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Rezensionen verfasst von
John (Deutschland)

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Downton Abbey - Staffel Drei [4 DVDs]
Downton Abbey - Staffel Drei [4 DVDs]
DVD ~ Laura Carmichael
Preis: EUR 16,99

30 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Desasterachterbahn, 27. November 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Downton Abbey - Staffel Drei [4 DVDs] (DVD)
Schade was aus der Serie geworden ist. Augenfälligstes Problem ist, dass die Autoren offenbar von ihrem eigenen Konzept überfordert sind. Deckt die 1. Staffel noch einen Zeitraum von reichlich zwei Jahren ab, sind es in der zweiten Staffel schon 6 Jahre und in der dritten wohl auch um die 5-6 oder sogar mehr.

Dies geht klar auf Kosten der Glaubwürdigkeit. So setzen sich Geschichten von Episode zu Episode wie von einer Woche zur nächsten fort, auch wenn dazwischen eigentlich viele Monate oder teils Jahre liegen müssten. Man muss sich nur bewusst machen, dass zB die Story um eine Verheiratung von Edith hier nun ca. 10-15 Jahre läuft, seit man zuerst in Downton reingeschaut hat.

Viele Figuren leiden stark unter diesen „Entwicklungen“. Ganz besonders betroffen Lord Grantham. War er in der ersten Staffel noch ein Erneuerer (Telefon), der die Zeichen der Zeit erkannte verkommt er immer mehr zum Klischee eines ultrakonservativen Aristokraten und nun auch noch Bankrotteurs und Bremsers. Sichert er zB in Staffel 1 seiner Tochter Mary noch zu, sie in Liebesdingen zu unterstützen solange es sie glücklich macht - verbaut er nun Edith diesen Weg zu einem Ehemann, der in Staffel 1 mit Kusshand akzeptiert worden wäre. Es scheint sich bei ihm um eine völlig andere Figur zu handeln.
Auch Lady Grantham und Mary, die beide in Staffel 1 noch eine bewunderswerte innere Stärke aufwiesen, verkommen endgültig zu Statisten deren einzige Aufgabe es ist leidend zu seufzen und zu den Vorhaben ihrer Männer die Augen zu rollen. Oder auch Thomas Barrow, der in Staffel 1&2 noch ambitioniert war und seine Dienerstellung nur als Sprungbrett ansah, hat wohl nun doch als sehnlichsten Wunsch ewig Dienstbote zu bleiben. Das man auf seine Homosexualität erst wieder zurückkommt, um die Figur (wieder mal) zu vernichten, hinterlässt zudem einen bitteren Beigeschmack.

Andere Figuren, die bereits zum Ende der zweiten Staffel aus der Geschichte um Dowton traten (Sybill, Ethel, Bates) werden durch teils abenteuerliche Wendungen wieder eingebracht, nur um sie erneut wegzuschreiben. Flankiert wird diese eingekehrte Unstetigkeit noch davon, dass einige Charaktere (Lord Grantham, Bates) nicht altern, sondern sogar jünger aussehen als in Staffel 1. besonders bemerkenswert wenn man bedenkt was einige hinter sich haben sollen. Bates war immerhin Monate, wohl eher Jahre, im Gefängnis.

All das wäre noch zu verkraften, würde sich die Geschichten auf hohem Niveau bewegen. Aber das ist leider gar nicht mehr der Fall. Von der Story bis in die Dialoge haben Kitsch und Klischees en masse Einzug gehalten. Erfährt man zB so gleich zu Beginn das Downton pleite ist - taucht zeitgleich eine wundersame Erbschaft für Matthew auf - die er natürlich nur bekommt wenn ein in Indien verschollener Mann tot ist - und als auch dies der Fall ist, will sie Matthew nicht annehmen - bis noch wundersamer ein Brief auftaucht, der sein Gewissen beruhigt. Das ist völlig haarsträubend, zumal jeder Zuschauer genau weiß was passieren wird. Das künstliche Possenspiel dazwischen ist umsonst und letztlich langweilig, aber insbesondere unglaubwürdig.
Auch Bates und Anna fahren wieder die Desasterachterbahn, bei der zu keinem Zeitpunkt klar wird warum Bates zB in Gefängnis so herhalten muss oder was seine Ex-Ehefrau zu so einem Genie des Bösen machte. Und die Intrigen und Rivalitäten der Dienstboten bieten auch wenig neues, sondern scheinen selbst nach 15 Jahren noch die gleichen.

Bezog die erste Staffel ihre Stärke und Geschichten eher aus subtilen Veränderungen und kleinen Dingen (zB die Rosenschau), wird nun hemmungslose die grosse Schicksalskeule geschwungen. Zeitbezüge aus den frühen 20ern fehlen weitgehend (Tut Anch Amuns Entdeckung und der Ägyptenboom zb). Nach einer schon etwas schwächelnden 2. Staffel hat die 3. Staffel die Serie nun qualitativ endgültig auf Daily Soap Niveau reduziert. Einige schöne Bilder bleiben ... aber auch viel Enttäuschung darüber, was man aus dieser so tollen Serie mit etwas mehr Bedacht noch hätte machen können. Staffel 3 war wohl erst einmal das letzte Wiedersehen für mich mit Dowton. Dann lieber noch einmal Staffel 1 statt 3 & 4. Sehr sehr schade.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 6, 2014 3:16 PM CET


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Preis: EUR 15,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Perfekt, 15. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Etwas anfängliche Skepsis war zum Glück, völlig unangebracht. Die DVD entsprechen exakt den Maßen einer Normal DVD Hülle, fassen aber problemlos 6 DVDs. Die Hüllen sind sehr gut und hochwertig verarbeitet. Das Material ist Geruchsneutral und die Folien gut angebracht und auch sie sind sehr sauber verarbeitet. In Innenlayer für die DVDs sind zwar naturgemäss filigran, erfüllen ihren Zweck dennoch gut (längerer Haltbarkeitstest steht aus). Die Lieferung erfolgte innerhalb eines Tages und Versand und Verpackung waren vorbildlich. Vielen Dank, ein sehr lohnenswerter Kauf bei dem rundherum alles stimmt.


Uprising - Der Aufstand - Mini TV-Serie
Uprising - Der Aufstand - Mini TV-Serie
DVD ~ LeeLee Sobieski

32 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Widerstand und die Faszination des Bösen, 1. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Uprising - Der Aufstand - Mini TV-Serie (DVD)
Eines gleich vorweg: Für eine TV-Dokumentation ist der Film herausragend gemacht. Ebenso ist er ausgezeichnet, bis in die Nebenrollen besetzt, Donald Sutherland, Cary Elwes bestechen genauso, wie (leider) Jon Voigt. Ebenso muss man dem Film zugute halten, dass er sich um historische Genauigkeit (bis hin zu Stroops umgehängter Schutzbrille), genauso wie um Tiefe bemüht.
Hier sterben die Helden zum Teil ganz unheroisch, z.B. wenn die SS die Bunker mit Gas vollbläst. Auch hier erwartet man fast, dass der ein oder andere Anführer des Aufstandes, irgendwann aus irgendeiner dunklen Ecke ins Licht zurückkehrt. Aber nichts dergleichen passiert. Schon allein das, muss Hollywood viel Überwindung gekostet haben. Der verzweifelte, aussichtslose Kampf der Ghettofighter wird packend beschrieben. Und wie bei Polanski in 'Der Pianist' sind auch hier einige Szenen Originalphotos aus dem Ghetto nachgestellt, zitieren Darsteller Originalbriefe und Aussagen damals Beteiligter. Das Alles macht den Film groß.
Ein zwiespältiges Gefühl allerdings hinterlassen (wieder einmal) die Deutschen. Wenn man davon absieht, dass sie ausschließlich negativ gezeichnet sind, was in den Ghettowirklichkeit wahrscheinlich sogar sehr nahe kommt (man denke nur an Josef Blösche und Heinrich Klaustermeyer), so kommt der Film nicht ganz umhin, die Faszination des Bösen zu beschwören. Gemeint ist SS-General Jürgen Stroop, gespielt von Jon Voigt, der das Ghetto Straßenzug um Straßenzug einebnen lässt.
Wie so häufig in amerikanischen Produktionen, wird das Böse auch hier überhöht und überzeichnet. Ein daraus morbides Interesse bis hin zu verholener Faszination an der Person Stroops kann da durchaus die Folge sein. Die Darstellung von Nazis als kultivierte, grausame Monster kommt dem jedenfalls entgegen.
Dieser amerikanische (TV-)Umgang mit (deutscher) Geschichte ist nicht unproblematisch. Man merkt es, wenn sich die Darsteller in einem (von zwei) Audiokommentar(en) über ihren deutschen Waffenrequisiteur am Set, 'Adolf' unterhalten. Es stellte sich heraus, dass dieser zufällig in der deutschen 'Armee', und auch an der Niederschlagung des Warschauer Aufstandes beteiligt war. Die Darsteller fanden ihn wirklich nett und seinen derzeitigen Job, eine Ironie der Geschichte. Dass die Kämpfe im Ghetto zuletzt ein Massaker waren und es sich um eine 'Mordexpedition' an zumeist Nichtkämpfenden Zivilisten handelte, verliert sich bei derlei Anekdoten schnell aus den Augen. Ob nun Adolf in der Wehrmacht oder auch SS war.
Genauso mit Stroop. Es beginnt schon, wenn man den SS General erstmals sieht, und er über französischen Rotwein philosophiert, sogar französisch spricht. Stroop kam in Wirklichkeit nie über die Volksschule hinaus. Ebenso, wenn er am ersten Tag, mitsamt seinem Schreibtisch(!) ins Ghetto vorrückt und dann auch noch mitten im Granathagel, (selbst von seinem Adjutanten) nicht vom Fleck zu bewegen ist... Stroop wird dadurch zwar nicht sympathisch, aber die Figur versucht die (neuerdings für Nazidarstellungen anscheinend) übliche Faszination am Bösen zu wecken. Was auch der Audiokommentar der Darsteller beweißt, welche die angesprochenen Szenen durchweg ansprechend finden.
Aber das hat Stroop nicht verdient. Schon gar nicht angesichts der Opfer die seine Maßnahmen fordern. Es gehört nichts dazu, mit einem Feldgeschütz, Haus um Haus aus sicherer Entfernung zusammenschießen zu lassen. Wenigstens das wird im Film gezeigt. Stroop war in der Realität ein grausamer und dabei einfach banaler Charakter:
Als er zusammen getriebene Juden auf dem Sammelplatz, bereit zum Transport nach Treblinka, besuchte, sah er einmal ein hübsches junges Mädchen, dass sein Interesse weckte. Er verlangt, dass sie sich auszieht. Nachdem er sie so sieht, nach etwas Gelächter und dem Spiel überdrüssig, meint er zu seinen umstehenden SS-Schergen: "So können wir sie natürlich nicht laufen lassen. Erschießen sie sie!" Noch während er sich abwendet wird die junge Frau davon geführt und in den Hinterkopf geschossen.
Und auch die Antwort Stroops auf die Frage, wie mit kleinen Kindern umgegangen werden solle, die seinen Soldaten in die Hände fallen: "Packt sie an den Füßen und schlagt sie mit dem Kopf an die Wand" zeigt den wahren Stroop, dessen einzige 'Leistung' es war "... nachweislich 56.065 Juden zu erfassen beziehungsweise nachweislich zu vernichten. Dieser Zahl hinzuzusetzen sind noch die Juden, die durch Sprengungen, Brände und so weiter ums Leben gekommen ... Alles, was an Gebäuden und sonst vorhanden war, ist vernichtet."
Das war die SS, das war Jürgen Stroop. Beides hatte nichts Faszinierendes an sich.


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