstaunliche, weil optimistische Wende. Über die trockene Ballade „Believe“, den reggae-inspirierten „All You Ask“, dem herzzerreisenden „Miss Her So“, dem groovenden „The Mute“ bis zum Gänsehaut-Song „Good Mourning“ entsteht ein ganz individueller Film in unseren Köpfen. Was auch immer vor unserem geistigen Auge entsteht - "The Tournique" ist immer ganz großes Kino.


Intensive Care
Intensive Care
Wird angeboten von Movie4U
Preis: EUR 7,19

11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eine schöne Kollektion von B-Seiten., 21. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Intensive Care (Audio CD)
“Ganz nett!“ Oh, wie ich dieses Urteil gehasst habe. Da habe ich Freunden meine Herzblut-Platten ausgeliehen und was sagen sie zu ABCs „Lexicon Of Love“, Heaven 17s „Penthouse And Pavement“ oder Style Councils „Our Favourite Shop“? „Ganz nett!“. Das heisst, sie haben die Platte gar nicht angehört und sie finden sie einfach zum Kotzen, wollen es mir aber nicht sagen, um mich nicht zu verletzten. „Intensive Care“ von Robbie Williams ist auch ganz nett. Daran ändert sein sensationeller Rekord von 100.000 in Deutschland verkauften CDs am ersten Veröffentlichungstag nichts.
Meine Erwartungen waren nach der nervtötenden Single „Tripping“ zugegebenermasser nicht sehr hoch. Der erste Track „Ghosts“ machte mir dann gleich Hoffnungen. Vom Piano begleitet singt Robbie mit aller Empathie, die er hat, „Here I stand viktorious!“ Ja, Mister Williams, ich habe Sie immer gerne siegen sehen. Sie erschienen mir bisher unbesiegbar und legen eine Virilität an den Tag, wie ich sie nur bei Boris Becker in seinen stärksten Momenten erlebte. „Ghosts“ offenbart aber gleich das Problem der CD. Denn der Song ist ganz nett! Üppig instrumentiert, unterlegt mit vollen Chören bleibt er trotzdem nicht hängen. Ganz im Gegensatz zu „Tripping“. Robbies Falsett geht mir zwar ganz gehörig auf den Geist, setzt sich aber in den Ohren fest. Dieser unbändige Wille fehlt den meisten Songs. Das Bowie-eske „Sin Sin Sin“ wirkt aufgesetzt, bei „Your Gay Friend“ drängt sich mir Klaus Lage oder gar Heinz Rudolf Kuntze auf. Zu lächerlich ist einfach das 80er Jahre-Keyboard. „Random Acts Of Kindness“ versucht verzweifelt in die Beine zu gehen und „A Place To Crash“ erinnert den geneigten Zuhörer so ziemlich an Huey Lewis & The News. Aber ich möchte nicht ungerecht sein: „Make Me Pure“, „Advertising Space“ und „Trouble With Me“ sind echte Songperlen. Und „King Of Bloke & Bird“ hätte des Zeug zum Klassiker - allein der Titel ist genial - wenn Robbie und sein neuer Kompagnon und Co-Autor Stephen Duffy nicht nach knapp 4 Minuten die Ideen ausgegangen wären und sie den Titel mit allerlei Sound-Spirenzien auf unerträgliche sechs Minuten gestreckt hätten.
Der Spiegel schrieb von einer „ambitionierten CD“, die Kollegen vom Stern attestieren Herrn Williams „Berechnung und Genialität“. Beides bringt es nicht auf den Punkt. „Intensive Care“ hat zu wenig Ideen und zu viel Produktion. Überall brüllt der Bombast, schmeicheln Streicher und rufen dutzendfach Background-Sängerinnen. Die Superhits fehlen, ebenso die einprägsamen Melodien, Mitsing-Refrains. Vor ein paar Jahren wären die meisten Songs auf einer Kollektion von B-Seiten gelandet. Die neue Robbie Williams-CD ist musikalisch nur noch eine von vielen. Nichts besonderes mehr. Ganz nett eben.


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