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Rezensionen verfasst von
Kuschelbu "Daniela" (Lübeck)

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Schnee am Bosporus: Remzi Ünals erster Fall
Schnee am Bosporus: Remzi Ünals erster Fall
von Celil Oker
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

4.0 von 5 Sternen Oker überzeugt mit seinem Privatdetektiv in Istanbul, 5. April 2015
Nachdem ich letztes Jahr zum ersten Mal in Istanbul war und mich die Stadt wahnsinnig fasziniert hat, habe ich mich auch sehr auf diesen türkischen Krimiautor gefreut, dessen Privatdetektiv Remzi Ünal in Istanbul ermittelt.
Schon nach den ersten Seiten tauchte ich auch gleich wieder ab in die moderne Großstadt Istanbuls. Ich konnte mir genau vorstellen, wie Remzi über das Gelände der Bosporus Universität geht, um den jungen Soziologiestudenten Ibo zu finden, der plötzlich verschwunden ist.
Die Geschichte ist einfach und dennoch spannend geschrieben, so dass man das Buch leicht an einem Stück durchlesen kann. Dies ist dann auch mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte: Mit 160 Seiten doch eher ein kurzer Krimi. Aber gute Krimis müssen nicht immer 600 Seiten lang sein und der Autor Oker beschränkt sich bei seiner Geschichte einfach auf das Wichtigste. Oker möchte dem Leser nicht die ganze Geschichte in kleinsten Häppchen präsentieren und vorkauen, sondern der Leser soll selbst noch ein bisschen nachdenken und sich das Gesamtbild alleine zusammensetzen.
Fazit: Ein gelungener Krimi, der sich leicht zwischendurch liest, Lust auf mehr macht und sich auf das Wesentliche beschränkt.


Der Ruf des Kuckucks: Roman (CORMORAN STRIKE-FÄLLE, Band 1)
Der Ruf des Kuckucks: Roman (CORMORAN STRIKE-FÄLLE, Band 1)
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht aber auch nicht überragend, 29. März 2015
Wenn man vorab weiß, dass es sich bei dem Pseudonym von Robert Galbraith um J. K. Rowling handelt, dann geht man natürlich mit hohen Erwartungen an das Buch heran. Hat die Harry Potter Autorin auch das Zeug für eine gute Krimiautorin?

Anfangs hat mich die Geschichte um den Kriegsverletzten Cormoran Strike, der als Privatdetektiv arbeitet, schnell gepackt. Der Schreibstil ist klar und einfach gehalten und als Leser kann man sich das Londoner Leben rund um den Privatdetektiv und sein Umfeld gut vorstellen. Nach den ersten 200 Seiten wurde mir die Geschichte inhaltlich dann aber doch etwas zu anstrengend...
Kurz zum Inhalt: Das Topmodell Luna Laundrey stürzt von einem Balkon und ist tot. Während die Presse von Selbstmord ausgeht, ist Lunas Bruder John Bristow davon nicht überzeugt und engagiert Strike, den Fall zu untersuchen. Dies sieht so aus, dass Cormoron über 600 Seiten mit allen Personen - manchmal auch mehrmals - spricht, die Luna an dem Tag noch gesehen haben und die eine engere Beziehung zu ihr hatten. Im Leben eines Topmodells nicht gerade wenige Leute mit all ihren Staralüren und Macken. Da mich die Geschichte nicht richtig packte und ich zwischenzeitlich immer ein paar Tage gar nicht gelesen hatte, war es dann natürlich auch wieder schwieriger, sich an all die vielen Personen und ihre eventuellen Motive zu erinnern.
Die letzten 150 Seiten des Buches sind dann zwar wieder etwas spannender, denn dann will man als Leser doch endlich wissen, zu welchen Schlüssen Cormoran nun gekommen ist, aber die Auflösung fand ich dann doch etwas enttäuschend. Die Schlüsse sind nicht immer so eindeutig erkennbar und es fehlen entscheidende Zusatzinformationen für den Leser, um selbst auf den Mörder zu kommen. Überraschend kam die Enthüllung dann aber irgendwie auch wieder nicht. Man war eher froh, dass es nun geschafft ist.
Fazit: Anfang gut, Mitte schwach, zum Ende hin wieder besser. Rowling kann eigentlich mehr. Sie wollte sicher einen guten Krimi schreiben, aber vielleicht sollte sie sich nächstes Mal an das Sprichwort "weniger ist mehr" halten. Diesmal ist sie etwas über das Ziel hinaus geschossen. Ich werde den nächsten Band aber trotzdem noch lesen, vielleicht wird der ja besser.


Ein Bulle im Zug: Roman
Ein Bulle im Zug: Roman
von Franz Dobler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Andere Erwartungen gehabt, 15. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Ein Bulle im Zug: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir von diesem Krimi mit dem interessant klingenden Titel und Klappentext definitiv etwas anderes versprochen. Für meinen Geschmack zu moderne, abgehobene Literatur, die nichts mit einem klassischen Krimi zu tun hat.
Zum Inhalt: Fallner, ein Polizist, erschießt bei einem Einsatz einen Jungen. Dies wird zu einer Belastung, weil sein Partner Mayer aussagt, dass der Junge keine Waffe hatte, es sich somit um keine wirkliche Notwehrsituation handelte. Fallner verliert durch den Zweifel an sich und der Aussage seines Partners und Freundes den Boden unter den Füßen und versucht mit dem Kauf einer Bahncard 100 und dem Fahren quer durch Deutschland Abstand und einen klaren Kopf zu gewinnen. Bis hierhin finde ich die Idee gut, es folgt aber eine, für den Geschmack eines Hobbykrimilesers, zu "anstrengende" literarische Umsetzung.
Dobler versteht es definitiv mit der deutschen Sprache zu spielen. Es kommt zu schnellen Szenewechseln: Gedanken, Träume, Halluzinationen, Erinnerungen. Wer hier als Leser mitkommen will, muss sich wirklich konzentrieren. Es geht in diesem Buch auch nicht vordergründlich um die Aufklärung des Falles, sondern um den Menschen in einer Extremsituation an sich. Enttäuscht hat mich das Buch, weil ich durch Titel und Klappentext etwas anderes erwartet hätte. Wer überlegt, dieses Buch zu lesen, sollte vorher einfach eine Leseprobe lesen, um zu sehen, ob man dieses Buch mag, denn sonst wird das Lesen zäh...


Die Lebenden und die Toten (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 7)
Die Lebenden und die Toten (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 7)
von Nele Neuhaus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Heikles Thema, 27. Dezember 2014
Generell finde ich die in diesem Krimi gewählte Thematik über Organtransplantation schwierig. Die Bevölkerung ist durch die aufgedeckten Skandale bereits erheblich verunsichert und die Zahlen der Organspenden sinken in den letzten Jahren. Als Krimiautorin mit Millionen von Lesern finde ich daher, dass man auch eine gewisse Verantwortung trägt, wenn man über solche heiklen Themen schreibt. Gewiss gibt es die künstlerische Freiheit, aber nicht wenige Leser werden nach dem Lesen dieser Geschichte sicherlich noch mehr verunsichert sein. Ein längeres Nachwort der Autorin hätte ich mir daher schon gewünscht, da man nach dem Lesen des Buches sicher noch weniger Interesse daran hat, Organe zu spenden.

Die Geschichte an sich erscheint zu Beginn sehr spannend: Der "Sniper" treibt sein Unwesen im Raum Frankfurt und erschiesst aus größerer Entfernung seine Opfer. Die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, von denen es bereits mehrere Bände zu lesen gibt, nehmen sich dem Fall an. Während fast täglich neue Menschen sterben müssen, kommen die Ermittlungen nur schleppend voran. Die Opfer haben zumindest etwas gemeinsam: Sie stehen alle in Verbindung zu einer Frau, deren Organe gespendet wurden und nun werden nicht die Schuldigen selbst, sondern ihre Angehörigen durch Selbstjustiz getötet. Immer mehr Personen werden in die Geschichte eingeführt, so dass der Leser bis zum Ende im Ungewissen bleiben soll, wer nun der Täter ist. Das gelingt der Autorin zwar auch, aber am Ende des Buches war ich fast erleichtert als es endlich zur Aufklärung kam. Fast alle Personen haben ein Motiv und die Geschichte wird immer komplizierter, so dass es am Ende um mehr als nur ein Opfer geht, so dass ich am Ende Mühe hatte, allem überhaupt noch zu folgen. Nicht der beste Band von Nele Neuhaus meiner Meinung nach, zudem zum Teil schlecht recherchiert.
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Lügentanz: Roman (KNAUR eRIGINALS)
Lügentanz: Roman (KNAUR eRIGINALS)
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Gut, wenn auch anders als erwartet, 16. Dezember 2014
Das Buch "Lügentanz" von Ivonne Keller hat mir zwar sehr gut gefallen, ich würde die Geschichte aber weniger als Thriller bezeichnen, sondern eher als einen Roman.
Kurz zum Inhalt: Michaela Michalsen ist gelernte Erzieherin und wohnt zusammen mit Ihrem Mann und der 12-jährigen Karla in einem Haus in der Vorstadtidylle von Frankfurt. Michaela hat in ihrem Leben schon viel mitgemacht. So war sie die einzige Überlebende bei einem Autounfall, bei dem ihre Eltern umkamen. Im Heim aufgewachsen, freundet sie sich mit Bea an, eine Frau, die ebenfalls viel mitgemacht hat im Leben.

Die Geschichte beginnt mit Michaelas Geburtstag, an dem so alles schief geht, was nur schief gehen kann. Ihr Mann beichtet ihr, sie nicht mehr zu lieben, die Tochter hat einen Unfall auf Klassenfahrt und das Schlimmste dabei ist, dass Michaela einen Blackout hat und sich an den Morgen dieses Tages nicht mehr erinnern kann bzw. ihr Mann leugnet, jemals gesagt zu haben, dass er sie nicht mehr lieben würde.
Michaela, die solche Blackouts früher schon hatte, flüchtet nach Frankfurt, um Abstand und einen klaren Kopf zu gewinnen. Einer Anzeige folgend, hütet sie Haus und Hund von Herrn Grunwald, der auf Weltreise geht. Dort trifft sie dann auf Lena, eine junge Frau, die vor ihren eigenen Problemen wegläuft und die beiden freunden sich an.

Mit der Erwartung, dass es sich bei dem Buch um einen Thriller handelt, habe ich mir zwar mehr von der Geschichte erwartet. Trotzdem hat Keller einen lockeren und leichten Scheibstil, der es einem leicht macht, der Handlung zu folgen. Es gibt immer wieder Zeitsprünge zwischen der Vergangenheit und Gegenwart sowie Emails von Bea, so dass der Leser mehr und mehr über die Hauptcharaktere erfährt. Erst relativ spät wird einem erst klar, wer warum und wieso lügt, intrigiert bzw. wie die Blackouts entstanden sind, so dass die Spannung bis zum Schluss aufrecht gehalten wird.


Engelsgleich
Engelsgleich
von Martin Krist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, 12. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Engelsgleich (Taschenbuch)
"Engelsgleich" war das erste Buch, das ich von Martin Krist gelesen habe und ich bedauere, dass ich noch nicht früher auf diesen Autor und seine spannende Thrillerreihe gestoßen bin.
Wie immer spielt die Geschichte in Berlin. Das Ermittlerteam um Kommissar Kalkbrenner und Sera Muth spielen dabei zwar eine große Rolle, aber das tolle an Krists Büchern ist, das parallel viele Geschichten mit unterschiedlichsten Akteuren spielen, zum Teil auch zu unterschiedlichen Zeiten. Am Ende fügen sich alle Geschichten aber immer zu einem spannenden Finale zusammen. Bis dahin, so ging es mir zumindest in "Engelsgleich", hat man als Leser zwar Vermutungen, wird am Ende des Buches aber doch überrascht. Dieser Aufbau macht das Lesen besonders spannend und man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

In "Engelsgleich" geht es zum Einen um die verschwundene 15 jährige Merle und die eigenständige Suche ihrer Pflegemutter nach ihr. Dann geht es um Kinderleichen, die in einer Fabrikhalle gefunden werden und um Drogenhandel, der bis über die tschechischen Grenzen hinaus geht. Die Geschichten werden von vielen verschiedenen Gesichtspunkten erzählt. So spielt der Drogendealer Markus Kühn eine große Rolle, der auch schon in weiteren Büchern von Krist auftauchte. Natürlich kommt auch das Privatleben von Kommissar Kalkbrenner nicht zu kurz, der eine demente Mutter im Pflegeheim hat und sich nun auch noch Gedanken um seine Tochter machen muss.

In diesem Buch ist einfach alles mit verpackt: Liebe, Schicksal, Freundschaft, Mord, Verrat, Traurigkeit und Ungerechtigkeit. Krist versteht es aber, mit seiner Geschichte nicht zu übertreiben und ins unrealistische oder kitschige abzudriften. Der Schreibstil ist angenehm leicht, gut verständlich und die Geschichte lässt sich trotz der unglaublich vielen und schnellen Szenewechsel flüssig lesen. Ein Buch, genau nach meinem Geschmack und sicherlich nicht das letzte Buch von Martin Krist, das ich lesen werde.


Nur wer fällt, lernt fliegen: Roman
Nur wer fällt, lernt fliegen: Roman
von Anna Gavalda
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

4.0 von 5 Sternen Wieder ein tolles Buch von einer tollen Autorin, 12. Oktober 2014
Nachdem ich bereits von 'Zusammen ist man weniger allein' sehr begeistert war, freute ich mich erneut ein Buch von Anna Gavalda zu lesen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. 'Nur wer fällt, lernt fliegen' ist zwar von der Handlung anders, die Autorin bleibt ihrem Stil jedoch treu. Nicht die Handlungen an sich, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen nehmen einen großen Raum in ihren Geschichten ein.

Billie, ein Mädchen aus armen und schwierigen Verhältnissen und der homosexuelle Franck, der ebenfalls Probleme mit seiner Familie hat, verbindet eine besondere Freundschaft. Das Band, das die beiden jungen Menschen zusammenhält, rettet sie vor dem Untergang. Zusammen schaffen sie es sich aus den familiären Zwängen zu befreien und ein eigenes Leben in Paris aufzubauen. Dabei hat jeder sein Leben, aber jeder kann immer auf den anderen zählen.

Als es auf einem Wanderausflug zu einem Unfall kommt, bei dem sich beide verletzen und eine Nacht in den Bergen verbringen müssen, beginnt Billie über ihr Leben und ihre spezielle Freundschaft zu Franck zu räsonieren und ihre Geschichte einem Stern zu erzählen. Der Buchtitel kann nach dieser überstandenen Nacht wörtlich genommen werden, denn der Unfall in den Bergen lernt Billie das Fliegen.

Anna Gavalda schafft es, mit ihrem besonderen und einzigartigen Schreibstil den Leser in eine andere Welt abtauchen zu lassen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Die beiden Hauptprotagonisten Billie und Franck sind keine Menschen, die in ihrem Leben viel Glück erfahren haben. Trotzdem meistern sie am Ende ihren Weg und zeigen der Gesellschaft, dass auch sie etwas Wert sind.

Ein tolles Buch, das leider viel zu schnell zu Ende ging.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2014 12:15 PM MEST


Das dunkle Haus: Kriminalroman (Ein Erik-Winter-Krimi, Band 11)
Das dunkle Haus: Kriminalroman (Ein Erik-Winter-Krimi, Band 11)
von Åke Edwardson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nicht immer leicht zu lesen aber insgesamt doch ein guter Krimi, 4. April 2014
Bisher habe ich noch nicht viele Ake Edwardson Krimis gelesen, weil ich bei dem doch recht eigenen Schreibstil des Verfassers so meine Probleme habe.
Auch in seinem 11. Fall bleibt sich Edwardson seinem Stil treu. Begleitend zu der depressiv vorherrschenden Stimmung des Buches folgen schnelle Szenewechsel, Gedankenspiele und Tagträume bei denen der Leser aufmerksam lesen muss. So manche Zeilen musste ich dann doch auch zweimal lesen, weil ich merkte, dass meine Gedanken abschweiften.
Trotz dieses speziellen Schreibstils, bei dem aus Stilgründen auch mal Satzzeichen und Groß- und Kleinschreibung wegfallen, ist die Geschichte packend.

Kurz zum Inhalt: Kommissar Erik Winter kehrt nach zwei Jahren Auszeit aus dem warmen Marbella zurück in den dunklen und nass-kalten Winter Göteborgs. Dort wartet auch gleich wieder ein Mordfall auf ihn, denn eine Frau und zwei ihrer drei Kinder werden brutal ermordet. Es werden nur wenige Personen in den Kreis der Verdächtigen einbezogen und im Verlauf lernt der Leser, dass nicht nur einer von Ihnen Dreck am Stecken hat. Bei Edwardsons Krimis spielt jedoch weniger die Ermittlung an sich eine Rolle, sondern eher das Gedankenkreisen um das Motiv, den Mordhergang und den möglichen Täter. Immer wieder kehrt Winter an den Ort des Verbrechens zurück und lässt seine Gedanken zusammen mit dem Leser über den möglichen Tathergang schweifen. Dies macht Edwardsons Schreibstil zwar einzigartig, ist für den normalen Krimileser manchmal jedoch auch anstrengend.

Neben der Krimigeschichte geht es auch in Winters Privatleben nicht gerade rosig zu. Während die Familie in Marbella bleibt, erkrankt Winters Mutter schwer. Die Polizeiarbeit zuhause und das Privatleben in Spanien belasten den gesundheitlich und seelisch bereits angeschlagenen Kommissar weiter, so dass dieser mit Musik von Coltrane und Whiskey versucht eine Balance im Alltag zu finden.

Es lässt sich nach Auflösung der Morde darüber diskutieren, ob die Krimigeschichte an sich nicht etwas übertrieben ist. Eins ist jedoch sicher: auch wenn der Leser beim Lesen selbst seine Schlüsse über den möglichen Mörder ziehen wird, am Ende war doch alles anders.


Die Kalte Sofie: Ein München-Krimi
Die Kalte Sofie: Ein München-Krimi
von Felicitas Gruber
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Völlig daneben, 9. Februar 2014
Grundsätzlich mag ich regionale Krimis und habe auch schon viele bayrische Krimis gelesen, zumal ich selbst in München wohne. Daher fand ich auch dieses Buch zunächst einmal sehr ansprechend: eine Rechtsmedizinerin, die in München ermittelt. Ich finde es gut, wenn ein Buch mit einem humoristischem Grundton geschrieben ist a la Rita Falks Büchern oder die Kluftinger Reihe. Wenn man zusätzlich beim Lesen noch die Schauplätze kennt, umso besser!
Was mich bei diesem Buch allerdings absolut enttäuscht hat ist die Handlungsgeschichte, die in einem Krimi ja neben den mitwirkenden Personen das Wichtigste ist.
Schon in der ersten Hälfte des Buches wurde ich stutzig, als die Rechtsmedizinerin Sofie auf ihrem Weg zur Arbeit zufällig an einem Spielplatz eine tote Maus findet und diese heimlich im Institut untersucht, weil ihr dies komisch vorkommt. Welch Zufall doch, dass wenige Stunden zuvor ein Mädchen auf diesem Spielplatz vergiftet wurde und die Maus das gleiche Gift aufgenommen hatte. Die Handlung erschien mir geradazu lachhaft weil ich den erwähnten Spielplatz kenne und es einfach lächerlich ist, dass man auf seinem Weg daran vorbei einfach so eine tote Maus sieht.
So zieht sich dann auch das ganze Buch weiter. Die Taube, die einige Tage später auch das Gift zu sich genommen hat, wird natürlich auch von Sofie entdeckt. Genauso wie Tage später der Hund.
Man könnte meinen die Geschichte spielt nicht in München, einer immerhin 1,2 Millionen großen Stadt, sondern in irgendeinem Dorf, denn dann könnte man diese Zufälle noch hinnehmen. Alle Handlungsstränge ereignen sich immer, wenn zufällig eine der Hauptpersonen dabei ist: der Polizist Joe will sich einen Döner kaufen und prompt verfolgt er ein Gespräch vor dem Laden, dass für die weitere Handlung entscheidend ist.
In dieser Geschichte hat man daher eher das Gefühl, man wird als Leser nicht voll genommen oder die Autorin hat einfach kein Gespür für Kriminalgeschichten und sollte lieber bayrische Schmonzetten schreiben. Sehr realistisch fand ich auch die Tatsache, dass Sofie, die vor ihrem Medizinstudium Polizistin war, noch ihre gleichen Passwörter für die Datenbank der Polizei benutzen kann, um auf eigene Faust ermitteln zu können.
Ich finde es wirklich schade, dass der Büchermarkt von so vielen schlechten Regionalkrimis überhäuft wird und es schwer wird, die guten herauszupicken. Felicitas Gruber gehört jedenfalls nicht dazu und meiner Meinung nach sollte sie lieber weiter für Dahoam is Dahoam Drehbuch schreiben, das liegt ihr besser als das Krimigenre.


Blutiger Engel: Thriller (Ein Alice-Quentin-Thriller, Band 2)
Blutiger Engel: Thriller (Ein Alice-Quentin-Thriller, Band 2)
von Kate Rhodes
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Guter Thriller aus dem sommerlich heißen London, 12. Januar 2014
Blutiger Engel war der erste Krimi, den ich von Kate Rhodes gelesen habe. Hierbei handelt es sich bereits um den zweiten Band der promovierten Literaturwissenschaftlerin, die eine Thriller-Serie um die Psychologin Dr. Quentin schreibt.
Dr. Quentin arbeitet nicht nur als Psychologin im Krankenhaus, sondern unterstützt als forensische Psychologin auch die Polizei von London. In diesem Buch treibt sich im sommerlich heißen London ein Serienkiller herum, der es auf Angestellte der Angel Bank abgesehen hat und am Tatort Engelsbilder und Federn hinterlässt. Zusammen mit DI Don Burns versucht Quentin den Täter zu finden, doch die Zahl der Opfer steigt immer weiter an.

Insgesamt fand ich das Buch recht spannend und leicht zu lesen. Obwohl ich zu Anfang die Tatsache spannend fand, dass das Buch diesmal nicht aus der Sicht der Polizei, sondern aus der Sicht einer Psychologin geschrieben wird, ertappte ich mich beim Lesen so manches Mal dabei, mir zu wünschen, mehr von der Polizeiarbeit mitzubekommen. In jedem Krimi will man doch gerne selbst den Mörder im Voraus herausbekommen. Tippt man richtig und zu früh, ist man von dem Buch enttäuscht. DIe besten Krimis sind doch die, bei denen man völlig falsch lag und am Ende die große Überraschung heraus kommt. Bei "Blutiger Engel" ist es eher so, dass der Leser manche Erkenntnisse der Ermittlungen erst viel später erfährt und durch die Opfer immer wieder neue Personen mit ins Spiel kommen, aber der Kreis der möglichen Verdächtigen sehr klein erscheint. Bis auf die letzten 30 Seiten etwa ist man noch fast der Überzeugung, man kennt den Mörder nicht, da er in der Geschichte noch nicht aufgetaucht ist. Die Aufdeckung des Mörders kommt dann aber doch etwas überraschend und so ist man als Krimileser doch zufrieden.
Schön ist auch, dass die Geschichte neben den Ermittlungen durch private Geschichten der Psychologin abgerundet werden. Es geht um die familiären Verhältnisse, die für Quentin nicht immer einfach sind, über die Freundschaften und die Liebe. Alles in allem kann man sagen, dass Rhodes als promovierte Literaturwissenschaftlerin ihr Fach versteht und mit "Blutiger Engel" einen guten Thriller geschrieben hat.


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