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Rezensionen verfasst von
Tobias Zeitler "dwight_cox" (Regensburg)
(REAL NAME)   

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Mama [Blu-ray]
Mama [Blu-ray]
DVD ~ Jessica Chastain
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rabenschwarze Schauermär, die garantiert nichts für schwache Nerven ist, 15. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Mama [Blu-ray] (Blu-ray)
Die Schwestern Victoria und Lilly wurden vor fünf Jahren von ihrem Vater, der seither spurlos verschwunden ist, im Wald ausgesetzt. Unter Beobachtung des Verhaltensforschers Dr. Dreyfuss sind sie nun zurück in der Obhut ihres Onkels Lucas. Während dieser sich über die Rückkehr seiner Nichten freut, wird es seiner Freundin Annabel immer unbehaglicher zumute. Die beiden erzählen immer wieder von "Mama", einem Wesen, das sie während ihrer Zeit in der Waldhütte betreut hat. Während sich Lucas aufmacht, die Wahrheit hinter der Hütte zu entschlüsseln, hat Annabel allein Sorge für die beiden Kinder zu tragen. Bald ist "Mama" zurück, um ihre Kinder zurückzuholen, koste es was es wolle...

Der Film, der auf einem gleichnamigen, spanischen Kurzfilm beruht (der sich lobenswerterweise auch unter der Bonusausstattung findet), ist größtenteils in sehr düsteren und kalten Farben gehalten, was die bedrohliche, teils unterschwellige Schaueratmosphäre ebenso unterstreicht wie die sehr gekonnt eingesetzten Musikeffekte, die einen oft erschrocken zusammenfahren lassen. Knarzendes Gebälk, kriechende Schatten und die oft beängstigend unheimlich dreinblickenden Kinderdarstellerinnen strapazieren die Nerven des Zuschauers noch zusätzlich. Als schwarz gefärbtes, kurzhaariges Rockerchick ist Jessica Chastain in der Rolle der Annabel zunächst kaum wieder zu erkennen, vermag in "Mama" aber ebenso zu überzeugen wie in ihrer viel gerühmten Rolle der Celia in "The Help". Allzu zart besaitet sollte man nicht sein, denn "Mama" ist ein düsterer, sehr spannender Grusler, der streckenweise sehr stark an den Nerven des geneigten Zuschauers zerrt, und das Spannungslevel bis zuletzt hoch hält.

Zur Ausstattung der Blu-ray:

Wie für Universal-Veröffentlichungen üblich, finden sich sieben Sprachfassungen (neben den obligatorischen in Deutsch und Englisch u.a. auch in Französisch und Spanisch sowie eine englische Sprachfassung speziell für Blinde) sowie insgesamt 14 Untertiteloptionen (neben Englisch und Deutsch auch einige "Exotischere" wie Arabisch, Finnisch, Dänisch, Portugiesisch und Norwegisch).

Der Ton und das Bild sind fantastisch und geben keinerlei Grund zu Beanstandungen.

Als Extras finden sich der Originalkurzfilm mit Einleitung durch Produzent Guillermo del Toro und wahlweise Kommentar von den Machern Andy und Barbara Muschietti, Geschnittene Szenen (einzeln anwählbar, ebenfalls wahlweise kommentiert von den Muschiettis), ein Audiokommentar von den Muschiettis, ein ca. 10-minütiges Making Of namens "The Birth of Mama" (das sich vor allem auf den Vergleich zwischen dem Kurz- und dem Kinofilm konzentriert) sowie dem Feature "Matriarchal Secrets" (6 Min.), das sich speziell mit den Visuellen Effekten beschäftigt (wo man etwa erfährt, dass Mamas Optik einem Porträt Modiglianis nachempfunden ist). Die Bonussektion ist insgesamt nicht allzu umfangreich, überzeugt aber durch Qualität.

Fazit: "Mama" ist eine nervenaufreibende Schauermär im düster-morbiden Look, die gerade auf Blu-ray ein absoluter Hochgenuss ist. Nicht nur für Halloween durchaus sehenswert.


The Place Beyond the Pines [Blu-ray]
The Place Beyond the Pines [Blu-ray]
DVD ~ Ryan Gosling
Preis: EUR 14,99

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Packendes Thrillermelodram um Väter, Söhne und schwerwiegende Entscheidungen, 15. November 2013
Das Thrillermelodram "The Place Beyond the Pines" erzählt die Geschichte zweier Männer, die sich vor 15 Jahren im New Yorker Städtchen Schenectady unter ungewöhnlichen Umständen treffen und deren Lebensweg sich im Bruchteil einer Sekunde entscheidet. Der eine ist Luke "Handsome" Granton, ein ehemaliger Motoradstuntfahrer vom Rummel, der, um sich um seinen Sohn Jason und seine verflossene Kurzzeitaffäre Romina kümmern zu können, auf die schiefe Bahn gerät. Der andere Cross Avery, ein aufstrebender junger Streifenpolizist und frischgebackener Familienvater, der so schnell wie möglich nach oben will, dabei aber nicht seine Integrität verlieren will. In drei nahtlos ineinanderfließenden Teilen, die sich über eine Zeitspanne von 15 Jahren erstrecken, rückt der Film zunächst je einen der beiden Väter in den Vordergrund, um im Schlussakt die beiden Söhne aufeinander prallen zu lassen.

Von Anfang an nimmt einen "The Place Beyond the Pines" gefangen und lässt trotz der dichten Erzählweise und einer Laufzeit von fast zweieinhalb Stunden kaum Längen aufkommen. Einen großen Teil dazu tragen die herausragenden Schauspielerleistungen bei. Nach dem oscarprämierten "Silver Linings" und dem Cyberthriller "Ohne Limit" zeigt sich "Hangover"-Grinsegesicht Bradley Cooper erneut in einer anspruchsvollen Rolle und meistert auch diese überzeugend (auch wenn man ihm laut Drehbuch sein Alter als 29-jähriger Jungcop nicht so ganz abnimmt). Obwohl sich Cooper keine Blöße gibt, so stellt ihn Ryan Gosling als von Kopf bis Fuß tätowierter Ex-Stuntfahrer, der endlich erwachsen werden und für Frau und Kind sorgen will, vollends mit seiner ungeheuerlichen Leinwandpräsenz in den Schatten. Cooper und Gosling tragen den Film und überstrahlen den übrigen Cast, der mit Ray Liotta, Rose Byrne und Eva Mendes ebenfalls recht prominent besetzt ist.

Zur Ausstattung der blauen Scheibe:

Neben der deutschen Synchronfassung findet sich auch die englische Originalfassung (die allerdings teils recht genuschelt und damit manchmal nicht ganz leicht verständlich ist, was aber wohl dem Setting geschuldet ist und somit auch in Ordnung geht). Was mir leider wieder einmal sehr sauer aufgestoßen ist, ist, dass es lediglich deutsche Untertitel gibt (die aber immerhin optional sind). Gerade bei einer derartig aktuellen Produktion hätten auch englische Untertitel mit an Bord sein MÜSSEN.

Bild und Ton sind in Ordnung.

Die Bonusausstattung ist nicht sonderlich spektakulär, insgesamt aber in Ordnung: neben vier geschnittenen Szenen (ca. 10 Min., laufen direkt hintereinander und sind nicht einzeln anwählbar), einem Interview mit Regisseur Derek Cianfrance (ca. 9 Min.) und einem sehr kurzen Featurette über die Entstehung des Films (ca. 4 min, dessen spannendste Erkenntnis ist, dass Ryan Gosling schon immer mal eine Bank mit dem Motorrad überfallen wollte) findet sich noch ein etwas längeres und überraschenderweise deutsch synchronisiertes Making Of (knapp 10 min.). Abgerundet wird das Bonuspaket mit dem Original-Filmtrailer in deutsch und englisch sowie acht weiteren Trailern ("Das hält kein Jahr" sowie "Das Glück der großen Dinge" laufen als Trailershow vor dem Hauptfilm, die restlichen, darunter "The Paperboy" und "Million Dollar Baby", finden sich einzeln anwählbar in der Bonusausstattung).

Alles in allem ist "The Place Beyond the Pines" ein fesselnder Film, der trotz Überlänge meistens gut unterhält. Schade, dass es wieder mal nur deutsche Untertitel gibt, weshalb ich der Blu-Ray auch nur gut gemeinte 4 Sterne geben kann.


Denn bitter ist der Tod: Inspector Lynleys 5. Fall
Denn bitter ist der Tod: Inspector Lynleys 5. Fall
von Elizabeth George
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Komplexer, sehr emotionaler Cambridgekrimi, 15. November 2013
Als die junge Elena Weaver, einzige Tochter des renommierten Geschichtsprofessors Anthony Weaver, beim morgendlichen Jogginglauf brutal ermordet wird, steht ganz Cambridge Kopf. Inspector Linley und Sergeant Havers übernehmen die Ermittlungen an der berühmten englischen Universität, nicht ahnend, was der neblige November noch alles für sie bereit hält...

"Denn bitter ist der Tod" (der weniger blumige Originaltitel "For the Sake of Elena" stellte das Opfer in den Fokus und besticht durch mehr Doppelbödigkeit) ist ein früher Fall des von Elizabeth George erdachten, aus unterschiedlichen sozialen Schichten stammenden Ermittlergespanns Thomas Linley und Barbara Havers - und definitiv ein Highlight. Angesiedelt an der noblen und weltweit angesehenen Universität Cambridge und im trüben, nebligen November entspinnt George einen vertrackten Kriminalfall, der zunächst offensichtlich scheint, sich bald aber als sehr komplex entpuppt und den Leser wie einen Jagdhund einer der mannigfach gelegten Fährten nach der anderen folgen lässt. Das recht unterhaltsame Krimipuzzle wird angereichert mit vielen sozialkritischen Themen. So werden etwa verschiedene Familienentwürfe ausgelotet - der wiederverheiratete Mann, der durch seine Tochter mit seiner nie geliebten Exfrau verbunden ist; die mehrfache Mutter, die ihre Karriere für die Familie opfert - und daran zerbricht oder ehemals gute Freunde, die längst zu Liebenden geworden sind, es sich allerdings nicht eingestehen wollen. Weitere leitmotivische Themen sind der (richtige) Umgang mit Anderssein (exemplarisch dargestellt anhand der Welt der Gehörlosen), verschiedene Kunstrichtungen (Malerei, Musik, Subkulturen) sowie Havers' schmerzliche Entscheidung über die Versorgung ihrer dementen Mutter, die sie nicht mehr länger alleine garantieren kann.

Alles in allem ist "Denn bitter ist der Tod" ein literarisch durchaus interessanter Kriminalroman mit ungewöhnlichem Setting und viel auch emotionaler Sprengkraft (Untreue, Rache, unerfüllte Liebe, um nur einige zu nennen), der durchwegs fesselt und bestens unterhält. Nicht nur als spannende Lektüre an nebligen Novemberabenden sehr zu empfehlen.


Pretty Little Liars - Die komplette erste Staffel [5 DVDs]
Pretty Little Liars - Die komplette erste Staffel [5 DVDs]
DVD ~ Lucy Hale
Preis: EUR 12,73

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wendungsreiches, unterhaltsames Guilty Pleasure, 15. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die fünf Highschoolgrazien Alison, Aria, Spencer, Emily und Hanna sind unzertrennlich - bis Alison spurlos verschwindet. Ein Jahr später haben sich die vier nichts mehr zu sagen - bis Alison überraschend wieder auftaucht - ermordet. Spencer und Co. haben kaum Zeit zur Trauer, denn der mysteriöse A. heftet sich bald an ihre Fersen - und droht, so manches gut behütete Geheimnis zu lüften. Die vier Grazien setzen nun alles daran, Alisons Mörder zu finden und zu verhindern, dass A. enthüllt, was besser nie das Licht der Welt erblicken sollte...

In den USA geht "Pretty Little Liars", das mehr oder weniger lose auf einer Romanreihe von Sara Shepard basiert, mittlerweile in die fünfte Runde, bei uns in Deutschland ist es immer noch eher ein Geheimtipp. So hatte ich auch trotz der großspurigen Ankündigungen der DVD-Hülle ("Willkommen zu ihrer nächsten Sucht") nicht unbedingt große Erwartungen, wurde aber dennoch nicht enttäuscht. Der Einstieg in das fiktive Städtchen Rosewood fiel für mich vor allem in der Pilotepisode nicht ganz leicht: die Mädels - und noch schlimmer die männlichen und durch die Bank austauschbaren Darsteller (mit Ausnahme von Toby-Darsteller Keegan Allen, der wirklich angenehm heraussticht) - wirkten einfach zu perfekt und glatt, die Musik durchaus passend (vor allem der Titelsong "Secrets" von The Pierces ist ein echter Ohrwurm), aber eine Spur zu hip und laut für manche Szene und der Plot war ebenfalls teils sehr vorhersehbar (ich sage nur Aria und Ezra). Was zunächst aber nur wenig prickelt und bestenfalls bedingt mitreißt, entwickelt nach und nach eine regelrechte Sogwirkung und lässt einen schließlich eine Folge nach der anderen regelrecht verschlingen. Schuld daran sind zum einen die breit gestreute Themenwahl - von Mobbing, Homosexualität und Erpressung über Veruntreuung und Ehebruch bis hin zu Mord und Verrat (um nur einige zu nennen) - und die wirklich toll aufspielenden Schauspielerinnen, die die ihnen entgegengebrachten Sym- und Antipathien immer wieder wechseln lassen - hier stechen besonders "Spencer"-Darstellerin Troian Belissario (wow, was für Name :)) und die unglaublich süße Ashley Benson (die sich in "Spring Breakers" von einer ganz anderen Seite zeigte) heraus -, aber auch die zahlreichen unerwarteten Wendungen und viele Hinweise und Details, die permanent eingestreut werden und den Zuschauer wiederholt überraschen und aufs Neue miträtseln lassen. Nach zweiundzwanzig Episoden ist dann aber erst mal Schluss - und dank eines großen Cliffhangers und zahlreicher noch ungelöster Handlungsfäden auch ein guter Grundstein für die nächste Staffel(n) gelegt.

Noch kurz ein paar Worte zur Ausstattung der 5-DVD-Box:

Die Sprach- und Untertitelauswahl ist gelungen: Neben dem englischen O-Ton (in Dolby-Digital 5.1) findet sich noch die deutsche Sprachfassung (allerdings nur in Dolby Digital 2.0) sowie zuschaltbare Untertitel in Deutsch, Englisch sowie Türkisch.

Die Sonderausstattung lässt sich auf den ersten Blick ebenfalls nicht lumpen, bietet aber nur zum Teil einen echten Mehrwert: während auf den ersten vier Scheiben zu ausgewählten Episoden geschnittene Szenen (jeweils problemlos untertitelbar) vorliegen, finden sich die übrigen Specials auf der fünften Scheibe: während ein 17-minütiges Making Of (das nicht nur die Castings oder die Kostümausstattung beleuchtet, sondern auch einen Vergleich zwischen der Romanvorlage und der Serie zieht, bei der auch Sara Shepard zu Wort kommt), durchaus spannende Ansätze liefert, und mit "Two Truths & A Lie" ein nettes Gimmick vorliegt, in dem jede der vier Hauptdarstellerinnen drei Behauptungen aufstellt, wobei nur zwei der Wahrheit entsprechen (was unterhält und Spaß beim Raten bringt, ca. 6 Min.), begeistern weder das wirklich überflüssige Filmchen "Lucy verrät ein Geheimnis" (ein reiner, nicht mal eine Minute dauernder Promo-Clip für Lucy Hales neuen Film "The next A Cinderella Story"), noch "Little Secrets from the Set", in dem "Emily"-Darstellerin Shay Mitchell einen Blick hinter die Kulissen wirft (die ca. 8 Min. sind wenig ergiebig, man erfährt außer einer Geburtstagsüberraschung für Ashley Benson nur, dass alles "awesome" und "cute" ist). Erwähnenswert ist noch der (zumindest in der Erstauflage) beigelegte Episodenguide (wobei sich aber unangenehme Fehler à la "als die Wände DEN schreienden Spencer zu erdrücken drohen" eingeschlichen haben) sowie das Fehlen eines Wendecovers.

Insgesamt ist die erste Staffel von "Pretty Little Liars" ein durchaus unterhaltsames Guilty Pleasure, das dank zahlreicher Wendungen und einem durchaus gelungenen Cast - zu dem neben den tollen Jungdarstellerinnen auch die ehemalige "Charmed"-Hexe Holly Marie Combs sowie "Melrose Place"-Star Laura Leighton zählen, wirklich Spaß macht und nicht nur Teeniegirls zu fesseln vermag. Wer also das Ende von "Desperate Housewives" immer noch bedauert oder einfach nur auf der Suche nach einer zwar recht oberflächlichen, aber dennoch fesselnden Serie ist, dem sei "Pretty Little Liars" durchaus empfohlen.


Verliebte Mäuse singen: Unnützes Wissen aus dem Reich der Tiere
Verliebte Mäuse singen: Unnützes Wissen aus dem Reich der Tiere
von John Lloyd
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Untertitel lügt - äußerst skurril, informativ und spannend, 1. November 2013
Schon als Kind war ich begeistert von Tierbüchern und habe nahezu jedes verschlungen, das mir damals in die Hände gekommen ist. Heute hat diese Leidenschaft etwas nachgelassen, aber das wirklich lustige Cover und die per Klappentext versprochene "Lesesafari der Extraklasse" haben mich dann doch neugierig gemacht auf das kleine Taschenbuch. Und um es gleich vorwegzunehmen: "Verliebte Mäuse singen - Unnützes Wissen aus dem Reich der Tiere" - überrascht und begeistert von der ersten bis zur letzten Seite.
Statt einer starren, trockenen Abhandlung verschiedener Tiere präsentieren John Lloyd und John Mitchinson 100 alphabetisch sortierte Tierporträts von Aal bis Zikade, die vor Ideenreichtum nur so strotzen und auf jeden Erdenbewohner ein ganz neues Licht werfen. Dabei werden nicht nur des Menschen beste Freunde (Haustiere wie Hund, Katze, Schaf, Schwein, Frettchen oder Pferd) und allseits beliebte Tierchen wie Koala, Igel, Elefant und Giraffe vorgestellt, sondern auch eher unbekannte, dafür aber umso aufregendere Kreaturen wie Axolotl, Hoatzin, Schnabeltier, Binturong oder Bärtierchen. Dabei belassen es die beiden Autoren nicht bei banalen Fakten, sondern geben oft mit feinem Witz durchwobene Details preis, die mal verblüffen, mal überraschen, aber immer sehr interessant zu entdecken sind: Als kleine Kostprobe dienen hier etwa das bizarre (Sexual-)Verhalten der Anglerfische, die spontanen Geschlechtsumwandlungen bei Fossaweibchen, die jungfräuliche Zeugung der Komodowarane oder die völlige Elastizität der Kraken. Die an sich schon äußerst spannenden Portraits werden noch abgerundet durch Zitate berühmter Persönlichkeiten und Anekdoten zu jedem Tier sowie vielen Illustrationen, die teils bestimmte Eigenheiten der Tiere veranschaulichen, teils aber auch nur als cartoonhafte Parodie fungieren. Ein besonderes Schmankerl stellen die Untertitelungen der Steckbriefe zu jedem Tier dar, die bereits unbedingt Lust auf mehr machen: Freunde von Alliterationen ("Worldwide Webmaster", "Ein sich schlängelnder Schlingel", "Sexgott auf Sprungfedern", "Ein bissiges Barometer") kommen dabei ebenso auf ihre Kosten wie Rätselfreunde - oder wüssten Sie spontan welche Kreaturen sich hinter Beschreibungen wie "Ein Riesenhamster auf Zehenspitzen", "Die unterschätzte Seherin", "Fluoreszierender Mörder" oder "Heiliger Tannenzapfen" verbergen?
Das äußerst unterhaltsame, mit viel Witz verfasste, aber zugleich auch lehrreiche Buch von Lloyd und Mitchinson liefert die Antwort auf diese und viele weitere Fragen, deren man sich vorher oft nicht bewusst war, sie überhaupt gestellt zu haben, die aber durchaus wissenswert sind und einen immer wieder dazu animieren, das Buch in die Hand zu nehmen und in die Wunderwelt der Tiere einzutauchen. Ein wirklich tolles Buch, das nicht nur Tierfreunden Spaß machen dürfte, sondern jedem zu empfehlen ist, der einfach gerne mal etwas weiter über den Tellerrand schauen und Tiere von einer ganz anderen, neuen und unerwarteten Seite kennen lernen möchte.


105 Labelsampler
105 Labelsampler
Preis: EUR 9,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abwechslungsreicher Deutschpopsampler, der gute Laune versprüht und sehr hörenswert ist, 11. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: 105 Labelsampler (MP3-Download)
Die monatlich wechselnden MP3-Gratis-Sampler bei Amazon sind eigentlich fast immer eine Entdeckung wert. Da ich zwischendurch gerne auch mal deutsche Musik höre und schon länger mal was von Ina Müller und Anna Depenbusch ausprobieren wollte, gönnte ich mir den "105 Labelsampler" - und habe es nicht bereut. Hier gibt es wirklich eine große Bandbreite an deutscher Musik zu entdecken, was gerade deshalb spannend ist, da mehrere Künstler gleich mit zwei Songs vertreten sind und man so quasi auch innerhalb des Schaffens eines Künstlers vergleichen kann.

Der Sampler dürfte wirklich für jeden Geschmack etwas bieten: Von jazzig angehauchten deutschen Coverversionen englischer Originalhits (Stefan Gwildis' Interpretation "Allem Anschein nach bist du's" von "Ain't No Sunshine" sowie "Schieß mich doch zum Mond" als deutsche Version von "Fly Me To The Moon" von der NDR Big Band) über countrylastige Songs (Frank Ramond mit dem mit Augenzwinkern vorgetragenen "Sie hat's ihren Freundinnen erzählt" sowie Frank Meyers melancholischeres "Noch früher mal") bis hin zu dramatischen Balladen (das bombastische, von Melancholie durchzogene "Haut" von der inzwischen leider schon wieder aufgelösten Band Ruben Cossani erinnert stark an Echts Überflieger "Du trägst keine Liebe in Dir" und dem bittersüßen "Kommando Untergang" der faszinierenden Anna Depenbusch) und völlig überraschenden, herrlich anderen Nummern (hier stechen vor allem die Nummern von Konrad Wissmann, einem ehemaligen Bandmitglied von Ruben Cossani, hervor, die mit Tempowechseln und netten Ideen aufwarten und mein heimliches Juwel "Tim liebt Tina" von Anna Depenbusch - ein etwas anderes Liebeslied, bei dem selbst das berüchtigte F-Wort wie ein Liebesschwur klingt und das trotz der Leichtigkeit der Melodie nur so vor Sarkasmus strotzt). Gekrönt wird das Ganze durch zwei (trotz der eher ernsten Thematik) Gute Laune versprühenden Klassiker von Annett Louisan (ihre Debütsingle "Das Spiel" sowie "Drück die 1") sowie zwei überaus charmante Lieder von Ina Müller, wobei vor allem das herzerfrischende "Bye Bye Arschgeweih" toll ist und einfach Spaß macht.

Insgesamt eine grandiose, abwechslungsreiche Mischung, der man durchgehend lauschen kann und die eine willkommene Chance ist, vielleicht noch unbekannte, neue deutschsprachige Musik für sich zu entdecken. Neben der unverwechselbaren Annett Louisan und der umwerfend charmanten Ina Müller sticht für mich gerade die wandelbare Anna Depenbusch hervor und macht geradezu Lust auf mehr. Wer gerne qualitativ hochwertigen Deutschpop hört, der sollte sich diesen schönen Gratis-Sampler nicht entgehen lassen.


Robot & Frank - Zwei diebische Komplizen [Blu-ray]
Robot & Frank - Zwei diebische Komplizen [Blu-ray]
DVD ~ Frank Langella
Wird angeboten von tvhits
Preis: EUR 13,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unterhaltsame, kleine SciFi-Komödie auf einer eher durchschnittlichen Blu-Ray, 11. Oktober 2013
Cold Spring, New York, in nicht allzu ferner Zukunft. Während seine Tochter Madison Weld (Liv Tyler, Arwen aus "Der Herr der Ringe") durch Turkmenistan reist und Sohn Hunter (James Marsden, "X-Men", "Verwünscht") sich um seine Kinder kümmert, lebt der geschiedene, eigenbrötlerische und an Demenz erkrankte Rentner Frank (Frank Langella, "Frost/Nixon") allein in einem Haus im Wald. Da Frank aber sowohl körperlich als auch geistig immer weiter abzubauen scheint und Hunter sich an den Wochenenden endlich wieder mehr um seine junge Familie kümmern will, stellt er seinem Vater kurzerhand einen modernen Roboter als helfende Hand zur Seite. Dieser ist zunächst wenig angetan von seinem maschinellen Begleiter, entdeckt bald aber ganz neue Möglichkeiten an ihm. Während der namenlose Roboter Frank zur Verbesserung seiner Gesundheit einen Garten anlegen lassen will, plant der ehemalige Kleinkriminelle den großen Coup: er will das neureiche Yuppiepaar von nebenan bestehlen und der Roboter soll Franks diebischer Komplize werden...

"Robot & Frank" ist ein kleiner, feiner Film, der zwar in naher Zukunft spielt, aber dennoch durch und durch geerdet und ja, realistisch wirkt. Die präsentierte Zukunft unterscheidet sich kaum von heute - einziger Unterschied scheint die Omnipräsenz von Videotelefonie und die alltägliche Anwesenheit der Roboter zu sein, wobei vor allem der Bibliotheksroboter Mr. Darcy ein netter Einfall ist. Im Zentrum des Filmes steht der an Altersdemenz erkrankte Frank, äußerst sympathisch von Frank Langella dargestellt, und seine nicht immer einfachen zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei überzeugt die zarte Liebelei mit Bibliothekarin Jennifer (Susan Sarandon) ebenso wie die nach und nach entstehende Freundschaft zwischen Frank und dem anfangs ungeliebten Roboter. All dies erzählt der Film in einer ruhigen, unaufgeregten Weise und mit einer Prise leisen Humors, was gute, angenehme Unterhaltung liefert.

Während es über Bild (das manchmal zwar etwas sehr weichgezeichnet wirkt, aber dennoch durchgehend in Ordnung ist) und Ton der blauen Scheibe an sich nichts zu meckern gibt, ist die übrige Ausstattung der Blu-Ray allerdings ein enttäuschender Reinfall: dass es neben der englischen Originalversion nur die deutsche Sprachfassung gibt, ist für eine Indie-Produktion ausreichend; dass allerdings nur deutsche Untertitel vorhanden sind, ist dann doch gerade für einen derartig aktuellen Film einfach schlichtweg inakzeptabel und ein echtes Ärgernis.

Auch die Sonderausstattung ist ziemlich mau ausgefallen: neben dem Original-Filmtrailer und vier weiteren Filmtipps ("The King's Speech", "Blue Valentine", "In guten Händen", "Kochen ist Chefsache") finden sich lediglich OnlineSpecials (die ich allerdings nicht angesehen habe).

Insgesamt hätte der Film wohl eine Wertung von 3,5 (mit Tendenz zu 4) verdient gehabt, aufgrund der etwas spärlichen Blu-Ray-Ausstattung und der fehlenden englischen Untertitel gibt es dann aber doch nur drei Sterne für das Gesamtpaket.


Gold Dust [+digital booklet]
Gold Dust [+digital booklet]
Preis: EUR 8,49

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 14 Hits in neuem Orchestergewand - recht gut hörbar, aber kein großer Wurf (mehr), 5. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gold Dust [+digital booklet] (MP3-Download)
Im Vorwort des recht stimmungsvoll gestalteten Booklets zu ihrem mittlerweile dreizehnten Album enthüllt Tori, dass es eigentlich schon immer ihr Traum war, ihre (Song) Girls eines Tages im Orchestergewand erstrahlen zu lassen. Diesen Traum hat sie sich nun unter tatkräftiger Unterstützung des niederländischen Metropole Orkests erfüllt und präsentiert auf "Gold Dust" 14 Songs aus zwei Dekaden künstlerischen Schaffens. Dass Tori es versteht, selbst perfekt geglaubte Songs in immer wieder überraschende, neue Gewänder zu packen, hat sie schon mehrfach bewiesen, etwa bei der "Dakota Version" von "Hey Jupiter", der Live-Version von "Sugar" auf "To Venus and Back" oder der überarbeiteten Version von "Mary" auf "Tales of a Librarian". Dementsprechend neugierig und voller Vorfreude habe ich nun auch "Gold Dust" gehört, allerdings ist das Ergebnis leider nicht ganz so glanzvoll und überwältigend ausgefallen wie zu erwarten gewesen wäre.

Das Album liefert mit dem Opener "Flavor" gleich das Highlight der Platte. Intensiver und mitreißender als das Original von "Abnormally Attracted to Sin", ein Genuss für die Ohren und eine Möglichkeit den Song nochmal ganz neu zu entdecken. Auch der Nachfolger "Yes, Anastasia" ist geglückt - obwohl nur knapp halb so lang wie auf "Under the Pink", hab ich erst durch diese Neuinterpretation Zugang zu der weitaus sperrigeren Originalversion gefunden. Was viel versprechend angefangen hat, lässt dann leider schnell nach. Weder "Jackie's Strength" (das nun wirklich immer und überall dabei sein muss und dem ich langsam wirklich etwas überdrüssig werde) noch das Titel gebende "Gold Dust" (mit einigen neuen Hintergrundgeräuschen und deutlicherem Backgroundchor als auf "Scarlet's Walk") reißen vom Hocker, da die Modernisierungen äußerst dezent sind, tun aber auch nicht weh. Ganz schlimm getroffen hat es aber das zarte "Cloud on my Tongue" von "Under the Pink" sowie "Precious Things" von "Little Earthquakes", die deutlich an Qualität eingebüßt haben. War im ersten der "Circles"-Part stets am bewegendsten, ist er hier nur ein laues Lüftchen. Die Naturgewalt und Wucht, die "Precious Things" einst auszeichnete, fehlt nun fast völlig - und taucht erst - und dann auch nur ansatzweise - im Finale wieder auf. So geht das dann größtenteils weiter - während die neue Orchesteruntermalung etwa zum Weihnachtssong "Star of Wonder" (ursprünglich auf "Midwinter Graces") recht gut passt und auch dem ursprünglich sehr sperrigen "Marianne" (von "Boys for Pele") einen frischen, zugänglicheren Anstrich verleiht, verlieren manche von Toris Girls in der neuen Version dann doch - hier stechen vor allem das verspielte "Programmable Soda" (von "American Doll Posse") mit unnötigen neuen Spielereien und "Snow Cherries from France" (von "Tales of a Librarian") eher negativ heraus, dessen bittersüße und von mir so geliebte Leichtigkeit der Originalversion hier fast gänzlich verschwunden ist. "Winter" und "Flying Dutchman", das es nun doch endlich auch auf ein reguläres Tori-Album geschafft hat, nachdem es in letzter Minute von "Little Earthquakes" gekickt wurde, zählen schon immer zu meinen Favoriten - und vermögen auch in ihrer - meist nur sehr dezenten und subtilen - Neuinterpretation zu überzeugen. "Silent all these Years" (ebenfalls vom Debütalbum) und "Girl Disappearing" (von "American Doll Posse") lassen das ganze Experiment unaufgeregt zu Ende ausklingen.

Mag das alles jetzt auch ziemlich schlecht und enttäuscht klingen, so ist "Gold Dust" insgesamt dennoch eine gelungene Zusammenstellung von Toris persönlichen Lieblingsliedern, die man recht gut durchhören kann, bei der man insgesamt aber die ungeheure Wucht und Faszination früherer Werke deutlich vermisst. Für mich als alten Tori-Anhänger, der alle ihre bisherigen Alben sowie zahlreiche Singles im Schrank stehen hat, das erste Album, das ich nur als Download erworben habe, wobei es aber wohl auch bleiben wird. Leider kein unbedingtes Muss für die Sammlung...


Leopard: Harry Holes achter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi)
Leopard: Harry Holes achter Fall (Ein Harry-Hole-Krimi)
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Beinharter, spannender Thriller mit einem Hauch von "Saw" - Nervenkitzel pur, 15. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Leopard" war der erste Fall des norwegischen Ermittlers Harry Hole aus der Feder von Jo Nesbo, den ich gelesen habe - und es wird garantiert nicht der letzte gewesen sein. Was Nesbo hiermit liefert, ist garantiert nichts für Zartbesaitete, allerdings reißt es von Anfang an mit und fesselt bis zum nervenzerrenden Showdown.
Die Auftaktszene erinnert stark an eine Gewaltfantasie, die direkt einem der "Saw"-Teile entsprungen zu sein scheint - und den Ton angibt. Denn zwischen verschneiten Skihütten in Norwegens Wildnis, dem schwülen Urwald des Kongos und der flirrenden Unterwelt Hongkongs pendelnd, legt ein unheimlicher Killer eine Blutspur des Grauens - und lässt die ermittelnden Beamten völlig im Dunkeln tappen. Es scheint nur einen zu geben, der den Täter zur Strecke bringen könnte: der legendäre Harry Hole. Allerdings droht dieser - getrennt von Frau und Kind - in der Spielhölle Hongkongs dem Alkohol- und Opiumrausch zu verfallen. Der jungen Kollegin Kaja Solness gelingt es schließlich, Hole wieder ins Boot zu holen. Von nun an gilt es nicht nur, den Killer zu finden, sondern auch noch einen offen ausgetragenen Konflikt zwischen dem Morddezernat und dem Kriminalamt zu fechten, einen Maulwurf in den Reihen Holes ausfindig zu machen und mit der Tatsache fertig zu werden, dass Holes Vater Olav im Sterben liegt.
Ja, "Leopard" ist dicht voll gepackt mit den verschiedensten Zutaten, die mal mehr (etwa die verschwundene "Todes"-Liste oder die Hüttenszenen im Allgemeinen), mal weniger zünden (gerade das Machtgerangel zwischen Hole und Bellmann wirkt oft sehr bemüht), unterhält aber dennoch fast durchgehend auf gutem Niveau und hält die Spannung - auch dank manch unerwarteter Wendung - bis zum infernalischen Showdown konstant hoch.

Noch ein paar Worte zu der oft gerügten Kindle-Version (die ich mir im Dezember 2011 als Gratisdownload gegönnt habe): Ja, die Wörter sind teilweise ohne erkennbaren Grund in Silben aufgespalten und Zeilensprünge erscheinen auch mehrfach völlig beliebig. Dies ist zwar nicht immer leicht zu lesen, aber nie derartig störend, dass es den Lesegenuss komplett verhindert.

Insgesamt ist "Leopard" ein äußerst spannender, teilweise sehr expliziter und brutaler Thriller, der definitiv nichts für schwache Nerven und Zartbesaitete ist. Den Vorgänger "Schneemann" muss man nicht unbedingt bereits vorher gelesen haben, allerdings erleichtert dies sicher das Verständnis so mancher Verweise und Anspielungen (ich werde das Lesen zumindest schnellstmöglich nachholen, denn ich bin richtig auf den Geschmack gekommen :) ). Wer knallharte, packende Thriller liebt und auch Filmen wie "Saw" oder anderen Slashermovies etwas abgewinnen kann, der sollte auch mal den "Leopard" kennen lernen.


Agatha Raisin: Hell's Bells (A Short Story)
Agatha Raisin: Hell's Bells (A Short Story)
Preis: EUR 0,00

3.0 von 5 Sternen Arg kurz geratene Kostprobe: schmackhaft, aber nicht lang anhaltend, 15. September 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die "Agatha Raisin"-Reihe von M.C. Beaton um eine schrullige Privatermittlerin ist immer wieder als Kindle Deal des Tages zu finden. Obwohl ich ein großer Krimifan bin (neben der ewig unantastbaren Agatha Christie lese ich auch gerne Anne Perry, Martha Grimes oder Elizabeth George), habe ich mich bislang - vielleicht auch aufgrund der eher durchwachsenen Kritiken - gescheut, eines der Werke Beatons auszuprobieren. Durch Zufall bin ich über den Gratisdownload "Agatha Raisin: Hell's Bells" gestolpert - und hatte nun keine Ausrede mehr zu zögern :).

In dieser - zugegebenermaßen extrem kurz geratenen - Short Story geht es um die eher gefürchtete, denn geliebte Wohltäterin Mary Bolton, die eines Tages an der neu restaurierten Kirchturmglocke baumelt. Dumm nur, dass ihre Erzrivalin Jessica Brand ihr dies kurz zuvor angedroht hatte...

Die Atmosphäre ist schön englisch, ein Hauch von britischem Humor umschwebt das Ganze, allerdings ist die Story wirklich zu kurz, um sich ernsthaft ein Bild von der Reihe bilden zu können. Die Verdächtigen halten sich arg in Grenzen, die Ermittlerin erscheint auch nur kurz und ehe man sich versieht, ist das Ganze auch schon wieder vorbei. Alles in allem ist "Agatha Raisin: Hell's Bells" ein nettes Gimmick für Zwischendurch, falls man schnell Heißhunger auf eine Geschichte hat oder nur sehr wenig Zeit zu lesen. Wer Agatha Raisin - wie ich - bislang noch nicht kannte, wird dadurch auch nicht unbedingt auf den Geschmack kommen, aber auch nicht wirklich sauer aufstoßen. Kann man, muss man sich aber nicht gönnen.


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