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Rezensionen verfasst von
Stefan Merath (Unternehmercoach GmbH) "Stefan Merath" (Ehrenkirchen (bei Freiburg))

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Mach mich glücklich: Wie Sie das bekommen, was jeder haben will
Mach mich glücklich: Wie Sie das bekommen, was jeder haben will
von Boris Grundl
  Broschiert
Preis: EUR 18,00

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein tiefgründiges, weises Buch, 18. November 2014
Der Büchermarkt ist voll von Glücksversprechen. Warum dann noch ein Buch über Glück? Wenn ich nicht schon sehr viel von Boris Grundl halten würde, hätte ich gar nicht erst ins Buch geschaut. Aber nach den ersten Zeilen merkte ich schon, dass Boris Grundl hier ein wirklich herausragenden Buch geschrieben hat.

Er liefert uns nicht die 7 einfachen Schritte zu mehr Glück, die sowieso nicht funktionieren (oder wie Schokolade, shoppen etc. nicht nachhaltig sind und dazu noch Nebenwirkungen haben). Er bietet stattdessen Tiefgang, Fragen und authentische Geschichten, an denen er selbst gelernt hat.

In 3 Hauptkapiteln hinterfragt Boris Grundl, wie man seine Beziehungen, seinen Unternehmenserfolg und die gesellschaftliche Entwicklung zerstören oder hemmen kann. Ist man beim Lesen bereit, auch sich selbst zu hinterfragen, so wird man nach dem Buch andere Person sein wie vorher. Der Schlüssel für das Glück liegt in der Selbstverantwortung. Sobald ich beginne, die Verantwortung für mein Glück auf den Staat, meine Freunde, meinen Lebenspartner, meine Kinder, meinen Chef oder meine Mitarbeiter abzuschieben, produziere ich mein eigenes Unglück.

Ich habe 7 Jahre Philosophie studiert und vieles an der Philosophie heute ist reine Text-Exegese. Man lernt genau auf die Worte zu schauen und zu hinterfragen. Aber von der ursprünglichen Bedeutung "Liebe zur Wahrheit" ist nicht mehr viel übrig. Das ist bei Boris Grundl anders. Er versucht immer wieder die tieferen Wahrheiten zu erkennen und aufzudecken und ist damit auch unbequem. Manchmal sehr unbequem. Er macht es dem Leser nicht einfach. Aber genau das bietet letztlich die Basis für das Glück. Boris Grundls Buch ist in diesem Sinne tief philosophisch, auch wenn die Universitäts-Philosophen von heute das nicht akzeptieren könnten.

Ich bin mit solchen Begriffen sehr sparsam, aber fast möchte ich das Buch weise nennen.


Like a Virgin: Erfolgsgeheimnisse eines Multimilliardärs
Like a Virgin: Erfolgsgeheimnisse eines Multimilliardärs
von Richard Branson
  Broschiert
Preis: EUR 24,90

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der weltweit wohl inspirierendste Unternehmer..., 8. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dass ich Richard Branson für den herausragendsten Unternehmer unserer Zeit halte, dürfte sich mittlerweile herum gesprochen haben: sonst würde ich nicht Light the Fire! mit ihm als Star veranstalten. Nun kam sein drittes Buch in deutsch heraus und dies unterscheidet sich von den ersten beiden Büchern deutlich. War das erste Buch eine Biographie und das zweite Buch ein Blick in seine Welt anhand der 10 oder 12 derzeit wichtigsten Themen, so ist das dritte Buch eher eine Sammlung von Antworten auf Fragen, die er per Email aus der ganzen Welt bekommen hat.

So ist das Buch in 76 kurze Abschnitte aufgeteilt, wie z.B. "Der Kunde hat immer recht - außer wenn er unrecht hat" oder "Greifen Sie nach den Sternen" oder "Wer heute scheitert - feiert morgen vielleicht Erfolge" oder "Wirkliche Veränderungen zum Guten? Unternehmer müssen mit gutem Beispiel voran gehen" oder "Der Unternehmer als einsamer Held? Wohl kaum..."

Mit dieser Gliederung ist das Buch kaum dazu angelegt, es wie ein normales Buch von Anfang bis Ende durchzulesen. Das geht auch, aber sinnvoller ist, das Buch auf den Nachtisch zu legen und am Abend aufzuschlagen und sich zu fragen: Welcher Abschnitt könnte mir nach diesem Tag am meisten geben? Oft - nicht immer - kommen dann wirklich neue Gedanken und Perspektiven auf.

Auf diese Art und Weise kann man sich den mit weitem Abstand besten und inspirierendsten Unternehmer der Welt zum täglichen Ratgeber machen. Zumal er eben nicht nur unternehmerisch erfolgreich ist, sondern auch ein spannendes und verrücktes Leben führt und zugleich gutes für die Welt tut.

Ach ja, und wer glaubt, dass ein Milliardär viel zu weit weg ist für das eigene 10-Mitarbeiter-Unternehmen, der hat sich geschnitten: Die meisten Erkenntnisse lassen sich eins zu eins übertragen und letztlich fing Richard Branson auch mit ein paar Schilling und einer öffentlichen Telefonzelle an.


Brett für die Welt: . Mit einem Vorwort von Hajo Schumacher
Brett für die Welt: . Mit einem Vorwort von Hajo Schumacher
von Titus Dittmann
  Taschenbuch

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unglaublich offenes und ehrliches Buch eines faszinierenden Unternehmers, 16. Januar 2013
Skateboards und die Skateboard-Kids waren mir schon immer eher fremd. Trotzdem habe ich natürlich schon von Titus gehört: Dem verbeamteten Lehrer, der seinen Job kündigte, um sich selbständig zu machen, dem lange Zeit unangefochtenen Marktführer in seinem Segment, dem "Alt-Hippie", der an den Neuen Markt wollte und der in dem dann folgenden Krieg mit Investoren, Bankern und unfähigen Beratern fast alles verloren hätte, der dann den Turnaround und nun auch den Generationenübergang in seinem Unternehmen schaffte.

Und natürlich war ich als Unternehmercoach neugierig auf dieses Buch, glaube ich doch, dass wir Unternehmer aus einem gelebten Unternehmerleben sehr viel mehr lernen können als aus Dutzenden Bank- und Beraterbüchern. Und ich fand in seinem Buch eines der spannendsten und ehrlichsten Unternehmerbücher, die es gibt. Titus beschreibt seine Geschichte offen und ehrlich samt der Heldentaten und Peinlichkeiten. Von beidem gibt es eine Menge ;-) Und ohne beides wäre der Unternehmer Titus nicht zu verstehen.

Genau das macht dieses Buch so unglaublich spannend und lebensnah. Dies unterscheidet es auch von so vielen Unternehmer- (oder Erfolgs-)Büchern a la "Er setzte sich ein Ziel, hielt ein Leben lang trotz aller Widrigkeiten dran fest und bekam dafür den Jackpot".

Diesen (finanziellen) Jackpot wollte Titus gar nicht. Es ging im ums skaten, um die Kids, um die Haltung, die er hinter dem skaten sieht. Auch um Protest gegen das Establishment. Und für diese Kids organisierte er die Boards. Als in Europa keine mehr zu bekommen waren, importierte er eben aus den USA. Das war kein Ziel, sondern eine Notwendigkeit. Und aus diesem Kümmern und der Zugehörigkeit zur Szene entstand schließlich die Firma.

Langfristige Pläne? Fehlanzeige! Aus der Anfrage eines Autohändlers, ob er zur Verkaufsankurbelung nicht eine Skater-Show machen könne, wurde zuerst eine Show-Truppe und später dann eine Weltmeisterschaft... Und die Firma wuchs dabei mit 100% pro Jahr.

Dann kam der Dotcom-Boom und Titus wollte auch an den neuen Markt. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst, ein paar Flachpfeifen mit einem Businessplan aber ohne Geschäft könnten ihn überholen. Die Konsequenz: Er verbrachte seine Zeit mit Bankern und Investoren statt mit seinen Kunden. Entfremdung setzte ein und logischerweise, gerade bei einem Business, das so vom Kontakt mit der Szene lebt, brach auch das Geschäft dramatisch ein.

Der Börsengang funktionierte dann auch nicht mehr und er geriet in die Fänge der Banken und der von ihnen angeheuerten (Zwangs-)Berater. Das kenne ich zwar auch aus eigenem Erleben mit meiner ersten Firma, aber definitiv nicht so drastisch.

Der Turnaround kam fast lehrbuchmäßig (zumindest, wenn man meine Bücher als Lehrbuch nimmt *g*) dadurch, dass Titus den Worst Case mental akzeptierte: Die Angst, alles zu verlieren, verschwindet. Das Leben geht nämlich auch dann weiter. Und mit dem Verschwinden der eigenen Angst verschwindet auch die Macht der Banken und der Berater (und dann kommt deren Angst zum Vorschein). Und in dieser Situation kann man wieder befreit agieren, statt nur zu reagieren. Die Energie steigt, die Entscheidungen werden schneller und besser und man hat sich selbst die Chance für die Wende geschaffen.

Und mit diesem mentalen Dreh wendete sich Titus auch wieder seinen Kunden zu. Der Turnaround gelang und nun bringt er Kindern und Jugendlichen in Afghanistan das skaten bei. Als Außenstehender mag man vielleicht denken, dass die Kids dort Wichtigeres brauchen könnten, aber Titus zeigt: Beim Skaten sind Jungs und Mädchen und Kinder unterschiedlicher Religionen zusammen. Sie lernen eine Haltung, bei Fehlern einfach wieder aufzustehen und es nochmals zu probieren. Sie beginnen, Autoritäten nicht mehr als Gottgegeben zu sehen. Und sie spielen nicht mit Waffen, sondern entwickeln Fähigkeiten. Ein Frieden in der nächsten Generation fängt mit einer anderen Einstellung der Kids an. Geil!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 19, 2013 9:22 AM MEST


Die Zeit der Macher ist vorbei: Warum wir neue Vorbilder brauchen
Die Zeit der Macher ist vorbei: Warum wir neue Vorbilder brauchen
von Boris Grundl
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Vorbild inspiriert: Mit seinem Leben und in seinem Buch, 27. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Art und Weise, wie geführt wird, ist nicht statisch. Und es gibt nicht nur eine Art und Weise. Und, was jeder Führende spürt und weiß: Die Art, wie heute geführt wird und werden muss, ist drastisch im Umbruch. Dabei geht es nicht nur um das eine oder andere neue Führungs-Tool, sondern um eine neue Philosophie.

Ich glaube, solange man diese unterschiedlichen Philosophien nicht kennt, läuft man Gefahr, sich in der Vielfalt der Führungsliteratur zu verlieren und allzu schnell zu verzetteln. Insofern leistet Boris Grundl einen ganz wichtigen Beitrag, um die Typen von Führung auseinanderzuhalten. Da gibt es den Macher, dann den Führungslosen als Gegenpol und zuletzt die Inspiratoren als neue Vorbilder.

Im Inhaltsverzeichnis - leider nirgendwo sonst - werden diesen drei Gruppen Farben zugewiesen: rot, grün, gelb. Auch wenn dies nirgends explizit erwähnt wird, bezieht sich diese Einteilung wohl auf das Modell der Spiral Dynamics (Spiral Dynamics - Leadership, Werte und Wandel: Eine Landkarte für das Business, Politik und Gesellschaft im 21. Jahrhundert), einem wesentlich komplexeren Modell, das zwar viel mehr erklärt, aber dafür in der praktischen Anwendbarkeit auf unsere heutige Situation nicht so ganz einfach ist. (In der Anwendung der Spiral Dynamics bei Grundl vermute ich, dass er mit den Machern jedoch weniger den roten als viel mehr den orangen Typ beschrieben hat).

Die Macher kennen wir alle: Das sind die Adam Opels, die Familienunternehmer des großen deutschen Mittelstands. Sie bringen die Dinge voran, sie fühlen sich für alles verantwortlich und ohne sie gäbe es viele der heutigen Errungenschaften nicht. Zugleich nehmen sie aber ihren "Untergebenen" die Luft zum Atmen, halten sie klein und versuchen sich mit aller Macht im Zentrum zu halten. Das geht bis da hin, dass sie selbst periodisch Krisen erzeugen, um dann im letzten Moment die Kuh vom Eis zu holen und als der große Held dazustehen. Diese Menschen waren im Großen wichtig. Und sie sind es auch heute noch in einigen Randbereichen. Aber insgesamt sind sie nicht mehr zeitgemäß.

Die Führungslosen kennen wir auch - als Unternehmer weniger aus eigenem Erleben, sondern vielmehr aus eigenem Erleiden. Das sind die, die gegen alles sind. Die alles "gerecht" verteilen wollen. Die, wenn sie Hilfe brauchen, jammern oder die moralische Keule schwingen, aber merkwürdigerweise nie da sind, wenn Hilfe gebraucht wird. Die Führungslosen zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie keine persönliche Verantwortung übernehmen. Die Führungslosen sind in gewisser Weise der Gegenpol und das Produkt der Macher.

Zuletzt gibt es die Inspiratoren. Das sind die, die Verantwortung übernehmen, aber weniger dafür, dass etwas geschieht wie die Macher, sondern dafür, dass sich Menschen so entwickeln, dass sie etwas geschehen lassen können. Das heißt nicht, dass die Inspiratoren weich sind, sondern dass sie sich fragen, was die anderen Menschen jetzt im Moment brauchen und sie da hin führen. Das kann weich sein, kann aber auch sehr hart sein. Boris Grundl lehrt, wie man ein solcher Inspirator wird.

Inspiratoren sind vor allem Menschen, die aus dem Weg gehen, sobald etwas in Bewegung gekommen ist. Im Gegensatz zu den Machern können sie los lassen, wenn es so weit ist und dann neue Aufgaben übernehmen. Sie sterben nicht auf ihrem Posten.

Zum Thema Menschenführung gibt es meines Erachtens nach derzeit kaum jemand Besseren in Deutschland. Zumal Boris Grundl durch seine eigene Geschichte und was er daraus gemacht hat, selbst ein Vorbild ist und dadurch Menschen inspiriert.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 31, 2012 2:41 PM MEST


Unverkäuflich!: Schulabbrecher, Fußballprofi, Weltunternehmer - die völlig verrückte Geschichte von Bobby Dekeyser
Unverkäuflich!: Schulabbrecher, Fußballprofi, Weltunternehmer - die völlig verrückte Geschichte von Bobby Dekeyser
von Bobby Dekeyser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

84 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wirklicher Unternehmerstar, 2. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Bislang glaubte ich, dass es nur ganz wenige Ausnahmeunternehmer weltweit gibt, die nicht nur erfolgreich sind, sondern sich aktiv für eine bessere Welt einsetzen und zugleich auch eine coole Ausstrahlung und eine hohe Bekanntheit haben. Also Unternehmer wie Richard Branson beispielsweise. Und ich glaubte, dass wir in Deutschland leider gar keinen solchen Unternehmer haben. Wie so oft mit Glaubenssätzen: irgendwann entpuppen sie sich als falsch ;-) Bobby Dekeyser ist ein solcher Unternehmer!

Und er erzählt in seinem Buch seine Geschichte. Dabei geht es nicht um "ich bin so toll und habe einen riesigen Erfolg", sondern es geht um eine Lebensweise. Um eine Art mit den Ereignissen umzugehen. Und diese Ereignisse waren letztlich dieselben wie bei vielen anderen auch: Kein Anschluss in der Schule, Verletzungen im Sport, Fehlschläge im Business, schließlich der Tod seiner Frau. Der Unterschied liegt nicht in den Ereignissen. Der Unterschied liegt in der Art, damit umzugehen.

Beispiele? In der Schule kam er nie klar (was angesichts unserer Schulen eher ein Qualitätsmerkmal als ein Makel ist). Mit 15 stand er mitten im Unterricht auf, verkündete, dass er jetzt Profi-Fussballer würde und ging. Und kam nicht wieder. Wenn etwas nicht mehr passt, die Konsequenzen ziehen, auch wenn man den Preis dafür noch nicht übersehen kann...

In jungen Jahren war er Torwart, unter anderem bei Bayern München. Aber er war nur zweiter Torwart und saß eben auf der Bank. Da ihn dies nicht befriedigte, verließ er den Verein. Und zugleich das Traumgehalt, das Dienstauto und die anderen Nettigkeiten. Später war er bei 1860 München Torwart, verletzte sich, kam ins Krankenhaus und beschloß dort, Unternehmer zu werden. 1860 wollte ihn später wieder haben und natürlich wäre es sinnvoll gewesen, noch einige Zeit Profi-Torwart zu sein, um mit etwas mehr Startkapital Unternehmer zu werden, aber es passte nicht und deswegen verfolgte er konsequent seinen neuen Traum.

Der begann so: Er kaufte 1.000 Paar Skier, wovon er 68 verkaufte und von denen 50 zurück kamen, weil die Qualität doch eher bescheiden war. Aber er machte trotzdem weiter, eben mit etwas anderem, Möbeln. Daraus wurde Dedon.

Die wundervollste Szene im Buch ist aber folgende: Dedon kam im Zuge der Wirtschaftskrise 2008 auch in die Krise, Bobby Dekeyser beschloss, obwohl er nicht mehr operativ tätig war und finanziell ausgesorgt hatte, zurück zu kehren. Aus Verantwortung um die Menschen. Er nahm Kredite auf, um die Private Equity Gesellschaft heraus zu kaufen und übernahm wieder die Führung des Unternehmens. Kurze Zeit später bekam er einen Brief der Bank, dass sie ein Meeting mit 18 Bankern und ihm machen wollten und ihn mehr oder weniger zur Schlachtbank führen wollten. Nun lernte er gerade in dieser Zeit einen Arzt und reichen Erben kennen und morgens um sieben Uhr saßen sie gemeinsam im Bademantel am See und beschlossen per Handschlag, die Banken raus zu werfen.

Das Meeting ging dann wie folgt (17 Banker und 1 Bankerin): Dekeyser: "Ziehen Sie bitte ihre Krawatten aus? Krawatten hindern einen doch nur am Luft holen. Danke. Und nun wissen wir ja gar nicht, mit wem wir es zu tun haben. Aber sie wissen alles von uns. Stellen Sie sich also bitte der Reihe nach vor." - alleine diese Szene muss schon göttlich gewesen sein: Das passte sicher nicht zum Drehbuch der Banker... Und nach dieser Vorstellung fuhr er fort: "Meine Damen und Herren, Sie haben nun die Firma gesehen. Sie erwarten sicherlich, dass wir positiv nach vorne sehen, dass wir die nächsten Ziele angehen und alle ganz positiv sind. Doch wir haben ein Problem: Sie trauen uns nicht. Warum sollten Sie auch? Wir und Sie - das passt einfach nicht. Wir sind Freunde, Träumer, Fantasten. Sie hingegen verwalten Geld, das ihnen gar nicht gehört. Sie verwalten fremdes Geld. Sie können uns gar nicht verstehen. Für mich macht diese Zusammenarbeit überhaupt keinen Sinn." Genial! Sich selbst treu sein...

Wichtig ist, Bobby Dekeyser geht es nicht um Geld und Statussymbole - der Aston Martin stellte sich nach wenigen Tagen als Fehlkauf heraus, der ihm keinen Spaß machte. Es geht ihm um Spaß, um Herausforderungen, um Werte, um Freundschaften, um Fantasterein. Es geht darum, sich selbst treu zu sein und dann so den Konsequenzen zu stehen. Und es geht darum, diese Welt zum Positiven (z.B. mit seiner Stiftung) zu verändern. Solche Menschen braucht dieses Land. Und nicht nur im stillen Kämmerlein - da gibt es einige dieser Leute, sondern im hellen Licht der Öffentlichkeit. Danke für dieses Buch!


Unternehmer sind Verrückte: Wie Unternehmer Grenzen überwinden und was Manager von ihnen lernen können
Unternehmer sind Verrückte: Wie Unternehmer Grenzen überwinden und was Manager von ihnen lernen können
von Wolfgang Zimmermann
  Gebundene Ausgabe

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklichkeitsgetreues Unternehmerbild mit hohem Erkenntnisgewinn, 22. Mai 2012
Berufsbedingt lese ich ziemlich viele Bücher über Unternehmer. Und es ist mir auch ein Anliegen, das Bild des Unternehmers in dieser Gesellschaft vom Buchhalter oder Ausbeuter weg hin zum Regelbrecher und dem Prototyp des eigenverantwortlichen Menschen zu ändern. Deshalb zog mich der Titel natürlich sofort an. Aber als ich das Cover sah, war mein erster Gedanke, dass Grafiker (und die Verlage, die ihnen solche Vorgaben machen), die eigentlichen Verrückten sind. Zum Glück habe ich das Buch trotzdem gelesen :-) Es entpuppte sich nämlich als eines der besten Bücher über Unternehmer im deutschsprachigen Raum.

Zimmermann zeichnet auf einer wissenschaftlichen (aber trotzdem lesbaren) Grundlage das Bild des Unternehmers. Dabei bewegt er sich - im Gegensatz zu den meisten anderen Büchern - ziemlich nah an der Realität und erlaubt Unternehmern, einen anderen, differenzierteren Blick auf sich selbst zu werfen.

Diese Realitätsnähe erlebt man bereits zu Beginn, wenn Zimmermann Gründungen schildert. Da geht es nicht um Rechtsform, Businessplan und Finanzierung (wie uns angestellte Berater von Banken, IHKs und Verbänden immer weismachen wollen), sondern das Kapitel heißt "Von der Kunst, ins Glück zu stolpern". Alles fein säuberlich wissenschaftlich untermauert und mit einem Interview eines erfolgreichen Unternehmers "Einen Businessplan hatten wir nicht" unterlegt. Natürlich wäre das alles nicht nötig, denn jeder Unternehmer sagt intuitiv: "Genau so ist es", aber die Differenziertheit der Darstellung macht den Wert aus - so erkennt man immer auch wieder neue Aspekte an seinem eigenen Gründungsverhalten und dem eigenen Stolpern ins Glück.

Ähnlich ist es mit den Entscheidungsprozessen. Alle Berater, Manager, BWL-Professoren usw. erzählen uns von der Bedeutung streng rationaler, analytischer Entscheidungsverfahren. Das ist bestimmt auch gut im Bereich der Ingenieurskunst, zum Beispiel beim Bau von Brücken oder Flugzeugen. Aber nicht im Bereich der Unternehmensführung. Zimmermann zeigt, wie Unternehmer oft intuitiv entscheiden, Teile der Realität ganz bewusst ausblenden (und genau diese Ausblendung notwendig ist), wie Unternehmer teilweise gar nicht entscheiden und nur allgemeine Erwatungen formulieren und damit den Raum für Entscheidungen der Mitarbeiter bewusst offen lassen. Und auch, wie Unternehmer manchmal, wenn sie sich unsicher sind, Dinge bewusst im vagen lassen, um sich Optionen offen zu halten. Das wirklich Gute an dieser Darstellung ist, dass das schlechte Gewissen a lá "Ich müsste endlich mal eine fundierte Analyse machen..." verschwindet. Nein, muss man als Unternehmer eben oft nicht. Ja, es wäre oft sogar schädlich!

So geht Zimmermann fundiert durch alle Aspekte des Unternehmerseins. Durch die Themen Führung und Macht, durch die Gefahren und Potenziale von Familienunternehmen, durch Grenzverrücker und tradionelle Bodenständler. Und auch die Person des Unternehmers mit seinen Motiven kommt nicht zu kurz. Diese Motive liegen fast nie im Bereich des Geldes - zumindest nicht als wichtigstem Grund. Es ist entweder der Drang nach Autonomie oder der Wunsch, eine Spur zu hinterlassen. Etwas, worin sich fast alle Unternehmer, die ich auf meinen Seminaren kennenlerne, sofort wiederfinden würden.

Das Ziel des Buchs, Manager dazu zu bringen, unternehmerischer zu sein, finde ich nun nicht sooo gelungen. Manager haben einfach eine andere Rolle und Aufgabe als Unternehmer. Aus diesem Grund brauchen sie vielleicht ein Verständnis für die Andersartigkeit des Unternehmers (und umgekehrt), aber sie müssen zuallererst ihre Rolle ausfüllen. Und sie haben nicht nur eine andere Rolle, sondern sind auch andere Charaktere: Jemand, der sich aufmacht, sich von unten nach oben durchzuarbeiten, ist von seinem ganzen Typ jemand anders als der der oben beginnt (auch wenn am Anfang niemand "unter" ihm ist).

Aber das tut dem Ganzen keinen Abbruch. Als Unternehmer auf jeden Fall lesen! Man nimmt sich hinterher anders wahr und diese andere Wahrnehmung dürfte an einigen Stellen dazu führen, dass die "Ich muss mal ..."-Aufgaben von der ToDo-Liste verschwinden. Und das ist oft viel mehr wert, als da noch 10 weitere Aufgaben drauf zu packen :-)


Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer
Business Model Generation: Ein Handbuch für Visionäre, Spielveränderer und Herausforderer
von Alexander Osterwalder
  Broschiert
Preis: EUR 34,99

277 von 306 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Cooles Äußeres, ungenügendes Inneres, 11. Januar 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Natürlich weiß ich, dass dieses Buch in bestimmten Umfeldern ein Kultbuch ist. Das ändert nichts daran, dass ich es in weiten Teilen für ein überflüssiges Buch halte, das an vielen Punkten von falschen (oft veralteten) Voraussetzungen und Paradigmen ausgeht, an den wichtigsten Stellen blinde Flecken hat und bei den brauchbaren Stellen nicht wirklich Neues bringt.

Um was geht's im Buch eigentlich? Kurz gesagt, um ein grafisches Modell, die "Canvas", um das Modell eines Unternehmens in seinen wesentlichen Elementen zu beschreiben. Das Ziel des Buchs besteht darin, Menschen zu unterstützen, ein neues oder ein besseres Modell zu entwickln (was etwas anderes ist als genau dies zu verwirklichen!)

Das wird cool präsentiert, ist aber nichts Neues. Das grafische EFQM-Modell existiert seit über 15 Jahren und ist in weiten Bereichen der Standard zur Beschreibung von Geschäftsmodellen. Das Strategie-Tableau von Hans Bürkle aus dem EKS-Umfeld existiert sogar schon über 30 Jahre.

Ein wesentlicher Vorteil der "Canvas" lässt sich nicht erkennen und gegenüber dem EFQM-Modell fehlen sogar wesentliche Aspekte wie die gesellschaftlichen Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit. Und für meine Vorstellung eines Unternehmens fehlen mir gleich 4 Bereiche: Was ist eigentlich das (emotionale) Motiv des Unternehmers? Welches ist der übergeordnete Sinn des Unternehmens? Welche Kultur und welche Werte soll das Unternehmen vertreten und stärken? Und wo sind eigentlich die Mitarbeiter als Menschen (und nicht nur als Ressourcen)?

Gerade aufgrund dieser blinden Flecken kann man mit der "Canvas" viele Geschäftsmodelle nicht verstehen, ja sogar nicht einmal erkennen. Das Modell des Schindlerhofs (Klasu Kobjoll) z.B. ist damit nicht darstellbar. Dazu gehören witzigerweise selbst im Buch beschriebene Geschäftsmodelle wie die von Apple. Für die Existenzberechtigung von Apple und das Schlüsselmotiv des Ex-Unternehmers, nämlich "eine Delle ins Universum zu machen" gibt es halt kein Kästchen und ohne das bleibt die Dynamik unverstanden...

Was dann eigentlich vom Ansatz her spannend wäre, nämlich die Darstellung exemplarischer Geschäftsmodelle, bringt in der Praxis dann wieder doch nicht so viel. Erstens werden vor allem die Geschäftsmodelle von Amazon, Google & Co dargestellt. Die sind auf kleine Unternehmen aber praktisch nicht übertragbar. Zweitens gibt es dann auch in den Beispielen die oben genannten blinden Flecken. Und drittens kann man für das Hauptproblem jeder Geschäftsmodellentwicklung, nämlich die Verwirklichung, gar nichts lernen. Das Buch beschäftigt sich nämlich nicht damit.

Das Buch basiert letztlich auf den Paradigmen der Design-Schule von Selznick und Chandler (Ende der 50er, Anfang der 60er Jahr. ausführlich dazu in Strategy Safari. Eine Reise durch die Wildnis des strategischen Managements). Die Idee ist, via Gruppen-Brainstorming möglichst viele Designs zu evaluieren, die besten auszuwählen und diese dann umzusetzen. Und allein diese - augenscheinlich so bestechende Idee - hat eine ganze Reihe von Schwachpunkten: Erstens werden die besten Entscheidungen oftmals nicht bei vielen Optionen, sondern bei genau einer Option getroffen (Natürliche Entscheidungsprozesse. Über die "Quellen der Macht", die unsere Entscheidungen lenken.). Zweitens ist das Modell des Brainstorming (aus den 40er Jahren...) aufgrund der Diffusion der Verantwortlichkeiten in Gruppen nachgewiesenermaßen weniger effektiv und weniger kreativ als Einzelarbeit (vgl. dazu Wie Sie in 60 Sekunden Ihr Leben verändern, Brian Mullen u.a.). Drittens werden die meisten Ideen nicht deswegen nicht verwirklicht, weil sie schlecht wären, sondern, weil es niemand gibt, der sich voll und ganz dafür einsetzt, diese Idee zum Fliegen zu bringen. Mit anderen Worten: Commitment schlägt Design. Immer! Oder noch anders: "Ein Weg entsteht, indem man ihn geht". Was man braucht, ist eben einen, der diesen Weg geht.

Auf S. 198 im Buch klingt zwar an, was am Gehen hindert: Angst, Unsicherheit, Besitzstände etc. Also Emotionen. Wenn ich wirklich verstehen will, warum manche Ideen zum Erfolg führen und manche nicht, dann komme ich nicht umhin, mir die Emotionen, die in bestimmten Organisationen (oder Unternehmern) zum Zeitpunkt der Business Model Verwirklichung aktiv waren, anzuschauen. Ohne diesen wichtigsten Schlüssel ist das Modell nicht reproduzierbar verwirklichbar.

Zum Schluss: Für alle, die gerade gründen wollen und sich noch nie wirklich mit Strategie und Business Modellen beschäftigt haben, ist das Buch vielleicht zu Beginn brauchbar. Darüber hinaus ist das Meiste unvollständig und setzt auf falschen Paradigmen auf. Bezeichnend ist dann auch: Das Buch wurde von 470 "Strategie-Experten" entwickelt. Ich glaube, ich kenne mich im Bereich Strategie ganz gut aus - aber von den 470 Experten kannte ich keinen einzigen.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 9, 2015 5:47 PM MEST


Ausgetickt: Lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert. Abschied vom Zeitmanagement
Ausgetickt: Lieber selbstbestimmt als fremdgesteuert. Abschied vom Zeitmanagement
von Lothar Seiwert
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

18 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abschied vom Mainstream, 10. Januar 2012
Ich muss zugeben, bislang war ich von den Inhalten, die Lothar Seiwert vermittelte, nicht sonderlich begeistert. Es war zu sehr Mainstream. Und es erschien mir als ein Konzept, das bei 95% der Leser nicht funktionierte. Und wenn ein Produkt - Zeitmanagement ist für mich ein Produkt - bei 95% der Kunden nicht funktioniert, dann liegt das für mich eher am Produkt als am Kunden.

Umso mutiger und erstaunlicher finde ich Seiwerts Kehrtwendung, mit der er sich von dem verabschiedet, was er über 20 Jahre gelehrt hat. Allein für diesen Mut und diese Ehrlichkeit hat er meine volle Anerkennung.

Zumal er sich durch seine Kehrtwendung vom Mainstream-Gedankengut verabschiedet. Zum Beispiel von der Grundannahme der Work-Life-Balance, dass Arbeit und Freizeit (oder schlimmer noch: Arbeit und Leben) zwei verschiedene Dinge wären, die man in Balance bringen müsse - beides ist für selbstbestimmte Menschen nämlich ein und dasselbe!

Oder er verabschiedet sich von der Idee, dass die Finanzierung eines bedingungslosen Grundeinkommens den Menschen Freiheit bringen würde: Freiheit folgt niemals dem Geld, sondern Geld folgt der Freiheit. Natürlich setzt er sich damit in die Nesseln.

Oder er verabschiedet sich von der Idee, dass Streß aus der Menge der Arbeit resultieren würde. Wie kommt es da, dass Gandhi 16 Stunden am Tag gearbeitet hat und nicht sehr gestresst wirkte? Und dass 28% der Hartz-IV-Empfänger mit 0 Stunden Arbeit unter Streß leiden? (Ach nein, ich vergaß, ein durchschnittlicher Arbeitsloser investiert fast volle unglaubliche 5 Stunden pro Woche in Arbeitssuche und persönliche Weiterbildung...).

Mit solche Inhalten eckt er natürlich an und riskiert seine Position. Das merkt man an den 1-Sterne-Rezensionen hier... Gleichzeitig kann er mit seinem Namen durchaus etwas bewirken und deshalb ist sein Buch wichtig!

Die Kernthese ist, dass letztlich der Grad unserer Selbstbestimmung über Streß und nicht Streß entscheidet. Selbstbestimmung heißt, im Einklang mit einem Ziel und einem selbstgegebenen Sinn zu leben. Selbstbestimmung heißt dabei, auch Nein sagen zu können, Konflikte auszutragen und das Sicherheitsnetz ganz bewusst zu verlassen.

Das kann ich aus eigener Erfahrung ganz bewusst bestätigen. Im Jahr 2003 ging ich mit meiner ersten Firma pleite. Null Einkommen, dafür aber sechsstellig Schulden. Jeder erzählte mir, dass ich jetzt Sozialhilfe beantragen müsse, aber ich entschied mich ganz bewusst dagegen. Natürlich war das hart, eigentlich sogar unmöglich, aber Selbstbestimmung und Sicherheitsnetz schließen sich aus!

Lothar Seiwert faselt in seinem Buch nicht nur theoretisch etwas zusammen, sondern er lebt das, was er sagt, auch. Zum Beispiel, dass er die Sicherheit des Beamtenstatus verlassen hat - und zwar bevor er reich und berühmt war. Oder als er jetzt mit diesem Buch wieder die Sicherheit der Rolle des Zeitmanagement-Papstes verlassen hat - nachdem er erfolgreich und berühmt war.

Diese Fähigkeit, sich selbst zu riskieren, nötigt mir alle Achtung ab und genau diese Inhalte kommen in seinem Buch zum Ausdruck.

Ob wir gestresst sind oder erfüllt: Wir allein entscheiden darüber und niemand sonst. Eine Wahrheit, die rund 90% der Menschen nicht gefallen dürfte!


Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen
Dieses Mal ist alles anders: Acht Jahrhunderte Finanzkrisen
von Carmen Reinhart
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,90

39 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Wenn der Hund sich als Herrchen wähnt..., 26. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Börsenaltmeister Kostolany prägte das Bild von dem Mann mit dem Hund. Wenn das Herrchen aufsteht, ist der Hund schon an der Türe und will raus. Öffnet der Mann die Türe, rennt der Hund aus dem Haus, links die Straße runter - bis er merkt, dass der Mann rechts abbiegt. Dann flitzt er wie ein Irrer zurück und gradeaus über die nächste Kreuzung, bis er merkt, dass der Mann da wieder links abgebogen ist usw. Der Hund symbolisiert die Börsenkurse (und den Finanzmarkt) und der Mann die reale Wirtschaft.

Nahezu alle volkswirtschaftlichen Konzepte analysieren die Tollheiten des Hunds und nehmen den Mann gar nicht zur Kenntnis! So auch dieses Buch. Bis ins Detail werden dort die Inflationszahlen und die Immobilienpreise und die Staatsverschuldung aus den meisten Finanzkrisen der letzten Jahrhunderte auf der ganzen Welt (soweit die Datenlage das hergibt), aufgeschlüsselt. Eine unglaubliche Fleißarbeit, aus der wir lernen, wie sich der Hund verhält. Einige Details, wie z.B. die Verschuldung von Staaten mal nicht bezogen auf das BIP, sondern bezogen auf die Steuereinnahmen zu messen, sind sogar richtig gut (ich kann als Unternehmer meine persönlichen Schulden ja auch nicht bezogen auf das Einkommen all meiner Mitarbeiter berechnen (obwohl ich via Gehaltskürzung darauf ebenso Zugriff hätte, wie der Staat auf das Einkommen seiner Bürger via Steuererhöhung)).

Aber das Hauptproblem ist: Finanzkrisen sind niemals die Ursache! Finanzkrisen sind ein Symptom und eine Folge - höchstens noch ein Verstärker von anderen Problemen. Wir haben seit Jahrzehnten strukturell zu hohe Staatsausgaben, die USA haben seit langem ein riesiges Leistungsbilanzdefizit, die Realwirtschaften der EU-Länder sind strukturell unterschiedlich und all das hat seine Ursache in realwirtschaftlichen Verschiebungen der letzten 2 bis 4 Jahrzehnte.

Das ganze Geschwätz darüber, dass die Finanzwirtschaft die Realwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen würde ist so ähnlich wie die Vorstellung des Hunds, dass manchmal das Herrchen tatsächlich links läuft, WEIL er, der Hund, schon zuvor links abgebogen ist: Also eine Wahnvorstellung!

Oder mit anderen Worten: Will ich Finanzkrisen verstehen, dann komme ich nicht weiter, indem ich irgendwelche Zahlenreihen nebeneinander stelle (und macht es auch noch so viel Mühe, diese Zahlen zu bekommen), sondern ich muss mir die realen Ursachen anschauen, also Verschiebungen in der Produktivität aufgrund von Basisinnovationen oder Folgen von Kriegen oder anderen Einwirkungen wie Naturkatastrophen etc. Eine solche Betrachtungsweise hätte nebenbei den Vorteil, dass Politiker mit etwas Glück nicht mehr versuchen würden, den Hund zu steuern, sondern den Mann. Aber vermutlich wird das wohl erst bei der nächsten großen Krise in 80 Jahren soweit sein...
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 10, 2014 1:14 PM CET


o.tel.o Surfstick mit 3EUR Startguthaben
o.tel.o Surfstick mit 3EUR Startguthaben

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Geschäftlich unbedingt zu vermeiden!!!!, 8. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Surfen kann man mit dem Ding ganz gut.

Leider ist o.tel.o nicht in der Lage, unaufgefordert eine vernünftige Rechnung mit Mehrwertsteuer auszustellen. Stattdessen wird mit einer zeitraubenden Email-Support-Schlacht begonnen.

Und ohne Rechnung ist das Ding im Business-Umfeld halt nicht nutzbar!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 10, 2011 9:27 PM MEST


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