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Utimaus "Utimaus" (München)
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Das Erfolgsgeheimnis der Homöopathie
Das Erfolgsgeheimnis der Homöopathie
von Christian Schröter
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,90

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsam, kompakt, informativ, wissenschaftlich korrekt und schonungslos ehrlich, 2. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Mit diesem Buch kauft man mit Sicherheit das unterhaltsamste Buch, mit dem man sich sachlich über die Homöopathie informieren kann, das momentan am Markt ist. Den größtmöglichen Umfang an Information und vertieften Einblicken gibt es allerdings eher in anderen Büchern.

Vielleicht wollen Sie aber auch gar keinen solchen tiefen Einblick mit Studienanalysen, Statistiken, Vorstellung der gesetzlichen Sonderregelungen, der Lobbyarbeit der Homöopathieverbände usw.? Vielleicht wollen Sie sich nur auf unterhaltsame Art und Weise einmal grob darüber informieren, was Homöopathie eigentlich ist und warum sie so „umstritten“ ist? Dann ist dieses Buch ideal.

In sehr kurzen Kapiteln von mitunter nur 2 Seiten werden alle möglichen Argumente, die man in Diskussionen um die Homöopathie so hört unter die Lupe genommen.

Das ist auf alle Fälle eine interessante Variante für ein Homöopathiebuch, einmal nicht wieder mit Hahnemann und einer Definition von Potenzierung und Simileprinzip anzufangen. Das Festmachen der Information an einzelnen Argumenten ist spannend, besonders, wenn einem das eine oder andere Argument schon einmal in der Praxis begegnet ist und man um eine Antwort verlegen war.

Der Nachteil dieses Aufbaus ist, dass einzelne Gedankengänge natürlich auf mehrere Argumente passen . Der Autor hat hier zugunsten des Unterhaltungswertes des Buches auf häufig mögliche Mehrfachnennungen verzichtet – was die Leserlichkeit des Buches mit Sicherheit erhöht. Manche Kapitel werden so aber knapper abgehandelt als sie sein müssten.

Zum Beispiel fällt das Kapitel über innere Widersprüche der Homöopathie recht knapp aus. Dabei finden sich in anderen Kapiteln des Buches, also über andere Argumente verteilt sehr schöne Beispiele für die inneren Widersprüche der Homöopathie. Zwar ist sehr gut, dass so viele von ihnen überhaupt in einleuchtender und trotzdem knapper Formulierung genannt werden, dennoch wäre es an mancher Stelle besser gewesen, eine Doppelnennung in Kauf zu nehmen und sie im Kapitel für innere Widersprüche zu sammeln. Das würde ein Wiederfinden prägnanter Gedankengänge erleichtern. So, wie es ist, findet sich aber ein Punkt wie „Auf der einen Seite propagieren Homöopathen, neben der Wahl des Mittels an sich sei die Wahl der passenden ‚Potenz‘ von größter Bedeutung. Konkrete Anweisungen gibt es dafür auf der anderen Seite nicht.“ (Pos 1714) nicht im Kapitel für innere Widersprüche, obwohl er bestens dorthin passt. Wie gesagt, nur ein Beispiel, das Problem fiel mir auch bei anderen Kapiteln auf.

Vorhanden ist die Information aber meist allemal. Ein Punkt, den ich definitiv zu kurz abgehakt finde, ist der Aspekt der Studien. Vermutlich will der Autor seinem Leser eine wissenschaftliche Studienbetrachtung einfach ersparen. Dennoch, und das muss man als klaren Kritikpunkt an dem Buch formulieren, so gut es mir an anderer Stelle auch gefällt, das Kapitel über die Studien ist erschreckend schwach, hier fehlt viel Information und die wird auch an anderer Stelle im Buch nicht nachgereicht.

Nach meiner Erfahrung kommt das Argument, es lägen doch auch Studien vor, die eine Wirksamkeit für die Homöopathie über Placebo hinaus belegen würden, in Diskussionen früher oder später aber tatsächlich hoch. – Homöopathische Verbände führen lange Listen solcher Arbeiten auf ihren Webseiten und werben auch damit. Wer hier nur mit den Informationen aus dem entsprechendem Kapitel aus diesem Buch gegenhalten will, der wird sein Gegenüber nicht überzeugen können oder am Ende selbst zweifeln, wenn überzeugte Anhänger der Homöopathie dann von einzelnen Studien oder Wunderexperimenten berichten.

Für eine Diskussion hierzu ist das Buch einfach nicht gemacht. Ich kann zwar verstehen, warum der Autor das Thema knapp fast - was bestimmt auch bei vielen Lesern auf breite Zustimmung stößt, wenn es nicht ins Eingemachte der Betrachtung wissenschaftlicher Arbeiten geht, sondern unterhaltsam bleibt. Dennoch: Hier hätte ich mir wegen der Häufigkeit dieses Argumentes in Diskussionen noch deutlichere Hinweise auf Webseiten gewünscht, wo man die entsprechenden tiefergehenden Informationen zu bekannten Studien oder der Nichtreprozierbarkeit der Experimente findet.

Abgesehen von der Studienthematik ist die Liste weiterführender Links aber wirklich ordentlich (unter jedem Kapitel finden sich Kommentare, Ergänzungen oder Links). Andere Kapitel und Aspekte sind auch wirklich schön herausgearbeitet. Der Donner-Report ist hervorragend zusammengefasst. Oder das Kapitel „Es gibt die absurdesten homöopathsichen Mittel“ ist eine erschreckend schräge Sammlung geworden, die mit der Vorstellung der Homöopathie als „Naturheilkunde“ schnell aufräumt.

Da der Autor bereits in den ersten Sätzen sein Fazit zieht, dass die Homöopathie nicht funktioniert, wird dieses Buch einen eingeschworenen Homöopathienutzer vermutlich nur schwer überzeugen können, obwohl die Argumente logisch, unterhaltsam und ehrlich dargelegt werden. Wer aber von der Homöopathie noch nicht so stark beeinflusst wurde, dass er hinter jeder Homöopathiekritik gleich Dogmatismus, mechanistisches Weltbild oder die böze Pharmaindustrie vermutet, der kann sich in diesem Büchlein auf unterhaltsamere Weise Erstinformationen holen als in den meisten anderen Büchern zum Thema.


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Wird angeboten von Neon Mart Deutschland
Preis: EUR 17,50

5.0 von 5 Sternen Perfekter Ersatz für Halogen Reflektorlampe, 27. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Jetzt gibt es wirklich keinen Grund mehr, länger zu warten, von Halogen Reflektorlampen auf energiesparende LEDs umzustellen.

Zum Einsatz kommt sie bei uns im Kinderzimmer in einer 3-strahligen Deckenleuchte. Mein Sohn hat kommentiert, dass er keinen Unterschied zu vorher sieht. Ich sehe auch keinen, wenn überhaupt ist die Lampe minimal heller oder weißer, aber nicht unangenehm. Das Licht ist eindeutig warmweiß, kein Gelbstich, nicht kalt.

Die Raumausleuchtung - und das mag ich an dieser LED besonders - ist genauso gut wie bei den alten Reflektoren. Bei meinen inzwischen durch LEDs ersetzten GU10 Lampen im Wohnzimmer bemerke ich unangenehme Schatten, weil der Lichtstrahl konzentrierter, "spotartiger" ist als früher. Das ist bei dieser Lampe definitiv nicht der Fall. Deswegen ziehe ich sie auch den Modellen einiger Markenhersteller vor.

Der Preis ist ebenfalls überzeugend. Wenn sie die versprochene Lebensdauer auch nur grob erreicht, kann man satt sparen.
Wer noch immer 40W Reflektoren benutzt, sollte einmal eine hiervon testen.


Homöopathie für Skeptiker: Wie sie wirkt, warum sie heilt, was belegt ist
Homöopathie für Skeptiker: Wie sie wirkt, warum sie heilt, was belegt ist
Preis: EUR 14,99

106 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Lehrstück in Pseudowissenschaft, 20. Februar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Liest man dieses spannend geschriebene Büchlein durch, so bleibt man überwältigt zurück.

Zunächst überwältigt von der angeblichen Fülle und Eindeutigkeit der Studienergebnisse. Die von den Autoren vorgestellten Arbeiten belegen scheinbar zweifelsfrei, dass homöopathische Hochpotenzen Effekte hervorrufen, die keineswegs mit dem Placeboeffekt erklärbar seien. Zusätzlich werden zahlreiche Experimente aus der „Grundlagenforschung“ vorgestellt, die die unglaublichsten Ergebnisse lieferten. Sprachlos hört der lesende „Skeptiker“ (denn für diesen ist das Buch ja laut Titel geschrieben) von Wasserlinsen, Weizenkeimen und Fröschen, die sich unter Einfluss von Hochpotenzen spektakulär und reproduzierbar anders verhalten sollen, als wenn man ihnen nur „unpotenziertes“ Wasser zusetzt.
Und natürlich hört er auch von den bösen, „selbstdefinierten“ Naturwissenschaftlern, den „Hardlinern“, die „Diskussionen verweigern, Studienergebnisse ignorieren und ihre Gegner persönlich diskreditieren“. Der Leser hört vom zähen „Ringen um die Wahrheit“ (Pos 1939) und von schier unüberwindbaren Vorurteilen der Gegner, die „nur selten den Eindruck intellektueller Reflektiertheit“ machen und „vielmehr einen fundamentalistisch-religiösen Kampfgeist“ (beide Pos 1943) an den Tag legen.
Dieser geschilderte heroische Kampf der Homöopathie wird ausgeschmückt von mehreren „Fällen aus der Praxis“, herzzerreißenden Schicksalen, handverlesen ausgewählt, um selbst einen Eisblock vor Empathie zum Schmelzen zu bringen. Und natürlich sind sie eingefügt, um den letzten Zweifel beim Leser hinwegzufegen - obwohl die Autoren eigentlich selbst schreiben: „Auch wenn unkontrollierte Einzelfälle uns persönlich überzeugen, als wissenschaftliche Beweise reichen sie absolut nicht.“ (Pos 235)

Als Leser dieser überwältigenden Geschichte hat man eigentlich nur 2 Möglichkeiten: Man bleibt sprachlos ob der vorgestellten Beweislast und der Boshaftigkeit der Gegner zurück. Oder man fragt sich: Ist das denn wirklich so, wie hier beschrieben?

Ist es denn wirklich logisch, dass sich Naturwissenschaftler ausgerechnet gegen die Homöopathie verschworen haben sollen? Nur weil sie angeblich mit heutigen Mitteln noch nicht erklärbar sei? Behaupten Naturwissenschaftler wirklich, „dass sich die Wirklichkeit auf das bisher naturwissenschaftlich Erkannte beschränkt“ (Pos 1948)?

Diese Frage macht doch ein wenig stutzig: Naturwissenschaftler haben die Menschheit erheblich stärker gekränkt als es eine Diskussion um die Homöopathie je könnte. Sie haben die Erde aus dem Zentrum der Welt geworfen, mit dem Urknall die unveränderliche Ewigkeit des Universums beendet und uns selbst als einen zufällig entstandenen, intelligenten Affen erkannt – warum um alles in der Welt sollte die Naturwissenschaft nun gerade ein Problem damit haben, dass Stoffe in Abwesenheit gezielte Wirkungen haben können?

Naturwissenschaft sucht per definitionem nach Erklärungen für noch nicht Erklärtes. Wäre alles erklärt, wir bräuchten überhaupt keine Wissenschaft mehr. Es ist also in höchstem Maße unlogisch, was hier behauptet wird: Dass Naturwissenschaft etwas ablehnt, nur weil es noch nicht erklärt sei.

Mit diesem leichten Zweifel möge der wirklich skeptische bitte Leser prüfen, ob die Argumente der Autoren ihren eigenen Ansprüchen genügen: „Studien über die Wirksamkeit von Heilmethoden taugen nur, wenn sie nach strengsten wissenschaftlichen Kriterien vorgenommen wurden.“ (Pos 415)

Meist genügt dazu bereits ein Blick in den vollen Text der im Anhang genannten Studien, manchmal muss man noch kurz mit weiteren Arbeiten zum Thema vergleichen. Und diese Prüfung ergibt rasch und eindeutig: Die angeblich so stichhaltigen Beweise halten einer Überprüfung nicht stand:

Ich greife einmal folgendes Beispiel heraus. Im Buch heißt es

„Ähnliche Experimente wurden mittlerweile auch von Forschungsgruppen anderer Universitäten durchgeführt (…). Dabei wurden in der Regel ganz ähnliche Ergebnisse erzielt. Diesen Vorgang nennt man laborexterne Prüfung, ein wichtiges Qualitätsmerkmal von wissenschaftlichen Versuchen. Durch die Kontrolle anderer Forscher kann sichergestellt werden, dass die veröffentlichten Messergebnisse weder manipuliert noch fehlerhaft waren.“ (Pos 568)

Schlagen wir die im Anhang zitierte Metaanalyse zum Thema auf, so finden wir jedoch etwas ganz Anderes: “ Effect size and effect direction differ, however“ heißt es dort (übersetzt: „Effektgröße und Richtung des Effekts weichen voneinander ab“) Die Ergebnisse konnten also gerade nicht(!) reproduziert werden, womit – wie die Autoren ja selber schreiben – ein Messfehler eben nicht mehr auszuschließen ist.

Ähnlich wenig belastbar zeigt sich jedes einzelne der zunächst so spektakulären Ergebnisse:

- die angeblich so hochwertige ADHS-Studie, deren Ergebnisse mit Placebo unvereinbar sind? – Nur eine kurze Crossoverphase ermöglicht überhaupt einen Placebovergleich. In dieser Phase widersprechen(!) 3 der 4 Äste der Überlegenheit gegenüber Placebo. Bezeichnenderweise ist diese entscheidende Graphik in der deutschen, im Buch verlinkten Version der Studie entfernt und nur im englischen Original erhalten.
- Die um diese Studie gesponnene Verschwörungstheorie, die Studie sei verheimlicht worden, ist vom Autor der Studie selbst ad absurdum geführt worden, als er im Rahmen einer Fernsehsendung zwar keine Hemmungen hatte, selbst zu behaupten, die Ergebnisse wären als unerwünscht abgelehnt worden – im Anschluss daran aber eine gänzlich andere, nicht zu den Ergebnissen der Studie passende Graphik auf seinem Bildschirm zeigt.
- die ebenfalls als stichhaltigen Beleg zitierte Studie über Krebspatienten ist eine Add-On Verlaufsstudie. Solche Studien sind vom Design her ungeeignet, eine Aussage über eine Wirksamkeit über Placebo überhaupt treffen zu können. Eine neuere Arbeit derselben Forschergruppe zum selben Thema ist im Gegensatz zu den Aussagen der Autoren wieder nur eine Add-On-Studie
- Die Autoren der aufgeführten Kohortenstudien bewerten in diesen Arbeiten ihre Ergebnisse zum Teil gänzlich anders als die Autoren. Daneben sind Kohortenstudien, besonders solche ohne Placebokontrollgruppe, nur bedingt aussagekräftig wenn es um die tatsächliche Leistungsfähigkeit eines einzelnen Behandlungsfaktors geht.
- Weder die bei Wasserlinsen noch die bei Weizenkeimen noch die bei Fröschen geschilderten angeblich spektakulären Ergebnisse waren stabil reproduzierbar. Andere Forschergruppen kamen wiederholt zu anderen Ergebnissen
- Die Ergebnisse der Arbeit von Montagnier widersprechen bei genauem Hinsehen den Aussagen der Homöopathie viel mehr, als dass sie sie belegen.
- Die von den Autoren gesponnenen Verschwörungstheorien münden in einer nachweislich falschen Definition des „Publication Bias“

Fazit: Wissenschaft ist kein Weltbild, wie uns die Autoren weismachen wollen. Sie ist eine Methode. „Es ist die Methode, kühne Hypothesen aufzustellen und sie der schärfsten Kritik auszusetzen, um herauszufinden, wo wir uns geirrt haben." – so schreibt Karl Popper in „Ausgangspunkte. Meine intellektuelle Entwicklung. Deutsch von Friedrich Griese. Piper, 2. Aufl. 2006, S. 118“

Da wir Poppers Meinung zur Homöopathie nicht kennen, können wir seine Definition der „Wissenschaft“ getrost als „neutral“ ansehen. Und Popper gibt uns mit seiner Definition der wissenschaftlichen Methode den Auftrag, jeden, der eine spektakuläre Behauptung aufstellt, um stichhaltige Belege zu bitten, bevor wir ihm glauben; umso mehr, wenn bestens gesicherte naturwissenschaftliche Erkenntnisse für unseren Standpunkt sprechen. Nicht umgekehrt.
Es ist unser Recht, ja unsere Pflicht, wenn es um die Frage optimaler medizinischer Versorgung geht, skeptisch zu sein, wenn uns Vertreter eines Verfahrens Beweise als stichhaltig vorlegen, die sich bei genauem Hinsehen als nicht reproduzierbar oder gar fehlerhaft erweisen. Wer sollte das tun, wenn es auch stichhaltigere Beweise gäbe?

Es zeigt die ganze Demagogie dieses Buches, das sich auf den ersten Blick so wissenschaftlich gibt, wenn die Stimme der Vernunft, das Recht auf Hinterfragen diskreditiert und mit Verschwörungstheorien überzogen wird.

Es ist gerade dieser Aspekt, der mich an diesem Buch wirklich schwer erschüttert hat: Mit welcher Hemmungslosigkeit hier nicht haltbare Behauptungen gemacht werden bei gleichzeitigem wirklich teilweise üblen Schlechtredens der Medizin, der Naturwissenschaft und des kritischen Denkens überhaupt – und damit der Werte der Aufklärung.

Ich werde die Rezension selbstverständlich um einige Kommentare ergänzen, um die Kritik an den im Buch enthaltenen Arbeiten zu belegen und nachvollziehbar zu machen.
Kommentar Kommentare (37) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 24, 2014 7:01 AM MEST


Das ist Leben! Die spannende Welt der Biologie
Das ist Leben! Die spannende Welt der Biologie
von Robert Winston
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als nur "ein Buch über Tiere", 11. Februar 2014
Was mir an diesem Buch ganz besonders gefällt, ist, dass es wirklich um Biologie geht. Viele andere Kinderbücher erschöpfen sich in der farbigen Darstellung von Tieren, mitunter ergänzt um deren Lebensräume und die typischen Verhaltensweisen.

Dieses hier ist anders. Robert Winston hat in diesem Buch versucht, logische Zusammenhänge in der Biologie anschaulich, bunt, knapp und informativ darzustellen. Und ich finde, das ist ihm außerordentlich gut und ansprechend gelungen.

In 5 Kapiteln werden zahlreiche Aspekte der Biologie beleuchtet und eben logisch verknüpft. Das Einstiegskapitel ist dabei durchaus anspruchsvoll geraten: Winston beginnt mit der Basis allen Lebens auf der Erde, der DNS und ihren Bausteinen, dem Aufbau der Zelle - ebenfalls einer "Leben" definierenden Eigenschaft - ergänzt diesen Aufbau um den fundamentalen Stoffwechsel der Zelle und erklärt noch etwas Genetik.

Mit dieser Basis ergibt sich dann das zweite Kapitel über Evolution und die 6 "Reiche des Lebens" wie von selbst. Sehr schön wird die Entwicklung des Lebens mit einem 24-Stunden-Tag verglichen. Um 23:59 erscheint dann der Mensch auf der Spielfläche.

Genauso logisch ergibt sich aus der Vorstellung der Vielfalt des Lebens heute die im dritten Kapitel behandelte Frage nach dem Zusammen"leben", der Interaktion der verschiedenen Lebensformen und ihrer gegenseitigen Abhängigkeit. Begriffe wie "Biodiversität" oder "Biosphäre" werden eingeführt, Kreisläufe des Lebens werden vorgestellt. Daneben geht es um Klimazonen, Ökozonen und Symbiosen - aber auch um die Störung dieser empfindlichen Gleichgewichte durch den Menschen.

Im vierten Kapitel geht es ums "Überleben". Welche Tricks wenden die verschiedenen Arten an, um ihre Chancen des Überlebens zu erhöhen?

Ganz zuletzt gibt es noch einen kurzen Ausblick auf extremste Lebensbedingungen und auch um die Frage nach außerirdischem Leben.

Insgesamt also ein anspruchsvoll zusammengestellter Themenkreis für Kinder, weil durchaus mit Fachausdrücken und logischen Zusammenhängen nicht gespart wird. Gerade deshalb nehmen Kinder auch mehr mit aus diesem Buch als aus den üblichen "Tiere"-Büchern. Die Darstellung ist bunt, frech, mitunter fröhlich "schräg"; dadurch ist das Buch trotz des kompakten Wissens überaus unterhaltsam durchzublättern. Auf jeder Seite entdeckt man Neues.

Wir hatten aus der Reihe bereits die Bände über Physik, Mathematik und Chemie. Alle haben meinem Sohn sehr gut gefallen, auch dieser, obwohl er "Bio" sonst langweiliger findet als die anderen Naturwissenschaften.


Philips SA4RGA04KN GoGear Raga MP3-Player 4GB (2,79 cm (1,1 Zoll), SuperScroll) schwarz
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Wird angeboten von Cosse GmbH
Preis: EUR 38,29

3.0 von 5 Sternen Die Software der aktuellen Geräteserie verarbeitet _keine_ Wiedergabelisten, 26. Januar 2014
Vorweg: Meine Rezi mag einigen Darstellungen älterer Rezensionen widersprechen. Anscheinend hat es bei Philips 2013 zur aktuellen Serie des SA4RGA04KN einige Änderungen in der Gerätesoftware gegeben, so dass ein Gerät, das man heute kauft andere (leider sogar dem aktuellen Benutzerhandbuch widersprechende) Bedienfunktionen hat - oder zu meinem Leidwesen eben nicht mehr hat.

Da Sie aber ggf ein aktuelles Gerät erwerben, hier die Fakten:

Meine Musik habe ich auf dem PC - wie viele Andere es bestimmt auch haben - in Wiedergabelisten sortiert. Wenn ich nun diese Wiedergabenlisten vom PC auf den Player synchronisiere (egal, ob mit Songbird oder mit dem Windows Media-Player), kommt zwar die Musik sauber am Gerät an, nicht aber die Wiedergabelisten. Alle Songs landen alphabetisch sortiert im selben Verzeichnis "Musik". Man kann sich vorstellen, dass man bei mehreren 100 Titeln, die der Speicherplatz von 4GB hergibt, schnell den Überblick verliert.

Würde der Player wenigstens die Reihenfolge der Songs, in der sie synchronisiert werden, unkommentiert beibehalten, wäre es halb so schlimm (wenn auch immer noch lästig), aber so ist es unmöglich, Songs eines Albums in der vom Interpreten vorgesehenen Reihenfolge anzuhören. Ich habe viel Filmmusik dabei, also Stücke, bei denen eine ganz bestimmte Reihenfolge Sinn macht. Mich stört das Fehlen dieser Funktion daher sehr.

Edit: Nachdem mir der Support nun funktionierende Workarounds um die wichtigsten genannten Probleme genannt hat, bin ich gerne bereit, die Bewertung um ein Sternchen anzuheben.

Am meisten ärgert mich, dass die Funktion, dass Wiedergabelisten vom PC übernommen werden können, im mitgelieferten Handbuch beschrieben ist. Rückfrage beim Philips-Kundendienst brachte mir folgende Antwort:

"Wenn du im Menü deines Players keinen MTP-Modus findest, ist es aller Wahrscheinlichkeit nach ein aktuelleres Gerät, das diesen Modus nicht hat. Dadurch werden auch keine Playlisten unterstützt (...). Hier liegt tatsächlich ein Fehler vor, die Bedienungsanleitung für die 2013er GoGear RAGA müsste sich eigentlich von der für 2012er unterscheiden. Die entsprechende Änderung habe ich bereits beauftragt. Es tut mir sehr leid, dass hier widersprüchliche Angaben zu den GoGears gemacht wurden."

Also: Durch meine Nachfrage kriegen die Geräte zukünftig (vielleicht) eine geänderte Beienungsanleitung...
Als Workaround empfahl der Kundendienst, die Titel so umzubenennen, dass sie alphabetisch geordnet in einer passenden Reihenfolge erscheinen (Also am PC "Song xy" umbenennen in "AAA Song xy", den nächsten in "AAB..." usw). Viel Spaß bei mehreren 100 Titeln...

Ebenfalls als Workaround wies mich der Kundendienst auf die 3 leeren "on the go" Playlists hin, die auf dem Player mit der eingespielten Musik immer neu befüllt werden könnten. Erstens möchte ich sagen, dass 3 Playlists für einen 4GB-Player herzlich wenig Möglichkeiten bieten, die Musik zu ordnen. Selbst, wenn diese Möglichkeit funktionieren würde, wäre sie eine Notlösung. - Aber, wie angedeutet: Auch das funktioniert nicht, wie im Handbuch beschrieben. Falls es anders funktionieren sollte, habe ich zumindest noch nicht herausgefunden, wie - aber eben auch hier definitiv nicht so, wie im mitgelieferten Handbuch beschrieben. Die Geduld des Benutzers (i.e. meine) ist hier schon arg strapaziert.
(Auch diese Anfrage liegt dem Kundendienst bereits vor, ist jedoch noch unbeantwortet. Ich werde einen Kommentar anfügen, falls es einen Workaround geben sollte.)

Habe ich sonst noch ein Problem mit dem Teil?

Ja: er spielt sehr leise ab. Für das, was ich damit machen wollte, zu leise.

Ich habe mir das Gerät gekauft, weil ich jede 2. Woche 5 Stunden im Zug sitze und diese Zeit nutzen wollte, ein paar interessante Podcasts anzuhören, die sonst zeitlich auf der Strecke bleiben. Leider ist aus Gründen des Gehörschutzes die maximal einstellbare Abspiellautstärke begrenzt. Für Sprache eigentlich zu leise. Wenn ich im Zug sitze und der über Weichen rumpelt oder sich nebenan jemand unterhält, dann sind die auf das Gerät überspielten Podcast-Texte zu leise und daher unverständlich.
Um das klar zu stellen: Ich halte die Gehörschutz-Funktion für äußerst sinnvoll und bin mit Mitte 40 auch wirklich nicht der Typ, der sich mit zu lauter Musik zudrönen möchte. Ich bezweifle aber ernsthaft, dass mein Gehör Schaden nehmen würde, wenn ich einen Sprechtext wenigstens so laut stelle, dass ich den gesprochenen Text noch über die Umgebungsgeräusche hinaus verstehen kann. Andernfalls ruinieren mir bereits die Zugfahrgeräusche mein Gehör...
Laut Bedienungsanleitung ist es möglich, die Lautstärkebegrenzung höher zu stellen. - Aber (man ahnt es schon), das funktioniert mit meinem Gerät nicht so, wie beschrieben. Auch das habe ich schon beim Kundendienst angefragt, aber noch keine Antwort erhalten. (Werde in einem Kommentar berichten, ob es einen Workaround gibt.)

Nun noch kurz zum Gerät allgemein:

Für den Preis wäre das eigentlich ein netter Player. Klein, leicht, tut, was er soll. Mehr will ich nicht. Wären nicht die oben genannten Probleme, wäre ich mit dem Kauf zufrieden gewesen.
Ja, das Gehäuse ist aus Plastik und schaut ein wenig nach Billigprodukt aus. Was soll's? Wär' mir egal.
Und ja: Das Display ist keineswegs 2farbig, wie hier dargestellt, sondern kleiner, 2zeilig und einfarbig. War mir egal.
Und ja: Die mitgelieferten Kopfhörer sind nicht so dolle, sie sind unbequem und drücken am Ohr. Aber das ist ja eigentlich fast immer mit mitgelieferten Kopfhörern so. Da habe ich nichts Besseres erwartet. Ich habe inzwischen andere Kopfhörer dazu; die sind bequemer und der Ton ist durch den besseren Sitz im Ohr auch etwas lauter. Gelöst ist das Problem der zu niedrigen Lautstärke bei Textdateien in Zügen damit aber nicht. Musik geht jetzt aber.
Überhaupt: Er spielt Musik im Prinzip ordentlich ab. Und in einer ruhigen Umgebung kann ich auch meine Poscasts hören - nur eben nicht im ratternden Zug, wie geplant.

Wer also ein einfaches Gerät sucht und dies in einer ruhigen Umgebung nutzen möchte, wer sich nicht daran stört, dass die Musik in alphabetischer Reihenfolge gespielt wird, der ist mit diesem Gerät gar nicht so schlecht bedient. (Ja: Neben alphabetischer Reihenfolge kann er auch Zufallsreihenfolge, dann aber über alle Musik im Gerät; also nicht zufällige Reihenfolge aller Lieder eines Albums oder eines Interpreten oder... Empfinde ich als Einschränkung, weil ich eben sehr unterschiedliche Sachen drauf habe)

Deswegen gebe ich auch zwei Sternchen, weil das Gerät eben nicht "unbrauchbar" ist, nur eben nicht gut für den Zweck, für den ich es nutzen wollte. Mehr gebe ich ihm allerdings auch nicht. Vom Handbuch abweichende Funktion ist eine herbe Enttäuschung, vor allem, weil sie letztlich auch gute Beratung im Laden unmöglich macht. Für unterwegs und für wirklich große - und eben zwangsweise unsortierte - Musikmengen ist er aufgrund der genannten Probleme nur eingeschränkt tauglich.

Ergänzend möchte ich noch sagen, dass "Songbird" wirklich zuverlässig abstürzt, sobald man mit F1 die Hilfe-Funktion aufruft. Und auch sonst ist das Programm nicht wirklich zuverlässig. Man findet auf der Website, die im beiliegenden Schnellstart-Flyer als Bezugsquelle angegeben ist, auch nicht einfach einen großen, freundlichen "Download-Button". Nach etwas erfolgloser Suche klickt man aber zwangsweise auf den "Support-Button" - und findet dort die Download-Option. Wer sich von solchen Kleinigkeiten schon aus der Ruhe bringen lässt, der sollte sich besser einen anderen Player zulegen... ;-)

Edit: Inzwischen hat mir der Support Workarounds um die wichtigsten Probleme genannt. Ich kann jetzt die 3 "On the Go"-Wiedergabelisten manuell bestücken und die maximale Lautstärke manuell ändern. (Wie? Siehe Kommentar)
Deshalb vergebe ich jetzt ein Sternchen mehr.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 27, 2014 10:33 AM CET


Die aufregende Welt der Moleküle: So spannend kann Chemie sein
Die aufregende Welt der Moleküle: So spannend kann Chemie sein
von Robert Winston
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super Einstieg in die Chemie für Kinder, 25. Januar 2014
Mein Sohn bekam dieses Buch kurz vor der ersten Chemiestunde geschenkt, weil da doch die Neugier groß war, worum es in dem neuen Schulfach so gehen wird. Und nachdem wir es jetzt ein paar Monate haben, kann ich sagen, dass es insgesamt sehr gut geeignet ist, das Interesse von Kindern an diesem Thema zu wecken.

Was ich an diesem Buch wirklich gelungen finde, ist, dass den Kindern auf ansprechende Weise vermittelt wird, dass Chemie einfach überall und in allem ist. Oft findet man in der Umgangssprache ja die Unterscheidung zwischen "Chemie" und "Natur". Doch mit dieser Vorstellung räumt das Buch gründlich auf, wenn es in bunten Bildern und knappen Texten darstellt, dass wir selbst, ein Hund, unser Essen oder simple Haushaltsgegenstände aus denselben Elementen bestehen.

Natürlich werden die häufigsten Elemente einzeln vorgestellt. Man erfährt, wo sie vorkommen und welche Eigenschaften sie haben. (Kapitel "Wir sind Sterne!", 26 Seiten) Schön ist die "Übersicht der Elemente" (10 Seiten) gegen Ende des Buches, weil sie einige der Ordnungsprinzipien im Periodensystem erkennen lässt. Ergänzt wird das Ganze durch einen geschichtlichen Überblick von der Alchemie zur modernen Chemie (Kapitel "Am Anfang", 20 Seiten) und ein recht umfangreiches Glossar, in dem die wichtigsten Fachbegriffe erklärt werden.

Reaktionsgleichungen oder Informationen über Laborarbeit fehlen. Das Buch will ein bunter, unterhaltsamer Einstieg in das Thema sein, kein Lehrbuch. Dieser Überblick ist aber durchweg gelungen und macht beim Schmökern richtig Spaß.


Das Alleswisser-Buch: Fakten, Rekorde, Top10
Das Alleswisser-Buch: Fakten, Rekorde, Top10
von Dorling Kindersley Verlag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Volltreffer!, 23. Januar 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Dieser bunte Bildband war bei meinem 14 jährigne Sohn ein Volltreffer. Und nicht nur bei ihm, die anderen Familienmitglieder klauen ihn durchaus, wenn er irgendwo rumliegt. Man schlägt irgendwo auf - und findet nahezu auf jeder Seite Ansprechendes, Interessantes und viele Fakten und Zahlen, die man auch als Erwachsener noch nicht kannte.

Die Themen sind vielseitig:
- Wissenschaft: Weltraum, Geologie, Dinos, Biologie, Medizin, Erdkunde
- Technik
- Geschichte
- Kultur

Jede Doppelseite hat ein abgeschlossenes Thema. Jede ist anders, bunt gemixt und mit Informationen vollgestopft. Oft sind auch Hochformat und Querformat gemischt, so dass man das Buch auch mal drehen muss, um alle Texte einer Seite zu lesen. Das wirkt oft etwas unruhig, unstrukturiert, fast wie eine überfüllte Pinnwand zum jeweiligen Thema.
Wenn man etwas im Buch gelesen hat, erkennt man aber sehr wohl sich wiederholende Strukturen im Wirrwarr, zum Beispiel den Kasten "Spannende Geschichte", in dem immer die historische Entwicklung des Fachgebietes dargestellt ist. Oder die Fakten-Box, in der verblüffende Tatsachen zum Thema gesammelt sind. Oder die "Wusstest Du das?"-Box, oder die "Zahlen-Box". Die Texte sind knapp, informativ und verständlich; das Bildmaterial top.

Dies ist die Sorte Buch, die man zum Schmökern gerne mit auf's Klo nimmt (bis von außen jemand protestiert), nicht unbedingt zum Durchlesen von vorne bis hinten. Lieber zum Aufschlagen und Blättern. Partywissen, zum Teil, aber immer hochinteressant.

Ideales Mitbringsel für Kinder ab etwa 10, die vielseitig interessiert sind oder deren genaue Themen man nicht so gut kennt. Auch für Lesemuffel, weil Bild und Text ansprechend ausgewogen sind. Und sogar für Erwachsene.

Legen Sie es aufgeschlagen in eine Zimmerecke. Es wird nicht lange liegenbleiben... =)


Homöopathie: Nichts drin - nichts dran?
Homöopathie: Nichts drin - nichts dran?
von Matthias Wischner
  Broschiert

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Reines Propagandamaterial, keine ehrliche Info-Broschüre, 31. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Im Vorwort versprechen die Autoren über das Buch "Es zeigt den Stand der Dinge, was Beweise und Studien angeht, redet nichts schön und verschweigt auch nichts." Hätten sich die Autoren an dieses selbstgesteckte Ziel nur gehalten!

Blättert man die wenigen Seiten (ich brauchte zum Lesen des gesamten Buches 4 Stunden, machte mir jedoch umfangreiche Notizen. Ohne Schreibarbeit hat man das Büchlein in weniger als 2 Stunden komplett durch), blättert man die wenigen Seiten durch, dann findet man nur wenige, nichtssagende echte Informationen - die für die Homöopathie unangenehmeren Fakten fehlen ganz. Als Beispiele für verschwiegene Fakten seien genannt:

- Die Schwächen der homöopathischen Arzneimittelprüfungen (alles, was passiert, wird als Folge des Mittels gedeutet, Korrekturen der Arzneimittelbilder finden nie statt und sind im Gedankengebäude der Homöopathie auch nicht vorgesehen) sowie der Fakt, dass diese in verblindeten Studien scheitern.
- dass es sich bei den homöopathischen Komplexmitteln um ein von Hahnemann explizit abgelehntes Verfahren handelt, also definitiv _nicht_ um Homöopathie
- Es wird hemmungslos schöngeredet, bzw. verschwiegen, was das Fehlen eines wissenschaftlichen Nachweises einer über Placebo hinausgehenden Wiksamkeit nach 200 Jahren intensiver Bemühungen um einen solchen _wirklich_ bedeutet.
- Es werden nur einige wenige positive Studien erwähnt. Außer der Shang-Studie werden keine Studien mit für die Homöopathie negativen Ergebnissen erwähnt, obwohl diese zahlreich vorhanden sind.
- Die Erstreaktion wird auf eine Wirkung des Homöopathikums zurückgeführt. Es bleibt unerwähnt, dass es sich um den natürlichen Krankheitsverlauf unter Placebo handelt.
- Last but not least: Mit keinem einzigen Wort erwähnen die Autoren, dass die Grundpfeiler der Homöopathie bestens gesicherten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen.

Manchmal werden die unangenehmen Fakten auch als "Vorurteil" "weniger Kritiker" einfach lächerlich gemacht. Das Autorenduo schreckt weder vor dem Vergiften des Brunnens (z.B.: der Hinweis auf den Placebo-Effekt sei nur ein K.o.-Argument, das zum Ersticken der Diskussion diene (S.48) oder das komplette Schlechtreden der medizinischen Studie als Wirksamkeitsnachweis (S.25)) oder dem Verwenden falscher Analogien zurück (z.B. S.52: Die Shang-Studie im Lancet wird mit hypothetischen Vergleichen mit Psychopharmaka ins Lächerliche gezogen und als Glaubensfrage deklariert; S. 40 die hypothetische Wirkweise der Homöopathika wird mit Entwicklungshilfe erklärt; S. 47 Vergleich mit der Quantenmechanik, der unterschlägt, dass die Vorhersagen der QM experimentell bestens bestätigt sind)

Wäre das in einem Sachbuch allein schon schlimm genug, so haben die Autoren in erschreckend zahlreichen Fällen keine Hemmungen, die Faktenlage schlicht und ergreifend falsch darzustellen. Als schwerwiegendste Beispiele seien genannt:

- S. 44: Der Medizin wird ohne Begründung unterstellt, nur Symptome zu unterdrücken, nicht die Krankheitsursache anzugehen (ein Dr. med sollte es eigentlich besser wissen, erschreckend!)
- S.46/47: Es wird behauptet, das häufigste Argument der Kritiker sei <<Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis darüber, wie die Homöopathie wirkt.>>. Das ist schlichtweg falsch. Der Hauptgrund, homöopathische Hochpotenzen als reine Placebos zu sehen ist, dass eine spezifische Wirksamkeit dieser Hochpotenzen über den Placeboeffekt hinaus fundamental und umfangreich den in den letzten 200 Jahren gewonnenen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen würde und dass eine solche spezifische Wirksamkeit auch nie eindeutig nachweisbar war. Die Annahme, homöopathische Hochpotenzen seien mehr als Placebos, ist damit im besten Popperschen Sinne als _widerlegt_ zu betrachten. Das ist etwas völlig anderes, als die Behauptung, man habe für ein nachweisbares Phänomen nur noch keine Erklärung.
- S.49/50/51: Es werden nicht haltbare Einwände gegen die Shang/Egger-Studie vorgebracht. Andere negative Studien und die schlechte Gesamtstudienlage überhaupt werden dagegen verschwiegen.
- S. 53: Es wird behauptet: "In der wissenschaftlichen Diskussion gibt es bereits seit längerem Ansätze, die davon ausgehen, dass die randomisierte, placebokontrollierte Studie für homöopathische Mittel nicht geeignet ist." Das ist schlichtweg falsch. Solche Stimmen kommen ausschließlich aus Richtung der Homöopathen, die sich mit der schlechten Studienlage nicht abfinden wollen. Wissenschaftler außerhalb der Homöopathielobby weisen jedoch einstimmig darauf hin, dass die medizinische Studie verfahrensunabhängig Ergebnisse misst, also sehr wohl auch die Homöopathie so untersucht werden könnte.
- S. 56 Es wird behauptet, bei Säuglingen und Tieren sei eine Placebo-Wirkung auszuschließen. Es ist wirklich erschreckend, dass hier ein Dr. med solche falschen Behauptungen über den Placeboeffekt verbreitet. Dieser ist sowohl bei Haustieren als auch bei Kleinkindern/Säuglingen bestens nachgewiesen.
- S. 56 Es wird behauptet, wenn bereits eine konventionelle Behandlung oder eine mit anderen Homöopathika erfolglos verlief, unter den (neuen) Kügelchen aber Besserung eintritt, so sei ein Placebo auszuschließen. Auch hier ist es erschreckend, dass sich ein Dr. med zu solchen Äußerungen hinreißen lässt. Hat dieser Mann denn nie etwas von natürlichen Krankheitsverläufen gehört? Von Regression zur Mitte? Und ja, auch hier von Placebos, wenn man Vertrauen in einen verständnissvollen neuen Therapeuten entwickelt und die Krankheit besser zu tragen lernt.
- S.57 Es wird behauptet, man könne die Wirksamkeit der Homöopathie an den Erfolgsgeschichten zur Homöopathie ablesen. Wieder eine Falschinformation, die aus dem Mund eines Dr. med völlig unverständlich ist. Er muss doch wissen, dass es solche Erfolgsgeschichte für alle möglichen, heute als unsinnig erkannten Verfahren gibt. Er muss doch wissen, dass man über die Wirksamkeit eines Verfahrens erst urteilen kann, wenn man betrachtet hat, wie oft es im Vergleich nicht geholfen hat und wie es im Vergleich Patienten erging, die anders behandelt wurden.
- S.64 Es wird behauptet, es gäbe 2 diagnostische Stützen der Homöopathie: "Die Diagnose des richtigen Mittels wird durch das Gespräch mit dem Patienten gestellt. Die Diagnose der Krankheit erfolgt konventionell." Das ist schlichtweg falsch. Im Gedankengebäude der Homöopathie existieren keine Krankheiten im medizinischen Sinne. Die Homöopathie kennt keine Infektionen, keine Bakterien und keine Viren, einfach weil sie zu Hahnemanns Zeiten unbekannt waren. Die Homöopathie diagnostiziert nach Hahnemann ausschließlich über die Arzneimittelbilder.
- S. 65 Die Aussagen zu den Impfungen sind einfach nur als erschreckend zu bezeichnen, hier wird radikal schöngeredet. Die Faktenlage wird zudem falsch dargestellt. ("Hierzu ist zu sagen, dass langfristige Studien fehlen, um eine Angst vor Impfungen oder bestimmten Impfstoffen zu belegen." Richtig. Doch aus dem Fehlen von Belegen von Schädlichkeit einer nachweislich sinnvollen Methode zu folgern, man solle jedem sein eigenes Urteil zugestehen, ist unwissenschaftlich. Gibt es keinen Nachweis für eine Schädlichkeit, gibt es auch keinen rationalen Grund, eine solche anzunehmen oder gar als schwerwiegender zu beurteilen als den nachgewiesenen Nutzen.)

Dies nur eine knappe Zusammenfassung der wirklich wichtigsten Fehler, Falschaussagen und fehlenden Fakten im Buch. Eine komplette Darstellung würde den Rahmen einer Rezension sprengen. Ich werde aber im Verlauf der nächsten Tage einige der genannten Punkte für Interessierte in Kommentaren noch ausführlicher und mit Quellenangaben besprechen.

- Ach ja: Quellenangaben scheinen den Autoren fremd zu sein. Man findet nicht eine einzige im gesamten Buch.

Fazit: Die Autoren liefern hier eine leicht lesbare, knappe Propagandaschrift für den Patienten, der sich schon vorher entschlossen hat, die Homöopathie anzuwenden, die Gegenargumente aus dem Bekanntenkreis aber noch aus dem Hinterkopf verdrängen möchte. Insgesamt ist es erschreckend, zu welchen Falschdarstellungen ein studierter Dr. med fähig ist, wenn er in seiner Praxis nur Homöopathie an Mann/Frau bringen möchte. Allein aufgrund dieser Tatsache ist das Buch ein empfehlenswertes Anschauungsmaterial dafür, wie sehr das pseudowissenschaftliche Heilverfahren der Homöopathie doch naturwissenschaftliches Denken zu untergraben in der Lage ist.
Kommentar Kommentare (13) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 19, 2014 11:12 PM CET


MixMe Relax 2014
MixMe Relax 2014

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner Farbmix, 8. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: MixMe Relax 2014 (Kalender)
Unser viertes Jahr mit einem "MixMe"...
Das Konzept gefällt uns sehr gut: Anstatt eines vorgegebenen Kalenderblattes pro Monat, stellt man hier das Motiv selbst zusammen. Jedes der 12 Kalenderblätter ist vertikal dreigeteilt. Man kann also einen beliebigen linken Teil mit einem bliebigen Mittelteil und einem beliebigen rechten Teil je nach Stimmung, Lust und Laune kombinieren. Macht bei uns meistens mein Sohn mit viel Hingabe. Ich mag die Idee, weil man Motive, die einem nicht so gut gefallen, ganz vermeiden kann und nicht einen Monat lang anschauen muss, vor allem aber, weil immer ein ungewöhnlicher Gesamteindruck entsteht.

Letztes Jahr hatten wir den MixMe "Stille", bei dem die Motive Ton in Ton gehalten waren. Das ist bestimmt sehr stimmungsvoll, erschien mir aber auf die Dauer gerade für dieses Konzept ungeeignet, weil langweilig. Deshalb musste dieses Jahr unbedingt ein farbenfrohes Teil her. Und das ist bei "Relax" der Fall, obwohl es sich trotzdem um Ruhe ausstrahlende Naturmotive handelt.

Es gibt Bachkiesel in Grautönen, Farne in kräftigem Grün, roten Mohn, leuchtend gelbe Sonnenblumen, lila Lavendel, goldenes Gras, Windlichter im Bach, Muscheln im Sand, Windspiele aus Muscheln, Ranken und verschiedene rauschende Bäche. Damit sind Motive und Farben wieder deutlich unterschiedlicher als letztes Jahr. Ich finde die Auswahl der Bilder in diesem Kalender für das Konzept dieses Jahr sehr gelungen und freue mich aus's Mixen...


Bioledex RODER LED Spot E14 R50 6.5W 470Lm Warmweiss
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Wird angeboten von DEL-KO GmbH
Preis: EUR 11,49

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Ersatz für meine 40W Reflektorlampen, 29. Oktober 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Im Kinderzimmer meines Sohnes haben wir in der Deckenleuchte 3 40W E14 Reflektorlampen in der Art von Osram Reflektorlampe R50 E14 35° 40W . Und natürlich sollen diese schon seit einiger Zeit durch stromsparendere LED-Lampen ersetzt werden. Nur habe ich bisher keine gefunden, die für die Bedürfnisse im Kinderzimmer wirklich ausreichend gut waren.

Die Lampen sollten in der Leuchte vernünftig aussehen und ähnlich hell sein wie die bisherigen 40W Lampen, damit mein Sohn nicht im Halbdunkel sitzen muss. Das Licht sollte natürlich Wohnraumansprüchen genügen, also nicht zu kalt oder gar bläulich wirken. Und das Hauptproblem bei allen LEDs, die ich bisher probierte: Der Abstrahlwinkel sollte groß genug sein, damit das Licht nicht zu spotartig wird und nur einzelne Bereiche des Zimmers ausgeleuchtet werden. Gerade an diesem letzten Kriterium scheiterten auch Marken LEDs.

Diese hier erfüllt alle Ansprüche. Das Licht ist kaum von dem der ursprünglichen Reflektoren zu unterscheiden. Wenn überhaupt, dann ist es minimal kühler, aber in keiner Weise unangenehm oder gar bläulich. Es ist absolut nicht zu dunkel, wenn überhaupt, dann sogar minimal heller als meine alten 40W Reflektoren - ein Effekt, mit dem ich nicht gerechnet hatte. Und es leuchtet den Raum erheblich gleichmäßiger aus, als alle LEDs, die ich bisher testete. Es entstehen keine dunklen Ecken im Raum. Dimmbar ist sie laut Packung nicht, aber das brauche ich im Kinderzimmer auch nicht.

Mit diesem Licht kommt mein Sohn bestens zurecht - und wir verbrauchen statt 120W nur noch knapp 20W pro Stunde. Wenn sie jetzt noch so lange hält, wie versprochen, kommt mir vorerst keine andere Lampe mehr ins Kinderzimmer.


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