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Rezensionen verfasst von
Anke

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Dystopia
Dystopia
Wird angeboten von DVDMAXXX
Preis: EUR 15,50

8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soundtrack to the decline of western civilization, 30. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Dystopia (Audio CD)
Es sah zuletzt so gar nicht gut aus für Dave Mustaine & dem, was noch von Megadeth übrig war. Von dem eher kritisch beäugten Album SUPER COLLIDER, über mehrere Negativschlagzeilen zu dem Frontmann der einstigen Vorzeigethrasher und dessen politischen Ansichten - bis hin zu dem Ausstieg von Shawn Drover und Chris Broderick, nichts sollte den treuen Fans von Megadeth erspart bleiben. Doch wäre Mustaine nicht er selbst, wenn er einfach aufgeben würde und so markriert DYSTOPIA einen weiteren Neuanfang für die Thrashformation. Mit Kiko Loureiro (ex-Angra) und Chris Adler (Lamb Of God) haben Ellefson & Mustaine für prominente Unterstützung gesorgt, die frischen Wind in die Band bringen soll und tatsächlich für einige Ausrufezeichen sorgt, aber lest selbst.

Schon mit den ersten Tönen wird klar was der Kurs ist. THE THREAT IS REAL wird von orientalischen Gesängen und einem pfeilschnellen Thrashriff eröffnet, welches direkt dazu einlädt das Haupthaar zu schütteln. Adlers aggressives Drumming treibt den Song voran und Mustaine lässt sich mal wieder über sein absolutes Lieblingsthema aus: Den Untergang der westlichen Zivilisation. Bei Nachrichten über die Gräueltaten des Islamischen Staats kann man anscheinend besseren Thrashmetal fertigen, als bei Debatten über die Weltwirtschaftskrise und so rotzt Mustaine seine dunkle Visionen in's Mikrofon. Der Titeltrack hingegen glänzt mit dem virtuosen Gitarrenspiel von Kiko Loureiro, welcher mit seinen Powermetaleinflüssen den Refrain veredelt. Neben diesen fantastischen Soloduellen findet man einige Anspielungen auf HANGAR 18 in den Strophen, welche diesem äußerst gelungenen Song eine kleine Prise Nostalgie verpassen. Bei dem dritten Lied handelt es sich um die erste Singleauskopplung FATAL ILLUSION, welche durch hohes Tempo und rhythmische Komplexität besticht. Inmitten dieses absoluten Thrashgewitters zaubert Loureiro erneut jedem Liebhaber von melodischem Metal ein Lächeln in's Gesicht. Kann man nicht viel besser machen. Auch nicht bei dem anschließenden DEATH FROM WITHIN. Hierbei handelt es sich um einen grundsoliden Thrashmetalsong, der sich allerdings mit einigen netten Soli vom Durchschnitt abhebt. Durchaus ein gelungenes Stück Musik, an die vorherigen Nummern kommt das Ganze aber nicht heran. Selbiges gilt für BULLET TO THE BRAIN, welches mit einem ungewöhnlich ruhigen, etwas an IN MY DARKEST HOUR erinnernden Gitarrenintro beginnt, bevor sich die Strophe in sumpfigen Melodien und monotonem Gesang verliert. Der Pre-Chorus und der Refrain wissen wiederum mit rotziger Härte und thrashigen Riffs zu überzeugen. Insgesamt hätte man da dennoch mehr draus machen können. POST AMERICAN WORLD geht hingegen direkt in's Ohr. Irgendwo zwischen SYMPHONY OF DESTRUCTION und Slayer's BLOODLINE entsteht ein herrlich düsterer Song, der einmal mehr vor Augen führt, was Mustaine nachts nicht schlafen lässt. Durch das gemäßigte Tempo in den Strophen schlägt der Refrain umso wuchtiger ein. In der Bridge gibt es wieder einmal Soli jeder Art zu bestaunen. Mustaine und Loureiro peitschen sich gegenseitig voran, während Adler und Ellefson das Fundament für diesen Wahnsinn bilden. Ganz groß. Warum Dave Mustaine das folgende POISONOUS SHADOWS als seinen Lieblingssong von DYSTOPIA nennt hört man schnell heraus. Ein ruhiges aber finsteres Intro wird von einem im Tempo gedrosselten, aber in der Wirkung wahnsinnig starken Thrashriff abgelöst. Adler verdrischt unterdessen seine Doublebass, bevor der Refrain mit Einflüssen aus der klassischen Musik und schaurig-schönen Harmonien aufwartet. Ein selten starker Song! Weiter geht es mit dem äußerst starken, harmonisch etwas an Slayer erinnernden CONQUER OR DIE weiter. Ein bisschen fehlen mir die Vocals, aber so ein überzeugendes Instrumental habe ich auch seit DIALECTIC CHAOS nicht mehr gehört. LYING IN STATE packt wieder die Thrash-Keule aus und das auch nicht zu knapp. Die melodiösen Elemente bleiben etwas auf der Strecke, jedoch macht der Song durchaus Spaß. Ein bisschen melodiöse Frische von Loureiro hätte dem Teil vielleicht ganz gut getan, aber angehen tut die Nummer trotzdem. Als Rausschmeißer wird der Hörerschaft THE EMPEROR serviert. Die Hauptzutat ist hierbei astreiner Heavy Metal mit ein bisschen Punk im Gitarrenanteil. Anders als noch bei LYING IN STATE gibt es hier haufenweise Melodie, so dass der Song schon nach dem ersten oder zweiten Durchgang im Gehör hängen bleibt und sich wunderbar zum Mitbrüllen eignet. Einer meiner Favoriten auf dem Album und hoffentlich Teil der Setlist für die kommende Tour.

FAZIT

Ich versuche mich kurz zu fassen. DYTOPIA ist ein absoluter Hammer von einem Album und verbindet gekonnt Heavy- & Thrash Metal. Nichts ist übrig von den weichgespülten Luftnummern, die sich zum Teil auf SUPER COLIDER eingeschlichen haben. Mustaine & Ellefson bewahren die Identität der Band, während die Neuzugänge dem Resultat die nötige Frische verleihen. So jung und vital haben Megadeth lange nicht geklungen und für mich stellt DYSTOPIA das vielleicht beste Megadeth-Album seit RUST IN PEACE dar (ENDGAME war allerdings auch verdammt stark). Ich kann jedem Fan von gutem Thrashmetal dieses Album nur empfehlen, denn alle Tage kriegt man so ein Brett nicht serviert. Bleibt zu hoffen, dass Megadeth diese Klasse halten können, bis wir das erfahren können wir uns allerdings erst einmal auf viele Stunden der guten Metal-Unterhaltung freuen. Danke Dave!
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 9, 2016 11:36 PM CET


That's the Spirit
That's the Spirit
Preis: EUR 5,00

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen THE SPIRIT: Entfesselt zurückhaltend, 11. September 2015
Rezension bezieht sich auf: That's the Spirit (Audio CD)
Es wird wieder Zeit. Ein neues Album der musikalischen Grenzgänger von Bring Me The Horizon steht in den Startlöchern und somit dürften auch die üblichen Diskussionen um den sich ständig wechselnden Sound der Band nicht lange auf sich warten lassen. Doch diesmal ist es anders. Während sich bei vorherigen Alben die Metal-Elitisten über eingestreute Synthies und fehlende Breakdowns echauffiert haben, gibt es diesmal einen Stilbruch, der die Anhängerschaft der Briten so deutlich spaltet wie nie zuvor. Wo vor einigen Jahren noch krachende Drums und tief gestimmte Gitarren das Fundament für einen sich die Seele aus dem Leib kreischenden Oli Sykes bildeten, findet man heute poppige Melodien, herzzerreißenden Gesang und haufenweise Elektronikarrangements. THATS THE SPIRIT setzt nicht etwa da an, wo SEMPITERNAL aufgehört hat, viel mehr hat man das Gefühl es würden 10 Jahre und 3 Veröffentlichungen zwischen diesen Werken liegen. Schon mit dem Opener DOOMED deutet sich an, dass sich seit 2013 einiges getan hat. Oli singt zuckersüß und lässt sich dabei lediglich von dünnen Samples und zurückhaltenden Drums begleiten. Der folgende 'rockige' Refrain könnte in etwa mit BLESSED WITH A CURSE konkurrieren, zumindest was Stil und Härtegrad angeht. Der zweite Song, der sogenannte HAPPY SONG schlägt schon eher die Richtung Vergangenheit ein, wenn auch nur ansatzweise. Viel mehr kreieren Bring Me The Horizon hier eine Art neues Subgenre, für welches ich den Begriff Indie-Core verschlagen würde. Screams sind Mangelware und ' wie auch auf dem Rest des Albums ' lediglich als Akzente gesetzt. Die zwei folgenden Songs THRONE und TRUE FRIENDS sind wieder etwas kommerzieller und klingen in etwa wie Linkin Park zu LIVING THINGS-Zeiten (BURN IT DOWN irgendjemand?), trotzdem lassen sie keine Wünsche offen, was Songwriting und Partytauglichkeit angeht. Das Mittelfeld des Albums wird mit One Republic- und 30 Seconds To Mars-artigen Schmuseballaden (FOLLOW YOU oder RUN) und klebrig süßen, wenn auch teils genialen Melodien (AVALANCHE) zum etwas ruhigeren Part des Albums, aber das MUSS ja nicht gleich schlecht sein ' oder? Wie schon gesagt sind einige Melodien einfach derartig zuckersüß, dass man sie wahrscheinlich mit keinem Q-Tip der Welt wieder aus den Ohren kriegt. Doch unter diesem Ohrwurmpotenzial leidet der Song fast schon wieder. Synthies und Balladen hin oder her ' der typische Bring Me The Horizon-Charakter blieb immer erhalten und die Verzweiflung oder zumindest das Übermaß an Emotionen, dass ein jeder BMTH-Song innehaben sollte oder innehat machen die Songs erst zu dem, was sie sind: Hymnen für die geschundene Seele und der beste Freund bei schlechter Laune. Es ist ja nicht so, als dürften BMTH keine frohen Botschaften vermitteln, jedoch passen einige Melodien einfach nicht in das Gesamtbild und hätten in Katy Perry's TEENAGE DREAM aus Zuckerwatte mehr Strahlkraft. Trotzdem sind alle bisher genannten Songs im Großen und Ganzen immer noch Bring Me The Horizon und ganz ohne Scheuklappen betrachtet auch nicht schlecht ' nur teilweise sehr irreführend.
Ein Beispiel dafür, wie man den neuen Stil perfekt mit der Bring Me The Horizon-Essenz verbindet lässt sich in DROWN finden. Sehr viel Melodie, noch mehr Emotionen und grandiose Lyrics. Wen stört da noch, dass hier eben KEIN zweites PRAY FOR PLAGUES abgefackelt wird? Ebenfalls positiv hervorheben möchte ich WHAT YOU NEED. Auch hier liegt der Fokus nicht auf Core und auch hier tut das dem Hörvergnügen keinen Abbruch. Der Song ist ziemlich rockig und wird sich bei der anstehenden Tour sicherlich hervorragend zum Mitbrüllen eignen. Das Songwriting ist hier wirklich sehr gelungen. Anders bei BLASPHEMY, welches eher in die Kategorie 'Lückenfüller' einzuordnen ist. Der Song plätschert irgendwie etwas orientierungslos vor sich hin, bevor auch schon der letzte Song ansteht. OH NO!
Ach so, so heißt der Song ja auch. Dem einen dürfte dieser Ausruf wohl beim Blick auf die Songliste rausrutschen, dem anderen in dem Moment, in dem er feststellt, dass das Album so aufhört, wie es anfing, nämlich sehr minimalistisch und ruhig. Auch hier findet man wieder den einen oder anderen unpassenden Moment und auch sonst nichts, was man positiv hervorheben sollte. Kann so auf N-JOY laufen ' muss es aber nicht.

Ja'irgendwie war es das jetzt, also Zeit für das Fazit:

THAT'S THE SPIRIT ist wie bereits eingangs erwähnt kein typisches Bring Me The Horizon-Album und auch kein Metal/Metalcore. War aber ja auch nicht zu erwarten, nach den Vorab-Singles. Ich werde jetzt einfach mal versuchen die Qualität des Albums zu ermitteln, ohne dabei Musikgeschmäcker zu berücksichtigen. Es gibt auf THAT'S THE SPIRIT eine Menge guter bis sehr guter Songs, welche vor allem mit ihren tollen Melodien überzeugen. Man nenne nur THRONE als Beispiel. Wann habt ihr das letzte Mal einen so guten Rocksong gehört, der auch problemlos auf einer BRAVO-Hits landen könnte? Müsste schon einige Linkin Park-Alben her sein. Auch die Vielfalt kommt auf dem neuen BMTH-Silberling nicht allzu kurz, nur liegt der Fokus jetzt eben auf soften Songs, wie CAN YOU FEEL MY HEART oder RUN. Das macht die Songs selber natürlich kein Stück schlechter, ABER ' und jetzt möchte ich mich wieder in Richtung Schubladendenken bewegen ' wollen wir DAS auch wirklich von BMTH in dem Maß hören? Sicher, schon auf den vorherigen Alben gab es Balladen, aber Bring Me The Horizon waren immer noch sie selbst oder sind zumindest ihrem Stil treu geblieben. Auf THAT'S THE SPIRIT hat man versucht diesen Stil in ein neues, poppigeres Gewand zu hüllen, nur leider gehen einige Elemente komplett an diesem vorbei, passen aber trotzdem nicht in das Gesamtbild des eigentlich ziemlich guten Albums. Man weiß irgendwie nicht, was die Jungs jetzt wirklich sein wollen. Das kann kreativ klingen oder wie in diesem Fall eben zerrissen. Klingt ziemlich ironisch, wenn man an den Albumtitel zurückdenkt, nicht wahr? Wenn das die Quintessenz von Bring Me The Horizon sein soll leiden die Herrschaften definitiv an Schizophrenie oder ähnlichem. Wobei das eigentlich ein ziemlich cooler Titel für das nächste Album und den nächsten Stilbruch sein könnte.

Bring Me The Horizon ' SCHIZOPHRENIA out on September 11th 2017
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 26, 2015 11:37 PM CET


Sol Invictus
Sol Invictus
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 9,22

30 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von Erwartungen erschlagene Genialität, 15. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Sol Invictus (Audio CD)
Es ist vollbracht! 19 lange Jahre mussten wir Fans uns gedulden und nun ist es endlich soweit – Faith No More sind zurück mit einem neuen Album namens SOL INVICTUS! Aber auch wenn die Euphorie sich kaum in Worte fassen lässt, nicht nur die Skeptiker unter uns fragen sich, ob die Veteranen des Crossovers die alte Stärke erreichen können oder ob die Herren nicht vielleicht doch aus der Übung gekommen sind. Wird das Warten der Fans belohnt oder muss man sich doch mit gesenktem Haupt weiterhin alten Glanztaten hinwenden, um sich von Mike Patton und seinen Mitstreitern verzaubern zu lassen?
Im Folgenden werde ich das Album, welches bei mir seit mehreren Wochen als Stream in Dauerschleife läuft, mit einem Track-by-Track-Review bewerten. Hierbei schreibe ich wie üblich zu jedem Song ein paar Worte und vergebe für jedes Stück eine Punktzahl von 0-10.
Wer keine Lust hat sich das alles durchzulesen, dem rate ich einfach alles bis zum Fazit zu überspringen :)

SOL INVICTUS 10/10

Eine melancholische Melodie ertönt und wird durch langsames Schlagzeugspiel und finsterem Gesang von Roddy ergänzt. Eine sehr emotionale Atmosphäre baut sich auf und entlädt sich in einem tristen hymnenhaften Refrain, in dem Mike Patton glänzt und dabei wunderbar mit der Musik harmoniert. Erinnert mich ein wenig an die zuletzt recht oft live gespielte Coverversion von REUNITED, nur deutlich dramatischer. Das Lied ist sehr kurz und beinhaltet keine besonderen Wendungen, leichte Ähnlichkeiten zu MOTHERF****R werden getrost übersehen. SOL INVICTUS ist eine Einleitung, ein Statement mit dem Inhalt: Wir sind wieder da! Und dafür eignet sich dieser Song ganz hervorragend.

SUPERHERO 9,5/10

Harte Riffs, hohes Tempo, ein schreiender Mike Patton, Bässe so tief gestimmt, dass man denken könnte man höre einen Song von KoRn. KING FOR A DAY irgendjemand? Ja hier hört man ganz deutlich den Einfluss des 1996er Meilensteins. Doch er dauert nur eine kurze Strophe und dann setzt wieder die bereits bekannte Melancholie ein, die dem Song einen ziemlich progressiven Touch gibt. Irgendwie weiß man jetzt selber nicht genau, ob das den Song einfach nur abstrakter macht oder ob er unter diesem Experiment leidet. Stark bleibt der Song auf alle Fälle, allerdings bleibt er kein eingängiger Rocker mehr, sondern viel mehr eine etwas komplex geratene Demonstration der nicht verloren gegangenen Qualitäten von Faith No More. Ziemlich gut!

SUNNY SIDE UP 10/10

Dieser Song hat bei mir extrem schnell gezogen, es brauchte nur ein paar Sekunden und ich war versunken in den verschrobenen Beats, der fröhlichen Atmosphäre und einem tollem Refrain mit Mike Patton, wie man ihn kennt und liebt. Der Song ist irgendwie nicht in eine Schublade zu stecken, auf der einen Seite fordert SUNNY SIDE UP einen gewissen Anspruch vom Hörer, aber auf der anderen Seite hat der Song auch eine Atmosphäre, wie man es sonst von einem Sommerhits-Sampler gewohnt ist. Definitiv ein richtig toller Song, ich bin sehr angetan :)

SEPARATION ANXIETY 5/10

Zunächst hört man nur Bassgitarre und Percussions, dann flüstert Mike Patton bösartig in das Mikrofon und hört sich teilweise richtig psychopatisch an. Dieses recht öde Spiel zieht sich knapp 2 Minuten, doch dann geht die Post richtig ab! Weiterhin düstere Stimmung, dazu weiterhin die Treibenden Percussion- und Drumbeats und die obligatorische Einladung zum Headbangen und Mitbrüllen. Soweit ziemlich stark, aber vielleicht hätte man den Anfang etwas reduzieren können. Hörgenuss kommt erst gegen Ende des Songs auf. Schade drum.

CONE OF SHAME 9/10

Die ersten paar Töne reichen vollkommen aus und man findet sich vor Augen schon in einem Western wieder, dazu das Trommelwirbeln, wie vor einer Hinrichtung und Mike Patton als Geschichtenerzähler. So formt sich auch hier wieder ein finsteres Preludio, dass Spannung aufbaut, bis plötzlich mit einem Schlag ein harter metallischer Track einsetzt, der mit keinem anderen Wort als „gewaltig“ beschrieben werden sollte. Wiedermal nichts für den Stammhörer leichter Kost, aber dafür ein echter Leckerbissen für alle Liebhaber komplexer Musikstücke!

RISE OF THE FALL 7/10

Ein eingängiger Schlagzeugbeat leitet diesen Song ein, bevor man in der ersten Strophe eine kleine aber feine Melodie, einen lieblich singenden Mike Patton und zurückhaltende Percussions genießen darf. Der Song nimmt allerdings immer mehr Fahrt auf, bis eine geniale Bridge in einen weiteren ruhigen Part überleitet. Irgendwie ist die Idee von diesem Song oder viel mehr von diesem Album bis hierhin so seltsam, wie auch faszinierend. Es gibt haufenweise grandiose Ideen, aber kaum eine wird in einen richtigen Song umgemünzt. Das stört zwar hier und da nicht, allerdings zieht sich dieses Experiment bis hierhin wie ein roter Faden durch nahezu jede Ideensammlung/Komposition. Für ungeschulte Ohren ist das jedenfalls nichts…

BLACK FRIDAY 9/10

Die Akustikgitarre wird ausgepackt und erneut mit Percussions im mittleren Tempo unterlegt, dann plötzlich wieder Momente voller Dynamik und Komplexität. Es ist kaum in Worte zu fassen, was hier von der Band abgefackelt wird. Man ist auf jeden Fall schnell etwas überfordert, weshalb ich froh bin dieses Album bereits vor Veröffentlichung etliche Male hören zu dürfen. So entfaltet sich auf jeden Fall die Genialität solcher Songs. BLACK FRIDAY gefällt mir richtig gut, da stört ein bisschen Experimentierfreude gar nicht :)

MOTHERF***ER 10/10

Diesen Song dürfte wohl jeder der Leser kennen, da er bereits seit mehreren Monaten im Internet kursiert. Spannung erzeugende Atmosphäre in den Strophen, hymnenhafter Refrain und grandiose Bridge formen den idealen Opener für zukünftige Konzerte. Trotz des teilweise eher verhaltenen Feedbacks zu MOTHERF***ER vergebe ich hier die Höchstnote. Allein schon die Idee hinter dem Text ist genial: Ein verzweifelter Versuch irgendeinen verdammten MOTHERF***ER telefonisch zu erreichen, so ein selbstironischer Humor kann nur von Faith No More stammen. Auch wenn hier (wieder einmal) keine klassischen Songstrukturen zu erwarten sind, ist dieser Song ein absoluter Hammer. Punkt.

MATADOR 8/10

Eine gruselig klingende Melodie eröffnet zaghaft, was sich MATADOR nennt. Hinzu kommt wunderschöner Gesang von Mike, jedoch bleibt das ganze vorerst eher ein Gänsehautgarant, statt Mitsingballade. Es gibt zwischen den finsteren Momenten immer wieder harmonische Momente, die aufhorchen lassen, bevor erneut die finsteren Momente die Überhand gewinnen. MATADOR ist eine wahrliche Achterbahn der Gefühle, die sich irgendwo zwischen verstörend und wunderschön einordnen lässt. Stark.

FROM THE DEAD 8/10

Wie ein Erwachen aus einem Alptraum fängt FROM THE DEAD den Hörer auf, der sich vermutlich immer noch von MATADOR erholen muss: Eine Akustikgitarre zaubert liebliche Melodien, Mike Patton singt schön, wie gewohnt und die Worte „Welcome home my friend“ lassen den Hörer fröhlich in Gedanken schwelgen. Eigentlich wäre dies der perfekte Rausschmeißer des Albums – moment, das WAR schont der letzte Song? Gerne hätte man hier noch mehr gehört, aber dazu mehr im Fazit…

FAZIT

Nach dem ersten Hördurchgang war ich zunächst etwas überfordert. Die vielen komplexen Ideen wusste ich nicht zu ordnen, hier und da konnte ich mich nicht entscheiden, was genial war und was überflüssig. Hinzu kam die Tatsache, dass man das Album in dieser Form nicht erwartet hatte. Parallelen zu THE REAL THING, ALBUM OF THE YEAR oder ANGEL DUST waren vereinzelt auszumachen, jedoch klang Faith No More noch nie so…besonders. Ein anderes Wort fällt mir kaum dazu ein. Schon immer war die Musik von Faith No More anders, als die übliche Kost, es gab immer erfrischende Ideen und neue Ausrufezeichen, die sie so einzigartig machten, aber SOL INVICTUS hebt diese Progression auf ein ganz neues Level, man findet keinen einzigen Song, der als „typischer“ Faith No More-Song durchgeht und nichts, was erahnen lassen könnte, was als nächstes passiert. So viele Überraschungen und Besonderheiten habe ich selten auf nur einem Album gefunden. Leider bleibt der Hörspaß an einigen Stellen hinter der Variation von Ideen zurück (siehe z.B. SEPARATION ANXIETY), denn auch als leidenschaftlicher Hörer von Dream Theater, Faith No More oder System Of A Down, Bands, die nun wirklich nicht als leichte Kost durchgehen, ist man hier stellenweise etwas erschlagen von dem Umfang des Ideenreichtums. Insgesamt ist dieses Album wirklich sehr gut, es wird einem so schnell jedenfalls nicht langweilig, aber ich muss ganz ehrlich sein, den einen oder anderen Song der Marke FALLING TO PIECES, EPIC oder DIGGING THE GRAVE hätte ich persönlich gerne gehört, auch wenn das natürlich nichts an der eigentlichen Qualität der neuen Songs ändert. Ein weiterer Faktor, der ein wenig enttäuscht ist die Länge von gerade mal knapp unter 40 Minuten. Nach 19 Jahren hätte es doch ruhig der eine oder andere Song mehr werden dürfen.
Alles in Allem bin ich zwar weitestgehend zufrieden mit den tollen neuen Songs und mit der Tatsache, dass eine meiner Lieblingsbands endlich wieder zurück ist, jedoch wird hier weder das erhoffe Feuerwerk abgebrannt, noch besonders viel Musik geboten und so befinde ich mich auch nach Wochen der Dauerbeschallung irgendwo zwischen glücklich und desillusioniert. SOL INVICTUS ist ein tolles Album, das leider von den übermäßig hohen Erwartungen erstickt wird.

8,5/10
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2015 12:41 PM MEST


Welcome 2 My Nightmare
Welcome 2 My Nightmare
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Anknüpfen an den Klassiker - ist das möglich?, 8. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Welcome 2 My Nightmare (Audio CD)
Zu allererst: WELCOME TO MY NIGHTMARE ist bis heute mein liebstes Album von Alice Cooper, daran wird sich wahrscheinlich auch nie etwas ändern. Sicherlich geht es nicht nur mir so, weshalb es aus Sicht des Künstlers ziemlich riskant sein dürfte einen Nachfolger zu veröffentlichen. Zu schnell wird das Album mit dem Prequel verglichen, zu hoch ist die Erwartungshaltung. Schon bei Rob Zombie's HELLBILLY DELUXE 2 oder bei Fear Factory's REMANUFACTURE wurde von einigen Hörern der Fehler gemacht die beiden Werke mit ihren Vorgängern zu vergleichen. Warum also ein Fortsetzungsalbum veröffentlichen?
Ganz einfach – weil es die Aufmerksamkeit von Medien und früheren Fans auf sich zieht und somit hohe Verkaufszahlen verspricht. Das soll gar kein Vorwurf sein, denn auch Musiker müssen ihr Geld ja irgendwie verdienen, aber so scheint es eben auch bei Alice Cooper der Fall gewesen zu sein. Während Alice eigentlich eine Fortsetzung des kommerziell eher mäßigem Vorgängers ALONG CAME A SPIDER unter dem Titel THE NIGHT SHIFT plante, riet Produzent Bob Ezrin ihm eben zu WELCOME 2 TO MY NIGHTMARE und so warf man die eigentlichen Pläne vorerst über den Haufen. Ich werde das Resultat im Folgenden in kurzen Texten zu den jeweiligen Songs, so wie einem Fazit resümieren. Vergleiche mit dem Originalalbum von 1975 lassen sich auf Grund der gemeinsamen musikalischen und lyrischen Thematik nicht vermeiden.

I AM MADE OF YOU 10/10

Die ersten Töne sind die des 1975-er Songs STEVEN und wirken wie eine „Wilkommen Zuhause“-Fußmatte. Der erste Gänsehautmoment lässt also nicht lange auf sich warten, bevor Alice' mit einem Hall unterlegte Stimme den Opener erst richtig einläutet. Der Song ist sehr ruhig und harmonisch und besteht bis zum Refrain fast ausschließlich aus Klavier und Gesang. Im Refrain verstärken minimalistische Gitarrenakkorde und Drumpatterns den Klangteppich und lassen das Resultat trotz der ruhigen Machart fast schon bombastisch klingen. Großer Pluspunkt des Songs ist der wunderbare Gesang von Alice, welcher den Song in Kombination mit der klaren, hallenden Produktion veredelt. Ein toller Opener, welcher den Zuhörer wie damals der Opener WELCOME TO MY NIGHTMARE in den Bann zieht und willkommen heißt.

CAFFEINE 10/10

Okay, wer jetzt nicht bei COLD ETHYL ist, der kennt besagten Song vermutlich nicht. Ein cooles Riff wird von einem lockeren Drumbeat inklusive Kuhglocke getragen und mit Alices rotzigem Gesang kombiniert. Die Atmosphäre ist teils locker, dann wieder angespannter, denn das lyrische Ich versucht in typischer NIGHTMARE ON ELM STREET-Manier wach zu bleiben und lässt dabei keine Möglichkeit aus. Musikalisch wird diese überdrehte Verzweiflung perfekt rübergebracht und somit extrem druckvoll präsentiert. Das kann einfach nur Spaß machen!

THE NIGHTMARE RETURNS 9/10

Eine Melodie wie aus einer Spieluhr wird von Alice mit kindlicher Stimme und Klavierbegleitung dargeboten und portraitiert die Müdigkeit des lyrischen Ichs, bevor das STEVEN-Thema erklingt und verdeutlicht, dass es den Protagonisten nun doch erwischt hat und er der Müdigkeit erlegen ist. THE NIGHTMARE RETURNS hat eine ähnliche Funktion wie damals YEARS AGO, ein Song, welcher immer wieder als Leitthema diente, was auch auf Konzerten oft deutlich geworden ist. Eigentlich sehr schade, dass der „Song“ hier schon vorbei ist, da hier das erste Mal richtig düstere NIGHTMARE-Atmosphäre aufkommt. Trotzdem wirklich wunderbar zu hören!

A RUNAWAY TRAIN 4/10

„Last call for the nightmare-express“ schallt es aus einem Bahnhofslautsprecher, bevor ein sehr schneller Song beginnt, der wirklich nach einem rasenden Zug aus einem Western klingt. Die Gesangsmelodie dürfte vielen Cooper-Fans schon bekannt vorkommen, denn sie erscheint auch auf dem Song DANCE YOURSELF TO DEATH aus dem 80-er Album FLUSH THE FASHION. Der musikalische Part des Song wurde dazu noch vor Jahren in SUBWAY, einem Song des Dennis Dunaway Project's verwendet. Für alle Neulinge: Dennis Dunaway war der ursprüngliche Bassist der Alice Cooper Band, die bis 1975 existierte. Er ist auch auf diesem Album streckenweise zu hören und war eben für das Songwriting von A RUNAWAY TRAIN/SUBWAY zuständig. Innovation gibt es hier also keine, dazu kommt noch, dass die Melodie auf Dauer sehr anstrengend ist, da es keinen Refrain gibt und man somit eine total überdrehte Melodie auf Dauerbeschallung zu ertragen hat. Lyrisch behandelt der Song den Einstieg in den Albtraum und der Protagonist findet sich auf einem rasend-schnellen Zug wieder, wo er von einer Gruppe aggressiver Männer bedroht wird. Die Aussage „…but I'm a big celebrity“, die das lyrische Ich tätigt ist allerdings ziemlich sinnfrei gewählt. Eigentlich wurde bis dato immer klar zwischen Steven (der Träumende) und Alice Cooper differenziert, da eine Vermischung der Charaktere keinen Sinn für die Story macht und lediglich stört. Der Song endet mit der Kollision des Zuges und einer Wand. Was bleibt ist ein zusammengebastelter Song, der nicht innovativ, nicht gerade der absolute Hörgenuss und nicht mal lyrisch sinnvoll ist. Schwach.

LAST MAN ON EARTH 10/10

Tuba und Akustikgitarre leiten einen lockeren Song ein, der wieder durch eine altertümliche westernartige Atmosphäre besticht. Alice singt selten kratzig und harmoniert dadurch wunderbar mit der besonderen Stimmung und Instrumentalisierung, welche durch den einsatz von Violinen noch auf die Spitze getrieben wird. Der melodische Grundriss von LAST MAN ON EARTH erinnert leicht an SOME FOLKS und bringt somit eine weitere Anlehnung an das Originalalbum mit sich. Zum lyrischen Inhalt: Steven erwacht nach der Kollision des RUNAWAY TRAIN's und stellt fest, dass er der einzige Überlebende und ganz allein auf der Welt ist. Zunächst hinterfragt er noch, was das alles zu bedeuten hat, bevor er sich immer mehr mit seiner Rolle als König seiner selbst anfreundet. Der Song endet mit einem selbstherrlich klingenden Steven, der sich an seiner Allmacht labt und keinen Gedanken mehr an die Gründe für die Umstände verschwendet. Nach Ende des grandiosen Songs ertönt ironischerweise Applaus und Jubel. Wird Steven etwa beobachtet?
THE CONGREGATION 9,5/10

Die Antwort findet man bei dem „Guide“ in THE CONGREGATION. Es handelt sich um einen coolen Rocksong mit klarem Gesang von Alice als „Guide“. Zugegebenermaßen hat es einige Durchläufe gedauert, bis ich mich voll und ganz mit dem doch recht simplen Song anfreunden konnte, welcher nicht nur mit coolen Riffs, so wie Heys und Hos besticht, sondern auch eine ganz wunderbare Geschichte fortführt. Steven wird von einer Peron begrüßt, die sich als „Your friendly guide“ vorstellt und ihn in eine neue Traumwelt, die Hölle führt. Er wird dort fast schon freundlich empfangen und in Form einer Sprechrolle von Rob Zombie (ebenfalls als „The Guide“) herumgeführt. Hier wird wieder die Anlehnung an frühere Songs, in diesem Fall DEVIL'S (na?) FOOD deutlich, in welchem Horrorlegende Vincent Price eine Sprechrolle als „The Curator“ hatte. Macht Sinn oder? Toller Song!

I'LL BITE YOUR FACE OFF 9/10

Ein weiterer rockiger Song, der mit seinem eher gemäßigtem Tempo und der lockeren Spielweise an die Rolling Stones erinnert. Besonders Spaß machen die Vocals und die dazugehörigen Lyrics, welche dem Protagonisten den Teufel vorstellen, einer wunderschönen Frau, die ihr verführerisches Aussehen einsetzt um ihre Opfer schwach zu machen. Nicht nur musikalisch, sondern auch lyrisch also der beste Stones-Song seit Jahren!

DISCO BLOODBATH BOOGIE FEVER 9/10

Der Titel kündigt es bereits an, hier wird wieder mal ein musikalisches Experiment durchgeführt. Discosounds, ein rappender Alice und „Woohoohoo-Chöre“ bilden die Grundlage eines besonderen Songs. Ich weiß eigentlich sollte so etwas nicht funktionieren, aber zu meinem Erschrecken macht der Song eine Menge Spaß, was wohl auch der Metal-Bridge inklusive Hammer-Solo von John 5 zu verdanken ist. Des Weiteren ist das ganze zur Erleichterung vieler nicht bierernst zu nehmen, stattdessen ist es eine Anlehnung an den Song YOU GOTTA DANCE aus dem Alice-Album GOES TO HELL, in welchem Disco als bösartige Foltermethode in der Hölle verwendet wird. So geschieht es auch in DISCO BLOODBATH […], bevor die Arbeit getan ist und man wieder mit Rock n'Roll verwöhnt wird…

GHOULS GONE WILD 7/10

…denn bei den Guls rockt man im Beastie Boys-Style! Es ist wirklich erstaunlich mit welcher Vielfalt Alice Querverweise zu bekannten Interpreten erstellt und das ganze trotzdem noch 100% nach Alice klingt. Ich bin aber ganz ehrlich: Lange Zeit hat mich dieses Lied, insbesondere der zuckersüße Refrain genervt, wie kein anderer Alice-Song. Aber nach und nach freundet man sich doch mit den Guls an, welche wirklich rocken, allerdings keine besondere Rolle in der Story spielen. Sie kommen halt wie im Text erwähnt tatsächlich nur kurz für einen Biss :)

SOMETHING TO REMEMBER ME BY 8/10
Genauso irrelevant für den Plot ist auch SOMETHING TO REMEMBER ME BY, jedoch bietet sich dafür eine wunderschöne Ballade im Stile von YOU AND ME. Das liegt wohl daran, dass es sich hierbei um keinen neuen Song handelt, denn SOMETHING TO REMEMBER ME BY war eigentlich für GOES TO HELL geschrieben worden, jedoch war Alice damals nicht in der Lage die Töne richtig zu treffen, weshalb man den Song erst knapp 35 Jahre später verwendete. Wirklich eine schöne Ballade, allerdings passt sie mit ihrer klebrig-kitschigen Gesangsmelodie irgendwie nicht in's Konzept und wenn ich ehrlich bin ziehe ich I NEVER CRY oder HOW YOU GONNA SEE ME NOW doch vor.

WHEN HELL COMES HOME 10/10

Wieder zurück im Albtraum, werden wir mit einer extrem finsteren Melodie begrüßt, die man in der Form nicht erwartet hätte. Zu der I AM THE SPIDER-ähnlichen musikalischen Gestaltung gesellt sich nämlich noch ein extrem düsterer Text, welcher von den Misshandlungen durch den alkoholabhängigen Vater des Protagonisten und schließlich von dem Mord an seinem Vater handelt. Nicht umsonst baut der Song also auf düsteren, langsamen Gitarrenmelodien und der kindlich verstellten Stimme Coopers. Es lässt sich hier in Anbetracht der gestörten Persönlichkeit des Protagonisten (siehe YEARS AGO, THE BLACK WIDOW, THE AWAKENING oder STEVEN) ableiten, dass es sich gar nicht nur um einen sinnlosen Albtraum, sondern eine Erinnerung handelt. Unterstützt wird das auch von den Steven-Rufen des Vaters. Ein grandioser Song, der sich mit seinem Horror direkt in die eigentliche Geschichte des Stevens einfügt.

WHAT BABY WANTS 9/10

BEAT IT? Irgendjemand? Ja, Alice führt bei WHAT BABY WANTS eine riesige Verbeugung vor dem zu Zeiten des Songwritings verstorbenen Michael Jackson aus. Zu der poppigen Auslegung mit rockigem Gesang gesellt sich niemand geringeres als Popsternchen Ke$ha, welche hier die Rolle des Teufels übernimmt und dabei eine saugute Performance abliefert. Ich kann mir jemals kaum eine Stimme vorstellen, die besser in das Wortgefecht zwischen Steven und einem sexy Satan passen würde. Anknüpfend an I'LL BITE YOUR FACE OFF, geht es hier mal wieder um die bösen Absichten der schönen Frau, welche mit bitterbösen Text den ultimativen Preis von Steven fordert: Seine Seele.

I GOTTA GET OUTTA HERE 10/10

Glocken läuten und ein von Akustikgitarren und lockeren Drumbeats geprägter Song läutet die Schlussphase des Albums ein. Ein rockiger Refrain gesellt sich zu spaßigen Strophen und gibt somit die musikalische Steilvorlage für ein Happy End. Doch dem ist nicht so, nachdem Steven seinen Traum humoristisch Revue passieren lässt und sich schon darauf freut in seinem Bett aufzuwachen, endet der Song so genial wie er nur Enden kann, nämlich mit den von Chören gesungenen Worten:

„Isn't the message clear to you yet? Sonny, what part of dead don't you get?”

Insofern stellt I GOTTA GET OUTTA HERE ein musikalisches und lyrisches Äquivalent zu ESCAPE dar, dem Song der damals Steven aus seinem ersten Albtraum hat entkommen lassen. Nur diesmal gibt es kein Happy End mehr für den Protagonisten, was auch durch den stagnierenden Pulsschlag in dem Bonustrack FLATLINE deutlich wird. Mach's gut Steven!

THE UNDERTURE 9/10

Zu guterletzt gibt es ein Instrumental, welches die „besten“ Melodien aus den 2 NIGHTMARE-Alben orchestral vertont. Gar keine schlechte Idee könnte man meinen. Wirklich Spaß macht das Ganze sogar. Neben den Songs vom Originalalbum (WELCOME TO MY NIGHTMARE, DEVIL'S FOOD, ONLY WOMEN BLEED, STEVEN, YEARS AGO, THE AWAKENING, THE BLACK WIDOW) stinken die eigentlich tollen Melodien vom neuen Album (SOMETHING TO REMEMBER ME BY, GHOULS GONE WILD, DISCO BLOODBATH BOOGIE FEVER) ziemlich ab. Letztgenannte Songs werden dadurch natürlich nicht schlechter, allerdings vermittelt der Kontrast eigentlich nur, dass früher alles besser war. Trotzdem ein schöner Abschluss des Album, unglücklich gewählt hin oder her!

FAZIT

Nach erstmaligem Durchhören war ich zunächst irgendwo zwischen überfordert und enttäuscht. DAS sollte der Nachfolger des vielleicht besten Rockalbums aller Zeiten, so sehe ich das zumindest, sein? Irgendwie war das Endresultat eher ernüchternd. Trotz einiger toller Songs und einer noch besseren Story wurde W2MN meinem Lieblingsalbum einfach nicht gerecht. Es dauerte eine ganze Zeit und unzählige Durchläufe des Originalalbums bis ich WELCOME 2 MY NIGHTMARE wieder entstaubte und dem Album eine neue Chance gab. Ohne die beim ersten Hören dagewesene Anspruchshaltung klang das ja gar nicht schlecht. Im Gegenteil: Es klang sogar deutlich besser, als ich es in Erinnerung hatte. Die guten Songs klangen noch besser und die vermeintlich schwachen Songs wurden ebenfalls immer attraktiver. Das konnte doch gar nicht sein, dachte ich mir und hörte das Album noch einmal durch…und noch einmal…und noch einmal. Und nun, X Durchläufe später habe ich das Werk erst richtig verstanden. Es soll gar nicht an den Glanz des Originalalbums anschließen, es ist viel mehr ein Tribut an dieses. Es tummeln sich nur so Anlehnungen und kleine Hinweise in Musik und Story. Und genau das macht WELCOME 2 MY NIGHTMARE so einzigartig. Selten habe ich mich so sehr zuhause gefühlt. Es ist eine nostalgische und doch erfrischende Rückkehr an einen schaurig-schönen Ort. So und nicht anders lässt sich W2MN definieren! Klar, nicht alles sitzt perfekt, nicht jede Idee ist die originellste und die Story bleibt trotz aller Finesse weit hinter der des Originalalbums zurück, doch das alles rückt in den Hintergrund, wenn man bedenkt, welch ein Geschenk dieses Album doch ist. Es ist ein Dankeschön und eine Verbeugung zugleich, es fesselt und lässt den Zuhörer in Erinnerungen schwelgen.
Ich höre das Album heute regelmäßig. Laut, oft und mit einer Menge Spaß dabei – genau das zählt!

WELCOME 2 MY NIGHTMARE 9/10


Born Villain
Born Villain
Preis: EUR 7,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder auf Kurs..., 21. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Born Villain (Audio CD)
Wir schreiben das Jahr 2015 und Marilyn Manson scheint mit THE PALE EMPEROR wieder zu alter Stärke zurückgefunden zu haben. Doch statt sich freudig in den Armen zu liegen, diskutieren die Fans nach wie vor über die vorangegangenen „schwächeren“ Alben. Mit diesem Disput im Hinterkopf sah ich mich in der Pflicht meiner Meinung bezüglich BORN VILLAIN Gehör zu verschaffen und werde dabei versuchen THE PALE EMPEROR oder auch THE HIGH END OF LOW im Blick zu behalten. Meine Rezension besteht aus Einzelkritiken der Songs und letztlich einem Fazit, welches den Lesefaulen unter euch auch ohne die Einzelkritiken einen Überblick verschaffen sollte :)

HEY, CRUEL WORLD… 10/10

Der Song wird ruhig eröffnet, erst Samples, dann Schlagzeug, eine Gitarrenmelodie und ruhiger Gesang von Manson. Plötzlich ist nichts mehr übrig von der Ruhe, denn es folgt ein explosionsartiger Einstieg in die erste Strophe, welche durch harte Riffs und aggressiven Gesang besticht. Selbiges gilt auch für den Refrain, welcher nicht nur zum Headbangen, sondern auch zum Mitgröhlen einlädt. Auch textlich lässt HEY CRUEL WORLD… nicht zu wünschen übrig, denn Textzeilen wie „Center of the universe can not exist, when there are no edges“ geben mehr als nur einen Denkanstoß. Ein Manson-typischer Rocker, welcher nach dem schwächeren THE HIGH END OF LOW und dessen Opener-Gejaule in Form von DEVOUR nicht zwingend zu erwarten war. Top!

NO REFLECTION 8/10

Der Song legt mit einem poppig-düsterem Riff direkt los und entpuppt sich als deutlich eingängiger, als der Opener. Mitnicken lässt sich kaum vermeiden, wenn Manson seine pessimistischen Ansichten auf den Hörer loslässt. Auch der Refrain geht direkt in's Ohr, was wohl dem einfachen Aufbau des Songs zu schulden ist. NO REFLECTION ist ein solider Rocker mit Ohrwurmpotenzial, der nicht zwingend der anspruchsvollste Song ist, aber dennoch Spaß macht.

PISTOL WHIPPED 8/10

Nach einer ziemlich langen Geräuschkulisse als Intro, setzt eine basslastige ruhige Melodie ein, bevor Manson mit gequälter Stimme loslegt. Die Strophen sind weiterhin sehr minimalistisch und doch verspielt, der Refrain ist ebenfalls sehr simpel, jedoch wirken die einsetzenden Gitarren im Kontrast schon fast bombastisch. Textlich wird in erster Linie körperliche Misshandlung einer Frau in den Vordergrund gestellt, wobei Zeilen wie „You're a little pistol and I'm f***ing pistol whipped“ eine Menge Interpretationsfreiraum lassen. Cooler Song, der in erster Linie durch die verspielte und dennoch düstere Atmosphäre überzeugt.

OVERNEATH THE PATH OF MISERY 9/10

Als Intro dient ein von Marilyn Manson gelesener Auszug aus Shakespeares MACBETH, bevor das nächste düstere Riff begleitet von einem verschrobenen Rhythmus in gehobenem Tempo loslegt. Der Gesang ist wenig variabel, wirkt jedoch sehr düster, bevor der von Schreien und Riffs durchzogene Refrain einsetzt. Zu dieser bizarren Klangkulisse ist selbstverständlich auch ein lyrisches Leckerbissen zu erwarten. Das Thema ist in erster Linie die mit einer Liebe einhergehende Abhängigkeit, aber auch die Findung seiner selbst. Generell bleibt der Text sehr subtil, es werden immer wieder Symbole, Metaphern und Bezüge zu Shakespeare verwendet um den seelischen Zustand des lyrischen Ichs zu portraitieren. Unter'm Strich ist OVERNEATH THE PATH OF MISERY ein kleines Meisterwerk, bedingt durch Text und Atmosphäre. Der beste Manson-Song seit THE GOLDEN AGE OF GROTESQUE!

SLO-MO-TION 6,5/10

Eine Bassline und ein Schlagzeugbeat eröffnen den eher schleppenden Song. Dazu gesellen sich nach und nach Gitarre und Gesang. Das Gesamtbild wirkt sehr minimalistisch und der Song wirkt wie in…ja…SLO-MO-TION halt. Der Refrain ist kaum von der Strophe zu unterscheiden und gesanglich hat man sicher schon bessere Leistungen von Manson gehört, trotzdem ist dem Song sein Ohrwurmpotenzial nicht abzusprechen. „Verspielt“ ist mal wieder das Zauberwort, der Song hat auf jeden Fall das gewisse Etwas, auch wenn das Gesamtbild bei weitem nicht perfekt ist.

THE GARDENER 5/10

„I'm not man enough to be human, but […] I'm learning to fake it.” So beginnt ein basslastiger und melodiearmer Song, dessen Strophen nur das gesprochene Wort, statt Gesang beinhalten. Erst im Pre-Chorus und im Chorus gibt es so etwas wie Melodie, vor allem der Chorus besticht durch den rockigen Stil und einem schreienden Manson. Wie beim Vorgänger würde ich gerne sagen, dass THE GARDENER „das gewisse Etwas“ besitzt, aber das ist leider keine Entschuldigung für die musikalische Langeweile, die in den Strophen entsteht. Lyrisch ist THE GARDENER hochanspruchsvoll und dennoch bizarr, jeder sollte sich am besten selber ein Bild von der Bedeutung machen, ich kann leider nur mutmaßen, was Marilyn Manson hiermit sagen wollte. Der Song selbst ist leider eher schwach.

THE FLOWERS OF EVIL 7/10

Schlagzeug und Bassgitarre tragen die düsteren Strophen, Manson übt sich dazu in melodischem Sprechen. Dieses Bild zieht sich eine ganze Weile relativ monoton dahin, bis ein Refrain erster Güte einsetzt, der einfach nur absolut rockt und gute Laune macht! Vor allem neben den Strophen wirkt der Refrain sehr dynamisch und mitreißend, für ihn würde ich 10/10 Punkte vergeben. Aber die Strophen…klar sie dienen dem Spannungsaufbau, aber leider freut man sich erst dann wieder, wenn der Refrain wie eine Art Erlösungsschlag ertönt. Schade eigentlich um den 1A-Refrain, denn der hätte sicher das Sahnehäubchen auf einem guten Song abgegeben.

CHILDREN OF CAIN 10/10

Zu einem schweren, langsamen elektronischen Beat gesellt sich nach einiger Zeit eine düstere Akkordfolge, die puren Pessimismus
atmet. Manson lässt seine bösartigen Vocals erklingen und macht diesen Song damit zu der vertonten Depression. Zum Glück hatte das keine Einwirkungen auf die kompositorischen Fähigkeiten von Mr. Warner, denn auch der verzweifelt anmutende Refrain wartet mit einer einprägsamen Melodie auf und bei der Bridge garantiere ich eine schaurig-schöne Gänsehaut. Textlich wird die depressive Klangkulisse gestützt, denn in erster Linie wird das Thema von HEY, CRUEL WORLD… fortgeführt, indem die Erde in den negativen Fokus von Mansons Poesie gerät. Es bleibt ein Song, wie er düsterer kaum klingen könnte, für diese Emotionsflut ist die Höchstnote drin. Der bis jetzt beste Song auf BORN VILLAIN.

DISENGAGED 3/10

„Ah-ah-ah-ah“ flüstert Manson in's Mikrofon, bevor ein düsterer Mid-Tempo-Song einsetzt, der leider lediglich durch die Härte des Refrains überzeugen kann. Auch dieser ist nicht das Wahre, allerdings wirkt er neben den Strophen im Ansatz einprägsam. Leider ein Lückenfüller über den ich keine weiteren Worte verlieren will.

LAY DOWN YOUR GODDAMN ARMS 6/10

Ein verschrobener Rhythmus und ein schwammiges Gitarrenriff bilden die Basis für diesen Song. Die Strophen sind relativ monoton, es folgt allerdings ein Break und ein sehr cooler Refrain, der extrem verzweifelt und das Highlight des Songs darstellt. Die Strophen wissen zwar Spannung aufzubauen, allerdings entsteht letztendlich das gleiche Problem, wie schon bei THE FLOWERS OF EVIL, denn der Refrain ist mit Abstand das Beste am Song. Nicht weiter nennenswerter Song.

MURDERERS ARE GETTING PRETTIER EVERY DAY 10/10

Woah, was für ein Tempo. Wer nach wenigen Momenten nicht an Geniestreiche wie BURNING FLAG oder 1996 denkt, der hat vielleicht einen kleinen Kulturschock. MURDERERS […] reiht sich nahtlos hinter besagten Klassikern ein und überzeugt mit einer absoluten Härte – musikalisch und stimmlich. Dier Bridge wird wieder etwas ruhiger, dafür nicht minder aggressiv, bevor Manson wieder angepisst wie eh und je im nächsten Refrain wütet. So wollen wir den Antichrist Superstar hören! Wahnsinn!

BORN VILLAIN 8/10

Akustikgitarre und eine Melodie à la GREAT BIG WHITE WORLD eröffnen den Titelsong und sorgen so für eine Verschnaufpause nach dem vorangegangenen Feuerwerk. Im Verlaufe des Song fühlte ich mich teilweise an eine Akustikversion von DRIED UP, TIED AND DEAD TO THE WORLD erinnert. Das soll was heißen. BORN VILLAIN bleibt ruhig aber dennoch spannend. Lediglich gegen Ende des Songs entlädt sich die aufgebaute Atmosphäre in einem rockigen, tollen Rock-Song! Gefällt!

BREAKING THE SAME OLD GROUND 8/10

Eine Spieluhr wird aufgedreht, eine schöne Melodie beginnt und Manson sind begleitet von dieser zunächst etwas monoton, danach sehr emotional. Die Stimmung ist nur schwer zu beschreiben, irgendwo zwischen Hoffnung und Verzweiflung siedelt sich jedoch ein schöner Song an, der einfach nur gerne gehört wird. Irgendwie wirkt das ganze wie eine Einschlafmelodie, bis wieder der Refrain für Gänsehaut sorgt. Das Ende wirkt etwas abrupt, dennoch ein toller Closer für das Album.

Fazit

Eines ist BORN VILLAIN auf jeden Fall: Düster. Kaum ein Song wartet mit guter Stimmung auf, ein Mol-Akkord jagt den nächsten und die Texte sind meist pessimistische Frage und vernichtende Antwort zugleich. Seit HOLY WOOD hat es keine derart vernichtende Hommage an die Existenz des Existenten gegeben.
Aber schlägt sich diese Depression auch in der Qualität der Songs wieder?
Jein. Marilyn Manson war vor der Aufnahme von BORN VILLAIN am Ende. Sein Denkmal hatte er sich mit den Vorgängeralben selbst eingerissen, die Plattenfirma hat ihn rausgeschmissen und auch stimmlich war er nur noch ein Schatten seiner selbst. Es musste wohl so schnell wie möglich ein neues Album für ein neues Label herhalten und dementsprechend wirkt vieles auf BORN VILLAIN gezwungen und unfertig. Aber es gibt eben auch jene Songs, die einfach vor negativer Energie überlaufen und das sind die Songs, die BORN VILLAIN von THE HIGH END OF LOW unterscheiden. Manson klang stellenweise wieder wie er selbst. Nicht mehr aufgesetzt, dafür ehrlich. Angepisst von allem entstanden Songs wie CHILDREN OF CAIN, OVERNEATH THE PATH OF MISERY und MURDERERS ARE GETTING PRETTIER EVERY DAY. Leider gibt es unter den 13 Songs noch einige Ausfälle oder Lückenfüller, aber diese seien Manson anhand der Umstände verziehen. BORN VILLAIN ist kein ausgereiftes Album wie ANTICHRIST SUPERSTAR oder der Nachfolger THE PALE EMPEROR, viel mehr ist es eine Momentaufnahme die andeutet, dass es wieder in die richtige Richtung geht, aber auch, dass es noch ein langer Weg sein sollte, bis Manson wieder seinen Ansprüchen gerecht werden wird.

7,5/10


Welcome To My Nightmare [+Bonustracks]
Welcome To My Nightmare [+Bonustracks]
Preis: EUR 7,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welch wunderbarer Albtraum..., 27. Januar 2015
Alice Cooper ist ohne Frage ein grandioser, doch meist auch gänzlich unterschätzter Künstler. Mit Alben wie TRASH, BILLION DOLLAR BABIES oder auch unbekannteren Werken wie DADA hat er einige Male seine Qualitäten als Ausnahmekünstler unter Beweis gestellt. Doch es gibt ein Album von ihm, welches ganz besonders unterschätzt wurde und wird. Nicht, weil es in Verruf geraten ist oder schlicht nicht erfolgreich war - nein - WELCOME TO MY NIGHTMARE hat nur einfach nie den Ruf erlangt, der ihm zusteht: Der Ruf eines der besten Alben aller Zeiten zu sein.
Denn nicht nur musikalisch bietet das erste Solo-Album von Alice Cooper eine Menge zu bestaunen. Auch die konzeptuelle Geschichte, die sich durch das gesamte Album zieht ist so anspruchsvoll, wie genial.

Ich werde im Folgenden die einzelnen Songs analysieren - musikalisch und textlich - und anschließend ein Fazit folgen lassen, welches meine Meinung so gut wie möglich resümiert.

WELCOME TO MY NIGHTMARE

Der Song eröffnet ruhig, mit einer skurrilen Gesangsmelodie, die für eine schaurig-schöne Atmosphäre sorgt, bevor ein Meisterwerk folgt, welches Blues, Jazz und Rock wunderbar kombiniert. Es überzeugt vor allem die Komplexität mit welcher die verschiedenen Instrumente inszeniert werden. Man hört wunderbare, impregnante Melodien, wo man nur hinhört. Thematisch bildet der Song eine Art Einleitung in das Folgende, so wird man, wie der Titel schon sagt hineingeführt in einen Albtraum - Der Albtraum von Steven...

DEVIL'S FOOD

Nach einem kurzen Gitarrenintro, beginnt ein schleppender Rocker, der mit seiner Gesangsmelodie die eine oder andere Gänsehaut garantiert. Es folgt ein Prechorus mit Hintergrundchören, bevor deren Hintergrundmelodie im Refrain die Oberhand gewinnt. Statt einer zweiten Strophe folgt ein Monolog von Filmlegende Vincent Price. Dieser begrüßt den schlafenden Steven in dem ersten Teil des Traumes. Die Thematik sind hierbei Spinnen, insbesondere die schwarze Witwe...

THE BLACK WIDOW

"These words he speaks are true...", eröffnet Alice den Song. Während des Songs setzt er fast dauerhaft auf eine Art melodisches Sprechen, untermalt von einem für die Zeit sehr harten und schnellen Song. Nichtsdestotrotz ist dieser im Vergleich zu den vorangegangenen Titeln nicht minder anspruchsvoll. Eine tolle Melodie jagt die nächste, speziell in der Bridge wird wieder auf Bläser gesetzt, welche das Kunstwerk gänzlich veredeln. Der Text knüpft an den Monolog aus DEVIL'S FOOD an. Das lyrische Ich beschreibt seine von Angst geprägte Faszination für Spinnen, welche in vielerlei Hinsicht als Symbol für den Tod und das Töten gedeutet werden können. Töten ist für Spinnen - wie im Text beschrieben - ein natürlicher Vorgang, so tötet die weibliche Spinne oftmals ihren Partner, was sich auch noch auf den lyrischen Inhalt von WELCOME TO MY NIGHTMARE beziehen lassen wird.

SOME FOLKS

Eine vom Swing geprägte Melodie gepaart mit Fingerschnipsen setzt ein. Dazu singt Alice besonders tief und eindringlich. Der Song bleibt sich treu und beinhaltet wieder mal Bläser und andere musikalische Besonderheiten. Zu diesen zählt vor allem der einem Break folgende Rock-Part inklusive tollen Gitarrensoli. Der lyrische Inhalt ist schwer zu deuten, allerdings lässt sich durch einige Verse feststellen, dass sich SOME FOLKS auf die nächste Angst des Protagonisten bezieht: Die Abhängigkeit von Drogen, in diesem Fall synthetischem Heroin (siehe „Some Folks crave the blue lady“).

ONLY WOMEN BLEED

Schon nach den ersten Tönen ist zu hören, dass es sich bei ONLY WOMEN BLEED um eine Ballade handelt, die kaum eine kitschigere Melodie haben könnte. Alice singt hier wirklich wunderschön und wird zunächst lediglich von einer Akustik-Gitarre begleitet. Mit der Zeit setzen Streicher ein, anschließend erneut Bläser und Hintergrundchöre. Dann beginnt die Bridge, welche nicht nur absoluten Bombast bietet, sondern auch Motive aus DEVIL'S FOOD. Thematisch bezieht sich ONLY WOMEN BLEED auf das Leiden von Frauen unter ihren Ehemännern, der Song ist also durchaus sozialkritisch angehaucht. Der Text lässt sich aber durchaus wieder auf das lyrische Ich zurückführen, welches seine Frau offensichtlich nicht gut behandelt und immer wieder Gewissensbisse hat.

DEPARTMENT OF YOUTH

Logisch, nach SCHOOL'S OUT, NO MORE MR. NICE GUY und ELECTED brauchte man auf WELCOME TO MY NIGHTMARE wieder potenzielles Chartfutter. Und so wurde DEPARTMENT OF YOUTH komponiert, einer der besten Rocker von Alice Cooper. Im Vergleich zu dem Rest des Albums ist der vorliegende Song schon ziemlich einfach gehalten. Ein klassischer Rocksong mit wenigen Besonderheiten, dafür mit schönen Melodien und rotzigem Gesang. Der Text weicht von der Konzeptstory ab, sollte also nicht in Zusammenhang mit den restlichen Songs gebracht werden. Dennoch ist auch hier wieder ein toller humoristischer Song entstanden.

COLD ETHYL

Und ein weiterer straighter Rocker. COLD ETHYL ist aus musikalischer Sicht einfach ein cooler Song, der mit einer coolen Gitarrenmelodie, einem einfachen Beat und einem netten Refrain aufwartet. Es gibt wenig Extravagantes, dennoch muss man einfach mitwippen und – singen. Viel interessanter ist hingegen der geniale, morbide Text. Grundsätzlich lässt sich dieser in zweierlei Richtung auslegen. Die erste und offensichtlichere Interpretation: COLD ETHEL (sic!) ist eine tote Frau, von der sich der Protagonist sexuell angezogen fühlt. Es werden immer wieder sexuelle Anspielungen gemacht, welche diese Interpretation unterstreichen, dazu noch das Gestöhne gegen Ende des Songs und man Nekrophilie ist die offensichtlichste Thematik. Allerdings gibt es einige Details, die einen komplett anderen Interpretationsansatz zulassen. So heißt das Lied nicht COLD ETHEL (Ethel als Frauenname), sondern COLD ETHYL (von Ethylalkohol). Zeilen wie „We met last night, making love by the refrigerate light“ deuten ebenfalls auf Alkoholmissbrauch hin. So steht diese Zeile für das Bild des klassischen Alkoholikers, der nachts aufsteht und sich im Licht des Kühlschranks einen Drink genehmigt. Da man in Träumen oftmals mehrere Ereignisse aus der Realität miteinander verknüpft, ist diese Doppeldeutigkeit wohl bewusst gewählt, um den kruden Verstand des Protagonisten zu portraitieren. Genial!

YEARS AGO

Eine gruselige Melodie, wie aus einer Spieluhr beginnt und baut eine unglaublich bizarre Atmosphäre auf. Dazu noch der kindliche Gesang von Alice und man hat einen unglaublich skurrilen Song, der in dem schleichenden Tempo einfach nur noch als „creepy“ zu bezeichnen ist. Man fühlt sich wie in einem Gruselkabinett für Kinder, nur, dass die träumende Person ein erwachsener Mann ist. Klingt verrückt? Ist es auch – vor allem in Bezug auf den Text. Der Protagonist leidet anscheinend unter einem Kindheitstrauma („all my toys are broken and so am I inside mom“), jedenfalls stellt YEARS AGO die Zerrissenheit des Träumenden dar. Er kann sich nicht von seinem kindlichen Ich trennen („I'm a little boy“ - „No, I'm a great big man“ - „Let's be a little boy for a little while longer…maybe an hour?“). Diese Psychose wird unter Psychologen oft als Peter-Pan-Syndrom bezeichnet. Der Monolog des Träumenden ist wie eine Unterhaltung zwischen seinen zwei Persönlichkeiten gestaltet: Dem erwachsenen Mann und dem kleinen Junge. Letztlich fragt eine der Persönlichkeiten „Isn't that our Mom calling?“, bevor die „Mutter“ den jungen mit dem Namen Steven ruft. Es bleibt zunächst ungeklärt, ob die Rufe Einbildung sind oder den Schlafenden in Wirklichkeit wecken sollen.

STEVEN

Der Song eröffnet mit einer Klaviermelodie, die so unglaublich nah geht, dass man sich fast selber wie in einem Albtraum fühlt. Anschließend singt Alice extrem weinerlich und kindlich, immer begleitet von Klavier und Bass. Die balladesken Strophen werden von einem bombastischen Refrain mit „Steven!“-Chören abgelöst, bevor nach der zweiten Strophe eine Bridge gibt, die mindestens so episch ist, wie sämtliche Pink Floyd-Alben zusammen. Nun ja, das ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber nur so viel zur Dramaturgie, die bei STEVEN an den Tag gelegt wird. Der Text ist ein weiterer Monolog vom schlafenden Steven. Er scheint einen Sterbenden zu verabschieden. Dieser ist allerdings niemand anderes als Steven selber. Er versucht sich von seinem kindlichen Ich zu trennen („You only lived a minute of your life“, „I don't want to feel you die, but if that's the way the god has planned you…I'll put pennies on your eyes”) und tut sich dabei hörbar schwer. Wieder scheint der Protagonist eine Stimme zu hören, die ihn ruft…

THE AWAKENING

Eine weitere düstere Melodie ertönt und Alice singt dazu erst leise, bei einsetzenden Gitarren dann laut. THE AWAKENING ist erneut eines dieser Lieder, welches vor allem mit der kruden Atmosphäre überzeugt, welche sich perfekt mit dem Text deckt. Steven ist nun aufgewacht und muss feststellen, dass er geschlafwandelt ist und dabei seine Frau ermordet hat. Somit sind auch die Schreie seiner scheinbaren „Mutter“ erklärt, welche sich wie ein Mysterium durch die vorherigen Songs gezogen hat. Steven hat geträumt sein kindliches Ich zu töten, doch hat in Wahrheit seine Frau ermordet, welche versucht hat ihn aus dem Schlaf zu wecken. Doch Steven scheint sich dadurch nur stark zu fühlen, („It makes me feel like a man“) was seine Faszination für das mörderische Verhalten von Spinnen gegenüber ihren Partnern erklärt oder zumindest andeutet (Um den gesamten Umfang von Stevens Psyche zu verstehen, sollte man sich unbedingt ALONG CAME A SPIDER zulegen und auch den Song WIND-UP TOY aus dem Album HEY STOOPID! anhören).

ESCAPE

Zum Abschluss gibt es einen weiteren Rocksong, der die vorangegangene Anspannung auflockert und vor allem durch seine coolen Riffs und den erneut rotzigen Gesang überzeugt. Besonders gelungen ist erneut die Bridge, die ziemlich verzweifelt klingt und somit auch musikalisch den lyrischen Inhalt beleuchtet. Mit dem Ausweg (aus dem englischen „Escape“) ist hier erneut der Drogenkonsum gemeint, was vor allem die Zeile „I'm crying in my beer“ belegt. Der Protagonist versucht seinen Kummer in Alkohol zu ertränken, was nicht zwingend auf das Drama von Steven zurückzuführen ist. Zunächst erscheint das zwar gar nicht so abwegig, allerdings kann man aus späteren Songs (z.B. WIND-UP TOY oder I AM THE SPIDER) herleiten, dass Steven mit seiner Tat nicht ungestraft davongekommen ist, sondern über Jahre in einer psychischen Anstalt gefangen gehalten wurde. Dennoch ein cooler Text zu einem klasse Song, der ein mehr als grandioses Album abschließt.

FAZIT:

WELCOME TO MY NIGHTMARE ist nicht nur das vielleicht beste Cooper Album, es ist auch ein Meisterwerk, welches selbst Meilensteine wie TOMMY von THE WHO in den Schatten stellt. Es handelt sich hier schlicht um eines der besten Alben aller Zeiten. Vielleicht bieten einige andere Musiker „besseren“ Gesang oder Spieltechnik, jedoch gab es nie ein Album, das so grandios musikalische und lyrische Extravaganz kombiniert ohne aufgesetzt zu wirken. WELCOME TO MY NIGHTMARE sollte in keiner Plattensammlung fehlen, vorausgesetzt die besagte Person kann sich für Rockmusik begeistern. Wer WELCOME TO MY NIGHTMARE auf sich wirken lässt und versucht sich auch auf das textliche Konzept zu konzentrieren, der bekommt das volle Paket an kompositorischer Klasse, Interpretationsfreiheit, Obszönitäten und Bombast. Das Album überhaupt!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 25, 2015 7:56 PM CET


The Pale Emperor
The Pale Emperor
Preis: EUR 7,99

60 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hurra Hurra, der Antichrist ist wieder da!, 16. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: The Pale Emperor (Audio CD)
Im Vorfeld einer Veröffentlichung von Marilyn Manson ist es für die Fans nie so einfach. Die letzten Jahre haben uns gelehrt, dass sich einiges getan hat im Hause Manson. Nicht, dass es nur die stetig wechselnde musikalische Ausrichtung ist, denn diese blieb eigentlich noch nie über mehr als zwei Veröffentlichungen gleich, nein, auch qualitativ weiß man spätestens seit THE GOLDEN AGE OF GROTESQUE nicht mehr, was man zu erwarten hat. Während besagtes Album trotz der Vorwürfe von Ausverkauf und sogar Stumpfsinn einen relativ guten Ruf hat, wurde die Fangemeinde vom Selbstportrait EAT ME DRINK ME umso mehr gespalten. Auch die Rückkehr von Twiggy Ramirez und das relativ uninspirierte THE HIGH END OF LOW änderten daran nichts. Jetzt, nicht einmal drei Jahre nach dem überwiegend positiv aufgenommenen BORN VILLAIN, kehrt der einstige Antichrist Superstar mit THE PALE EMPEROR zurück. Wieder trägt er ein neues Gewand und wieder wird er mit diesem polarisieren.
Im Folgenden werde ich die Songs einzeln bewerten und letztlich ein Fazit folgen lassen. Wer nicht genug Zeit oder Lust hat, alles zu lesen, der möge doch einfach alles bis zum Abschnitt „Fazit“ überspringen :)

KILLING STRANGERS 10/10

Der Song eröffnet mit schleppenden Percussion-Einsätzen und ein paar elektronischen Elementen. Nachdem auch die Existenz von Gitarren bewiesen wird, sinkt Manson sehr düster, fast schon gequält. Sowohl die Strophen, als auch der Refrain sind sehr minimalistisch gehalten. Der Song ist zwar eingängig, aber ziemlich Finster. Ich fühlte mich beim ersten Hördurchgang ein wenig an die zweite Hälfte von THE HIGH END OF LOW mit einigen MECHANICAL ANIMAL-Einschlägen erinnert. Interessant, vor allem als Opener, mitreißen will ein das ganze zunächst trotzdem nicht so richtig. Der Song wächst allerdings mit der Zeit, bis er sich nach einigen Hördurchgängen unnachgiebig im Kopf festsetzt. Vielleicht wäre als Opener eher ein Song geeignet, der „catchy“ genug ist, den Hörer direkt zu packen. So entsteht beim ersten Hören der Eindruck KILLING STRANGERS sei ein durchschnittlicher Song, aber dem ist nicht so. Denn die Theatralik, die mit der langsam erzeugten Spannung einhergeht, sucht ihresgleichen. Unbedingt mehrmals hören, dann wird KILLING STRANGERS zum absoluten Genuss!

DEEP SIX 10/10

Nach einem sehr elektronischen Intro und einer kurzen Gitarrenhinführung legt der Antichrist los, erst ruhig, dann brüllenderweise. Vom Stil lässt sich der Song vielleicht mit HEY…CRUEL WORLD vom Vorgängeralbum vergleichen. Mit Volldampf und richtig Emotionen geht's auch weiter. Was ich jedoch ziemlich interessant finde, ist, dass der Song trotz der beschriebenen Härte unglaublich eingängig, fast schon poppig daherkommt. Ein Song, wie ich ihn mir von Manson heutzutage wünsche. Hätte auch gut auf THE GOLDEN AGE OF GROTESQUE oder BORN VILLAIN Platz gefunden.

THIRD DAY OF A SEVEN DAY BINGE 9/10

Hier sind wir auch schon bei der ersten Single angekommen. Ein ruhiger, ziemlich melancholisch anmutender Song, der dennoch eingängig ist. Lässt sich super nebenbei hören, aber auch gerne bei voller Lautstärke genießen. Obwohl einem hier keine besonders kreative Kost geboten wird, wirkt der Song nicht langweilig. THIRD DAY OF A SEVEN DAY BINGE wirkt eher extrem flüssig und locker. Die vielen Samples verschmelzen perfekt mit Bass & Gitarre. Keine pure Innovation, aber dafür ein zunächst gewöhnungsbedürftiger Hörgenuss.

THE MEPHISTOPHELES OF LOS ANGELES 10/10

Ein weiterer ruhiger Anfang, dann poppige Samples und ein Tempowechsel. Auch hier verschmelzen Samples und Gitarrenmotive wieder hervorragend. Erinnert ein wenig an THE FLOWERS OF EVIL vom Vorgänger. Der Refrain ist mitreißend und macht richtig Spaß, was sich sicher auch bei den anstehenden Konzerten der „The Hell Not Hallelujah Tour“ bezahlt machen wird. Wie auch schon bei den bisher beschriebenen Songs, gibt es wenig Aggressives oder Extravagantes zu bestaunen, aber der Song zündet einfach und bleibt im Ohr!

WARSHIP MY WRECK 9/10

Der Track beginnt mit Samples im einfachen Vierviertel-Takt, dazu eine elektronische Melodiespur und ein Antichrist in stimmlicher Bestform. Nach einer kurzen Pause setzt sich der Song in ähnlichem Tempo fort – jetzt mit Gitarren & Drums. Der Song ist zwar schwerfällig hat aber einen fast schon episch anmutenden Unterton, vielleicht lassen sich hier Vergleiche zu CHILDREN OF CAIN ziehen, auch wenn besagter Song noch deutlich depressiver klang. WARSHIP MY WRECK setzt sich weiter schwerfällig fort, irgendwie gefällt das Konzept, aber wie auch schon bei THIRD DAY OF A SEVEN DAY BINGE und KILLING STRANGERS gibt es wenig Aufregendes zu finden. Das stört zwar ab & zu nicht und im Einzelnen ist auch WARSHIP MY WRECK ein guter Song, jedoch würde man sich doch etwas mehr Abwechslung wünschen.

SLAVES ONLY DREAM TO BE KING 9/10

Als Intro dient diesmal eine Rede von Martin Luther King, bevor ein hartes Riff einsetzt. Manson singt und schreit, wie zu ANTICHRIST SUPERSTAR-Zeiten. Der Refrain ist etwas weniger hart, dafür aber umso finsterer. Es werden weiterhin Ausschnitte von Reden eingestreut, welche sich mit Mansons beschwörendem Gesang abwechseln. Dazu noch einige Samples und schon hat man einen weiteren Sonderfall von Song, wie er nur von Marilyn Manson stammen kann!

THE DEVIL BENEATH MY FEET 9/10

Drums & Bass dienen als einstieg, auch wieder mit elektronischem Touch. Sehr eingängig, aber wieder sehr minimalistisch. Das mittlere Tempo trägt maßgeblich zum Wiedererkennungswert bei, doch vor allem die ruhigeren Parts sorgen für Aufhorchen. THE DEVIL BENEATH MY FEET hat vielleicht einen finsteren Titel, der Song klingt allerdings sehr positiv und ziemlich poppig. Letztlich ein überdurchschnittlich guter Rocksong, der durchaus zum Mitsingen und –nicken einlädt.

BIRDS OF HELL AWAITING 3/10

Nach einem ziemlich verstörenden Einstieg, bedingt durch verzerrte Schreie und elektronischen Spielereien, folgt ein langsamer, düsterer Song, der fast ausschließlich aus Drums, Elektronik und Gesang besteht, bevor ein Minimum an Gitarrenarbeit einsetzt. BIRDS OF HELL AWAITING zieht sich so fort, bietet aber wenig, was eine Nennung wert wäre, höchstens die grausame Verzerrung von Mansons Gesang, allerdings nicht im positiven Sinne. Lediglich gegen Ende des Songs weiß das Zusammenspiel zwischen Bass, Elektronik und Gesang zu gefallen. Dennoch: Erster Ausfall, ziemlich schwach.

CUPID CARRIES A GUN 10/10

Den meisten dürfte der Song ja bereits seit der Veröffentlichung zum Trailer von SALEM ein Begriff sein, jetzt kann man den Song allerdings endlich in ganzer Länge bestaunen. Das minimalistische Prinzip der vorherigen Songs bleibt bestehen, dazu gibt es eine schaurig-schöne Melodie und einen netten Beat. Mansons beschwörender Gesang fügt sich perfekt ins Klangbild und sorgt für eine unglaublich enge Atmosphäre. Der Song ist wie geschaffen für düster angehauchte TV-Produktionen à la SALEM. Nach wie vor gilt: Weniger ist manchmal mehr und ich bin froh, dass Manson sich an diese Faustregel gehalten hat und uns so einen grandiosen Song auftischt, der zu dem Besten gehört, was uns je vom Elternschreck aus Ohio serviert wurde.

ODDS OF EVEN 6/10

Zunächst hört man Kinder im Hintergrund schreien und lachen, dann eine weitere düstere Melodie, sehr zähflüssig das Ganze. Trotzdem besitzt ODDS OF EVEN einen gewissen Reiz. Dieser entsteht durch eine kleine, aber feine Melodie, die einmal mehr Soundtrack zu einem Tim Burton Film sein könnte. Leider steigert der Song sich nur was die Lautstärke angeht. Es fehlt, der Moment, in dem eine neue Melodie, ein brutales Riff oder ein neuer Beat einsetzt. Die Abwechslung fehlt und somit plätschert der Song vor sich hin. ODDS OF EVEN ist kein guter Song, lediglich eine gute Idee. Immerhin eine gute, aber trotzdem ist es schade, dass man THE PALE EMPEROR so uninspiriert beendet.

FAZIT

THE PALE EMPEROR führt weiter, was sich bereits mit BORN VILLAIN angekündigt hat: Marilyn Manson ist nach EAT ME DRINK ME und THE HIGH END OF LOW endlich wieder auf dem richtigen Weg sich seinen Ruf als Ausnahmekünstler zurück zu erarbeiten. Wo THE HIGH END OF LOW noch etwas aufgesetzt klang, strotzt THE PALE EMPEROR nur so vor Authentizität und wo EAT ME DRINK ME noch drohte eine kitschig-klebrige Autobiografie des Brian Hugh Warner zu werden, konzentriert sich THE PALE EMPEROR auf das wesentliche: Die Musik. Man kann deutlich hören, dass Manson genau das abliefert, was er abliefern will und glücklicherweise ist das ein ehrliches Album, das schwerpunktmäßig Elemente aus Blues und aus elektronischer Musik verbindet. Das mag sich komisch anhören und mir fällt auch kein einziges Schaffenswerk irgendeines Künstlers ein, das ähnlich klingt, aber dennoch wirkt THE PALE EMPEROR in sich schlüssig und sinnvoll. Denn der einzigartige Genremix baut eine unglaublich depressive & krude Atmosphäre auf, die nur selten gebrochen wird. Leider gibt es auch einen Ausfall auf THE PALE EMPEROR und einen Song, der sein Potenzial nicht vollkommen ausschöpft (BIRDS […] und ODDS OF EVEN). Diese werden allerdings im Anblick der übrigen Songs gerne übersehen. Es wird sicher einige unzufriedene Fans geben, die sich mit dem neuen Stil nicht arrangieren können, aber rein qualitativ findet man hier das beste Manson-Album seit THE GOLDEN AGE OF GROTESQUE, wobei selbst dieses vielleicht von THE PALE EMPEROR in den Schatten gestellt wird. Letztlich bleibt ein Album, dass die endgültige Wiederkehr des Antichrist Superstars markiert. Wieder anders und höchstwahrscheinlich wieder polarisierend wie eh und je.

THE PALE EMPEROR – Marilyn Manson

9/10
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 11, 2015 11:04 AM CET


Veto (Limited Edition)
Veto (Limited Edition)
Wird angeboten von Online-Versand-Grafenau GmbH
Preis: EUR 21,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Aufstieg zur Deathmetal-Speerspitze!, 1. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Veto (Limited Edition) (Audio CD)
Heaven Shall Burn sind schon lange kein Underground-Tipp mehr, aber mit diesem Hammer von einem Album werden sie endgültig zur todesmetallischen Speerspitze Deutschlands, wenn nicht sogar Europas! Ich habe mir die Mühe gemacht VETO in einem Track-By-Track-Review zu bewerten, dabei vergebe ich für jeden Song Punkte auf einer Skala von 1-10.

1. GODIVA 10/10 Punkten

Wie soll man ein Album besser eröffnen, als mit dem, was Heaven Shall Burn hier abliefern? Zu Beginn ruhige Gitarren- und Synthie-Einsätze, dann bricht das Gewitter mit den Worten "Come Save Me From The Burning!" über den Hörer hinein! Die Gitarren und das Schlagzeug variieren in diesem Song so viel, wie fast auf keinem Heaven Shall Burn-Song zuvor. Das verleiht dem Song die gewisse Frische und das Potenzial sich von der durchschnittlichen Heaven Shall Burn Kost abzuheben, wobei selbst die schon zum besten gehört, was Deutschland in puncto Metal zu bieten hat. Die Saitenfraktion liefert großartige Arbeit an der Front und lässt somit trotz des beachtlichen Härtefaktors keine Langeweile aufkommen. Highlight Nummer 1!

2. LAND OF THE UPRIGHT ONES 10/10 Punkten

Das Album wird durch einen Schlagzeugrhytmus und einigen Gitarrenspielereien eröffnet. Anschließend gibt es erneut, wie schon bei GODIVA, einen Moment, in dem man sich die Wall Of Death förmlich vor Augen vorstellen kann. Eingängige Strophen, tolle Gesangsleistung von Marcus und ein Refrain, der sich sofort im Kopf festkrallt. Wird auf den im Herbst anstehenden Konzerten in Europa sicherlich großartig ankommen. Etwas einprägsamer als GODIVA, allerdings auf dem gleichen, unglaublich hohen, Niveau! Ganz Groß!

3. DIE STÜRME RUFEN DICH 10/10 Punkten

Elektrospielereien am Anfang? Deutscher Songtext? Wird man hier etwa zu experimentierfreudig?
KLare Antwort: NEIN! Heaven Shall Burn machen hier weiter, wo sie mit LAND OF THE UPRIGHT ONES angefangen haben. Bei grandiosem , teils melodischem, teils knüppelhartem, Deathmetal erster Güte! Der auf deutsch gesungene Part ist fügt sich unglaublich gut in das Gesamtbild des Albums ein, allerdings muss man wegen dieser Aussage keine Langeweile auf diesem Album erwarten, denn dafür hat man einfach zu viel im Songwritingprozess richtig gemacht. Erneut ein klasse Song!

4. FALLEN 10/10 Punkten

Fängt von Anfang an mit Fuß auf dem Gaspedal an und setzt sich auch, trotz einiger zwischenzeitlicher Tempowechsel, fort, bis dann ein Refrain kommt, welchen man einfach mögen muss! Aber Achtung: Auch wenn dieser Song das Niveau der Vorgänger bedingungslos halten kann, hört euch den Song lieber 2 oder 3 Mal an, bevor ihr urteilt. Entwickelt sich mit der Zeit und zählt inzwischen zu meinen Lieblingen auf diesem Album.

5. HUNTERS WILL BE HUNTED 10/10 Punkten

Achtung Skandal: "Im Text des Liedes wird zum Mord an Jägern aufgerufen!" (Zitat der BILD) Mit solchen Schlagzeilen wurde das Lied im Voraus durch die Presse gejagt. Jaja, das kann man natürlich meinen, wenn die "linkextremen"(erneutes Zitat der BILD)
Zeilen wie "Keine Gnade für Mörder, Gewalt gegen Gewalt – und Jäger werden zu Gejagten bis das Gemetzel aufhört“ verarbeiten. Allerdings ist dies nicht direkt als Mordaufruf zu sehen. Man vergisst als Reporter anscheinend schon mal, dass es Begriffe wie "künstlerische Freiheit" gibt. Zum Song selber: Ich weiß, es ist merkwürdig immer die Höchstnote zu vergeben, aber wie kann man anders? Großartige Gitarrenarbeit, noch besseres Drumming, einfach ein genialer Song mit einer eigentlich guten Botschaft, die laut Bandmitglied Maik Weichert Schlicht und ergreifend auf die Grausamkeit von komplexgesteuerten Hobbyjägern hinweisen soll, welche "die Schönheit und Anmut eines Tieres im Vergleich zu ihrer kümmerlichen Existenz nicht ertragen können und deshalb töten müssen.“

6. YOU WILL BE GODLESS 9/10 Punkten

Was für ein Brett! Hier rechnet die Band direkt mit Der katholischen Kirche ab, welche im Songtext von der Band als geldgierige, menschenfeindliche & weltfremde Institution dargestellt wird, welche ihre Macht missbraucht. Dazu kann man sich selber seine Meinung bilden, ich verbeuge mich vor der Gruppe dafür, dass sie ihre Meinung kompromisslos klarstellen. Selbst wenn man anderer Meinung ist, muss man die Direktheit des Textes anerkennen. Und wie kann man natürlich am Besten seinen Hass & seine Abneigung gegenüber etwas zum Ausdruck bringen? Natürlich: Heftiges Tempo, fiese Shouts und pure Härte! Hier gibt es im Klartext richtig auf die Fresse! Zeilen wie "Follow them and godless you will be" prägen sich sofort im Kopf ein, was nicht zuletzt an Marcus' markerschütternden Shouts liegt. Einziger Minuspunkt bei diesem Song ist vielleicht, dass er nicht so einprägsam ist, wie die Vorgänger. Ist zwar nicht schlimm, allerdings fehlen mir persönlich die genialen Hooklines, wie man sie sonst schon von Heaven Shall Burn kennt. Egal! Tolles Stück!

7. VALHALLA (Blind Guardian-Cover featuring Hansi Kürsch) 10/10 Punkten

Ich frage mich wirklich, wie man einen Song besser covern könnte? Sogar Originalsänger Hansi Kürsch hat sich das nicht nehmen lassen und ist auf dem Song ebenfalls zu hören. Dennoch schaffen Heaven Shall Burn hier einen unglaublichen Spagat: Zum einen verliert der das Original nicht von seiner Perfektion, zum anderen schaffen sie es dennoch etwas neues zu schaffen und nicht einfach eine 1 zu 1-Kopie anzufertigen! Ein echter Hammer!

8. ANTAGONIZED 9,5/10 Punkten

Dieser Song hat bei mir ein paar Durchläufe mehr gebraucht, als der Rest des Materials auf VETO. Der Song ist an Walter Schilling gerichtet, der Leiter eines Wohnheimes für offene Arbeit, wo er sich wohltätig um Jugendliche kümmerte, welche zB. kein Zuhause hatten. Leider wusste er zum Zeitpunkt seines Todes im Januar 2013 noch nichts von diesem Song. Ein klasse Track mit vielen einprägsamen Melodien, welche sich dem Hörer erst nach mehrmaligem Hören offenbaren. Dem Song fehlt leider der gewisse Funken um auf der Klasse der anderen Songs der Platte mitzuschwimmen. Aber das ist Meckern auf verdammt hohem Niveau, denn hier liegt ein verdammt guter Song vor und kein Lückenfüller. Ganz im Gegenteil!

9. LIKE GODS AMONG MORTALS 10/10 Punkten

Ein langsames Intro mit schweren Gitarren und tiefen Shouts leitet einen der besten Songs der Platte ein, bevor ein düsterer Part inklusive Double Bass-Gewitter einsetzt und das Tempo fürs Erste angezogen wird. Anschließend ein Refrain zum niederknien! Anschließend wieder ein schneller Part. Ein Song, der Alles zu bieten hat! Mehr als überdurchschnittlich!

10. 53 NATIONS 10/10 Punkten

Ein Schlagzeug Intro eröffnet, dann eine Hookline, die förmlich zum Pit einlädt und irgendwie an die Heaven Shall Burn Zeiten erinnert, wo das Wort Breakdown noch groß geschrieben wurde. Anschließend folgt ein hymnenhafter Refrain, welcher Gänsehaut auf Konzerten mit den Worten "Brothers and sisters in arms, this is the reckoning, now only hatred fills our hearts, raising the colours of freedom" garantiert. Wie sich schon erahnen lässt, behandelt der Song den Spanischen Bürgerkrieg zwischen 1936 & 1939. Erneut ein Treffer!

11. BEYOND REDEMPTION 10/10 Punkten

VETO neigt sich dem Ende zu, aber das ist auch gar nicht schlimm, denn man soll ja bekanntlich aufhören wenn es am Schönsten ist. Und schöner kann ein Album kaum enden: Ein endlos langes und schönes Instrumental bestimmt den Song, bevor dann schließlich all die trügerische Idylle einstürzt und Marcus sich die Seele aus dem Leib schreit und VETO mit den Worten "Unprotected, defenceless, drifting through the void, forever at the mercy of all starving wolves..." endet.

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Fazit: Ich bin wirklich fassungslos, was die Jungs von Heaven Shall Burn hier abgeliefert haben, nämlich ein Werk, wie es schöner kaum sein könnte! Ich würde gerne Anspieltipps geben, aber wie Gitarrist Maik Weichert schon sagte ist VETO ein Werk für Leute, die "sich auf der Couch mit Kopfhörern auf eine Achterbahnfahrt durch eine Metal-Platte begeben möchten." Klarer kann eine Kaufempfehlung wirklich kaum ausfallen. Mit VETO ist Heaven Shall Burn wirklich zur Großmacht im Death Metal aufgestiegen!
Zu Recht!


Love It To Death
Love It To Death
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen Das eigentliche Debut der Alice Cooper Band!, 7. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Love It To Death (Audio CD)
PRETTIES FOR YOU und EASY ACTION: Es waren die ersten Gehversuche der Band in Form von recht erfolglosen Alben, welche auf Frank Zappas Label Straight Records veröffentlicht wurden. Doch die Alben waren nicht gänzlich ohne erfolg: Ein gewisser Bob Ezrin wurde auf die Band aufmerksam. Mit ihm zusammen entwickelten sie ihren eigenen Stil, welcher Millionen von Menschen in den Bann der Alice Cooper Band und des 3. Albums LOVE IT TO DEATH ziehen sollte. Ich habe mir die Mühe gemacht, jeden der insgesamt 9 Tracks zu bewerten, jeweils in kleinen Texten.

1. CAUGHT IN A DREAM 5/5*

Was ein Opener! Ein unglaublich frisch klingender Song mit grandiosem Refrain und sehr einprägsamen Strophen. Kein Wunder, dass man dieses Altgestein von einem Song vor einigen Jahren für die BRUTAL PLANET-Tour ausgegraben hat (siehe BRUTALLY LIVE-DVD).
Rocknroll aus dem Lehrbuch!

2. I'M EIGHTEEN 5/5*

Ein langsamer Song, welcher textlich die Situation eines 18-jährigen darstellt und, dass er plötzlich auf sich alleingestellt ist. Prägt sich, wie schon der vorherige Song, sofort im Kopf ein. Dazu ein hymnenhafter Refrain. Auch heute noch ein fester und nicht wegdenkbarer Bestandteil des Alice Cooper-Liveset! Kein Wunder, war der Song der erste Hit der Alice Cooper Band(Platz 21 in den Vereinigten Staaten). Grandios!

3. LONG WAY TO GO 5/5*

Ein schneller Song, der die Bandgesinnung darstellt. Sorgt sofort für gute Stimmung und generell ein starker, oft neben Hits wie I'M EIGHTEEN oder BALLAD OF DWIGHT FRY übersehener Track des Albums!

4. BLACK JUJU 5/5*

Aufpassen: Hier wird es verdammt düster, auch textlich gesehen! Der Song behandelt den Tod und, wie der Songtitel erahnen lässt, dunkle Magie. Gruselstunde ist also angesagt! Und das hört man auch dem Song selber an: Eine mysteriöse, furchteinflössende Melodie wird zu Beginn des Songs immer lauter und Alice schreit dazu immer wieder: "Bodies!" Es folgt eine ruhige Strophe, dann erneut die Melodie, wie schon am Anfang des Songs zu hören. Zur Hälfte des Songs (Gesamtlänge 9:12 Minuten!) Wird es dann ruhig und man hat das Gefühl der Song sei vorbei, aber man hört noch ein ganz leises Ticken und wie Alice unverständlich etwas ins Mikrofon flüstert. Das Ticken wird immer lauter, leitet irgendwann in einen leisen Instrumentalteil über, um anschließend mit hohen "Wake Up!"-Schreien wieder bei der Anfangsmelodie und einem Gift und Galle spuckenden Alice anzukommen! Ein echter Schocker für damalige Zeiten und auch heute nichts für schwache Nerven!

5. IS IT MY BODY? 5/5*

Man kann wieder aufatmen. Ein toller Rocksong, welcher die Frage stellt, was den Frauen an dem lyrischen Ich gefällt ("What have I got, that makes You want to love me? Now is it my body or someone I might be or something inside me? You better tell me!"). Bleibt sofort im Kopf hängen und wird heute auch immer wieder live gespielt. Ganz groß!

6. HALLOWED BE MY NAME 4/5*

Ein Song, der mit einer rockigen spaßigen Strophe beginnt und auch fortgeführt wird. Kein großer Wurf, aber irgendwie auch nicht aus dem Album wegzudenken. Er behandelt Sünden im Allgemeinen. Ein guter Song.

7. SECOND COMING 5/5*

Ein Song, welcher in den folgenden Track BALLAD OF DWIGHT FRY überleitet. Die Gesangspassagen sind einfach nur unglaublich genial! Das Instrumental am Ende gefällt mir besonders gut, mit seinem fließenden Übergang zum folgenden, oben schon genannten, Track. Toll!

8. BALLAD OF DWIGHT FRY 5/5*

Eine Halbballade, die meiner Meinung nach einen der besten Songs aller Zeiten darstellt! Sowohl musikalisch/gesanglich, als auch textlich ein Treffer ins Schwarze. Recht düster beschreibt der Song, den Gedankengang des lyrischen Ichs, welches wohl in Gefangenschaft lebt und die Fehler seines Lebens begreift. Im Verlauf des Songs könnte man annehmen, die behandelte Person sei wahnsinnig geworden, was auch maßgeblich an den panischen "I gotta get outta here"-Rufen liegt. Für mich der Beginn, des wahnsinnigen Darseins Alice's Bühnenfigur. Ein absolut perfekter Song, welcher nicht ohne Grund, bei so ziemlich jedem Alice Cooper-Konzert zum Besten gegeben wird.

9. Sun Arise 5/5*

Ein Song, welcher rockig das Album abrundet. Man hat sofort das Bedürfnis mitzusingen, vor allem gegen Ende. Textlich besagt der nichts geringeres, als das jeden Morgen die Sonne wieder aufgeht und die Dunkelheit davonträgt, was wohl eine positive Message darstellen soll, indem es vermittelt, dass alles besser wird, auch wenn es nicht so scheint. Toller Rausschmeißer eines unglaublich guten Albums!


Along Came a Spider
Along Came a Spider
Preis: EUR 7,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein Horror im musikalischen Sinne, aber..., 5. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Along Came a Spider (Audio CD)
Wir schreiben das Jahr 2008, Alice Cooper streift mit seiner Psychodrama-Tour durchs Land füllt große Halle zusammen mit Whitesnake UND veröffentlicht ein gnadenlos unterschätztes Meisterwerk! Ich habe mir die Mühe gemacht jeden der insgesamt 14 Titel (Bonustracks inklusive) eine einzelne kleine Bewertung zu widmen.

1. "Prologue/I Know Where You Live" 4/5*

Eine kleine Einleitung soll in die Geschichte des Protagonisten "Spider" einleiten. Anschließend gibt es einen recht frischen Track, der durchaus Lust auf mehr macht. Leider gibt es ein nur sehr dünnes Soundgewand, was allerdings auch gerade den Charm des Liedes ausmacht. Dennoch gibt es einen Stern Abzug, da man sicherlich noch Dinge an dem Opener verbessern könnte.

2. "Vengeance Is Mine" 5/5*

Hier allerdings stimmt alles! Ein schweres Riff von Gastmusiker Slash eröffnet samt Solo, dann eine Strophe mit sogut wie keinen Gitarreneinsätzen, hört sich einfallslos an, allerdings kommt hier neben Alices Stimme ganz hervorragend die schöne Schlagzeugspur zur Geltung. Ein brutaler und einprägsamen Text, dazu ein Refrain, der, wie schon im Titel lesbar, pure Rache atmet. Weiterhin großartige Gitarrenarbeit von Slash. Ein nahezu perfekter Song, der nur so von Härte strotzt!

3. "Wake The Dead" 3/5*

Der wohl etwas schwächere Song des Albums, er hat schon etwas, aber bei mir zündet der Song mit seinen sich nach vorne quälenden Strophen nicht. Musikalisch ist es hier auch eher dürftig. Gesanglich passiert hier mit Ausnahme vom durchaus annehmbaren Refrain ebenfalls nicht viel. Schade drum...

4. "Catch Me If You Can" 5/5*

Wie der Songtitel es schon erhahnen lässt, hier geht es stürmisch los. Alice spuckt Gift und Galle, düstere Strophen und dann ein grandioser Refrain, bei dem man einfach nur losgröhlen will. Der Text dreht sich weiterhin um die Meucheltaten des "Spider" und natürlich um die Provokation "Catch Me If You Can". Höchstnote!

5. "(In Touch With) Your Feminine Side" 5/5*

Nächster Song, hier deutlich weniger hart: Ein rockiger Song, der schlicht und ergreifend überzeugt. Kein Meisterwerk, allerdings ein durch und durch toller Song.

6. "Wrapped In Silk" 5/5*

Ein Song, der seine Zeit braucht. Ich persönlich finde ihn inzwischen verdammt gut. Zu Anfand allerdings betrachtete ich ihn eher als gutes Mittelmaß, nun ist er eben einer meiner Favouriten, auch, wenn er recht simpel gehalten ist.

7. "Killed By Love" 4.5/5*

Die erste Ballade des Album, und was für eine! Großartiger Text, sehr emotional, wie eine Ballade eben sein sollte. Ich empfinde das Stück, als eine der besten Cooper-Balladen überhaupt und das muss schon etwas heißen! Wieso es keine volle Punktzahl gibt? Wie über weite Teile des Albums ist Alice Stimme mit einem Hall untermalt, Achtung, ich rede nicht von Autotune, allerdings könnte man durchaus den Anschein bekommen, es sei so, daher völlig unnötig.

8. "I'm Hungry" 5/5*

Der nächste Song ist vergleichbar mit "Wrapped In Silk", nicht, dass man sich wiederholen würde, es ist nur wieder ein rockiges Stück, mit einem ähnlichem Charm. Toller Text, gute Strophe, Überragender Refrain! Insgesamt ein toller Song, wenn auch kein Highlight des Albums.

9. "The One That Got Away" 5/5*

Denn ein weiteres Highlight folgt direkt danach! Definitiv einer der besten Songs aus Alice Karriere! Gute Strophe und ein Refrain, wie ich ihn selten gehört habe. Ein absoluter Ohrwurm! Textlich ein Treffer ins Schwarze: Nachdem das Album bisher nur um Spiders bisheriges Dasein ging, kommt es num zur großen Wende. Spider verliebt sich in eines seiner Potenziellen Opfer. Nun quält ihn die Frage, ob er es verschonen sollte oder nicht. Grandios!

10. "Salvation" 5/5*

Die nächste (Halb-)Ballade des Album und ich muss sagen, dass diese "Killed By Love" noch einmal überbietet, da sie weniger kitschig ausfällt und ausserdem vom Text her erneut brilliert, wie so oft in Alice Coopers Karriere. Es geht darum, dass Spider sich verändert, da all sein Hass verflogen ist und, wie der Songtitel schon sagt, ob es eine Chance auf Heilung gibt. Ein Klasse Song!

11. "I Am The Spider/Epilogue" 5/5*

Ein echter Schocker, der letzte reguläre Song des Albums. Extrem düster, textlich gesehen auf Spider bezogen und rundet so das Album ideal ab. Musikalisch recht langsam, dafüt umso angsteinflössender. Toller Raussschmeißer. Anschließend folgt ein ein Epilog, der die Geschichtte aufklärt und letztendlich mit den Worten "You Trap, You Kill, You Eat..." den Hörer verschnaufen lässt.

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12. "Shadow Of Yourself" 5/5*

Das soll ein Bonustrack sein? Hätte durchaus gut auf das Album gepasst. Ziemlich düster, aber dennoch irgendwie aufregend. Ein überragender Song, vor allem, wenn man bedenkt, dass man hier "zweitklassiges" Material hört.

13. "I'll Still Be There" 4.5/5*

Toller rockiger Track, mit guter Strophe und besserem Refrain. Musikalisch, aber auch gesanglich gelungen und ebenfalls ein Kandidat für die reguläre CD. Inzwischen mir sogar lieber, als einige Songs der eigentlichen Platte.

14. "Salvation" (Acoustic Unplugged)3.5/5*

Eine Akustikversion der Halbballade "Salvation". Ich persönlich finde diese Version etwas überflüssig, da man abgesehen vom Refrain kaum einen Unterschied hört. Für Leute, die noch einmal ein entspannteres "Salvation" hören wollen, dennoch annehmbar.

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Fazit: Ein schön-schauriges Album vom Altmeister, dass durchaus mit älteren Werken mithalten kann. (Rein qualitativ gesehen, da man für dieses Album wenige Vergleichsbeispiele finden kann) Mit "Vengeance Is Mine", "Catch Me If You Can", "The One That Got Away" & "Salvation" sind hier Songs erster Güte gesetzt, meine Highlights und auch Anspieltipps. Für mich klare Kaufempfehlung, allerdings: Leute, die sich unter Alice Cooper ausschließlich "Poison" & "School's Out" vorstellen können, vorher reinhören, denn dieses Album ist zwar grandios, aber dennoch komplett anders.


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