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Rezensionen verfasst von
Frank F. "sid.vicious" (Bochum)

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Der Todesking SE
Der Todesking SE

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gute Studie, 13. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Der Todesking SE (DVD)
'Das ist der Todesking. Er macht das Menschen nicht mehr leben wollen.'

Der Todesking ist ein sehr guter Film von Jörg Buttgereit, der sich, wie der Name schon sagt, mit dem Thema Tod auseinandersetzt. Hierbei kommen fehlgeleitete Individuen, wie auch Depressionen zum Tragen. Buttgereit gelingt es, sich in einzelnen Episoden durchaus vermittelnd mit den jeweiligen Beweggründen auseinanderzusetzen.

Der Todesking ist definitiv, das Beste was Buttgereit und Jelinski abgeliefert haben. Dieses hat den ganz einfachen Grund, dass der Film Hirn hat. Ich will jetzt keine Vergleiche zu Krzysztof Kieslowski ziehen, denn das würde ein wenig zu sehr in die Richtung Lobeshymne abzielen. Beim Todesking ist ein ähnlicher Arbeitsstil, wie der von Monika Treut bei 'Die Jungfrauenmaschine', zu erkennen.

Nekromantik ist ein Film der mit dem Zaunpfahl gewunken und Buttgereit bekannt gemacht hat. Zweifelsohne lagen Liebe, Tod und Leidenschaft nie so nah beieinander. Allerdings ist Nekromantik mehr als ein Aufhänger, ein persönlicher Bekanntmacher zu sehen, auch wenn es lobenswert ist, ein Tabuthema aufzugreifen.

Der Todesking ist hingegen ein stiller und gekonnter Film, der von seinen Situationen lebt. Ein Film, der das Arbeiten der Hirnzellen animiert und zu Interpretationen einlädt. Sofern dieses praktiziert wird, kann man einige Erkenntnisse gewinnen. Falls man kein Interesse daran hat und einen unterhaltsamen Horrorfilm erwartet, dann ist definitiv abzuraten.

Der Todesking, ist wie auch Die Jungfrauenmaschine nicht gerade zugänglich, weist allerdings wie der Zweitgenannte ein sehr gutes Potential auf. Dieses zu erkennen, bedarf allerdings einiges an Lebenserfahrung, ein Hang zum Ausgefallenen und das Interesse sich mit dem, was sich hinter den Spiegeln verbirgt, auseinanderzusetzen.

Aus meiner Sicht sehr gutes und intelligentes Offkino.


Roma violenta [IT Import]
Roma violenta [IT Import]
DVD ~ John Steiner
Wird angeboten von OUT OF PRINT
Preis: EUR 6,38

4.0 von 5 Sternen Sehr guter Poliziesco, der in Deutschland nicht auf DVD erhältlich ist, 29. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Roma violenta [IT Import] (DVD)
Die Quote an Verbrechen steigt in Rom von Tag zu Tag. Kommissar Berti steht einem aussichtlosen Kampf gegenüber, vor allem weil sich das Gesetz gegen seine eigenwilligen Methoden wendet. Berti quittiert den Polizeidienst und schließt sich einer Bürgerwehr an'

Bei Gewalt rast durch die Stadt ist es schwierig auszumachen ob die Brutalität die der Film präsentiert zur Unterhaltung dient oder ob eine Anklage gegen die Gewalt geschaffen werden sollte. Aus meiner Sicht präsentiert Marino Girolami in seinem Film einen brutalen Poliziesco der die Gewalt zu Selbstzweck überspitzt. Dieses soll keine negative Kritik sein, denn der Film bedient sich bester Mittel. Dazu gehören richtig gut in Szene gesetzte Autojagden und übelste Ganoven, die genauso wenig Skrupel haben wie ihre Gegenseite. Girolami sagt hier eindeutig: Gewalt erzeugt Gegengewalt und dieses in einer unendlichen Spirale. Nicht die Vernunft ist der Sieger, sondern der jenige, der am Ende überlebt.

Der Film gehört nicht zu den Meisterwerken des Genres und kann sich in keiner Weise mit Filmen wie Die Viper oder Der Berserker messen, weist allerdings dennoch Spannung und ein schäbiges, dreckiges Ambiente auf. Weiterhin sind Girolamis Bilder stark depressiv beeinflusst. Maurizio Merlis Darstellung des Kommissars ist absolut überzeugend, da dieser sich wie schon in Die Viper in dieser Rolle zu Hause fühlt.

Für Genrefreaks ist Gewalt rast durch die Stadt ein absolutes Pflichtprogramm.


Roma a mano Armata
Roma a mano Armata
DVD ~ Tomas Milian

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekter Poliziesco, in Deutschland unter dem Titel Der Berserker erhältlich, 29. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Roma a mano Armata (DVD)
Guilio Sacchi plant die Entführung der Tochter eines reichen Industriellen. Dabei wird er von den Kleinganoven, Carmine und Vittorio unterstützt. Bei dem Vorhaben die Entführung zu praktizieren ist Guilio jedes Mittel recht und er schreckt in keiner Weise vor Mord und Brutalität zurück.

Umbertos Lenzis Film ist ein Highlight des italienischen Kinos und vielleicht sogar Lenzis bester Film. Der 1974 entstandene Poliziotti geht ohne Rücksicht auf Verluste in aller Härte und Gewalt vor. Lenzi nimmt mit diesem Film wahrlich keine Blatt vor den Mund und lässt Tomas Milian in der Rolle des Guilio Sacchi die Gewalt zelebrieren. Was Milian hier schauspielerisch leistet, ist kurz gesagt brillant. Man nimmt ihm jeder Zeit die Rolle des schäbigen und geistesgestörten Ganoven ab. Sacchi schreckt vor Nichts zurück, seine Brutalität und die nicht vorhandene Hemmschwelle begründet er mit seiner Armut und dem Reichtum der Anderen. Führend ist hier Sacchis Aussage, als er Carmine eine Drogenpille verabreicht. Diese Pillen machen die Leute auf der Universität für uns, damit wir vergessen, dass wir nicht auf die Universität gehen dürfen. Sacchis gesamtes Wesen ist von Hass auf die Oberschicht durchzogen, was ihn dabei noch gefährlicher macht ist: dass er kurz gesagt ein reiner Psychopath ist.

Sacchis Gegenspieler wird von Henry Silva in der Rolle des Kommissar Grandi gespielt. Das Gegenspiel dieser beiden Personen bzw. ihre besondere Hassverbindung erinnert mich an jene von Eastwood und Robinson in Don Siegels Dirty Harry. Leicht offensichtlich wird die Sache, wenn man an das steife Bein von Grandi, auf Grund der Schussverletzung herbeigefügt wurde, denkt. Bei Dirty Harry waren die Parts nur anders verteilt, hier hatte der Ganove ein steifes Bein auf Grund von Callahans Sadismus. Auch die Schlussszene in der Grandi, Sacchi förmlich exekutiert erinnert an Siegels Klassiker. Hatte Eastwood seine Polizeimarke in den See geworfen, so teilt Grandi mit, dass er ein ehemaliger Kommissar sei. Aber diese Perspektive des Vergleichs liegt einzig in meinem Empfinden.

Neben Tomas Milian und Henry Silva wirkt Ray Lovelock, in der Rolle des Carmine mit. Lovelock spielte 4 Jahre später die Rolle des Aldo in 'Junge Mädchen zur Liebe gezwungen'. Carmine ist der gegenteilige Charakter von dem des Guilio Sacchi. Er zeigt Skrupel und Bedenken. Eine weitere exzellente Leistung konnte man ihm in der Rolle des George in Jorge Graus Meisterwerk: das Leichenhaus der lebenden Toten, bescheinigen. Die Rolle des Vittorio spielt der italienische Sänger: Gino Santercole.

Das was in Lenzis Film schauspielerisch geboten wird, ist einfach gesagt: brillant. Jeder Darsteller bringt seinen Part überzeugend und glaubhaft rüber. Tomas Milian kann sich in der Rolle der Guilio Sacchi so richtig austoben, was er auch nach allen Regeln der Kunst praktiziert.

Fazit:
'Der Berserker' ist ein perfekter Poliziotti, mit hervorragenden Hauptdarstellern. Der Film hat einfach alles: Gewalt, Gesellschaftskritik, Spannung und eine sehr gute Kameraarbeit. Die besten Vorraussetzungen um alles bisher da Gewesene und Folgende aus dem Genre, förmlich wegzuhauen.


Auf der Kugel stand kein Name
Auf der Kugel stand kein Name
DVD ~ Audie Murphy
Preis: EUR 16,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein verkanntes Western-Juwel in brillanter DVD Umsetzung, 25. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Auf der Kugel stand kein Name (DVD)
Der Auftragskiller John Gant kommt in eine scheinbar friedliche Stadt. Einige der Bürger sind verunsichert, da sie Angst haben, Gant sei wegen ihnen hier, um sie zu töten...

Auf der Kugel stand kein Name ist einer der Western, die gern in die Kategorie B gepackt werden. Für die Filme von Jack Arnold ist dieses ja nichts Ungewöhnliches. Was Vielen nicht bewusst ist, ist dass es sich bei diesem Film um einen absoluten Klassiker handelt, der locker im oberen bereich der Klasse-Western anzusiedeln ist.

Jack Arnold setzt hierbei auf eine sehr gute und ausgereifte Story im Kriminalfilmstil. Die -braven- Bürger entpuppen sich in ihrem Verhalten zu Unüberlegtheit und Unsicherheit. Es kommt zu Mord und Selbstmord, auf Grund ihrer unrühmlichen Vergangenheit. Gant bringt in der Tat den Tod in die Stadt, allerdings trägt er nicht aktiv dazu bei. Seine Anwesenheit bewegt die verängstigen Bürger selbst zu handeln und Fehler zu begehen.

Audie Murhy spielt die Rolle des Auftragskillers Gant richtig gut und überzeugend. Sein Charakter zeichnet sich durch geistige Überlegenheit und Lakonismus aus.

Jack Arnolds Film ist ein verkanntes Juwel im Western-Genre und ist jedem Western-Freak zu empfehlen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 25, 2013 3:19 PM MEST


Fascination - Das Blutschloss der Frauen
Fascination - Das Blutschloss der Frauen
DVD ~ Brigitte Lahaie

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Übel geschnittenes Meisterwerk, 5. Dezember 2010
Jean Rollins 1979 gedrehter Film konzentriert sich, wie man es von Rollin kennt, auf das Spiel zwischen Gut und Böse mit der Kernfrage: Was ist denn nun wirklich das Gute und was das Böse? Der Freiraum zur Interpretation ist reichhaltig vorhanden und Rollin lässt dem Zuschauer dabei frei Hand. Die Geschichte arbeitet gezielt auf seine Lösung hin, Rollin baut bewusst einen Spannungsbogen auf, der sich erst mit den Abspanncredits löst. Bis es allerdings soweit ist, nimmt das Spiel Gut gegen Böse seinen unabsehbaren Lauf.

Hierbei werden Kamera und Beleuchtung in Perfektion eingesetzt, dazu kommt ein künstlich erzeugter Wind, der die Gewänder der Hauptdarstellerinnen in einer graziösen Art wehen lässt. Das Ganze ist ein einziger, optischer Genuss. Dazu gelingt es Rollin mit einfachen Mitteln, wie das Heulen des Windes und abgedunkelten Räumen eine herrliche Atmosphäre zu schaffen. Die Bilder wirken märchenhaft schön und werden durch die großartige Auswahl der Locations perfekt dargestellt. Trotz aller von Genialität gezeichneten Szenen, fällt eine besonders auf. Brigitte Lahaie schreitet mit einem schwarzen Gewand gekleidet und einer Sense in der Hand über die Brücke zum Schloss und tötet eine Diebin. Ausschlaggebend ist, dass diese Szene eine der wenigen Gewaltmomente in Fascination enthält, denn trotz ihres blutigen Gehalts, zeugt diese dennoch von einer einzigartigen Schönheit.

Brigitte Lahaie verkörpert mit der Rolle der Eva, Anfangs einen eher harmlosen Charakter, der sich durch Gehievtheit und Taktieren auszeichnet. Nachdem Alles in der von ihr beabsichtigten Weise abläuft, wechselt ihr Charakter in den einer Todesbotin. Sehr interessant ist ein Szene in der Eva von einem der Diebe dazu genötigt wird ihr weißes Kleid auszuziehen, sie kommt dem nach und tötet den Dieb. Das Messer entnahm sie einem schwarzen Umhang, welchen sie folgend überstreifte um somit als Engel des Todes ihren Weg zu gehen. In einigen afrikanischen Ländern ist die Bedeutung von Schwarz und Weiß entgegengesetzt zur Bedeutung in Europa. Sehen wir die europäische Definition, wird uns einiges klar. Weiß zeigt den Anfang, ein unbeschriebenes Blatt, hingegen wird mit Schwarz alles davor Erlebte und Praktizierte dargestellt. Es ist sozusagen ein komplettes Resümee des Lebens. Folglich ist der Zuschauer der Ansicht, dass Eva der Mittelpunkt des Bösen ist, was allerdings zum Ende des Film durch die Sinneswandlung von Elisabeth wieder in Frage gestellt wird.

Fazit:
Rollins Film mag unterschiedlicher Ansicht nach, nun Kunst oder Selbstverliebtheit sein, im Prinzip ist dieses vollkommen egal. Fakt ist: Fascination ist eine perfekte Studie über Liebe, Gut und Böse, über die reale Welt und eine parallele Zweitwelt. Alles was dabei Filmtechnisch geboten wird, ist einfach gesagt: Perfekt.

Die hier angebotene Fassung ist stark geschnitten, aus deisem Grunde kann ich nur einen Stern vergeben. Es gibt allerdings eine Uncut Version von X-Rated in der großen Buchbox.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 22, 2011 11:00 PM MEST


Ostpunk! too much future
Ostpunk! too much future
DVD ~ Marc Wächter
Preis: EUR 9,49

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr gutes Zeitdokument, 5. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ostpunk! too much future (DVD)
'Hippiekultur, dett war für mich datt Allerletzte.' Dieses ist eines der Zitate, das innerhalb der Dokumentation ausgesprochen wird. Der Vergleich zum Anfang der Westdeutschen Punkbewegung liegt natürlich nahe. Nicht zuletzt wurde im Westen 1976/77 stark gegen das Hippiedenken rebelliert. Der Schlag aus der Hose entfernt und mit Songs wie Zurück zum Beton gegen das Ökodenken gesteuert. Weit weg vom Thema, es geht schließlich um den Punk in Ostberlin. Die Doku lässt die damaligen Beteiligten, die in den frühen Punkbands der DDR aktiv waren, zu Worte kommen. Weit weg vom geschliffenen Spät-DDR Sound der Skeptiker wurde in der Anfangszeit des Punks in der DDR unverblümter unkonventioneller 2 Akkorde Punk gespielt.

Der Film zeigt, dass es nicht einfach für die Punks in der DDR war, da sie zweifelsohne zu den Staatsfeinden Nummer Eins gehörten und demnach für ihre Äußerungen in Erziehungsheime gesteckt wurden. Punk im Osten, war im Gegensatz zum Punk im Westen ein gewagtes Unterfangen. Was nachträglich den Westpunk, eher als ein Spiel der Auflehnung erscheinen lässt, da es keine derartigen Konsequenzen gab, wie es in der DDR der Fall war.

Lobenswert ist, dass z.B. Nina Hagen unerwähnt bleibt. Eine Sache die die Macher der Reportage auszeichnet, da sie die Basis des DDR Punks beleuchtet und nicht den Kommerz.

Der Ostpunk ist genauso leise gegangen, wie er gekommen ist, heißt es innerhalb eines Interviews. Des weiteren wird erwähnt, dass die Obrigkeit kein Mittel gegen ihn fand und den Punk deshalb unterwanderte.

Sehr interessantes Zeitdokument, das sich auf Bodenständige Aussagen von Bodenständigen Ex Punks stützt.


Silbersattel (Sella D'Argento)
Silbersattel (Sella D'Argento)
DVD ~ Giuliano Gemma
Wird angeboten von Filmnoir
Preis: EUR 9,45

4.0 von 5 Sternen Letztes Aufbäumen des Italo Westerns, 5. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Silbersattel (Sella D'Argento) (DVD)
Silbersattel bedient sich in seiner Story beim Altbewährten. In einigen Passagen kann man eine Ähnlichkeit mit Eine Pistole für Ringo nicht ausschließen. Dieses ist allerdings auch einzig auf den Inhalt und eine gewissen gemeinsamen Hang zum US Western Schema zu beziehen. Was verbindet Fulci in Silbersattel zum US Western? Einfach gesagt: der Hang zu einer gewissen Schnulzigkeit und Sentimentalität, welche für das Italo Western Genre absolut ungewöhnlich ist. Tessari hingegen suchte ein direktes Bindeglied zwischen dem europäischen und den amerikanischen Western.

Aber warum sollte man nun tiefer darauf eingehen, denn Fulci ist lang kein Tessari und das erwartet man auch nicht, denn dazu liegen die eigentlichen Genreaktivitäten beider Regisseure zu weit auseinander.

Silbersattel ist einer der letzen guten italienischen Western. Man merkt dem Film schnell an, dass er aus einer späten Epoche des Italo Westerns stammt. Dazu trägt das eher blass gehaltene Bild, im Stile von Der Mann aus Virginia zweifelsohne bei.

Fulci bedient sich innerhalb seines Films neben der leicht theatralischen Sentimentalität
auch an den klassischen Elementen des Italo Westerns. Die fiesen Mexikaner, der reiche Haziendabesitzer, seine attraktive Tochter und der Antiheld, den alle für den Bösen halten, der aber am Ende alles Böse bekämpft und anschließend als Guter weiter reitet. Alles zigmal gesehen- aber irgendwie immer wieder schön anzusehen.

Qualitativ hat hier Koch Media mit Bild und Ton sehr gute Arbeit geleistet.


Das Schießen - Nur der Stärkste überlebt!
Das Schießen - Nur der Stärkste überlebt!
DVD ~ Jack Nicholson
Wird angeboten von media4world
Preis: EUR 8,95

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfektes psychedelisches Kino im Westerngewand, 10. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In der 60ern experimentierte man in den USA bereits auf dem Western-Sektor. Im Gegensatz zur Glorifizierung und dem amerikanischen Patriotismus, der in den Filmen von John Ford gern angewendet wurde, zeigte -Das Schießen- das krasse Gegenteil.

Monte Hellmans Western, ist das was man jederzeit als Anti-Western bezeichnen kann. Eine zum Zweck zusammengekommene 4-köpfige Gemeinschaft ist auf unterschiedliche Art und Weise im Begriff ein Ziel zu verfolgen. Alle Beteiligten scheitern an Böswilligkeit, eigener Ignoranz und Menschenverachtung. Jeder Einzelne auf seine Weise. Als Ambiente zu diesem Drama, wird eine undurchdringliche, depressiv wirkende Wüstenlandschaft präsentiert. Die Kameraarbeit von Gregory Sandor trägt sehr stark zu diesem Gesamteindruck bei.

Jeder der vier Hauptdarsteller verkörpert den ihm vorgegebenen Charakter absolut überzeugend. Angefangen bei Naivität bis hin zu Lakonismus. Hellman setzt hierbei geschickt auf die krassen Gegensätzlichkeiten.

Die Story ist einfach gestrickt. Die Beweggründe spielen sich eher im Kopf der Zuschauer ab. Eine Sache die bei -Das Schießen- auch unverzichtbar ist. Der Zuschauer ist gefordert mit den Personen des Films eins zu werden. Sich in deren Egos zu vertiefen. Nur auf diese Weise gelingt es, die Brillanz dieses Films authentisch mitzuerleben

-Das Schießen- ist einer der Filme, die leider niemals den Bekanntheitsgrad erhalten haben, den sie eigentlich verdient haben. Perfektes psychedelisches Kino im Westerngewand.

Zur Umsetzung: Das Bild und der Ton sind in jeder Hinsicht als gut zu bezeichnen.


Night Of The Hunted [DVD]
Night Of The Hunted [DVD]
Wird angeboten von ZOverstocksDE
Preis: EUR 18,22

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Er nimmt die Angst, aber auch die Erinnerung, 15. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Night Of The Hunted [DVD] (DVD)
-Er nimmt die Angst, aber auch die Erinnerung-. Dieses ist ein sehr wichtiges Zitat innerhalb -La nuit des traquees-, bringt es den Ahnungslosen doch langsam auf die richtige Fährte zur Interpretation. Weiterhin ist Rollins Erzählweise diesmal so angelegt, dass dem Zuschauer zum Ende die gesamte Lösung präsentiert wird und die vorangegangenen 90 Minuten Revue passieren lässt. Bis es soweit ist, ist es allerdings ein sehr langer und düsterer Weg. Denn das was Jean Rollin mit -La nuit des traquees- geschaffen hat, ist der so ziemlich depressivste Film, den ich jemals gesehen habe.

In einigen Momenten des Films ist ein Vergleich mit David Cronenbergs -Shivers- oder -Rabid- nicht unangebracht. Jean Rollin arbeitet definitiv in einer ähnlich apokalyptischen Atmosphäre, wie sie Cronenberg darstellte und man kann -La nuit des traquees- durchaus als eine Fortsetzung der beiden genannten Filme verstehen.

Jean Rollin zeigt eine düstere, hoffnungslose Endzeitstimmung die sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film zieht. Es gibt kaum positive Einstellungen, alles ist von einer beängstigenden Aussichtslosigkeit durchtränkt. Die Bilder zeigen eine illusionslose Leere. Hochhäuser und Räume gleichen der einer verlassenen Welt, in der die letzen Überlebenden vor sich hin vegetieren.

Die Blicke der Hauptdarsteller sind nichts sagend und leer. Brigitte Lahaie spielt die Rolle der Elisabeth in Perfektion. Man nimmt ihr in jeder Kameraeinstellung die Situation der dargestellten Rolle ab und muss dieses als beeindruckende schauspielerische Leistung bezeichnen. Brigitte Lahaie lebt die Rolle der Elisabeth, sie lässt den Zuschauer an der Situation teilnehmen und ihre Situation miterleben.

Rollin zeigt Anspielungen auf den Nationalsozialismus, sprich die Nationalsozialistische Rassenhygiene in Form der Euthanasie. Dieses wird zum Ende des Films angesprochen. Des weiteren lässt sich die Bezeichnung -Das schwarze Hochhaus- durchaus als Anlehnung an den schwarzen Tod verstehen. Nachdem man den Film zu Ende gesehen hat, vertiefen sich diese Eindrücke.

Zum Ende des Films wird, wie bereits oben erwähnt, eine komplette Lösung aufgezeigt. Die Rede ist von einem Reaktorunglück, das den Gedankenverlust der Menschen zur Folge hatte. Es kann den verseuchten nicht geholfen werden, man kann sie angeblich nur vor sich hin leben lassen oder sie töten, um sie von ihrem Schicksal zu erlösen. Das Schwarze Hochhaus verbirgt das, was der Menschheit nicht gezeigt werden soll um eine Massenpanik zu vermeiden. Die Frage die sich stellt ist: Welche Menschheit ist gemeint? Rollin zeigt einzig Robert als einen Menschen, der nicht als Kranker und auch nicht als Bewacher der Kranken dargestellt wird. Ansonsten werden keine weiteren Menschen gezeigt, was durchaus die Annahme hervorrufen kann, das Rollin hier von der Apokalypse spricht und es außer den Kranken und ihren Bewachern, keine weiteren Menschen gibt, vor denen man den Reaktorunfall verheimlichen muss.

Robert, den man als Hoffnungsträger in der aussichtslosen Situation sieht, wird zum Ende des Films erschossen. Somit wird jede Aussicht auf Rettung erstickt. Er schleppt sich mit letzter Kraft zu Elisabeth um ihre Hand zu nehmen und um mit ihr den Weg zur Erlösung zu beschreiten. Rollins letzte Einstellung zeigt eine endlose Weite von Poesie und Romantik geprägt. Robert und Elisabeth beschreiten innerhalb dieser Weite einen unendlichen Weg, womöglich den Weg in eine andere, sprich bessere Welt.

Jean Rollin ist es gelungen, mit einem geringen Budget einen brillanten Film zu drehen. Bekannterweise sind seine Werke nicht für ein breites Publikum bestimmt, was sich mit -La nuit des traquees- festigt.

Rollins Film ist zwar zum einen ein Meisterwerk das seines gleichen sucht und wohl niemals finden wird, zum anderen ist es allerdings auch unverzichtbar, sich auf Rollins Bilder und die Grundstimmung des Films einzulassen. Denn sonst wird man diesen Film niemals verstehen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2013 4:51 PM MEST


Fascination - Blutschloß der Frauen
Fascination - Blutschloß der Frauen
DVD ~ Brigitte Lahaie
Wird angeboten von sofort lieferbar
Preis: EUR 29,94

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillanter Klassiker von Jean Rollin, 1. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Fascination - Blutschloß der Frauen (DVD)
Jean Rollins 1979 gedrehter Film konzentriert sich, wie man es von Rollin kennt, auf das Spiel zwischen Gut und Böse mit der Kernfrage: Was ist denn nun wirklich das Gute und was das Böse? Der Freiraum zur Interpretation ist reichhaltig vorhanden und Rollin lässt dem Zuschauer dabei frei Hand. Die Geschichte arbeitet gezielt auf seine Lösung hin, Rollin baut bewusst einen Spannungsbogen auf, der sich erst mit den Abspanncredits löst. Bis es allerdings soweit ist, nimmt das Spiel Gut gegen Böse seinen unabsehbaren Lauf.

Hierbei werden Kamera und Beleuchtung in Perfektion eingesetzt, dazu kommt ein künstlich erzeugter Wind, der die Gewänder der Hauptdarstellerinnen in einer graziösen Art wehen lässt. Das Ganze ist ein einziger, optischer Genuss. Dazu gelingt es Rollin mit einfachen Mitteln, wie das Heulen des Windes und abgedunkelten Räumen eine herrliche Atmosphäre zu schaffen. Die Bilder wirken märchenhaft schön und werden durch die großartige Auswahl der Locations perfekt dargestellt. Trotz aller von Genialität gezeichneten Szenen, fällt eine besonders auf. Brigitte Lahaie schreitet mit einem schwarzen Gewand gekleidet und einer Sense in der Hand über die Brücke zum Schloss und tötet eine Diebin. Ausschlaggebend ist, dass diese Szene eine der wenigen Gewaltmomente in Fascination enthält, denn trotz ihres blutigen Gehalts, zeugt diese dennoch von einer einzigartigen Schönheit.

Brigitte Lahaie verkörpert mit der Rolle der Eva, Anfangs einen eher harmlosen Charakter, der sich durch Gehievtheit und Taktieren auszeichnet. Nachdem Alles in der von ihr beabsichtigten Weise abläuft, wechselt ihr Charakter in den einer Todesbotin. Sehr interessant ist ein Szene in der Eva von einem der Diebe dazu genötigt wird ihr weißes Kleid auszuziehen, sie kommt dem nach und tötet den Dieb. Das Messer entnahm sie einem schwarzen Umhang, welchen sie folgend überstreifte um somit als Engel des Todes ihren Weg zu gehen. In einigen afrikanischen Ländern ist die Bedeutung von Schwarz und Weiß entgegengesetzt zur Bedeutung in Europa. Sehen wir die europäische Definition, wird uns einiges klar. Weiß zeigt den Anfang, ein unbeschriebenes Blatt, hingegen wird mit Schwarz alles davor Erlebte und Praktizierte dargestellt. Es ist sozusagen ein komplettes Resümee des Lebens. Folglich ist der Zuschauer der Ansicht, dass Eva der Mittelpunkt des Bösen ist, was allerdings zum Ende des Film durch die Sinneswandlung von Elisabeth wieder in Frage gestellt wird.

Fazit:
Rollins Film mag unterschiedlicher Ansicht nach, nun Kunst oder Selbstverliebtheit sein, im Prinzip ist dieses vollkommen egal. Fakt ist: Fascination ist eine perfekte Studie über Liebe, Gut und Böse, über die reale Welt und eine parallele Zweitwelt. Alles was dabei Filmtechnisch geboten wird, ist einfach gesagt: Perfekt.

Die hier angebotene Fassung ist vergriffen und somit sehr teuer, es gibt allerdings eine weitere Uncut Version von X-Rated in der großen Buchbox.


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