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SonataFanatica

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Omniscient (Ltd.Digibook)
Omniscient (Ltd.Digibook)
Preis: EUR 20,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurz gesagt: Meisterwerk., 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Omniscient (Ltd.Digibook) (Audio CD)
Hier ist es also endlich. Nach einem Jahrzehnt sind die amerikanischen Power Metal-Helden Steel Prophet zurück. Nach so einer langen Wartezeit ist es ganz normal, dass die Erwartungen astronomisch hoch sind – und meistens ist das dann der Grund für (zumindest ein bißchen) Enttäuschung, doch hin und wieder wird man stattdessen sogar positiv überrascht. Ich freue mich, behaupten zu können, dass dies hier definitiv der Fall ist.

Zum ersten Mal seit dem 1999er "Dark Hallucinations" ist die Band wieder im "Erzähl-Modus", denn "Omniscient" ist ein Konzeptalbum kosmischen Umfangs – eine Reise durch Zeit und Raum und durch die Geschichte der Erde, mit einem starken Fokus auf Menschlichkeit und das Leben selbst. Im Booklet kann man die gesamte Geschichte aus der Sicht des Protagonisten nachlesen, während die Songtexte Teil dieser Geschichte sind: jeder Song beschreibt einen wichtigen Moment in der Story. Worum es genau geht, möchte ich hier lieber noch nicht verraten – das sollte jeder für sich selbst erleben.

Jeder weiß, dass der Begriff "Meisterwerk" heutzutage widerlichst ausgelutscht und zu oft zu achtlos von Plattenfirmen und Rezensenten umhergeschleudert wird. Doch zu Steel Prophets neuem Album "Omniscient" passt der Begriff endlich mal wirklich. Bis zum Release dieses Albums waren Songs wie "Through Time and Space" oder "Funeral for Art", die vor Überraschungen und Abwechslung nur so strotzen, höchstens auf den ersten Releases von Steel Prophet zu finden (dem Demo "Inner Ascendance" und dem Debütalbum "The Goddess Principle"). Es ist einfach der Wahnsinn, wie die Band es geschafft hat, diesen alten Stil wiederzubeleben, ihn in Kontext mit all den darauf folgenden Werken einzubauen und somit alle Stile zu kombinieren – UND noch neue Ideen hinzuzufügen, sodass das Ganze zu etwas komplett Neuem und Aufregendem wurde. Auch wenn das Album nach den ersten paar Durchläufen noch ein bißchen überwältigend scheinen mag, da Schichten über Schichten sorgsam verschachtelter Kompositionen vorhanden sind, wird die Kombination aus Abwechslung und grooviger Härte dafür sorgen, dass man früher oder später Feuer und Flamme ist.

Zusammenfassend kann man sagen: Steel Prophet sind endlich zurück. Und sie sind zurück mit der abwechslungsreichsten, atmosphärischsten, ohrwurmigsten und härtesten Schöpfung ihrer Karriere. Und dies ist keine Übertreibung oder Fan-typisches Honig-ums-Maul-schmieren – dies ist Fakt. "Omniscient" ist ein absolutes MUSS für Fans aller Äras von Steel Prophet, wie auch für Metal-Fans im Allgemeinen.

Wer Lust hat, kann sich nun gerne noch die Detailbeschreibungen aller Songs durchlesen und damit tief in das neue Material eintauchen. Es wird eine turbulente Reise – versprochen!

01.) Trickery of the Scourge

"Omniscient" beginnt mit einem halbminütigen Intro, das den Zuhörer direkt in die guten alten Tage zurückversetzt, als Steel Prophet mit Songs wie "Reign of Christ", "Devoid of Logic" oder "To Grasp Eternity" die Stimmung einleiteten, bevor die volle Kraft des Songs entfesselt wurde. Los geht's hier mit dem Opener "Trickery of the Scourge". Diesen Song konnte man bereits am 4. Mai 2008 auf der MySpace-Seite von Steel Prophet hören, doch diese neue Version wurde noch verfeinert und hat eine Menge neuer Ideen. Grundlegend ist der Song vergleichbar mit dem Stil der Alben "Messiah" oder "Book of the Dead", während er stellenweise an das erste Album "The Goddess Principle" erinnert, was die Gesangsharmonien des Refrains angeht. In der zweiten Hälfte des Songs hört man einen Break, der eine direkte Hommage an den Song "Souls Without Honor" vom genannten Debütalbum ist. Alles in allem der perfekte Mix aus den verschiedensten Steel Prophet-Stilen über die Jahre. Rick Mythiasins Stimme klingt, als wäre seit 2001 keine Sekunde vergangen – Fans werden sich sofort wie zuhause fühlen. Dies ist meines Erachtens der beste Opener, den die Band je geschrieben hat.

02.) When I Remake the World

Als nächstes folgt ein recht grooviges Geschreddere, zu dem Ricks ein wenig verzerrte Vocals einen mystischen Touch zur Atmosphäre des Songs beitragen. Auch wenn das Riffing größtenteils gleich bleibt, haut das abwechslungsreiche Drumming immer wieder interessante Rhythmuswechsel rein. Der ohrwurmige Refrain wird auch noch lange nach dem Hören des ganzen Albums im Kopf bleiben und das erste Gitarrensolo erinnert glatt and die Glanzzeiten von Blind Guardian! Rick's Stimme klingt durchaus anders als noch im Opener, aber er ist abwechslungsreicher als zuvor: mal beinah erzählerische Passagen, mal sehr emotionale Harmonien, mal höchste Töne, ... und zum Schluss gar ein triumphales Lachen, bevor das zweite Gitarrensolo den Zuhörer mit Schauern über den Rücken zurücklässt.

03.) 9/11

Steel Prophet-Fans erzählen immer wieder von einem der hauptsächlichen Trademarks der Band: die galoppierenden Riffs aus Rhythmusgitarre und Drums (wie man sie zum Beispiel von den Songs "Trapped in the Trip" oder "Hate²" von 1997 oder "The Ides of March" von 2000 kennt). Kein Steel Prophet-Album wäre ohne diese Galopp-Riffs komplett und so wird auch der nächste Song des Albums, "9/11", von diesen getragen. Rick beginnt in einer Art beabsichtigten Eintönigkeit in mittlerer Geschwindigkeit, wird immer wütender und agressiver (man fühlt sich gleich an "Scarred For Life" erinnert) – und gerade wenn man meint, dass er seinen Siedepunkt erreicht hat, kommt der Refrain des Songs und einer überraschenden und beschwörenden Langsamkeit. Wenn man diesen Song mit etwas vergleichen sollte, das bereits existiert, dann wäre der Vergleich zu der Band Solitude Aeturnus wohl am passensten. Die zweite Hälfte des Songs fährt mit der vorherigen Agressivität fort, während Rick mehr Abwechslung reinbringt: mal hohe Schreie, mal fiese Grunts – eine absolute Wohltat, die an den Band-Klassiker "The Revenant" erinnert. Diesmal folgt allerdings nicht wieder der Refrain, sondern stattdessen ein hochmelodisches Gitarrensolo, das die Melodie des Refrains interpretiert und direkt an die Atmosphäre des Albums "Dark Hallucinations" erinnert.

04.) Chariots of the Gods

Keine Zeit, Luft zu holen, Leute, denn "Chariots of the Gods" macht genau da weiter, wo "9/11" aufgehört hat. Das Riffing und Drumming scheint sogar noch härter zu sein und die Lead-Gitarre begleitet die Rhythmussektion perfekt. Dies ist einer von vielen Tracks, in denen man schnell die komplexen Schichten der Instrumentierung bemerkt – und während das zu Anfang noch ein bißchen überwältigend sein mag, wird man mit jedem Durchlauf des Albums neue Details entdecken. Wieder einmal lässt Rick seinem Wut freien Lauf – allerdings klagender als noch zuvor. Und wieder einmal: gerade wenn man denkt, dass er sich nicht weiter steigern könnte und gerade wenn das harte Geschreddere kurz davor ist, unerträglich zu werden, kommt ein überraschender Bruch: ein Mid-Tempo-Refrain mit einem sehr gelassenen Drumming, das mit Glockenrassel verziert ist. Dies lässt all die Spannung, all den Druck, all die wütenden Emotionen abebben und erzeugt glatt ein Gefühl des tiefen Ein- und Ausatmens – meisterhaft durch die Musik rübergebracht! Anschließend folgt noch ein triumphales, hochgestimmtes Gitarrensolo, zusammen mit der gelassenen Percussion, bevor der Song zum Ende noch einmal richtig Gas gibt. Wie gesagt: auch wenn der Song zunächst ein bißchen überwältigend sein mag – er wird schnell zu einem Lieblingssong dieses Albums.

05.) Tree of Knowledge

Sobald der nächste Song beginnt, wird wohl jeder Steel Prophet-Fan ein breites Grinsen auf dem Gesicht haben: "Tree of Knowledge" ist der perfekte Kandidat für eine Hit-Single. Es beinhaltet ein typisches Iron Maiden-artiges Riff, das an viele alte Steel Prophet-Songs erinnert, die die Fans über die Jahre hinweg als Hits betrachtet haben – besonders "Escaped" von "Book of the Dead", "Messiah" vom gleichnamigen Album und den "Purgatory"-Teil von "Ides of March/Purgatory" vom Album "Into the Void". Doch dieser Song demonstriert auch mit Leichtigkeit, dass die Band sich entwickelt hat, denn der Song kann zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar genannt werden. Gerade wenn man meint, dass man weiß, wie es weitergeht, passiert irgendetwas Besonderes – sei es Ricks abwechslungsreicher Gesang, mehrere Rhythmuswechsel oder ein überraschender Break in der Percussion. Der Song bleibt zu jeder Zeit frisch und aufregend, während er den typischen Steel Prophet-Vibe rüberbringt, den die Fans von Anfang an geliebt haben. Der Refrain ist sehr positiv und gegen Ende kommt ein weiterer von Ricks mystischen Singsang-Momenten. Der absolute Anspieltipp des Albums!

06.) 666 is Everywhere (The Heavy Metal Blues)

Und nun zum Herzstück des Albums. "666 is Everywhere" beginnt mit einem atmosphärischen 1-Minuten-Intro, das sofort erkennbar ist als "typisch Steel Prophet" und den Sound der frühen Alben mit den langsameren Momenten von "Dark Hallucinations" und den instrumentalen Stücken von "Book of the Dead" kombiniert – und dann hebt der Song zu einer Metal-Hymne wie keine andere ab! Das Hauptriff schreit förmlich: "bang your head! Heavy Metal is back"! Dies ist der Song, in dem Ricks Gesang als Hauptattraktion glänzt, das Riffing in einer Blues-artigen Dynamik begleitet und alles zeigt, was er in seinem Repertoire hat. Das lange, virtuose Solo in der Mitte des Songs wird von einer Drum-Sequenz unterlegt, das dazu prädestiniert scheint, in einer großen Menge von Metal-Fans auf und ab zu springen. Ich möchte wetten, dass dieser Song live absolut perfekt funktioniert. Schon wenn man den Song zum ersten Mal hört, hat man hunderte Metal-Fans vor Augen, die "666! 666! 666! 666!" rufen. Und DANN bringt der Song etwas zurück, das man in Steel Prophet-Songs seit Jahren nicht mehr gehört hat: eine sehr ruhige, melodische Passage, in der Rick wie in einer Beschwörung spricht (wie damals in "Reign of Christ" auf dem Debütalbum oder am Anfang von "Ghosts Once Past" auf "Messiah"). Anschließend wird noch einmal der Refrain gerufen, bevoooor...

07.) Oleander Deux

... wir direkt in das schöne Remake des Fun-Outros "Oleander" von "Book of the Dead" katapultiert werden. Diese neue Version namens "Oleander Deux" wird von einem coolen Gitarren-Rhythmus getragen, während Rick einfach nur Spaß damit hat, frei dazu zu singen. Ein tolles Augenzwinkern an jeden Fan, der das "Book of the Dead"-Album mochte. Der Song bringt Erinnerungen zurück, während er zeitgleich die Rückkehr von Steel Prophet feiert. Nach etwas über einer Minute ist dann wieder Schluss und Ricks hochmelodische Stimme verklingt und führt uns zu...

08.) Aliens, Spaceships and Richard M. Nixon

Akte-X-Fans aufgepasst: dies ist der Stoff, aus dem eure Träume sind. Auch "Aliens, Spaceships and Richard M. Nixon" hat wieder eines dieser perfekten "Galopp-Riffs" und die Lead-Gitarre fügt eine melodischen Teppich hinzu, der ein bißchen an die mystische Atmosphäre von dem "Messiah"-Klassiker "Mysteries of Iniquity" erinnert. Falls der Hörer bislang noch nicht abgefeiert hat, dass Steel Prophet endlich zurück sind: Dies ist der Moment, an dem Durchdrehen angesagt ist. Während der Strophen singt Rick in einem rhythmischen Erzähl-Stil, folgt der Refrain mit tiefen und eindringlichen Vocals in einer mystischen Langsamkeit. Insgesamt ist der Song so ohrwurmig, dass man ihn anschließend oft wieder anspielen wird. Ein weiterer sofortiger Lieblingssong des neuen Albums und ein weiterer Kandidat auf ein Single-Release.

09.) Through Time and Space

Zeit, ein bißchen durchzuatmen, denn "Through Time and Space" beginnt mit einem Halbballaden-Intro, das an den Anfang von "New Life" von "Dark Hallucinations" erinnert. Langzeit-Steel-Prophet-Fans wissen, dass die Band über die Jahre hinweg den Großteil der Komplexität hinter sich gelassen hat, um einen eingängigeren Stil zu verfolgen, der auch für Live-Publikum passender ist. Dieser Song zeigt nun aber, dass die Jungs noch immer ein Talent für komplexe Kompositionen haben – und wie! Die komplette Struktur ist absolut genial und wird perfekt von Ricks leidenschaftlichem und immer wieder wechselndem Gesang begleitet: zuerst ist da die gemächlich marschierende Strophe, dann eine kurze High-Speed-Sektion und anschließend eine Bridge mit stampfendem Midtempo-Drumming, das von hochgestimmten, kurzen Gitarrenanschlägen verziert wird – momentan meine Lieblingspassage des ganzen Albums. Der folgende Refrain ist ein weiterer, sehr melodischer Singsang, der von einer feuernden Double-Bass untermalt wird. Als weitere Überraschung endet der Song in einem sehr ruhigen Ton – verziert mit sanften Piano-Anschlägen. Der berühmte Ausspruch "He's dead, Jim." ist dann die Überleitung zum nächsten Song.

10.) Funeral for Art

"Funeral for Art" geht zurück zu dem eingängigeren Melodic-Metal-Stil und wechselt zwischen stampfendem Midtempo-Riffung und schnelleren Rhythmus-Passagen. Der Song ist durchsetzt mit ein paar erzählerischen Stellen – mal wütend, mal traurig – und überraschenden Breaks. Der Refrain ist ein weiterer Ohrwurm, den man nicht mehr missen möchte.

11.) The Call of Katahdin

Dies ist ein kurzes und ruhiges Instrumental-Zwischenstück, das ein bißchen an "Ruby Dreams (Faith and Hope)" erinnert. Es dient als angenehme Pause, bevor der letzte reguläre Song des Albums beginnt.

12.) Transformation Staircase

Das dunkle und dramatische Finale mit Gitarren-Geschreddere, Ricks wütendem Gesang, der manchmal nah dem Grunting ist und manchmal in hohe Schreie ausbricht, dient mit einem weiteren Refrain, der an den beschwörerischen, Solitude Aeturnus-artigen Singsang erinnert und mit einer donnernden Double-Bass untermalt ist. Das letzte Gitarrensolo des Songs bringt wieder den "Dark Hallucinations"-Vibe zurück – diesmal erinnerd an "Betrayal" oder "Look What You've Done".

Und das war's mit den regulären Songs des Albums. Außerdem beinhaltet das Album aber noch zwei Bonus-Tracks:

13.) Bohemian Rhapsody

Steel Prophet haben sich durch viele Coverversionen einen guten Ruf in Metal-Kreisen erspielt (man erinnere sich nur an das geniale Cover von Fates Warnings "The Apparition", Helloweens "Ride the Sky" oder Iron Maidens "Purgatory". Und wenn man miterlebt hat, wie Steel Prophet "Bohemian Rhapsody" auf dem Keep It True XVI-Festival Anfang 2013 zum Besten gaben, weiß man genau, was man zu erwarten hat: eine epische Metal-Version mit ein paar witzigen Augenzwinker-Momenten.

14.) 1984 (George Orwell is Rolling in his Grave)

Der zweite Bonus-Track wurde von Rick Mythiasin geschrieben und ist durchaus komplett andersartig als der Rest des Albums. Die Vocals wirken wie eine Art High-Speed-Erzähl-Stil und instrumental grenzt das ganze schon beinah an Punk Rock. Alles in allem ist der Song aber ein perfektes Ausrufezeichen, das das Album abschließt.

Und dann... ist die Geschichte vorbei.
Was für eine Scheibe!


Omniscient
Omniscient
Preis: EUR 18,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurz gesagt: Meisterwerk., 21. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Omniscient (Audio CD)
Hier ist es also endlich. Nach einem Jahrzehnt sind die amerikanischen Power Metal-Helden Steel Prophet zurück. Nach so einer langen Wartezeit ist es ganz normal, dass die Erwartungen astronomisch hoch sind – und meistens ist das dann der Grund für (zumindest ein bißchen) Enttäuschung, doch hin und wieder wird man stattdessen sogar positiv überrascht. Ich freue mich, behaupten zu können, dass dies hier definitiv der Fall ist.

Zum ersten Mal seit dem 1999er "Dark Hallucinations" ist die Band wieder im "Erzähl-Modus", denn "Omniscient" ist ein Konzeptalbum kosmischen Umfangs – eine Reise durch Zeit und Raum und durch die Geschichte der Erde, mit einem starken Fokus auf Menschlichkeit und das Leben selbst. Im Booklet kann man die gesamte Geschichte aus der Sicht des Protagonisten nachlesen, während die Songtexte Teil dieser Geschichte sind: jeder Song beschreibt einen wichtigen Moment in der Story. Worum es genau geht, möchte ich hier lieber noch nicht verraten – das sollte jeder für sich selbst erleben.

Jeder weiß, dass der Begriff "Meisterwerk" heutzutage widerlichst ausgelutscht und zu oft zu achtlos von Plattenfirmen und Rezensenten umhergeschleudert wird. Doch zu Steel Prophets neuem Album "Omniscient" passt der Begriff endlich mal wirklich. Bis zum Release dieses Albums waren Songs wie "Through Time and Space" oder "Funeral for Art", die vor Überraschungen und Abwechslung nur so strotzen, höchstens auf den ersten Releases von Steel Prophet zu finden (dem Demo "Inner Ascendance" und dem Debütalbum "The Goddess Principle"). Es ist einfach der Wahnsinn, wie die Band es geschafft hat, diesen alten Stil wiederzubeleben, ihn in Kontext mit all den darauf folgenden Werken einzubauen und somit alle Stile zu kombinieren – UND noch neue Ideen hinzuzufügen, sodass das Ganze zu etwas komplett Neuem und Aufregendem wurde. Auch wenn das Album nach den ersten paar Durchläufen noch ein bißchen überwältigend scheinen mag, da Schichten über Schichten sorgsam verschachtelter Kompositionen vorhanden sind, wird die Kombination aus Abwechslung und grooviger Härte dafür sorgen, dass man früher oder später Feuer und Flamme ist.

Zusammenfassend kann man sagen: Steel Prophet sind endlich zurück. Und sie sind zurück mit der abwechslungsreichsten, atmosphärischsten, ohrwurmigsten und härtesten Schöpfung ihrer Karriere. Und dies ist keine Übertreibung oder Fan-typisches Honig-ums-Maul-schmieren – dies ist Fakt. "Omniscient" ist ein absolutes MUSS für Fans aller Äras von Steel Prophet, wie auch für Metal-Fans im Allgemeinen.

Wer Lust hat, kann sich nun gerne noch die Detailbeschreibungen aller Songs durchlesen und damit tief in das neue Material eintauchen. Es wird eine turbulente Reise – versprochen!

01.) Trickery of the Scourge

"Omniscient" beginnt mit einem halbminütigen Intro, das den Zuhörer direkt in die guten alten Tage zurückversetzt, als Steel Prophet mit Songs wie "Reign of Christ", "Devoid of Logic" oder "To Grasp Eternity" die Stimmung einleiteten, bevor die volle Kraft des Songs entfesselt wurde. Los geht's hier mit dem Opener "Trickery of the Scourge". Diesen Song konnte man bereits am 4. Mai 2008 auf der MySpace-Seite von Steel Prophet hören, doch diese neue Version wurde noch verfeinert und hat eine Menge neuer Ideen. Grundlegend ist der Song vergleichbar mit dem Stil der Alben "Messiah" oder "Book of the Dead", während er stellenweise an das erste Album "The Goddess Principle" erinnert, was die Gesangsharmonien des Refrains angeht. In der zweiten Hälfte des Songs hört man einen Break, der eine direkte Hommage an den Song "Souls Without Honor" vom genannten Debütalbum ist. Alles in allem der perfekte Mix aus den verschiedensten Steel Prophet-Stilen über die Jahre. Rick Mythiasins Stimme klingt, als wäre seit 2001 keine Sekunde vergangen – Fans werden sich sofort wie zuhause fühlen. Dies ist meines Erachtens der beste Opener, den die Band je geschrieben hat.

02.) When I Remake the World

Als nächstes folgt ein recht grooviges Geschreddere, zu dem Ricks ein wenig verzerrte Vocals einen mystischen Touch zur Atmosphäre des Songs beitragen. Auch wenn das Riffing größtenteils gleich bleibt, haut das abwechslungsreiche Drumming immer wieder interessante Rhythmuswechsel rein. Der ohrwurmige Refrain wird auch noch lange nach dem Hören des ganzen Albums im Kopf bleiben und das erste Gitarrensolo erinnert glatt and die Glanzzeiten von Blind Guardian! Rick's Stimme klingt durchaus anders als noch im Opener, aber er ist abwechslungsreicher als zuvor: mal beinah erzählerische Passagen, mal sehr emotionale Harmonien, mal höchste Töne, ... und zum Schluss gar ein triumphales Lachen, bevor das zweite Gitarrensolo den Zuhörer mit Schauern über den Rücken zurücklässt.

03.) 9/11

Steel Prophet-Fans erzählen immer wieder von einem der hauptsächlichen Trademarks der Band: die galoppierenden Riffs aus Rhythmusgitarre und Drums (wie man sie zum Beispiel von den Songs "Trapped in the Trip" oder "Hate²" von 1997 oder "The Ides of March" von 2000 kennt). Kein Steel Prophet-Album wäre ohne diese Galopp-Riffs komplett und so wird auch der nächste Song des Albums, "9/11", von diesen getragen. Rick beginnt in einer Art beabsichtigten Eintönigkeit in mittlerer Geschwindigkeit, wird immer wütender und agressiver (man fühlt sich gleich an "Scarred For Life" erinnert) – und gerade wenn man meint, dass er seinen Siedepunkt erreicht hat, kommt der Refrain des Songs und einer überraschenden und beschwörenden Langsamkeit. Wenn man diesen Song mit etwas vergleichen sollte, das bereits existiert, dann wäre der Vergleich zu der Band Solitude Aeturnus wohl am passensten. Die zweite Hälfte des Songs fährt mit der vorherigen Agressivität fort, während Rick mehr Abwechslung reinbringt: mal hohe Schreie, mal fiese Grunts – eine absolute Wohltat, die an den Band-Klassiker "The Revenant" erinnert. Diesmal folgt allerdings nicht wieder der Refrain, sondern stattdessen ein hochmelodisches Gitarrensolo, das die Melodie des Refrains interpretiert und direkt an die Atmosphäre des Albums "Dark Hallucinations" erinnert.

04.) Chariots of the Gods

Keine Zeit, Luft zu holen, Leute, denn "Chariots of the Gods" macht genau da weiter, wo "9/11" aufgehört hat. Das Riffing und Drumming scheint sogar noch härter zu sein und die Lead-Gitarre begleitet die Rhythmussektion perfekt. Dies ist einer von vielen Tracks, in denen man schnell die komplexen Schichten der Instrumentierung bemerkt – und während das zu Anfang noch ein bißchen überwältigend sein mag, wird man mit jedem Durchlauf des Albums neue Details entdecken. Wieder einmal lässt Rick seinem Wut freien Lauf – allerdings klagender als noch zuvor. Und wieder einmal: gerade wenn man denkt, dass er sich nicht weiter steigern könnte und gerade wenn das harte Geschreddere kurz davor ist, unerträglich zu werden, kommt ein überraschender Bruch: ein Mid-Tempo-Refrain mit einem sehr gelassenen Drumming, das mit Glockenrassel verziert ist. Dies lässt all die Spannung, all den Druck, all die wütenden Emotionen abebben und erzeugt glatt ein Gefühl des tiefen Ein- und Ausatmens – meisterhaft durch die Musik rübergebracht! Anschließend folgt noch ein triumphales, hochgestimmtes Gitarrensolo, zusammen mit der gelassenen Percussion, bevor der Song zum Ende noch einmal richtig Gas gibt. Wie gesagt: auch wenn der Song zunächst ein bißchen überwältigend sein mag – er wird schnell zu einem Lieblingssong dieses Albums.

05.) Tree of Knowledge

Sobald der nächste Song beginnt, wird wohl jeder Steel Prophet-Fan ein breites Grinsen auf dem Gesicht haben: "Tree of Knowledge" ist der perfekte Kandidat für eine Hit-Single. Es beinhaltet ein typisches Iron Maiden-artiges Riff, das an viele alte Steel Prophet-Songs erinnert, die die Fans über die Jahre hinweg als Hits betrachtet haben – besonders "Escaped" von "Book of the Dead", "Messiah" vom gleichnamigen Album und den "Purgatory"-Teil von "Ides of March/Purgatory" vom Album "Into the Void". Doch dieser Song demonstriert auch mit Leichtigkeit, dass die Band sich entwickelt hat, denn der Song kann zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar genannt werden. Gerade wenn man meint, dass man weiß, wie es weitergeht, passiert irgendetwas Besonderes – sei es Ricks abwechslungsreicher Gesang, mehrere Rhythmuswechsel oder ein überraschender Break in der Percussion. Der Song bleibt zu jeder Zeit frisch und aufregend, während er den typischen Steel Prophet-Vibe rüberbringt, den die Fans von Anfang an geliebt haben. Der Refrain ist sehr positiv und gegen Ende kommt ein weiterer von Ricks mystischen Singsang-Momenten. Der absolute Anspieltipp des Albums!

06.) 666 is Everywhere (The Heavy Metal Blues)

Und nun zum Herzstück des Albums. "666 is Everywhere" beginnt mit einem atmosphärischen 1-Minuten-Intro, das sofort erkennbar ist als "typisch Steel Prophet" und den Sound der frühen Alben mit den langsameren Momenten von "Dark Hallucinations" und den instrumentalen Stücken von "Book of the Dead" kombiniert – und dann hebt der Song zu einer Metal-Hymne wie keine andere ab! Das Hauptriff schreit förmlich: "bang your head! Heavy Metal is back"! Dies ist der Song, in dem Ricks Gesang als Hauptattraktion glänzt, das Riffing in einer Blues-artigen Dynamik begleitet und alles zeigt, was er in seinem Repertoire hat. Das lange, virtuose Solo in der Mitte des Songs wird von einer Drum-Sequenz unterlegt, das dazu prädestiniert scheint, in einer großen Menge von Metal-Fans auf und ab zu springen. Ich möchte wetten, dass dieser Song live absolut perfekt funktioniert. Schon wenn man den Song zum ersten Mal hört, hat man hunderte Metal-Fans vor Augen, die "666! 666! 666! 666!" rufen. Und DANN bringt der Song etwas zurück, das man in Steel Prophet-Songs seit Jahren nicht mehr gehört hat: eine sehr ruhige, melodische Passage, in der Rick wie in einer Beschwörung spricht (wie damals in "Reign of Christ" auf dem Debütalbum oder am Anfang von "Ghosts Once Past" auf "Messiah"). Anschließend wird noch einmal der Refrain gerufen, bevoooor...

07.) Oleander Deux

... wir direkt in das schöne Remake des Fun-Outros "Oleander" von "Book of the Dead" katapultiert werden. Diese neue Version namens "Oleander Deux" wird von einem coolen Gitarren-Rhythmus getragen, während Rick einfach nur Spaß damit hat, frei dazu zu singen. Ein tolles Augenzwinkern an jeden Fan, der das "Book of the Dead"-Album mochte. Der Song bringt Erinnerungen zurück, während er zeitgleich die Rückkehr von Steel Prophet feiert. Nach etwas über einer Minute ist dann wieder Schluss und Ricks hochmelodische Stimme verklingt und führt uns zu...

08.) Aliens, Spaceships and Richard M. Nixon

Akte-X-Fans aufgepasst: dies ist der Stoff, aus dem eure Träume sind. Auch "Aliens, Spaceships and Richard M. Nixon" hat wieder eines dieser perfekten "Galopp-Riffs" und die Lead-Gitarre fügt eine melodischen Teppich hinzu, der ein bißchen an die mystische Atmosphäre von dem "Messiah"-Klassiker "Mysteries of Iniquity" erinnert. Falls der Hörer bislang noch nicht abgefeiert hat, dass Steel Prophet endlich zurück sind: Dies ist der Moment, an dem Durchdrehen angesagt ist. Während der Strophen singt Rick in einem rhythmischen Erzähl-Stil, folgt der Refrain mit tiefen und eindringlichen Vocals in einer mystischen Langsamkeit. Insgesamt ist der Song so ohrwurmig, dass man ihn anschließend oft wieder anspielen wird. Ein weiterer sofortiger Lieblingssong des neuen Albums und ein weiterer Kandidat auf ein Single-Release.

09.) Through Time and Space

Zeit, ein bißchen durchzuatmen, denn "Through Time and Space" beginnt mit einem Halbballaden-Intro, das an den Anfang von "New Life" von "Dark Hallucinations" erinnert. Langzeit-Steel-Prophet-Fans wissen, dass die Band über die Jahre hinweg den Großteil der Komplexität hinter sich gelassen hat, um einen eingängigeren Stil zu verfolgen, der auch für Live-Publikum passender ist. Dieser Song zeigt nun aber, dass die Jungs noch immer ein Talent für komplexe Kompositionen haben – und wie! Die komplette Struktur ist absolut genial und wird perfekt von Ricks leidenschaftlichem und immer wieder wechselndem Gesang begleitet: zuerst ist da die gemächlich marschierende Strophe, dann eine kurze High-Speed-Sektion und anschließend eine Bridge mit stampfendem Midtempo-Drumming, das von hochgestimmten, kurzen Gitarrenanschlägen verziert wird – momentan meine Lieblingspassage des ganzen Albums. Der folgende Refrain ist ein weiterer, sehr melodischer Singsang, der von einer feuernden Double-Bass untermalt wird. Als weitere Überraschung endet der Song in einem sehr ruhigen Ton – verziert mit sanften Piano-Anschlägen. Der berühmte Ausspruch "He's dead, Jim." ist dann die Überleitung zum nächsten Song.

10.) Funeral for Art

"Funeral for Art" geht zurück zu dem eingängigeren Melodic-Metal-Stil und wechselt zwischen stampfendem Midtempo-Riffung und schnelleren Rhythmus-Passagen. Der Song ist durchsetzt mit ein paar erzählerischen Stellen – mal wütend, mal traurig – und überraschenden Breaks. Der Refrain ist ein weiterer Ohrwurm, den man nicht mehr missen möchte.

11.) The Call of Katahdin

Dies ist ein kurzes und ruhiges Instrumental-Zwischenstück, das ein bißchen an "Ruby Dreams (Faith and Hope)" erinnert. Es dient als angenehme Pause, bevor der letzte reguläre Song des Albums beginnt.

12.) Transformation Staircase

Das dunkle und dramatische Finale mit Gitarren-Geschreddere, Ricks wütendem Gesang, der manchmal nah dem Grunting ist und manchmal in hohe Schreie ausbricht, dient mit einem weiteren Refrain, der an den beschwörerischen, Solitude Aeturnus-artigen Singsang erinnert und mit einer donnernden Double-Bass untermalt ist. Das letzte Gitarrensolo des Songs bringt wieder den "Dark Hallucinations"-Vibe zurück – diesmal erinnerd an "Betrayal" oder "Look What You've Done".

Und das war's mit den regulären Songs des Albums. Außerdem beinhaltet das Album aber noch zwei Bonus-Tracks:

13.) Bohemian Rhapsody

Steel Prophet haben sich durch viele Coverversionen einen guten Ruf in Metal-Kreisen erspielt (man erinnere sich nur an das geniale Cover von Fates Warnings "The Apparition", Helloweens "Ride the Sky" oder Iron Maidens "Purgatory". Und wenn man miterlebt hat, wie Steel Prophet "Bohemian Rhapsody" auf dem Keep It True XVI-Festival Anfang 2013 zum Besten gaben, weiß man genau, was man zu erwarten hat: eine epische Metal-Version mit ein paar witzigen Augenzwinker-Momenten.

14.) 1984 (George Orwell is Rolling in his Grave)

Der zweite Bonus-Track wurde von Rick Mythiasin geschrieben und ist durchaus komplett andersartig als der Rest des Albums. Die Vocals wirken wie eine Art High-Speed-Erzähl-Stil und instrumental grenzt das ganze schon beinah an Punk Rock. Alles in allem ist der Song aber ein perfektes Ausrufezeichen, das das Album abschließt.

Und dann... ist die Geschichte vorbei.
Was für eine Scheibe!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 19, 2014 4:55 PM MEST


Loss [DVD-AUDIO]
Loss [DVD-AUDIO]
Preis: EUR 38,34

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Soundtrack zum Verlust, 11. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Loss [DVD-AUDIO] (Audio CD)
Der Wahnsinn, dass zu diesem höchst feinfühligen Album lediglich zwei vollkommen sinnfreie und unqualifizierte "Rezensionen" (wenn man sie überhaupt so nennen kann) vorhanden sind. Zeit, den Amazon-Kunden, die über diesen Eintrag stolpern, zu vermitteln, was hier überhaupt Sache ist. Also los.

"Loss" ist ein Album des Projekts Bass Communion von Steven Wilson, dem Mastermind hinter Porcupine Tree. Bass Communion ist ein experimentelles Instrumental-Projekt, das auf atmosphärische Klanglandschaften ausgerichtet ist. Hier ist Immersion, Abdriften und Loslassen angesagt – hier geht es nicht um Songs als solche. Viele Stücke von Bass Communion sind daher sehr lang – die meisten Songs überschreiten die 10-Minuten-Marke, einige gar die 30-Minuten-Marke. Wer also Musik im engeren Sinne sucht, wird eher woanders fündig. Beispielsweise bei Steven Wilsons Solo-Scheiben, Blackfield, No-Man, Storm Corrosion oder eben Porcupine Tree – um nur mal bei Steven Wilsons Musik zu bleiben.

"Loss" besteht im Endeffekt aus einem einzigen "Song", der in zwei Tracks aufgeteilt wurde – beide Tracks sind jeweils um die 19 Minuten lang. Insofern sollte man eher von einem Mini-Album oder eventuell einer längeren EP sprechen.

Was der Reiz an Bass Communion generell ist, dürfte klar sein: das pure Versinken in Klangwelten. Aber was ist das Besondere an "Loss"? Ganz einfach: wer schon einmal in seinem Leben eine geliebte Person verloren hat, sei es nun durch eine schicksalshafte Trennung oder gar den Tod, der wird sich noch lebhaft an diese abgrundtief schreckliche Zeit erinnern. An den eigentlichen Moment des Verlustes, aber auch an die zerreissenden Nachwirkungen, an die unerträglichen Wochen und Monate danach. "Loss" ist die musikalische Version eben dieser Gefühlswelten. Perfekt nachempfunden durch filigranste Klangspielereien, Andeutungen von melancholischen Pianomelodien, teilweise dissonante Akkorde, hin und wieder Momente absoluter Stille, tiefste Klavieranschläge, die sehr langsam ausklingen und einem knacksenden Rauschen, das allgegenwärtig erscheint. Hin und wieder bekommt man den Eindruck, entfernte Stimmen ausmachen zu können.

Wenn man sich verallgegenwärtigt, womit man es hier zu tun hat, weiß man zweifelsfrei: dies ist keine Hintergrundmusik für schöne Abende. Kein entspanntes Genießen von ruhiger Instrumentalmusik. Kein angenehmes Abdriften aus der Alltagswelt. Es gibt nichts, das sich wirklich mit "Loss" vergleichen lässt. Dies ist ein Album für ganz spezielle Momente der Seele.

Dies ist pure Trauer.

Pures Alleinsein.

Purer Verlust.

Obwohl Amazon diesen Artikel nur als "[DVD-AUDIO]" gelistet hat, handelt es sich dabei um 2 Discs: einer CD mit dem üblichen Stereo-Mix der Tracks und einer Audio-DVD mit dem 5.1 Surround Sound-Mix. (Ursprünglich wurde das Album im Januar 2006 auf Vinyl in limitierter Auflage von 450 Stück weltweit veröffentlicht. Im November 2006 erschien dann diese CD+DVDA-Version. Im Februar 2009 erschien eine weitere Neuauflage als 12"-Vinyl-Picture-Disc, limitiert auf 500 Stück weltweit.)


Pariah's Child
Pariah's Child
Preis: EUR 16,99

17 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen It truly makes the most beautiful music., 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Pariah's Child (Audio CD)
Sonata Arctica... die Band, die ich nun schon seit Frühjahr 2000 höre und liebe. Mit dieser Band verbinde ich viele Höhen und einige wenige Tiefen. Während sich die meisten Fans der ersten drei Alben "Ecliptica", "Silence" und "Winterheart's Guild" von den dann folgenden CDs "Reckoning Night" (ein wenig) und "Unia" (sehr) auf den Schlips getreten fühlten, weil immer weniger reinrassiger High Speed Melodic Power Metal gespielt wurde, sondern stattdessen zunehmend pompöse, vertrackte, progressive Mammut-Songs, bin ich persönlich angesichts des Abwechslungsreichtums eigentlich durchweg begeistert geblieben. Doch "The Days of Grays" hatte durchaus ein paar dürftige Passagen und "Stones Grow Her Name" wirkte meines Erachtens ein bißchen flach und eintönig (hatte aber auch ein paar Glanzstücke!).

Nun also etwas, das die meisten Fans sich immer gewünscht haben, aber nie zu hoffen gewagt hatten: ein neues Sonata-Album, das verstärkt zum guten alten Stil zurückkehrt – und das sogar komplett mit dem wunderschönen alten Sonata-Logo! Träume können also offenbar doch noch in Erfüllung gehen. Aber gehen wir mal detailliert auf das komplette Album ein.

Das Album beginnt mit "The Wolves Die Young", welches bereits Anfang Februar als erste Vorab-Single erschien und zeigt bereits, wo die Prioritäten dieses Albums liegen: nämlich beim unvergleichlichen Sonata-Feeling, das man aus den alten Tagen kennt. Allein der Refrain reiht sich nahtlos in all die Ohrwürmer ein, die Sonata Arctica bislang so auf die Beine stellten. Ein bißchen scheint noch der Midtempo-Stil des Vorgängeralbums hindurch – insofern kann man schon spüren, dass die Band nicht einfach alles ab 2006 über den Haufen geworfen und ein zweites "Ecliptica" geschrieben hat. Eher ist der Song eine konsequente Weiterentwicklung, die sich aber deutlich in Richtung der Band-Anfänge bewegt – und eine märchenhafte Wolf-Geschichte.

"Running Lights" beginnt mit lauten Motoren, was erstmal den Gedanken "oh Gott, was soll das denn jetzt werden? Motorrad-Rock?" bringt – aber bereits einige Sekunden später wechselt der Song auf eine typische High-Speed-Melodic-Metal-Schiene, wie sie auch von alten Gamma Ray oder Helloween stammen könnte. Definitiv eine tolle Homage an die frühen Sonata-Tage. Die Strophe jedoch wirkt durchaus progressiv und wird hin und wieder von schön hohem Piano-Klimpern verziert, währen die folgende Bridge starke Erinnerungen an "The Last Amazing Grays" weckt. Der Refrain geht dann wieder auf's Melodic-Metal-Gaspedal (wie auch die Thematik des Songs), was ein bißchen an "Nothing More" erinnert. Abschließend leitet ein unverkennbares Sonata Arctica-Gitarrensolo den letzten Refrain ein, der schön zurückhaltend und ausklingend präsentiert wird. Dies ist genau die Art Musik, die Fans der goldenen Melodic Metal-Ära zu recht bis heute abfeiern.

Und schon geht es weiter mit der wunderschönen Piano-Einleitung von "Take One Breath". Dieser Song wirkt zunächst ebenfalls wie ein typischer, klassischer Sonata-Song der Marke "Don't Say A Word" – und gerade wenn man denkt, dass man weiß, wie der Song so verläuft und meint, ihn durchschaut zu haben, kehrt die Piano-Melodie vom Anfang zurück und dient als Intro zu einer wunderschönen erzählerischen Passage, die so auch in "The Boy Who Wanted To Be A Real Puppet" oder "Caleb" hätte vorkommen können. Und eben diese "Erzähl-Passage" wird euphorisch weitergeführt, bevor das virtuose Piano zurückkehrt und zusammen mit Tonys Gesang das fulminante Finale des Song bildet. Alles in allem muss man sagen: SEHR abwechslungsreich, dynamisch und aufregend! Die perfekte Mischung aus alter Sonata-Ära und den späteren, komplexeren Songs – Fans beider Äras werden begeistert sein!

Seit vielen Jahren hatte Tony den Song "Cloud Factory" bereits in Vorbereitung, einer Geschichte über eine Wolken-Fabrik, aus der sich die Menschen, die ab einem gewissen Alter dort arbeiten müssen, nicht mehr lösen können. Diese schnelle Melodic Metal-Hymne, erinnert von allen Songs am ehesten an "Ecliptica" oder "Silence". Henrik Klingenberg, Keyboarder von Sonata Arctica, hat sich bereits geäußert, dass er eine Art Hassliebe für diesen Song empfindet, da es nunmal ein unbarmherziger Ohrwurm ist, den man noch stundenlang nicht mehr aus dem Kopf bekommt (und nun ist er froh, dass er sein "Leiden" mit der ganzen Welt teilen kann^^). Auf alle Fälle reiht sich dieser Song nahtlos in Ohrwürmer wie "The Cage", "Kingdom For A Heart", "My Selene" oder "Silver Tongue" ein. Kein Wunder, dass "Cloud Factory" die zweite Vorab-Singleauskopplung wurde: ein echter Hit!

Nach diesem High-Speed-Ohrwurm folgt ein weiterer Wolf-Song namens "Blood", der gemäßigter beginnt und in den schönen, emotionalen Strophen Erinnerungen an die etwas schnelleren Momente aus "White Pearl, Black Oceans" weckt. Ungefähr ab der 2-Minuten-Marke, wenn man schon denkt, dass es so weiter geht wie bisher, gewinnt der Song (fast schon galoppierend) an Geschwindigkeit und wirkt sehr triumphal. Dann ein Break, der den Song kurzzeitig in einen Beinah-Halbballaden-Modus versetzt. Der Schluss kehrt wieder zur früheren Geschwindigkeit zurück. Wie schon "Take One Breath" ist auch "Blood" eines der abwechslungsreichsten der kürzeren Stücke des Albums – an diesen beiden Songs wird man noch sehr lange seine helle Freude haben – sie stehen beispielsweise einem "Gravenimage" in nichts nach.

"What Did You Do In The War, Dad?" ist laut Tony selbst eines der bedeutsamsten und emotionalsten Stücke, die er je geschrieben hat – und das merkt man von der ersten Note bis zum Verklingen der letzten. Was zunächst wirkt wie eine Ballade, führt früh in schnellere Gegenden mit virtuosem Zusammenspiel von Keyboards und Gitarren, das glatt "Revontulet" in Erinnerung ruft. Über allem thront Tonys Gesang, der – mal gefühlvoll und tragisch, mal schnell und trotzig – ein wenig die Stimmung aus "Caleb" heraufbeschwört. Ein perfektes Beispiel für die sehr ausgewogene Mischung aus (ein bißchen) altem und (viel) neuem Sonata-Stil. Das Wechselspiel aus Halbballade, Dramatik und Power Metal ist perfekt – Freunde von "The Power Of One" haben hier einen Anwärter auf ihren neuen Lieblingssong.

Das sehr ruhige Intro von "Half A Marathon Man" bereitet den Zuhörer nicht gerade darauf vor, was nach der 1-Minuten-Marke folgt. Denn: "Half A Marathon Man" ist der eindeutig rockigste Song der CD. Und mit "rockig" meine ich einen Song, den man sich als ein Mittelding aus "The Gun" und "S***load of Money" vorstellen kann – allerdings mit deutlicher Betonung auf Humor und mehr zu "The Gun" tendierend als zu "S***load of Money". Wenn man nicht den Fehler macht, den Song bitterernst zu nehmen oder ihn als zu Sonata-untypisch abzustempeln, dann entwickelt er sich sehr schnell zu einem richtigen Gute-Laune-Rocker, der mit tollen Piano-Anschlägen verschönert wird, aber durchgehend typische Rock-Allüren zur Schau stellt. Mit der selben ruhiger Akustik-Gitarre wie am Anfang, am Ende mit leisen Westerngitarren untermalt, klingt der Song aus – quasi als kleine Versöhnung für das vorherige rotzige Rocken mit herausgestreckter Zunge. (Nebenbei: DER Song für "Stones Grow Her Name"-Fans!)

Doch es ist noch nicht Schluss mit dem Humor des Albums, denn "X Marks The Spot" macht direkt dort weiter, wo "Half A Marathon Man" aufhörte. Diesmal jedoch handelt es sich nicht um einen Rock-Song, sondern um einen Melodic-Metal-Song, der erneut auch von Helloween oder Heavenly hätte stammen können: sehr geradlinig und gerade durch Tonys tollen, sehr melodischen Gesang ein definitiver Sonata-Song – auch wenn es viele gesprochene Stellen von einem Rock'n Roll-Priester (!) gibt, die den Song einleiten und auch im Mittelteil und am Ende wieder auftauchen. Am Ende feuert dieser die Zuhörerschaft sogar zu einem "hey hey! ho ho!" an, bevor der melodische Refrain noch ein letztes Mal zelebriert wird. Der perfekte Mitsing-Song!

Sonata Arctica haben in ihrer Karriere eine ganze Menge Balladen geschrieben, die sicherlich zu den schönsten Balladen aller Zeiten gehören. Und so darf auch auf "Pariah's Child" ein solcher Song nicht fehlen. Mit "Love", der an eine ruhige und gelassene Mischung aus "Shamandalie" und "The Misery" erinnert ist die Romantik-Fraktion bestens bedient. Tony hatte sich für dieses Album vorgenommen, auch mal einen Song zu schreiben, der schlicht und einfach eine positive Geschichte mit den schönsten Liebes-Momenten erzählt, die auch positiv bleibt. Einfach kribbelnde Verliebtheit, pure Romantik – anstelle der (sonst so Sonata-typischen) Tragik. Und was soll man sagen? Es ist absolut gelungen! Man könnte bemängeln, dass der Song sowohl textlich als auch musikalisch so gut wie keine Überraschungen bietet, aber wen kratzt's wenn der Song SO schön ist?

Für das Album "Stones Grow Her Name" hatte sich Tony immer wieder zurückhalten müssen, wenn sich sein Drang bemerkbar machte, komplexe, opulente und "große" Songs zu schreiben, wie sie auf "Unia" und "The Days of Grays" zu hören waren, denn für "Stones Grow Her Name" hatte sich die Band vorgenommen, nach dem Prinzip "K.I.S.S. = Keep it simple, stupid" zu handeln (was Tony auch auf einen großen Klebezettel auf seinem Schreibtisch geschrieben hatte, um nicht wieder in pompöse Muster zurückzufallen. Bei "Pariah's Child" kommt diese Angewohnheit Tonys schon ansatzweise bei "Take One Breath" und "Blood" zum Vorschein.
Der letzte Song des Albums, "Larger Than Life", sollte aber wieder gezielt als opulentes Opus ausfallen und das Album als großes Finale abschließen. Um die Beschreibung dieses Wahnsinns-Songs nicht zu lang ausfallen zu lassen: Der Song wirkt stark wie ein Mittelding aus "Bohemian Rhapsody" und "My Dream's But A Drop Of Fuel For A Nightmare" mit der Schönheit und Dramatik aus "Deathaura" oder "White Pearl, Black Oceans". Natürlich ist der Song kein bißchen vergleichbar mit all den vorherigen Songs des Albums – aber gerade deshalb wirkt er nochmal umso fulminanter und grandioser. Er mag zu Anfang gewöhnungsbedürftig sein, gerade aufgrund von Tonys Theatralik, die Ausmaße annimmt, die man bislang noch nicht kannte (passt aber perfekt, da der Song von einem Theater-Schauspieler handelt) – aber er ist die Geduld auf alle Fälle wert.

Was für ein Album!

Sonata Arctica haben es wieder einmal geschafft, etwas wirklich Großes auf die Beine zu stellen. Sie haben diesmal tatsächlich die perfekte Mischung aus ihrer frühen Tage und den späteren Alben geschaffen – also endlich DAS Sonata-Album, das die Fans beider Äras vereinen und gleichermaßen begeistern kann. Die zahlreichen Fans der frühen Alben bekommen viele schnelle Melodic-Metal-Hymnen mit dem typischen Sonata-Charme und selbst Fans, die "Unia" und "The Days Of Grays" mehr mögen als die alte Power-Metal-Phase Sonatas, finden in allen Songs genug Abwechslungsreichtum, um sich nicht zu langweilen. Kein einziger Song ist wirklich schwach, jeder Song hat irgendetwas Besonderes. Einige der Songs brauchen vielleicht ein paar mehr Durchläufe, bis sie komplett zünden, aber fest steht: dieses Album kann definitiv zu dem Besten gezählt werden, das Sonata je herausgebracht haben. Hut ab!

"It truly makes the most beautiful music."

Danke, Sonata Arctica. Danke für 15 Jahre wunderschöner Musik und danke für diese unglaublich tolle Überraschung.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2014 3:14 PM MEST


The Wolves Die Young
The Wolves Die Young
Preis: EUR 1,98

5.0 von 5 Sternen Vorbote auf das neue "alte" Sonata-Album, 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Wolves Die Young (MP3-Download)
Sonata Arctica... die Band, die ich nun schon seit Frühjahr 2000 höre und liebe. Mit dieser Band verbinde ich viele Höhen und einige wenige Tiefen. Während sich die meisten Fans der ersten drei Alben "Ecliptica", "Silence" und "Winterheart's Guid" von den dann folgenden CDs "Reckoning Night" (ein wenig) und "Unia" (sehr) auf den Schlips getreten fühlten, weil nun kein reinrassiger High Speed Melodic Power Metal mehr gespielt wurde, sondern stattdessen pompöse, vertrackte, progressive Mammut-Songs, bin ich persönlich angesichts des Abwechslungsreichtums eigentlich durchweg begeistert geblieben. Doch "The Days of Grays" hatte durchaus ein paar dürftige Passagen und "Stones Grow Her Name" wirkte meines Erachtens recht flach und eintönig (hatte aber auch ein paar Glanzstücke!).

Nun also etwas, das die meisten Fans sich immer gewünscht haben, aber nie zu hoffen gewagt hatten: ein neues Sonata-Album, das verstärkt zum guten alten Stil zurückkehrt – und das sogar komplett mit dem wunderschönen alten Sonata-Logo! Träume können also offenbar doch noch in Erfüllung gehen. Aber hält die Vorab-Single "The Wolves Die Young" das, was die Ankündigungen versprechen?

Jap, das tut sie. Natürlich sollte man kein "Replica", "Wolf & Raven" oder "The Cage" erwarten. Auch keine Schallmauer-durchbrechende Hymne à la "Blank File". Doch "The Wolves Die Young" hat definitiv wieder das unvergleichliche Sonata-Feeling, das man aus den alten Tagen kennt. Allein der Refrain reiht sich jetzt schon nahtlos in all die Ohrwürmer ein, die Sonata Arctica bislang so auf die Beine stellten. Ein bißchen scheint noch der Midtempo-Stil des Vorgängeralbums hindurch – insofern kann man schon spüren, dass die Band nicht einfach alles ab 2006 über den Haufen geworfen und zurück zu den Anfängen gegangen ist. Eher ist es eine konsequente Fortsetzung von "Stones Grow Her Name", die sich aber deutlich in Richtung der Band-Anfänge bewegt.

So muss sich eine Band weiterentwickeln. Die Wurzeln würdigen und mit einfließen lassen und dennoch etwas neues schaffen, das auch Fans der aktuelleren Alben wiedererkennen. Daher bleibt mir als Schlusswort nur noch zu sagen:

"It truly makes the most beautiful music."

Danke, Sonata Arctica. Danke für 15 Jahre wunderschöner Musik und danke für diese unglaublich tolle Überraschung.


SONATA ARCTICA, The wolves die young - CD-Digi-Single
SONATA ARCTICA, The wolves die young - CD-Digi-Single
Wird angeboten von Nuclear Blast GmbH
Preis: EUR 4,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vorbote auf das neue "alte" Sonata-Album, 9. Februar 2014
Sonata Arctica... die Band, die ich nun schon seit Frühjahr 2000 höre und liebe. Mit dieser Band verbinde ich viele Höhen und einige wenige Tiefen. Während sich die meisten Fans der ersten drei Alben "Ecliptica", "Silence" und "Winterheart's Guid" von den dann folgenden CDs "Reckoning Night" (ein wenig) und "Unia" (sehr) auf den Schlips getreten fühlten, weil nun kein reinrassiger High Speed Melodic Power Metal mehr gespielt wurde, sondern stattdessen pompöse, vertrackte, progressive Mammut-Songs, bin ich persönlich angesichts des Abwechslungsreichtums eigentlich durchweg begeistert geblieben. Doch "The Days of Grays" hatte durchaus ein paar dürftige Passagen und "Stones Grow Her Name" wirkte meines Erachtens recht flach und eintönig (hatte aber auch ein paar Glanzstücke!).

Nun also etwas, das die meisten Fans sich immer gewünscht haben, aber nie zu hoffen gewagt hatten: ein neues Sonata-Album, das verstärkt zum guten alten Stil zurückkehrt – und das sogar komplett mit dem wunderschönen alten Sonata-Logo! Träume können also offenbar doch noch in Erfüllung gehen. Aber hält die Vorab-Single "The Wolves Die Young" das, was die Ankündigungen versprechen?

Jap, das tut sie. Natürlich sollte man kein "Replica", "Wolf & Raven" oder "The Cage" erwarten. Auch keine Schallmauer-durchbrechende Hymne à la "Blank File". Doch "The Wolves Die Young" hat definitiv wieder das unvergleichliche Sonata-Feeling, das man aus den alten Tagen kennt. Allein der Refrain reiht sich jetzt schon nahtlos in all die Ohrwürmer ein, die Sonata Arctica bislang so auf die Beine stellten. Ein bißchen scheint noch der Midtempo-Stil des Vorgängeralbums hindurch – insofern kann man schon spüren, dass die Band nicht einfach alles ab 2006 über den Haufen geworfen und zurück zu den Anfängen gegangen ist. Eher ist es eine konsequente Fortsetzung von "Stones Grow Her Name", die sich aber deutlich in Richtung der Band-Anfänge bewegt.

So muss sich eine Band weiterentwickeln. Die Wurzeln würdigen und mit einfließen lassen und dennoch etwas neues schaffen, das auch Fans der aktuelleren Alben wiedererkennen. Daher bleibt mir als Schlusswort nur noch zu sagen:

"It truly makes the most beautiful music."

Danke, Sonata Arctica. Danke für 15 Jahre wunderschöner Musik und danke für diese unglaublich tolle Überraschung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2014 2:53 PM CET


The Wolves Die Young
The Wolves Die Young
Preis: EUR 0,99

5.0 von 5 Sternen Vorbote für das neue "alte" Sonata-Album, 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: The Wolves Die Young (MP3-Download)
Sonata Arctica... die Band, die ich nun schon seit Frühjahr 2000 höre und liebe. Mit dieser Band verbinde ich viele Höhen und einige wenige Tiefen. Während sich die meisten Fans der ersten drei Alben "Ecliptica", "Silence" und "Winterheart's Guid" von den dann folgenden CDs "Reckoning Night" (ein wenig) und "Unia" (sehr) auf den Schlips getreten fühlten, weil nun kein reinrassiger High Speed Melodic Power Metal mehr gespielt wurde, sondern stattdessen pompöse, vertrackte, progressive Mammut-Songs, bin ich persönlich angesichts des Abwechslungsreichtums eigentlich durchweg begeistert geblieben. Doch "The Days of Grays" hatte durchaus ein paar dürftige Passagen und "Stones Grow Her Name" wirkte meines Erachtens recht flach und eintönig (hatte aber auch ein paar Glanzstücke!).

Nun also etwas, das die meisten Fans sich immer gewünscht haben, aber nie zu hoffen gewagt hatten: ein neues Sonata-Album, das verstärkt zum guten alten Stil zurückkehrt – und das sogar komplett mit dem wunderschönen alten Sonata-Logo! Träume können also offenbar doch noch in Erfüllung gehen. Aber hält die Vorab-Single "The Wolves Die Young" das, was die Ankündigungen versprechen?

Jap, das tut sie. Natürlich sollte man kein "Replica", "Wolf & Raven" oder "The Cage" erwarten. Auch keine Schallmauer-durchbrechende Hymne à la "Blank File". Doch "The Wolves Die Young" hat definitiv wieder das unvergleichliche Sonata-Feeling, das man aus den alten Tagen kennt. Allein der Refrain reiht sich jetzt schon nahtlos in all die Ohrwürmer ein, die Sonata Arctica bislang so auf die Beine stellten. Ein bißchen scheint noch der Midtempo-Stil des Vorgängeralbums hindurch – insofern kann man schon spüren, dass die Band nicht einfach alles ab 2006 über den Haufen geworfen und zurück zu den Anfängen gegangen ist. Eher ist es eine konsequente Fortsetzung von "Stones Grow Her Name", die sich aber deutlich in Richtung der Band-Anfänge bewegt.

So muss sich eine Band weiterentwickeln. Die Wurzeln würdigen und mit einfließen lassen und dennoch etwas neues schaffen, das auch Fans der aktuelleren Alben wiedererkennen. Daher bleibt mir als Schlusswort nur noch zu sagen:

"It truly makes the most beautiful music."

Danke, Sonata Arctica. Danke für 15 Jahre wunderschöner Musik und danke für diese unglaublich tolle Überraschung.


Sympathetic Resonance
Sympathetic Resonance
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gnadenlos gutes Album – mit kleinem Abstrich, 14. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sympathetic Resonance (Audio CD)
Wie sehr ich mich auf dieses Album gefreut habe. Nach knapp 25 Jahren nochmal ein Album mit Jimmy Matheos UND John Arch in den Händen zu halten, treibt dem alteingesessenen Fates Warning-Fan, der schon die ersten Alben seit Beginn sein Eigen nannte und sie bis zum heutigen Tage abfeiert, die eine oder andere Freudenträne in die Augen. Fates Warnings 1985er Album "The Spectre Within" gehört in meinen Augen (bzw. Ohren) bis heute zu einem der besten Alben aller Zeiten (was auch der Grund ist, warum ich es in vierfacher Ausführung besitze) – knapp gefolgt von dem Überflieger-Nachfolgealbum "Awaken The Guardian", das vollkommen zu Recht die meisten "Top-Metal-Alben-aller-Zeiten"-Listen, die man an allen möglichen Ecken findet, anführt.

Nun also – nach 25 Jahren (bzw. 8 Jahren, wenn man John Archs Solo-EP "A Twist of Fate" von 2003 mit einbezieht) – endlich wieder ein Werk mit John Arch am Mikrofon. Stellt sich nun nur die Frage: kann es die vollkommen extremen Erwartungen erfüllen?

Mit einem Wort: nein. Wenn sich eine Erwartungshaltung über 25 Jahre aufbaut, muss die CD schon mindestens eine Art von Krebs heilen können und nebenbei Weltfrieden herbeiführen, um restlos alle Wartenden zufriedenzustellen. Aber bleiben wir mal realistisch: ist das Album GUT?

Ja, das ist es. Zweifellos. Die Songs lassen die Herzen von Progressive-Metal-Fans höher schlagen. John Arch wirkt von der Stimme her nicht einmal sonderlich gealtert (wobei er selbstverständlich eher so klingt wie auf seiner 2003er Solo-EP als auf den alten Fates Warning-Alben, also minimal anders als noch 1984-1986). Auch all die Referenzen an die alten Fates Warning-Alben sind für Wissende einfach ZU schön. Wenn in "Stained Glass Sky" gesungen wird "Come journey to Arcana, travel starry spheres in trine", wird man direkt wieder in die magische Welt von "Awaken The Guardian" hineingezogen.

Was viele Fans sich sehnlichst wünschten, gilt also als erfüllt. Was der Eine oder Andere allerdings vielleicht nicht erwartet hätte – auch angesichts der letzten Fates Warning-Werke seit Mitte der 90er bis 2004 – ist die Härte, mit der auf "Sympathetic Resonance" vorgegangen wird. Hier wird besonders das Wort "Metal" in der Genre-Bezeichnung "Progressive Metal" betont. Doch auch die Progressivität wird gnadenlos auf die Spitze getrieben und braucht sich hinter aktuell "führenden" Bands des Genres, wie Symphony X, Dream Theater oder Seventh Wonder keineswegs zu verstecken – Arch/Matheos übertreffen diese Bands an frickeliger Verschachtelung streckenweise noch. Und ja: das ist eine gute Sache. WENN man sich die Zeit nimmt, die dieses Album definitiv benötigt. Zwei oder drei Durchläufe reichen da einfach noch nicht, was auch der Grund ist, warum ich mit dem Posten dieser Rezension so lange – beinah 2 Jahre lang – gewartet habe (denn gekauft habe ich mir das Album bereits am Erscheinungstag).

Dennoch muss ich schweren Herzens in der Bewertung des Albums einen Stern abziehen. Ich wollte (und will) dieses Album zu gerne so sehr lieben wie "The Spectre Within" oder "Awaken The Guardian" von Fates Warning oder auch die Solo-EP "A Twist of Fate" von John Arch, aber es scheint mir auch auf Dauer nicht zu gelingen. Und das gerade aus dem Grund, wegen dem ich mich besonders auf das Album gefreut habe: John Archs Gesang! Genau da liegt erschreckenderweise mein Problem.

Ich habe dem Album sicherlich inzwischen schon über 30 oder 40 Durchläufe gegönnt – mit Pausen von mehreren Wochen zwischendurch – aber es stellt sich nach wie vor schon als ziemlich schwierig heraus, das Album von vorne bis hinten durchzuhören, weil eben der Gesang (meines ansonsten absoluten Lieblingssängers!) auf die Dauer stark an den Nerven zerrt. Es wirkt beinah so, als rattere er oftmals viel zu schnell viel zuviel Text herunter, ohne einer sonderlich zu bemerkenden Gesangsmelodie zu folgen – es klingt viel mehr wie ein schnelles "gesungenes Sprechen" in hoher Tonlage. Glücklicherweise nicht immer, aber leider doch streckenweise. Einen kompositorischen Aufbau des Gesangs sucht man manchmal vergebens. Und ich wünschte, es wäre nicht so.

Daher leider nur 4 von 5 Sternen.

Dennoch: es ist und bleibt ein gnadenlos gutes Album und ich hoffe stark darauf, dass John Arch auch in Zukunft mit Jim Matheos und den anderen Jungs Musik machen wird. Ich würde mir ein weiteres Arch/Matheos-Album, das vielleicht etwas gemäßigter ist und ein bißchen weniger Text und dafür mehr Gesangs-Kohärenz besitzt, sehnlichst wünschen. Für das, was "Sympathetic Resonance" aber ist, macht es seine Sache gut. Verflucht gut!

Ach ja: am 30. September 2013 erscheint endlich – nach 9 Jahren Wartezeit – das neue Fates Warning-Album "Darkness in a Different Light" (natürlich mit Ray Alder am Mikrofon). Man darf gespannt sein!


Maus inkl. Hochleistungs-Batterien -ferngesteuert- für Katzen - Micro Mini Racer Mouse - ( weiß od. grau ) Katzenspielzeug -
Maus inkl. Hochleistungs-Batterien -ferngesteuert- für Katzen - Micro Mini Racer Mouse - ( weiß od. grau ) Katzenspielzeug -

1.0 von 5 Sternen Der letzte Müll, 5. Juli 2013
An dieser ferngesteuerten Stoffmaus zur Belustigung von Katzen ist wirklich leider ALLES schlecht.

Zunächst ist das gesamte technische Konzept vollkommen unbrauchbar. In die Fernbedienung kommen 2 handelsübliche AA-Batterien - in die Maus selbst keine. Stattdessen schließt man die Maus an die Fernbedienung an, sodass sie durch diese 2 Batterien aufgeladen wird. Dass die Maus dadurch viel zu wenig Saft bekommt, steht also von vornherein schon fest.

Das Anbringen der Maus an die Fernbedienung erwies sich ebenfalls als kompliziert. Die Steckverbindungen sind eigentlich gut erkennbar, aber man musste das Ding schon mit Gewalt draufdrücken. Da die winzigen Plastikbügel sehr zerbrechlich aussahen, hatte ich die ganze Zeit die Sorge, ich würde sie aus Versehen beim Anbringen der Maus abbrechen. Glücklicherweise ist das nicht passiert.

Die Zeit, die die Maus zum Aufladen brauchte, habe ich nicht genau beachtet. Nach ungefähr 10 Minuten hab ich nach dem Apparat geschaut und die rote LED-Ladeanzeige leuchtete nicht mehr, also dachte ich: die Maus ist aufgeladen. War sie auch.

Doch nach wenigen (maximal 4!) Minuten war der Spaß dann auch wieder vorbei. Die Maus war leer, die Katzen gerade erst richtig motiviert.

So lief es dann auch nur die ersten beiden Male. Beim dritten Mal musste ich erst die winzigen Rädchen der Maus von feinen Katzenhärchen befreien, denn sonst ging nichts mehr. Beim vierten Mal hatte die Maus nichtmal eine ganze Minute lang Energie. Einmal durch's kleine Wohnzimmer geflitzt, war der "Spaß" auch schon wieder vorbei. Offenbar lädt die Fernbedienung die Maus also nicht mehr gescheit auf. Und das obwohl die Batterien in der Fernbedienung neu sind.

Fazit:
– sehr schlechte Verarbeitung
– VIEL zu kurze Batteriedauer
– Rädchen der Maus SEHR schmutzempfindlich
– hält nicht länger als einen Tag

Finger weg.


Rosewood 11580 Jolly Moggy Mikromaus
Rosewood 11580 Jolly Moggy Mikromaus
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Der letzte Müll, 5. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Rosewood 11580 Jolly Moggy Mikromaus (Misc.)
An dieser ferngesteuerten Stoffmaus zur Belustigung von Katzen ist wirklich leider ALLES schlecht. Zu schade, dass der andere Rezensent hier (wohl aus Versehen) fünf Sterne vergeben hat.

Zunächst ist das gesamte technische Konzept vollkommen unbrauchbar. In die Fernbedienung kommen 2 handelsübliche AA-Batterien - in die Maus selbst keine. Stattdessen schließt man die Maus an die Fernbedienung an, sodass sie durch diese 2 Batterien aufgeladen wird. Dass die Maus dadurch viel zu wenig Saft bekommt, steht also von vornherein schon fest.

Aber auch Dinge, die eigentlich problemlos sein sollten, wurden hier in den Sand gesetzt. So war es mir auch mit einem perfekt passenden Schraubenzieher nicht möglich, das Batteriefach der Fernbedienung zu öffnen, um die Batterien einzusetzen – die winzige Schraube war SO festgezogen, dass sie sich nicht einmal einen Millimeter drehen ließ. Ich musste das Batteriefach an der anderen Seite aufbiegen und die Batterien so gut es ging reinquetschen.

Da die Maus selbstverständlich nach dem Auspacken aus der Verpackung nicht geladen war (wie auch?), musste ich diese an die Fernbedienung anschließen (also nichts mit Auspacken und direkt Ausprobieren). Dies erwies sich aber ebenfalls als zu kompliziert. Die Steckverbindungen sind eigentlich gut erkennbar, aber man musste das Ding schon mit Gewalt draufdrücken. Da die winzigen Plastikbügel sehr zerbrechlich aussahen, hatte ich die ganze Zeit die Sorge, ich würde sie aus Versehen beim Anbringen der Maus abbrechen. Glücklicherweise ist das nicht passiert.

Die Zeit, die die Maus zum Aufladen brauchte, habe ich nicht genau beachtet. Nach ungefähr einer Stunde hab ich nach dem Apparat geschaut und die rote LED-Ladeanzeige leuchtete nicht mehr, also dachte ich: die Maus ist aufgeladen. War sie auch.

Doch nach wenigen (maximal 3!) Minuten war der Spaß dann auch wieder vorbei. Die Maus war leer, die Katzen gerade erst richtig motiviert.

So lief es dann auch nur die ersten beiden Male. Beim dritten Mal musste ich erst die winzigen Rädchen der Maus von feinen Katzenhärchen befreien, denn sonst ging nichts mehr. Beim vierten Mal hatte die Maus nichtmal eine ganze Minute lang Energie. Einmal durch's kleine Wohnzimmer geflitzt, war der "Spaß" auch schon wieder vorbei. Offenbar lädt die Fernbedienung die Maus also nicht mehr gescheit auf. Und das obwohl die Batterien in der Fernbedienung neu sind.

Fazit:
– sehr schlechte Verarbeitung
– VIEL zu kurze Batteriedauer
– Rädchen der Maus SEHR schmutzempfindlich
– hält nicht länger als einen Tag

Finger weg.


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