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Rezensionen verfasst von
Kuschelbu "Daniela" (Lübeck)

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Der Sohn: Kriminalroman
Der Sohn: Kriminalroman
von Jo Nesbø
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

4.0 von 5 Sternen Besser als Harry Hole, 6. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Sohn: Kriminalroman (Gebundene Ausgabe)
ch habe bisher erst zwei Bücher von Jo Nesbo gelesen. Darunter eines der Harry Hole Reihe. Bei diesem Buch kann ich mich erinnern, dass mir die schnellen Szenewechsel und die unendlich vielen Personen derart verwirrt haben, dass ich beim Lesen den Spaß verloren habe und ich eher enttäuscht war.
Mit dem neuen Buch von Nesbo "Der Sohn" - diesmal kein Buch der Harry Hole Reihe - habe ich Nesbo eine neue Chance gegeben und diesmal fand ich die Geschichte wesentlich besser.
Kurz zum Inhalt: Der heroinabhängige Sonny sitzt im Gefängnis. Da er ein sehr ruhiger Häftling und ein guter Zuhörer ist, vertrauen ihm die Mitgefangenen seine Sünden an, um dadurch Erleichterung zu spüren. Zudem nimmt er freiwillig die Schuld für Morde auf, nur um an mehr Heroin zu kommen. Das Leben ist ihm gleichgültig geworden, nachdem sein Vater, Polizist, als Maulwurf in kriminellen Drogenkreisen bekannt wurde und umgebracht wurde. Doch alles ändert sich, als ein Häftling ihm anvertraut, dass sein Vater gar kein Maulwurf war, sondern ein ehrenwerter Mann.
Sonny bricht aus und will sich an allen Rächen, die die Verbrechen begangen haben, für die er selbst einsaß oder die ihm andere Häftlinge anvertraut haben.
Parallel geht es um Simon Kefas. Ein Polizist, der in der Vergangenheit spielsüchtig war und jetzt zweifelhaft versucht, seiner Frau zu helfen, die am Erblinden ist.
Kefas versucht den ausgebrochenen Sonny zu finden und seinen Rachezug zu stoppen, denn er war selbst früher mit Sonnys Vater befreundet.

Typisch Nesbo kommt es auch in diesem Buch wieder zu schnellen Szenewechseln und vielen verschiedenen Handlungsgeschichten, aber diesmal konnte ich der Geschichte viel besser folgen. Was mir vor allem sehr gut gefallen hat, waren die kurzen Szenen mit fremden Personen, die aus ihrem Blickwinkel die Situation beurteilten, die sich gerade in der Handlung abspielte. Das machte das Buch in meinen Augen noch interessanter. Nesbo versteht es außerdem gut seine Heimatstadt Oslo zu beschreiben. Die Kultur, die Charaktere einzelner Stadtviertel aber auch die Veränderungen durch Drogenhandel, Korruption und Armut.


Das Mädchen, das rückwärts ging
Das Mädchen, das rückwärts ging
von Kate Hamer
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Starker Anfang, dann etwas langatmig, 1. Mai 2015
"Das Mädchen, das rückwärts ging" ist der erste Roman von der englischen Dokumentarfilmerin Kate Hamer, den sie im Rahmen ihres Creative Writing Studiums verfasste.
Zum Inhalt: Beth ist frisch getrennt und lebt mit ihrer 8-jährigen Tochter alleine. Carmel ist ein etwas verträumtes Mädchen, das beim Spielen gerne mal die Zeit vergisst und auch schon mal verloren geht. Doch als dies bei einem gemeinsamen Ausflug wieder passiert, kann Beth ihre Tochter nicht wieder finden...
Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven geschrieben, aus der Sicht der verzweifelt suchenden Mutter und aus der Sicht von Carmel, die in die Hände eines Predigers fällt, der das Mädchen entführt und für seine eigenen Zwecke nutzen will.
Eigentlich eine gut geschriebene Geschichte, die sich anfangs spannend und schnell liest. Nach 2/3 des Buches fragt man sich als Leser dann aber doch, wie lange es noch dauert bis oder ob überhaupt eine Zusammenführung von Mutter und Kind wieder passieren wird und wie sich das ganze aufklärt. Carmels Zeit bei dem Prediger Dennis zieht sich daher etwas zäh und lang, so dass man sich als Leser irgendwann wünscht, es könnte jetzt mal vorbei sein. Die Spannung, die am Anfang des Buches gut aufgebaut wurde, flacht ab und das Lesen wird langatmig. Zudem fand ich die Zeremonien des Predigers mit der angeblichen Heilkraft Carmels doch etwas unglaubwürdig und entsprechende Buchpassagen mit etwas zu lang ausgeführten mystischen Eingebungen doch etwas übertrieben. Auch das sehr schnelle Ende fand ich nach der langen Durststrecke doch auch eher unbefriedigend.
Positiv finde ich die sehr häufigen Szenewechsel zwischen der verzweifelten Beth und Carmel, die für etwas Abwechslung beim Lesen sorgen. Zudem befinden sich über jedem Kapitel Zeitangaben, wie viele Tage seit dem Verschwinden vergangen sind. Hier kommt es zunehmend auch zu größeren Zeitsprüngen, bei denen ich mich als Leser aber manches Mal mit dem Gedanken ertappen musste: Wie lange soll es denn noch dauern? Zusammengefasst: Eigentlich eine gute Geschichte mit starkem Anfang, einer etwas längeren Durststrecke zwischendurch und einem guten, aber zu plötzlichem und kurzen Ende.


Schnee am Bosporus: Remzi Ünals erster Fall (Unionsverlag Taschenbücher)
Schnee am Bosporus: Remzi Ünals erster Fall (Unionsverlag Taschenbücher)
von Celil Oker
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,95

4.0 von 5 Sternen Oker überzeugt mit seinem Privatdetektiv in Istanbul, 5. April 2015
Nachdem ich letztes Jahr zum ersten Mal in Istanbul war und mich die Stadt wahnsinnig fasziniert hat, habe ich mich auch sehr auf diesen türkischen Krimiautor gefreut, dessen Privatdetektiv Remzi Ünal in Istanbul ermittelt.
Schon nach den ersten Seiten tauchte ich auch gleich wieder ab in die moderne Großstadt Istanbuls. Ich konnte mir genau vorstellen, wie Remzi über das Gelände der Bosporus Universität geht, um den jungen Soziologiestudenten Ibo zu finden, der plötzlich verschwunden ist.
Die Geschichte ist einfach und dennoch spannend geschrieben, so dass man das Buch leicht an einem Stück durchlesen kann. Dies ist dann auch mein einziger Kritikpunkt an der Geschichte: Mit 160 Seiten doch eher ein kurzer Krimi. Aber gute Krimis müssen nicht immer 600 Seiten lang sein und der Autor Oker beschränkt sich bei seiner Geschichte einfach auf das Wichtigste. Oker möchte dem Leser nicht die ganze Geschichte in kleinsten Häppchen präsentieren und vorkauen, sondern der Leser soll selbst noch ein bisschen nachdenken und sich das Gesamtbild alleine zusammensetzen.
Fazit: Ein gelungener Krimi, der sich leicht zwischendurch liest, Lust auf mehr macht und sich auf das Wesentliche beschränkt.


Der Ruf des Kuckucks: Roman (CORMORAN STRIKE-FÄLLE, Band 1)
Der Ruf des Kuckucks: Roman (CORMORAN STRIKE-FÄLLE, Band 1)
von Robert Galbraith
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht aber auch nicht überragend, 29. März 2015
Wenn man vorab weiß, dass es sich bei dem Pseudonym von Robert Galbraith um J. K. Rowling handelt, dann geht man natürlich mit hohen Erwartungen an das Buch heran. Hat die Harry Potter Autorin auch das Zeug für eine gute Krimiautorin?

Anfangs hat mich die Geschichte um den Kriegsverletzten Cormoran Strike, der als Privatdetektiv arbeitet, schnell gepackt. Der Schreibstil ist klar und einfach gehalten und als Leser kann man sich das Londoner Leben rund um den Privatdetektiv und sein Umfeld gut vorstellen. Nach den ersten 200 Seiten wurde mir die Geschichte inhaltlich dann aber doch etwas zu anstrengend...
Kurz zum Inhalt: Das Topmodell Luna Laundrey stürzt von einem Balkon und ist tot. Während die Presse von Selbstmord ausgeht, ist Lunas Bruder John Bristow davon nicht überzeugt und engagiert Strike, den Fall zu untersuchen. Dies sieht so aus, dass Cormoron über 600 Seiten mit allen Personen - manchmal auch mehrmals - spricht, die Luna an dem Tag noch gesehen haben und die eine engere Beziehung zu ihr hatten. Im Leben eines Topmodells nicht gerade wenige Leute mit all ihren Staralüren und Macken. Da mich die Geschichte nicht richtig packte und ich zwischenzeitlich immer ein paar Tage gar nicht gelesen hatte, war es dann natürlich auch wieder schwieriger, sich an all die vielen Personen und ihre eventuellen Motive zu erinnern.
Die letzten 150 Seiten des Buches sind dann zwar wieder etwas spannender, denn dann will man als Leser doch endlich wissen, zu welchen Schlüssen Cormoran nun gekommen ist, aber die Auflösung fand ich dann doch etwas enttäuschend. Die Schlüsse sind nicht immer so eindeutig erkennbar und es fehlen entscheidende Zusatzinformationen für den Leser, um selbst auf den Mörder zu kommen. Überraschend kam die Enthüllung dann aber irgendwie auch wieder nicht. Man war eher froh, dass es nun geschafft ist.
Fazit: Anfang gut, Mitte schwach, zum Ende hin wieder besser. Rowling kann eigentlich mehr. Sie wollte sicher einen guten Krimi schreiben, aber vielleicht sollte sie sich nächstes Mal an das Sprichwort "weniger ist mehr" halten. Diesmal ist sie etwas über das Ziel hinaus geschossen. Ich werde den nächsten Band aber trotzdem noch lesen, vielleicht wird der ja besser.


Ein Bulle im Zug: Roman
Ein Bulle im Zug: Roman
von Franz Dobler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,95

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Andere Erwartungen gehabt, 15. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Ein Bulle im Zug: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte mir von diesem Krimi mit dem interessant klingenden Titel und Klappentext definitiv etwas anderes versprochen. Für meinen Geschmack zu moderne, abgehobene Literatur, die nichts mit einem klassischen Krimi zu tun hat.
Zum Inhalt: Fallner, ein Polizist, erschießt bei einem Einsatz einen Jungen. Dies wird zu einer Belastung, weil sein Partner Mayer aussagt, dass der Junge keine Waffe hatte, es sich somit um keine wirkliche Notwehrsituation handelte. Fallner verliert durch den Zweifel an sich und der Aussage seines Partners und Freundes den Boden unter den Füßen und versucht mit dem Kauf einer Bahncard 100 und dem Fahren quer durch Deutschland Abstand und einen klaren Kopf zu gewinnen. Bis hierhin finde ich die Idee gut, es folgt aber eine, für den Geschmack eines Hobbykrimilesers, zu "anstrengende" literarische Umsetzung.
Dobler versteht es definitiv mit der deutschen Sprache zu spielen. Es kommt zu schnellen Szenewechseln: Gedanken, Träume, Halluzinationen, Erinnerungen. Wer hier als Leser mitkommen will, muss sich wirklich konzentrieren. Es geht in diesem Buch auch nicht vordergründlich um die Aufklärung des Falles, sondern um den Menschen in einer Extremsituation an sich. Enttäuscht hat mich das Buch, weil ich durch Titel und Klappentext etwas anderes erwartet hätte. Wer überlegt, dieses Buch zu lesen, sollte vorher einfach eine Leseprobe lesen, um zu sehen, ob man dieses Buch mag, denn sonst wird das Lesen zäh...


Die Lebenden und die Toten (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 7)
Die Lebenden und die Toten (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi, Band 7)
von Nele Neuhaus
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Heikles Thema, 27. Dezember 2014
Generell finde ich die in diesem Krimi gewählte Thematik über Organtransplantation schwierig. Die Bevölkerung ist durch die aufgedeckten Skandale bereits erheblich verunsichert und die Zahlen der Organspenden sinken in den letzten Jahren. Als Krimiautorin mit Millionen von Lesern finde ich daher, dass man auch eine gewisse Verantwortung trägt, wenn man über solche heiklen Themen schreibt. Gewiss gibt es die künstlerische Freiheit, aber nicht wenige Leser werden nach dem Lesen dieser Geschichte sicherlich noch mehr verunsichert sein. Ein längeres Nachwort der Autorin hätte ich mir daher schon gewünscht, da man nach dem Lesen des Buches sicher noch weniger Interesse daran hat, Organe zu spenden.

Die Geschichte an sich erscheint zu Beginn sehr spannend: Der "Sniper" treibt sein Unwesen im Raum Frankfurt und erschiesst aus größerer Entfernung seine Opfer. Die Kommissare Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, von denen es bereits mehrere Bände zu lesen gibt, nehmen sich dem Fall an. Während fast täglich neue Menschen sterben müssen, kommen die Ermittlungen nur schleppend voran. Die Opfer haben zumindest etwas gemeinsam: Sie stehen alle in Verbindung zu einer Frau, deren Organe gespendet wurden und nun werden nicht die Schuldigen selbst, sondern ihre Angehörigen durch Selbstjustiz getötet. Immer mehr Personen werden in die Geschichte eingeführt, so dass der Leser bis zum Ende im Ungewissen bleiben soll, wer nun der Täter ist. Das gelingt der Autorin zwar auch, aber am Ende des Buches war ich fast erleichtert als es endlich zur Aufklärung kam. Fast alle Personen haben ein Motiv und die Geschichte wird immer komplizierter, so dass es am Ende um mehr als nur ein Opfer geht, so dass ich am Ende Mühe hatte, allem überhaupt noch zu folgen. Nicht der beste Band von Nele Neuhaus meiner Meinung nach, zudem zum Teil schlecht recherchiert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 6, 2015 5:14 PM CET


Lügentanz: Roman (KNAUR eRIGINALS)
Lügentanz: Roman (KNAUR eRIGINALS)
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Gut, wenn auch anders als erwartet, 16. Dezember 2014
Das Buch "Lügentanz" von Ivonne Keller hat mir zwar sehr gut gefallen, ich würde die Geschichte aber weniger als Thriller bezeichnen, sondern eher als einen Roman.
Kurz zum Inhalt: Michaela Michalsen ist gelernte Erzieherin und wohnt zusammen mit Ihrem Mann und der 12-jährigen Karla in einem Haus in der Vorstadtidylle von Frankfurt. Michaela hat in ihrem Leben schon viel mitgemacht. So war sie die einzige Überlebende bei einem Autounfall, bei dem ihre Eltern umkamen. Im Heim aufgewachsen, freundet sie sich mit Bea an, eine Frau, die ebenfalls viel mitgemacht hat im Leben.

Die Geschichte beginnt mit Michaelas Geburtstag, an dem so alles schief geht, was nur schief gehen kann. Ihr Mann beichtet ihr, sie nicht mehr zu lieben, die Tochter hat einen Unfall auf Klassenfahrt und das Schlimmste dabei ist, dass Michaela einen Blackout hat und sich an den Morgen dieses Tages nicht mehr erinnern kann bzw. ihr Mann leugnet, jemals gesagt zu haben, dass er sie nicht mehr lieben würde.
Michaela, die solche Blackouts früher schon hatte, flüchtet nach Frankfurt, um Abstand und einen klaren Kopf zu gewinnen. Einer Anzeige folgend, hütet sie Haus und Hund von Herrn Grunwald, der auf Weltreise geht. Dort trifft sie dann auf Lena, eine junge Frau, die vor ihren eigenen Problemen wegläuft und die beiden freunden sich an.

Mit der Erwartung, dass es sich bei dem Buch um einen Thriller handelt, habe ich mir zwar mehr von der Geschichte erwartet. Trotzdem hat Keller einen lockeren und leichten Scheibstil, der es einem leicht macht, der Handlung zu folgen. Es gibt immer wieder Zeitsprünge zwischen der Vergangenheit und Gegenwart sowie Emails von Bea, so dass der Leser mehr und mehr über die Hauptcharaktere erfährt. Erst relativ spät wird einem erst klar, wer warum und wieso lügt, intrigiert bzw. wie die Blackouts entstanden sind, so dass die Spannung bis zum Schluss aufrecht gehalten wird.


Engelsgleich
Engelsgleich
von Martin Krist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend von der ersten bis zur letzten Seite, 12. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Engelsgleich (Taschenbuch)
"Engelsgleich" war das erste Buch, das ich von Martin Krist gelesen habe und ich bedauere, dass ich noch nicht früher auf diesen Autor und seine spannende Thrillerreihe gestoßen bin.
Wie immer spielt die Geschichte in Berlin. Das Ermittlerteam um Kommissar Kalkbrenner und Sera Muth spielen dabei zwar eine große Rolle, aber das tolle an Krists Büchern ist, das parallel viele Geschichten mit unterschiedlichsten Akteuren spielen, zum Teil auch zu unterschiedlichen Zeiten. Am Ende fügen sich alle Geschichten aber immer zu einem spannenden Finale zusammen. Bis dahin, so ging es mir zumindest in "Engelsgleich", hat man als Leser zwar Vermutungen, wird am Ende des Buches aber doch überrascht. Dieser Aufbau macht das Lesen besonders spannend und man möchte gar nicht mehr aufhören zu lesen.

In "Engelsgleich" geht es zum Einen um die verschwundene 15 jährige Merle und die eigenständige Suche ihrer Pflegemutter nach ihr. Dann geht es um Kinderleichen, die in einer Fabrikhalle gefunden werden und um Drogenhandel, der bis über die tschechischen Grenzen hinaus geht. Die Geschichten werden von vielen verschiedenen Gesichtspunkten erzählt. So spielt der Drogendealer Markus Kühn eine große Rolle, der auch schon in weiteren Büchern von Krist auftauchte. Natürlich kommt auch das Privatleben von Kommissar Kalkbrenner nicht zu kurz, der eine demente Mutter im Pflegeheim hat und sich nun auch noch Gedanken um seine Tochter machen muss.

In diesem Buch ist einfach alles mit verpackt: Liebe, Schicksal, Freundschaft, Mord, Verrat, Traurigkeit und Ungerechtigkeit. Krist versteht es aber, mit seiner Geschichte nicht zu übertreiben und ins unrealistische oder kitschige abzudriften. Der Schreibstil ist angenehm leicht, gut verständlich und die Geschichte lässt sich trotz der unglaublich vielen und schnellen Szenewechsel flüssig lesen. Ein Buch, genau nach meinem Geschmack und sicherlich nicht das letzte Buch von Martin Krist, das ich lesen werde.


Nur wer fällt, lernt fliegen: Roman
Nur wer fällt, lernt fliegen: Roman
von Anna Gavalda
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,90

4.0 von 5 Sternen Wieder ein tolles Buch von einer tollen Autorin, 12. Oktober 2014
Nachdem ich bereits von 'Zusammen ist man weniger allein' sehr begeistert war, freute ich mich erneut ein Buch von Anna Gavalda zu lesen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. 'Nur wer fällt, lernt fliegen' ist zwar von der Handlung anders, die Autorin bleibt ihrem Stil jedoch treu. Nicht die Handlungen an sich, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen nehmen einen großen Raum in ihren Geschichten ein.

Billie, ein Mädchen aus armen und schwierigen Verhältnissen und der homosexuelle Franck, der ebenfalls Probleme mit seiner Familie hat, verbindet eine besondere Freundschaft. Das Band, das die beiden jungen Menschen zusammenhält, rettet sie vor dem Untergang. Zusammen schaffen sie es sich aus den familiären Zwängen zu befreien und ein eigenes Leben in Paris aufzubauen. Dabei hat jeder sein Leben, aber jeder kann immer auf den anderen zählen.

Als es auf einem Wanderausflug zu einem Unfall kommt, bei dem sich beide verletzen und eine Nacht in den Bergen verbringen müssen, beginnt Billie über ihr Leben und ihre spezielle Freundschaft zu Franck zu räsonieren und ihre Geschichte einem Stern zu erzählen. Der Buchtitel kann nach dieser überstandenen Nacht wörtlich genommen werden, denn der Unfall in den Bergen lernt Billie das Fliegen.

Anna Gavalda schafft es, mit ihrem besonderen und einzigartigen Schreibstil den Leser in eine andere Welt abtauchen zu lassen und die Dinge aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.
Die beiden Hauptprotagonisten Billie und Franck sind keine Menschen, die in ihrem Leben viel Glück erfahren haben. Trotzdem meistern sie am Ende ihren Weg und zeigen der Gesellschaft, dass auch sie etwas Wert sind.

Ein tolles Buch, das leider viel zu schnell zu Ende ging.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2014 12:15 PM MEST


Das dunkle Haus: Kriminalroman (Ein Erik-Winter-Krimi, Band 11)
Das dunkle Haus: Kriminalroman (Ein Erik-Winter-Krimi, Band 11)
von Åke Edwardson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen nicht immer leicht zu lesen aber insgesamt doch ein guter Krimi, 4. April 2014
Bisher habe ich noch nicht viele Ake Edwardson Krimis gelesen, weil ich bei dem doch recht eigenen Schreibstil des Verfassers so meine Probleme habe.
Auch in seinem 11. Fall bleibt sich Edwardson seinem Stil treu. Begleitend zu der depressiv vorherrschenden Stimmung des Buches folgen schnelle Szenewechsel, Gedankenspiele und Tagträume bei denen der Leser aufmerksam lesen muss. So manche Zeilen musste ich dann doch auch zweimal lesen, weil ich merkte, dass meine Gedanken abschweiften.
Trotz dieses speziellen Schreibstils, bei dem aus Stilgründen auch mal Satzzeichen und Groß- und Kleinschreibung wegfallen, ist die Geschichte packend.

Kurz zum Inhalt: Kommissar Erik Winter kehrt nach zwei Jahren Auszeit aus dem warmen Marbella zurück in den dunklen und nass-kalten Winter Göteborgs. Dort wartet auch gleich wieder ein Mordfall auf ihn, denn eine Frau und zwei ihrer drei Kinder werden brutal ermordet. Es werden nur wenige Personen in den Kreis der Verdächtigen einbezogen und im Verlauf lernt der Leser, dass nicht nur einer von Ihnen Dreck am Stecken hat. Bei Edwardsons Krimis spielt jedoch weniger die Ermittlung an sich eine Rolle, sondern eher das Gedankenkreisen um das Motiv, den Mordhergang und den möglichen Täter. Immer wieder kehrt Winter an den Ort des Verbrechens zurück und lässt seine Gedanken zusammen mit dem Leser über den möglichen Tathergang schweifen. Dies macht Edwardsons Schreibstil zwar einzigartig, ist für den normalen Krimileser manchmal jedoch auch anstrengend.

Neben der Krimigeschichte geht es auch in Winters Privatleben nicht gerade rosig zu. Während die Familie in Marbella bleibt, erkrankt Winters Mutter schwer. Die Polizeiarbeit zuhause und das Privatleben in Spanien belasten den gesundheitlich und seelisch bereits angeschlagenen Kommissar weiter, so dass dieser mit Musik von Coltrane und Whiskey versucht eine Balance im Alltag zu finden.

Es lässt sich nach Auflösung der Morde darüber diskutieren, ob die Krimigeschichte an sich nicht etwas übertrieben ist. Eins ist jedoch sicher: auch wenn der Leser beim Lesen selbst seine Schlüsse über den möglichen Mörder ziehen wird, am Ende war doch alles anders.


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