Profil für Spassprediger > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Spassprediger
Top-Rezensenten Rang: 821
Hilfreiche Bewertungen: 2826

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Spassprediger "Spasspredigers Shirts" (Germany)
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20
pixel
Listomanie: Die größten, besten und verrücktesten Ranglisten der Welt
Listomanie: Die größten, besten und verrücktesten Ranglisten der Welt
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Faktensammlung mit kleinen Schönheitsfehlern, 4. Januar 2015
Im Sortiment per Zufall entdeckt, kurz online hineingeblättert, kurzentschlossen gekauft - und am Sonntag nach der Lieferung im Laufe eines Nachmittags durchgeschmökert. Fazit: ein hübsches Geschenkbuch, das einen zum Glück nicht alle zwei Seiten allzu offensichtlich mit der Nase darauf stößt, dass es sich um eine Übertragung aus dem Amerikanischen handeln dürfte (eine Reihe von Listen sowie die teils etwas zu selbstverständliche Nennung von US-Firmen- und Markennamen, die ggf. nicht jedem deutschen Leser auf Anhieb etwas sagen, legen das jedenfalls nahe).

Die grafische Aufbereitung ist gefällig und lädt zum Blättern ein, dem Text hätte ein etwas sorgfältigeres Lektorat gutgetan - auf einer Seite fehlen Zahlenangaben in einer Legende, in einer Liste fehlt offensichtlichtlich ein Teil des Textes: "Das Ende von Antonio Stradivari war" ... ja, was? Es steht da nicht, und es lässt sich leider nicht einmal erahnen, was da hätte stehen müssen, um das Fragment zu einer sinnvollen Aussage zu ergänzen. Auch eine Angabe wie die, ein vierjähriges Kind lache im Durchschnitt 600 Mal, bleibt rätselhaft, weil das Zeitintervall fehlt (pro Sekunde? Am Tag? Bis zu seinem fünften Geburtstag ... ? Man erfährt es nicht.)

Was ich mir außerdem gewünscht hätte, wäre die Nennung der Autoren, deren Bücher erwähnt werden; außerdem wär's nett gewesen, wenn auch die Quellen angeführt werden, aus denen sich die Listen im Buch speisen.

Wer an einen Titel wie diesen nicht mit dem Anspruch herangeht, sich eine in allen Punkten stichhaltige, fürs Zitat in akademischen Aufsätzen taugliche Faktensammlung ins Regal zu stellen, wird aber gut bedient - "Listomanie" ist eine unterhaltsame, oft verblüffende Lektüre, der man sich mit einem Augenzwinkern nähern sollte; hübsch aufgemacht ist das schwere, knapp 300 Seiten starke Werk außerdem.


Lawrence of Arabia -: As You Never Saw It (English Edition)
Lawrence of Arabia -: As You Never Saw It (English Edition)
Preis: EUR 7,87

3.0 von 5 Sternen Lässt mich etwas ratlos zurück, 5. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Autoren analysieren den Film mit Blick auf die Darstellung des Islam.

Warum nicht? Grundsätzlich ist das ein Vorhaben, das mir interessant genug schien, um die eBook-Ausgabe zu kaufen. Den ersten Stern Abzug gibt es von mir für die teils unsägliche Formatierung des Dokumentes: Dialoge aus dem Film, die oft und teils sehr ausführlich zitiert werden, erscheinen in einer Form, die es unmöglich macht, die Aussagen den Sprechern zuzuordnen - wer den Film nicht so gut kennt wie ich, der ich ganze Passagen quasi auswendig herunterbeten kann, dürfte schnell die Übersicht verlieren und verwirrt sein.

Das eigentliche Manko des Buchs ist für mich aber der Tonfall des Textes, der mich mit fortschreitender Lesedauer immer übler aufgestoßen ist. Ich habe per se nichts dagegen, dass ein Autor sich kritisch äußert, aber mit der permanenten Meinungsmache, welche die Autoren versuchen, erweisen sie sich in meinen Augen einen Bärendienst. Vieles von dem, was die Autoren hervorheben, ist sicher eingehenderer Betrachtung wert und regt zum Nachdenken und eigener Recherche an, der polemische, ja auf mich teils demagogisch wirkende Stil des Werks aber ist kontraproduktiv - es wäre schön gewesen, wenn die Autoren der Überzeugungskraft dessen, was sie schildern, mehr vertraut hätten ... und es dem Leser überlassen hätten, sich eine eigene Meinung zu bilden.

Fazit: Unterm Strich bleibt bei mir der Eindruck, dass die Autoren den Film vor allem als willkommenen Aufhänger für das Verfassen einer Streitschrift nutzen. Manche ihrer Erläuterugen und Anmerkungen zu Bezügen im Film sind interessant und aufschlussreich, unterm Strich klingt mir der Tenor des Buches aber allzu nach Meinungs- bzs. Stimmungsmache - schade, ein etwas nüchternerer, um Objektivität bemühterer Stil hätte dem Buch wie auch dem Anliegen der Autoren m. E. sehr gutgetan. Im Endeffekt ergibt das für mich - auch aufgrund der eingangs geschilderten Formatierungsmängel - eher zwei als drei Sterne, aufgrund einiger interessanter Denkanstöße im Text gibt's von mir aber einen dritten, mit zugekniffenem Auge zuerkannten Stern.


Revival: A Novel
Revival: A Novel
Preis: EUR 12,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Roman über Risiken und - vor allem - Nebenwirkungen, 22. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Revival: A Novel (Kindle Edition)
Die Romane von Stephen King begleiten mich schon Jahrzehnte. Jahrzehnte, in denen ich zwar nicht jeden neuen Roman von King gekauft und gelesen habe, aber in denen ich King doch ein ums andere Mal wiederentdeckt habe. Sein jüngster und mit viel Werbe-Tamtam vor allem in den social networks angekündigter Roman "Revival" ist zwar hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben, wirklich bereuen muss ich den Kauf aber wohl trotzdem nicht, zumal King höchstpersönlich die Messlatte für das Genre, das ihn umtreibt, so hoch gehängt hat, dass sie auch für ihn selbst nicht immer erreichbar ist.

Kings Erzählerstimme ist mir schon solange vertraut, dass King mir fast wie ein guter Freund erscheint. Einer, dem ich mich im Sinne einer etwas einseitigen Brieffreundschaft verbunden fühle - King schreibt die Briefe, ich lese sie ... und in der Regel sind die Briefe, die bei mir seit Jahr und Tag ankommen, mehrere hundert Seiten dick. Und so, wie Leute wie Sie und ich in unseren Briefen von uns selbst und dem, was uns bewegt, erzählen, gibt auch King in seinen Briefen viel von sich selbst preis. Dass ich "Shining" für Kings aufschlussreichsten Schlüsselroman (no pun intended) halte, habe ich bereits an anderer Stelle ausgeführt, aber auch im Rest seines Oeuvres finden sich Motive, die mit solch schöner Regelmäßigkeit auftauchen, dass der Leser ahnt: Hier geht's um Dinge, die im Leben des Autors eine so wichtige Rolle spielen oder gespielt haben, dass er sie offensichtlich der wiederholten literarischen Aufarbeitung für wert befunden hat.

So sind die Figuren, die Kings Romane bevölkern, oft das, was der Volksmund zuweilen auch als verkrachte Existenz bezeichnet - Charaktere mit allerhand biographischen Brüchen, Getriebene, die mit Dämonen zu kämpfen haben, die oft genug nicht aus dem Reich des Übernatürlichen stammen. "Revival"-Hauptfigur und Ich-Erzähler Jamie Morton ist insofern ein für die Romane Kings typischer Protagonist, als Morton ein handfestes Drogenproblem hat. Zur typischen King-Figur macht Morton außerdem seine Liebe zum Rock'n Roll - wer Kings Endzeit-Epos "The Stand" gelesen hat, den wird Morton vielleicht an Larry Underwood erinnern, der erst steil aufstieg und dann sehr tief stürzte.

> Was passiert? <

Zunächst aber deutet nichts darauf hin, dass Jamie irgendwann heroinabhängig sein wird. Zu dem Zeitpunkt, zu dem wir Jamie kennen lernen, ist der Held von Kings Roman noch ein Dreikäsehoch, der vor dem elterlichen Haus auf der Straße spielt und gerade eine Schwadron von Spielzeugsoldaten einen Hügel nehmen lässt. Als ein Schatten auf Soldaten und Hügel fällt, ahnt das Kind nicht, dass die zufällige Zusammenkunft mit dem neuen Gemeindepfarrer Jamies Leben dereinst eine entscheidende Wendung verleihen wird. Der junge Mann, der sich erst kürzlich mit Frau und Kind vor Ort niedergelassen hat, stellt sich Jamie als Charles Jacobs vor. Wenn Jacobs sich nicht um das Seelenheil seiner Schäfchen kümmert, stellt er in seiner Garage Experimente mit elektrischem Strom an. Dass die weit über das hinausgehen, was gemeinhin im Physikunterricht behandelt wird, wird klar, als Jamies Bruder Conrad infolge eines Skiunfalls an einer Stimmbandlähmung leidet. Der Hausarzt rät zwar dazu, sich keine unnötigen Sorgen zu machen und prognostiziert, es sei nur eine Frage der Zeit, bis Con wieder sprechen könne. Die Eltern haben trotzdem ihre Zweifel, aber da das schmale Einkommen der Familie er Hinzuziehung eines Spezialisten entgegensteht, scheint es ohnehin keine Alternative zum Rat des Allgemeinmediziners zu geben. Dann aber bietet Jacobs an, sein Glück bei Conrad mit einer neuen, von ihm entwickelten Methode zu versuchen. Tatsächlich gelingt es Jacobs, Conrad wieder zum Sprechen zu bringen - Jacobs' Schwachstromexperiment hat geheilt, wo die Schulmedizin versagt hat. Oder hat es sich bei Conrads Genesung eher um einen Fall von Selbstheilung gehandelt, für die Jacobs lediglich die richtigen Rahmenbedingungen geschaffen hat ... ? Jacobs selbst spielt das vermeintliche Wunder jedenfalls ganz bescheiden herunter - wohl auch, weil der Geistliche mit dem Faible für Naturwissenschaften sich selbst nicht sicher ist, was da gerade eben genau passiert ist.

Alldieweil wir es bei "Revival" nicht um einen Roman von Rosamunde Pilcher oder Hedwig Courths-Mahler zu tun habe, sondern ein Werk der Feder des wahrscheinlich bestverkaufenden Horror-Autors der Welt, dräut natürlich schon bald neues Ungemach. Von dem ist niemand aus Jamies Familie betroffen, sondern Pastor Jacobs. Dessen Frau und kleiner Sohn fallen einem schrecklichen Autounfall zum Opfer, und auch Jacobs selbst fällt, und zwar vom Glauben ab. Durch eine verstörend defätistische Predigt macht Jacobs sich selbst zur persona non grata, und kurz darauf wird der untragbare Gemeindehirte ausgemustert und durch einen Nachfolger ersetzt. Jamie, der den jungen Witwer ins Herz geschlossen hat und beim Lebewohl tapfer die Abschiedstränen hinunterschluckt, rechnet nicht damit, Jacobs in diesem Leben noch einmal zu begegnen. Aber wie heißt es so schön ... ? Unverhofft kommt oft: Viele Jahre später kreuzen sich die Wege der beiden erneut. Aus Pastor Charles Jacobs ist inzwischen der Wanderprediger und -heiler Danny Jacobs geworden, und Jamie, der schon fast auf der Schwelle des großen Erfolges als Rockmusiker zu stehen schien, ist gerade von seinen Bandkollegen gefeuert worden - wer braucht schon einen Rhythmusgitarristen, der an der Nadel hängt und deshalb bei Gigs unpüktlich oder gar nicht auftaucht ... ?

Jamies Zukunft sieht trübe aus, doch zum Glück nimmt Jacobs den jungen Mann unter seine Fittiche. Mehr noch: Jacobs verspricht, Jamie von seiner Drogensucht zu heilen - innerhalb kürzester Zeit und garantiert für immer. Jamie willigt ein, und tatsächlich schlägt Jacobs' Methode auch bei ihm an. Aber natürlich wäre "Revival" kein King-Roman, wenn die Angelegenheit nicht auch einen Haken hätte: Tatsächlich ist Jacobs Kur nicht frei von Nebenwirkungen, und die schlafwandlerischen Blackouts, im Zuge derer Jamie sich selbst Verletzungen beuzubringen versucht, sind leider noch gar nichts im Vergleich zu dem, woran andere Menschen leiden, die Jacobs' heilende Kräfte am eigenen Leib erfahren durften ...

> Ist das empfehlenswerte Unterhaltung? <

King hat mich so oft das Schaudern gelehrt, dass ich ihm selbst seine schwächeren Werke gern verzeihe. Mehr noch: Gerade einige von Kings Werken aus jüngerer Zeit nehmen mich nicht so sehr dank einer rasend spannenden Geschichte für sich ein, sondern durch ihre zuweilen sehr lebendig und mit viel Einfühlungsvermögen gezeichneten Figuren. Das Figurenpersonal in "Mr Mercedes" fand ich zum Beispiel interessant und glaubwürdig, auch die Figuren in "Joyland" haben auf mich sehr überzeugend in dem gewirkt, was sie denken, fühlen und tun. "Revival" aber ist hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben, und das liegt, glaube ich, nur zum Teil an der im Vorfeld mit ordentlicher Lautstärke gerührten Werbetrommel.

Kings jüngster literarischer Streich sei ein Buch ganz in der Tradition seiner Schrecken erregendsten Werke, hatte es da sinngemäß immer wieder geheißen. Soviel Vorschusslorbeer schürt natürlich Erwartungen, und deshalb hatte ich mich auf ein Buch vom Kaliber eines "Shining", "It" oder doch zumindest des gegebenenfalls etwas weniger gut bekannten, aber ebenfalls schaurig-schönen "Gerald's Game" gefreut. Spätestens nach der Hälfte der Lektüre sind meine diesbezüglichen Hoffnungen allerdings immer weiter zusammengeschnurrt - zu vorhersehbar ist das, was King erzählt, und das Ende des Romans ist, finde ich, selbst für Kings Verhältnisse schwach.

Kenner von Kings Oeuvre werden bestätigen können, dass King in verschiedenen seiner Romane zwar sehr geschickt an der Spannungsschraube dreht, dass die Enden seiner Bücher aber zuweilen reichlich enttäuschend, ja geradezu antiklimaktisch ausfallen ("Desperation" ist in meinen Augen ein gutes Beispiel für eine Geschichte, die deren Schluss so enttäuschend und banal ist wie der Anfang vielversprechend und spannend). Wer nicht nur die Romane Kings gelesen hat, sondern sich zudem ein bisschen auskennt im Fundus King'scher Kurzgeschichten, wird sich vielleicht auch daran erinnern, dass King mindestens zu einer Gelegenheit einem seiner großen Vorbilder die Reverenz erwiesen hat: Ich schätze, Howard Phillips Lovecrafts Geschichten sind nicht nur für King, sondern für jeden Horrorschriftsteller - ob angehend oder arriviert - Pflichtlektüre.

Auch "Revival" ist eine Hommage, und zwar, so empfinde ich das, gerichtet sowohl an Lovecraft als auch an Mary Shelley, der wir die unzählig oft verfilmte, zitierte und parodierte Geschichte um "Frankenstein" und die von ihm erschaffene, mehr oder minder monströs wirkende Kreatur verdanken. Ich will nichts vorwegnehmen, aber das sehr im Geiste Lovecrafts gestaltete Finale von Kings Roman hätte dem geistigen Vater des Chtulhu-Mythos und des berühmt-berüchtigten Totenbuchs Necronomicon sicher gefallen. Schlaflose Nächte bereitet hat mir Kings ganz eigener Blick in die Abgründe des Wahnsinns allerdings nicht, und ich vermute, anderen King- wie auch Lovecraft-Adepten könnte es ganz ähnlich ergehen. Allerdings wäre ich auch durchaus interessiert, eine Rezension mit ganz anderem Tenor zu lesen - wer weiß, vielleicht verfasst demnächst ein anderer Leser eine Eloge aufs Buch, die mir eine ganz neue Sichtweise auf Kings jüngsten Roman eröffnet? Bis zu dem Tag bekommt das knapp 400 Seiten starke Buch ein nettes Plätzchen irgendwo in der Nachbarschaft von "Christine", "Needless Things", "Firestarter" und all den anderen Kings, die ich auch ein zweites und drittes Mal mit großem Vergnügen gelesen habe und an denen sich in meinen Augen viele von Kings späteren Werken messen lassen müssen.

> R e s ü m e e <

King hat mich so oft das Gruseln gelehrt, dass ich ihm selbst seine schwächeren Werke gern verzeihe, und zu denen zähle ich persönlich "Revival" - leider, ich hatte mich auf Kings jüngsten Streich wirklich gefreut. Mich hat "Revival" nicht überzeugt, aber ich konnte auch "Doctor Sleep" nicht sonderlich viel abgewinnen. Das mag daran liegen, dass viele von Kings Protagonisten mir inzwischen unterm Strich etwas zu auswechselbar erscheinen - nichts gegen zerrissene Charaktere, die mit mehr oder minder alltäglichen Sorgen und Problemen zu kämpfen haben, aber mit der Charakterisierung der Antihelden in vielen seiner jüngeren Romane arbeitet King, so mein Eindruck, sich etwas zu bemüht an den dunklen Phasen in seiner eigenen Vita ab.


Bornholmer Straße
Bornholmer Straße
DVD ~ Charly Hübner
Preis: EUR 12,99

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen TV-Sternstunde, 5. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Bornholmer Straße (DVD)
Großartige, mit exzellenten Darstellern besetzte TV-Geschichtsstunde, welche die Gratwanderung zwischen Komik und Tragik mit Bravour meistert. Nicht vom leicht klamaukig wirkenden Auftakt irritieren lassen - "Bornholmer Straße" ist, was Fernsehen aus deutschen Landen leider viel zu selten ist: ganz großes Kino, das berührt und begeistert. Bitte mehr davon!


Come on Come on
Come on Come on
Preis: EUR 8,58

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Leider nichts für mich"? Tja, Pech für dich., 23. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Come on Come on (Audio CD)
“He thinks he’ll keep her“ war mal für einen Grammy nominiert, und wenn Sie “Passionate Kisses“ hören, geht es Ihnen vielleicht wie mir – ich kenne beide Stücke, kann aber beim besten Willen nicht sagen, woher. Im Radio läuft so etwas jedenfalls selten. Noch kleiner dürfte allerdings die Chance sein, durch das Radioprogramm ein Stück wie “I am a town“ kennenzulernen.

Wenn ich jetzt sage, dass ich Mary Chapin-Carpenters ausgezeichnete 1992er CD “Come on, come on“ als Teil einer als „Perfect Country Collection“ betitelten Zusammenstellung gekauft habe, höre ich schon wieder deutlich das Klicken, mit dem sich Gehörgänge verschließen und die Hirne jener in den Standby-Modus schalten, die es sich nicht verkneifen mögen, anstelle eines Kommentars ein „Nichts für mich“ oder eine sinngemäß gleichwertige Anmerkung zu hinterlassen. Selbst schuld, rufe ich solchen Zeitgenossen im Geiste nach. Es gibt ja schließlich kein Gesetz, qua dessen man Leute zum Blick über den Tellerrand verpflichten könnte. Und denen, die’s freiwillig tun, muss man dafür nicht erklären, wie lohnend das ist.

Mir war der Name Mary Chapin-Carpenter zwar schon lange ein Begriff, aber ich war mir irgendwie nie ganz sicher, wo ich seine Trägerin musikalisch verorten muss – hier ein Duett mit der großen alten Dame des Agitpop Joan Baez (zu finden auf dem famosen Konzert-Mitschnitt „Ring them bells“), dort ein Wiegenlied auf einer CD mit dem schönen Titel „Till their eyes shine“). Nichts davon würde ich so mir nichts, dir nichts in die Country-Schublade stecken, aber laut Wikipedia Dame räumt die Dame bei der Verleihung der Grammys mit schöner Regelmäßigkeit ab, wenn die Auszeichnung in der Kategorie “Best Female Country Vocal Performance“ vergeben wird.

So, und jetzt habe ich einfach mal die Probe aufs Exempel gemacht und nachgesehen, ob Mary Chapin-Carpenter auch irgendwann mal in Begleitung von Carly Simon aufgetreten ist. Ist sie natürlich, und das wundert mich kein Stück, denn ich glaube, beider Stimmen ergänzen sich wunderbar. Die nächste Googelei erspare ich mir und lassen es stattdessen lieber auf eine Wette ankommen: Es würde mich wundern, wenn Mary Chapin-Carpenter nicht irgendwann auch mal was mit Carole King gehabt hätte – eine Single in den Charts zum Beispiel, oder einen gemeinsamen Termin im Aufnahmestudio. Joan Baez, Carly Simon, Carole King, meinetwegen dürfen Sie jetzt auch noch an Joni Mitchell denken. Die sortiert man, glaube ich, allesamt eher in die Singer/Songwriter-Schublade ein als in die mit dem Etikett „Country“, und ich finde, Mary Chapin-Carpenter passt auch gut hinein.

Das Dutzend der auf “Come on, come on“ versammelten Songs verdient durch die Bank Attribute wie gefällig und abwechslungsreich, und das ebenfalls für einen Grammy nominierte “He thinks he’ll keep her“ hat Carpenter einen verdienten Erfolg in den US-amerikanischen und kanadischen Country-Charts beschert. Die eigentliche Entdeckung auf dem Album ist für mich aber das bereits eingangs erwähnte “I am a town“.

Wenn “I am a town“ ein Gemälde wäre, dann hieße es vielleicht „Americana“ und könnte im gleichen Ausstellungssaal hängen wie Bilder des Malers Norman Rockwell, der in seinen Illustrationen für das Magazin „TIME“ immer wieder einer heilen Welt à la Américaine ein Denkmal gesetzt hat. “I am a town“ zeichnet das Bild einer verschlafenen Kleinstadt irgendwo an der amerikanischen Ostküste:

“I'm a town in Carolina, I'm a detour on a ride
For a phone call and a soda, I'm a blur from the driver's side
I'm the last gas for an hour if you're going twenty-five
I am Texaco and tobacco, I am dust you leave behind.”

Ganz frei übersetzt:

„Ich bin ein Städtchen irgendwo in Carolina, der kurze Schlenker auf der langen Fahrt,
für die Länge eines Anrufs und einer Dose Limo ein verwischter Fleck im Außenspiegel
Ich bin die letzte Tanke für die nächste Stunde, falls du 40 fährst,
Ich bin Texaco und Tabak, ich bin Staub, den du hinter dir lässt.“

Im Zweifelsfall kann ich mit so etwas auf Anhieb mehr anfangen als mit einem halben Pfund Liebesgedichte von Erich Fried, und das da oben ist ja wirklich nur die erste Strophe. Wirklich viel Text hat das Stück zwar nicht, aber mit wenigen Worten viel zu erzählen ist ja gerade die Kunst – eine Kunst, die Mary Chapin-Carpenter offensichtlich beherrscht.

“My porches sag and lean with old black men and children
Their sleep is filled with dreams, I never can fulfill them
I am a town.”

Und das ist auch der entscheidende Unterschied zwischen Rockwells und Carpenters Orten: Rockwell zelebriert das Verharren, während Carpenter klar ist, dass Stillstand … nun ja, zu nichts führt:

“I am memory and stillness, I am lonely in old age; I am not your destination
I am clinging to my ways
I am a town.“

Ich bin Erinnerung und Stillstand, ich bin im Alter einsam, ich bin nicht dein Ziel.
Ich halte fest an meiner Art.
Ich bin eine kleine Stadt.

Jetzt mal ehrlich: Sind das die Texte, die Sie erwarten, wenn Sie eine CD aus dem Regal mit dem Aufkleber „Country“ ziehen? Sicher nicht. Und weil “I am a town“ nicht die einzige angenehme Überraschung auf Mary Chapin-Carpenters mit Platin ausgezeichnetem Album ist, empfehle ich Ihnen die 1992 veröffentlichte CD wärmstens zum Kauf.

R e s ü m e e

Ja, Mary Chapin-Carpenters CDs werden für gewöhnlich offenbar in die Sparte „Country“ eingeordnet. Das greift aber, finde ich, insofern zu kurz, als es mich wundern würde, wenn Mary Chapin-Carpenter eine erklärte Favoritin der Trucker wäre, die in “Bob’s Country Bunker“ zu Tammy Wynettes „Stand by your man“ heimlich eine Träne in ihren Pitcher Bier kullern lassen. Ich würde meine Empfehlung für die CD lieber so formulieren: Wenn Sie grundsätzlich ein offenes Ohr für Folk haben, der nicht im Klischee erstarrt, können Sie mit Mary Chapin-Carpenter eine echte Entdeckung machen – ich würde ihre 1992er CD eher in die vergleichsweise weitgefasste Rubrik „Singer/Songwriter“ einordnen als in die allzu schmale Country-Schublade.


Dracula [Blu-ray]
Dracula [Blu-ray]
DVD ~ Frank Langella
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 11,22

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Die BluRay für die EU: in meinen Augen ein echtes Armutszeugnis für Universal Germany, 23. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Dracula [Blu-ray] (Blu-ray)
Vor geraumer Zeit habe ich auf der Online-Videoplattform youtube einen Beitrag gesehen, in dem Regisseur John Badham sehr aufschlussreich über die Entstehung seiner Dracula-Fassung plaudert. Nicht nur dieser Beitrag findet sich auf der BluRay Disc, sondern auch ein Audiokommentar von Badham. Die schlechte Nachricht: Gemeint ist die BluRay-Fassung fürs US-Publikum - unsereins bleibt leider wieder außen vor.

Ja, richtig gelesen: Die deutsche Tochter des Universal-Filmverleihs hat darauf verzichtet, eine Lizenz für das informative und interessante Making of "The Revamping of Dracula" sowie die Badham-Tonspur zu erwerben. Filminteressierte, die die BluRay Disc der Universal Pictures Germany GmbH kaufen, gehen also leer aus und müssen sich mit dem Hauptfilm bescheiden. Mich ärgert das, und ich lasse auch nicht die Ausrede gelten, der Erwerb einer Lizenz lohne wahrscheinlich nicht, da das Bonusmaterial nur im Original vorliegt und sich hierzulande nicht genügend Filmfans für englischsprachige Beigaben interessieren und deshalb bereit dazu sind, etwas mehr Geld für eine wirklich gut ausgestattete Disc auszugeben. Immerhin lässt sich die Disc von Universal Germany europaweit abspielen, und ein großer Teil unserer Nachbarn überträgt die Tonspur von Filmen aus dem Ausland ohnehin nicht in die Landessprache.

Nicht mal ein Trailer wird geboten

Im Grunde hatte ich bis zuletzt gehofft, einer Fehlinformation aufgesessen zu sein. Als der BluRay-Player die Disc eingelesen hatte, stand aber tatsächlich keines der nichtssagenden Piktogramme - für mich von jeher ein für die Veröffentlichungen von Universal typisches Ärgernis - für Bonusmaterial. Nicht einmal eines Trailers für würdig befunden hat Universal Germany die Käufer der Disc, auf der sich neber der deutschen Altersfreigabe auch entsprechende Hinweise für England, Irland und Frankreich befinden. Mit anderen Worten: Nicht nur das deutschsprachige Publikum wird schnöde mit einer im Vergleich zur US-Fassung mehr als schmalspurigen Version abgespeist, sondern auch das englischsprachige europäische Ausland täte wohl besser daran, gleich zum US-Import zu greifen.

Mich ärgert diese für mich vollkommen unverständliche Veröffentlichungspolitik, zumal ich mich auf die Heimkinofasssung von John Badhams 1979er "Dracula" sehr gefreut hatte und der BluRay mit Spannung entgegengesehen hatte. Ich finde, ein Filmverleih, der derart lieblos mit seinem Repertoire umgeht und sich über die Interessen seiner Kunden hinwegsetzt, sollte bitteschön auch nicht allzu laut über Raubkopierer jammern, die ihm angeblich das Geschäft verderben. Ich glaube, echte Fans greifen nach wie vor allemal lieber zur gut ausgestatteten und gefällig aufgemachten BluRay Disc oder DVD, als sich ihren Lieblingsfilm aus dubiosen Quellen herunterzuladen. Überhaupt glaube ich ja, dass eine Klientel, die sich Filme grundsätzlich illegal herunterlädt, für den Kauf von Bildtonträgern ohnehin nicht zu erreichen ist. Anders gesagt: Wer Inhalte grundsätzlich kostenlos konsumieren möchte, der wird auch die BluRay Disc für einen Euro im Laden stehen lassen, weil sie ihm teuer ist.
Immerhin: Das Bild ist prima

Ich mag die vornehme Blässe der farbkorrigierten Version

Über den Transfer, den die Disc bietet, wird in den einschlägigen Internetforen teils hitzig diskutiert. Als Master verwendet worden ist offenbar die gleiche Fassung, die auch einer beizeiten erschienenen DVD-Fassung zugrundeliegt. Bei ihr handelt es sich offenbar um eine farbkorrigierte Version, der den Vorstellungen von Regisseur John Badham näher kommt als die Kopien des Films, die erst im Kino und anschließend im Fernsehprogramm zu sehen waren. Tatsächlich ist die Kopie, die ich fürs heimische Archiv erworben habe, deutlich blasser als die, die ich in Erinnerung hatte. Ich habe Badhams Fassung des Stoffs zwar lange Jahre nicht mehr gesehen, aber ich bin davon überzeugt, dass die Farben der Fassung, die ich vor vielen Jahren kennengelernt habe, kräftiger waren als die der jetzt auf BluRay Disc veröffentlichten. Die spielt schon sehr ins Sepiafarbene, aber mir ist das nicht unangenehm aufgefallen (ich bin allerdings auch alles andere als ein Fan der technicolorbunten Streifen aus den legendären englischen "Hammer"-Filmstudios, deren Hervorbringungen für meine Begriffe oft etwas kitschig waren).
Wer die alte Fassung nicht kennt, wird, denke ich, an der neuen, farbkorrigierten keinen Anstoß nehmen. Auf mich wirkt die neue Blässe vornehm, ich kann aber nachvollziehen, wenn Fans monieren, dass die farbtechnisch bearbeitete Fassung nicht der Version entspricht, die sie kennen und lieben gelernt haben. Eine Sequenz sticht in der neuen Version mehr denn je heraus, und bei der handelt es sich natürlich um die berühmt-berüchtigte Szene, in der Dracula (Frank Langella) und Lucy Seward (Kate Nelligan) Tuchfühlung aufnehmen. Badham hat für die in blutrotes Licht getauchten Einstellungen, in denen er mit einem Laser herumexperimentiert hat, viel Schelte bezogen, ich selbst habe daran nie Anstoß genommen. Unbedingt nötig war die von dramatischen Streicherklängen unterlegte optische Spielerei sicher nicht, aber ich werte sie als nett gemeinten Versuch, dem Publikum für sein Eintrittgeld eine Extraportion "eye candy" zu bieten.

Unterm Strich hat mich die Qualität des Transfers durchaus für sich eingenommen. Hie und da erkennt das geübte Auge, dass Schärfefilter zum Einsatz gekommen sind, und das Schwarz könnte durch die Bank etwas satter sein, aber insgesamt ergibt sich ein wirklich erfreuloiches Bild - bei der Leinwandprojektion der Disc sind mir zahlreiche Details ins Auge gefallen, die meine aus dem Fernsehen aufgenommene VHS-Kopie stets unterschlagen hat.

Geschmackvoll ausgestattet, schwelgerisch orchestriert

Es gibt viele Filme, deren Handlung sich mehr oder weniger eng an Bram Stokers weltberühmter Romanvorlage entlanghangelt, aber von denen, die ich kenne, ist mir Badhams Version eine der liebsten. Badham betont vor allem den romantischen Aspekt der Geschichte, und er tut das rund 10 Jahre vor seinem Kollegen Francis Ford Coppola, dessen Interpretation mir ebenfalls ausnehmend gut gefällt. Vielen Kritikern, denen Badhams Version nicht gefallen hat, war Hauptdarsteller Frank Langella anscheinend zu glatt und zu gelackt, mir hingegen gefällt er auch beim wiederholten Sehen. Bevor Langella auch auf der Leinwand als Dracula zu sehen war, hatte er die Figur bereits in einem Theaterstück verkörpert, das Badham neben neben Stokers Roman als Drehbuchvorlage genutzt hat, und wenn ich das richtig verstanden habe, war das Bühnenstück auch alles andere als ein Flop - ich denke deshalb, Langella kann mit den Gehässigkeiten, die mancher Filmkritiker mit spitzer Feder zu Papier gebracht hat, ganz gut leben.

Langellas Dracula ist ein glutäugiger, eleganter Verführer; gleichzeitig wird aber auch die Einsamkeit der Figur deutlich: "What sad music they make", legt das Drehbuch Langella in einer Schlüsselszene in den Mund - bei Bela Lugosi wie auch später in Gary Oldmans Hommage heißt es, das Wolfsgeheul sei "sweet". Auch sonst nimmt sich das Drehbuch einige Freiheiten gegenüber der Romanvorlage - die in ihrer unbearbeiteten Originalfassung auf heutige Leser eher betulich und eher schwer lesbar wirken dürfte -, die auffälligste dürfte sein, dass es tatsächlich Lucy ist, die Dracula sich zur Braut wählt, und nicht Mina.
Die ganze Produktion ist mit offensichtlicher Liebe zum Detail ausgestattet, und Filmmusik-Altmeister John Williams hat damals zwischen seiner Arbeit für "Star Wars" und "Jäger des verlorenen Schatzes" noch Zeit dafür gefunden, für Badhams "Dracula" einen schwelgerischen Score zu komponieren, der das Publikum des Films schon in der ersten Minute gelungen einstimmt auf eine wildromantische, knapp zwei Stunden lange Schauermär. Freigegeben ist das Gruselvergnügen hierzulande übrigens ab 16 Jahren, und auch wenn ich an der Einstufung leise Zweifel habe, wäre das Etikett "ab 12" im Zweifelsfalle vielleicht doch zu niedrig gegriffen gewesen. Einzelne Szenen mögen empfindsamere Gemüter zusammenzucken lassen, aber im Großen und Ganzen (und im Vergleich mit vielem, was uns das Kino heutzutage präsentiert) fließt wenig Blut. Wirklich Grauen erregend finde ich persönlich ohnehin nur den seltsamen Akzent von Laurence Olivier als Professor van Helsing - mag sein, dass ich als jemand, der nördlich der Benrather Linie zur Welt gekommen ist, die das Mitteldeutsche vom Niederdeutschen trennt, da besonders pingelig bin, aber ein niederländisch gefärbtes Englisch klingt in der Regel eben doch anders (auffallen tut das Manko aber natürlich eh nur im Original).

Und wenn wir schon beim Ton sind: Dafür, dass das Geschehen "nur" in Dolby Stereo vorliegt, schlagen sich sowohl die deutsche als auch die englischsprachige Tonspur ganz famos.

R e s ü m e e

Bild und Ton der BluRay Disc zeichnen ein gutes Bild - gerade auch angesichts des Alters von John Badhams eleganter, atmosphärisch dichter "Dracula"-Leinwandfassung aus dem Jahr 1979. Summa summarum ist die Veröffentlichung, die die Universal Germany GmbH am 18. September 2014 in den Handel gebracht hat, für echte Filmfans jedoch eine riesengroße Enttäuschung, denn die Disc bietet wirklich nur den Hauptfilm. Dabei ist es nicht so, als gäbe es kein interessantes Zusatzmaterial: Das aufschlussreiche "Making of", das den Weg auf die US-Fassung gefunden hat und das dch dank des Online-Videoportals youtube kenn, habe ich in bester Erinnerung, und den Audiokommentar, den Regisseur Badham für die US-Disc beigesteuert hat, hätte ich mir auch gern angehört. Zudem können Käufer der US-Disc sich eine Kopie des Films auf PC oder ein anderes Wiedergabegerät herunterladen und sich eine Reihe von Trailern ansehen.

Gerade weil ich den Film sehr mag, reicht es deshalb trotz erfreulich guter Bild- und Tonqualität des Transfers bei mir diesmal nicht für eine Bewertung im mittleren oder gar oberen Feld - die für mich nicht nachvollziehbare Entscheidung von Universal Deutschland, Käufern in der EU das interessante Bonusmaterial der US-Version vorzuenthalten, empfinde ich wirklich als Schlag ins Gesicht.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 12, 2014 2:49 PM MEST


Generic Seil Wurst Spielzeug f¹r Hunde
Generic Seil Wurst Spielzeug f¹r Hunde

1.0 von 5 Sternen Nach nur 30 Minuten vom Hund zerlegt, 7. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der aus China gelieferte Artikel (Frist zwischen Bestellung und Lieferung: gut zwei Wochen) sieht deutlich anders aus als auf der Abbildung (meine Meinung: das abgebildete Exemplar sieht netter aus). Was ich aber noch sehr viel bedauerlicher finde: Nicht ganz eine halbe Stunde, nachdem ich unserem Hund das neue Spielzeug überantwortet habe, hat der die Hartplastikwurst * bereits kleinbekommen (auf den von mir gemachten Bildern ist das gut zu erkennen).

Für meine Begriffe ist das deutlich zu flott, ein zweites Exemplar werde ich nicht kaufen. Hundespielzeug muss nicht ewig halten, aber eine Lebensdauer von nur wenigen Minuten ist nicht das, was ich mir vorstelle. Schade, einen Versich war's wert, aber das nächste Mal gibt's wieder eines der geliebten Gummischweine aus dem Sortiment des örtlichen Fachhändlers ...

* In der Produktbeschreibung war und ist von Gummi die Rede; mein persönlicher Eindruck ist aber, dass es sich weniger um Gummi als irgendeine Art von offensichtlich nicht besonders strapazierfähigem Kunststoff handelt, dank dessen Verwendung der Artikel weit weniger elastisch ist, als ich angenommen hatte.
Kommentar Kommentar | Kommentar als Link


Strawberry and White Chocolate Biscuit
Strawberry and White Chocolate Biscuit
Wird angeboten von Delikatess-Express | TOP ANBIETER FÜR FEINSTE DELIKATESSEN
Preis: EUR 13,90

4.0 von 5 Sternen Innen leider nicht ganz ganz "hui" genug, 31. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Vier Sterne stehen im Amazon-Bewertungssystem für die Aussage "gefällt mir". Mit Blick aufs Äußere des Artikel ist meine Bewertung durchaus zutreffend, denn die stabile Blechdose mit der erhabenen Schrift und dem ebenfalls geprägten Löffelmotiv macht gehörig was her, und natürlich war die aufwändige Verpackung, die neugierig auf den Inhalt macht, an meiner Entscheidung zugunsten des Kaufs nicht ganz unschuldig.

Der Inhalt besteht aus genau zehn Keksen, von denen mit Blick auf die Inhaltsangabe jeder einzelne ziemlich genau 20 Gramm wiegen müsste. Wer jetzt noch einmal schnell den Blick auf den Preis schweifen lässt und Rechenkünste anwendet, die er hoffentlich bereits seit der Grundschule beherrscht, gelangt zu einem Schluss, der sinngemäß wie folgt lautet: Für das, was jeder einzelne Keks kostet, kann man sich, zum Beispiel, auch eine Tafel Schokolade zulegen; und zwar eine, die nicht aus dem Preiseinstiegssegment stammt.

Sind die Strawberry and White Chocolate Biscuits der Marke Cartwright & Butler ihr Geld wert? Für meine Begriffe nicht. Sie schmecken sehr, sehr gut, daran gibt's keinen Zweifel, aber der preisliche Abstand zu vergleichbaren Produkten ist für meine Begriffe größer als es der geschmackliche Unterschied zwischen den C & B-Keksen und, zum Beispiel, Shortbread der schottischen Marke Dean's ist. Deren Produkte mag ich nämlich ebenfalls, und auch die sind nicht für ganz kleines Geld zu haben, haben für mich im Preis-Leistungs-Vergleich aber eindeutig die Nase vorn.

Die Erdbeeren schmecke ich deutlich heraus (die sehr feste Konsistenz finde ich etwas gewöhnungsbedürftig), die weiße Schokolade hätte ich aber wohl nicht als Inhaltsstoff vermutet, wenn sie nicht im Namen der Kekse auftauchte. Die Kekse an sich punkten mit feinem Buttergeschmack und sind ebenfalls ziemlich "stabil", was in diesem Fall aber durchaus als Kompliment gemeint ist. Unterm Strich lautet mein Urteil deshalb: Lecker, lecker - aber eben nicht so lecker, als dass ich mir vorstellen könnte, mir das Vergnügen wiederholt zu leisten. Wenn man ein gefülltes Exemplar der ungewöhnlich aussehenden Dose - die man nach Gebrauch natürlich nicht wegwirft, weil man sie wunderbar als fest schließende Dose für Tee, Kaffee oder eben auch Kekse verwenden kann - verschenkt, darf man sich der Dankbarkeit des oder der Beschenkten aber bestimmt sicher sein, als hochwertige Zugabe in einem sündhaft teuren Präsentkorb kann ich mir eine Dose mit den Keksen von Carwright & Butler ohne weiteres vorstellen.

Fazit: Man muss sich vor dem Kauf darüber im Klaren sein, dass man hier nicht nur für den hochwertigen Inhalt zahlt, sondern auch für die ungewöhnliche Verpackung, die man, zugegeben, nach Genuss der 200 Gramm Kekse prima im Haushalt verwenden kann. Vielleicht sollte man die Sache auch gleich so sehen: Wer ein Faible für Blechdosen im Retro Chic hat und sich eh ein neues Behältnis fürs Kaffeepulver zulegen wollte, darf die Dose von C & B kaufen und sich darüber freuen, dass er für den stolzen Preis auch ein paar leckere Kekse erhält.


The Star Wars Deluxe Edition
The Star Wars Deluxe Edition
von JW Rinzler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 63,95

5 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Meine Meinung: Die normale Ausgabe tut's auch, 30. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eines vorweg: Es würde mich zwar überraschen, wenn die angeblich limitierte Vorzugsausgabe nicht beizeiten zum Sammlerstück würde, das in einem gewissen Online-Auktionshaus zu Liebhaberpreisen gehandelt wird, aber ich empfinde den Kauf der leinengebundenen Ausgabe im "Clamshell Case" trotzdem nicht als Muss. Ja, die Ausgabe ist hübsch anzusehen und sauber produziert, aber für meine Begriffe sind zwei der drei Bände wirklich nur nette Dreingaben, die den sittlichen Nährwert des Ganzen nur unwesentlich steigern. Klartext: Die Bände mit Entwurfszeichnungen und Drucken von Coverentwürfen sind in meinen Augen entbehrlich - die blättert man einmal durch, und das war's dann schon. Für den deutlich höheren Preis, den man für diese Ausgabe zahlt, fehlt es mir an Gegenwert.

Würde ich diese Ausgabe ein zweites Mal bestellen? Nein, ich schätze, ich würde mich mit der regulären gebundenen Ausgabe bescheiden. Unbestritten ist freilich, dass die voluminös wirkende Vorzugsausgabe sich im heimischen Bücherregal gut macht, und an der Qualität des Papiers wie auch des Drucks gibt's von meiner Seite auch nicht das Geringste auszusetzen (man sollte meinen, das sei eine Selbstverständlichkeit, aber mit Blick auf die Qualität von Druck und Papier habe ich im Bereich Comic/Graphic Novel schon manche Enttäuschung erlebt). Gute Noten bekommt die Veröffentlichung von mir außerdem für das gefällige Lettering und das gewissenhafte Lektorat. Mag sein, dass ich etwas übersehen habe, aber mir sind beim ersten Lesen wirklich keine Fehler im Text aufgefallen - auch das ist leider keine Selbstverständlichkeit, und ich kenne diverse Veröffentlichungen, deren guter Eindruck in meinen Augen darunter leidet, dass hier geschlampt wurde.

Und wie steht es um die inhaltliche Seite von "The Star Wars" und die Qualität der Zeichnungen?

Mit der Art und Weise, wie Chefzeichner Mike Mayhew das Lucas'sche Grob-Drehbuch in Bilder umgesetzt hat, bin ich sehr einverstanden. Man merkt den Bildern der rund 180 Seiten starken Geschichte an, dass mit gehörig Herzblut zu Werke gegangen wurde. Die Zeichnungen atmen den Geist der "Star Wars"-Geschichten, die der geneigte Fan von der Leinwand kennt, und ein Fan ist auch Mayhew offensichtlich (wie Mayhew zum Auftrag kam und dass für ihn damit ein lange gehegter Traum in Erfüllung ging, ist im Vorwort nachzulesen). Das Ergebnis von Mayhews Bemühungen ist farbenfroh, wirkt äußerst dynamisch und erfreut sich offenbar auch der Billigung des geistigen "Star Wars"-Vaters George Lucas, der die ihm übersandten Entwürfe wohl unterm Strich unkommentiert gelassen hat - wer den Regisseur näher kenne, wisse, dass das in der Regel bedeute, dass Lucas an etwas nichts auszusetzen hat (wie sagt der Schwabe in solchen Fällen? "Ned g'schimpft isch Lob gnug!")

Offensichtlich ist auch, dass Mayhew sich an Storyboards und Entwürfen orientiert hat, die bekennende Fans der "Star Wars"-Geschichten kennen müssten. Anders gesagt: Mayhew und die anderen am Projekt beteiligten Zeichner haben nicht den Fehler begangen, das Rad ohne Not neu zu erfinden, sondern haben Bilder geschaffen, die eindeutig erkennbar in der Tradition der Designs des seligen Ralph McQuarrie und dessen Kollege Joe Johnston stehen.

Welche teils gehörigen Unterschiede zwischen dem bestehen, was man seit Jahrzehnten von der Leinwand kennt, und was George Lucas ursprünglich einmal zu Papier gebracht hat, dürfte sich unter Fans inzwischen ebenfalls längst herumgesprochen haben. In Lucas' ursprünglichem Exposé heißt die Hauptfigur nicht Luke Skywalker, sondern Annikin Starkiller, Han Solo ist ein 200 Jahre altes, grünes Alien, R2D2 kann sprechen, und den Todesstern gibt es zwar, aber in "The Star Wars" heißt er noch sehr generisch "Space Fortress". Interessant fand ich, welch untergeordnete Rolle die legendäre "Macht" spielt. In "The Star Wars" heißt sie "the Force of Others" und wird zwar immer wieder genannt, eine wesentliche Rolle für den Verlauf der Handlung spielt sie allerdings nicht. Was mir außerdem aufgefallen ist: Die Liebesgeschichte zwischen Prinzessin Leia und Annikin Starkiller wirkt auf mich nicht weniger unglaubwürdig als es die Romanzen in Lucas' Filmen unterm Strich ebenfalls tun - Lucas mag ein Händchen für vieles haben, aber denkwürdige Texte, feinsinnige Charakterzeichnungen und ein glaubwürdiges Beziehungsgeflecht zählen wohl nicht dazu.

Liegt es daran, dass ich mit den "Star Wars"-Geschichten großgeworden bin und ich deshalb Probleme damit habe, dass eine Reihe von mir seit Jahr und Tag wohlvertrauten Namen nun in einem deutlich anderen Kontext auftauchen und anderen Figuren zugeordnet sind als denen, die ich kenne? Ich fand das Paralleluniversum, das "The Star Wars" präsentiert, interessant, hatte zuweilen aber etwas Mühe dabei, der Handlung zu folgen - wer gehört zu wem, wer tut was und warum ... ? Es hat eine Weile gedauert, bis ich wirklich den Weg in die Geschichte gefunden habe und nicht mehr alle paar Panels gestutzt und mich gefragt habe, ob ich mit den mir bekannten Namen gerade im Moment auch wirklich die richtigen Figuren verbinde.

Unterm Strich gebe ich dieser Ausgabe gern 3 von 5 Sternen. Die drei Bände im Clamshell-Schuber sind angenehm sauber produziert und verarbeitet, unterm Strich erscheint mir der Preis aber angesichts des Gebotenen trotzdem zu hoch - die zwei Bände mit Skizzen und Cover-Entwürfen rechtfertigen in meinen Augen jedenfalls nicht den deutlichen Preisunterschied zwischen der regulären gebundenen Ausgabe von "The Star Wars" und der Vorzugsausgabe (ganz zu schweigen von der Broschurausgabe, deren Erwerb auf günstigstem Weg zum "The Star Wars"-Lesevergnügen führt).

Die Rede lang, das Fazit kurz: Im Prinzip ein klares "Ja" von mir zu "The Star Wars" - wenn vielleicht auch nicht unbedingt zur teuren Vorzugsausgabe.

Ein kurzes PS zu Amazons derzeitiger Lieferpolitik: Sofort nachdem ich im Februar 2014 von der bevorstehenden Veröffentlichung des Titels erfahren habe, habe ich ihn bestellt. Nach Erscheinen hat es dann noch aber noch einige Tage gedauert, bevor der Titel endlich an mich ausgeliefert wurde - von einer Zustellung am Erscheinungstag kann, wie verschiedentlich in letzter Zeit, keine Rede sein. Warum ist dem so? Ich bin zwar seit mehr als 10 Jahren Kunde, der sehr regelmäßig bei Amazon bestellt, aber offenbar reicht Amazon das nicht, um mich auch als guten Kunden zu sehen und entsprechend zu behandeln. Meine Vermutung: Hätte ich beizeiten brav pariert und wäre "Prime"-Kunde geworden, wäre ich wahrscheinlich zügiger beliefert worden, denn bevor die Bestellung endlich an mich ausgeliefert wurde, war der Titel bereits seit mehreren Tagen als "sofort lieferbar" ausgewiesen gewesen.

Welche Konsequenzen ziehe ich daraus? Ich werde mir in Zukunft jeden Kauf bei Amazon noch besser überlegen, als ich das ohnehin schon seit einiger Zeit tue.


Twinings Lady Grey, 6 Dosen
Twinings Lady Grey, 6 Dosen
Wird angeboten von cleverDeli
Preis: EUR 23,94

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Des Earls bessere Hälfte, 26. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Twinings Lady Grey, 6 Dosen (Misc.)
Ich bin zwar von Hause aus kein ausgesprochener Freunde von aromatisierten Tees, aber für die Mischung "Earl Grey" mache ich gern eine Ausnahme; zumal dann, wenn sie vom earl Grey-Erfinder Twinings stammt. Jetzt habe ich zum ersten Mal der "Lady Grey" eine Chance gegeben, und auch von dieser Mischung bin ich auf Anhieb sehr, sehr angetan. Zum Grundton, der dem des Earl Grey sehr ähnlich ist, gesellt sich hier noch eine sehr feine Orangennote, und genau wie das Original ist auch die nach der Dame des Hauses benannte Komposition ein Tee, der auch ohne weitere Zusätze ganz großer Genuss ist. Wer Milch und/oder Zucker beigeben möchte, sollte den Tee m. E. zunächst unbedingt pur probieren. Fazit: Dem Earl Grey von Twinings bin ich nicht erst seit gestern treu. Und die Lady Grey? Die habe ich gestern sicher nicht zum letzten Mal gekauft.


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-20