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Funeral Doom

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End of Disclosure (Digipak)
End of Disclosure (Digipak)
Preis: EUR 18,99

4.0 von 5 Sternen Hypocrisy - gewohnt stark, aber kein Meilenstein, 23. März 2013
Rezension bezieht sich auf: End of Disclosure (Digipak) (Audio CD)
Über Peter Tätgren noch großartig Worte zu verlieren, dürfte sich erübrigen - Nach etwa vier Jahren Pause liegt nun Studioalbum Nummer 12 seiner Hauptband Hypocrisy vor. Geboten wird wie erwartet technisch hochwertiger Death-Metal.

Der Titelsong und Opener ist ein behäbiger Midtemposong, der stark an "Roswell" (Abducted) erinnert, guter Song, aber halt schon dagewesen (8). "Tales Of The Spineless" ist dann ein typischer "Uffta-Uffta" Song aus dem Speed-Granaten-Repertoire Tätgrens, hätte auch auf "The Fourth Dimension" sein können (8).

Aber was ist das? Ist das nicht "Exodus"? Ja, bei den ersten zwei Minuten von "The Eye" wird gnadenlos das Riff von "Black List" (Tempo Of The Damned, na ja, könnte auch "Lunatic Parade" von Impact Is Imminent sein) verbraten, selbst der Gesang erinnert bei dem Song anfangs ein wenig an Steve Souza (gewollt?), trotzdem ein guter Song (7).
"United We Fall" - siehe "Tales Of ...", nur eintöniger (6,5).

Etwas vertrackter wird es bei "44 Double Zero", ein verschachtelter Song mit guten Melodylines im letzten Drittel, nicht übel (7).
Stärkster Song der Platte ist das angedoomte "Hell Is Where I Stay", welches mit einem alles niederwalzendem Grundriff und starkem Songaufbau punkten kann (10).

Auch "Soldier Of Fortune" ist eher schleppend gehalten, und gehört zu den besseren Songs der Scheibe (8).
"When Death Calls" überzeugt anfangs durch die Kombination von Slowriffing und Double-Bass-Drum, den Knüppelpart im Schlußdrittel hätte man sich aber sparen können (6).

"The Return" ist praktisch genauso aufgebaut wie der Opener, also eher träge und atmosphärisch (7,5).

Es ist unbedingt die limited Edition zu empfehlen, denn der Bonustrack "Living Dead" entpuppt sich als eine richtige "Arschtritt"-Nummer. Ein Straight-Forward Song, der live sicher eine Macht sein dürfte (9).

Fazit: Wie immer gut- bis hochklassiges Material, allerdings ist Hypocrisy doch ziemlich berechenbar, also objektive vier Sterne, denn ein zweites "The Forth Dimension" ist es halt auch nicht geworden, aber wer erwartet das schon?!


Blodsvept (Limited Edition)
Blodsvept (Limited Edition)
Preis: EUR 21,67

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine der originellsten Bands gibt sich wieder die Ehre, 22. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Blodsvept (Limited Edition) (Audio CD)
Finntroll zeigen sich mit ihrem sechsten Album etwas härter als auf den Vorgängern. Bereits das Titelstück überzeugt auf ganzer Linie mit gelungenen Breaks und starken Melodien.

Die überzeugendsten Momente hat das Album meines Erachtens bei den midtempolastigen Songs wie "Mordminnen" (extrem cooler Song), dem finsteren "Skövlarens Död" (Killer!), "När Jättar Marschera" oder dem Rausschmeißer "Midvinterdraken", welche auch sehr abwechslungsreich aufgebaut sind, und für Finntroll-Verhältnisse teilweise ziemlich düster rüberkommen!

Erhöhte "Humppa" Anteile finden sich beim flotten "Ett Folk Förbannat", dem Schunkel-Sauf-Lied "Rösets Kung", dem witzigen "Tva Ormar" oder "Skogsdotter". Hier muss man allerdings anmerken, dass sich die Songs untereinander doch ein wenig ähneln!

An manchen Stellen sind Elemente rauszuhören, wie sie in den 80ern Ska-Bands verwendet haben, also haben sich Madness und Co. seinerzeit an der finnischen Foxtrott-Variante orientiert, interessant ;-)

Wirklich eine sehr originelle und eigenständige Platte, die auch mal wieder zeigt, dass genrefremde Einlagen wie Bläserarrangements sehr überzeugend sein können. In etwa 43 Minuten wird hier gehobene Metal-Unterhaltung abgeliefert, die mir gute vier Sterne wert ist.


Formless
Formless
Preis: EUR 22,90

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Licht und Schatten bei Mourning Beloveth, 27. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Formless (Audio CD)
Nach einigen Jahren Funkstille melden sich die irischen Death-Doomer mit ihrem fünften Album zurück. Eine Platte, die durchaus für Gesprächsstoff im Genre sorgen wird. Ob dieser allerdings nur positiv sein wird, ... wir werden sehen!

Der Opener "Theories Of Old Bones" beginnt sehr atmosphärisch mit Flüstergrowls (cool) und Akustikgitarre, und entwickelt sich zum insgesamt besten Song des Albums. Sämtliche bandtypischen Eigenheiten werden hier geschickt kombiniert, vor allem der Wechselgesang zw. Frank und Darren kann überzeugen. Ein wunderschöner, düsterer Funeral-Doom-Song mit hervorragenden Riffs, Melodien und toller Stimmung (10)!

Die Ernüchterung folgt auf dem Fuße, denn "Ethics On The Precipice" wirkt etwas "gewollt" progressiv, und ist mit seinen 17 Minuten doch sehr langatmig und wenig spannend! Das liegt u. a. an den aufgesetzt wirkenden Akustikparts (Min. 6 - 8:20 und 11 - 12:30), die irgendwie gar nicht passen wollen. Die ersten paar Minuten gehen ja noch, aber dann, na ja (4).

Das krasse Gegenteil ist "Old Rope", welches praktisch nur aus einem immer wiederkehrenden Riff besteht, also sehr monoton ist und keinerlei Höhepunkte vorweisen kann, schade (5)!

"Dead Channel" ist wieder von starken Gesangswechseln geprägt, und erinnert von der Melodieführung und bei der (Clean) Gesangslinie her an Warning bzw. 40 Watt Sun (äh, ... sogar ziemlich stark, ich meine, das war "Bridges" von der "Watching From A Distance" Scheibe), guter Doomsong, aber halt nicht das Original (7)!

Den zweiten Höhepunkt der Platte stellt "Nothing Has A Centre" dar, das bereits in der Anfangsphase durch den Cleangesang (Mann Leute, lasst die Grunts doch einfach weg!) und einer ergreifenden Melodie überzeugen kann. Im Mittelteil wird es dann etwas flotter und Darren Moore darf wieder grunzen, auch das nächste Break kann überzeugen, zweieinhalb Minuten "Ausklang" halte ich aber für ein wenig übertrieben, also ein kleiner Punktabzug (9).

CD 2 beinhaltet nur den Song "Transmissions", der auch die Lager wieder spalten wird: Über 14 Minuten balladeske Töne, bis zur sechsten Minute ein nur mit Akustikgitarre untermaltes Hörspiel (auch der Geduldigste wird hier von leichter Müdigkeit übermannt), tja, anschließend gesellt sich auch ein Schlagzeug und der Bass dazu, und Frank Brennan überzeugt mit seiner hervorragenden Stimme. Ein Brüller ist der Song natürlich auch dadurch nicht, dazu fehlt es einfach an Spannung oder zumindest "einem" härteren Zwischenpart. Trotzdem ist der Song ab der Hälfte ganz nett(6).

Die irische Band versucht hier, aus ihren gewohnten Bereich, dem Doom-Death teilweise auszubrechen, was an sich kein Fehler ist.
Allerdings fehlt es dem Album an Songs, die Spannungsbögen aufbauen, auch die dezenten Prog-Ansätze sind nicht sehr überzeugend umgesetzt. Außerdem könnte man Darren Moore das Mikro wegnehmen, um sich nur noch auf Frank Brennan als Sänger zu konzentrieren (wenn die Band den jetzt eingeschlagenen Weg fortsetzt, wird das wohl ohnehin passieren), denn er ist kein Paul Kuhr (Novembers Doom) oder Martin van Drunen!

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass ein Rohling für nur einen (noch dazu nicht unbedingt tollen) Song verschwendet wird, da hätte man entweder ein bischen kürzen sollen (es wäre bei einer Gesamtzeit von 82 Minuten ja nur um etwa zwei!!!!! Minuten gegangen, sollte bei 15 Minuten Songs nicht das große Problem sein), oder halt ein oder zwei andere Songs, wie z. B. ein aufpoliertes Demo oder einen Coversong, mit draufpacken können.

Nach mehreren Durchläufen komme ich zu folgendem Ergebnis: Es gab in den letzten Jahren weitaus bessere Scheiben in dieser Richtung (Graveyard Dirt - For Grace And Damnation z. B., mit The 11th Hour DIE Anwärter auf den "Throne Of Doom"). Rein subjektiv könnte man knappe vier Sterne geben, mit den angeführten negativen Aspekten werden es aber nur gute drei!


Saturn in Ascension
Saturn in Ascension
Preis: EUR 20,47

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittlicher Doom-Death, 7. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Saturn in Ascension (Audio CD)
Die überschwänglichen Bewertungen lassen auf Kritiker schliessen, die sich im Allgemeinen nicht sehr mit Doom-Death/ Funeral Doom befassen. Denn Saturnus bieten hier allenfalls mittelmäßige Songs, was bei "A Fathers Providence", "Limbs Of Crystal Clear" oder den beiden völlig überflüssigen Balladen "A Lonely Passage" und "Call Of The Raven Moon" (die sich zudem noch ziemlich identisch anhören) am deutlichsten zum Vorschein kommt.

Über dem Durchschnitt liegen eigentlich nur das schön traurige "Mourning Sun" und das ähnlich gelagerte "Wind Torn". Ich sehe hier drei Sterne als vollkommen ausreichend, und gebe dem 2-Sterne Rezensent in Bezug auf die Stimme recht - die Grunts wirken aufgesetzt, austauschbar und sind ein nicht zu unterschätzender Schwachpunkt der Scheibe! Natürlich ist das Geschmacksache, aber so besonders ist die Platte wirklich nicht, da war "Veronika ..." um einiges besser!

Wer diese Musik bevorzugt, sollte sich mal mit "Serpentine Path", den insgesamt flotteren "Hooded Menace" (alle Scheiben!!), den selten genialen "Doomed" mit den Scheiben "In My Own Abyss" und "The Ancient Path" oder der neuen "Towards Darkness - Barren" (ultrafinster) befassen


Chapter 2: Numquam
Chapter 2: Numquam
Wird angeboten von Soul&Sounds
Preis: EUR 22,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Funeral Doom in Perfektion - ein apokalyptischer Soundtrack!, 14. Januar 2013
Rezension bezieht sich auf: Chapter 2: Numquam (Audio CD)
Eines gleich vorweg, da es schon öfter zu Verwechslungen gekommen ist: Bei dieser Band handelt es sich "NICHT" um die britische Jazzrock-Formation um Jon Hiseman (die Band löste sich 1971 zunächst auf, wurde dann nach über 20 Jahren wieder zum Leben erweckt; Hiseman gründete allerdings 1975 "Colosseum II", wo er u. a. Gary Moore und Don Airey um sich scharte. In dieser Besetzung entstanden drei Platten).

Colosseum ist eine finnische Funeral-Doom-Band, die von Juhani Palomäki (leider 2010 verstorben), der einigen vielleicht von "Yearning" oder "Flegothon" bekannt sein dürfte, ins Leben gerufen wurde. Nach dem hervorragenden Erstling "Chapter I: Delirium", hier also der zweite Streich.

Musik aus diesem Bereich erscheint meist recht eintönig und langweilig, u. a. deshalb, weil die Songs häufig Überlänge haben, und die Abwechslung sich in Grenzen hält. Bei den Finnen sieht das allerdings etwas anders aus. Die Platte strotzt nur so von feinfühligen Melodien und Atmosphäre. Die Streicher-, Bläser- und Keyboardarrangements sind absolut perfekt umgesetzt, und erinnern immer wieder an finstere Klassikstücke.
Die derben Gitarrenparts dienen bei Colosseum eher als Hintergrund.

Die Songs sind ohne Ausnahme sehr abwechslungsreich aufgebaut, überraschende Akustikbreaks o. ä. sind immer wieder anzutreffen. Deshalb macht es auch keinen Sinn, einzelne Songs extra zu beschreiben.
Man sollte sich einfach mal das Titelstück "Numquam" komplett anhören. Das Keyboardbreak bei Minute 2:20, der erhabene Mittelteil, oder der geniale Übergang in das letzte Drittel der Nummer.

Keine leichte Kost, aber ohne Zweifel mehr als nur Düster-Metal. Die akustische Untermalung für den Weltuntergang, völlig ohne Kompromisse. Wenn sich mal ein kleiner Schimmer der Hoffnung in Form einer Akustikgitarre wie z. B. beim Anfang von "Narcosis" zeigt, wird man eine Minute später wieder von ultrafinsteren, erhabenen Melodien in die Leere des absoluten Nichts gezogen.

Ganz klar die volle Punktzahl!

Im übrigen kann das Abschiedswerk von Palomäki, "Chapter III: Parasomnia", die hier vorgelegte Qualität, sowohl soundtechnisch als auch musikalisch überhaupt nicht halten, und fällt gegenüber den beiden Vorgängern entscheidend ab!


Effigies of Evil
Effigies of Evil
Preis: EUR 17,24

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dritter Meilenstein der mittlerweile weltbesten Doom-Death-Formation, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Effigies of Evil (Audio CD)
Nach "Fulfill The Curse" und "Never Cross The Dead" können die Finnen erneut ihre Vormachtstellung im Doom-Death-Bereich behaupten. Ich glaube, es ist das erste Mal, dass ich für drei aufeinanderfolgende Scheiben einer Band die volle Punktzahl geben kann!

Kompositorisch wurde noch mal ein Pfund draufgelegt, denn die sieben Songs (das Outro zähle ich mal nicht mit) sind vom Aufbau her von höchster Erhabenheit geprägt, und erinnnern von der Struktur sogar an den Fates Warning Klassiker "The Spectre Within".
Das bringt natürlich nicht jede Band hin, und alleine deshalb muss man Hooded Menace Respekt zollen.

Für den Normalo-Doom Freak sind die teils recht verschachtelten Songs vielleicht weniger geeignet, wer sich aber mit originellen und abwechslungreichen Songstrukturen arrangieren kann, macht hier nix falsch, eigentlich sollte sich jeder Metalfan diese Scheibe mal reinziehen.

Einzelne Songs extra herauszustellen ist schwierig, da sich alle Tracks auf gleich hohen Niveau bewegen. Als Anspieltipps würde ich das relativ eingängige Titelstück, oder das insgesamt recht flotte "Curses Scribed In Gore" empfehlen.

Eine eigenständigere Band im Doom-Death ist mir ehrlich gesagt nicht bekannt, alleine schon das Riffing und Gerülpse von Lasse Pyykkö lässt kaum Vergleiche zu. Mir fallen höchstens die kultigen Belgier "Beyond Belief" ein, die 1993 und 1995 mit zwei hervorragenden Scheiben die Doomwelt bereicherten!

Hooded Menace zeigen, dass es nicht nötig ist, einen drastischen Stilwechsel zu vollziehen, um sich musikalisch weiter zu entwickeln. Mein Gott, an Songstrukturen wie bei "Evoken Vulgarity" oder "Summoned Into ..." beißen sich die Konkurrenten doch die Zähne aus!

Leider kommt das viel zu selten vor. Klare Kaufempfehlung für die o. g. Hörerschaft, fünf Sterne!


Les Fleurs Du Mal LTD Edition (Digipack)
Les Fleurs Du Mal LTD Edition (Digipack)
Preis: EUR 21,07

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Französische Chansons mal anders!, 19. Oktober 2012
Hier gibt es nicht viel zu schreiben. Es handelt sich um eine Eigenveröffentlichung von Therion, die ausschließlich Coverversionen von französischen Chansons beinhaltet, die natürlich weitgehend "metallisiert" wurden.

Gesanglich wird fast ohne Ausnahme im klassischen Bereich gearbeitet, Lori Lewis ist genial (da kratzen weder Tarja noch Simone dran), und Thomas Vikström bringt bei "J'ai Le Mal De Toi" (dazu gibt's übrigens ein cooles Video) eine gesangliche Meisterleistung.
Der einzige Song, den ich zuvor schon mal in der Originalversion gehört habe, ist "Mon Amour, Mon Ami" von Marie Laforet.

Sehr gut finde ich auch die drei Songs von der mir völlig unbekannten "Leonie Lousseau", von der es anscheinend nur ein paar Singles (1968 - 1975) gibt. "Lilith", "En Alabama" und "Wahala Manitou" sind dezent melancholisch und träge umgesetzt, eine gute Wahl. Diese wie auch ein paar andere Songs der Scheibe, wären auch als Eigenkompositionen auf "Vovin" oder "Secret Of The Runes" durchgegangen, ohne dass es jemand gemerkt hätte!

Wer die o. g. Alben schätzt, und sich mit den durchgehend französisch gesungenen Texten arrangieren kann, wird mit der Scheibe kein Problem haben.

Mir gefällts - vier Sterne


Sense the Darkness (Ltd.Digipak)
Sense the Darkness (Ltd.Digipak)
Preis: EUR 19,20

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das fehlende Glied zwischen Submit und There Is Something Rotten ...!, 23. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Sense the Darkness (Ltd.Digipak) (Audio CD)
ENDLICH!!!! Illdisposed haben zum ursprünglichen Stil, aus dem die besten Alben der Band "Submit" und "There Is Something Rotten ..." entstanden sind, zurückgefunden.

Die ultrabösen Slow-Groove-Parts sind wieder da, die phasenweise sehr unpassend eingesetzten Electronic-Einflüsse der letzten Scheiben sind glücklicherweise fast verschwunden. Im Gegensatz zur unsäglich schlechten "The Prestige", auf der zwar auch auf das Electro-Gefiepe verzichtet wurde, bei der sich aber jeder Song gleich anhörte (durchgehend identische Doublebass-Attacken), wird hier Abwechslung wieder groß geschrieben.

Das Titelstück ist ein ziemlicher Brecher, durchsetzt mit ein paar guten Breaks und einem starken Solo im letzten Drittel des Songs, ein guter Opener. "Eyes Popping Out" beginnt sehr schnell, genauso schnell kann man dann aber auch den Übergang in den typischen Schlepprhythmus verzeichnen, dann wieder Break usw., gut.

Mit "Time To Dominate", "Never Compromise" (lässiges, in Landessprache gesprochenes Intro), "Stop Running" und "I Am Possessed" haben wir vier Songs hintereinander, die auch auf das 94'er bzw. 97'er Werk gepasst hätten.

"The Poison" ist durch das etwas seltsame Riffing gewöhnungsbedürftig, "Another Kingdom Dead" ist durchgehend schleppend gehalten, und kommt aufgrund dessen natürlich megaheavy rüber (leider wurde hier wohl das Solo "vergessen", schade), grober Song.

"She's Undressed" und "We Do This Alone"(Klasse Solo) sind die eingängigsten und insg. schnellsten Songs der Scheibe, fallen gegenüber der anderen Songs aber ein wenig ab.
Anmerkung zu den wieder verstärkt auftretenden Gitarrensoli:
Die besten Soli auf der Scheibe finden sich beim Titelstück, "I Am Possessed" und "We Do This Alone". Richtig starke Soloarbeit gab es aber nur auf "Submit", "There Is Something Rotten ..." und noch auf "Kokaiinum". Dafür waren seinerzeit Morten Gillsted (Submit) und Tore Mogensen zuständig, zwei äußerst begabte Leadgitarristen, deren Weggang einen drastischen Qualitätsverlust auf den folgenden Scheiben darstellten, auch die von vielen so hochgelobte 1-800 Vindication macht da keine Ausnahme, obwohl diese noch akzeptabel war!

Der erste Bonussong "War" erinnert (zumindest beim Grundthema) eher an Bolt Thrower als an Illdisposed, trotz allem kein schlechter Song. "Desire" ist allerdings ein Brett! Ein typischer Illdisposed-Groover mit ein paar lässig "untypischen" Melodylines und einem tollen Solo.

Für mich die erste ernstzunehmende Platte der Dänen seit 2004, und deswegen verteile ich hier gute 4 Sterne.


On The 13th Day Ltd.Digi
On The 13th Day Ltd.Digi
Preis: EUR 24,72

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Stärkste Magnum Platte seit 30 Jahren!, 21. September 2012
Rezension bezieht sich auf: On The 13th Day Ltd.Digi (Audio CD)
Sieh an, sieh an, nach Illdisposed die nächste Band, die sich mit ihrer neuen Scheibe wieder an alte Tugenden erinnert:
"On The 13th Day" ist großteils deutlich härter als die Vorgänger, und deshalb ein Freudenfest für die Fans von "Magnum II", "Chase The Dragon" oder "The 11th Hour" (hmmh, könnte es sein, dass der Titel .... ??).

Als Fan des eher gemäßigten Tempos kommen mir Schlepper wie "All The Dreamers", das für Magnum-Verhältnisse schon brutal-stampfige "Dance Of The Black Tattoo" (Killer-Song, die dezenten Klavierparts sind absoluter Kult), und der Rausschmeißer "From Within" natürlich sehr entgegen.

Wenn ich mir dann z. B. "Didn't Like You Anyway" anhöre, denke ich an Top-Songs wie "Soldier Of The Line" oder "The Prize".
"Broken Promises" hat ein AC/DC ähnliches Grundriff, und Clarkin legt hier eines seiner überzeugendsten Soli hin, auch ein starker Song.

"See how They Fall" ist stark an Survivors "Eye Of The Tiger" angelehnt, trotzdem nicht übel.

Die einzige Ballade "Putting Things In Place" kann auch überzeugen. Von dem eher peinlichen "Let It Rain" mal abgesehen, kommen auch die restlichen Songs ganz gut rüber.
Definitiv eine Platte, die den Fans der Frühphase sehr entgegenkommt, ohne wie eine Selbstkopie zu wirken. Deshalb gebe ich auch das erste Mal seit knapp 30 Jahren einer Magnum-Scheibe die volle Punktzahl.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 12, 2014 11:10 AM MEST


Libertine
Libertine
Wird angeboten von Fulfillment Express
Preis: EUR 13,86

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kommerziell, aber unterhaltsam, 10. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Libertine (Audio CD)
War die etwas dünne, zarte Stimme von Liv bei Theater of Tragedy als Gegenstück zu den Growls (so als musikalische "Schöne und das Biest" Darstellung), noch recht gut gelungen, konnte ich mit den "Leaves Eyes" Werken nicht mehr so viel anfangen. Gegen härtere Gitarren kann sie mit ihrer Stimme einfach nicht "ansingen", dafür ist ihr Stimmvolumen zu mager.
Anscheinend hat Liv Kristine das jetzt eingesehen, und zeigt sich auf "Libertine" bedeutend poplastiger, wobei ich zugeben muss, dass ich die beiden anderen Soloscheiben nicht kenne. Aber schon die Covergestaltung deutet auf eine kommerziellere Ausrichtung hin.

Wie auch schon mein Vorredner finde ich, dass der neue Sound ihr recht gut zu Gesicht steht. So ganz sind die härteren Parts auch nicht verschwunden, und Songs wie das Titelstück, "Vanilla Skin Delight" und "Paris Paris" (das ein wenig an den Gassenhauer der Bloodhoung Gang "Along Comes Mary" erinnert) sind ziemlich gut. Auch "Solve Me" ist rockiger gehalten, nervt allerdings ein wenig durch die "oh oh" und "uuhuuhuuh" Einlagen, könnte aber ein Radiohit werden.

Mit "Silence" und "Meet Me In The Red Sky" sind auch zwei überzeugende Balladen auf dem Album vertreten. Der Rest ist ebenfalls akzeptabel, einzig die Schlussballade "The man With ...", bei dem der Gesang phasenweise doch recht schrill rüberkommt, würde ich als Totalausfall bezeichnen.

Insgesamt finde ich die Platte recht unterhaltsam, und weil das bei mir in dieser Richtung relativ selten vorkommt, halte ich vier Sterne für angebracht!


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