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Rezensionen verfasst von
Lars Nitsch (München)
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Süden und der Mann im langen schwarzen Mantel: Roman (Knaur TB)
Süden und der Mann im langen schwarzen Mantel: Roman (Knaur TB)
von Friedrich Ani
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Bewegende Zeitenwende, erzählerisch leider überfrachtet, 23. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bei diesem Süden-Roman war ich hin- und her gerissen. Einerseits markiert die Geschichte eine Zeitwende, quittiert der Ermittler doch mit diesem Buch seine Tätigkeit für die Polizei. Das Buch zeigt den Protagonisten von einer sehr nahen, verletzlichen Seite – alle Fäden kommen hier noch einmal zusammen: Der verschwundene Vater, die gestorbene Mutter, der betrauerte Kollege, vergangene Lieben, Kinder ohne Hoffnung. Und wie immer beschreibt Ani die Vergangenheit und deren Einfluss auf die Gegenwart in sehr eindrücklichen Worten, die den eigentlich eher wortkargen Süden sehr trefflich und sympatisch-melancholisch charakterisieren. Der Vermissten-Finder, dem es nicht gelingt, seinen eigenen Vater und seinen Frieden mit der Welt zu finden, das ist mal wieder das große, spannende und bewegende Thema. Soviel zur Haben-Seite.

Leider ist das Buch auf seinen knappen 180 Seiten völlig überladen. Der Todestag der Mutter, den Süden im Heimatort begeht und nebenbei rein privat die Suche nach einem verschwundenen Mädchen aufnimmt, stellt den roten Faden der Geschichte dar. Gegen Ende des Romans taucht dann noch ein weiterer, völlig unabhängiger Fall auf, den der Ermittler im Schnelldurchlauf löst und dessen erzählerischer Zweck mir nicht wirklich klar ist. Am Ende dann die überhastet niedergeschriebene Flucht aus dem bisherigen Leben – das Ganze auf mindestens drei verschiedenen Zeitebenen, sodass es manchmal äußert schwer fällt, die Geschehnisse auf Anhieb richtig einzuordnen. Keine Ahnung was Ani hier geritten hat, schreiben kann er ja eigentlich, aber der Aufbau des Romans ist schon arg an der Schmerzgrenze. Trotzdem, allein wegen des Entwicklungsschritts des (Ex-) Kommissars muss man diesen Band als Süden-Fan eigentlich gelesen haben.


Herr Lehmann
Herr Lehmann
von Sven Regener
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Buch zum Pils, 9. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Herr Lehmann (Taschenbuch)
Ich muss ja zugeben, dass ich den Film vor dem Buch gesehen habe und ihn sehr gelungen fand. Und da der Film sehr nah am Roman ist, hat mir konsequenterweise auch das Buch sehr gut gefallen. Durch das ganze Werk schwingt ein witziger Grundtenor und eine Art zu leben, die es vielleicht nur im von der Mauer eingeschlossenen Berlin Ende der Achtziger Jahre gab. Die Hauptfigur des Romans, Frank Lehmann, muss man eigentlich mögen, auch wenn er in seinem Leben nicht viel auf die Reihe bringt aber trotzdem aufrecht durch selbiges schreitet. Was nicht so mein Fall war sind die teils etwas mäandernden Sätze, mit zahlreichen Nebensätzen und diversen "dachte Herr Lehmann"-Einschüben. Mir ist da eine klare Diktion lieber, aber natürlich passt der etwas verschwurbelte Stil auch ziemlich gut zum manchmal recht verwirrten Herrn Lehmann. Ich werde mir auf jeden Fall auch die anderen Bücher der Lehmann-Trilogie ansehen.


Süden und das heimliche Leben: Roman (Knaur TB)
Süden und das heimliche Leben: Roman (Knaur TB)
von Friedrich Ani
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Süden sucht mal wieder und wird begehrt, 9. Januar 2015
Einer der jüngsten Tabor Süden-Romane, in dem der Vermissten-Sucher schon nicht mehr bei der Polizei arbeitet, sondern in einer Detektei angestellt ist. Es geht um eine verschwundene Kellnerin, deren Vergangenheit bei der Suche wie bei Ani üblich einer genaueren Revision unterzogen wird. Und dabei kommen natürlich wieder diverse menschliche Unzulänglichkeiten und Abgründe ans Licht. Wie immer ist auch dieses Süden-Buch eine schöne Mischung aus ironischen Dialogen und einer guten Portion Herzensschwere, die der sensible Süden meist mit ein paar Halben Bier bekämpft. Etwas anstrengend fand ich, dass dem Protagonisten diesmal fast alle weiblichen Nebenfiguren an die Wäsche wollen. Die Mischung aus Schwerenöterei und leichtem Bauchansatz scheint bei der Damenwelt wohl gut anzukommen.

Zum Schluss noch ein Zitat, das den typischen Süden-Slang ganz gut trifft: "Vermutlich hatte jeder Mensch ein Symbol, das ihn auszeichnete. So wie die Liebenden die Passanten daran erinnern, dass es mehr gab als Freizeit und Ärger mit den Kindern und Zoff im Betrieb und morgens aufstehen und abends schlafen gehen. Dass es etwas Federleichtes gab. Etwas, das man festhalten musste, damit man am Ende des Lebens nicht mit ausgehöhltem Herzen ins ewige Dunkel hinunterstieg." Also, festhalten bitte!


Ausgebrannt: Thriller
Ausgebrannt: Thriller
Preis: EUR 8,49

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Die Mischung aus Roman, Fachartikel und Geschichtsbuch ist leider misslungen, 20. November 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ausgebrannt: Thriller (Kindle Edition)
Ich weiß schon, warum ich dicke Wälzer nicht ausstehen kann. 'Ausgebrannt' vereint alle Schwächen, die einem das Lesen von Hunderten von Seiten so schwer machen. Da ist zum einen die doch sehr simple Sprache, die stark auf direkte Rede und darin wiederum auf Alltags-Slang setzt. Kann schon sein, dass Menschen so sprechen, aber mir hat dieser simple Stil einfach nicht gefallen. Da ist zum anderen die vor sich hin mäandernde Story, die von Wiederholungen geprägt ist. Das Öl geht aus, es wird ein Ersatz gesucht, der wird nicht gefunden, es wird ein Ersatz gesucht, der wird nicht gefunden und so weiter. Nicht zuletzt waren es mir zu viele Details - ich muss nicht bei jeder kleinsten Nebenrolle wissen, warum dies Person das und das gemacht hat und wer ihr das Wurstbrot geschmiert hat und wie das Wurstbrot schmeckt. Ich vermute einmal, der Autor will hier für szenische Stimmung sorgen, was aber leider misslingt und in grauer Langatmigkeit mündet.

Ausgebrannt krankt meiner Meinung daran, dass es irgendwie eine Mischung aus Roman und Fachartikel sein will, der sich eben die Frage stellt was passiert, wenn die Ölquellen versiegen. Diese Folgen sind von Eschbach auch ok recherchiert, bewegen sich aber von den Ideen her auch nicht unbedingt über populärwissenschaftlichen Artikeln in der Wochenzeitung. Zudem streut Eschbach seine technischen Erklärungen meist von dritter Seite aus ein - entweder läuft der Fernseher oder der Radio und der Sprecher sagt dies und das zur Ölkrise. Nicht gerade elegant. Um das Ganze nun noch verworrener zu machen, baut der Autor zusätzlich zur Romanhandlung dann auch noch Rückblicke ein, die teils nicht viel mit der Story zu tun haben. Stürzt etwa eine der Nebenpersonen mit dem Flugzeug ab, verrät uns ein kleiner Exkurs, wer sonst noch so vom Himmel gefallen ist und ob da nicht vielleicht eine Verschwörung dahintersteckt.

Ich fürchte, mit 'Ausgebrannt' als ersten Eschbach hatte ich etwas Pech, da mir viele seiner Bücher ansonsten empfohlen wurden. Insgesamt liegt hier einfach im Argen, dass das Buch beschreiben will, was uns ohne Öl erwartet. Dazwischen kommt dem Autor aber ein Roman, der nicht so recht weiß, was er mit den handelnden Personen denn nun eigentlich anstellen soll. Dass man sich zudem mit irgendeiner der Figuren identifizieren könnte, war zumindest bei mir nicht der Fall. Es gäbe noch so viel zu meckern - eigentlich wollte ich das Buch schon nach 50 Seiten weglegen. Wäre wohl besser gewesen.


Sony BDP-S4200 Blu-ray-Player (Amazon Instant Video, 3D, Internetradio, USB) schwarz
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Wird angeboten von cwshopping
Preis: EUR 79,99

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Viel Player für wenig Geld, 11. August 2014
Da mein fünf Jahre alter, eigentlich solider BluRay-Spieler von LG immer öfter Probleme beim Erkennen neuer BluRays hatte, war eine Neuanschaffung unausweichlich. Der augenscheinlichste Unterschied nach der Lieferung des S4200 war zunächst einmal die geringe Größe. Der Sony-Player könnte gut und gerne als portabel durchgehen, so klein und leicht ist das Ding. Dafür beschränkt er sich allerdings auch auf die nötigsten Anschlüsse (Strom, LAN, HDMI, Digital Audio, USB vorne). Über die pyramidenförmige Optik kann man streiten, ich halte sie weder für den großen Wurf noch finde ich sie langweilig. Einziger größerer Kritikpunkt am Äußeren ist die schwache Betriebs-LED. Ich bin nun wirklich kein Freund von grell blendenden Lämpchen, aber das On-Licht fällt dermaßen schmalbrüstig aus, dass man zumindest tagsüber kaum erkennen kann, ob der Player jetzt an oder aus ist.

Wo wir schon bei Mankos sind hier das zweite: Das Menü ist von der Optik her schon arg schlicht ausgefallen. Neue Einfachheit wäre da noch zu viel gesagt. Ich mag klare Linien und Symbole ja auch, aber das Menü sieht wirklich so aus, als wären grafische Interfaces gerade erst erfunden worden. Funktionell ist es allerdings, und man erreicht den gewünschten Punkt schnell und einigermaßen selbsterklärend. Und in Verbindung mit der App “SideView” ist man über Tablet oder Smartphone meist nur wenige Fingertipps vom Ziel entfernt. Mit der App kann man das Gerät, anders als hier von jemanden kritisiert, übrigens schon an und ausschalten (sofern der Player im Standby ist). Die Fernbedienung tut ihren Zweck, allerdings schweigt sich die Anleitung darüber aus, wie man die beiden TV-Tasten auf das eigene Gerät abstimmt. Falls hier jemand einen Tipp hat, gerne.

Was die Funktionsvielfalt angeht, kann man nur staunen: Audio, Video, diverse Internet-Apps und Zugriff auf die größten Streaming-Anbieter, wovon ich etwa Amazon Instant Video und Netflix nutze und was auch sehr gut funktioniert, fast besser steuerbar als von meiner xBox. Problemlos klappt auch die DLNA-Wiedergabe, etwa vom heimischen NAS. Die Wiedergabe vom USB-Stick oder von der Festplatte habe ich noch nicht ausprobiert, aber bei der Fülle an unterstützen Dateitypen sollte auch das kein Ding sein. Ich habe übrigens für etwas mehr Geld die DVD-Codefree-Version gekauft, und auch das funktioniert ohne Probleme. FAZIT: Für den Preis ein absolut feines, kleines Gerät, das kaum Wünsche offen lässt. Für das Profi-Heimkino sicher etwas zu unterdimensioniert, nicht zuletzt aufgrund der knappen Anschlüsse. Für den normalen Gebrauch aber schwer in Ordnung.

**Update Januar 2015**Irgendwie ist die Amazon-App auf dem Gerät nicht die stabilste – schon mehrfach kam es hier zu wiederholten Abbrüchen beim Streaming. Da ich über eine schnelle Leitung verfüge und auf diversen Tablets und am PC das Problem nicht auftritt, tippe ich mal auf eine Schwachstelle in der vorinstallierten App.


CSL - Ultra Slim Bluetooth Tastatur (Aluminium-Gehäuse) | Bluetooth 3.0 (Wireless) | Deutsches Tastatur-Layout | schwarz/silber | Layout opitmiert für Apple Produkte | Anwendung auch für PC / Android Geräte
CSL - Ultra Slim Bluetooth Tastatur (Aluminium-Gehäuse) | Bluetooth 3.0 (Wireless) | Deutsches Tastatur-Layout | schwarz/silber | Layout opitmiert für Apple Produkte | Anwendung auch für PC / Android Geräte
Wird angeboten von CSL-Computer
Preis: EUR 21,85

13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fast perfekt, nachdem nun auch die @-Taste funktioniert, 28. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rein optisch gefällt mir die Tastatur sehr gut, und dadurch dass sie genauso breit ist wie ein 10-Zoll-Tablet, passt das Keyboard gut zu meinem Nexus 10. Auch den integrierten Akku, über USB ladbar, finde ich klasse. Und mit den aufgeklebten Gumminoppen steht auch die ansonsten recht glatte Alu-Unterseite rutschfrei. Das einzige Problem: Es hat recht lange gedauert, bis ich kapiert habe, wie man die @-Taste aktiviert. Nachdem ich die externe Tastatur in den Systemeinstellungen von Android als deutsches Layout hinterlegt habe, haben fast alle Tasten funktioniert, ob Umlaute oder €-Zeichen. Nur das @, auf der Tastatur auf dem Q eingezeichnet, ließ sich durch die Tastenkombination "Rechte alt option-Taste" plus "Q" einfach nicht auf den Schirm zaubern. Nach etwas Recherche kam ich schließlich auf die Lösung: Nach jedem Anschalten und Verbinden der Tastatur sollte man zunächst die blaue "Fn"-Taste ganz unten links in Kombination mit "W" drücken. Auf der W-Taste steht nämlich noch ganz klein in blau "Android", und diese Kombi bewirkt dann, dass auch das @-Zeichen endlich funktioniert, und zwar wie es sein soll durch den Shortcut "Rechte alt option-Taste" plus "Q". Die kleine Anleitung schweigt sich über diesen entscheidenden ersten Schritt leider aus.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 11, 2015 1:49 PM MEST


The Fountains Of Paradise (S.F. MASTERWORKS) (English Edition)
The Fountains Of Paradise (S.F. MASTERWORKS) (English Edition)
Preis: EUR 6,49

3.0 von 5 Sternen Solid classic with too many side stories, 22. Januar 2014
'The Fountains of Paradise' is another classic book of Arthur C. Clarke. And again, similar to 'Rendezvous with Rama', the novel didn't captivate me as much as other classics of SF did. I can't tell the exact reason for this. But I think it has something to do with the fact that the author tries to combine so many elements in one book. At first, there is a mystic element, a sacred mountain, which brings the reader back to the ancient past. Then this mountain is the present scene for the main plot of the story – the creation of a giant space elevator. Another side story emerges with the arrival of a highly intelligent alien space probe, which casts doubt on key-concepts of humanity, e.g. religion. And finally, Clarke deals with many other small SF-topics like weather engineering, satellites and advanced medical technology. For me, especially the side story about the alien probe didn't fit in the whole thing.

I adore Arthur C. Clarke as a brilliant creator of future technologies and the possible way mankind might follow in the future. But even though his writing is skilled, some of his books tend to be something like a technical compendium and not so much a profound novel with delicately fetched characters and the other ingredients that make a fantastic novel. For me, authors like Philip K. Dick and Ray Bradbury (in most of their works) did better in creating a dense atmosphere and a compelling meta level. But don't misunderstand me – 'The Fountains of Paradise' is a very good book, bringing a lot of suspense in the end. In my opinion, the novel is one of those works of SF you shouldn't miss but which isn't a revelation either. Overall, I liked that fast read, but Clarke for sure has more interesting books in his portfolio.


Plunder of the Sun (Hard Case Crime Novels)
Plunder of the Sun (Hard Case Crime Novels)
von David Dodge
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,30

4.0 von 5 Sternen Indiana Jones meets Pulp Crime, 22. Januar 2014
'Plunder of the Sun' is all about the race for a hidden Inca treasure and takes the reader to several places in South America. I really liked this fast read – in my opinion, David Dodge combines all the virtues needed for a thrilling and entertaining crime story: He has a descriptive narrative style which is precise and not too abundant; nevertheless, he manages to sketch a very atmospheric picture of the main settings and most of the characters. And finally, there is a good amount of suspense and some hinted romance. It's a minor flaw that the protagonist is kind of a blank page. All you get to know is that he is a smart, patronizing guy who is almost too good, bringing the character close to inconspicuousness. But that doesn't impair the story much. I really liked the classical and prudent finish of the novel – in the end, it's all about the life of two people and not so much about finding a treasure.


Die Tür (Die Damalstür) - Sonderedition
Die Tür (Die Damalstür) - Sonderedition
Preis: EUR 4,40

4.0 von 5 Sternen Mystery meets Drama - gut gemacht!, 22. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Da ich mich für Katzen nicht so recht begeistern kann und demzufolge nie in Versuchung geriet, die bekannten Felidae-Romane zu lesen, war "Die Damalstür" mein erstes Buch von Akif Pirinçci. Und ich muss sagen: Hut ab. Das Werk ist spannend, gut geschrieben und emotional fesselnd. Den Roman zu klassifizieren, fällt allerdings schwer, handelt es sich doch um eine recht ungewöhnliche Mischung aus Mystery-Thriller und Drama um Liebe, Leben und Tod. Damit einher geht denn auch meine Kritik, dass der Autor die dramatische Komponente zugunsten des gefälligen Horror-Krimis etwas vernachlässigt hat. Das große Thema des Buchs ist ja die unwiederbringliche Vergangenheit, und Pirinçci gelingt es hervorragend, diesen Verlust eingängig und bewegend zu zeichnen. Jedes Mal, wenn er sich auf dieses Drama konzentriert, schwappt jedoch die (nicht wirklich schlechte) Grusel-Komponente wieder in den Vordergrund und blockiert so sowohl eine Vertiefung der Verlust-Thematik als auch eine noch feinere Skizzierung der Hauptfiguren.

Mit dem Protagonisten habe ich mir sowieso etwas schwer getan. Der Maler Seichem ist ein ziemlich egozentrischer und selbstmitleidiger Typ, mit dem zumindest ich kaum sympathisieren konnte. Von anderen Menschen hält die Hauptfigur nicht viel, und manchmal hatte ich den Eindruck, auch der Autor selbst ist nicht unbedingt ein Menschenfreund – zu groß sind die Lästereinen über Öko-Nachbarn, Möchtegern-Kunstkenner, ja eigentlich jeden Zweibeiner im Umfeld der Hauptfiguren. Zuletzt hat mich etwas gestört, dass die Sprache ob der gruseligen Vorkommnisse manchmal zu locker-flockig wirkt und auch die mehr als geschliffenen Dialoge etwas Gestelztes haben. Damit will ich meine Meckereien aber auch beenden, denn insgesamt hat mich "Die Damalstür" sehr gut unterhalten und auch bewegt. Gerade in der Auflösung am Schluss stellt der Autor wieder die menschliche Komponente in den Vordergrund, und da musste ich schon die eine oder andere Träne verdrücken.


The Burning Soul: A Charlie Parker Thriller
The Burning Soul: A Charlie Parker Thriller
Preis: EUR 5,88

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Connolly goes hardboiled, 22. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Like 'The Whisperers' before, also this tenth Charlie Parker novel didn't meet my high expectations. It's good, but not as catchy as many other books of the series. Again, it makes the impression that Connolly wanted to experiment a little - the result is some kind of hardboiled crime story where organized crime and child abduction meet. The author seemed to practice in the fields of disguise, and after many twists and turns, the end is quite surprising and some kind of over-hasty. In retrospect, many elements of the book make sense when you know the ending, but that makes the novel a bit too artificial. To be honest, I prefer when Connolly goes through his narrations (and he still is a very good narrator) in a straightforward way. The fact that the supernatural elements are quite rare this time and that Angel and Louis quite unusually remain really silent, makes it a rather colorless Parker novel. OK if you are a fan, but nothing special.


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