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Rezensionen verfasst von
Ingesson (Berlin)

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Tools of Destruction
Tools of Destruction
Wird angeboten von moviemars-amerika
Preis: EUR 2,85

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestes Power Metal-Werkzeug, 16. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Tools of Destruction (Audio CD)
So, wer diese Steilvorlage nicht nutzt, der ist falsch im Geschäft: Für ihr drittes Album „Tools Of Destruction" haben sich die finnischen Power Metaller und Hobby-Heimwerker (!) Thunderstone den Blaumann (!!) übergeworfen und ein Schnuckel-Album zusammen gezimmert (!!!), das beim Dünnbrettbohrer in „Tooltime" (!!!!) einen Ehrenplatz bekommen würde. Doch genug der schmalen Witze, denn diese werden dem neuen Machwerk und Nachfolger zu „The Burning" nicht gerecht.Haben sich die Skandinavier schon mit dem letzten Werk aus dem Schatten ihrer Landsmänner Stratovarius gelöst, weil geradliniger agierend, setzt der Vierer um Gitarrist Nino Laurenne seinen Stil auch auf der aktuellen Heimwerker-Platte weiter fort. Besonders Sänger Pasi Rantanen prägt die Songs des Albums, kreiert er doch mit seinem klaren, aber dennoch angenehm rauen Gesang etliche Ohrwurm-Refrains, die weder kitschig, noch zu fröhlich oder belanglos klingen. Die Instrumentalfraktion reiht sich nahtlos in diese Qualität ein, sehr angenehme Riffs, eine effektive Rhythmusabteilung und atmosphärisch dichte Keyboards prägen „Tools Of Destruction", welches somit vollgestopft ist an edlen und abwechslungsreichen Power Metal-Perlen. Sei es „Tool Of The Devil", „Without Wings", „I Will Come Again" oder alle anderen Vetreter des Albums, jedes Stück hat seinen eigenen Charme, Eingängigkeit und eine gute Portion Biss!Ein Tipp noch an Sammler: Die japanische Edition enthält sogar noch ein Cover vom Dio-Klassiker „Rainbow In The dark"! Mit der Zeit ist hier wirklich eine neue Macht in Finnland herangewachsen, die durchaus das Zeug hat, demnächst zu dem Klassen-Primus Stratovarius und Sonata Arctica aufzuschließen. Denn das Einzige, was auf „Tool Of Destruction" zerstört wird, ist der Wille zum Widerstand gegen die Qualität dieser Band!


Revenge
Revenge
Preis: EUR 20,71

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hamburger Heavy Metal Schule, 16. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Revenge (Audio CD)
Wenig innovativer Titel, wenig innovativer Sound, den uns da die Hamburger Band Paragon mit ihrem aktuellen Werk Nummero Sieben „Revenge" bieten. Das muss kein Problem sein, wenn die Qualität der Songs stimmt, doch der Reihe nach. Von ihrem klassischen Heavy Metal der Hamburger Schule sind unsere Zeltnachbarn vom Wacken Open Air 2004 keinen Deut abgewichen, es regieren also immer noch beinharte Riffs, ausgedehnte Soli, geradlinige Songs mit treibenden Doublebass-Attacken, rauer Gesang und eingängige Refrains. Songs der Marke „Traitor", „Assassins" oder „Symphony Of Pain" werden also erneut die Fans der Band oder von anderen deutschen schwermetallischen Größen wie Iron Savior etc. beglücken. Deren Chef Piet Sielck war im Übrigen erneut mit der Produktion vertraut, was man „Revenge" auch deutlich anhört. Damit dürfte also allen klar sein, dass der Sound ordentlich drückt. Mit dem überlangen „Masters Of The Sea" haben die Hanseaten zusätzlich alle epischen Register gezogen. Beschlossen wird das ambitionierte Oldschool-Werk mit etlichen guten Melodien durch einer Coverversion von Manowars „The Gods Made Heavy Metal". Nett, aber nicht umwerfend. Die limitierte Version kommt dagegen noch mit einer sehenswerten Live-DVD vom Sweden Rock 2004 daher.


A Night to Remember
A Night to Remember
Preis: EUR 13,24

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wirklich eine erinnerungswürdige Nacht, 26. März 2005
Rezension bezieht sich auf: A Night to Remember (Audio CD)
Ach, sie können so herrlich böse gucken, die fünf Schweden von Evergrey. Doch dabei haben sie überhaupt keinen Grund, haben sich doch die Mannen um Sänger und Gitarrist Tom S. Englund nach ihrem fünften Studioalbum „The Inner Circle" gleich mehrere Wünsche erfüllt: Die skandinavischen Prog Metaller bereiteten akribisch den Auftritt in dem Göteborger Konzertsaal des Storan Theaters aus dem frühen 19. Jahrhunderts vor und wurden mit ihrem bandtechnischen Höhepunkt belohnt: die Musiker in Topform, eine traumhafte Kulisse und ein internationales Publikum, das absolut mitging und die Band zu weiteren Höchstleistungen anspornte.
Das Ergebnis dieses atemberaubenden Abends liegt nun als Doppel-Livemitschnitt vor, bei dem die Band 19 Stücke präsentierte, die mehr als nur ein Best Of-Programm darstellten. [zit]„Der Vorhang öffnete sich, wir blickten von der Bühne aus in dieses wundervolle Theater mit seiner 160 Jahre alten Architektur, drei übereinander gelagerte Balkonreihen und ein Publikum, das derart aus dem Häuschen war, dass wir wegen des Jubels um ein Haar das Ende des Intros überhört und unseren Einsatz verpasst hätten."[/zit] erinnert sich Tom Englund. Dass die Band aber die Kurve noch bekommen hat, lässt sich dann am ersten Höhepunkt „Blinded" feststellen. Sechs Jahre Bandgeschichte liefert Evergrey einen Fundus an Songs, die allesamt auf hohem musikalischem Niveau agieren und dennoch eine Weiterentwicklung aufweisen. Sind es die Stücke des Konzeptalbums „In Search Of Truth", die bombastischen Nummern von „Recreation Day" oder die Brecher von „The Inner Circle", jeder Song wie „As I Lie Here Bleeding", „Touch Of Blessing" oder „The Masterplan" wurde frenetisch gefeiert.
Was das Sahnehäubchen des Auftritts darstellte war mit Sicherheit das Duett von Tom Englund und seiner Frau Carina Kjellberg bei der Ballade „For Every Tear That Falls" als auch der Einsatz eines Streicherquartetts beim Instrumental „When The Walls Go Down". An diese Nacht werden sich Evergrey sowie die Anwesenden sicherlich ewig erinnern, alle, die nicht vor Ort waren, können zumindest anhand des transparenten, druckvollen Sounds erahnen, wie die Magie vor Ort gewesen sein muss. Die Live-DVD soll im Sommer erscheinen, ob beide Anschaffungen sinnvoll sind, muss der Konsument und geneigte Fan entscheiden.


In the Midst of Bloodied Soil
In the Midst of Bloodied Soil
Wird angeboten von Edealcity
Preis: EUR 8,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Legenden Europas treffen Helden Nordamerikas, 26. März 2005
Rezension bezieht sich auf: In the Midst of Bloodied Soil (Audio CD)
With Passion kommen aus Nordkalifornien, sind allesamt schick frisiert und wirken wie die nette Studenten-WG von nebenan, haben zudem auch noch intelligente Texte. Wer einen Song „A Theory Of An Evening Sky" nennt, kann kein schlechter Mensch sein und scheint des philosophischen Denkens mächtig. Die eigentliche Überraschung ist, dass der Sechser nun keinen nachdenklichen Brit-Pop, -Rock oderwasweißich spielt, sondern sauberen Metalcore mit einer kräftigen NWoAHM-Schlagseite. Soll heißen, dass die Jungs aus Sacramento hier auf ihrer bereits 2002 veröffentlichten EP und nun wiederveröffentlichten aufgepeppten Version sich an den Legenden aus Europa orientieren (Dissection, At The Gates) und die Helden ihres Heimatkontinentes dazugeben (Cryptopsy, Between The Buried And Me).
Das Ergebnis auf „In The Mist Of Bloodied Soil" sind die sechs regulären Tracks der EP und zwei unveröffentlichte Stücke, die es heftiger in sich haben als das man es der Optik der Jungs nach vermuten könnte: düstere, sphärische Soundlandschaften („The Scorpions Dance") reihen sich hier an herbe Blast-Attacken, fiese Breaks, wütendem Gekeife, sakrale Keyboards („A Confirous War", „A Theory Of An Evening Sky") und furiosem Gitarren-Gefrickel vom Feinsten („The Last Scripture"", „Forlorn Hope"), sodass sich die verschiedenen Stimmungen und Tempi, die erzeugt werden wie eine Achterbahnfahrt erleben lassen. Erstaunlich, dass dennoch die Songs trotz technischer Perfektion, verschienenen Bausteinen und spektakulärem Aufbau immer noch nachvollziehbar bleiben und sich stets eine einprägsame Melodie ausmachen lässt.
"In The Mist Of Bloodied Soil" lässt sich mit sechs Worten beschreiben: Krass, krass, krass, geil, geil, geil. Und jetzt schiebt bitte ein komplettes Album nach!


Wither
Wither
Preis: EUR 13,88

5.0 von 5 Sternen Insomnium meets Paradise Lost, 26. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Wither (Audio CD)
Die Schweden Eternal Oath existieren bereits seit 1991, kamen jedoch durch diverse Problemchen wie einem Label in Geldnöten etc. erst zu einer Mini-CD und zwei kompletten Alben, die es jedoch in sich hatten und für allerhand Beachtung der sechs Mannen, die sich dem Death Metal verschrieben haben, sorgten. Nun könnte der geneigte Leser gähnen, Death Metal aus Schweden, klar, die gehen Richtung Soilwork und In Flames, davon gibt es doch genug. Zum Glück weit gefehlt, denn Joni "Gösta" Mäensivu (Vocals), Peter Nagy (Guitars, Additional Vocals und Ursprungsmitglied von Mörk Gryning), Petri Tarvainen (Guitars), Ted Jonsson (Drums), Peter Wendin (Bass) und Stefan Norgren (Keyboards, Additional Vocals) erweitern ihren traditionellen Sound noch um die Komponente des Gothic Metal.
Stelle man sich nun traditionellen Melo Death vor, der oftmals in die moderne Ecke von Soilwork tendiert, dazu die superben Keyboards der „One Second"-Äre von Paradise Lost, die Trauer unserer Lieblingsfinnen von Insomnium inklusive deren Growls und eine Gitarrenarbeit, die an die Amis von Daylight Dies erinnert, hat man ungefähr die Spannweite erfasst, die Eternal Oath beschreibt. Aber nicht zu vergessen die klaren Vocals, die fast schon düster-poppige Refrains erzeugen. Genau, dazu braucht man ewigen Atem, kein Wunder also, dass die Nordmänner bereits Paradise Lost's „Eternal" auf ihrem Zweitwerk „Righteous" coverten...
Apropos Nordmänner, für einen amtlichen Sound sorgte wie beim Vorgänger-Album Starproduzent Fredrik Nordström, der den Gothic Death-Hymnen mit druckvollen 7-string guitars einen fetten Sound verpasste. Songs wie „In Despair For My Sins" oder „Godsent" machen "Wither" zu einem wunderbaren stimmungsvollen, ergreifenden Album, das dunkle, melancholische Stimmungen mit Aggressivität und Schönheit vereint. Schöner kann ein möglicher Hybrid aus Insomnium und Paradise Lost nicht ausfallen!


Of Shadows
Of Shadows
Preis: EUR 22,79

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bester deutscher Melo Death, 26. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Of Shadows (Audio CD)
Ganz und gar nicht krytisch erstrahlt das dritte Werk "Of Shadows... And The Dark Things You Fear" von Cryptic Wintermoon, bietet uns der Sechser doch klaren Melodic Death Metal mit etlichen Variationen und Facetten. Die von etlichen Besetzungswechseln geplagte Band um Sänger Ronnie und dem Gitarren-Duo Larsen und Michael zeigt sich nun nach dem recht Black Metal-lastigen „The Age Of Cataclism" und dem etwas experimentellen, aber jederzeit bombastischen „A Coming Storm" mit dem dritten Album wieder in leicht korrigierter stilistischer Ausrichtung und präsentiert sich auf den zwölf differenzierten Stücken wieder näher am (melodischeren) schwarzmetallischen Klangbild.
Zwar mögen sich die Geister an der etwas dumpfen Produktion von „Of Shadows... And The Dark Things You Fear" scheiden, doch kann man das bewusst oder unbewusst gewählte Klangbild durchaus als stilistisches Element interpretieren, da die teilweise wundervoll beklemmenden Stimmungen somit besonders unterstrichen werden. Cryptic Wintermoon zeigen hier auf, in welche Richtung sich das bereits recht beackerte Feld des Melodic Death entwickeln kann, addiert man dezente Black Metal-Keyboards, mal sehr flächig, dann sakral orgelnd, zu melodiösen Rhythmus-Gitarren und dominanten Leads. Mehr Abwechslung wird erreicht durch die variierenden Grundcharaktere der Kompositionen, wirken doch die oben aufgeführten Elemente verschieden, wenn sie in atmosphärischen, gemäßten Hymnen oder in brachialen Hochgeschwindigkeits-Brocken eingesetzt werden. So kommt „Portals Of Nightfall" sehr sphärisch daher, „Bonegrinder 1916" kalt-technoid mit ergreifender Stimmung, „Synthetic God" als klassische Melodic Death-Attacke oder „Open Fire" als mitreißende Black'n'Death-Hymne.
"Of Shadows... And The Dark Things You Fear" bildet so ein ambitioniertes, abwechslungsreiches Album, das durch seine eisige, dunkle Atmosphäre überzeugt und absolut stimmig ist. Bleibt der Band nur zu wünschen, dass sie von weiteren internen Wechseln verschont bleibt. Mich würde allerdings schon aber beim nächsten Album interessieren, wie die Songs mit einer richtig knallenden Produktion wirken...


Global Warning
Global Warning
Preis: EUR 9,87

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Oldschool Thrash wie aus den 80ern, 22. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Global Warning (Audio CD)
Wie heißt es im Promozettel so schön: Some people are born to rock..., a few born to thrash! Und die Jungs von Suicide Watch gehören definitive zu dieser Gilde, haben doch Drummer Ade und Bassist Ian die ersten drei Alben der UK-Metalcore-Legende Stampin' Ground mit eingetrümmert. Sänger Rid röhrte bereits bei den Hardcore-Bands Dcadence Within und Burnside. Gitarrist Simon begleitete den Schreihals die letzten fünf Jahre bei Burnside, davor betätigte er sich mit Ade bei Taliesin bzw. bei seinem eigenen Projekt Failsafe. Man kennt sich also.
Dennoch ist es bemerkenswert, dass die dreizehn Thrash-Knaller nach nur zwölf Proben standen und in nur vier Tagen analog, ohne digitale Spielereien aufgenommen, gemixt und gemastert wurden. Das bedeutet zweierlei: Zum einen stimmt die Chemie in der Band, zum anderen liest sich das Output dieser hochkreativen Phase als reinrassiger Oldschool-Thrash ohne Firlefanz. Passend dazu gibt es natürlich keine Fantasy-Lyrics und Drachen-Cover, hier wird ganz im Sinne der alten Helden wie Exodus, Testament, Kreator oder Dark Angel die sozialkritische Keule ausgepackt und gegen alles gewettert, was in unserer modernen Gesellschaft gerade gegen den Baum fährt, gewürzt natürlich mit unendlich vielen Doublebass-Attacken, fiesen Breaks, genre-typischen Gitarren, halsbrecherischen Soli und anklagendem Gröhl-Gesang. Für das Cover, welches auch schön die inhaltliche Ausrichtung der Band dokumentiert und herrlich an die 80er erinnert, wurde sogar Ed Repka wieder ausgegraben, der jene legendären Megadeth- und Nuclear Assault-Alben verzierte.
Klingt alles gut, ist es auch. Für Puristen. Für Oldschool-Thrash-Fans. Für alle, die auf dreizehn derb durchgeprügelte Stücke gleicher Machart stehen. Hier wird kein Schönheitspreis vergeben, kein Wert auf besondere Abwechslung gelegt. Fuß aufs Gaspedal und voll durchgetreten. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.


Difference
Difference

4.0 von 5 Sternen Die kleinen Brüder von Stratovarius, 22. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Difference (Audio CD)
Für das dritte Album heißt es: Make it or break it. Bezeichnend, wenn die finnischen Power Metaller Dreamtale dann dieses so wichtige Werk auch noch „Difference" nennen. Dabei sind musikalisch keine Differenzen auszumachen, der Wechsel am Mikrofon bringt die Nordländer mit Jarkko Ahola auf ein höheres Level und die hymnischen Songs wissen zu gefallen und setzen auf Abwechslung.
Soweit, so gut, doch scheint die Band eine Art sechsten Sinn für Zukünftiges zu haben, denn kurz nach Ende der Aufnahmen zu „Difference" verließ der langjährige Gitarrist Esa Orjatsalo die Traumgeschichte. Doch Ersatz ist bereits gefunden, sodass der Präsentation der elf Power Metal-Perlen, aufgenommen in Timo Kolkki's Goldenworks Studios, eigentlich nichts im Wege stehen dürfte. Bereits der Opener „Lost Souls" gibt ein Statement über die Ausrichtung der Band ab, mit angenehm rauem Gesang, flexibler Gitarrenarbeit, flinken Keyboards und ordentlicher Doublebass-Dosis sowie eingängigem Refrain geht es ab wie eine weniger komplexe Version von Stratovarius. „Wings Of Icaros" ist ebenso eine Up-Tempo-Hymne mit einprägsamen Gitarrenleads und gnadenlos gutem Chorus. „Lucid Times" beginnt mit sphärischen Keyboard-Wogen und an Savatage-erinnernder Klavier-Linie, bevor die Nummer zu einer rhythmischen und mitreißenden Midtempo-Granate avanciert, inklusive toller Gesangsleistung. „Sail Away" zeigt die minimierte Seite der Band, die trotz reduziertem Instrumenteneinsatz ordentlich Druck macht. Sehr stimmig. Bei „Fly" geht es dann wieder ordentlich zur Sache, das Tempo wird angezogen, um in einem epischen Mittelteil und Refrain zu münden. „We Are One" erinnert sehr an die Kinderchoräle der „Elements"-Alben von Stratovarius, die Keyboards jedoch an Thyrfing zu „Valdr Galga"-Zeiten, sehr reizvoll und stimmig.
Dreamtale scheinen also ihre Problemchen überwunden zu haben und legen ein Album vor, mit dem sie ihre Karriere wohl weiter „machen" werden anstatt einen „break" zu erleben. Frische Kompositionen, abwechslungsreiche Songs, ein toller Sänger und eingängige Melodien generieren ein Album der gehobenen Kategorie, zur absoluten Spitzenklasse fehlt allerdings noch ein Quäntchen Eigenständigkeit und Individualismus. Aber das kann ja alles noch beim vierten Album werden...


The Circle of Life
The Circle of Life
Preis: EUR 17,60

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekter Happy Metal aus Nürnberg, 21. März 2005
Rezension bezieht sich auf: The Circle of Life (Audio CD)
Auf drei Alben, eine EP sowie eine vorzügliche Live-Scheiblette können die sympathischen Nürnberger Freedom Call mittlerweile zurück blicken, mit welchen sie sich mindestens national zu einer Power Metal-Macht gemausert haben. „The Circle Of Life" integriert neben dem festen Keyboarder Nils Neumann den beim 2002er "Eternity"-Album von Symphorce gekommenen Gitarristen Cede Dupont erstmals beim Songwriting, der gewisse Neuerungen in die Band bringt, doch das vierte Scheibchen der Franken besticht erneut mit allen Vorzügen, für die Freedom Call stehen und mit denen sie ihre Fans verzücken. Verspotten die Kritiker den optimistischen, fröhlichen Sound der Band schon mal als Modern Talking des Metals, gehen die Herren Chris Bay, Dan Zimmermann und Co. unbeirrt ihren eingeschlagenen Weg fort und kreierten erneut ein Album, dass den Gute-Laune-Pegel des geneigten Hörers unweigerlich anhebt, sofern dieser sich für fanfarenhafte Keyboards, Positiv-Melodien und Breitwand-Chöre erwärmen kann.
„Mother Earth" als Opener überzeugt durch eine dramatische Melodielinie und ergreifenden Refrain, verpackt in einen kraftvollen Song mit für Bandverhältnisse hartem Riff. „Carry On" kommt ebenso nicht mit einem originellen Titel daher, ist aber eine bandtypische Up-Tempo-Gute-Laune-Hymne mit absolutem Ohrwurmrefrain und massivem Choreinsatz. Absolut Metal-Sommertauglich! „The Rhythm Of Live" kommt dagegen mit modernem Riff und Sequenzern daher, überraschend, steht der Band sehr gut zu Gesicht, auch mit sehr einprägsamen Refrain ausgestattet und absolut Posing-geeignetem Riff. „Hunting High And Low" heißt nicht nur so wie ein Stratovarius-Song, sondern ähnelt auch von der Struktur der finnischen Metal-Perle, ebenso der Melodielinie der ersten Zeile vom Refrain. Vielleicht deshalb gerade ein besonders einprägsames Stück. „Kings & Queens" setzt ebenso auf ein unglaublichen positiven Grundtenor mit dominantem Gesang. „Hero Nation" weiß mit geschickten Breaks und Stimmungswechseln zu überzeugen, dazu addiert sich ein Ohrwurm-Refrain allererster Güte, dessen Text von Kritikern als naiv ausgelegt werden kann, aber auch erneut die Grundattitüde der Band aufzeigt. Der Titeltrack und Rausschmeißer „The Circle Of Life" zeigt einmal mehr, welches Talent Freedom Call für epische, monumentale Nummern besitzen. Semi-Akustik-Gitarren und eine popige Melodie eröffnen als Ballade, bis die krachenden Gitarren einsetzen und eine emotionale, dramatische Midtempo-Hymne generieren. Musikalisch mit vielen Facetten umgesetzt, wie sie auch die Existenz beinhaltet.
Neue Freunde gewinnen die Franken mit „The Circle Of Life" sicherlich nicht dazu, die große Fanschar wird aber sicherlich mit diesem Werk vollends zufrieden gestellt, stehen doch einmal mehr Melodien, Eingängigkeit und eine gesunde Portion Härte bei Freedom Call im Fordergrund. Für mich bleibt die Band eine derjenigen Formationen, die es perfekt verstehen, Spaß und Optimismus musikalisch umzusetzen und zu transportieren. Massive Keyboards hin oder her, Klischeehaftigkeit, Kitschigkeit, beide Daumen nach oben für Freedom Call!


Lovelorn
Lovelorn
Preis: EUR 21,91

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Norwegische Sagenwelt und stimmungsvolle Gothic-Klänge, 22. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Lovelorn (Audio CD)
Sie ist zurück: DIE Stimme des Gothic Metal. Die bezaubernde Liv Kristine Espenaes Krull beschert den Düsterklang-Anhängern mit „Lovelorn" ein Album, das böse interpretiert das ist, was die meisten nun nach der Trennung von Theatre Of Tragedy von eben dieser Band erwarten. Und genau das liefert das Debüt des Sextetts (Liv plus das aktuelle Atrocity-Line Up): dunkle, intensive, lodernde Klangperlen voller Atmosphäre, Epik und Charme.
Und so warten Leaves' Eyes mit einem Album auf, für dessen Konzept und Texte sich die Frontfrau verantwortlich zeigte und als zusätzliche Herausforderung die Aufnahmeprozedur im schwangeren Zustand zu meistern hatte. Zwei Stunden nach den letzten Aufnahmen ging es dann auch ins Hospital, ein Umstand, der aber laut Liv nicht negativ ins Gewicht fiel. "Ich fühlte mich während der Schwangerschaft besonders kreativ und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass meine Stimme sogar kraftvoller wurde." erklärt die Frontdame.
„Lovelorn" erzählt die melancholisch wie dramatische Geschichte eines jungen Mannes, dessen Liebste im Meer ertrunken ist und deren ewige Verbindung nur mit Hilfe einer Meerjungfrau weiter bestehen kann. Mit „Norwegian Lovesong" beginnt die wundervoll lyrische Reise, in der die norwegische Natur stets präsent ist, die abwechslungsreich verläuft und etliche Facetten des Rock und Gothic auslotet. Ob wuchtiger Rock mit verspielten Piano-Klängen, harsche Mollriffs oder fragil erscheinende Momente, zusammengehalten werden die künstlerisch verschiedenen Stimmungen (die nicht nur einmal an das ToT-Meisterwerk „Aegis" erinnern) von der eindrucksvollen, warmen und ergreifenden Stimme Liv's. Ob Bombast, Sinfonie, Härte oder Sensibilität, Leaves' Eyes meistern jede Situation und Stimmung.


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