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Rezensionen verfasst von
Kai Leuner (Thriller-Autor)

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The Target
The Target
Wird angeboten von Audible GmbH

4.0 von 5 Sternen Der bislang beste Robie-Thriller, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: The Target (Hörbuch-Download)
So richtig war ich bislang mit der Figur Will Robie nicht warm geworden. All die in den vergangenen Jahren auftauchenden Killer-Figuren (neben Baldaccis Will Robie zum Beispiel auch Tom Woods Victor; bislang jeweils drei Bücher) schienen mir nur schwächere Kopien des einzigartigen John Rain (Barry Eislers "Tokio-Killer") zu sein. Und auch mit Buch Nr. 3 erreicht David Baldacci sicher nicht die Barry-Eisler-Liga. Aber dennoch hat mir "The Target" durchaus gefallen. Das allerdings liegt nicht daran, dass Will Robie mehr Tiefe gewinnt, sondern daran, dass mit der nordkoreanischen Killerin Chung-Cha eine hochinteressante Gegenspielerin auftaucht. Zudem spielen beträchtliche Teile des Buches in Nordkorea und vermitteln einen - wenngleich sicherlich holzschnittartigen - Eindruck vom Alltag in diesem Land und seinen Gulags. Einzelne Handlungsstränge des dritten Buches mögen stellenweise etwas konstruiert beziehungsweise ein wenig wie Fremdkörper wirken (etwa Jessica Reels [Robies Partnerin] Begegnung mit Geistern der Vergangenheit), aber ich wurde durch das Buch dennoch wunderbar unterhalten.

Fazit: Für Robie-Fans ein Muss, für Baldacci- und sonstige Thriller-Freunde ebenfalls durchaus ein Kauf!


The Target (Will Robie Book 3) (English Edition)
The Target (Will Robie Book 3) (English Edition)
Preis: EUR 4,39

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für mich der bisher beste Will-Robie-Thriller, 12. Oktober 2014
So richtig war ich bislang mit der Figur Will Robie nicht warm geworden. All die in den vergangenen Jahren auftauchenden Killer-Figuren (neben Baldaccis Will Robie zum Beispiel auch Tom Woods Victor; bislang jeweils drei Bücher) schienen mir nur schwächere Kopien des einzigartigen John Rain (Barry Eislers "Tokio-Killer") zu sein. Und auch mit Buch Nr. 3 erreicht David Baldacci sicher nicht die Barry-Eisler-Liga. Aber anders als dem Gros der anderen Rezensenten hat mir "The Target" durchaus gefallen. Das allerdings liegt nicht daran, dass Will Robie mehr Tiefe gewinnt, sondern daran, dass mit der nordkoreanischen Killerin Chung-Cha eine hochinteressante Gegenspielerin auftaucht. Zudem spielen beträchtliche Teile des Buches in Nordkorea und vermitteln einen - wenngleich sicherlich holzschnittartigen - Eindruck vom Alltag in diesem Land und seinen Gulags. Einzelne Handlungsstränge des dritten Buches mögen stellenweise etwas konstruiert beziehungsweise ein wenig wie Fremdkörper wirken (etwa Jessica Reels [Robies Partnerin] Begegnung mit Geistern der Vergangenheit), aber ich wurde durch das Buch dennoch wunderbar unterhalten.

Fazit: Für Robie-Fans ein Muss, für Baldacci- und sonstige Thriller-Freunde ebenfalls durchaus ein Kauf!


House of Cards - Die komplette erste Season [4 DVDs]
House of Cards - Die komplette erste Season [4 DVDs]
DVD ~ Robin Wright

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zweifellos gut, aber das Original ist deutlich besser!, 23. September 2014
"House of Cards" gilt heute als Meilenstein der amerikanischen TV-Serien-Geschichte, als eine überaus aufwändige Produktion, die in erzählerischer und dramaturgischer Maßstäbe setzte und gewissermaßen das Kino ins Fernsehen brachte. All das mag stimmen, auch wenn es meines Erachtens im US-Fernsehen deutlich bessere Serien gibt, aber eines ist an dieser Stelle festzuhalten: Das Original, die in den neunziger Jahren produzierte BBC-Miniserie "House of Cards" / "To Play the King" / "The Final Cut", ist zwei bis drei Klassen besser.

Ging es in der eng an Michael Dobbs gleichnamige Buchvorlage angelehnten, deren Schwachstellen aber vermeidenden britischen Serie um den intriganten Unterhaus-Abgeordneten und Tory-Chief-Whip Francis Urquart, steht im Mittelpunkt der US-Serie der (natürlich ebenfalls intrigante) Kongressabgeordnete und demokratische Mehrheitsführer Frank Underwood. Und hier kommen wir schon zu einem der markantesten Unterschiede zwischen beiden Serien. Ich mag Kevin Spacey, er ist ein großartiger Schauspieler, aber gegen den unvergleichlichen, einzigartigen Ian Richardson (in BBC-"House of Cards" in der Rolle seines Lebens) wirkt er leider wie eine schlechte, unglaubwürdige Kopie.

Beide Politiker werden bei einer Ämtervergabe übergangen und schwörenn bittere Rache. Bei ihrem Feldzug bedienen sie sich der Hilfe einer jungen, ehrgeizigen Journalistin, mit der sie schon bald ein intimes Verhältnis verbindet. Und hier kommen wir zu einem weiteren Schwachpunkt der US-Serie. War schon Susannah Harker als Mattie Storin in "House of Cards" (BBC) keine ideale Besetzung, ist Kate Mara als Zoe Barnes in "House of Cards" (US) schlichtweg eine Katastrophe. Sie hat die erotische Ausstrahlung eines hinterhältig-berechnenden Frettchens. Die Chemie zwischen ihr und Spacey stimmt zu keinem Zeitpunkt. Man nimmt ihnen ihre Affäre schlichtweg nicht ab, und bei den (zum Glück wenigen) intimeren Szenen schaut man eher angewidert weg.

In beiden Produktionen hat der "Held" eine rechte Hand namens Stamper. Auch wenn ich hier ebenfalls die britische Serie mit Colin Jeavons voern sehe, wird man einräumen müssen, dass Michael Kelly dem etwas stilleren amerikanischen Pendant eine interessante Tiefe verleiht. Einen leichten Vorsprung hat die anmerikanische Kopie gegenüber der britischen Vorlage, soweit es um die Ehefrau des Hauptprotagonisten geht. Robin Wright verkörpert die eiskalte und ihrerseits höchst intrigante Gattin meines Erachtens besser als Diane Fletcher.

Und sonst? Wenn man ins Kalkül zieht, dass der US-Produktion ein ungleich höheres Budet zur Verfügung stand, muss ich leider konstatieren, dass die britischen Vorgänger weitaus bessere Arbeit geleistet haben, was Atmosphäre, Plot und die damals noch ungewöhnliche Erzählweise mit dem sich der Kamera und dem Zuschauer zuwendenden Hauptdarsteller angeht.

Fazit: "House of Cards" (US) lohnt sicher einen Kauf, aber ich empfehle dringend, auch dem Original eine Chance zu geben.


Banshee - Die komplette erste Staffel [4 DVDs]
Banshee - Die komplette erste Staffel [4 DVDs]
DVD ~ Rus Blackwell
Preis: EUR 10,94

41 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach nur grandios - ein Plädoyer für "Banshee", 23. September 2014
Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, aber ich war schon überrascht angesichts einiger recht harscher Bewertungen der amerikanischen Serie "Banshee": "Gewaltverherrlichender Schund", "klinische Sexszenen", "unrealistisch und hölzern", "diffus und ohne roten Faden", ein unsympathischer Hauptprotagonist, der Rest (ebenfalls) "Laiendarsteller" - eine, wie es in einer Bewertung heißt, "der schlechtesten und dümmsten Serien der letzten Jahre".

Überrascht war ich von diesen Einschätzungen deshalb, weil mich "Banshee" und die zum Einsatz kommenden Schauspieler schlichtweg begeistert haben. Ich sehe derzeit im deutschen Fernsehen keine einzige - nicht eine - Serie, die es mit dieser US-Produktion aufnehmen kann. Gewiss, die Serie ist nicht perfekt. Man muss sich auf die Grundstory - Exhäftling nimmt die Identität eines Toten an, der gerade in einer Kleinstadt in Pensylvania, in der die Ex-Freundin des Ex-Häftlings lebt, seinen Job als Sheriff antreten wollte - erst einmal einlassen. Die Serie ist stellenweise - wie auch andere für das amerikanische Kabelfernsehen produzierte Serien ("Spartacus") - ziemlich brutal, und einige Handlungsstränge versanden aus unerfindlichen im Nirgendwo. Und dennoch ist "Banshee" in meinen Augen weit, weit überdurchschnittlich.

Und das meine ich nicht nur mit Blick auf deutsche Serien. Ich habe zeitgleich die erste Staffel der - hochgelobten - Serie "Alias" mit Jennifer Garner gesehen, genauer gesagt: angefangen zu sehen, denn nach acht Folgen habe ich aufgegeben. Dieser vermeintliche Meilenstein der TV-Geschichte war in meinen Augen einfach nur unerträglich: Ein absurder Plot, den die Heldin im Vorspann kurzatmig hinunterhechelt - ungefähr in der Weise, in der in der Werbung der "Zu Risiken und Nebenwirkungen..."-Satz hinuntergeschnurrt wird. Eine unglaubwürdige Heldin, die genau zwei Gesichtsausdrücke beherrscht - den eines erschrocken ins Scheinwerferlicht blickenden Rehs und eine - wie sie glaubt - verführerische Miene mit Schmollmund, wobei ihre völlig unnatürlich wirkenden Lippen (ähnlich wie bei Angelina Jolie) leider gar nichts Sinnliches haben. Hinzu kommen konstruiert wirkende Handlungsstränge, die es im Übrigen gar nicht gäbe, wenn die überdrehte Hauptdarstellerin ihre Gesprächspartner einfach mal ausreden lassen würde. Was das mit "Banshee" zu tun hat? Gehen wir es - nur aus Gründen der Bewertung - mal durch:

1. Der Hauptdarsteller

Ja, es stimmt, was in einigen Rezensionen geschrieben wird. Antony Starr als Sheriff Lucas Hood ist keiner, der (sofort) die Sympathien der Zuschauer gewinnt. Aber gerade das macht meines Erachtens das Faszierende der Hauptfigur aus - das Zerissene, das Zweifelnde, das Lakonische, das Lauernde, die brutale, in Rückblenden erzählte Gefängniszeit, die sich in seinen Blick eingebrannt hat wie Säure, die Furchtlosigkeit, mit der er durch seinen Alltag als Sheriff stapft. Antony Starr ist von seiner Statur her wahrlich kein Kämpfer - und dennoch "glaubt" man ihm den Lucas Hood, der jederzeit und ohne Rücksicht auf Zahl und Größe seiner Gegner zuschlägt, keiner Auseinandersetzung aus dem Weg geht und sich selbst gegen einen Profiboxer behauptet. Ein Ex-Krimineller, der als Sheriff Verbrechen aufklärt oder verhindert, sich dafür, wenn es denn nötig ist, mit dem "Paten" von Banshee County, Kai Procter (zu dem wir gleich noch kommen) verbündet, um dann bei nächster Gelegenheit wieder gegen ihn zu kämpfen, der nachts selbst schon mal auf Beutezug geht und ein ganz eigenwilliges (aber dennoch nachvollziehbares) Verständnis von "Gerechtigkeit" offenbart - man muss Lucas Hood nicht mögen, aber er ist in meinen Augen eine der faszinierendsten Figuren der TV-Serienlandschaft. Allein die fassungslosen Blicke der Polizisten von Banshee, wenn ihr neuer Chef sich mal wieder gegen alle Vorschriften und mit lockerer Faust seinen Weg bahnt, rechtfertigen es, sich "Banshee" zu Gemüte zu führen. Den Vergleich mit dem vermeintlichen Weltstar Jennifer Garner gewinnt Antony Starr haushoch.

2. Der Gegenspieler

"Banshee" wäre wohl nur halb so gut ohne den - europäischen Zuchauern aus Filmen von Lars Trier bekannten - dänischen Schauspieler Ulrich Thomsen, der Kai Proctor spielt, den überaus vielschichtigen "Paten" von Banshee County, einen von seiner Amish-Familie vor Jahren verstoßenen skrupellosen und mörderischen Geschäftsmann, der als Fassade eine Fleischfabrik betreibt, aber auch im Casino- und im Rauschgiftgeschäft mitmischt und seine Hände offenbar in allem hat, was einen schnellen Gewinn verspricht. Auch Proctor ist ein Zerissener, ein Getriebener, ein Mann mit tausend Gesichtern - und ähnlich wie Lucas Hood ein Mann ohne jede Furcht. Er nimmt seine Nichte Rebecca (Lilli Summons), die wegen ihres allzu freizügigen Lebenstils ebenfalls von ihrer Amish-Familie verstoßen wird, bei sich auf und führt sie nach und nach in seine brutale Welt ein. Schon bald ist eine allein durch Blicke und Gesten erzeugte erotische Spannung zwischen den beiden spürbar, die keine deutsche Serie so jemals hinbekommen hat. Obwohl ständig begleitet von seiner rechten Hand Burton, einem Mann, der wie ein Buchhalter aussieht, aber ein überaus effektiver Bodyguard ist, scheut sich Proctor nicht, selbst zuzuschlagen, wenn es nötig ist. In Folge 2 tritt er allein einer Meute von mit Baseballschlägern bewaffneten Indianern gegenüber, die es auf die Amish-Familien abgesehen haben. Der ständige, von verschwundenen Zeugen und vorübergehenden Waffenstillständen geprägte Kampf von Lucas Hood gegen Kai Procter, den Hood unbedingt hinter Gitter bringen will, aber eben dummerweise mitunter auch braucht, gehört zu den prägenden Handlungslinien der Serie. "Alias" hat keine annähernd vergleichbare Figur zu bieten.

3. Die Frauen

Ja, nahezu alle Frauen in "Banhsee" - von Hoods Ex-Freundin Carrie, die jetzt mit dem Bezirksstaatsanwalt verheiratet ist, über Proctors Nichte Rebecca bis hin zu Hoods Kollegin Siobhan und diversen Nebenfiguren - sind überaus attraktiv, und für amerikanische Verhältnisse ist die Serie recht freizügig. Und, ja, auch das ist sicher wahr, nicht alle erotischen Szenen sind dramaturgisch zwingend erforderlich. Aber "klinisch", wie es in einer Rezension hieß, sind sie auch nicht. Im Gegenteil, ich finde, dass die Szenen überaus sinnlich sind - und Lichtjahre entfernt von den albernen, züchtig-sterilen Liebeleien in "Alias". Im Übrigen: Die Frauen dort sind blass, austauschbar und in jeder HInsicht konturenlos. Klarer Vorteil "Banshee"!

4. Die Nebendarsteller

Ein weiterer Pluspunkt von "Banshee" (und ebenfalls ein klarer Vorteil gegenüber "Alias") sind die weiteren Nebenfiguren, die meines Erachtens für eine solche Serie relativ vielschichtig und interessant gezeichnet sind. Da ist beispielsweise Hoods Vertrauter Job (Hoon Lee), ein Transvestit und begnadeter Computer-Hacker mit einer Vorliebe für ausgefallene Outfits. Hoon Lee hat sich mit seiner formidablen Darstellung definitiv für höhere Aufgaben empfohlen. Da ist der todkranke FBI-Agent ("Selbst mein Krebs hat Krebs"), der Carries Vater, den berüchtigten ukrainischen Mafia-Boss Rabbit (Ben Cross), jagt und eine Schießerei in Banshee untersucht. Da ist der idealistische junge Bürgermeister, der Ex-Boxer, Salonbesitzer und Hood-Vertraute Sugar, der Bezirksstaatsanwalt, der plötzlich erkennen muss, dass er die Frau, mit der er verheiratet ist, gar nicht kennt, und und und...

Wie gesagt, man muss sich auf den Grundplot einlassen. Aber wenn man das einmal tut, bekommt man zehn Folgen beste Unterhaltung, die sich von dem deutschen Serien-EInerlei und auch von vielen amerikanischen Produktionen deutlich abhebt.

Fazit: Eine angenehme Überraschung und ein klarer Kauf!
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 25, 2015 5:21 PM CET


Graveyard of Memories (A John Rain Novel Book 8) (English Edition)
Graveyard of Memories (A John Rain Novel Book 8) (English Edition)
Preis: EUR 4,99

5.0 von 5 Sternen Schwermütig, traurig und doch grandios: Der junge John Rain, 4. März 2014
Zunächst war ich ein wenig enttäuscht, als ich die Ankündigung zu Barry Eislers neuestem John-Rain-Thriller las. Seit "The Detachment", einem gewagten (aber auch gelungenen!) Cross-over der Rain- und der Treven-Serie war inzwischen einige Zeit vergangen. Über das Warten auf das neueste Abenteuer des faszinierenden japanisch-amerikanischen Auftragskillers half auch die (wenngleich hervorragende) Delilah-Novella "London Twist" nur bedingt hinweg. Doch nun - endlich - sollte er kommen, der neue "John Rain". Aber "Graveyard of Memories" knüpft zu meinem anfänglichen Verdruss keineswegs an "The Detachment" an, sondern führt uns zurück ins Tokio der 70er Jahre und erzählt, wie aus dem Soldaten der eiskalte Killer wurde.

Rain, jung und ungestüm und dem Vietnam-Krieg gerade entkommen, verdingt in Tokio seinen Lebensunterhalt als "Bagman". Er transportiert Schwarzgeld von der CIA zu korrupten japanischen Bürokraten. Nach einer dieser Geldübergaben kreuzt er den Weg einer Gang, die offenkundig Streit sucht. Es kommt zu einem Handgemenge, zurück bleibt ein Toter. Wie sich schon bald herausstellt, handelt es sich ausgerechnet um den Neffen eines mächtigen Yakuza-Bosses. Wenige Tage später überbringt Rains CIA-Handler schlechte Nachrichten: Rain steht auf der Abschussliste des Yakuza-Clans. Die beiden Männer schließen einen mörderischen Pakt: Wenn Rain einen der CIA im Weg stehenden Politiker der LDP aus dem Weg räumt, bekommt er im Gegenzug alle Informationen, um auch seine ärgsten Yakuza-Widersacher zu erledigen. Als wenn all dies nicht schon genug wäre, verlieb sich Rain "nebenbei" auch noch in Sayaka, ein koreanisches Mädchen, das als Rezeptionistin eines Stundenhotels arbeitet - und im Rollstuhl sitzt. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis beide Handlungsstränge sich kreuzen...

Die bittersüße, in typisch Eislerscher Manier erzählte Love-Story bringt eine traurig-schwermütige Note in diesen Thriller, mit dem Barry Eisler wieder einmal beweist, weshalb er zu den ganz Großen gehört. Wie er diesen "Rückblick" harmonisch in das existierende John-Rain-Mosaik einfügt, wie er lose Fäden früherer Bücher aufgreift und nun nutzt, wie er es schafft, John Rain als jung, unerfahren und blauäugig und gleichzeitig als talentierten Killer erscheinen zu lassen, ist einfach nur faszinierend. Auch wenn die Beziehung zwischen dem jungen John Rain und Sayaka in mancherlei Hinsicht der Beziehung zwischen dem älteren Rain und der Jazz-Musikerin Midori in "Rain Fall" ähnelt, auch wenn man etliche Sequenzen so oder so ähnlich in einem der früheren Bücher schon einmal gelesen hat, ist "Graveyard of Memories" ein absolutes Muss für jeden John-Rain-Fan.

Fazit: Ein klarer Kauf!


Der Paradies-Trick (Kindle Single)
Der Paradies-Trick (Kindle Single)
Preis: EUR 1,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Delilah in sinnlicher Mission, 4. März 2014
Barry Eisler setzt seine erfolgreichen "Appetithappen" fort. Nach dem Marine-Sniper Dox ("The Khmer Kill") hat mit der Mossad-Agentin Delilah nun eine zweite Nebenfigur aus Eislers Universum einen eigenen Kurzauftritt bekommen. Allerdings nicht so kurz wie der von Dox. Während Eisler ihm wie zuvor seinen Helden John Rain ("Paris Is A Bitch") und Daniel Larison ("The Lost Coast") als Appetithappen für zwischendurch "nur" Short-Stories auf den Leib schrieb, bedachte er Dalilah immerhin mit einer "Novella", einem reichlich einhundert Seiten umfassenden Minithriller. Die Anhänger der attraktiven Agentin werden dies mit Wohlgefallen registrieren, mussten sie doch relativ lange auf einen neuen Auftritt Delilahs warten. Nach dem Rain-Thriller Nummer sechs ("Letzte Vergeltung") hatte Eisler zunächst als Auftakt einer gänzlich anderen Reihe den neuen Helden Ben Treven eingeführt ("Todes-Code") und ihm später den düsteren Daniel Larison gegenübergestellt ("Inside Out"). In Paris Is A Bitch" war es dann zum (vielleicht ja nur vorübergehenden?) Bruch zwischen Delilah und Rain gekommen, weshalb sie in "The Detachment", einem Crossover der Rain- und der Treven-Serie, folgerichtig gänzlich fehlte.

In "London Twist" erhält die blonde Agentin, die darauf spezialisiert ist, hochrangige Zielpersonen zu verführen und ihr Vertrauen zu erlangen, von ihren Chefs den Befehl, ihren vermeintlichen Fehler" aus "Paris Is A Bitch" wieder gutzumachen (die beiden Geschichten schließen aus Delilahs Sicht unmittelbar aneinander an). Doch die Sache hat - natürlich - einen Haken: Bei Delilahs Zielperson handelt es sich um eine Frau. Die dreißigjährige Fatima, eine aus Pakistan stammende Intellektuelle, ist die Sprecherin von Londons muslimischer Diaspora. Sie hat zwei ihrer Brüder bei einem amerikanischen Drohnenangriff verloren. Ihr dritter Bruder Imran, so die Vermutung des MI6, wurde daraufhin zum Kopf einer Terrorzelle der pakistanischen Taliban, die einen Anschlag in London plant. In Fatimas Laptop vermutet der Geheimdienst Informationen, die zu Imrans Versteck führen und so eine Vereitelung des Anschlags ermöglichen.

Zwei Versuche, mittels männlicher Undercover-Agenten, die sich der dunkelhaarigen Schönheit nähern sollten, an die Daten zu gelangen, scheiterten kläglich. Die letzte Hoffnung des MI6, der sich im Rahmen eines obskuren Tauschgeschäfts der Hilfe des Mossad bedient, ist eine Frau. Delilah soll behutsam ein freundschaftliches Verhältnis zu der Zielperson aufbauen. Getarnt als Pariser Fotografin lernt sie Fatima in London kennen und erwirbt nach und nach ihr Vertrauen. Ein gemeinsamer Wochenendtrip nach Französisch-Polynesien soll ihr schließlich die Gelegenheit verschaffen, ein paar ungestörte Momente mit dem von Fatima argwöhnisch bewachten Laptop zu verbringen. Doch im karibischen Sonnenparadies geschieht das Unvermeidliche. Bei einem zunehmenden erotischeren Fotoshooting kommen sich die beiden Frauen näher, als Delilah lieb ist...

Mit seiner Delilah-Novella kehrt Barry Eisler - nach der in meinen Augen etwas moralinsauren Dox-Story "The Khmer Kill" - eindrucksvoll zu alter Stärke zurück. Natürlich verzichtet er auch in London Twist" nicht auf politische Botschaften - diesmal geht es um die Frage, inwieweit der Westen durch Drohnen-Angriffe, Folter und Guantanamo die islamische Welt radikalisiert und so selbst für einen ständigen Nachschub an Feinden sorgt -, aber sie sind besser verpackt als in "The Khmer Kill". Und mitzuverfolgen, wie sich Delilah mehr und mehr in ihrem gewagten Doppelspiel verfängt, ist grandiose, allerbeste Unterhaltung. Leider hat auch London Twist" - wie übrigens jedes vorhergehende Short"-Werk Eislers - eine harte, bittere Nuance (die hier aus einem einzigen Wort besteht), welche einen schalen Nachgeschmack hinterlässt; schal deshalb, weil sie für die Handlung überhaupt nicht nötig ist. Dies weiter auszuführen, würde zu viel von der Story verraten. Deuten wir es mit einer nach einem James-Bond-Film klingenden Zeile :-) an: Der Tod ist genug.

Fazit: "London Twist" hat sicher nicht ganz die Qualität der John-Rain-Thriller, ist aber für Eisler-Fans ein absolutes Muss.


Unti Hope Solo Memoir
Unti Hope Solo Memoir
von Hope Solo
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,36

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade: Vorher war mir Hope sympathischer..., 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Unti Hope Solo Memoir (Taschenbuch)
Eigentlich hatte ich mich auf die Biographie von Hope Solo sehr gefreut. Eine der besten Fußballerinnen der Welt, die nicht nur Auslandserfahrungen in Schweden und Frankreich sammelte, sondern auch die Geburt der ersten beiden (leider sehr kurzlebigen) US-Profiligen WUSA und WPS miterlebte und mit der Nationalmannschaft Olympiasiegerin und Vizeweltmeisterin wurde, sollte einiges über den Alltag einer Profifußballerin zu erzählen haben. Diese Erwartungen hat Solos Biographie auch erfüllt. Maßlos gestört hat mich allerdings der private Teil - der allerdings der Grund sein dürfte, dass die Biographie in Amerika eines der bestverkauften Fußball-Bücher überhaupt ist.

Nun darf es den Leser zugegebenermaßen nicht wirklich überraschen, dass eine Biographie auch über Privates und Familiäres berichtet, und in Maßen ist dagegen auch überhaupt nichts einzuwenden. Aber Hope Solo widmet den gefühlt größten Teil des Buches ihrer überaus komplexen Familiensituation: Der kriminelle, später obdachlose und zu Unrecht des Mordes verdächtigte Vater, die alkoholkranke Mutter, das Verhältnis der Eltern zueinander, das unverhoffte Wiedersehen mit ihrem Vater nach jahrelanger Funkstille, sein plötzlicher Tod - all das wird in (jedenfalls mir) viel zu großer Detailfreude beschrieben. Zudem bekommt das Ganze häufig einen allzu rührseligen Touch, etwa, wenn Hope über weite Passagen aus tatsächlichen oder fiktiven Briefen ihres Vaters an sie oder umgekehrt zitiert oder ausführlich beschreibt, wie sie nach seinem Tod bei Spielen der Nationalelf Teile seiner Asche mit aufs Feld nahm, um sie zu verstreuen.

Ein zweiter - bei mir einen schalen Beigeschmack hinterlassender - Aspekt: Hope Solo präsentiert sich als ziemlich unsympathische, überaus egozentrische Fußballerin, die Menschen, welche nicht in gleicher Weise an sie glauben wie sie selbst, schnell mit kalter Verachtung straft, und die sich immerzu und ständig ungerecht behandelt fühlt. Dummerweise wurde sie einige Male offenbar tatsächlich ungerecht behandelt (etwa vom früheren Nationaltrainer Greg Ryan und der Weltmeistergeneration - dazu sogleich), und es fällt ungeheuer schwer, sich angesichts all der anderen Warum sind alle nur so böse zu mir?"-Passagen darauf einzulassen. Weinerlich beschwert sie sich, dass sie von einer Freundin nicht als Trauzeugin auserkoren wurde, und fordert recht dreist Verständnis dafür, dass diese Freundschaft jahrelang weitgehend eine Einbahnstraße war. Sie sei eben Profisportlerin mit einem anstrengenden Leben. Nationaltrainerin Pia Sundhage, zunächst schwärmerisch verehrt, erntet böse Worte, als sie in einem Testspiel vor der WM 2011 die Ersatzkeeperin einsetzte, um sich von deren Leistungsstand zu überzeugen, anstatt der lange verletzten Hope Solo jede nur denkbare Einsatzminute zuzubilligen. Hope fordert von anderen größtmögliche Rücksichtnahme (auf ihre persönliche Situation wie z.B. nach dem Tod ihres Vaters, auf Verletzungen usw.), scheute sich aber nicht, nach dem verlorenen WM-Halbfinale 2007, bei dem Trainer Greg Ryan überraschend ihr Konkurrentin Briana Scurry ins Tor gestellt hatte, öffentlich zu verkünden, dass das Team mit ihr - Solo - gewonnen hätte. Ausführlich beschreibt sie den daraus resultierenden Konflikt mit dem Trainer (der sie bei einem Gespräch sogar tätlich angegriffen haben soll) und ihren Mitspielerinnen, beschreibt - in der Tat befremdliche - Sitzungen, in denen das Team über sie zu Gericht saß. Die von ihr geschilderten Situationen sind derart absurd, dass sie an Streitereien einer Mittelschulklasse erinnern: Wenn Hope einen Fahrstuhl betrat, gingen andere Mitspielerinnen raus. Kam sie nach dem Training in den Pool, verließen ihn die anderen. Auf dem Hotelflur ging man aneinander vorbei, als würde man sich nicht kennen. Es gab Versuche, Hope um die ihr zustehenden Prämien zu prellen und von der Nach-WM-Tour der Nationalelf auszuschließen. Wieder und wieder wurden von ihr öffentliche Entschuldigungen gefordert und die Abgabe vom Verband vorformulierter Presserklärungen.

Diese Passagen machen den eigentlichen Reiz des Buches aus, weil sie viel vom Innenleben der US-Frauennationalmannschaft verraten. Ebenso erfährt man einiges über das (teilweise recht amateurhafte) Gebaren der US-Profiklubs, denen bislang durchweg kein allzu langes Leben beschieden war. Mit der NWSL wurde vor einigen Monaten der dritte Versuch gestartet, in den USA eine Frauen-Profiliga zu etablieren. Hope Solo ist natürlich dabei - mit dem Klub Seattle Reign. Das Projekt scheint finanziell auf etwas sicheren Füßen zu stehen - so werden zum Beispiel die Gehälter der Nationalspielerinnen von den Fußballverbänden der USA, Kanadas und Mexikos gesponsert. Zudem verlief der Auftakt durchaus verheißungsvoll - in der Hochburg Portland kamen im Schnitt 13.000 Zuschauer. Dennoch bleibt abzuwarten, ob der Zuspruch auf Dauer ausreicht, um eine Profiliga zu tragen.

Fazit: Hope Solos Biographie ist einen Kauf wert, wenn man sich für den (amerikanischen) Frauenfußball interessiert, da es kein vergleichbares Werk gibt, das einem derartige Einblicke gewährt. In Kauf nehmen muss man allerdings Hope Solos allzu rührselig erzählte (und jedenfalls mich nicht wirklich interessierende) Familiengeschichte und den Umstand, dass einem die Torhüterin mit dem schönen Vornamen hinterher vielleicht nicht mehr ganz so sympathisch ist.


Mein Leben als Hope Solo
Mein Leben als Hope Solo
von Hope Solo
  Broschiert
Preis: EUR 17,95

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade: Hope offenbart mehr, als ich wissen wollte, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Mein Leben als Hope Solo (Broschiert)
Auf die Biographie von Hope Solo hatte ich mich sehr gefreut. Eine der besten Fußballerinnen der Welt, die nicht nur Auslandserfahrungen in Schweden und Frankreich sammelte, sondern auch die Geburt der ersten beiden (leider sehr kurzlebigen) US-Profiligen WUSA und WPS miterlebte und mit der Nationalmannschaft Olympiasiegerin und Vizeweltmeisterin wurde, sollte einiges über den Alltag einer Profifußballerin zu erzählen haben. Diese Erwartungen hat Solos Biographie auch erfüllt. Maßlos gestört hat mich allerdings der private Teil - der allerdings der Grund sein dürfte, dass die Biographie in Amerika eines der bestverkauften Fußball-Bücher überhaupt ist.

Nun darf es den Leser zugegebenermaßen nicht wirklich überraschen, dass eine Biographie auch über Privates und Familiäres berichtet, und in Maßen ist dagegen auch überhaupt nichts einzuwenden. Aber Hope Solo widmet den gefühlt größten Teil des Buches ihrer überaus komplexen Familiensituation: Der kriminelle, später obdachlose und zu Unrecht des Mordes verdächtigte Vater, die alkoholkranke Mutter, das Verhältnis der Eltern zueinander, das unverhoffte Wiedersehen mit ihrem Vater nach jahrelanger Funkstille, sein plötzlicher Tod - all das wird in (jedenfalls mir) viel zu großer Detailfreude beschrieben. Zudem bekommt das Ganze häufig einen allzu rührseligen Touch, etwa, wenn Hope über weite Passagen aus tatsächlichen oder fiktiven Briefen ihres Vaters an sie oder umgekehrt zitiert oder ausführlich beschreibt, wie sie nach seinem Tod bei Spielen der Nationalelf Teile seiner Asche mit aufs Feld nahm, um sie zu verstreuen.

Ein zweiter - bei mir einen schalen Beigeschmack hinterlassender - Aspekt: Hope Solo präsentiert sich als ziemlich unsympathische, überaus egozentrische Fußballerin, die Menschen, welche nicht in gleicher Weise an sie glauben wie sie selbst, schnell mit kalter Verachtung straft, und die sich immerzu und ständig ungerecht behandelt fühlt. Dummerweise wurde sie einige Male offenbar tatsächlich ungerecht behandelt (etwa vom früheren Nationaltrainer Greg Ryan und der Weltmeistergeneration - dazu sogleich), und es fällt ungeheuer schwer, sich angesichts all der anderen Warum sind alle nur so böse zu mir?"-Passagen darauf einzulassen. Weinerlich beschwert sie sich, dass sie von einer Freundin nicht als Trauzeugin auserkoren wurde, und fordert recht dreist Verständnis dafür, dass diese Freundschaft jahrelang weitgehend eine Einbahnstraße war. Sie sei eben Profisportlerin mit einem anstrengenden Leben. Nationaltrainerin Pia Sundhage, zunächst schwärmerisch verehrt, erntet böse Worte, als sie in einem Testspiel vor der WM 2011 die Ersatzkeeperin einsetzte, um sich von deren Leistungsstand zu überzeugen, anstatt der lange verletzten Hope Solo jede nur denkbare Einsatzminute zuzubilligen. Hope fordert von anderen größtmögliche Rücksichtnahme (auf ihre persönliche Situation wie z.B. nach dem Tod ihres Vaters, auf Verletzungen usw.), scheute sich aber nicht, nach dem verlorenen WM-Halbfinale 2007, bei dem Trainer Greg Ryan überraschend ihr Konkurrentin Briana Scurry ins Tor gestellt hatte, öffentlich zu verkünden, dass das Team mit ihr - Solo - gewonnen hätte. Ausführlich beschreibt sie den daraus resultierenden Konflikt mit dem Trainer (der sie bei einem Gespräch sogar tätlich angegriffen haben soll) und ihren Mitspielerinnen, beschreibt - in der Tat befremdliche - Sitzungen, in denen das Team über sie zu Gericht saß. Die von ihr geschilderten Situationen sind derart absurd, dass sie an Streitereien einer Mittelschulklasse erinnern: Wenn Hope einen Fahrstuhl betrat, gingen andere Mitspielerinnen raus. Kam sie nach dem Training in den Pool, verließen ihn die anderen. Auf dem Hotelflur ging man aneinander vorbei, als würde man sich nicht kennen. Es gab Versuche, Hope um die ihr zustehenden Prämien zu prellen und von der Nach-WM-Tour der Nationalelf auszuschließen. Wieder und wieder wurden von ihr öffentliche Entschuldigungen gefordert und die Abgabe vom Verband vorformulierter Presserklärungen.

Diese Passagen machen den eigentlichen Reiz des Buches aus, weil sie viel vom Innenleben der US-Frauennationalmannschaft verraten. Ebenso erfährt man einiges über das (teilweise recht amateurhafte) Gebaren der US-Profiklubs, denen bislang durchweg kein allzu langes Leben beschieden war. Mit der NWSL wurde vor einigen Monaten der dritte Versuch gestartet, in den USA eine Frauen-Profiliga zu etablieren. Hope Solo ist natürlich dabei - mit dem Klub Seattle Reign. Das Projekt scheint finanziell auf etwas sicheren Füßen zu stehen - so werden zum Beispiel die Gehälter der Nationalspielerinnen von den Fußballverbänden der USA, Kanadas und Mexikos gesponsert. Zudem verlief der Auftakt durchaus verheißungsvoll - in der Hochburg Portland kamen im Schnitt 13.000 Zuschauer. Dennoch bleibt abzuwarten, ob der Zuspruch auf Dauer ausreicht, um eine Profiliga zu tragen.

Fazit: Hope Solos Biographie ist einen Kauf wert, wenn man sich für den (amerikanischen) Frauenfußball interessiert, da es kein vergleichbares Werk gibt, das einem derartige Einblicke gewährt. In Kauf nehmen muss man allerdings Hope Solos allzu rührselig erzählte (und jedenfalls mich nicht wirklich interessierende) Familiengeschichte und den Umstand, dass einem die Torhüterin mit dem schönen Vornamen hinterher vielleicht nicht mehr ganz so sympathisch ist.


Das Komplott
Das Komplott
von John Grisham
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,99

9 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht der beste, aber dennoch ein lesenswerter Grisham, 13. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Komplott (Gebundene Ausgabe)
Gewiss, es ist eine Weile her, aber es gab eine Zeit, da war John Grisham in Sachen Thriller das Maß aller Dinge. "Die Firma", "Der Regenmacher", "Das Urteil" oder "Der Partner" gehören aus meiner Sicht bis heute zum Besten, was auf diesem Gebiet je geschrieben wurde. Und das ist nicht nur eine Frage des Plots - Grisham ist einfach ein grandioser Erzähler, weshalb man sich auch in den gemächlicheren Passagen seiner Werke ganz und gar verlieren kann. Mit der Zeit - mittlerweile liegen über 30 Grishams inkl. Sach- und Jugendbücher vor - schlichen sich bei ihm allerdings ein paar deutlich schwächere Werke ein, die von seinen Glanztaten derart weit entfernt waren, dass man sich fragen konnte, ob da nicht über weite Passagen ein Assistent am Werk war. Man denke etwa an "Das Testament", "Der Verrat" oder - trauriger Höhepunkt - "Berufung".

Mit "Das Komplott" legt Grisham nun jedoch einen Thriller vor, der wunderbare Erinnerungen an alte Zeiten weckt, mag er auch nicht ganz das hohe Niveau der Frühwerke aus den neunziger Jahren erreichen. Doch er steht in einer Reihe mit "Die Bruderschaft" oder "Die Begnadigung", gutklassigen Grishams des neuen Jahrtausends, die sich durch gewagte Plots und den typischen - unerreichten - Erzählstil des früheren Anwalts und Abgeordneten auszeichneten.

Die Story: Malcolm Bannister, ein Provinzanwalt, hat sich einst den falschen Mandanten herausgesucht (genauer: der hat sich Malcolm herausgepickt) und ist als Nebenfigur eines gigantischen Geldwäscheprozesses übel unter die Räder gekommen: Zehn Jahre Haft in einem Bundesgefängnis und der Verlust von Familie, Karriere und Reputation. Fünf Jahre hat er inzwischen abgesessen, fünf weitere stehen ihm bevor. Doch dann wittert Malcolm seine Chance. Als ein Bundesrichter nebst seiner Geliebten brutal ermordet wird, verlangt der Gefangene nach einem Gespräch mit dem FBI. Denn, so seine schier unglaubliche Behauptung, er kennt den Mörder - und dessen Motiv. Reden allerdings, dies stellt er unmissverständlich klar, wird er nur im Tausch gegen seine Freiheit und die Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm. Denn der Mörder des Richters ist ein gefährlicher, bestens vernetzter Mann. Das trotz intensiver Ermittlungen völlig im Dunkeln tappende FBI lässt sich auf den Deal ein: Es kommt tatsächlich zu einer Verhaftung, und Bannister verlässt in einer Nacht- und-Nebel-Aktion das Gefängnis. Mit einem neuen Gesicht und einer neuen Identität taucht er in Nordflorida unter. Dort wähnt er sich in Sicherheit, doch ein abgehörtes Telefonat offenbart dem FBI: Bannisters Feinde wissen nur zu genau, wo sie ihn finden können. Irgendwo muss es ein Leck geben. Aber wo? Bannister traut nun niemandem mehr und beschließt, sich fortan auf eigene Faust zu verstecken. Kurz darauf nimmt das Geschehen eine gänzlich neue Wendung...

Grisham ist, wie gesagt, ein begnadeter Erzähler. Es macht einfach Spaß, Malcolm Bannister auf seinem Weg in sein neues Leben Schritt für Schritt zu begleiten. Das erste Glas Bier in der Freiheit (und der Neid der ihn begleitenden FBI-Agenten, die bei Softdrinks bleiben müssen), das gemütliche Apartment in Neptun Beach, die ersten Momente am Strand, ein Trip in die Karibik... - diese Passagen kann man einfach nur genießen. Auch wenn der Plot vor allem im letzten Drittel hier und da ein wenig konstruiert wirkt, hat mich das Buch ganz und gar in seinen Bann gezogen. Was will man mehr von einem Thriller?

Fazit: Für Grisham-Fans ein Muss, für Neueinsteiger ein lockerleichter Lesespass für den Urlaub oder gemütliche Sommerabende mit einem kühlen Glas Weißwein auf der Terrasse.


The Racketeer
The Racketeer
von John Grisham
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,18

4.0 von 5 Sternen Fulminantes Spätwerk des Meisters, 5. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The Racketeer (Gebundene Ausgabe)
Es gab eine Zeit, da war John Grisham in Sachen Thriller das Maß aller Dinge. "Die Firma", "Der Regenmacher", "Das Urteil" oder "Der Partner" gehören aus meiner Sicht bis heute zum Besten, was auf diesem Gebiet je geschrieben wurde. Und das ist nicht nur eine Frage des Plots - Grisham ist einfach ein grandioser Erzähler, weshalb man sich auch in den gemächlicheren Passagen seiner Werke ganz und gar verlieren kann. Mit der Zeit - mittlerweile liegen über 30 Grishams inkl. Sach- und Jugendbücher vor - schlichen sich bei ihm allerdings ein paar deutlich schwächere Werke ein, die von seinen Glanztaten derart weit entfernt waren, dass man sich fragen konnte, ob da nicht über weite Passagen ein Assistent am Werk war. Man denke etwa an "Das Testament", "Der Verrat" oder - trauriger Höhepunkt - "Berufung".

Mit "The Racketeer" (deutsch: "Das Komplott") legt Grisham nun jedoch einen Thriller vor, der wunderbare Erinnerungen an alte Zeiten weckt, mag er auch nicht ganz das hohe Niveau der Frühwerke aus den neunziger Jahren erreichen. Doch er steht in einer Reihe mit "Die Bruderschaft" oder "Die Begnadigung", gutklassigen Grishams des neuen Jahrtausends, die sich durch gewagte Plots und den typischen - unerreichten - Erzählstil des früheren Anwalts und Abgeordneten auszeichneten.

Die Story: Malcolm Bannister, ein Provinzanwalt, hat sich einst den falschen Mandanten herausgesucht (genauer: der hat sich Malcolm herausgepickt) und ist als Nebenfigur eines gigantischen Geldwäscheprozesses übel unter die Räder gekommen: Zehn Jahre Haft in einem Bundesgefängnis und der Verlust von Familie, Karriere und Reputation. Fünf Jahre hat er inzwischen abgesessen, fünf weitere stehen ihm bevor. Doch dann wittert Malcolm seine Chance. Als ein Bundesrichter nebst seiner Geliebten brutal ermordet wird, verlangt der Gefangene nach einem Gespräch mit dem FBI. Denn, so seine schier unglaubliche Behauptung, er kennt den Mörder - und dessen Motiv. Reden allerdings, dies stellt er unmissverständlich klar, wird er nur im Tausch gegen seine Freiheit und die Aufnahme in ein Zeugenschutzprogramm. Denn der Mörder des Richters ist ein gefährlicher, bestens vernetzter Mann. Das trotz intensiver Ermittlungen völlig im Dunkeln tappende FBI lässt sich auf den Deal ein: Es kommt tatsächlich zu einer Verhaftung, und Bannister verlässt in einer Nacht- und-Nebel-Aktion das Gefängnis. Mit einem neuen Gesicht und einer neuen Identität taucht er in Nordflorida unter. Dort wähnt er sich in Sicherheit, doch ein abgehörtes Telefonat offenbart dem FBI: Bannisters Feinde wissen nur zu genau, wo sie ihn finden können. Irgendwo muss es ein Leck geben. Aber wo? Bannister traut nun niemandem mehr und beschließt, sich fortan auf eigene Faust zu verstecken. Kurz darauf nimmt das Geschehen eine gänzlich neue Wendung...

Grisham ist, wie gesagt, ein begnadeter Erzähler. Es macht einfach Spaß, Malcolm Bannister auf seinem Weg in sein neues Leben Schritt für Schritt zu begleiten. Das erste Glas Bier in der Freiheit (und der Neid der ihn begleitenden FBI-Agenten, die bei Softdrinks bleiben müssen), das gemütliche Apartment in Neptun Beach, die ersten Momente am Strand, ein Trip in die Karibik... - diese Passagen kann man einfach nur genießen. Auch wenn der Plot vor allem im letzten Drittel hier und da ein wenig konstruiert wirkt, hat mich das Buch ganz und gar in seinen Bann gezogen. Was will man mehr von einem Thriller?

Fazit: Für Grisham-Fans ein Muss, für Neueinsteiger ein lockerleichter Lesespass für den Urlaub oder gemütliche Sommerabende mit einem kühlen Glas Weißwein auf der Terrasse.


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