wintersale15_70off Hier klicken Karnevals-Shop Reduzierte Hörbücher zum Valentinstag Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More madeinitaly Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip WSV
Profil für Utimaus > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Utimaus
Top-Rezensenten Rang: 1.329
Hilfreiche Bewertungen: 1431

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Utimaus "Utimaus" (München)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-12
pixel
13 unerklärliche Dinge: Die faszinierendsten wissenschaftlichen Rätsel unserer Zeit
13 unerklärliche Dinge: Die faszinierendsten wissenschaftlichen Rätsel unserer Zeit
von Michael Brooks
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

1.0 von 5 Sternen Ein ganz schlechtes Buch, wenn man sich seriös informieren möchte, 28. Januar 2016
Michael Brooks schreibt spannend, flüssig und unterhaltsam. Seine Ausführungen sind kurzweilig. Das kann man aber auch über die Bildzeitung sagen.

Wer ein Sachbuch über aktuelle offene Fragen der Forschung kauft, der erwartet üblicherweise aber mehr als nur einen fesselnden Sprachstil.

Wer sich wirklich Zeit nimmt, sich in wissenschaftliche Fragestellungen einzulesen, der möchte in aller Regel auch seriös informiert werden. Die in einem Buch enthaltene Information sollte verständlich, korrekt und nicht ideologisch vorselektiert präsentiert werden.

Im Gegensatz zur Bildzeitung zählt in einem populärwissenschaftlichen Sachbuch eben nicht nur die gute Story, sondern auch die korrekte Information des Lesers. Und leider versagt Michael Brooks hier eklatant. Nein, nicht erst in den letzten Kapiteln.

Das Buch ist durchgehend ein Galileo-Gambit. Um welches Thema es auch geht: Der Außenseiter wird mit seiner These als der tapfere Heroe verkauft, der mutig idealistisch Belege sammelt gegen die verkrustete Doktrin des Mainstreams.

Ja, richtig: Alle großen wissenschaftlichen Ideen fingen einmal so an. Das heißt aber eben nicht(!), dass jeder Außenseiterthese der Zugang in die Ruhmeshalle der Naturwissenschaften sicher ist - aber genau diesen Eindruck vermittelt Brooks hier.

Sein Stilmittel: Das gekonnte Weglassen von Information. Der große Richard Feynman hat einmal über wissenschaftliches Arbeiten in seinem "Cargo Cult Science" geschrieben: "Zusammenfassend ist die Idee, zu versuchen alle Informationen offen zu legen, um anderen zu ermöglichen, den Wert Ihres Beitrags zu beurteilen; also nicht nur die Informationen, die das Urteil in die eine oder andere Richtung lenken."

Hätte sich Brooks nur an diese Anweisung gehalten, das Buch wäre besser geworden. Wir erfahren aber nirgends, warum denn die Mehrheit der Wissenschaftler von der einen Sache überzeugt ist, von der anderen aber nicht. Wir folgen überall nur den Argumenten der Außenseiter - und sind verblüfft, warum sie scheinbar nicht gehört werden. Gegenargumente und Beobachtungen, die gegen verworfene Ideen sprechen, werden einfach nicht oder - schlimmer - sogar falsch wiedergegeben.

Ich komme selber aus der Astrophysik und kenne die Diskussionen um die Dunkle Materie und Dunkle Energie, die das erste Kapitel ausmacht deshalb ein wenig. Gerade dieses Kapitel wird in den meisten Rezensionen ja noch positiv besprochen. Als Physiker sehe ich, dass das unverdient ist. Brooks enthält uns hier ganz wesentliche Beobachtungsdaten vor, Argumente, die bereits 6 Jahre vor der Ersterscheinung dieses Buches auf dem Tisch lagen; Argumente, die sogar bereits erstmals angedeutet waren in Fachartikeln, auf die sich Brooks an anderer Stelle bezieht - die er also kannte(!). Trotzdem werden die Punkte, die seiner Darstellung widersprechen mit keinem Wort erwähnt.

Da genauere Darstellung dieser Punkte eine Rezi sprengen würde, werde ich einen Kommentar an meine Rezi hängen, in dem ich Ihnen die vollständigen Daten zur Verfügung stelle, damit Sie selbst sehen, was ich meine.

Mir ist unbegreiflich, wie ein laut Biographie in Physik ausgebildeter Wissenschaftsjournalist ein Buch vorlegen kann, das derart verzerrende und falsche Aussagen verbreitet. Über einzelne Fachgebiete der Naturwissenschaft wie über wissenschaftliches Arbeiten allgemeiner. Mein Eindruck ist, dass da ein überzeugter Globuli-Anwender ein paar Extra-Kapitel suchte, die nichts mit dem ihm wirklich am Herzen liegenden Thema zu tun haben, die aber richtig aufbereitet, das von ihm entworfene Bild dogmatischer Wissenschaftler vervollständigen. In diesem Falle würden die ersten 12 Kapitel als Vorspiel für das letzte - die Homöopathie - verständlich.

Gerade in diesem letzten Kapitel zeigt Brooks, dass er die Behauptungen der Homöopathen an keiner Stelle kritisch hinterfragt; er spricht gar von gesicherten Aussagen, dreht munter die Beweislast und zeigt mehrfach ein eklatantes Fehlverständnis naturwissenschaftlicher Arbeitsweise. Auch zu diesem Kapitel hänge ich einen Kommentar an, in dem ich genauer beschreiben möchte, wo die Fehler und Auslassungen liegen.

Fazit:
Das Buch ist sehr bedauerlich, denn eine Sammlung offener Fragen der Naturwissenschaft kann tatsächlich hochspannend und interessant sein. Denn ja: Vielleicht finden wir an einigen dieser offenen Punkte Hinweise darauf, wo wir einen Schritt zurück müssen, um zwei nach vorne tun zu können.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier nicht das Aufzählen offener Fragen kritisiere - im Gegenteil. Und ja, Wissenschaft wird von Menschen gemacht. Und jedem Menschen fällt das Aufgeben seiner begründeten Überzeugungen schwer. Deswegen dauert es auch unter Wissenschaftlern immer einige Zeit, bis sich die Ideen, die die Beobachtungen am besten erklären durchsetzen. Auch hier: Kein Zweifel.

Doch sollte man doch so fair sein, und auch die Beobachtungen und Begründungen nennen, die gegen die hier beworbenen Behauptungen sprechen und sie dem Leser nicht vorenthalten. Einfach wesentliche Informationen wegzulassen, nur dass man ein wenig die Wissenschaftler als ach so doof und dogmatisch darstellen kann - das ist halt kein seriöser Wissenschaftsjournalismus.

Die Homöopathie überhaupt in eine solche Sammlung aufzunehmen, ist Unsinn - ebenso gut hätte man die Astrologie oder die Alchemie aufnehmen können. Dass die Homöopathie hier als krönender Abschluss gewählt wird, hätte eine Warnung sein können.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2016 10:02 PM CET


13 Things That Don't Make Sense: The Most Intriguing Scientific Mysteries of Our Time
13 Things That Don't Make Sense: The Most Intriguing Scientific Mysteries of Our Time
von Michael Brooks
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,50

1.0 von 5 Sternen Ein ganz schlechtes Buch, wenn man sich seriös informieren möchte, 24. Januar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Michael Brooks schreibt spannend, flüssig und unterhaltsam. Seine Ausführungen sind kurzweilig. Das kann man aber auch über die Bildzeitung sagen.

Wer ein Sachbuch über aktuelle offene Fragen der Forschung kauft, der erwartet üblicherweise aber mehr als nur einen fesselnden Sprachstil.

Wer sich wirklich Zeit nimmt, sich in wissenschaftliche Fragestellungen einzulesen, der möchte in aller Regel auch seriös informiert werden. Die in einem Buch enthaltene Information sollte verständlich, korrekt und nicht ideologisch vorselektiert präsentiert werden.

Im Gegensatz zur Bildzeitung zählt in einem populärwissenschaftlichen Sachbuch eben nicht nur die gute Story, sondern auch die korrekte Information des Lesers. Und leider versagt Michael Brooks hier eklatant. Nein, nicht erst in den letzten Kapiteln.

Das Buch ist durchgehend ein Galileo-Gambit. Um welches Thema es auch geht: Der Außenseiter wird mit seiner These als der tapfere Heroe verkauft, der mutig idealistisch Belege sammelt gegen die verkrustete Doktrin des Mainstreams.

Ja, richtig: Alle großen wissenschaftlichen Ideen fingen einmal so an. Das heißt aber eben nicht(!), dass jeder Außenseiterthese der Zugang in die Ruhmeshalle der Naturwissenschaften sicher ist - aber genau diesen Eindruck vermittelt Brooks hier.

Sein Stilmittel: Das gekonnte Weglassen von Information. Der große Richard Feynman hat einmal in seinem "Cargo Cult Science" geschrieben: "In summary, the idea is to try to give all of the information to help others to judge the value of your contribution; not just the information that leads to judgment in one particular direction or another."

Hätte sich Brooks nur an diese Anweisung gehalten, das Buch wäre besser geworden. Wir erfahren aber nirgends, warum denn die Mehrheit der Wissenschaftler von der einen Sache überzeugt ist, von der anderen aber nicht. Wir folgen überall nur den Argumenten der Außenseiter - und sind verblüfft, warum sie scheinbar nicht gehört werden. Gegenargumente und Beobachtungen, die gegen verworfene Ideen sprechen, werden einfach nicht oder - schlimmer - sogar falsch wiedergegeben.

Ich komme selber aus der Astrophysik und kenne die Diskussionen um die Dunkle Materie und Dunkle Energie, die das erste Kapitel ausmacht deshalb ein wenig. Gerade dieses Kapitel wird in den meisten Rezensionen ja noch positiv besprochen. Als Physiker sehe ich, dass das unverdient ist. Brooks enthält uns hier ganz wesentliche Beobachtungsdaten vor, Argumente, die bereits 6 Jahre vor der Ersterscheinung dieses Buches auf dem Tisch lagen; Argumente, die sogar bereits erstmals angedeutet waren in Fachartikeln, auf die sich Brooks an anderer Stelle bezieht - die er also kannte(!). Trotzdem werden die Punkte, die seiner Darstellung widersprechen mit keinem Wort erwähnt.

Da genauere Darstellung dieser Punkte eine Rezi sprengen würde, werde ich einen Kommentar an meine Rezi hängen, in dem ich Ihnen die vollständigen Daten zur Verfügung stelle, damit Sie selbst sehen, was ich meine.

Mir ist unbegreiflich, wie ein laut Biographie in Physik ausgebildeter Wissenschaftsjournalist ein Buch vorlegen kann, das derart verzerrende und falsche Aussagen verbreitet. Mein Eindruck ist, dass da ein überzeugter Globuli-Anwender ein paar Extra-Kapitel suchte, die nichts mit dem ihm wirklich am Herzen liegenden Thema zu tun haben, die aber richtig aufbereitet, das von ihm entworfene Bild dogmatischer Wissenschaftler vervollständigen. In diesem Falle würden die ersten 12 Kapitel als Vorspiel für das letzte - die Homöopathie - verständlich.

Gerade in diesem letzten Kapitel zeigt Brooks, dass er die Behauptungen der Homöopathen an keiner Stelle kritisch hinterfragt, spricht gar von gesicherten Aussagen, dreht munter die Beweislast ("Given more than two centuries, science has failed to show that homeopathy is bunkum.") und zeigt mehrfach ein eklatantes Fehlverständnis naturwissenschaftlicher Arbeitsweise. Auch zu diesem Kapitel hänge ich einen Kommentar an, in dem ich genauer beschreiben möchte, wo die Fehler und Auslassungen liegen.

Fazit:
Das Buch ist sehr bedauerlich, denn eine Sammlung offener Fragen der Naturwissenschaft kann tatsächlich hochspannend und interessant sein. Denn ja: Vielleicht finden wir an einigen dieser offenen Punkte Hinweise darauf, wo wir einen Schritt zurück müssen, um zwei nach vorne tun zu können.
Ich möchte noch einmal betonen, dass ich hier nicht das Aufzählen offener Fragen kritisiere - im Gegenteil. Und ja, Wissenschaft wird von Menschen gemacht. Und jedem Menschen fällt das Aufgeben seiner begründeten Überzeugungen schwer. Deswegen dauert es auch unter Wissenschaftlern immer einige Zeit, bis sich die Ideen, die die Beobachtungen am besten erklären durchsetzen. Auch hier: Kein Zweifel.
Doch sollte man doch so fair sein, und auch die Beobachtungen und Begründungen nennen, die gegen die hier beworbenen Behauptungen sprechen und sie dem Leser nicht vorenthalten. Einfach wesentliche Informationen wegzulassen, nur dass man ein wenig die Wissenschaftler als ach so doof und dogmatisch darstellen kann - das ist halt kein seriöser Wissenschaftsjournalismus.

Die Homöopathie überhaupt in eine solche Sammlung aufzunehmen, ist Unsinn - ebenso gut hätte man die Astrologie oder die Alchemie aufnehmen können. Dass die Homöopathie hier als krönender Abschluss gewählt wird, hätte eine Warnung sein können.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 28, 2016 9:41 PM CET


Der Glaube an die Globuli: Die Verheißungen der Homöopathie (suhrkamp taschenbuch)
Der Glaube an die Globuli: Die Verheißungen der Homöopathie (suhrkamp taschenbuch)
von Norbert Schmacke
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Konsequent, schlüssig und verantwortungsvoll weitergedacht, 11. Dezember 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Anders als der Buchtitel es vermuten lässt, geht es in dem vom Bremer Professor für Gesundheitswissenschaften Norbert Schmacke herausgegebenem Buch, keineswegs allein um die Homöopathie allein. Sie nimmt lediglich einen zentralen Punkt ein. Schmacke geht es hier jedoch um weit mehr als Homöopathiekritik.

Das Buch enthält 5 einzelne und recht unabhängig voneinander lesbare Fachartikel verschiedener Autoren (und eine umfangreiche Literaturliste):

- Der Arzt und Philosoph Uwe Heyll beschreibt im ersten Kapitel sehr treffend die psychologischen Faktoren, die das Wesen alternativer Verfahren ausmachen, entlarvt die „mythologischen Behandlungskonzepte“ und ihren rituellen bzw. inszenatorischen Charakter und benennt die einzelnen Mythen, die die verschiedenen Verfahren transportieren.
- Norbert Schmacke selbst schreibt im zweiten Kapitel eine umfassende Kritik der Homöopathie. Ganz hervorragend wird darauf eingegangen, dass Globuli als Placebos zwar harmlos sind, der Glaube an sie jedoch keineswegs. Seine Argumentation gipfelt in den 2 zentralen Forderungen des Buches: Ein Ende der gesetzlichen Sonderregelungen für die „besonderen Therapierichtungen“ und zurück zu mehr Patientenorientierung in der Medizin
- Im dritten Kapitel gehen Norbert Schmacke und Edzard Ernst arbeiten heraus, wie groß auch in der anthroposophischen Lehre die Diskrepanz zwischen Forschungsergebnissen und Patienten gegenüber gemachten Versprechungen bei der anthroposophischen Misteltherapie bei Krebs ist
- Im vierten Kapitel geht es um die wichtige Forderung einer verbesserten Arzt-Patientenbeziehung in der Medizin. Es geht um das Ziel der gemeinsamen Therapiefindung in ausführlichen Gesprächen zwischen Therapeut und Patient.
- Im letzten Kapitel werden Probleme, Grenzen aber auch Bedeutung der evidenzbasierten Medizin herausgearbeitet.

Das Buch wendet sich allein vom akademischen Sprachstil aber auch von den Argumenten her an ein Fachpublikum: Ärzte, Apotheker, Dozenten und alle Mitglieder der Entscheidungsgremien bei Kassen und Behörden. Es ist weniger für den privaten Globulifan geschrieben, sein Inhalt wäre für diesen aber sicher ebenfalls lesenswert.

Was mir ganz besonders gefallen hat, ist, dass Schmacke endlich einmal ein Buch vorlegt, das der üblichen Homöopathiediskussion entwachsen ist. In seinem Buch geht es nicht mehr um die Frage, __ob__ denn Globuli Placebos sind. Es geht um die logischen, moralischen und notwendigen Forderungen, die sich aus der Tatsache, dass es sich um Placebos handelt, für die Praxis im Gesundheitswesen ergeben. Hier ist zusammengefasst, was denn eigentlich Politik, Wissenschaft und Ärzte tun müssen, wenn wir die Konsequenz aus unserem bestens gesicherten Wissen ziehen:

Heftige Kritik übt Schmacke an der Politik – nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Politiker schaffen überall unter dem Einfluss der Hersteller und der Beliebtheit der spirituellen Verfahren beim Wahlvolk gesetzliche Sonderregelungen für die „besonderen Therapierichtungen“. Diese schaffen einen Schutzraum für Globuli & Co, so dass diese in Apotheken stehen und von Kassen bezahlt werden – ohne dass die Mittel je Wirkungsnachweise erbracht haben.

„Die Bevölkerung sollte nur wissen, dass die Privilegierung der besonderen Behandlungsverfahren in krassem Widerspruch zu den Grundsätzen des Sozialgesetzbuches und der klinischen Forschung steht.“ (S 125)

„Für Deutschland liegt der Schlüssel zu einer Aufhebung der 2-Welten-Lehre in der medizinischen Versorgung ausschließlich beim Gesetzgeber. Nur er kann die unsinnige Doktrin von besonderen Therapierichtungen beenden.“ (.S. 138)

Schmacke fordert ebenfalls ein Ende der „Pathologischen Forschung“ zu den genannten Verfahren, die nur dem Zweck dient, der Bevölkerung eine Wissenschaftlichkeit vorzugaukeln, die in Wahrheit nicht vorliegt. Schmacke arbeitet an mehreren ganz und gar nicht harmlosen Beispielen heraus, wie hanebüchen vorgelegte Arbeiten zur Homöopathie eigentlich sind.

Besonders deutliche Kritik übt er hier an Wurster und die Clinica St. Croce, sowie an Frass und seiner Wiener Gruppe, über deren Studie zur Homöopathie bei Krebs er explizit schreibt: „Sprache und Inhalt des genannten Artikels sind aus wissenschaftlicher Sicht indiskutabel, aber bei nicht wissenschaftlichen Lesern wird der Eindruck erweckt, man sei eigentlich nah dran am Beleg, dass Homöopathie Krebs heilen kann. Und genau darin liegt das Ziel solcher Publikationen.“ (S.95)

„Es wird Zeit für die Wissenschaft damit aufzuhören, der Alternativmedizin das Trittbrettfahren zu erlauben. (…) Dass Schwerkranken in Deutschland vorgegaukelt werden darf, man könne Krebs und Schlaganfälle durch homöopathische Präparate heilen, wirft einen tiefen Schatten auf alle begonnenen Bemühungen um eine differenzierte Ermittlung von Nutzen und Schaden in der Medizin.“ (S. 138/139)

Gerade die letzten beiden Kapitel, die ganz unabhängig von den alternativen Verfahren Forderungen an eine moderne Medizin beschreiben, zeigen aber auch, dass sich die Autoren bewusst sind, dass die selbsternannten „Alternativen“ auch deshalb so erfolgreich sind, wie sie Sehnsüchte des Patienten befriedigen, die von der Medizin im Moment nicht ausreichend ernst genommen werden.

„ Gute Medizin muss sich den heute international verwendeten kritischen Bewertungen stellen (…). Dass dazu auch gehört, die Erwartungen und Gefühle von Kranken in Erfahrung zu bringen, sollte längst selbstverständlich sein. Das ist die zentrale Botschaft an die Medizin (…). Dieser Fährte gehört die Zukunft, statt Gedankengebäuden des frühen 19. Jahrhunderts anzuhängen.“ (S. 147)

Ein insgesamt ungemein wichtiges Buch, von dem nur zu hoffen ist, dass es möglichst viele Entscheidungsverantwortliche in Politik und Universitätsverwaltungen auch lesen werden. Unter Laien wird es wegen der akademischen Sprache vermutlich nur zu wenig Anklang finden.


Genusswandern mit der Münchner S-Bahn: 30 Touren. Mit GPS-Daten. (Rother Wanderbuch)
Genusswandern mit der Münchner S-Bahn: 30 Touren. Mit GPS-Daten. (Rother Wanderbuch)
von Eduard Soeffker
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele familientaugliche Ausflugsvorschläge, 9. August 2015
Rein zufällig in einer Münchner Buchhandlung entdeckt und sofort mitgenommen - zum Glück! Mein Sohn wandern in den Sommerferien gerne, haben aber kein Auto zur Verfügung. Hier finden wir - obwohl wir schon viel "rumgekommen" sind - tatsächlich noch ein paar neue Vorschläge für lohnende Touren.

30 Touren sind insgesamt beschrieben. Zu jeder Wanderung gibt es eine ausführliche Wegbeschreibung. Schöne Bilder machen Lust, den Weg auszuprobieren. Dazu gibt es praktische Informationen, die die Planung erleichtern:
- Ausgangs- und Endpunkt der Wanderung, also welche Bahnhöfe angesteuert werden
- Empfehlungen für die jeweils günstigste Fahrkarte von der Innenstadt aus
- geschätzte Gehzeit
- Höhenunterschied
- Distanz (Die Längen der Touren variieren von unter 8 Kilometern bis etwa 20 Kilometern. Bei längeren Wegen gibt es mitunter die Möglichkeit nur einen Teil der Strecke zu gehen)
- Anforderungen des Weges und empfohlene Ausrüstung dafür
- Einkehrmöglichkeiten

Entsprechend dem Titel des Buches finden sich bei allen Wanderungen Hinweise auf Einkehrmöglichkeiten. Dabei wird ein einfacher Kiosk am Badestrand genauso erwähnt, wie ein lohnendes Restaurant.

Besonders gut gefällt mir an diesem Buch, dass einige der Touren mit anderen, für Kinder interessante Aktivitäten verknüpft werden.
So haben wir wegen des schönen Wetters der letzten Woche 2 Wanderungen gemacht, auf denen wir an Badestränden am Wörthsee und am Weßlinger See vorbei kamen. So konnten wir unsere Wanderung jedesmal mit einer längeren Badepause verbinden.

Es gibt Wanderungen, die man mit einer Bootsfahrt am Ammersee verbinden kann (von Herrsching nach Stegen) oder mit einem Besuch der Roseninsel im Starnberger See (am Starnberger See entlang nach Tutzing). Oft geht ein Stück des Weges auf Waldlehrpfaden oder führt an interessanten Orten vorbei (dem Ebersberger Aussichtsturm, Schloss Blutenburg oder dem Buchheim Museum beispielsweise).

Auch Vorschläge für Spaziergänge durch die Stadt findet man hier, die mit erfreulich kurzer Anreise angesteuert werden können. Zum Flaucher beispielsweise oder quer durch den Englischen Garten zum Aumeister oder entlang der Würm. Daneben finden sich auch Ausflüge nach Wolfratshausen, Erding oder Freising.

Hier hat man wirklich darauf geschaut, dass die vorgeschlagenen Wege abwechslungsreich sind, so dass das Wandern auch Spaß macht.

Tipp: Die etwas knappen Karten ergänze ich immer am "Tag davor" durch einen Blick auf die recht aktuellen Karten des BayernAtlas, die kostenlos im Web zu finden sind.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 14, 2015 11:18 AM MEST


Philips PerformerPro FC9197/91 Staubsauger (EEK A, XXL-Beutel, HEPA13) schwarz
Philips PerformerPro FC9197/91 Staubsauger (EEK A, XXL-Beutel, HEPA13) schwarz
Preis: EUR 159,99

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Philips PerformerPro FC9197/91: Auf Hartböden Top, auf Teppich Flop, 29. Juni 2015
Was macht man, wenn am Samstag Nachmittag der Staubsauger nach treuem Dienst sein Leben aushaucht?
Man rennt in die Stadt und kauft sich das Nachfolgemodell.
In diesem Falle erlebt man dann nach dem Kauf ein paar Überraschungen...

----------- Fazit in Kürze: -------------

Auf Hartböden aller Art eine klare Empfehlung. Die gummierten Rollen und die Bürsten vorne gleiten wunderbar effektiv und schonend über den Boden. Macht richtig Spaß.
Auf Teppichen wird das Saugen zwar nicht weniger effektiv, aber anstrengender, denn die Düse hoppelt entweder oder saugt sich fest.
Wer viele Teppiche in der Wohnung hat, der sollte daher unbedingt zum Modell mit Turbodüse greifen.
Denn diese ist - und das ist einer meiner Hauptkritikpunkte - nicht nachträglich als Ersatzteil einzeln erhältlich.

---------- In Länge -------------

Im Vergleich zum Vorgänger (auch Performer Pro) ist der neue Staubsauger angenehm leiser und stromsparender.
Mit der Saugleistung bin ich absolut zufrieden. Ich benutze ihn meist auch auf Hartböden in der mittleren Einstellung für Teppiche.
Mitgeliefertes Zubehör: Fugenritze, Polsterdüse und Parkettdüse.

Auf Hartböden ist der Staubsauger eine wahre Freude und eine klare Kaufempfehlung. Die gummierten Rollen gleiten einfach wunderbar sanft. Die spezielle Hartbodendüse habe ich noch nicht einmal ausprobiert. Ich habe keinen Bedarf, es ist auch so sanft genug.

Wenn Sie nur Hartböden in Ihrer Wohnung haben, können Sie jetzt aufhören zu lesen.
Mein Problem mit dem Staubsauger ist nämlich, dass ich einer dieser verwegenen Staubsaugerkäufer bin, der es wagt, Teppiche in seiner Wohnung zu haben...

Im Kinderzimmer habe ich einen kurzen Veloursteppich. Mit dem kommt der Sauger in der "Teppich-Einstellung" einigermaßen gut zurecht. Allerdings merke ich, dass sich in der für Teppiche gedachten mittleren Einstellung die TriActiveMax-Düse schon etwas festsaugt auf dem Teppich. Das Vorschieben der Düse ist deshalb spürbar anstrengender als mit meiner alten Turbodüse, die unten Bürste und Rollen hatte. Es geht einigermaßen, wenn man die Leistung nicht zu hoch einstellt. Beim Zurückziehen hoppelt die TriActiveMax-Düse. Wirklich saugen kann der Sauger also nur beim Vorwärtsschwung. Man muss dadurch über jede Stelle doppelt so oft drüber, als wenn beide Bewegungen effektiv saugen würden. Aber wenn man sich Mühe gibt (Kraft) und gründlich ist (entsprechend öfter hin- und herschiebt), ist das Ergebnis genauso gut, wie mit meinem alten Sauger mit Teppichbürste.

Dumm ist das Wohnzimmer. Da habe ich einen Teppichboden in kurzer Schlingenqualität und darauf liegen dichte, flauschige Knüpfteppiche. Eigentlich ein ideales Testgelände für Staubsauger wegen der vielen unterschiedlichen Teppiche ;-)
Und hier versagt der Sauger halt doch ziemlich. Anders kann ich es nicht nennen.

Auf dem festen Schlingen-Teppichboden saugt sich die Düse einfach fest, selbst dann wenn ich die Leistung auf 1/4 senke (und weniger geht einfach nicht mehr, wenn ich "saugen" will). Die Düse saugt sich fest und ich brauche ordentlich Kraft für jede Vor- und Zurückbewegung. Dazu stöhnt die Düse laut wie ein Asthmatiker in seinen letzten Zügen.
Kurz: Geht nicht, ich muss den Teppichboden mit der "Hartboden"-Einstellung saugen. Dann geht es (wenn auch immer noch "leicht asthmatisch"). Allerdings packt er dann Haare nicht. Die werden verwurschtelt und in Abständen als kleine Haarknäuel auf dem Teppich abgelegt. Ich sammle sie dann per Hand ein.
Die Brücken gehen wieder nur mit der Teppich-Einstellung. Auch da hoppelt der Sauger in der einen Schubrichtung. Das Ergebnis ist hier aber wieder ganz gut.

Mein Mann hat eine leichte Hausstauballergie und versichert mir nach nunmehr 3 Wochen, dass er keinen Unterschied zum Vorgänger bemerkt, also keine großen Probleme hat in der Wohnung. Von daher bin ich also zufrieden. Nur ist das Saugen halt anstrengender geworden auf meinen Teppichen.

Da ich den Sauger im Laden gekauft habe, wusste ich beim Kauf nichts davon, dass er auch mit Turbodüse angeboten wird. Ich habe deshalb beim Kauf einfach gehofft, dass entweder die TriActiveMax-Düse auch auf meinen Teppichen tut oder dass meine alte Teppichdüse vom Vorgängermodell noch auf das Rohr passt. Immerhin ist es ja derselbe Hersteller...

Aber nein: Die Marketingabteilung hat mitgedacht und den Rohrduchmesser um etwa 1,5 mm geändert. Das alte Zubehör passt nicht mehr auf das neue Modell; der Kunde muss nachkaufen, was er haben möchte. Klar, Philips will ja auch leben.

Dumm nur, dass die Marketingabteilung vergessen hat, dem Kunden dann auch das passende Zubehör zum Kauf anzubieten.
Nachdem ich auf amazon kein passendes Zubehörteil entdecken konnte, habe ich mich direkt an den Philips Kundenservice gewandt.
Dort bekam ich ganz offiziell die Auskunft: "Vielen Dank für ihre Anfrage. Leider müssen wir ihnen mitteilen, das für das Gerät leider keine Powerdüse zur Verfügung steht."

Hallo? Ihr verkauft hier auf amazon das Modell auch mit Turbodüse (wie ich leider zu spät feststellen musste) und ich kann das Teil nicht nachkaufen???
Hier steht ein Kunde mit Teppichen in seinem Zuhause, der bereit ist, Geld für Staubsaugerzubehör auszugeben, um leichter seine Teppiche zu saugen - und Ihr lasst ihn stehen? Geschäftstüchtig ist anders.
Ich muss sagen, dieser Punkt hat mich richtig verärgert. Ich werde jetzt versuchen, einen passenden Aufsatz von einem No-Name-Hersteller zu finden, der auf das Rohr passt.

Wenn ich einen habe, schreibe ich das in einen Kommentar hier unter die Rezi.


Homöopathie neu gedacht: Was Patienten wirklich hilft
Homöopathie neu gedacht: Was Patienten wirklich hilft
von Natalie Grams
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

105 von 114 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Radikale Neudefinition, nicht als Arzneimittellehre, sondern als Gesprächstherapie, die in der Praxis keine Chance haben wird, 19. Mai 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Ärztin Natalie Grams führte bis vor kurzem eine homöopathische Privatpraxis in Heidelberg. Nun findet sich auf der Homepage ihrer Praxis der Hinweis „Durch die Arbeit an meinem Buch "Homöopathie neu gedacht" habe ich meine homöopathische Tätigkeit jedoch aufgegeben.“ Das macht neugierig auf dieses kleine Büchlein.

Was sie letztlich abliefert ist über weite Teile eine recht realistische Einschätzung der Homöopathie geworden. Eine „Denkschrift“, wie sie es selbst nennt, die ihr mit Sicherheit viel Überwindung gekostet hat, auch wenn das Resultat nicht in wirklich allen Punkten kritisch genug ist. Sie hat ihre eigenen Erfahrungen und Methoden, obwohl in ihrer Praxis erfolgreich angewandt, hinterfragt. Sie hat zum großen Teil ihre Meinung geändert, auch dort, wo es schmerzte. Das ist nicht leicht und das schafft nicht jeder. Allein diese Leistung ist ein Grund, sich mit den hier zusammengestellten Gedanken zu beschäftigen: An ein paar Stellen werde ich ihr widersprechen, ihre Gedanken kritisieren; ich werde aufzeigen, dass wichtige Aspekte unbeachtet bleiben.

Aber insgesamt muss man hier eine klare Leseempfehlung aussprechen – sowohl an die Anwender der Homöopathie (also Patienten und Therapeuten), wie auch an ihre Kritiker.

In insgesamt 5 Kapiteln versucht Natalie Grams die Homöopathie neu zu erfinden. Denn genau darum geht es ihr: Klar darzustellen, welche von Hahnemanns Annahmen heute verworfen werden müssen. Gleichzeitig möchte sie herausarbeiten, warum sich viele Patienten zur Homöopathie hingezogen fühlen und dort mitunter auch bei chronischen Beschwerden Besserungen erleben. Und was sie dort unter optimalen Randbedingungen (i.e. ein vernünftiger Therapeut) bekommen können, was die Medizin zumindest in der aktuell praktizierten, das Arzt-Patientengespräch abwertenden Arbeitsweise, nicht leisten kann.

Ausgehend von ihren eigenen Erfahrungen möchte sie Wege aufzeigen, wie ihrer Meinung nach die Homöopathie als sinnvoll angewendetes Verfahren in eine naturwissenschaftlich fundierte Medizin zu integrieren sei. Mit diesem Balanceakt setzt sie sich also gewissermaßen zwischen die Stühle – und muss nun damit rechnen, von Homöopathen und Skeptikern kritisiert zu werden.

Besonders Homöopathen und die Hersteller der Globuli werden alles andere als begeistert sein, denn Natalie Grams verwirft zentrale Kernaspekte der Homöopathie:

- Die Homöopathie ist keine Arzneitherapie. Die Globuli sind lediglich Placebos, im besten Falle Träger einer individuellen Autosuggestion.
- Die traditionelle Herstellung der Globuli (Potenzierung) verwirft sie komplett.
- Die Theorie der Ähnlichkeit wird als wiederlegt verworfen
- Den Begriff der ‚Lebenskraft‘ behält sie bei, jedoch nicht als postulierten Fakt, sondern lediglich als dem Laien intuitiv zugängliche Vorstellung im Sinne von Vitalität oder subjektiv empfundener Lust am Leben. Keineswegs im Sinne Hahnemanns.
- Die Redeweise von einer ‚feinstofflichen Energie‘ im menschlichen Körper und im menschlichen Dasein, ist falsch
- Die homöopathische Arzneimittelprüfung ist wissenschaftlich ebenfalls nicht haltbar und ebenfalls zu verwerfen.

Das ist eine radikale Absage an alles, was für Homöopathen die Homöopathie ausmacht. Von ihrem Selbstverständnis her ist die Homöopathie nun einmal eine Arzneimittellehre. Das Eingeständnis, dass homöopathische Globuli alle gleichwertig sind, ist eine Katastrophe für die Hersteller und ihre Millionenumsätze mit dem verschieden beschrifteten Zucker.

Scharfsinnig arbeitet die Autorin heraus, was Edzart Ernst in seinen Vorträgen mitunter als ‚Minipsychotherapie‘ bezeichnet. Der Patient darf sich in der Anamnese aussprechen. Er kann unter guter, möglichst nicht lenkender Gesprächsführung des Homöopathen in sich hineinhorchen und bis zu dem vorstoßen, was Natalie Grams als die Kernempfindung des Patienten bezeichnet. Selbsterkenntnis als Basisvoraussetzung für das Einleiten einer Lebensveränderung. „Ziel der Anamnese ist es, den Patienten zu bisher unbewussten Empfindungen hinzuführen, indem man ihm seine Aussagen möglichst unverfälscht zurückspiegelt und bewusst nicht lenkend eingreift. (…) Ähnliches ist aus der Psychotherapie bekannt, zum Beispiel das aktive Zuhören…“ (S. 50) Die Globuli tragen für den Patienten autosuggestive Bedeutung, aber keine ihnen darüber hinausgehende arzneiliche Wirkung. Der Patient erinnert mit jeder Einnahme unbewusst die ‚Aha-Erlebnisse‘ des Gespräches.

Ebenso vernünftig begründet die Autorin hier, warum so viele Patienten einfach ein gutes Gefühl bei der Homöopathie haben. Im Anamnesegespräch darf der Patient auch ungewöhnliche, subjektive Eindrücke schildern ohne belächelt zu werden. Neben dem zwischenmenschlichen Aspekt ermöglicht dies nicht selten eine ganz neue Wahrnehmung des Problems. Und das Ganze auch noch ohne das von vielen Patienten als diskriminierend empfundene Label der psychologischen Behandlung bei körperlichen Symptomen. Hier sieht Frau Grams eine Daseinsberechtigung für die Homöopathie als eine Art psychologischer Gesprächstherapie, ohne den Patienten zu einer Psychotherapie überreden zu müssen. "Die Homöopathie ermöglicht im besten Fall das, wonach sich viele Patienten sehnen: eine individuelle, empathische Beratung mit dem Ziel, den Patienten als ganzen Menschen zu sehen." (S.10)

Im letzten Kapitel schlägt die Autorin folgerichtig vor, die Homöopathie ganz anders als bisher nicht mehr als Arzneimittellehre, sondern als Gesprächstherapie zu integrieren. Entsprechend schlägt sie vor, Studien nur noch durchzuführen, um einordnen zu können, welchen Nutzen die Anamnesegespräche für den Patienten auf der emotionalen und geistigen Ebene haben. Die jetzt Millionen an Forschungsgeldern verschlingenden sinnlosen Bemühungen, eine Überlegenheit der Globuli über Placebo nachzuweisen, sind dagegen einzustellen.

Trotz einiger Schnitzer gerade im letzten Kapitel, wenn es um neue Forschungsfragen geht, dürften Naturwissenschaftler mit der von Frau Grams neu gedachten Variante der Homöopathie weit weniger Schwierigkeiten haben, als Homöopathen selbst: Mit ihrer Bewertung der Homöopathie als Methode der Gesprächsführung, mit der man unter Umständen auch Patienten erreicht, die eine psychologische Therapie nicht durchführen würden, mit ihrem Hinweis auf die bestehende Geringschätzung dieses Gesprächs innerhalb der Medizin, legt Natalie Grams die Finger in eine tatsächlich bestehende (und auch von Kritikern der Homöopathie oft betonte) Wunde des Gesundheitswesens. Und ich stimme ihr zu, dass es überdenkenswert ist, viele Patienten in einer Art "aktiven Zuhörens", wie sie es beschreibt, dort abzuholen, wo sie stehen.

Wo sehe ich Kritikpunkte an den hier vorgestellten Überlegungen?

Wie fast alle Homöopathen und Patienten ‚ihre eigene‘ Variante der Homöopathie praktizieren, so scheint das auch Natalie Grams in ihrer Praxis getan zu haben. Sie hat sich aus der Empfindungsmethode nach Sankaran das herausgenommen, was für sie Sinn machte. Mir scheint, sie hat ihre Anamnesegespräche immer eher als eine Art des ‚aktiven Zuhörens‘ durchgeführt. Die gelebte Praxis der Homöopathie ist meist eine ganz andere.

- Das vielbeschworene 'ursächliche Behandeln' der Erkrankung ist nicht selten ein esoterischer Kontext, keineswegs eine psychologisch zu verstehende ‚Kernempfindung‘. Nicht selten wird der Krankheit eine karmische Bedeutung zugesprochen, eine Krise, die man durchleben müsse. Deutungen dieser Art sind keineswegs positiv zu sehen, weil sie dem Patienten nicht selten zumindest unterschwellig die Schuld an seiner Erkrankung geben.

- Eine ‚Kernempfindung‘ liegt keineswegs bei allen Patienten vor, die ein Homöopathikum einnehmen möchten, sondern kommt höchstens bei Patienten mit chronischen Beschwerden in Frage. Ein Kind, das bei jedem blauen Fleck von seiner besorgten Mutter Globuli bekommt, braucht keine Veränderung der Lebensweise. Nicht jeder Schnupfen bedeutet, dass der Patient ein ‘Kernproblem‘ hat. Mir fehlt im Buch die explizite Schlussfolgerung, dass diese Globulisierung der Gesellschaft sinnlos ist.

- Man darf nicht vergessen, dass es Homöopathen – auch Ärzte – gibt, die aus ihrem homöopathischen Blickwinkel heraus höchst gefährliche Ratschläge geben. Eltern wird eingeredet, dass es ein Zeichen für das Anschlagen eines Medikamentes sei, wenn sich die Symptome ihres Kindes nach der Gabe der Globuli verschlechtern. Eine bedenkliche Fehlinformation. Zahlreiche Bücher reden Eltern ein, man könne homöopathisch auch ernsten Erkrankungen vorbeugen, man müsse deshalb also nicht impfen. Beispiele wären die Bücher von Kate Birch oder Ravi Roy. Letzterer empfiehlt auch die homöopathische Reiseapotheke. Die Liste der lebensgefährlichen Empfehlungen lässt sich fortsetzen über Malaria, Krebs, Ebola oder Sepsis.

Im Buch von Natalie Grams hören wir von dieser Schattenseite der Homöopathie gar nichts. Sie existiert aber und wird zu Recht kritisiert. Frau Grams hat es bestimmt viel Überwindung gekostet, sich überhaupt derartig kritisch mit dem von ihr selbst praktizierten Verfahren auseinander zu setzen. Dem Blick auf diese Schattenseiten ist sie aber gänzlich ausgewichen. Homöopathie ist eben nicht nur das harmlose Verfahren mit den intensiven vertrauensbildenden Anamnesegesprächen. Sie ist leider auch ein von Esoterik durchzogener Dschungel gefährlicher Ratschläge. Und auch von diesen müsste sich die Homöopathie rigoros und vollständig distanzieren, wollte man sie als Verfahren der Gesprächsführung innerhalb der Medizin ernst nehmen.

Im Fazit lässt sich also sagen, dass Natalie Grams einen interessanten Blick auf die Homöopathie wirft, der nicht in allen Punkten der homöopathischen Praxis bis zum Ende gedacht ist. Die homöopathischen Arzneien bewertet sie allerdings sehr realistisch. So realistisch, dass ihre Kollegen das Buch wohl nach Herzenslust ignorieren werden, um weiterhin die Homöopathie als Arzneimittellehre betreiben und bewerben zu können.

Es ist zu hoffen, dass zumindest viele Patienten das Buch lesen. Von mir trotz der genannten Kritikpunkte eine klare Leseempfehlung.
Kommentar Kommentare (30) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 8, 2016 3:54 AM CET


Impf-Frei: Homöopathische Prophylaxe & Behandlung von Infektionskrankheiten. Ein Ratgeber für Therapeuten und Laien von Birch. Kate (2011) Gebundene Ausgabe
Impf-Frei: Homöopathische Prophylaxe & Behandlung von Infektionskrankheiten. Ein Ratgeber für Therapeuten und Laien von Birch. Kate (2011) Gebundene Ausgabe

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Buch, das zeigt, dass Homöopathie nicht harmlos ist, 26. Dezember 2014
"Ein praktischer Ratgeber für die homöopathische Behandlung und Vorbeugung von Infektionskrankheiten. " heißt es in der Buchbeschreibung.

Es drängt sich natürlich schon die Frage auf, warum eine Beschreibung der homöopathischen Therapie all dieser (in keiner Weise auf die leichte Schulter zu nehmenden) Erkrankungen überhaupt notwendig ist - wäre die homöopathische Prophylaxe ausreichend wirksam.

Von diesem Gedanken ausgehend drängt sich weiter die Frage auf, warum ich der Autorin die Beschreibung der Therapie glauben soll, wenn sie mich bei der Prophylaxe darüber im Dunkeln lässt, dass sowohl DZVHÄ als auch Hersteller von Homöopathika explizit darauf hinweisen, dass ein Ersetzen einer echten Impfung durch Homöopathie nicht möglich ist.

Warum soll ich der Autorin die Beschreibung der Grundprinzipien der Homöopathie glauben, wenn ihr selbst nicht auffällt, dass eine homöopathische Prophylaxe eben diesen Grundprinzipien widerspricht?

In § 32 Organon heißt es klipp und klar: "Jede wahre Arznei wirkt nämlich zu jeder Zeit, unter allen Umständen auf jeden lebenden Menschen und erregt in ihm die ihr eigenthümlichen Symptome ..."

Ein Gesunder, der Homöopathika zu sich nimmt, muss also Symptome entwickeln. Diejenigen Symptome, die das eingenommene Mittel laut homöopathischer Vorstellung zu heilen vermag.
Gibt die Homöopathie dieses Grundprinzip auf, führt sie sich selbst ad absurdum: Auf diesem Prinzip basiert die homöopathische Arzneimittelprüfung - die wiederum Grundlage der Arzneimittelbilder und damit jeder einzelnen Mittelwahl ist.

Deshalb: ENTWEDER kann man die Homöopathie prophylaktisch anwenden ODER man kann am Gesunden Arzneimittelprüfungen durchführen.

Beides zu behaupten ist wieder einmal einer der vielen inneren Widersprüche dieses vollkommen überschätzen und deshalb schon lange nicht mehr harmlosen Placebos.

Schlimm genug, dass Homöopathen Eltern mit ihren unhaltbaren Behauptungen verunsichern. Noch schlimmer jedoch, dass sie die Leser, die laut Buchbeschreibung ""doch umfassend informiert"" werden sollen auch noch in falscher Sicherheit wiegen. Tatsächlich sind Homöopathika KEIN Impfersatz. Wie gesagt, darauf weist sogar der Hersteller der Arzneien, DHU, extra auffällig auf seiner Webseite hin. (Link auf die Homepage der DHU hänge ich als Kommentar an.)

In roter Schrift steht hier der Disclaimer: "Ein direkter Ersatz einer Impfung durch homöopathische Arzneimittel ist nicht möglich!"

Man sollte doch meinen, dass sich der Hersteller das Geschäft nicht selbst vermiesen würde, wenn am "homöopathischen Impfen" was dran wäre. Zumal die DHU ja keine Hemmungen hat, ihre Mittel ohne Disclaimer zur Therapie der Erkrankungen zu vertreiben - obwohl die Homöopathie auch hier nach wie vor jedweden Wirksamkeitsnachweis über Placebo hinaus schuldig geblieben ist.

Wie realitätsfremd und gefährlich die Behauptungen der Autorin eigentlich sind, sollte eigentlich jedem sofort auffallen, wenn man lesen muss, man könne Tollwut homöopathisch "behandeln". Tollwut ist eine zu 100% tödlich verlaufende Krankheit, wenn sie erst einmal ausgebrochen ist.

Ganz unabhängig von der Impfentscheidung: Eltern vorzugaukeln, es gäbe einen einfachen, nebenwirkungsfreien Ersatz, der in Wahrheit aber keiner ist, ist fahrlässig. Eltern müssen wenigstens wissen, dass sie ihre Kinder einem Infektionsrisiko aussetzen, wenn sie sie nicht impfen und sich nicht in falscher Sicherheit wiegen.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 4, 2015 11:19 PM CET


Tangle Teezer Original Lila/Pink, 1er Pack (1 x 1 Stück)
Tangle Teezer Original Lila/Pink, 1er Pack (1 x 1 Stück)
Preis: EUR 11,72

87 von 104 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kommt drauf an, was man gewohnt ist und was man erwartet, 21. Dezember 2014
In der Werbung werden Wunder versprochen. Wie halt immer.
Wunder bekommt man nicht, wie jedem klar sein sollte, der ein wenig realistische Erwartungen mitbringt.

Aber was leistet der TT wirklich? Auch im Vergleich zu anderen Bürsten.

Außer dem TT besitze ich einen handgeschliffenen wirklich grobzinkigen Kamm, eine grobe Bürste mit geschliffenen Holzborsten und eine Naturhaarbürste aus Wildschweinborsten. Und Haare, die etwa bis zum BH-Verschluss reichen mit einer leichten Naturwelle. Besonders im Winter verknoten die Haare im Nacken stark, wenn sie an Jackenkragen und Rollkragenpullovern reiben.

Was ich gesucht habe war also eine Bürste, die die Knoten sanfter löst als Kamm und Holzbürste mit starren Zinken, so dass weniger dabei ausgerissen werden. Gleichzeitig aber eine, die sie zuverlässiger löst als die weichen Wildschweinborsten.

Ganz ohne Ziepen? Nein. Kann gar nicht sein
----------------------------------------------------------

In gewisser Weise leistet der TT das auch, dass es ohne schmerzhaftes Ziepen gehen würde, ohne vorsichtiges Nachbürsten oder Unterstützung durch Entwirren mit den Fingern, ist aber nur in der Werbung so.

Eigentlich ist das logisch. Die Physik erzwingt es leider so. Ja, die lästige Physik bestimmt leider auch, was beim Haarebürsten passiert: Wenn ich mit der Bürste an eine verknotete Stelle im Haar komme, dann übe ich durch den Schwung meiner Hand eine Kraft auf den Knoten aus. Diese Kraft wirkt auf alle 3 beteiligten Komponenten: Den Knoten selbst, die Borsten meiner Bürste und die beteiligten Haarwurzeln. Und nichts, keine Bürste der Welt kann verhindern, dass diese Kraft auf alle 3 Komponenten wirkt. Es wird - mit egal welcher Bürste - immer die schwächste der 3 Komponenten nachgeben: Ist der Knoten nicht besonders fest, dann löst sich der Knoten. Das ist das Ereignis auf das man hofft - und mit glatten, gut gleitenden Borsten wahrscheinlicher machen möchte. Das ist hier auch gar nicht schlecht gelungen. Trotzdem habe ich immer die Kraftwirkung auf Borsten und Haarwurzeln. Die Haarwurzeln müssen also nach wie vor einen gewissen Zug aushalten. Und genau das ist das Ziepen. Das mag etwas weniger sein, wenn die Bürste gut rutscht, verschwinden kann es gar nicht. Ohne Zug kann man keine Knoten lösen.
Und bei zu festen Knoten geben die Borsten nach. Und der Knoten bleibt. Mindestens den Zug, bis sich die Borsten umbiegen wird man also spüren, wenn einmal feste Knoten im Haar sind. Zwangsweise.

Wie sieht er aus und wie fühlt er sich an?
----------------------------------------------------

Zunächst ganz ehrlich: Das Ding schaut billig aus. Plastik halt. Ich habe ihn in Barbie-Rosa, weil die anderen Farben gerade vergriffen waren. Stilvoll ist anders. Ist mir aber egal.
Ähnlich billig klingt auch das Bürsten: Es ist das gleiche Geräusch wie mit einer billigen Plastikbürste aus dem Ramschfach der Drogerie. Etwas zu profan um das hingebungsvolle Bürsten der Mähne zu einem feierlichen Moment zu machen. Mag manche Frau stören, mir ist es ziemlich egal.

Die Borsten haben keine Grate, sind aus biegsamen Silikon. So billig wie das ganze Ding auch ausschaut, der Bürstenteil sieht gut verarbeitet aus, weil aus einem Stück gegossen.

Der TT im Vergleich zu meinen anderen Bürsten und dem Kamm
----------------------------------------------------------------------------------

Im Vergleich zu meinem Kamm und meiner Holzbürste ziept der TT deutlich weniger und ich reiße mir auch weniger Haare damit aus. Jedenfalls wenn ich langsam arbeite. Wenn ich es eilig habe.... naja, sollte man bei langen Haaren ja auch nicht. Hier hilft eindeutig, dass die Borsten biegsam sind. Besonders starre Knoten lösen sich nicht. Ich arbeite sie dann vorsichtig mit den Fingern aus. Es hilft auch, nicht gleich die ganze Länge zu bürsten, sondern erst die Spitzen, dann die untere Hälfte, dann alles.

Im Vergleich zur Wildschweinbürste kann er doch mehr Knoten lösen als die sehr weichen Wildschweinborsten. Dafür fällt die haarreinigende Wirkung der Naturborste weg. Er kann also nicht die gleiche pflegende Wirkung auf die Haare entfalten, lässt sich aber auch leichter reinigen und sauber halten.

Mein Fazit
-------------

Mit Sicherheit etwas viel Hype, trotzdem eine brauchbare Bürste. Wer bisher nur mit Kamm oder einer Bürste mit starren Borsten (Holz, Hartplastik oder Draht) arbeitet, wird eine deutliche Verbesserung beim Ziepen wahrnehmen und weniger Haare aus- oder abreißen. An die Pflegewirkung einer Wildschweinborste kommt er nicht ran, kann eine solche also nicht ersetzen, sondern höchstens anstelle eines Kammes zum Entwirren ergänzen. Genauso benutze ich ihn jetzt. Und bin insofern auch zufrieden.


Impf-Frei: Homöopathische Prophylaxe & Behandlung von Infektionskrankheiten
Impf-Frei: Homöopathische Prophylaxe & Behandlung von Infektionskrankheiten
von Kate Birch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 39,00

8 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Ein Buch, das zeigt, dass Homöopathie nicht harmlos ist., 25. November 2014
"Ein praktischer Ratgeber für die homöopathische Behandlung und Vorbeugung von Infektionskrankheiten. " heißt es in der Buchbeschreibung.

Es drängt sich natürlich schon die Frage auf, warum eine Beschreibung der homöopathischen Therapie all dieser (in keiner Weise auf die leichte Schulter zu nehmenden) Erkrankungen überhaupt notwendig ist - wäre die homöopathische Prophylaxe ausreichend wirksam.

Von diesem Gedanken ausgehend drängt sich weiter die Frage auf, warum ich der Autorin die Beschreibung der Therapie glauben soll, wenn sie mich bei der Prophylaxe darüber im Dunkeln lässt, dass sowohl DZVHÄ als auch Hersteller von Homöopathika explizit darauf hinweisen, dass ein Ersetzen einer echten Impfung durch Homöopathie nicht möglich ist.

Warum soll ich der Autorin die Beschreibung der Grundprinzipien der Homöopathie glauben, wenn ihr selbst nicht auffällt, dass eine homöopathische Prophylaxe eben diesen Grundprinzipien widerspricht?

In § 32 Organon heißt es klipp und klar: "Jede wahre Arznei wirkt nämlich zu jeder Zeit, unter allen Umständen auf jeden lebenden Menschen und erregt in ihm die ihr eigenthümlichen Symptome ..."

Ein Gesunder, der Homöopathika zu sich nimmt, muss also Symptome entwickeln. Diejenigen Symptome, die das eingenommene Mittel laut homöopathischer Vorstellung zu heilen vermag.
Gibt die Homöopathie dieses Grundprinzip auf, führt sie sich selbst ad absurdum: Auf diesem Prinzip basiert die homöopathische Arzneimittelprüfung - die wiederum Grundlage der Arzneimittelbilder und damit jeder einzelnen Mittelwahl ist.

Deshalb: ENTWEDER kann man die Homöopathie prophylaktisch anwenden ODER man kann am Gesunden Arzneimittelprüfungen durchführen.

Beides zu behaupten ist wieder einmal einer der vielen inneren Widersprüche dieses vollkommen überschätzen und deshalb schon lange nicht mehr harmlosen Placebos.

Schlimm genug, dass Homöopathen Eltern mit ihren unhaltbaren Behauptungen verunsichern. Noch schlimmer jedoch, dass sie die Leser, die laut Buchbeschreibung ""doch umfassend informiert"" werden sollen auch noch in falscher Sicherheit wiegen. Tatsächlich sind Homöopathika KEIN Impfersatz. Wie gesagt, darauf weist sogar der Hersteller der Arzneien, DHU, extra auffällig auf seiner Webseite hin. (Link auf die Homepage der DHU hänge ich als Kommentar an.)

In roter Schrift steht hier der Disclaimer: "Ein direkter Ersatz einer Impfung durch homöopathische Arzneimittel ist nicht möglich!"

Man sollte doch meinen, dass sich der Hersteller das Geschäft nicht selbst vermiesen würde, wenn am "homöopathischen Impfen" was dran wäre. Zumal die DHU ja keine Hemmungen hat, ihre Mittel ohne Disclaimer zur Therapie der Erkrankungen zu vertreiben - obwohl die Homöopathie auch hier nach wie vor jedweden Wirksamkeitsnachweis über Placebo hinaus schuldig geblieben ist.

Wie realitätsfremd und gefährlich die Behauptungen der Autorin eigentlich sind, sollte eigentlich jedem sofort auffallen, wenn man in der Buchbeschreibung lesen muss, man könne Tollwut homöopathisch "behandeln". Tollwut ist eine zu 100% tödlich verlaufende Krankheit, wenn sie erst einmal ausgebrochen ist.

Ganz unabhängig von der Impfentscheidung: Eltern vorzugaukeln, es gäbe einen einfachen, nebenwirkungsfreien Ersatz, der in Wahrheit aber keiner ist, ist fahrlässig. Eltern müssen wenigstens wissen, dass sie ihre Kinder einem Infektionsrisiko aussetzen, wenn sie sie nicht impfen und sich nicht in falscher Sicherheit wiegen.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 4, 2015 7:32 PM MEST


Tefal FV 5340 Dampfbügeleisen Aquaspeed, 2400 Watt, 40g/min Dampfleistung, 140g/min Dampfstoß, Autoclean Bügelsohle, dunkelrot
Tefal FV 5340 Dampfbügeleisen Aquaspeed, 2400 Watt, 40g/min Dampfleistung, 140g/min Dampfstoß, Autoclean Bügelsohle, dunkelrot
Preis: EUR 49,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht schlecht, aber der Teufel liegt im Detail, 21. September 2014
Nach 3 Jahren hat mein letztes Tefal Dampfbügeleisen vor dem extrem kalkhaltigen Münchner Leitungswasser kapituliert. (In der Bedienungsanleitung wurde von destilliertem Wasser, Bügelwasser oder Ionentauschern abgeraten; es sollte ausdrücklich mit Leitungswasser befüllt werden...) Da ich mit dem alten Gerät im Grunde sehr zufrieden war, habe ich mir diese Woche nun das Nachfolgermodell zugelegt. Ich bereue den Kauf: das neue Bügeleisen kommt an die Qualität des alten nicht heran.

Im Einzelnen:

Positiv:

+ Das Gerät wirkt solide verarbeitet, die Beschriftung und Funktionen sind übersichtlich und eindeutig
+ Sohle: es gibt ausreichend und sinnvoll verteilte Dampflöcher; die Sohle gleitet gut, doch ist mein Eindruck, dass sie nicht so leicht über die Stoffe gleitet, wie die "UltraGliss"-Sohle meines alten Eisens. Es gibt mehr Falten, der Stoff weicht dem Eisen aus, es ruckelt leicht. Vielleicht gibt sich das aber noch, wenn die Sohle etwas läner im Gebrauch ist.
+ Der Dampfstoß kommt prompt und kräftig
+ In der Einstellung "Eco" gibt das Eisen gerade ausreichend und gleichmäßig Dampf ab
+ Das Gewicht ist in Ordnung. Nicht zu leicht und nicht zu schwer
+ Es gibt eine Selbstreinigungsfunktion über Dampfstöße. Diese hat beim letzten Eisen zumindest immer viele Kalkbrösel aus dem Gerät entfernt. Für extrem kalkhaltiges Wasser scheint sie jedoch nur bedingt ausreichend zu sein.

Nach diesen Punkten allein zu urteilen: Ein solides Bügeleisen ohne viel Schnickschnack. Wer nur einzelne Stücke bügelt, mag zufrieden sein. Eine Sicherheitsfunktion ("Auto-Abschaltfunktion") für den Fall, dass man beim Bügeln abgelenkt wird, hat das Eisen nicht. Nicht ideal, aber so lange man aufpasst auch kein Problem.

Der Teufel liegt jedoch im Detail. Es gibt einige, auf den ersten Blick recht geringfügige Problemchen, die das längere Bügeln dann doch überraschend unangenehm werden lassen:

1) Das Kabel ist mit 2 Metern Länge nicht wirklich großzügig. Der Bügeltisch muss schon sehr nah an der nächsten Steckdose platziert werden, damit das Kabel nicht bei einigen Bewegungen unangenehm spannt. Dass das Kabel doch recht steif ist, hilft auch nicht wirklich. Man fühlt sich leicht beengt.

2) Wirklich problematisch ist aber die Position des Druckknopfes für den Dampfstoß direkt unten im Griff. Wenn ich das Eisen bequem greife, dann ruhen mein Zeigefinger und mein halber Mittelfinger direkt auf dem Riegel, der den Dampfstoß steuert. Ich habe damit eigentlich nur die Wahl zwischen 3 unangenehmen Alternativen:
- Greife ich jetzt mit den Fingern wirklich zu, dann drücke ich fast permanent den Dampfstoßregler. Das will ich aber gar nicht und brauche ich ja auch nicht, wenn ich die Dampffunktion einschalte.
- Um nicht permanent den Regler zu drücken, muss ich entweder die ersten beiden Finger der Hand andauernd krampfhaft von der Taste fernhalten
- oder ich muss das Bügeleisen so weit hinten am Griff anpacken, wie nur möglich. Dann sitzt die Hand aber nicht mehr zentriert über dem Bügeleisen, sondern quasi am Heck, im hinteren Drittel. Man hat dann beim Führen des Bügeleisens wirklich schon ein recht unangenehmes Drehmoment, weil es nach vorne länger ist als gewohnt. Das kostet viel mehr Kraft im Handgelenk als ein Bügeleisen, das ich zentral halte.

Kurz: Durch die wirklich unangenehme Position dieser Taste auf der Unterseite des Griffes ist die bügelnde Hand immer irgendwie verspannt. Entweder in den Fingern oder im Handgelenk. Die Haltung ist keinen Augenblick bequem und auf Dauer (wenn man mehr zu bügeln hat) extrem lästig.

3) Das Bügeleisen haut erhebliche Teile des Dampfes in die Zimmerluft, nicht auf die Wäsche. Bei eingeschaltetem Dauerdampf gibt das Bügeleisen permanent etwas Dampf auf die Wäsche - doch in dem Moment, in dem man es senkrecht aufstellt, um die Wäsche anders hinzulegen, gibt es jedesmal sofort und unvermeidbar einen gigantischen, fauchenden Dampfstoß ab. In diesem Umfang habe ich das noch nie bei einem Bügeleisen erlebt. Der Eindruck ist irgendwie, dass ein Teil der Sohle erst beim Aufstellen mit dem Bügelwasser kurz in Berührung kommt und es so zu diesem absolut störenden Effekt kommt. Man möchte ja den Dampf nicht um die Ohren kriegen, sondern auf der Wäsche haben. Und wenn jedesmal, wenn ich das Eisen senkrecht stelle, eine riesige Dampfwolke verschwendet wird, dann kostet das unnötige Energie und ich muss den Wassertank viel öfter nachfüllen. Was sich die Hersteller bei dieser Konstruktion gedacht haben, ist mir ein Rätsel.

Besonders die letzten beiden Punkte machen die Benutzung schon unangenehm. Ich werde bei meinem alten Eisen jetzt noch einmal versuchen, den Kalk loszuwerden - und mich parallel nach meinem zukünftigen Bügeleisen umsehen. Dieses hier wird so schnell wie möglich zum Ersatzgerät degradiert. Schade, bei der soliden Verarbeitung hatte ich mehr erwartet.

Eine Anmerkung noch zum Schluss: Ein Punkt in der Bedienungsanleitung lässt mich verwundert zurück: Wie bei meinem alten Bügeleisen wird mir angeraten, Leitungswasser zu benutzen, weil destilliertes Wasser ungeeignet sei. Ich zitiere: "Verwenden Sie niemals destilliertes Wasser oder Wasser mit Zusätzen (...) oder Kondenswasser (...). Diese Arten von Wasser können organische Stoffe oder mineralische Elemente enthalten, die zum Ausspucken von braunen Flecken oder zum vorzeitigen Verschleiß des Geräts führen." Allerdings scheinen die Hersteller auch gemerkt zu haben, dass die Empfehlung, Leitungswasser zu nehmen, in Gegenden mit hartem Wasser zu kurzer Lebensdauer führt, selbst wenn man die Reinigungsfunktion regelmäßig anwendet, denn es heißt gleich daneben: " Wenn Ihr Wasser sehr kalkhaltig ist, muss das Leitungswasser in folgendem Verhältnis mit handelsüblichen destilliertem Wasser gemischt werden: 50% Leitungswasser - 50% destilliertes Wasser."
Ach? Erst darf ich "niemals" und dann soll ich immer zu 50%? Also entweder ist im destillierten Wasser was drin, was dem Eisen schadet, dann ist das auch noch drin, wenn ich den Tank nur zur Hälfte damit befülle - oder nicht. Aber so, wie diese beiden Sätze nebeneinander stehen, kann das nicht überzeugen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 17, 2014 3:44 PM CET


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-12