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Beiträge von Tobias Schäfer
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Rezensionen verfasst von
Tobias Schäfer "T. Schäfer"

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Zentauren 1: Zentaurenblut
Zentauren 1: Zentaurenblut
von Uwe Post
  Broschiert
Preis: EUR 6,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Suhlen im Zentaurenblut, 11. April 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zentauren 1: Zentaurenblut (Broschiert)
Von Uwe Post ist man einiges gewohnt: Als erstes denkt man an skurrile Ereignisse, humoristische oder satirische Geschichten. Eine spannende Schreibe. Und das alles angesiedelt in der Science Fiction. Die Zentauren-Serie ist, wie der mehrfach preisgekrönte Autor feststellt, seine erste Fantasyserie. Was erwartet uns also diesmal? Er selbst nennt die Ausrichtung »Hardcore-Fantasy«, und der Infotext zum ersten Buch vermittelt einen gewissen Anhaltspunkt. Es klingt nach ironischer, Sex-lastiger, brutaler Erzählweise. Das kann ja heiter werden!

Von den etwa 120 Seiten Text nutzt Post einen guten Teil, um seine Charaktere in der unbekannten Welt zu positionieren und die Zustände zu beleuchten. Dabei vermeidet er jeden Infodump, erzählt vielmehr von Anfang an die Geschichte und entwickelt dabei mit wenigen Strichen den Hintergrund der Welt. Gewisse Erfahrungen des Lesers in Sachen Fantasy erleichtern natürlich den Einstieg: Es gibt mittelalterliche Strukturen ebenso wie Gilden, Bruderschaften und Intrigen.

Auf verschiedenen Schauplätzen entwickelt sich die Situation um ihren jeweiligen Protagonisten herum, der aber jeweils eher Spielball als Spieler ist und dies zu seinem Leidwesen auch bemerkt. Interessant zu verfolgen ist die Verflechtung, aus der sich schließlich die Verbindung aller Ebenen und Figuren ergibt, so dass am Schluss ein Team aus gegensätzlichen Figuren gemeinsam gegen eine große Gefahr antritt.

Blut fließt genug in diesem Auftaktband, doch hält sich Post mit präzisen oder ausschweifenden Schilderungen dieser Szenen sehr zurück, überlässt viel Detailarbeit dem Leser und treibt lieber die Geschichte voran, als sich in Beschreibungen zu verlieren. Wenige Worte reichen meist für das Bühnenbild, schnelle Szenenwechsel tun ihr übriges.

Erhofft man allerdings offenkundigen Spaß, wird man vergebens warten. Abgesehen von der Grundproblematik der Zentauren und ihrem wilden Wesen kann man diesen Roman als ernstgemeinte klassische Fantasy lesen. Da hilft auch der in ironischem Ton gehaltene Klappentext nicht weiter, zum Lachen reizt dieser Roman sicher nicht. Stellt sich die Frage, ob Post tatsächlich »nur« eine locker-fluffige Unterhaltungsserie schreiben, oder ob sich eine stärkere satirische Ausrichtung herausbilden wird. In diesem Auftaktband nutzt er noch die Erfahrung des Lesers mit der Genreliteratur aus, um in diesem knappen Umfang ein solides Gerüst zu errichten, von dem aus spektakuläre Abenteuer starten können.


D9E - Die neunte Expansion: Die Sonne der Seelen
D9E - Die neunte Expansion: Die Sonne der Seelen
von Niklas Peinecke
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Sonne des Buchwurm, 15. März 2016
Man könnte die Befürchtung hegen, der Einstieg in diesen dritten Band einer Trilogie fiele nach einjähriger Pause besonders schwer. Man könnte einen Roman erwarten, der sich nahtlos an die beiden Vorgänger anschließt. Man könnte voller Vorfreude mit dem Lesen beginnen in der Hoffnung, endlich die Auflösung der offenen Fragen präsentiert zu bekommen.

Man wird überrascht sein. Zwar kündigt der Klappentext den Aufhänger dieses Romans an, doch begreifen tut man es erst im Text der ersten Seiten. Niklas Peinecke ist ein Kniff gelungen, wie er möglichst viele Leser seiner Vorgängerbände auch nach dieser langen Zeit einsammeln und auch potenzielle Neuleser einbeziehen kann:

Er beginnt mit einem Schauplatz und mit Charakteren, die bisher nur in seinem ersten Band »Das Haus der blauen Aschen« angerissen wurden und keine weitere Rolle spielten. Dadurch ist es, als lese man einen eigenständigen Roman, der sich erst mit den Seiten an die bisherigen Ereignisse herantastet und dabei mit seiner eigenen neuen Geschichte einen anderen Blickwinkel eröffnet, und der führt auf besonderen Wegen zur Zusammenführung der Fäden.

Da Peinecke außerdem auf den Wunsch einiger Leser, einen kurzen Einstieg in Form eines »Was bisher geschah« dem eigentlichen Roman voranzustellen, einging, wird das Vorwissen um die wichtigen Aspekte auf eine gemeinsame Grundlage gestellt – und das Massaker nimmt seinen Lauf.

Denn es ist soweit: Die Expansion der Hondh, der außerirdischen Aggressoren, hat begonnen und rollt bisher unaufhaltsam auf die von Menschen besiedelten Welten zu, und Teile der ominösen Den-Haag-Stiftung, die nach Wegen sucht, der Gefahr zu begegnen, zeigen sich in einem menschenverachtenden, ja genozidalem Schatten, indem sie ihre Ziele über die Freiheit, Selbstbestimmung und das Leben ganzer Völker stellen.

Peinecke stellt sich also der verzwickten Aufgabe, die bisher ausgelegten Fäden seiner Trilogie vor dem Hintergrund der anlaufenden Expansion, die ebenfalls als wichtiger Teil in seine Geschichte einfließt, zusammen zu führen, abzuschließen, in einen Kontext mit der Hintergrundgeschichte zu stellen und trotzdem seine liebevoll eingeführten Charaktere eine spannende und interessante Geschichte erleben zu lassen. Und was sich anfangs als kleines Grummeln im Bauch darstellt, nämlich mehrere scheinbar in Unabhängigkeit voneinander ablaufende Stränge zu verfolgen, die teilweise auch abgehackt und unfertig wirken, erweist sich schlussendlich als außerordentlich geschickte Komposition, die sich nicht nur über dieses eine Buch erstreckt, sondern ihre Tentakeln bis in den ersten Band zurück führt und ein komplexes Bild einfängt. Besondere Wendungen im Schicksal seiner Protagonisten sind ebenso logisch entwickelt wie, bei aller dem Format geschuldeten Knappheit, in kräftigen Bildern gezeichnet – man denke an liebenswerte, zwiespältige Kreaturen wie die verrückte KI »Wurm« oder ihre arrogante, zickige, schicksalsgeprüfte und in den Wahnsinn getriebene Herrin Parka Laer – Figuren, an denen Peinecke gezeigt hat, wie man mit wenigen Strichen tragfähige Charaktere entwirft.

Bei der hier entstehenden Komplexität ist es eigentlich ein Wunder, wie sicher und akzentuiert Peinecke die einzelnen Ebenen bewältigt, ohne große Brüche zurück zu lassen. Eine einzige Szene bleibt mir wirklich unausgegoren im Gedächtnis – sie betrifft die Erdung einer Figur, mit der die Entwicklung in meinen Augen nicht ansprechend gelungen ist. Und so widerfährt ihr auch das unspektakuläre, leider etwas zusammenhangslose Ende einer belanglosen Nebenfigur.

Schön zu verfolgen sind schlaglichtartigen Szenen, die dem Leser zwar Konzentration abverlangen, aber auch eine intensive filmartige Galerie im Kopf erzeugen. Mit dieser Technik gelingt es Peinecke schließlich, auch Brutalität und abrupte Wendungen darzustellen – Details überlässt er dem Leser.

Insgesamt erreicht der Roman damit eine hohe Packungsdichte, die Komplexität der Trilogie kumuliert in diesem Band, der Unterhaltungswert ist sehr hoch. Dieses Buch schließt den Kreis in mehr als einem Sinn, und so möchte man rufen: SO muss Space Opera! Und es hinterbleibt das Gefühl, dass es mal wieder zu kurz war, man mehr wissen will, teilweise eine breitere Erzählweise für den Stoffumfang vorstellbar wäre – und noch viele Geschichten in diesem Universum und aus dieser Feder ihrer Entdeckung harren. 4,5 Sterne für das Buch!


Perry Rhodan 2847: Planet der Phantome (Heftroman): Perry Rhodan-Zyklus "Die Jenzeitigen Lande" (Perry Rhodan-Erstauflage)
Perry Rhodan 2847: Planet der Phantome (Heftroman): Perry Rhodan-Zyklus "Die Jenzeitigen Lande" (Perry Rhodan-Erstauflage)
Preis: EUR 1,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein gelungener Serienroman, 10. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Band vermochte mich kurzweilig zu unterhalten. Schön ist vor allem, dass Perry selbst mal wieder die Wendung bringt - ganz in klassischer Manier. Dass Michelle in manchen Details etwas unscharf schreibt, ist uns ja bekannt ;) Diesmal hat das aber keine Auswirkung auf den Lesefluss. Insgesamt ein Roman der Kategorie "Das ist, warum ich die Serie lese".

Wenn ich mal spoilern darf:

Jawna Togoya kommt wieder ins Spiel, was sehr sympathisch ist. Auf dieser Grundlage hätte ich allerdings erwartet, dass zumindest Perry und Gucky mit der Mutter eine andere Reise antreten, haben sie damit doch ein mächtiges, nicht infiziertes Schiff zur Verfügung und sind so nicht auf die zweifelhafte Rettung durch Bughassidow angewiesen. Dass sie sich diese Handlungsfähigkeit nehmen, ist der einzige gravierende Kritikpunkt (vermutlich dem Exposée geschuldet).


Verlorene Paradiese
Verlorene Paradiese
von Ursula K. Le Guin
  Broschiert
Preis: EUR 10,90

5.0 von 5 Sternen Der Buchwurm, verloren im Paradies, 3. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Verlorene Paradiese (Broschiert)
Das Titelbild ist unauffällig, und der Klappentext klingt wenig innovativ. Aber dass Ursula K. Le Guin eine Schriftstellerin von besonderem Format ist, weiß man nicht erst seit gestern. Ihre Geschichten sind von besonderer Qualität und so ist es außerordentlich erfreulich, mit dem vorliegenden Buch endlich eine neue Übersetzung für uns deutschsprachige Leser serviert zu bekommen. Und diese Novelle hat es absolut in sich.

Die Autorin, die mit Romanen wie »Die linke Hand der Dunkelheit«, »Die Enteigneten« oder »Erdsee« auf beeindruckende Weise zeigt, dass phantastische Literatur mehr ist als bloß eskapistische Unterhaltung, schreibt in ihrem Vorwort zu dieser Geschichte, es sei ihr ein lang gehegter Wunsch gewesen, das Leben der Generationen auf einer interstellaren Reise zwischen Aufbruch und Ankunft zu erfassen – nur habe sie lange Zeit gebraucht, um den richtigen Blickwinkel zu finden. Das Ergebnis ist ein Fest für den Leser, es veranschaulicht aus wenigen signifikanten Blickwinkeln das Leben, Streben, die Veränderungen und die Sozialität auf einem vorstellbaren Generationenraumschiff, zeigt, dass auch bei bestmöglicher Vorbereitung das Leben Wege findet, die kein Planer vorhersehen kann. Dabei sind es vorerst beinahe Alltäglichkeiten, mit denen Le Guin die Entwicklung skizziert. In ihrem meisterhaften Blick auf die Persönlichkeit gelingt ihr eine intensive Charakterisierung bei völligem Verzicht auf aggressiv treibende Handlungselemente; Konflikte entstehen aus der Situation und der Neugier der Reisenden, aus dem Wesen der Menschen und ihrem ewigen Sehnen nach Bedeutung. Was sich erst zum Ende hin zuzuspitzen scheint und in einem tätlichen Konflikt zu kumulieren hätte, handelt Le Guin in kurzen, zur Nebensächlichkeit degradierten Szenen ab; ihr Augenmerk gilt weiterhin dem Wesen dieses zerbrechlichen Gefüges.

Wer also ein actiongeladenes Weltraumabenteuer sucht, wird hier nicht fündig. Wer einfach nur gut unterhalten werden will, greift ebenso bedenkenlos zu wie jene, die sich mehr erhoffen, die der Autorin folgen wollen in die beeindruckende Einfachheit und Komplexität sozialer Gefüge und in eine heute seltene Utopie. Diese Geschichte ist jeden Cent ihres nicht ganz niedrigen Preises wert; eine absolute Empfehlung! Man kann sich nur wünschen, dass Beispiele wie dieses, erbracht durch den kleinen Genreverlag »Atlantis«, weiteren Übersetzungen aus dem Werk der Autorin den Weg ebnen. Hier wartet noch ein weites Feld auf seine Entdeckung.


D9E - Die neunte Expansion: Der sensationelle Gonwik
D9E - Die neunte Expansion: Der sensationelle Gonwik
von Dirk van den Boom
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

4.0 von 5 Sternen Sie kommen!, 22. Februar 2016
An erster Stelle mag ich Dirk van den Booms Schreibe. Die Geschichte selbst ist nicht nur kurzweilig, sondern bebildert weitere Details des Universums und gibt den Startschuss für den Angriff der Gegner. Interessant zB die Ähnlichkeiten zwischen Navigatorenhirnen und Robotern, wodurch beide empfänglich für die gleiche Art von Manipulationen sind. Der Kommandant der Interceptor hat ein gutes Profil inzwischen, seiner heimlichen Flamme Skepz fehlt da noch etwas die Tiefe. Jetzt darf es aber langsam in die Vollen gehen, die verschwommenen Geheimnisse der Hondh dürfen präzisiert werden - damit begann Niklas Peinecke schon in seinem letzten Roman Die Seelen der blauen Aschen, als einer der Hondh-Agenten mit der Unsterblichkeit konfrontiert wurde. Deshalb freue ich mich auf die Sonne der Seelen!
Wieder einmal greift der Autor auf bekannte Figuren zurück, was mit einem schelmischen Zwinkern die Leserschaft herausfordert: Grantham, Carson, Patmore ... Da liefert er die Bilder zu den Figuren gleich mit. Außerdem gibt es einen Aliensexteppich, wobei die Aliens in dem Fall mechanischer Herkunft sind; das wars aber auch schon an schlüpfrigen Details, in dieser Hinsicht bleibt Boom noch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück ;) Über die Teilung der Geschichte in zwei Handlungsebenen gelingt die Darstellung der expansionistischen Situation aus Sicht der Interceptor-Crew nicht allzu trocken, zumal die Einzelszenen vom Humor des Autors durchwirkt sind - auch wenn er hier entgegen der Vorgehensweise bei seinen eigenständigen Werken Rücksicht auf die Mitautoren nimmt und die Szenerie eher dezent aufheitert. Trotzdem verzichtet er nicht auf die Möglichkeit, seinen Kollegen und dem Verleger würdige Denkmäler zu setzen - so haben in diesem Band Ernst Wurdack selbst sowie der genannte Niklas Peinecke amüsante Nebenrollen. Ein unterhaltsames Buch, das in Details für neue Erkenntnisse sorgt und den großen Konflikt endgültig ausbrechen lässt.

Zwar liegt Leeluu nun schon einige Zeit zurück, so dass ich die Rückverweise nicht mehr nachvollziehen kann, doch hat das bisher keinen Einfluss auf die aktuelle Geschichte.


Perry Rhodan 2841: Sturmland (Heftroman): Perry Rhodan-Zyklus "Die Jenzeitigen Lande" (Perry Rhodan-Erstauflage)
Perry Rhodan 2841: Sturmland (Heftroman): Perry Rhodan-Zyklus "Die Jenzeitigen Lande" (Perry Rhodan-Erstauflage)
Preis: EUR 1,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unendliche Halde, 16. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Zum Glück ist der Band gar nicht soo übel wie befürchtet ;) Die Autorin hat schon einige Eigenarten beim Schreiben, doch das konnte mich nicht daran hindern, diese Geschichte zu lesen - denn immerhin gehts jetzt endlich straff auf die Jenzeitigen Lande zu! Hoffte ich. Bestimmt im nächsten Band ;)

Da kämpft Atlan in einer komischen Schieferhalde mit der Geduld. Eine Situation, die er erfolgreich auf seinen jüngeren Begleiter projiziert. Und eine Situation, die spannend zu beschreiben sicher nicht einfach ist. Leider muss sich der weißhaarige Held auch nach seiner 700jährigen Reise noch mit den Hinhaltetaktiken des Anc herumschlagen, und das tut gerade in einem Roman wie diesem, wo auch das Umfeld nicht viel her gibt, weniger gut. Trotzdem kommt so ein gewisses Gefühl von Zielnähe auf. Und - oh fuminatio - der Band endet in einem Weltuntergang, Atlan mittendrin, statt nur dabei.


Perry Rhodan 2842: Fauthenwelt (Heftroman): Perry Rhodan-Zyklus "Die Jenzeitigen Lande" (Perry Rhodan-Erstauflage)
Perry Rhodan 2842: Fauthenwelt (Heftroman): Perry Rhodan-Zyklus "Die Jenzeitigen Lande" (Perry Rhodan-Erstauflage)
Preis: EUR 1,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der älteste Unsterbliche, 16. Februar 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Neuland" oder "Gruseliges Spielzeug von Thez" wäre ein passenderer Titel gewesen - Fauthen kommen kaum vor, ein einziger Fauth tritt mit zwei kryptischen Sätzen in Erscheinung. Möglich wäre auch "Tifflors Haut" gewesen, denn immerhin bezieht der Roman aus diesem Kuriosum einen Gutteil der Action.

Davon abgesehen ist es ein ziemlich gut lesbarer Roman, eindeutig eine dankbarere Aufgabe als der letzte. Atlan wird zwar nur in Versatzstücken charakterisiert, Liu und Tifflor dafür in der ersten Hälfte durchaus annehmbar. Gerade Tifflor, oft ein mitlaufender Charakter ohne Eigenleben, bei dem man sich stets fragen muss, wieso eigentlich gerade er die Unsterblichkeit erlangte und so lange halten konnte, wird von der Autorin gut inszeniert; zumindest in der ersten Hälfte, wie gesagt. Dann verliert er leider seine Aura und normalisiert sich zu dem Mann, den man kennt. Eben der austauschbare Mitläufer. Schade. Aber im Ansatz gelingt der Autorin hier eine neue Charakterisierung dieses mittlerweile ältesten Unsterblichen - der übrigens so alt zu sein scheint, dass man sich fragt, ob an der Aussage mit der "Haltbarkeit" der Zellaktivatoren von 20TJahren überhaupt was dran ist.

Immerhin ist es nun, nach 43 Romanen des aktuellen Zyklus', endlich soweit: Man erreicht den Namensgeber: Die Jenzeitigen Lande.


Meran
Meran
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Buchwurm auf Meran, 30. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Meran (Kindle Edition)
Inzwischen ist Dirk van den Boom ein Begriff für schöne Weltentwürfe, augenzwinkernde Abenteuer und körperbetonte Auseinandersetzungen. Als er vor Jahren seinen diplomatischen Ermittler Casimir Daxxel in das erste Abenteuer nach »Eobal« schickte, sah es nicht gerade rosig aus für die Zukunft des Konsuls, obwohl der Roman mit einer spannenden Geschichte unter allen Stärken des Boomschen Stils aufwartete. Doch mit »Habitat C« erschien 2014 eine Fortsetzung von unerwarteter Komplexität und großem Unterhaltungswert, was die Spannung auf den dritten und vorerst letzten Roman aus diesem Umfeld deutlich erhöhte.

Mit »Meran« besinnt sich Boom wieder auf die Wurzeln dieses Dreiteilers und kehrt zu den weltlichen Streitigkeiten zurück, die in Eobal ihren Anfang nahmen und nun unter diversen Wendungen und Überraschungen kumulieren. Dabei konzentriert er sich stark auf die Charakterisierung des fremdartigen Volkes der Meraner und ihre äußerst patriarchalische Weltanschauung. In dieser Reihe ist Booms alltäglicher Job als Basis seiner Geschichte spürbar wie selten zuvor, was unter anderem auch an seinem Protagonisten liegt. Seine politische Verankerung erlaubt es Boom, mit Fachwissen und entsprechenden Abstrahierungen eine eigene Gesellschaft zu entwerfen, und es scheint gar nicht so abwegig, Details des meranischen Rechtssystems auch bei uns zu vermuten.

Dies stellt Boom in das Fundament seiner Geschichte, es bildet die Streben, an denen er seinen Protagonisten entlanghangeln lässt. Wie auch in den Büchern zuvor gilt es einen Kriminalfall zu lösen, doch der starke Ermittler, der auch körperliche Gefahren abzuwehren vermag, ist Daxxel jedenfalls nicht. Ihm zur Seite stellt Boom eine Einzelkämpferin, was zu allerlei Konflikten in der männerdominierten Zivilisation der Meraner führt und leider auch mal wieder darauf hinweist, wie es um die Emanzipation bei uns bestellt ist. So bricht Boom die konventionellen Strukturen einer solchen Geschichte in angenehmer Weise auf, schafft sprachlich gute Laune und erzeugt die typische Freude, wenn sein Protagonist mal wieder ganz untypisch Deckung hinter seiner ebenso schönen wie zielsicheren Begleitung Josefine Zant sucht. Beruhigender Weise hebt er aber nie einen Zeigefinger und mahnt, sondern er erzählt konzentriert seine Geschichte, in deren Einflussgebiet eben die ein oder anderen gesellschaftspolitischen Details eingefangen und bebildert werden.

Während er also einer stringente Erzählung aus Sicht des Hegemoniekonsuls ehemaligen Konsuls der Akte folgt, stolpert Boom zum Ende über die verbleibende Auflösung der Geschichte und führt Hals über Kopf von Außen einen Eingriff durch. Das ist etwas unbefriedigend gelöst, doch erklärt sich dadurch natürlich die beim Lesen auftretende Frage, wie, bei diesem gemächlichen Spannungsbogen, ein Ende erreicht werden soll. So lässt Boom neben dem durchaus interessanten und verwickelten Aufbau der Zivilisation und intriganten Politik der Meraner die Komplexität des Vorgängerbandes »Habitat C« missen, die umfassende Tragweite, der Sense of Wonder, der dort entstand, bleibt hier ausgesperrt. So ist es vor allem der lockere Stil und die sprunghafte Erzähltechnik, die in diesem Buch für den Unterhaltungswert sorgen, weniger die Geschichte an sich, denn die liest sich fast wie eine Pflichtarbeit.

Casimir Daxxel erreicht seine Höchstform auf »Eobal« und auf dem »Habitat C«, allerdings wird mit »Meran« das Cover-Tryptychon vervollständigt. Star jedenfalls ist Josephine Zant, die sich trotz mannigfaltiger Erwartungen stets jugendfrei darstellt.
Halb-Sterne kann man bei amazon nicht vergeben, deshalb runde ich souverän auf vier Sterne auf :)


Die Dämonen vom Ullswater
Die Dämonen vom Ullswater
von Steffen König
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Die Dämonen vom Buchwurm, 2. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Dämonen vom Ullswater (Broschiert)
Sein unspektakulärer Titel macht es nicht leicht ersichtlich, aber: Dieser Roman hat alles, um als Highlight der phantastischen Literatur aus dem Jahr 2014 hervor zu gehen. Bis dahin ist es zwar noch etwas hin, jedoch hat Steffen König stark vorgelegt und präsentiert eine unfassbar spannende Geschichte von geradezu klassischer Struktur – letzteres mag angesichts des avisierten Handlungszeitraums nicht weiter verwundern, abgesehen von der Meisterschaft, mit der sich König in dieser uns heute recht fremden Sprache bewegt.

Voranstellen möchte ich der Rezension ein Zitat aus der Danksagung des Autors als Verweis auf die Schwierigkeit, die eine Besprechung dieses Romans hervor ruft, wenn man allzu große Vorwegnahmen auf den Inhalt vermeiden möchte. Dementsprechend wird ein bestimmter Abschnitt der Besprechung gesondert gekennzeichnet sein, und der geneigte Leser wird selbst zu entscheiden haben, wie viel er von dem entsprechenden Abschnitt liest:

»Mein Dank geht auch an H. G.Wells und Jeff Wayne, die auf ihre jeweils eigene unvergleichliche Art England in Schutt und Asche gelegt haben und mich damit zu dieser Geschichte inspirierten.« (Steffen König, 2014, aus: Danksagung, Die Dämonen vom Ullswater, Wurdack-Verlag Nittendorf)

Steffen König trat bisher als Autor diverser phantastischer Kurzgeschichten in Erscheinung, so erschien 2013 seine alternative-history-Story »Albatros« im Science Fiction Magazin NOVA, Ausgabe 21 und 2014 in der Ausgabe 22 die Geschichte »8:16«. Der vorliegende Roman ist sein Erstling in voller Länge.

Wenn einem »Die Dämonen vom Ullswater« zufällig begegnen, sei es auf diversen Internetplattformen oder der Verlagshomepage, fällt zunächst der Klappentext auf, der in Verbindung mit dem Titel nicht weiter auffällig ist. Zum Glück hat der Verlag das oben zitierte Zitat gleichfalls auf seine Homepage gestellt – und nun ist eine Verknüpfung da, die das Interesse des Lesers wecken kann. Die umfangreiche Leseprobe tut ein Übriges: Man wird von der klassischen Wortwahl und der dadurch oder trotzdem entstehenden Spannung schon auf den ersten Seiten eingefangen. Es ist nicht so, dass sich hier Action oder Morde um die Aufmerksamkeit des Lesers zanken, eher entsteht ganz im Stile des genannten H.G. Wells die Spannung aus der Situation heraus. Und, was schon diese Leseprobe deutlich macht: Steffen König versteht es meisterhaft, sich in dieser Epoche und diesem Stil zu bewegen. Jeder Satz hat seine Berechtigung, die Erzählung gerät nie ins Stocken, flüssig und sympathisch den Herzschlag steigernd durchlebt man die Erregung, die Angst, die Hoffnung/slosigkeit, den Ekel, den monströsen Schrecken.

Der folgende Abschnitt setzt den Roman in ein Umfeld von hohem Bekanntheitsgrad unter der Vorwegnahmegefahr, die oben angekündigt wurde.

Allein die Erwähnung von Wells und Wayne in einem Satz macht dem bewanderten Leser klar, worauf sich dieser Roman zu stützen scheint. Wells »Krieg der Welten« ist ein klassisches Stück phantastischer Literatur und wird oft als erster Erstkontaktroman bezeichnet. Zur Entstehungszeit war der Mars gerade en vogue, und Wells nutzte diese Tatsache für die Verarbeitung seiner gesellschaftskritischen Ideen und Befürchtungen. Steffen König widmet sich nun, rückblickend deutlich erkennbar, dem Ursprung der Marsianerinvasion. Er erkennt treffend, dass so eine Invasion schwerlich ohne vorangegangene Spionage möglich sein dürfte – und im Hinblick auf die Ziele der Invasion muss es auch Kontakte zwischen den Dämonen und einzelnen Menschen gegeben haben. Im Roman bleibt Walden nicht der einzige Betroffene, doch auch hier liefert die Idee der Kundschafter und die Charakteristik der Marsianer eine Geheimhaltungsmethode, der nicht zuletzt auch Walden zum Opfer fällt, ganz im Zeichen der Eigenheiten menschlicher Ignoranz. Damit greift König einen Kritikpunkt auf, der auch zu heutiger Zeit noch zutrifft und wohl immer zutreffen wird.

Im weiteren Verlauf steht die Geschichte im Vordergrund. Walden entdeckt die Marsianerzivilisation und lernt sie verstehen. Auch hier bedient sich König der zeitgemäßen Betrachtung über Darwins Evolutionstheorie, die schnell zu stoischer Schicksalsergebenheit führte. Ihm gelingt es, beinahe lovecraftsche Erfahrungen durch die Traumwelten und damit durch die telepathischen Übermittlungen auf Waldens Geist zu erzeugen, was nicht unbedeutend zur Spannung der Geschichte beiträgt. Nebenbei greift er einige der wellsschen Überlegungen hinsichtlich der Evolution der Marsianer auf und verdeutlicht, was Wells seinerzeit nur vermuten ließ. Trotz dieser Bezüge ist der Roman vollkommen unabhängig vom »Krieg der Welten« zu lesen und zu verstehen, einzig Königs deutliche Hinweise im Epilog, mit dem er explizit die Brücke schlägt, wird jeden Leser auf seine Inspiration stoßen und dem Interessierten vielleicht zu neuer Lektüre verhelfen.

Ende des Beziehung nehmenden Einschubs.

Es bleibt, unabhängig vom oben Besprochenen, ein Roman, der aus heutiger Sicht hervorragend den Zeitgeist der Handlungszeit einfängt und gleichfalls unser Augenmerk auf die Visionen jener Tage richtet, die sich teilweise in der inzwischen Realität gewordenen Zukunft verwirklicht finden, aber zu einem Gutteil noch ihrer Erfüllung harren – ob sie nun positiv sind wie Kurd Laßwitz es erhoffte oder dystopisch, wie Wells warnte, wenn man die Weiterentwicklung im Sinne Darwins aus den Augen verlöre. Der Unterhaltungswert der »Dämonen« ist enorm, die Spannung beinahe gefährlich für Herz und Kreislauf, man vergisst schnell die Zwänge des Alltags und versinkt in dieser Vision. Zum Glück für Arbeitgeber und Familie sind die gut 250 Seiten schon nach kurzer Zeit aufgesogen ;-)


D9E - Die neunte Expansion: Der Schwarm der Trilobiten
D9E - Die neunte Expansion: Der Schwarm der Trilobiten
von Nadine Boos
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

5.0 von 5 Sternen Der Schwarm der Buchwürmer, 2. Dezember 2015
Der Roman beginnt mit einem fremdartigen Wesen in einer fremdartigen Umgebung bei fremdartigen Gedanken und bietet damit im ersten Kapitel etwas, was die meisten Science-Fiction-Leser einsammeln und an die Lektüre binden dürfte: Eine phantastische Welt, in die man sich hineindenken kann und sollte, die das innere Tor der Fantasie aufstößt und dahinter mit Träumen, Ideen, Bildern wartet. Das ist die Ebene von Kalmi, einem Wasserwesen, das sich von ihrem Schwarm löst und auf die Suche nach einem Rückzugsort, einem Wasserplaneten geht, der in der kommenden Expansion der Hondh keine Rolle spielt. Sie reist in einem organisch anmutenden Schiff in Form eines Trilobiten – womit sich auch schon die Titelherkunft ergibt. Denn der Schwarm Kalmis selbst, das Volk der Asmini, wird nicht mit Trilobiten assoziiert.

Aber eigentlich geht es um Beatrix Darjeeling, genannt Trixi, die in der Erbfolge des Darjeeling-Matriarchats nach ihrer amtierenden Großmutter steht, derzeit im zarten Alter von wenigen Jahren in den Zwanzigern aber ganz andere Interessen verfolgt und keinen Bedarf an der arrangierten Hochzeit mit dem Sprössling des konkurrierenden Unternehmens hat. Sie wird von Boos als querköpfiges Mädchen geschildert, das versucht, zwischen den Intrigen und Machtspielchen ihrer Familie einen eigenen Weg zu finden und sich zu behaupten. Begleitet wird sie dabei von einer Anstandsdame und zwei Technikern, die grundverschieden in ihren Arbeitsweisen sind. Ein klassisches Quartett also für den Haupthandlungbereich des Romans, und Boos versteht es, über Nebenstränge die Verquickung aller Interessengruppen zu skizzieren, die sich auf dem zusammengeschusterten Raumschiff Trixis, der Skolopendra, fokussieren.

Dadurch entwickelt sich zügig ein Bild, in das sich die unterschiedlichen Ereignisse einpassen – wie die Beschreibung der Asmini und ihres Zusammenlebens wächst auch dieses Bild der menschlichen Erzählebene organisch, natürlich, in sich beeinflussender Aktion und Reaktion. Was sich in klassischen Space Operas oft als nebensächlich darstellt oder meistens komplett unerwähnt bleibt, nämlich die wirtschaftlichen und politischen Zwänge, die so eine Mobilmachung auf ein instabiles Machtsystem ausübt und wie die Parteien trotz der Bedrohung ihrer Welt, ihres Lebens, noch taktieren, um nach dem potenziellen Krieg an Boden gutgemacht oder ihre Stellung gehalten zu haben, macht Boos zur Grundlage der Erzählung in den Nebenbereichen und zeigt so ihr Bild dieses isoliert existierenden Konsortiums und des Netzes, dem sich ihre Protagonistin zu entziehen versucht. Untätig müssen wir dabei zusehen, wie Trixi sich durch ihre Bemühungen immer mehr in diesem Netz verstrickt, daran wächst und sich schließlich mit ihrem aufgedrängten Verlobten arrangiert. Denn die Manöver, die Boos über die Matriarchin Bronja ausführen lässt, um Trixi einzuordnen, führen letztlich für sie zu exklusiven Erkenntnissen. Ich unterstelle der Autorin einfach mal, dass sie diese Tatsache voraussehen konnte und damit das Ziel verfolgte, ihrer Protagonistin doch noch mehr Freiheit zu verschaffen, als Bronja ihr zugedachte.

Es gibt dann doch noch zwei Kritikpunkte, die der aufmerksame Leser sicher schon bemerkt hat: Der Titel »Der Schwarm der Trilobiten« ist etwas irreführend, denn es gibt keinen derartigen Schwarm, sondern die Asmini leben im Schwarm und schicken ihre trilobitenfömigen Raumschiffe als Kundschafter aus, also muss man von einem Marketingtitel ausgehen. Zumal die Asmini zwar wichtig für die Geschichte sind, aber doch eher nicht die Hauptrolle spielen. Und der Klappentext spricht von einer ausgebrochenen Revolte, die tatsächlich noch im Entstehen begriffen ist. Aber von dieser Kleinigkeit abgesehen ist es ein Musterstück von Klappentext, der wenig verrät aber Zusammenhänge knapp und präzise darstellt. Toll!

Ein Wehrmutstropfen ist die plötzliche finale Fokussierung der Ereignisse. Immerhin können wir im nächsten Beitrag von Nadine Boos tiefer gehende Erkenntnisse und eine Weiterführung der Charakterisierungen erwarten, wenn sie uns wieder mitnimmt auf die angekündigte Reise der Skolopendra. Freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Trixi, Kalmi und Co., denn diese Geschichte birgt noch Potenzial für echten Sense of Wonder! Meine 4,5 Sterne macht Amazon zu fünfen :-)


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