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Sator (Wien)

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Die Kultur der Ambiguität
Die Kultur der Ambiguität
von Thomas Bauer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 32,90

35 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ambiguitätstoleranz predigen, aber Vorurteile hegen, 4. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Positiv an diesem Buch finde ich: der Arabist Thomas Bauer gibt einen spannenden Einblick in die Welt der traditionellen arabischen Auslegungstraditionen zum Koran und macht deutlich, dass diese Welt von Vielfalt, Sprachwitz, Auslegungskunst und dem kunstvollen Umgang mit einander konkurrierenden Lesarten und Auslegungen geprägt ist. Der ursprünglich nicht vokalisierte Text des Koran (S. 73) enthält in sich eine Fülle an Deutungsmöglichkeiten, was nicht als Schwäche – sondern als Stärke des Heiligen Buches verstanden werden konnte.
Bemerkenswert finde ich auch die Darstellung der entwickelten Kriteriologie zur Bewertung der Authentizität von Hadithen (S. 156). Hier ist der Verfasser offensichtlich zu Hause und ich habe auf jeder Seite etwas gelernt.
Einer der Höhepunkte in der Argumentation gegen die häufigen Vorurteile in der westlichen Welt gegen die islamische Welt ist für mich der Bericht eines arabischen Chronisten aus dem 17. Jh. über einen Richter, der eine Frau wegen Ehebruchs steinigen ließ. Al-Muhibbi ist entsetzt darüber, denn: „So etwas ist seit der Frühzeit des Islam noch nie vorgekommen!“ (S. 281 f.)
Hier liegt ein eindeutiger Mehrwert der Lektüre, die deutlich macht, dass etwa der Salafismus eine hochmoderne (Fehl)Entwicklung des Islams ist, und keinesfalls die Wiederherstellung einer angeblichen Ursprünglichkeit.
Was für mich den gelassenen Blick auf „eine andere Geschichte des Islam“ allerdings sehr beeinträchtigt hat, sind die massiven Vorurteile Bauers gegen „das Christentum“, das für ihn ein Synonym von Sexualfeindlichkeit, Fanatismus und Unterdrückung zu sein scheint. Hier wird der Holzhammer ausgepackt und – nicht gerade eine Auszeichnung für das Lektorat – mit falschen und einseitigen Behauptungen gearbeitet. Wenn es etwa darum geht, die Sexualfeindlichkeit der christlichen westlichen Welt zu entlarven, werden dann Dinge geschrieben, wie: „musste nicht vor wenigen Jahren ein US-Präsident wegen einer Sexaffäre zurücktreten?“ (S. 300). Nein, Herr Bauer, musste er nicht.
Israel als Kolonialstaat in Palästina zu diffamieren (S. 399) halte ich für ein starkes Stück – und für ein ziemliches Versagen in Sachen Ambiguitätstoleranz – und die Darstellung von Sayyid Qutb als Märtyrer (S. 400 - der Mann wurde durch den Besuch einer amerikanischen gemischtgeschlechtlichen Tanzveranstaltung zum Kämpfer gegen jedwede Ambiguität) schießt der leitenden Buchabsicht doch wohl in beide Knie.
PS: Von der Ambiguitätstoleranz in der abendländischen Tradition hat Bauer ersichtlich nicht den blassesten Schimmer, daher schließe ich mit einem Augustinus Zitat: sed verborum translatorum ambiguitates, de quibus deinceps loquendum est, non mediocrem curam industriamque desiderant. (MPL XXXIV 68) Zu deutsch: „Aber die Ambiguitäten der übertragenen Wörter, von denen wir im Anschluss reden müssen, verlangen überdurchschnittliche Sorgfalt und Anstrengung“. Das dritte Buch von De doctrina christiana handelt überhaupt vom Umgang mit: der Ambiguität ...
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 8, 2014 2:17 PM CET


Abschied vom Opfertod. Das Christentum neu entdecken
Abschied vom Opfertod. Das Christentum neu entdecken
von Meinrad Limbeck
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

16 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Abschied von der Exegese, 3. November 2012
Meinrad Limbeck will das Christentum von der Vorstellung erlösen, dass Jesus für andere Menschen gestorben sei – dass sein Tod ein Opfertod gewesen oder irgend etwas mit Erlösung zu tun habe. Dabei erhebt er den Anspruch, aus dem biblischen Text die ursprünglichen Motive und Verhaltensweisen des Mannes aus Nazaret freizulegen, die er vor allem im Evangelisten Markus gefunden haben will. Die entscheidende Frage: werden Limbecks Ausführungen dem gesamtbiblischen Befund und dem aktuellen Forschungsstand gerecht? Beide Fragen müssen leider verneint werden.
Zunächst einmal: warum muss ein Autor, der so großen Wert auf eine korrekte Übersetzung der biblischen Sprachen legt, den Gottesnamen JHWH in der mehr als fragwürdigen Form „Jahwe“ transkribieren – das ist einfach nur unbiblisch.
Limbeck hat ein gewaltiges Problem mit den Worten Jesu beim letzten Abendmahl: die Worte „für euch“ werden flugs zur Gemeindebildung erklärt (S. 62), ohne diese starke Behauptung auch nur irgendwie zu argumentieren – außer durch die Berufung auf Mk 14,36, das Gebetswort Jesu in Gethsemane; ein Wort, dass nach der Schilderung des Evangelisten aber kein Mensch außer Jesus gehört hat.
Einfach sagenhaft ist die Behauptung, wir könnten heute die damaligen Geschehnisse viel besser verstehen „als diejenigen, die in Jesu Passionsgeschichte direkt eingebunden waren“ (S. 81). Weiß Limbeck wirklich nicht, dass keiner der vier kanonischen Evangelisten in die Passion Jesu „direkt eingebunden“ war? Was für eine Präpotenz gegenüber dem biblischen Zeugnis spricht sich hier aus?
Ganz schwach wird das Buch, wenn der Autor versucht, vom Opferverständnis der Hebräischen Bibel her zu argumentieren: nicht wer gesündigt hat, bietet in der Tora eine Gabe an (S. 97), sondern es ist genau umgekehrt: der Geschädigte bietet dem Täter die Möglichkeit einer Zahlung an – anstelle der verdienten Strafe. Selbstverständlich wird die entsprechende Aussage aus dem Markus-Evangelium (Mk 10,45) einfach ausgeblendet. (Hat der Verfasser das Zitat in seiner eigenen Fussnote Nr. 42 eigentlich verstanden?)
Wie ein Mann, der so gerne die Einheitsübersetzung vorführt, deren wirklich katastrophale Übersetzung von Röm 3,25 kommentarlos wiedergeben kann, ohne darauf hinzuweisen dass Paulus hier von der kapporaet und damit vom Jom Kippur spricht (S. 92), hat vielleicht auch mit seiner Verachtung des Apostels zu tun, dem er bescheinigt, dass seine Deutung des Kreuzestodes Jesu logisch, aber eben nicht theologisch (!) sei (S. 90). Aber was ist schon ein Paulus gegen einen akademischen Oberrat aus Tübingen …
Noch ein kleiner sachdienlicher Hinweis: die „schwankenden Übersetzungen“ von Gen 4,13 (S.96) könnten etwas mit der Septuaginta zu tun haben – aber wozu soviel Genauigkeit. Man nehme einfach aus dem NT, was einem passt, lasse die störenden restlichen 98% einfach weg und erkläre diese „Lesart“ für authentisch und ursprünglich: und schon ist die Frau des Verfassers glücklich, was nach Widmung und Vorwort des Buches ja das eigentliche Anliegen des Werkes ist. Das ist für mich der einzig sympathische Zug an diesem Buch, aber auch das hat mit Exegese nichts zu tun.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 24, 2014 11:45 AM MEST


Sakramentalität: Wesen und Wunde des Katholizismus
Sakramentalität: Wesen und Wunde des Katholizismus
von Karl-Heinz Menke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

10 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der Retter des Katholizismus?, 13. Oktober 2012
Der Verfasser sieht sich als Verteidiger des wahren Wesens des Katholizismus - doch der braucht solche Retter wirklich nicht.
Nur ein Beispiel: Menke polemisiert aus ideologischen Gründen gegen die Lesart eines weiblichen Namens in Röm 16,7. Was er nicht schreibt: dass gerade diese von ihm bekämpfte Lesart von Ambrosiaster, Hieronymus, Johannes Chrysostomos, Theophylaktos, Petrus Lombardus u.a. bezeugt wird. Wie überzeugend ist eine solche angeblich katholische Argumentation, die die Auslegung der Väter (aus Unkenntnis?) ausblendet?
Ansonsten erwartet den Leser die vorgebliche Sicherstellung katholischer Identität durch polemische Ab- und Ausgrenzung. Selbstbewusste Katholizität sieht anders aus ...


Die Verkündigung Jesu - Ereignis und Erinnerung
Die Verkündigung Jesu - Ereignis und Erinnerung
von Thomas Söding
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 42,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kenntnisreicher Überblick - nicht restlos überzeugend, 4. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Bochumer Neutestamentler hat gut zwei Dutzend Vorstudien zu dem vorliegenden Sammelband verarbeitet, der sich nicht nur von seiner Widmung, sondern auch von seiner Sprache her an Theologen und Theologinnen wendet. Wer mit der Frage nach dem historischen Jesus vertraut ist, wird viel Bekanntes entdecken, wenn Söding auch den Anspruch hat, die bisherige Forschung mittels einer eingehenden Untersuchung der Gedächtnisgeschichte eine Stufe weiterzuführen. Dabei ist ihm die Wirkungsgeschichte Jesu ein zentrales Anliegen, er erhebt gegen die bisherige Forschung (etwa Gerd Theißen und Annette Merz) den Vorwurf, trotz der "Fairness ihrer differenzierten Argumentationen" Jesus von seiner kirchlichen Folgegeschichte abzuschneiden (S. 8). Ich denke daher, dass Söding durchaus den Anspruch hat, mit seinem Werk einen neuen "state of the art" zu setzen. Erfüllt das Werk diese selbst gesetzte Vorgabe?
Im Prinzip jein.
Positiv hervorzuheben: die Ausführungen zu den Gleichnissen Jesu und die Behandlung seiner Wunder (hier vor allem das Thema der Dämonenbannungen) sind gut und kenntnisreich geschrieben, und haben mir immer wieder auch neue Aspekte vermitteln können. Insofern ist die Lektüre hilfreich, weil sie es ermöglicht, den aktuellen Stand der Diskussionen in der Forschung zu überblicken. Methodisch setzt Söding dabei breit an, auch philosophische und ethnologische Fragen haben in seiner facettenreichen Darstellung ihren Platz. Die Behandlung der Themen und Fragen wirkt dabei immer souverän, besonders erfreulich fand ich die zahlreichen Quellenangaben aus der Zeit des Zweiten Tempels. (Störend wirkt dann aber umso mehr, dass Kirchenväter Zitate nie nachgewiesen werden).
Aber: Eine revolutionäre Neudarstellung ist das Werk nicht, es vertieft Einsichten und verdeutlicht Perspektiven. Nicht mehr - aber eben auch nicht weniger.
Zwei kritische Rückfragen möchte ich stellen: Ist es sachlich nicht einfach falsch, im Zusammenhang mit der Bergpredigt von „Antithesen“ zu sprechen? Gerade Mt 5,17f. verbietet es meiner Meinung nach geradezu, hier mit diesem Begriff zu operieren.
Schwerwiegender erscheint mir die völlig unkritische Übernahme der von Gerhard Kittel im Theologischen Wörterbuch zum NT im Jahre 1933 aufgestellte Behauptung, die Gottesanrede Jesu habe immer „Abba“ gelautet. Gegen den textlichen Befund (Abba erscheint in den Evangelien ein einziges Mal - Mk 14,36!) behauptet Söding, dass "alles" für diese Annahme spreche (S. 568)- ohne auch nur ein einziges Argument zu bringen. Ich meine, hier wird der Selbstanspruch des Buches deutlich unterlaufen ...
Daher nur vier Sterne.


Thomas von Aquin: Grenze und Grösse mittelalterlicher Theologie. Eine Einführung
Thomas von Aquin: Grenze und Grösse mittelalterlicher Theologie. Eine Einführung
von Otto Hermann Pesch
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wohl beste Thomas-Darstellung in deutscher Sprache, 3. September 2012
Ich muss meinem Vorredner widersprechen. O.H. Pesch ist kein protestantischer Theologe, sondern Katholik, der sich allerdings in besonderer Weise für die Versöhnung von katholischem und evangelischem Verständnis von Rechtfertigung eingesetzt hat. Deshalb lehrte er auch (als Katholik) jahrzehntelang an der evangelischen Fakultät der Universität Hamburg. Wer kein Französisch kann (hier hat Marie-Dominique Chenu wohl ein Jahrhundertwerk zu Thomas vorgelegt), wird an dieser Thomas Darstellung nicht vorbeikommen.


Didascalicon de studio legendi = Studienbuch (Fontes Christiani 2. Folge, Leinen)
Didascalicon de studio legendi = Studienbuch (Fontes Christiani 2. Folge, Leinen)
von Hugo von Sankt Viktor
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 40,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gutes Buch - aber manchmal Vorbehalte bei der Verdeutschung, 13. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was mir an dieser Ausgabe gut gefällt, ist der lateinisch-deutsche Text, die umfangreiche Einleitung und ein guter Apparat, der einem hilft, die Anspielungen und Zitate nachzuvollziehen. Allerdings habe ich hin und wieder Einwände bei der Übersetzung. Stutzig wurde ich etwa bei einem von Hugo verwendeten Ovid-Zitat, in dem der Dichter in seiner Verbannung klagt:
»Nescio qua natale solum dulcedine cunctos
Ducit, et immemores non sinit esse sui«
was Übersetzer Thilo Offergeld so verdeutscht:
»Durch ein eigentümliches Gefühl der Süße zieht der heimatliche Boden alle an
und läßt seiner nie vergessen« (S. 269)
Ich weiß nicht, wie man das als Übersetzung bezeichnen kann - es ist eine Paraphrase.
In 4,8 (S. 293) gibt der deutsche Text zum Buch Daniel an: »Sein Buch liest die katholische Kirche nicht in der Fassung der 70 Übersetzer, weil diese Fassung erheblich von der Wahrheit abweicht.« Aber im Kontext der Diskussion, die Hieronymus und Augustinus um die Frage geführt haben, ob der biblische Text nach der Fassung der Septuaginta oder nach dem hebräischen Text erstellt werden soll, ist »veritas« hier keinesfalls als »Wahrheit« sondern als »Urtext« wiederzugeben.
Es bleibt zu hoffen, dass der Leser/die Leserin dieses bemerkenswerten Werkes des Hugo von St. Viktor in der Lage ist, im Zweifelsfall den lateinischen Text zu Rate zu ziehen.
Ansonsten kann ich das Buch wirklich empfehlen.


Office für Mac 2011 Home & Student (1 Pack / deutsch)
Office für Mac 2011 Home & Student (1 Pack / deutsch)

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Produkt zurückgegeben, 26. Januar 2011
Zu Beginn: ich rezensiere hier nur Word, die anderen Programme des Pakets habe ich nicht ausprobiert.

Positiv aufgefallen ist mir die übersichtliche Steuerung des Programms - ich habe mich relativ rasch zurecht gefunden.
Ein guter Ansatz scheint mir die Möglichkeit zu sein, in einer Art Vollbildschirmansicht zu arbeiten, das erleichtert die Konzentration auf die Texterstellung.

Die negativen Aspekte: Word nervt mit den gleichen Bugs wie in MS Office 2007 für Win. Ein Beispiel: Wenn ich in einem Dokument einen Abschnitt in Kursivschrift umändere, springt das ganze Dokument auf Kursivschrift um, gleichzeitig erhöht sich der Einzug der Kopfzeile ...

Die Mac Version habe ich zurückgegeben, weil MS Office für Mac nur einen Bruchteil der auf meinem Mac installierten Schriften nutzen kann. Das gilt allerdings nicht für die Win Version 2010- die kann mit allen gewünschten Schriftarten umgehen. Der MS Support schob bei meiner Anfrage die Verantwortung dafür auf "Dritthersteller" ab.


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