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Rezensionen verfasst von
Kai Leuner (Thriller-Autor)

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8 1/2 Millionen
8 1/2 Millionen
von Tom McCarthy
  Gebundene Ausgabe

3 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bitte das Original lesen!, 22. August 2009
Rezension bezieht sich auf: 8 1/2 Millionen (Gebundene Ausgabe)
Tom McCarty erzählt in seinem Debütroman "8 1/2 Millionen" eine verrückte, faszinierende Geschichte, die für sich genommen das Lesen wirklich lohnt. Aber wer den vollen Genuss will, sollte das Original "Remainder" lesen. Es ist der schönsten Bücher, die ich je in der Hand gehalten habe, und definitiv eines, das man allein des Designs wegen kaufen möchte. Zum einen hat es ein äußerst angenehmes Format (20,2 cm x 13 cm x 1,70 cm). Zum anderen überzeugt es durch das wunderbare Papier und natürlich das Cover, das in seiner schlichten Eleganz atemberaubend ist.

In "Remainder" wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der nach einem mysteriösen Unfall sein Gedächtnis verloren hat. Von der Versicherung hat er eine Entschädigung in Höhe von 8,5 Millionen Pfund erhalten - doch ihm fehlt jede Idee, was er damit oder mit seinem Leben anfangen könnte. Weil er nach seinem Gedächtnisverlust das Leben neu erlernen muss, hat er das Gefühl, dass all seine Handlungen nur Duplikate seien. Doch dann, während einer Party, überkommen ihn eine Reihe von Visionen, die ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen. Er beschliesst, sein Geld zu nutzen, um diese Visionen nachzuspielen. Zu diesem Zweck kauft er ein Haus und engagiert Schauspieler, die auf seinen Befehl bestimmte Szenen immer und immer wieder spielen müssen. Mit der Zeit kommen immer neue, gewagtere, verrücktere Szenen hinzu. Zu diesem im besten Sinne verrückten Buch passt das zweifarbige, von John Gall gestaltete Cover mit dem wässrigen Blau und der doppelten, eben vervielfältigten Beschriftung. Auf der ebenfalls in diesen Grundfarben gehaltenen Rückseite finden sich eine Kurzbeschreibung, ein recht gutes Autorenfoto und einige Blurbs.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 30, 2009 9:32 PM CET


Remainder (Vintage Originals)
Remainder (Vintage Originals)
von Tom McCarthy
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,59

2 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein verrücktes Buch in tollem Design, 22. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Remainder (Vintage Originals) (Taschenbuch)
Tom McCarty's Debütroman "Remainder" ist eines der schönsten Bücher, die ich je in der Hand gehalten habe, und definitiv eines, das man allein des Designs wegen kaufen möchte. Zum einen hat es ein äußerst angenehmes Format (20,2 cm x 13 cm x 1,70 cm). Zum anderen überzeugt es durch das wunderbare Papier und natürlich das Cover, das in seiner schlichten Eleganz atemberaubend ist.

In "Remainder" wird die Geschichte eines jungen Mannes erzählt, der nach einem mysteriösen Unfall sein Gedächtnis verloren hat. Von der Versicherung hat er eine Entschädigung in Höhe von 8,5 Millionen Pfund erhalten - doch ihm fehlt jede Idee, was er damit oder mit seinem Leben anfangen könnte. Weil er nach seinem Gedächtnisverlust das Leben neu erlernen muss, hat er das Gefühl, dass all seine Handlungen nur Duplikate seien. Doch dann, während einer Party, überkommen ihn eine Reihe von Visionen, die ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen. Er beschliesst, sein Geld zu nutzen, um diese Visionen nachzuspielen. Zu diesem Zweck kauft er ein Haus und engagiert Schauspieler, die auf seinen Befehl bestimmte Szenen immer und immer wieder spielen müssen. Mit der Zeit kommen immer neue, gewagtere, verrücktere Szenen hinzu..

Zu diesem im besten Sinne verrückten Buch passt das zweifarbige, von John Gall gestaltete Cover mit dem wässrigen Blau und der doppelten, eben vervielfältigten Beschriftung. Auf der ebenfalls in diesen Grundfarben gehaltenen Rückseite finden sich eine Kurzbeschreibung, ein recht gutes Autorenfoto und einige Blurbs.

Fazit: Viel besser kann man ein Buch nicht designen.


The World Without Us
The World Without Us
von Alan Weisman
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,95

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszinierendes Gedankenexperiment, leider etwas langatmig, 22. August 2009
Rezension bezieht sich auf: The World Without Us (Taschenbuch)
Im Februar 2005 veröffentlichte der Wissenschaftler Alan Weisman im "Discover Magazine" einen Aufsatz unter dem Titel "Earth Without People", den er einige Jahre später zu dem Buch "The World Without Us" - nun ja - "erweiterte". Gegenstand beider Schriften ist ein faszinierendes Gedankenexperiment: Was geschähe mit und auf der Erde, wenn die Menschen von heute auf morgen - aus welchen Gründen auch immer - verschwänden? Nach 2 Tagen wären die New Yorker U-Bahn-Schächte überflutet, nach 20 Jahren der Panama-Kanal verschwunden, nach 500 Jahren stünden Wälder, wo sich heute noch Vororte finden, und so weiter. Um es vorwegzunehmen: Die Lektüre des Aufsatzes genügt aus meiner Sicht völlig, das Buch ist mitunter doch etwas langatmig. Für die deutsche Ausgabe spricht, dass das amerikanische Original stellenweise jedenfalls für mich sehr schwer zu lesen war, für das Original spricht - wie so oft - das wunderschöne Cover. Anders als sein deutsches Pendant bringt es, in gut ausgewählten Farben und auf sehr zurückhaltende Weise, das Thema des Buches auf den Punkt: Was passiert, wenn der Mensch mit einem Mal verschwindet? Allein die Überlegung, dass die Suche nach Antworten auf diese Frage zum Beispiel in der Entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea beginnen könnte, weil sich dort seit 1953 praktisch keine Menschen mehr aufgehalten haben, während das Gebiet zuvor über 5000 Jahre von Reisbauern bewohnt und bewirtschaftet wurde, ist in meinen Augen so faszinierend, dass sie die Lektüre des Buches oder zumindest des Aufsatzes lohnt.

Fazit: Ein hochinteressantes Gedankenexperiment, eine wunderbare Idee. Leider im Buch nicht optimal umgesetzt.


Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde
Die Welt ohne uns: Reise über eine unbevölkerte Erde
von Alan Weisman
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Faszinierendes Gedankenexperiment, etwas zu langatmig, 22. August 2009
Im Februar 2005 veröffentlichte der Wissenschaftler Alan Weisman im "Discover Magazine" einen Aufsatz unter dem Titel "Earth Without People", den er einige Jahre später zu dem Buch "The World Without Us" - nun ja - "erweiterte". Gegenstand beider Schriften ist ein faszinierendes Gedankenexperiment: Was geschähe mit und auf der Erde, wenn die Menschen von heute auf morgen - aus welchen Gründen auch immer - verschwänden? Nach 2 Tagen wären die New Yorker U-Bahn-Schächte überflutet, nach 20 Jahren der Panama-Kanal verschwunden, nach 500 Jahren stünden Wälder, wo sich heute noch Vororte finden, und so weiter. Um es vorwegzunehmen: Die Lektüre des Aufsatzes genügt aus meiner Sicht völlig, das Buch ist mitunter doch etwas langatmig. Für die deutsche Ausgabe spricht, dass das amerikanische Original stellenweise jedenfalls für mich sehr schwer zu lesen war, für das Original spricht - wie so oft - das wunderschöne Cover. Anders als sein deutsches Pendant bringt es, in gut ausgewählten Farben und auf sehr zurückhaltende Weise, das Thema des Buches auf den Punkt: Was passiert, wenn der Mensch mit einem Mal verschwindet? Allein die Überlegung, dass die Suche nach Antworten auf diese Frage zum Beispiel in der Entmilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea beginnen könnte, weil sich dort seit 1953 praktisch keine Menschen mehr aufgehalten haben, während das Gebiet zuvor über 5000 Jahre von Reisbauern bewohnt und bewirtschaftet wurde, ist in meinen Augen so faszinierend, dass sie die Lektüre des Buches oder zumindest des Aufsatzes lohnt.

Fazit: Ein hochinteressantes Gedankenexperiment, eine wunderbare Idee. Leider im Buch nicht optimal umgesetzt.


War on the Floor: An Average Guy Plays in the Arena Football League and Lives to Write About It
War on the Floor: An Average Guy Plays in the Arena Football League and Lives to Write About It
von Jeff Foley
  Taschenbuch
Preis: EUR 31,95

3.0 von 5 Sternen Schade, man hätte mehr daraus machen können, 22. August 2009
Arena Football ist in meinen Augen die amerikanischste Sportart überhaupt. In Deutschland nahezu unbekannt, hat die Indoor-Variante des American Football in den Vereinigten Staaten eine höchst wechselvolle Geschichte hinter sich. Während Football-Puristen das Hallenspektakel mit dröhnender Discomusik und Feuerwerk hassen, lieben die Arena-Football-Anhänger die Nähe zu den Spielern, die Schnelligkeit und die hohe Punktequote der Hallenspiele, die auf einer Fläche von der Größe eines Eishockeyfeldes ausgetragen werden. Mehr zum Arena Football gibt es bei Wikipedia und auf der Homepage der Arena Football League, die derzeit leider gerade pausiert und möglicherweise ganz von der Bildfläche verschwindet. Allerdings gibt es immer noch die af2. Interessant für Juristen: Arena Football ist eine teilweise mit Patentrechten belegte Sportart, weshalb andere Hallenligen in den USA ihren Sport nur Indoor Football nennen dürfen und mit teilweise anderen Regeln spielen. Jeff Foley, ein früherer Journalist der Albany Times Union, hat 1999/2000 für einige Monate bei den Albany Firebirds, die damals noch in der Arena Football League spielten, mittlerweile aber nur noch in der af2 aktiv sind, mittrainiert und sogar drei Kurzeinsätze in Pflichtspielen absolviert und seine Erlebnisse unter dem Titel "War on the Floor" veröffentlicht. Als ich das Buch bei Amazon entdeckte, griff ich kurzerhand zu, weil ich auf einen ähnlich atmosphärischen Insiderbericht aus der Welt des Arena Football hoffte, wie Ken Baker mit "They don't play hockey in heaven" über die West Coast Hockey League gelungen war. Schon der höchst gelungene Titel ließ mich auf mehr hoffen. Leider entpuppte sich der Titel als das Beste am gesamten Buch. Schon das Cover ist für amerikanische Verhältnisse schwach, das Titelfoto - sicherlich war es bei nur drei Kurzeinsätzen schwer, ein ordentliches Bild von Foley in Aktion zu bekommen, aber unter dem Helm erkennt man ihn sowieso nicht - ist unscharf und schlecht geschnitten, die Autorenzeile praktisch nicht als solche zu erkennen und die Hintergrundfarbe des Titels eher unpassend. Auch der Inhalt des Buches enttäuscht: Jeff Foley, der als Journalist ohne jede Footballerfahrung ins Team kommt und nur gegen Unterzeichnung diverser "waivers" überhaupt mitrainieren und -spielen darf, ergeht sich in weitschweifigen, weinerlichen "Wie soll ich das nur schaffen?"-und "Ich bin doch so schwach, die anderen so groß und stark"-Schilderungen und feiert jeden gelungenen Liegestütz wie einen Super-Bowl-Sieg. Demgegenüber gelingt es ihm nur höchst selten, so etwas wie Atmosphäre zu vermitteln, etwa bei der Schilderung des Apartmentkomplexes, in dem er mit den anderen Spielern wohnte, der Reisen zu Auswärtsspielen, des Trainings auf einem College-Gelände und so weiter. Ken Baker erweist sich im Vergleich als der deutlich bessere Schreiber, der aus einer vergleichbaren Idee wesentlich mehr gemacht hat.

Fazit: Für Arena-Football-Fans sicherlich keine schlechte Lektüre, aber unter dem Strich eine Enttäuschung.


Sushi (GU Küchen-Ratgeber)
Sushi (GU Küchen-Ratgeber)
von Andreas Furtmayr
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Das beste Buch für Anfänger, 22. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Sushi (GU Küchen-Ratgeber) (Taschenbuch)
GU ist ja für seine hervorragenden Kochbücher bekannt, und auch unter den immer zahlreicher werdenden Sushi-Büchern sticht dieses GU-Werk heraus. Ich habe mir 2002 eine der Vorauflagen gekauft und greife, obwohl ich mittlerweile mehrere Sushi-Bücher besitze, zuerst immer wieder auf dieses zurück. Obwohl mehr eine Broschüre als ein Buch, findet man in Furtmayrs Werk soviele wirklich brauchbare Rezepte, dass man damit auch größere Sushi-Abende mühelos bestreiten kann. Gerade für Anfänger ist das Buch bestens geeignet, weil es in verständlichen Schritt-für-Schritt-Anleitungen erläutert, wie der Reis und schließlich die Sushi zubreitet werden. Während sich in anderen Büchern häufig zwar wunderbar aussehende, aber eben auch sehr aufwändige und nicht immer ebenso wunderbar schmeckende Sushis finden, besticht das GU-Buch durch die Einfachheit zahlreicher Rezepte. Sowohl für Nigiris als auch für Hosomakis, Futomakis, Ura-Makis und Gunkan-Makis findet man hervorragende Ideen, deren Umsetzungt meist schon beim ersten Versuch gelingt. Wer sich erstmals selbst an Sushi versuchen will, sollte daher zu diesem Buch greifen.


Weißes Feuer
Weißes Feuer
von James Gr. Ballard
  Broschiert

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der beste Ballard überhaupt!, 22. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Weißes Feuer (Broschiert)
James Graham Ballard, der im April 2009 leider verstarb, ist vor allem für seine Sience-Fiction-Romane und sein kontrovers diskutiertes und später auch verfilmtes Buch "Crash" bekannt. Ich bin überhaupt erst durch sein spätes (1996) Werk "Weißes Feuer" (englisch: "Cocaine Nights") auf ihn gestoßen, ein Buch, das in Deutschland nur spärliche Aufmerksamkeit erfahren hat, für mich aber sein bestes ist. In einer früheren Rezension wird übrigens auch darauf hingewiesen, dass "Weißes Feuer" der ideale Ballard-Einstiegsroman ist. Das kann ich nur unterstreichen. Worum geht es? Der Journalist Charles Prentice reist in die spanische Küstenkolonie Estrella de Mar, in der ein mysteriöser Brand fünf Menschenleben gekostet hat. Charles Bruder Frank, dort als Manager des exklusiven Clubs "Nautico" tätig, wurde als Tatverdächtiger festgenommen. Charles ist wie vor den Kopf geschlagen, als er vor Ort feststellt, dass sein Bruder die Tat einräumt und keinerlei Bereitschaft zeigt, von dem - in den Augen aller Beteiligten absurden - Schuldeingeständnis abzurücken. Der Journalist taucht ein in die Welt von Estrella de Mar und muss erkennen, dass die scheinbar glatte, langweilige Pensionistenkolonie dunkle Geheimnisse birgt. Während er glaubt, der Wahrheit Stück für Stück näherzukommen, gerät er, meisterhaft manipuliert, immer tiefer in den tödlichen Sog von Estrella de Mar. Ballards Roman ist auf den ersten Blick ein Thriller im klassischen Whodunit-Gewand. Tatsächlich ist es die messerscharfe Studie einer im Niedergang begriffenen Gesellschaft, die, gelangweilt von sich und ihrem durch Sicherheitszäune und Wachpersonal geschützten Alltag, nach stetig neuen Attraktionen, Herausforderungen und Sensationen verlangt und dabei ihre eigenen Untiefen auslotet. Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich übrigens - was für deutsche Bücher wahrlich nicht selbstverständlich ist - durch Cover und Klappentext. Obgleich der Text nicht geeignet ist, die Tiefe des Buches auch nur anzudeuten - vermutlich will er das auch nicht -, lädt er zum Kauf ein. Das Cover, das eine (vermutlich spanische) Strandpromenade mit Hotels und Apartments im Hintergrund zeigt, ist in Farben gehalten, die andeuten: Dies ist das Paradies, aber ein Paradies mit dunklen Geheimnissen. Fazit: Ein spannender Thriller mit gelungenem Cover und für die, die mehr wollen, eine verstörende, aber höchst lesenswerte Studie zum Niedergang der Zivilisation.


So regiert die Kanzlerin: Eine Reportage
So regiert die Kanzlerin: Eine Reportage
von Margaret Heckel
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Schade: Eine vertane Chance, 22. August 2009
Im Klappentext heißt es: "...Als eine von ganz wenigen ist es Margaret Heckel gelungen, hinter die Fassaden des Kanzleramtes zu blicken und Angela Merkel aus der Nähe zu beobachten. ... Wie lebt man als Bundeskanzlerin? Heckel ist mit Angela Merkel gereist und kann erzählen, wie viele Menschen tätig werden müssen, bis auch nur der rote Teppich ausgerollt ist. Und zugleich bietet sie so ein Porträt der Regierungschefin aus der Nähe..." Diese Ankündigung war für mich ein Grund, das Buch zu kaufen - leider habe ich es bereut, weil das Buch nicht hält, was der Klappentext verspricht. Als einigermaßen gelungen darf immerhin das Cover bezeichnet werden. Es zeigt Angela Merkel von hinten, wie sie, in einen grauen Hosenanzug gekleidet, durch eine Tür ins Licht tritt. Gut gewählte Farben und ein schönes Bild, das durchaus Neugier auf den Inhalt des Buches weckt. All jene, die die Korrespondentenberichte der Tageszeitungen gern in Buchform lesen wollen, werden das Buch mögen, denn Margaret Heckel ergeht sich über weite Strecken darin, vergleichsweise steril die Begegnungen Merkels mit Sarkozy, Obama sowie ihren eigenen Kabinettsmitgliedern zu schildern. Nur an ganz wenigen Stellen blitzt das auf, was ich nach dem Klappentext eigentlich erwartet hätte: Ein Einblick in den persönlichen Alltag der Kanzlerin. Wie lebt sie? Wie/was/wo isst sie? Wie sieht ihr Tagesablauf jenseits offizieller Termine aus? Wie bewegt sie sich zwischen Kanzleramt, Berliner Wohnung und märkischer Heimat? Wenn Heckel hierüber berichtet (was höchst selten geschieht), dann sind es eher deprimierende Beispiele, etwa, wie Angela Merkel am Tag, als die Banken gerettet wurden, sich abends im Kanzleramt aus der Küche eine aufgetaute (!!!) Linsensuppe kommen ließ. Aber vielleicht ist das der Unterschied. Obama isst leckere Burger bei Ben's Chili Bowl, Angela Merkel eine Erbsensuppe aus der Dose. Fazit: Ein Buch, das die Lektüre leider nicht lohnt.


Das fünfte Flugzeug: Thriller
Das fünfte Flugzeug: Thriller
von John S. Cooper
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein sehr atmosphärischer Thriller, raffiniert vermarktet, 6. Januar 2009
Rezension bezieht sich auf: Das fünfte Flugzeug: Thriller (Taschenbuch)
"Das fünfte Flugzeug" ist ein erstaunlich spannender Thriller, der die gängigen Verschwörungstheorien rund um den 11. September 2001 in eine rasante, jedoch stets augenzwinkernd erzählte Geschichte verpackt. Ein abgetakelter Journalist spürt den Piloten des mysteriösen fünften Flugzeuges auf, das am 11. September über die Radarschirme geisterte. Doch noch ehe er den Mann befragen kann, kommt der ums Leben - und der Journalist Max Fuller und die Tochter des Piloten werden von den finsteren Drahtziehern des 11. September quer durch Amerika gejagt. Mich haben an diesem Buch zwei Dinge fasziniert. Das eine ist die in diversen Blogs diskutierte Frage nach dem Autor. Der Verlag teilt im Klappentext mit, dass John S. Cooper ein Historiker aus Vermont und das Buch aus dem Amerikanischen übersetzt sei. Dummerweise ist das amerikanische Original nirgendwo erhältlich, ein John S. Cooper aus Vermont im Internet nicht zu finden und der Name des Übersetzers, Sam van Heist, vorsichtig formuliert höchst merkwürdig. Etliche Blogs gehen davon aus, dass das Buch von einem deutschen Autor geschrieben wurde. Wenn dem so ist, kann nur dem Verlag zur Vermarktung des Buches gratuliert werden - und dem Autor für die Beschreibung des Alltags in Amerika. Wer den Journalisten Max Fuller auf seiner Odyssee nach Florida begleitet, der spürt: Hier schreibt einer, der Amerika verdammt gut kennt.

Fazit: Ein raffiniert vermarktetes, spannendes und sehr amerikanisches Buch.


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