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Utimaus "Utimaus" (München)
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memo Wissen entdecken, Band 65: Fahrzeuge & Transport, mit Riesenposter!
memo Wissen entdecken, Band 65: Fahrzeuge & Transport, mit Riesenposter!
von Dorling Kindersley Verlag
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Technik ansprechend für (nicht zu) junge Leser aufbereitet, 19. Mai 2013
Kurz allgemein zum Aufbau dieser Wissensbuchreihe:
Die Serie "memo Wissen entdecken" bereitet in jedem Band ein Thema visuell ansprechend auf. Auf jeder Doppelseite wird ein anderer Aspekt des Hauptthemas beleuchtet. Im Vordergrund stehen dabei eindeutig die vielen Abbildungen. Es gibt einen kurzen Erklärungstext und viele klein geschriebene Bildunterschriften. Von Optik und Aufbau her ist die Reihe also sehr an die alte "sehen staunen wissen" Reihe angelehnt, eine Wissensreihe durchaus auch für den Lesemuffel, der nur Bildunterschriften liest.

Nun konkret zum Band "Fahrzeuge und Transport":

Mir hat schon beim ersten Durchblättern in der Buchhandlung die Vielseitigkeit dieses Bandes gefallen. Autos, Züge, Flugzeuge, Raketen, Motorräder, historische Darstellungen neben hoch modernen Maschinen - bei Kindern, die sich für Technik begeistern, kann man hiermit eigentlich nichts falsch machen. Dieser Eindruck hat sich bei mir auch nach genauerem Ansehen daheim gehalten. Das Buch ist auch nicht einfach eine Zusammenstellung einzelner Seiten aus anderen technischen Themenbänden dieser Reihe. Wir haben zum Beispiel auch den Band "Eisenbahnen" und ich habe nur eine einzige Abbildung gefunden (Querschnitt durch eine Dampflok), die in beiden Bänden vorkam. Die jeweiligen Doppelseiten waren dann aber schon wieder unterschiedlich aufgebaut.
Gut gefallen hat mir auch das umfangreiche technische Hintergrundwissen, das hier vermittelt wird. Fast überall findet man Querschitte durch die Motoren oder Detailerklärungen aus der Physik wie bei der Magnetschwebebahn oder beim Hubschrauberrotor. Daneben kommt aber auch der Nostalgiker auf seine Kosten, denn es gibt zahlreiche Abbildungen wundervoller alter Maschinen. Dem Buch geht es aber auch um die Bedeutung dieser Transportfahrzeuge für die Gesellschaft, was etwa auf der Seite "die Welt wird kleiner" dargestellt ist.
Insgesamt für mich ein gelungener Band der Reihe, der sich besonders zum gemeinsamen Schmökern mit den Kindern eignet. Zum alleine lesen ab 10, würde ich schätzen, wegen der vielen wirklich klein geschriebenen Texte; aber wie gesagt, das würde bedeuten, dass man die Gelegenheit für gemeinsames Eintauchen in das vielseitige Thema irgendwo verschenkt.

Der Inhaltsüberblick erübrigt sich inzwischen wegen des angebotenen "Blick ins Buch". Ergänzen möchte ich aber, dass meinem Sohn die Seite im Anhang "Rekordverdächtig" gut gefallen hat, auf der 16 verschiedenste Fahrzeuge in Zahlen vorgestellt werden, die irgendwie herausragende Werte haben. So findet man u.a. das größte Kreuzfahrtschiff, die teuerste Privatyacht, die schnellste Dampflokomotive, das schwerste Frachtflugzeug, aber auch das Objekt mit der weitesten Entfernung von der Erde (Voyager I)

Coole Zaubertricks
Coole Zaubertricks
von Joe Fullman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Für eine tolle Zaubershow, 16. Mai 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Coole Zaubertricks (Gebundene Ausgabe)
Mein Sohn liebt seit einiger Zeit Zaubertricks, meist mit Karten. Damit er seine Show durch ein paar andere Arten von Tricks ergänzen kann, bekam er dieses Buch, das er auch gleich begeistert studierte. Die ersten Münztricks haben wir jetzt vorgeführt bekommen und waren angemessen beeindruckt. Natürlich weiß man als Publikum, dass es ein Trick ist und mit ein wenig Nachdenken kommt man (als Erwachsener) meist auch drauf, wie er funktioniert hat, ein publikumswirksamer "Aha-Effekt" ist aber auf alle Fälle da. Der kleine Zauberer bekommt also seine Erfolgserlebnisse.

Das Buch ist unterteilt in 4 Kapitel a 14 Tricks
- Kartentricks
- Münz- und Seiltricks
- Fingerfertigkeit
- Gedankentricks

Für jeden einzelnen Trick ist ausführlich beschrieben
- was für Vorbereitungsarbeiten anfallen
- welche Techniken der Zauberer beherrschen muss (entsprechend dieser Fertigkeiten sind die Tricks in Schwierigkeitsgrade unterteilt; bei jedem Trick geben 1, 2 ... 5 Sterne an, wie schwer der Trick eingestuft ist)
- wie er funktioniert. Hierfür sind die einzelnen Schritte in Zeichnung und Bildunterschrift detailiert dargestellt. Die Texte und Bilder sind allgemein gut verständlich, auch für die Kinder. Bei einigen (wenigen) Tricks hätte ich mir dennoch noch eine Art "Lupe" in der Abbildung auf ein wichtiges Detail gewünscht. Geduld und ausprobieren ist hier manchmal gefragt.

Ergänzt wird jeder Trick durch einen "coolen Tipp" (worauf der Zauberer besonders bei der Durchführung achten muss). Bei vielen Tricks gibt es noch das Foto eines berühmten Magiers, ergänzt mit einer kurzen Anekdote aus der Welt der Magie. Das lockert nicht nur auf, es ermöglicht dem Zauberer auch, während seiner Show ein wenig davon weiter zu erzählen (was das Publikum einstimmt und ablenkt) und nicht zuletzt darf er/sie sich so schon ein wenig wie ein ganz "Großer" fühlen.

Insgesamt finde ich die Aufmachung ansprechend, übersichtlich und motivierend. Mein Sohn ist eigentlich ein überzeugter Lesemuffel, aber die knappen Bildunterschriften mit Ausblick auf die eigene Vorführung, das liest er. Und schließlich üben die Kinder auch mit solchen Texten das in der Schule so wichtige Textverständnis - ohne dass sie merken, dass sie etwas so Wichtiges üben ;-)

Die benötigten Materialien sind durchweg bei uns im Haushalt vorhanden (Münzen, Lineal, Plastikbecher, Klebeband, Schere, Papier, Nadel und Faden, Spülmittel...) oder zumindest leicht zu besorgen (leichter Plastikball, Banane, Weintrauben,...), was mich freut, weil so keine großen Zusatzkosten entstehen und mein Sohn gleich loslegen kann. Dies ist auch ein Vorteil gegenüber den Zauberkästen, bei denen die Zuschauer schneller manipuliertes Material als Erklärung des Tricks vermuten.

Die Altersangabe 8-9 halte ich eher für die untere Grenze, wenn die Kinder komplett allein zurecht kommen sollen. Auch 10 - 12 jährige haben bestimmt noch ihren Spaß.

In Sachen Homöopathie - eine Beweisaufnahme
In Sachen Homöopathie - eine Beweisaufnahme
Preis: EUR 9,78

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unvoreingenommen, sachlich fundiert, humorvoll: ideal für den fragenden Patienten, 29. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Ein promovierter Maschinenbauingenieur fängt an, Informationen über Homöopathie zusammenzutragen, als diese trotz bester Empfehlungen aus dem Bekanntenkreis bei seiner Frau nicht die geringste Wirkung zeigt. Er orientiert sich dabei an einem populären Standardwerk Homöopathie - Warum und wie sie wirkt: Heilwirkung und Anwendung der Globuli, Die zehn wichtigsten Konstitutionstypen, 180 bewährte Behandlungstipps. Das Standardwerk von Sven Sommer

Der Leser darf mit ihm die dort angeführten Erklärungen und Wirksamkeitsbelege sichten. Mit fundiertem naturwissenschaftlichen Verständnis, aber mehr noch mit dem analytischen, praktisch veranlagten Verstand des Ingenieurs werden die Grundprinzipien der Homöopathie unter die Lupe genommen. Historische Berichte werden hinterfragt und aktuelle Studien auf Stichhaltigkeit und Signifikanz überprüft. Komplett ausgeblendet werden im Buch Betrachtungen der homöopathischen Industrie, ihrer Lobbyarbeit, ihre Einflussnahme auf Gesetze und Gesundheitswesen und andere eher journalistische Themen.

Das Ganze ist auch für den absoluten Laien verständlich und nachvollziehbar dargestellt, unterhaltsam und teilweise sehr humorvoll geschrieben.

Besonders gefallen haben mir die Kapitel, in denen Aust die Arbeiten von Chikramane et. al. (Wirkstoffe in Hochpotenzen) widerlegt, sowie seine allgemeinen Betrachtungen zur Potenzierung und Dynamisierung. Auch seine Analyse der statistischen Signifikanz verschiedener Wirksamkeitsstudien ist durchweg lohnend.

Aust geht im ganzen Buch äußerst unvoreingenommen und sachlich mit den aufgestellten Behauptungen um. Dennoch kommt er nachvollziehbar immer wieder zu dem Ergebnis, dass Darstellungen so nicht korrekt oder zumindest zu positiv sind. Von den in Sommers Grundlagenwerk gemachten Behauptungen bleibt nichts mehr übrig – außer dem Beigeschmack, dass diese Aussagen dort doch dem Leser als überprüfte Fakten dargestellt worden waren.

Das Buch sollte durch Austs äußerst fairen Umgang mit der Thematik auch für Patienten geeignet sein, die grundsätzlich schon positive Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben, ihr nun aber genauer auf den Zahn fühlen wollen, ob wirklich etwas dran sein kann. Und natürlich ist es speziell auch für alle Leser von Sommers Ratgeber empfehlenswert.

Als Kommentar reiche ich eine detaillierte Inhaltsübersicht nach.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 3, 2013 7:04 AM MEST


WOW! Erde
WOW! Erde
von -
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

4.0 von 5 Sternen Reichbebildertes Lexikon über die Erde, 12. März 2013
Rezension bezieht sich auf: WOW! Erde (Gebundene Ausgabe)
Nachdem mein Sohn von WOW! Zahlen - Fakten - Rekorde begeistert war, gab es diesen Band jetzt als Geschenk von Oma und Opa.

Wow! Erde! ist ein umfangreiches, buntes und daher überaus ansprechendes Lexikon über alle möglichen Bereiche des Themas "Erde". Auf jeder Doppelseite ist ein Aspekt graphisch dargestellt. Es gibt einen kurzen Einleitungstext, der aber meist neben den vielen Bildern kaum auffällt. Die weitere Information steht dann in Bildunterschriften und Kästchen. Der Text ist also insgesamt knapp gehalten, enthält aber dennoch kompakt und fundiert unglaublich viel Wissenswertes. Gut für den Lesemuffel. Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf der Kraft der Bilder, was auch in einem Buch Sinn macht, das u.a. über Landschaftsformen, Gesteinsarten und andere geologische Phänomene berichtet. So hat der Leser immer vor Augen, worum es geht.

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich, wegen dem ich auch ein Sternchen abziehe: War es in unserem ersten Band der Reihe so, dass die graphische Darstellung immer etwas mit dem Inhalt der Doppelseite "zu tun" hatte, dass also die Art der Darstellung dabei half, etwas zu veranschaulichen, ist das hier nicht durchgängig so. An manchen Stellen ist es auch hier gut gelungen, an anderen wirkt die Anordnung der Inhalte etwas gezwungen, um nicht zu sagen "überladen". Diesen Eindruck hatte ich vor allem im Kapitel über Gesteine und Mineralien sowie im letzten Kapitel über die menschlichen Einflüsse. Zumindest ist es in diesen Kapiteln so, dass die Darstellung nicht unmittelbar dabei hilft, das Thema zu veranschaulichen. Fachlich korrekt und ansprechend sind aber auch diese Seiten, so dass es wirklich Jammern auf hohem Niveau ist.

Inhaltsübersicht:
Das Buch ist in 5 Hauptkapitel unterteilt:
1) Planet Erde
Hier wird die Position der Erde im Weltraum betrachtet, der Mond (samt schönem Überblick über das Apollo-Programm) und die Entstehung der Erde. Über den Aufbau der Erde wird übergeleitet zum Thema Plattentektonik, Erdbeben und Vulkanismus.
Eines meiner Lieblingskapitel im Buch. Hier gelingt die Veranschaulichung der Information perfekt, es stimmt das Verhältnis von Bild, Graphik und knappem, sachlichem Text.

2) Gesteine und Minerale
Sowohl Fundstücke wie auch Formationen in der Landschaft werden hier dargestellt. Am besten gefällt mir die Seite "Kreislauf der Gesteine", die von der Optik her an ein Brettspiel erinnert. Wie oben erwähnt finde ich in diesem Abschnitt aber auch einzelne Seiten weniger gelungen. Warum z.B. die "magmatischen Gesteine" als Skulpturen im New Yorker Central Park stehen, leuchtet mit nicht ein.

3)Wasser, Wetter, Klima
Wasserkreislauf, Eiszeiten, Ozeane, Atmosphäre, Unwetter
Außer der Darstellung des Wasserkreislaufes hauptsächlich eine beschreibende Sammlung verschiedenster Phänomene und Landschaften. Das Kapitel wirkt wie ein buntes Kaleidoskop.

4) Lebensräume
Geschichte des Lebens (wunderschön auf einem Ammoniten dargestellt: Die Spirale des Lebens, für mich eine der am meisten gelungenen, weil einprägsamen Darstellungen im Buch), Artenvielvalt, Riffe, Wälder, Steppen, Wüsten. Letztere jeweils sehr gut auf einer Weltkarte verzeichnet, so dass man schnell einen Überblick hat, wo auf dem Planeten z.B. die großen Wälder, wo die Wüsen liegen.

5) Einfluss des Menschen
Am beeindruckendsten finde ich hier das Foto des gebändigten Blumenfeldes, das die Kapitelüberschrift hinterlegt. Ansonsten geht es um Landwirtschaft, Städte, Industrie, Handel und Umweltschutz. Das Kapitel wirkt optisch etwas überladen auf mich, was aber vielleicht auch wegen des Themas gewollt ist.

Ein Glossar und ein knappes Register runden das Buch ab.

Fazit: Ansprechend und informativ und zum Thema äußerst umfangreich. Ab dem höheren Grundschulalter verständlich, da die Textmenge überschaubar ist.

Das große Bayern-Buch
Das große Bayern-Buch
von Christoph Bausenwein
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner Bildband für den Nachwuchsfan und den Fannachwuchs, 9. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Das große Bayern-Buch (Gebundene Ausgabe)
Nach einem solchen Buch habe ich schon etwas länger gesucht: Als Sohn zweier Bayernfans bekommt unser Sohn oft Anekdoten erzählt, kennt aber meist die darin vorkommenden Spieler nicht. Unsere Bücher über den FCB interessieren ihn auch wegen der auf Erwachsene abgestimmten Textmenge nicht (mein Sohn ist erklärter Lesemuffel). Hier passt alles: Bunte Aufmachung, viele Bilder, Textmenge schon für etwa 8 - 10 Jährige zu meistern.

Inhalt
- Überblicks(doppel)seite: Rekorde des FCB, natürlich mit Bildern der Pokale und mit Jubelbildern
- Überblicks(doppel)seite: Der Fußball und seine Wettbewerbe
Auf dieser Seite wird erfreulich rasch abgehandelt, was in anderen Fußballbüchern für Kinder meist zwingend ein eigenes Kapitel in Anspruch nimmt: Die Geschichte des Fußballs und eine Vorstellung der Wettbewerbe, in denen der FCB meist teilnimmt: Meisterschaft, DFB-Pokal und Europapokal. Da die meisten Kinder, die sich schon für einen bestimmten Verein interessieren, von diesen Wettbewerben automatisch schon gehört haben, finde ich es folgerichtig, dies hier sehr knapp darzustellen.

In den folgenden Kapiteln ist die Geschichte des FCB dargestellt
- Rothosen aus Schwabing: Der FC Bayern 1900 - 1965
- Das goldene Zeitalter: Der FC Bayern 1966 - 1976
- Krisen, Chaos und Triumphe: Der FC Bayern in den 1980er und 1990er Jahren
- "Forever Number One": Der FC Bayern von 2000 bis heute

Alle Kapitel sind ähnlich aufgebaut: Erzählt wird von Triumphen, spektakulären Spielen, aber auch tragischen Niederlagen; von Skandalen und Zeitgeist; von Trainern und Spielern. Die bekanntesten Spieler werden für jeden Zeitraum unter der Überschrift "die besten der Bayern" genauer vorgestellt.
Viele Bilder lassen die Geschichte lebendig werden. Für den Bayerfan ist jede Seite voller Erinnerungen...

Die letzten 22 Seiten sind dem Verein ganz allgemein gewidmet: Im Kapitel "Alles rund um den FC Bayern" wird die Entwicklung des Vereinslogos, die Spielstätten, das Gelände an der Säbener Straße, das Derby mit den 60ern, die Fans, die Vorstände, die Rekorde, die Nationalspieler, der Jugendfußball und die Frauenmannschaft betrachtet.
Das Buch endet mit einem (unvollständigem) Lexikon der Trainer und Spieler.

Für mich ein gelungener, ansprechender Bildband, ein tolles Mitbringsel für den jungen Bayernfan. Naturgemäß muss gesagt werden, dass man sich im Vorfeld erkundigen sollte, ob der FC Bayern auch "der richtige" Verein für das Kind ist, sonst könnte es trotz der schönen Machart passieren, dass das Buch gar nicht gut ankommt. Denn hier geht es nicht primär um Fußball, hier geht's um den FCB. Gerade das finde ich aber gut, denn Fußballbücher hat mein Sohn schon 3 und ich bin froh, dass hier nicht wieder erst einmal erklärt wird, was ein Stadion und was Abseits ist. Wer mit seinem Kind aber zusammen in Erinnerungen über den FCB schwelgen will, mit Bildern von Müller, Maier, Beckenbauer über Matthäus, Scholl, Elber bis hin zu Müller, Schweinsteiger und Gomez, der ist hier richtig.

Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin
Der große Bluff: Irrwege und Lügen der Alternativmedizin
Preis: EUR 9,99

28 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ernüchternde Analyse der esoterischen Ursprünge der Glaubensmedizin, 2. März 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Theodor Much gibt in seinem neuen Buch eine umfassende Darstellung der Zusammenhänge zwischen verschiedensten alternativmedizinischen Diagnose- und Behandlungsverfahren und der Welt der Esoterik – Zusammenhänge, die dem Patienten als medizinischem Laien so gar nicht auffallen.

Obwohl selbst Arzt (Dermatologe), holt er sich zur fachlichen Verstärkung als Co-Autoren Krista Federspiel (Medizinjournalistin und u.a. Mitautorin des Lexikons der Parawissenschaften), Ulrich Berger (Mathematikprofessor, GWUP Vorstand und Autor mehrerer Publikationen zum Thema Pseudowissenschaft sowie des scienceblogs "kritisch gedacht") und Edmund Berndt (Apotheker und Autor des Buches "Der Pillendreh"). Es ist also nicht erstaunlich, dass das Buch durchgehend äußerst gründlich und fundiert wirkt.

Much beginnt sein Buch mit dem Geständnis, früher selbst öfter – oft nach Anfrage durch den Patienten – alternativmedizinische, vor allem homöopathische Medikamente eingesetzt zu haben. Erst nach ausbleibendem Erfolg habe er angefangen, sich genauer mit den verschiedenen Verfahren zu beschäftigen. Nur durch dieses ausführliche Studium sei ihm klar geworden, dass die Verfahren gar keine Wirkung haben können.

Und wie ihm wird es wohl den meisten Lesern gehen, denn fast jeder (auch mich hat er ertappt) hat im heimischen Medizinschrank Mittel stehen, die jedweder vernünftigen medizinischen Grundlage entbehren.

<< Ich möchte Sie auf Ihrem Weg der Auseinandersetzung (i.e. mit den Umtrieben im Namen der Medizin) begleiten und Ihnen die Augen für verschiedene Irrwege öffnen. Mein Ziel ist es, dass Sie sachliche Informationen erhalten und selbst erkennen: Was ist Wahrheit, was Bluff, was ein Irrweg und was eine glatte Lüge?>> (Pos. 68)

Doch zunächst beginnt das Buch mit einem historischen Überblick über Medizin im Mittelalter und einer ausführlichen Darstellung der Esoterik und ihrer Verankerung in antiken Glaubenssystemen. Warum der Autor die Esoterik so ausführlich behandelt, wird erst klar, wenn er sorgfältig die Parallelen zwischen Esoterik (auch Astrologie) und verschiedenen Disziplinen der Alternativmedizin herausarbeitet

<<Um die göttlichen Erkenntnisse des Gurus dem heutigen Fußvolk schmackhaft zu machen, wird die Wissenschaft missbraucht (etwa durch Erfindung eines "Wassergedächtnisses"), und es werden auf propagandistische Weise geheime Sehnsüchte angesprochen (wie etwa der Traum von "sanfter", "ganzheitlicher", "nebenwirkungsfreier" Medizin). Das alles funktioniert noch viel besser, wenn es gleichzeitig gelingt, die Gegner und Kritiker des Gurus mundtot zu machen, sie als Agenten fremder Mächte zu verleumden (Schlagwort "böse Pharmaindustrie"). Zu den Feindbildern der medizinischen Esoteriker gehören aber nicht nur einzelne Kritiker, nein dazu zählt oftmals die gesamte "böse Schulmedizin", die nicht anerkennt, dass es auch etwas "Geheimnisvolles", „Nicht Erklärbares“ jenseits der Wissenschaft (…) gibt, eine "höhere Wahrheit, die von göttlicher Natur ist".>> (Pos. 476)

Systematisch werden konkrete Behauptungen der alternativen Szene kritisch beleuchtet (Energetisches Wasser, Quantenmagie, Wer heilt hat recht) und fundiert als Humbug oder Scheinargument entlarvt.

Ein echter Augenöffner ist das Kapitel "Die Welt der Esoterik: ein Überblick". Hier werden Zahlenmystik und Grundgedanken der Esoterik, der Astrologie und verschiedenster alternativmedizinischer Verfahren unkommentiert nebeneinander gestellt. Noch nirgends habe ich die Parallelen offensichtlicher gemacht gesehen als hier, in dieser einfachen Auflistung!

Im Anschluss werden noch ein paar allgemeine Grundlagen erarbeitet: Placebo und Noceboeffekte werden erklärt. Es wird beleuchtet, warum ein wissenschaftlich, kritisch überprüfendes Fundament der Medizin unverzichtbar ist. Ein kritischer Blick auf Naturmedizin zeigt, dass durchaus nicht alle Medikamente auf pflanzlicher Basis sanft, gesund und nebenwirkungsfrei sind. Die Ausbildung der Heilpraktiker wird beleuchtet und ihre Diagnoseverfahren betrachtet.

Im zweiten Teil des Buches werden dann die pseudomedizinischen Verfahren einzeln betrachtet: Der Aufbau der Unterkapitel ist immer derselbe:

Das Verfahren wird kurz beschrieben, meist die historischen Wurzeln der Methode beleuchtet. Nicht selten werden Beispiele angeführt, in denen die ach so sanfte Methode zu schwersten Komplikationen führte. (Ein harter, aber wie ich finde, nötiger Einstieg, ist doch ein verbreitetes Standardargument für die Alternativen, dass angeblich alle Welt so gute Erfahrungen damit mache.)

Anschließend werden unter der Überschrift "Wirklichkeit, Irrtum oder Lüge" stichpunktartig die Kernaussagen der Anhänger aufgezählt um dann unter "Wie es wirklich ist" zumindest deutlich relativiert, meist sogar eindeutig widerlegt zu werden.
Am Ende wird so durchweg deutlich, wie der Patient über unzureichende Diagnoseverfahren von eventuell notwendigen medizinischen Maßnahmen abgehalten wird und stattdessen oft teure, langwierige und komplett sinnfreie Behandlungen über sich ergehen lässt, die jeder vernünftigen Grundlage entbehren.

Bemerkenswert ist, dass fast alle Verfahren die Behauptung aufstellen, die Phänomene/Methoden seien wissenschaftlich bewiesen, was sich anschließend konsequent bei allen als Falschaussage herausstellt.

Betrachtet werden:
- Astromedizin
- Homöopathie (besonders ausführlich)
- Bachblüten
- Anthroposophie
- Heilfasten
- Reiki
- Pendeln und Wünschelruten (Erdstrahlen)
- Bioenergetik und Bioresonanz
- Kinesiologie
- Akupunktur
- Ayurveda
- Schüßlersalze
- Orthomolekulare Medizin
- Sauerstoff-Ozon-Therapie
- Frischzellentherapie
- Osteopathie
- Impfkritik
- Hefepilzdiäten
- Irisdiagnostik
- Amalgampanik

Die Gedanken von Edmund Berndt als abschließendes Resümee sind allein schon wert, das Buch zu lesen. Selten habe ich die ganze Problematik der Pseudomedizin so auf den Punkt gebracht gesehen.
<< Kann ein modernes Gesundheitswesen seine Aufgaben erfüllen, wenn seine Medizin und seine Pharmazie mit Esoterik überfrachtet werden und sich Aufklärungsfeindlichkeit breitmacht?>> (Pos 2927)
<<Die postmoderne pseudowissenschaftliche Bioromantik, voller Schwingung, die den Bildungshintergrund alternativer und ganzheitlicher Medizin abgibt, hat religiös-transzendente Hypothesen in heilige, allmächtige Bioinformation umgewandelt. Heute heilen nicht Rosenkranzperlen und Weihwasser, sondern Globuli und Granderwasser, weil daran geglaubt wird! Mit pseudowissenschaftlichen Argumenten wird das Unwahrscheinliche logisch gemacht und charismatische Scharlatane – heute Gurus oder Wunderheiler genannt – verkünden das neue Heil.>> (Pos. 2961)
<<Auch die Anhänger von alternativen, komplementären und ganzheitlichen Heillehren und Modeströmungen streben unter Berufung auf Demokratie und Meinungsfreiheit nach Gleichberechtigung und verlangen immer vehementer die Integration. (…) Das Qualitätskriterium ist die offensichtliche Beliebtheit, mehr nicht. >> (Pos. 2966..2972)

Die Literaturliste ist ausführlich und regt zum eigenen Weiterlesen an.

Abschließend möchte ich als kleine Kritikpunkte eine stellenweise Redundanz nicht unerwähnt lassen, vermutlich der Kooperation von vier Autoren geschuldet. Außerdem enthält meine Kindle-Ausgabe noch eine ganze Reihe von Tippfehlern. Für spätere Auflagen würde ein erneutes Korrekturlesen nicht schaden.
Doch das sind kleine Schönheitsfehler in einem inhaltlich absolut überzeugenden Buch.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 13, 2013 3:39 PM CET


E1 - Erdöl-Spezial  (Bibliothek der Sachgeschichten)
E1 - Erdöl-Spezial (Bibliothek der Sachgeschichten)
DVD ~ Armin Maiwald
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Merklich älteres Filmmaterial, aber immer noch hochinformativ, unterhaltsam und bestens verständlich, 22. Februar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
In 4 Filmbeiträgen bringt Armin aus der "Sendung mit der Maus" Kindern das Thema Erdöl näher. Das ganze ist so anschaulich gemacht, dass schon Kleinere locker verstehen, warum diese komische braune Brühe, die Armin zu Beginn zeigt, in unserem Alltag so eine wichtige Rolle spielt.

Im ersten zeigt Armin, was "Destillation" ist und wie man mit diesem Verfahren aus Erdöl zuerst ein Gas erhält, mit dem man zum Beispiel den Campingkocher betreiben kann.

Im zweiten Beitrag macht Armin klar, dass das aber nicht der einzige Nutzen von Öl ist, denn durch Erhitzen auf verschiedene Temperaturen können aus Erdöl weitere wichtige Treibstoffe gewonnen werden: Feuerzeugbenzin, Benzin, Kerosin, Diesel, Heizöl. Anschaulich lässt Armin zum Beispiel ein Auto mit genau der aus der gezeigten Erdölmenge destillierten Menge Benzin fahren.

Im dritten Film trifft Armin gezielt die Kinder direkt, denn er erzählt, dass man Erdöl cracken kann und über die chemischen Rohstoffe Kunstoffe herstellt, die in praktisch allen Spielsachen enthalten sind. Sehr beeindruckend: Armin zeigt ein volles Regal mit allerlei Spielsachen, Bilderbüchern, Stofftieren, bunten Bauklötzen... wie es wohl die meisten zuschauenden Kinder genau so daheim haben. Dann erklärt er für jede Gruppe Spielsachen, wo zu dessen Herstellung Erdöl nötig ist. Ohne Erdöl würde es also nicht im Regal stehen - und "schwupp" ist es weg. Am Ende des Film ist dann tatsächlich das ganze Regal leer. Auch die Spielsachen sind verschwunden, bei denen man selbst als Erwachsener nicht sofort an Erdöl denkt, wie zum Beispiel die Bilderbücher (aber es steckt in den Druckfarben).

Im letzten Beitrag beschäftigt sich Armin mit den Problemen des Erdöls: Recycling und langsame Zersetzung auf der Müllkippe. Armin zeigt, dass es grundsätzlich möglich ist, aus Kunststoffen Öl zurückzugewinnen, sagt aber deutlich, dass das Verfahren heute noch zu teuer ist, um sich zu rechnen. Obwohl man gerade diesem letzten Beitrag sein Alter anmerkt, wird den Kindern die Problematik durchaus deutlich vor Augen geführt.

Fazit: Die Beiträge sind nicht mehr neu, Armin deutlich jünger, aber dafür kennen die jungen Zuschauer die Beiträge wohl noch nicht, denn im Fernsehen liefen sie seit 2003 nicht mehr in der "Sendung mit der Maus". Sie sind aber immer noch aktuell, anschaulich und nett gemacht. Wer seinen Kindern das problematische Rohstoffthema näher bringen möchte, der findet hier einen optimalen, kindgerechten Einstieg.

Die "Maus" kommt nicht vor, Armin moderiert die einzelnen Beiträge an.
Für die Vorführung im Schulunterricht wird explizit eine spezielle Lizenz gefordert.

Die Homöopathie-Lüge: So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen
Die Homöopathie-Lüge: So gefährlich ist die Lehre von den weißen Kügelchen
Preis: EUR 12,99

22 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein mutiges, hochinformatives Buch, 26. Januar 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Sachlich und dennoch unterhaltsam, nach meinem Eindruck äußerst fundiert recherchiert, geben die Autoren einen Einblick in die Erfolgsgeschichte der Homöopathie in Deutschland. Denn eine Erfolgsgeschichte ist es zweifellos, denn es << hat sich der Anteil der Homöopathie-Verwender seit 1970 von 24 auf 57 Prozent mehr als verdoppelt. Allerdings fiel auf, dass die meisten Befragten nur vage Vorstellungen von Homöopathika hatten: (…) Nur 17 Prozent nannten wenigstens eins der homöopathischen Grundprinzipien: Verdünnung oder Ähnlichkeitsprinzip. (Seite 51)>>

Hier möchten die Autoren Aufklärungsarbeit leisten.
Im ersten Kapitel wird genau erklärt, was Homöopathie ist und wie Hahnemann sie vor etwa 200 Jahren erfand. Es wird klar dargestellt und begründet, dass eine angenommene Wirkung der homöopathischen Arzneien den gesicherten Erkenntnissen widerspricht, die die Naturwissenschaften in diesem Zeitraum hervorbrachten.

Im zweiten Kapitel wird dem die Tatsache gegenübergestellt, dass viele Menschen äußerst positive Erfahrungen mit der Homöopathie gemacht haben. Die Autoren zeigen vielfältige Aspekte auf, die erklären, warum in der Homöopathie der Placebo Effekt so stark wirkt: Viele Patienten fühlen sich in Arztpraxen schnell abgefertigt, mit ihren Ängsten vor Nebenwirkungen und Apparaten allein gelassen – hier wird von den Autoren auch der heutige Medizinbetrieb kritisch betrachtet – so dass ein Bedürfnis entsteht, das die Homöopathie mit ihren langen Anamnesegesprächen, empathischen Therapeuten und ritualisierten Einnahmen perfekt befriedigt. Anschließend erklären die Autoren noch detailliert, was man genau unter dem Placebo Effekt zu verstehen hat und gehen dabei auch auf verbreitete Vorurteile ein (und beschreiben z.B. dass jeder Mensch anfällig für Placebos ist oder dass sie durchaus bei Tieren wirken).

Im dritten Kapitel wird noch tiefer analysiert, dass man sich zur Bewertung einer Behandlungsmethode nicht allein auf persönliche Erfahrungen verlassen kann und welche Faktoren oft den Eindruck vorgaukeln können, eine Behandlung würde helfen. Es wird dargestellt, wie die evidenzbasierte Medizin Verfahren entwickelt hat, diese Faktoren in Studien auszuschließen oder zumindest zu minimieren. Am Beispiel der relativ bekannten Kopfschmerzstudie zeigen die Autoren, wie die Wirkung der Homöopathika in Goldstandard-Studien erwartungsgemäß auf den des Placebos sinkt - und, wie die Vertreter der Homöopathie derartige Negativergebnisse mit einer Fülle von keineswegs immer standardisierten Studien beantworteten und wie auf diese Weise ein regelrechter scheinwissenschaftlicher Parallelforschungsbetrieb entstand. Dieser suggeriert dem Laien, die Wissenschaft nehme die Homöopathie ernst und ihre Bestätigung sei nur eine Frage der Zeit – was nicht stimmt, was die Autoren mit den Ergebnissen der Shang Studie sowie der Einschätzung des Cochrane Zentrums belegen. Die ernüchternde Schlussfolgerung dieses Kapitels ist, dass das Durchführen der Studien die Homöopathie erst salonfähig und wissenschaftlich erscheinen lässt, negative Ergebnisse aber ebenso ignoriert werden wie die Tatsache, dass in Studien das Problem der Widersprüchlichkeit der Homöopathie zu den Naturgesetzen grundsätzlich nicht gelöst werden kann.

In den Kapiteln 4 bis 9 stellen die Autoren eindrucksvoll Fakten zusammen, wie die Hersteller homöopathischer Arzneien über den oben beschriebenen pseudowissenschaftlichen Betrieb Einfluss nehmen auf niedergelassene Ärzte und Apotheker, auf Politiker und Gesetze, auf Presse und Medien. In diesem zentralen Teil ist das Buch also eine scharfsinnige journalistische Analyse gesellschaftlicher und politischer Mechanismen. Das Buch beschreibt auf diese Weise ausführlich, wie wir alle systematisch dazu gebracht werden, die Wirkung der Globuli nicht anzuzweifeln, obwohl es - wie dargestellt - keinerlei vernünftigen Grund dafür gibt, eine solche Wirkung erst einmal anzunehmen. Genau das ist die Homöopathie-Lüge! Und die Autoren ziehen als Fazit: Wenn der aus Enttäuschung und nicht ganz unberechtigter Kritik am Medizinbetrieb entstehende Wunsch nach Alternativen wie beschrieben ausgenutzt wird, wird die Homöopathie zum Türöffner für alle möglichen irrationalen Annahmen. <<Denn wenn man spezifische Wirkungen der Homöopathika, obwohl unmöglich, für möglich hält, verliert man die verlässlichen Kriterien, die uns die Naturgesetze, die Mathematik und die Logik vorgeben – wir verlieren damit die einzige allgemeingültige und objektive Entscheidungsgrundlage. (Seite 313)>>

Mit diesem Resümee werden sich die Autoren bei Heilpraktikern und vielen Anhängern der Homöopathie bestimmt keine Freunde machen. In meinen Augen hat ein Buch, das die oben genannten Fakten besonders aus dem Blickwinkel des deutschen Homöopathie Marktes so ausführlich und offen darstellt, jedoch dringend gefehlt.
Es ermöglicht einen klaren rationalen Blick auf eine allzu sehr mystifizierte Heilpraxis, liest sich gut und ist äußerst unterhaltsam geschrieben. Mich hat beim Lesen mehrfach überrascht, wie effektiv sich die Homöopathie in diesem Umfang Zugang zu Praxen, Universitäten und Politik machen konnte. Wie sie die allgemeine öffentliche Meinung für sich positiv beeinflusst hat, kenne ich aus dem eigenen Bekanntenkreis. Und wie die Autoren beschreiben, habe ich das Gefühl, dass die Stimme der Vernunft hier in eine unerwünschte Außenseiterposition gerät. Ich kann die Argumentation und das Fazit der Autoren dementsprechend gut nachempfinden.

Einige Anekdoten hätte man auch weglassen können, der Kürze wegen. Ich persönlich hätte mir das erste Kapitel, in dem der Widerspruch zum gesicherten Wissen der Naturwissenschaften aufgezeigt wird, dafür noch etwas ausführlicher gewünscht. Es mag manchem Laien hier etwas zu schnell gehen, auch wenn die Autoren in der Sache komplett richtig liegen. Hilfreich finde ich das zehnte Kapitel, das die Gedankengänge und Argumente des Buches noch einmal kompakt zusammenfasst. Wünschenswert wäre als Ergänzung oder zum Nachschlagen auch noch eine ausführliche Literatur- und Quellenliste gewesen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 31, 2013 7:02 PM CET


Bibliothek der Sachgeschichten - (B2) Brücke I-IV,Bleistiftmine
Bibliothek der Sachgeschichten - (B2) Brücke I-IV,Bleistiftmine
DVD ~ Armin Maiwald
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Ein wirklich interessanter Ausflug auf die Großbaustelle, 9. Dezember 2012
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Wie wird eigentlich eine Brücke gebaut? Und zwar eine richtig große Brücke: Armin erklärt, dass die im Film gebaute Brücke über die Else (und über eine Bahnstrecke und ein Sträßchen) insgesamt 527 Meter lang ist.

Also so ungefähre Vorstellungen hat man da als Erwachsener ja, von Betonpfeilern und -trägern, Kränen und Schwerlasttransportern auf der Autobahn. Aber so genau, wie es hier gezeigt wird, habe ich es definitiv nicht gewusst. Und somit kann ich sagen, dass auch ich als Erwachsener viel gelernt habe, als ich diese Woche mit meinem Sohn zusammen diese DVD geschaut habe.

In 4 von Armin kommentierten Filmen ist man ausführlich und an besten Plätzen Zeuge, wie die Brücke langsam wächst und wie statische Probleme gelöst werden. Besonders beeindruckend fand ich 2 Zeitraffe-Aufnahmen: Eine verkürzt den Bau eines Brückenabschnittes aus nächster Nähe von einer Woche auf etwa 1,5 Minuten. Ein zweiter verkürzt gar den einjährigen Bau der gesamten Brücke auf Minuten. So kann man wirklich einmal sehen, wie so ein großes Teil sich langsam über das Tal schiebt - hat man als Laie doch meist eher den Eindruck, dass an Großbaustellen nie wirklich was vorangeht... Denkste: es geht eben nur sehr, sehr langsam.

Allein diese Aufnahmen haben mich so begeistert, dass ich der DVD 5 Sternchen gebe. Daneben sind aber auch die Erklärungen sehr gut und auch für "kleine Ingenieure" gut verständlich. Armin arbeitet anschaulich mit selbst gebastelten Modellen, wie es der Fan der "Sendung mit der Maus" von ihm gewohnt ist.

Was ist noch zu sagen?
- Die 4 Filme über den Brückenbau liefen in den letzten Jahren nicht im TV, das Material ist etwas älter, aber wie gesagt sehr gut. (Mein Sohn und ich verfolgen die "Maus" seit 2003 und seither waren diese Filme nicht zu sehen.) Die Kinder dürften diesen Teil der DVD also nicht kennen.
- Zum Auffüllen der 30 Minuten Laufzeit gibt es noch einen Film über die Herstellung von Bleistiften. Diesen kannten wir aus der "Sendung mit der Maus", er ist ein Klassiker.
- Die "Maus" kommt nicht als Pausenfüller zwischen den Sachgeschichten vor; stattdessen verbindet Armin die einzelnen Filme als eine Art Moderator.

Urknall, Weltall und das Leben - Vom Nichts bis Heute morgen (1 Buch - Hardcover - gebunden - 352 Seiten)
Urknall, Weltall und das Leben - Vom Nichts bis Heute morgen (1 Buch - Hardcover - gebunden - 352 Seiten)
von Harald Lesch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lauschen, wenn 2 Physiker fachsimpeln..., 7. Dezember 2012
Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Zug und blättern etwas gelangweilt in einer Zeitschrift. Da setzen sich 2 Physiker zu Ihnen ins Abteil und beginnen eine rege Unterhaltung über das Leben, das Universum und den ganzen Rest. Und während der weiteren Zugfahrt spielen Sie einfach nur Mäuschen bei diesem hoch interessanten Dialog, auch wenn Sie nicht alles verstehen.

So ungefähr muss man sich dieses Buch vorstellen.

Ein ungemein unterhaltsames Gespräch zwischen 2 Kollegen, denen man anmerkt, dass ihnen die Unterhaltung und das Thema Freude bereitet; Lesch und Gaßner spielen sich die Bälle zu, die der Partner dann gekonnt verwandelt. Niemals trocken und schulmeisterlich, sondern locker und ungezwungen, dabei gleichzeitig hoch informativ, kompakt und fundiert. Man merkt schnell, dass beide sehr gut wissen, wovon sie sprechen. Und obwohl beide mit zum Teil herrlich schrägen Vergleichen auch manchmal das Klischee vom wissenschaftlichen "Nerd" aufblitzen lassen, der die kompliziertesten Sachverhalte mit einem trockenen Achselzucken abtut, spürt man doch auch bei beiden Ehrfurcht vor dem Universum.

Und diese tiefe Faszination, über die da erzählt wird, wirkt ungemein ansteckend und macht das Buch sehr kurzweilig. Ob es wirklich auch für den Laien verständlich ist, ist wieder eine andere Frage.

Richtig ist in jedem Falle, dass Lesch und Gaßner Formeln komplett vermeiden und der Leser nirgends mathematischen Argumentationen folgen muss.

Durch das komplette Fehlen der mathematischen Grundlagen ergibt sich - wie in anderen populärwissenschaftlichen Büchern auch - natürlich das Problem, dass man zwar Ergebnisse plausibilisieren kann, den entworfenen Bildern aber notgedrungen die logische dynamische Verknüpfung fehlt. Außerdem werden eine Menge Fachausdrücke gebracht, die zwar gut und plausibel erklärt werden, die aber aufgrund der Komplexität des Themas das Anschauungsvermögen des Lesers schon strapazieren

Es kann daher durchaus sein, dass beim Leser je nach Vorwissen Fragen offen bleiben. Mein Eindruck war aber nicht, dass es die Absicht des Buches ist, wirklich umfangreich über den aktuellen Forschungsstand zu informieren. Dafür ist der Text auch einfach zu kurz: gut 300 Seiten in großer Schrift, mit vielen Abbildungen, da hat man einfach quantitativ "mehr" von einem Brian Greene und seinem "Der Stoff, aus dem der Kosmos ist".

Lesch und Gaßner geben einfach einen hervorragenden Schnelldurchgang durch die Geschichte des Kosmos. Der absolute Laie findet hier kompakt und unterhaltsam einen guten Überblick über die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse (und ihre Belege). Und auch, wenn er nicht alles versteht, wird er doch viel dazu lernen können. Der Profi, der seinen "Greene" oder das "Spektrum der Wissenschaft" oder gar die "Physical Reviews" schon kennt, wird dagegen zwar nicht viel Neues finden. Dafür wird er aber mit diesem schwungvollen Dialog aufs Beste unterhalten. Allein die schrägen Formulierungen ließen mich mehrmals auflachen.

Ich zitiere ein paar Zeilen von S 256/257, damit Sie sich ein Bild machen können. Es geht wohlgemerkt um kosmische Katastrophen:

Lesch: (…) Eine schwere Masse fliegt in einem bestimmten Abstand am Sonnensystem vorbei (…)
Gaßner: …so in Rufweite.
(…)
Gaßner: (…) Schon ohne diesen Effekt kreuzen etwa zwei Meteoroide pro Jahr die Bahn der Erde um die Sonne.
Lesch: Mein Gott! Das wusste ich gar nicht. Wenn das ein Versicherungsagent liest, dann werden die Policen aber ganz schön teuer. (…)

Insgesamt möchte ich daher etwas tun, was ich in meinen Rezensionen fast nie tue, nämlich beiden – dem Laien wie dem Profi – diese amüsante Perle populärwissenschaftlicher Bücher dringend ans Herz legen.

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