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Rezensionen verfasst von
Dr. Christian Donninger "vulgo Chrilly" (Altmelon, Waldviertel)
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   

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Java - The Complete Reference
Java - The Complete Reference
von Herbert Schildt
  Taschenbuch
Preis: EUR 40,95

3.0 von 5 Sternen Ein typisches Schildt Buch., 16. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Java - The Complete Reference (Taschenbuch)
"Schildt's books have a reputation for being written in a clear style, at least at first glance. Their technical accuracy has been challenged by reviewers".
(Wikipedia: Herbert Schildt).

Das beste Java Buch ist Horstmann, Cornell: Core Java Vol. I,II. Nachdem es von Horstmann zu Java 8 bisher nur ein "For the Really Impatient" Buch gibt, habe ich mir - wohl wissend was mich erwartet - dieses Buch zugelegt.
Ja, Schildt kann gut schreiben. Er erklärt die neuen Features von Java 8 ganz gut. Zu einem Thema mehr in die Tiefe gehen ist aber nicht seine Angelegenheit. Z.B. kommt er bei JavaFX über simple Menüs nicht hinaus. Eine genauere "Complete Reference" ist in einem Band - auch wenn er 1200 Seiten hat - auch unmöglich. Wahrscheinlich ist das Buch auch nicht einmal Complete.
Man findet aber dennoch die eine oder andere interessante Information. Das Buch ist nicht berauschend, es ist aber auch nicht bullschildt.


Pro JavaFX 8: A Definitive Guide to Building Desktop, Mobile, and Embedded Java Clients
Pro JavaFX 8: A Definitive Guide to Building Desktop, Mobile, and Embedded Java Clients
von Johan Vos
  Taschenbuch
Preis: EUR 40,61

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das beste JavaFX 8 Buch, 12. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe - gemeinsam mit Steffen Jakob - einen auf JavaEE basierenden Finance-Server geschrieben. Der neue Auftrag lautet einen vollautomatischen Goldesel unter Windows zu implementieren. Nachdem Swing inzwischen in die Jahre gekommen ist habe ich mich entschlossen auf JavaFX umzusteigen. Zu diesem Zweck habe ich bisher 3 Bücher über JavaFX 8 gelesen.

Dieses ist mit Abstand das Beste. Es werden alle Bereiche von JavaFX relativ ausführlich behandelt. Es gibt zu jedem Themenbereich ein- oder mehrere nichttriviale Beispielprogramme. Man kann sich den Kode von apress herunterladen. Alle Beispiele die ich ausprobiert habe tun tatsächlich was sie tun sollen. Der Grossteil des Kodes ist auch im Buch abgedruckt. Die beiden Sourcen unterscheiden sich jedoch geringfügig.
Bis auf Kapitel 3 in dem Scenebuilder behandelt wird, verwendet das Buch die Charles Petzold Methode. Es wird das Interface nicht mit dem Builder zusamengeklickt sondern mit Java-Kode und teilweise FXML erzeugt. Als alter Hacker bin ich ein großer Fan dieser Methode. Genaugenommen habe ich eine Abneigung gegen das Klicki-Klicki.
Die Autoren werfen im Gegensatz zu [1] nicht mit unnötigen funktionalen Schlagwörtern um sich. Sie gehen davon aus, dass jemand Erfahrung mit Java hat und nun die neueste JavaFX Entwicklung lernen und anwenden will.
[2] würde mindestens um die Hälfte schrumpfen, wenn man das Copy&Paste aus der Doku entfernen würde. In diesem Buch weisen die Autoren darauf hin: "Leitl schauts euch erst einmal die Doku an bevor ihr hier weiterlest". Sie geben - wie es sich gehört - nur einen Link für die relevanten Bereiche an.
Das verwendete Englisch ist relativ einfach und nüchtern. Für meinen Geschmack könnte man allerdings das "Congratulations, you have mastered ...." am Ende jedes Kapitels weglassen. Das ist aber auch schon die einzige Kritik die ich an diesem Buch habe.
Nach dem Studium dieses Buches habe ich das Gefühl genug über JavaFX zu wissen um nun selber loszulegen. Ob der Goldesel aber wirklich kontinuierlich Gold scheissen wird ist eine andere Frage die mit JavaFX nicht direkt zusammenhängt. Er sollte aber zumindest nett aussehen.

Die beiden anderen Bücher sind (siehe auch meine jeweilige Rezension):
[1] Cay S. Horstmann: Java SE 8 for the Really Impatient.
[2] Hendrik Ebbers: Mastering JavaFX 8 Controls.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 20, 2014 2:26 PM MEST


Mastering JavaFX 8 Controls (Oracle (McGraw-Hill))
Mastering JavaFX 8 Controls (Oracle (McGraw-Hill))
von Hendrik Ebbers
  Taschenbuch
Preis: EUR 21,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Halbwegs brauchbare Einführung, 6. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe - gemeinsam mit Steffen Jakob - einen auf JavaEE basierenden Finance-Server geschrieben. Der neue Auftrag lautet einen vollautomatischen Goldesel unter Windows zu implementieren. Nachdem Swing inzwischen ziemlich in die Jahre gekommen ist habe ich mich entschlossen auf JavaFX umzusteigen.
Dieses Buch ist ein halbwegs brauchbarer Einstieg in die schöne neue JavaFX Welt. Der Autor geht die wichtigsten Komponenten durch. Dazu gibt es auch jeweils ein kleines Beispielprogramm. Wie bei vielen anderen Büchern dieser Art hat man den Eindruck dass er Seiten schinded. Der Text enthält viel Copy&Paste aus der Doku. Die Beispielprogramme unterscheiden sich meist nur durch ein paar Zeilen, werden aber immer inklusive aller imports und der redundaten main Methode abgedruckt. Am unnötigsten sind jedoch drei Interviews mit JavaFX Entwicklern. Das ist reine PR ohne nennenswerte Information. Die Interviews gibt es auch auf JavaOne am Netz.


Java SE 8 for the Really Impatient
Java SE 8 for the Really Impatient
von Cay S. Horstmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,11

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Was gibt es Neues?, 2. Oktober 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Heinz Conrads hat diese Frage einst in 45 Minuten launig beantwortet. Ich habe das Buch von vorne bis hinten in 1 Tag durchgelesen. Man weiß - wie einst bei Conrads - was sich in der schönen neuen Java-Welt so tut. Persönlich hat mich JavaFX am meisten interessiert, weil ich für eine Trading-Anwendung eine gute Java-Charts-Klasse gesucht habe und sich meine Begeisterung für Swing generell sehr in Grenzen hält. Wahrscheinlich finden die meisten Leser im Buch mindestens ein Feature der Sorte "das wollte ich immer schon haben". Gleichzeitig ist das auch wieder ein Problem. Das einst so schlanke und ranke Java wirkt inzwischen sehr aufgedunsen.
Wenn man die neuen Features verwenden will ist die Information im Buch aber doch zu dünn. Bei JavaFX ist das offensichtlich und auch unvermeidlich. Es reicht aber wohl auch für die meisten anderen neuen Features die Info in Buch nicht aus.
Das Buch hat von der Begrifflichkeit her eine starke Schlagseite in Richtung funktionale Sprachen. Horstmann nimmt offensichtlich starke Anleihen an seinem zuletzt veröffentlichten Scala for the Impatient Buch. Java ist von den Wurzeln und von der Community her eine Objektorientierte Sprache die mit Funktionalen Add-Ons aufgebohrt wurde. Ich glaube nicht, dass der funktionale Jargon viel zum Verständnis der traditionellen Kundschaft für Lambda-Expressions oder Streams beiträgt.
Die Darstellung ist etwas unausgewogen zwischen allgemeinen Überblick und Detailverliebtheit. Manchmal hat man den Eindruck der Autor streut diese Details ein um seine Kenntnis unter Beweis zu stellen. Ich bin mit dem Buch nicht ganz glücklich. Ich vermute aber einmal, dass es trotzdem die beste Einführung in Java 8 ist.


Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft: Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus
Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft: Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus
von Jeremy Rifkin
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 27,00

5 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Offensichtlicher Unsinn, 1. Oktober 2014
Falls die Grenzkosten gegen Null streben folgt daraus unmittelbar, dass auch das Bruttonationalprodukt gegen Null geht.
(als einzige Alternative bliebe übrig, dass die Kosten des ersten Stückes gegen Unendlich streben).
Das BIP wächst global mit ca. 3% im Jahr. Der Rückgang in einzelnen Ländern wie z.B. Griechenland hat nichts mit den Null-Grenzkosten sondern mit den Verherrungen der Finanzkrise zu tun. Ein gegen Null strebendes BIP wäre eine absolute Katastrophe. Es würde die Staatsverschuldung gemessen am BIP ins Unendliche gehen. Alle Staaten wären nach herkömmlichen Kriterien bankrott.
Entweder ist Rifkin selbst vollkommen ahnungslos oder er spekuliert darauf, dass genug Ahnungslose herumlaufen die seine Bücher kaufen.
P.S.: Ich habe im Radio eine längere Besprechung des Buches gehört. Ich werfe jedoch nicht mein Geld für derartigen Schwachsinn beim Fenster raus.

P.P.S.: Nachdem mein abstraktes Argument mit dem BIP von einigen humanistisch gebildeten Menschen nicht verstanden wurde, untenstehend der Österreichische Warenkorb zur Berechnung der Inflation im Detail. Die Prozente sind das Gewicht im Warenkorb.
Wie man aus dieser Liste sieht haben fast alle relevanten Posten Grenzkosten nahe bei 1. Die Ausgaben für Software (die theoretisch Null-Grenzkosten besitzen) sind im Bereich der Ausgaben für die Hundeleine (Punkt 9.1.3 und 9.3.4). Zu diesen Aufwendungen kommen noch Steuern und Abgaben. Diese werden indirekt in Form von Strassen, Schienen, Gesundheitswesen, Schule, Polizei, Militär, Verwaltung ... konsumiert. Auch die staatlichen Leistungen haben nur in marginalen Bereichen Null-Grenzkosten.
1) Nahrungsmittel: 11.7%
2) Alkoholische Getränke: 3.9%
3) Bekleidung: 6.1%
4) Wohnung, Wasser, Energie: 18.3%
5) Hausrat und laufende Instandhaltung: 7.7%
6) Gesundheitspflege: 4.9%
7) Verkehr: 13.9%
8) Nachrichtenübermittlung: 2.4%
8.1) Postdienste 0.2%
8.2) Telefonpparate 0.2%
8.3) Telefon- Telefaxdienste: 2%
9) Freizeit und Kultur: 11.5%
9.1.3) Softwarepaket: 0.02%
9.3.4) Hundeleine: 0.03%
10) Erziehung, Unterricht: 1.3%
11) Restaurants: 8.6%
12) Verschiedene Waren und Dienstleistungen: 9.7%
Kommentar Kommentare (23) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 22, 2014 9:16 AM MEST


GDP: A Brief Affectionate History
GDP: A Brief Affectionate History
von Diane Coyle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,74

4.0 von 5 Sternen Gut geschriebene Mainstream-Ökonomie, 13. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Autorin hat in Harvard Ökonomie studiert, sie schrieb für den Economist und Independent. Zur Zeit sitzt sie u.A. im Aufsichtsrat der BBC und berät Vodafone. Sie kann schreiben und ist tief im (ökonomischen) Establisment zu Hause. In den Glanzzeiten der New Economy schrieb sie ein Buch mit dem Titel: Paradoxes of Prosperity: Why the New Capitalism Benefits All (2001).
Wie sie in diesem Buch betont sieht sie inzwischen den schönen neuen Kapitalismus nicht mehr ganz so rosig. Von einer wirklichen Kritikerin des ökonomischen Mainstreams ist die Autorin aber auch heute meilenweit entfernt. Im Buch fallen dann auch so Sätze wie "For all our faults, economists do pay attention do evidence".
Die Theorie der rationalen Erwartungen oder der effizienten Märkte haben mit Evidenz wohl soviel zu tun wie die jungfräuliche Geburt Mariens. Es ist auch bekannt, dass der maximale Horizont von Wirtschaftsprognosen 3 Monate beträgt. Nachdem die Daten zumindest diesen lag haben geht sich bestenfalls eine "Nowcast" (es heisst wirklich so) aus. Trotzdem tretten die sogenannten Wirtschaftsweisen regelmässig vor die Kamera und verkünden der staunenden Menschheit die ökonomische Zukunft. Karl Aiginger, der Chef des Österr. WIFO, sieht seit 3 Jahren einen Silberstreif am Horizont. Der Mann braucht offensichtlich einen Doktor.
Die Ökonomen schaffen sich aber auch ihre "Evidence" selbst. Das Buch ist dafür eine sehr gute Illustration. Die Autorin betont mehrmals, dass das GDP einerseits die zentrale Zahl im politisch-ökonomischen Diskurs darstellt. Andererseits ist es eine weitgehend willkürliche Festlegung. So wurden ursprünglich die Staatsausgaben abgezogen. Der Staat wurde damit implizit als Parasit am ökonomischen Körper einer Gesellschaft definiert. Das passte aber nicht zu Roosevelts "New Deal" und insbesondere zu den Ausgaben für den 2. Weltkrieg. Also drehte man das Vorzeichen um. Die im privaten Haushalt erbrachten ökonomischen Leistungen werden aber bis heute mit dem Argument, sie hätten keinen Marktpreis und man kann daher nicht wissen wieviel sie wert sind, ignoriert. Es haben jedoch auch die meisten staatlichen Leistungen keinen Marktpreis. Die Autorin merkt zur Hausarbeit an:
"It can be measured by surveys, like many other economic statistics, but generally official statistical agencies have never bothered - perhaps because it has been carried out mainly by women".
Es geht hier um die allgemeine Frage der "Production boundary". Was gilt als ökonomische Aktivität und was nicht. "The border also becomes a self-fullfilling, though, as being included in the national accounts definition of GDP is taken as the mark of productiveness".
Es kommt jedoch nicht nur darauf an was, sondern auch wie man zählt. Ein Beispiel ist die Finanzindustrie
"The Original SNA (Standard-Zählweise C.D.) in 1953 had shown the financial services industry as making either a negative or a small positive contribution to GDP. Finance was a more or less unproductive activity."
Das entsprach dem damaligen Keynesianischen Zeitgeist. Mit dem Aufkommen des Monetarismus wurde eine unglaublich künstliche Zählweise eingeführt damit der Finanzsektor seinen in dieser Weltsicht gebührenden Platz im GDP einnimmt.
"That is correct: an imaginary industry supplying no products or services was theoryed into being as the 'buyer of banks' intermediation. The UK adopted this approach in 1973, France in 1975. This change started to turn finance from a conceptually unproductive into a productive sector".
Im Jahr 2001 hat die Autorin - dem Zeitgeist entsprechend - den Finanzsektor noch hymnisch besungen. Nun findet sie, dass man die Zählweise überarbeiten sollte.
Diane Coyle betont im Buch mehrmals dass das GDP und social-welfare zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Sie verteidigt jedoch den "Hedonic-Price-Index". Dabei geht es um die simple Frage wie man das Mooresche Gesetz zur Schönung des GDP verwenden könnte. Die entscheidene Grösse beim GDP ist das inflationsbereinigte reale Wachstum. Neben dem Output ist daher die Inflationsrate die zweite wesentliche Schraube beim Drehen am GDP. Eine niedrigere Inflationsrate ergibt einen höheren realen GDP-Zuwachs. Der schöne neue New Capitalism war GDP mässig nur so la la. Der Hedonic-Price-Index lösste das Problem. Mein erster PC hat 40.000 ATS (3.000 Euro) gekostet. Der aktuelle 1.500 Euro. Der aktuelle ist jedoch ca. 10.000x so leistungsfähig. Also ist er nach dem Hedonic-Price-Index nicht nur halb so teuer. Er hat per alter Leistungseinheit den Preis einer Semmel. Meine Freude am neuen PC ist jedoch sicher nicht 10.000x so gross. Sieht man einmal vom "it's never as good as the first time" Effekt ab, dann habe ich damals und heute einen PC am Stand der Technik erworben. Es sind einfach die Ansprüche was ein PC können muss mitgewachsen. Man erstarrt auch nicht in ehrfürchtiges Staunen wenn man am Abend das Licht im Zimmer aufdreht und es tatsächlich auf Knopfdruck taghell wird. In früheren Epochen wäre das ein Wunder gewesen. Heute fällt es einem nur mehr auf wenn das Licht ausfällt.

Die Haltung der Autorin zum GDP lässt sich so zusammen fassen: Ja, er hat einige Schwächen, ja, es ist letztendlich ein willkürlich festgelegtes Mass. Aber der GDP ist da und spielt die zentrale Rolle in der ökonomischen Debatte. Und weil er wichtig genommen wird ist er wichtig.

Wie aus den obigen Ausführungen (hoffentlich) hervorgeht ist das Buch relativ affirmativ. Es enthält aber auch eine Reihe von interessanten Informationen. Zweifellos ist es sehr gut geschrieben. Wenn man es etwas gegen den Strich liest ist es durchaus brauchbar.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 13, 2014 2:52 PM MEST


Backgammon (Deutsche Ausgabe, German Edition)
Backgammon (Deutsche Ausgabe, German Edition)
von Paul Magriel
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wunderschöner Klassiker, 22. August 2014
Ich spiele ab und zu am PC gegen BGBlitz Backgammon. Nachdem ich das Gefühl hatte, dass ich mich nicht mehr verbessere, habe ich mir dieses Buch antiquarisch in der englischen Originalausgabe gekauft. Seither sehe ich Backgammon mit anderen Augen. Der Autor hat eine Vielzahl von wichtigen Stellungen zusammen getragen und erklärt sie ausgezeichnet. Ich versuche das nun auch gegen BGBlitz umzusetzen. Es ist im Buch beschrieben, welche Auswirkungen dies hat:
"Many Players go from one extreme to the other. When they begin to play, they are timid and avoid leaving shots at all costs. After watching the experts, they swing to the opposite extreme. In the attempt to slavishly employ this more modern style of play, they go full spead ahead, damn the torpedos, even though they needlessly risk sinking their ship".
Es macht mir aber nun trotzdem weit mehr Spass und ich kann auch mit den Rückmeldungen von BGBlitz mehr anfangen.
Die englische Originalausgabe ist auch ein schönes Buch. Mit dickem, stabilen Einband, schön griffigem Papier. Das Englisch ist auch nicht besonders schwierig. Ich würde jeden der gute alte Bücher mag diese Ausgabe empfehlen.
Das Buch hat mir auch Appetit gemacht selber ein Backgammon Programm zu schreiben. Wobei mich nicht der übliche Ansatz mit neuronalen Netzwerken sondern die in Go erfolgreiche Monte-Carlo Suche reizt.


Wie uns Aufräumen & Entrümpeln  glücklich macht - Motivationskick für Ordnung Zuhause und im Geist
Wie uns Aufräumen & Entrümpeln glücklich macht - Motivationskick für Ordnung Zuhause und im Geist
von Madame Missou
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,99

13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Madame Missou, Chrilly, Einstein und die Deutsche Gründlichkeit, 15. August 2014
Als Top-1000 Rezensent erhalte ich regelmässig Anfragen von Verlagen, ob ich nicht ihre Bücher besprechen will. Meistens lehne ich diese Anfragen dankend ab. Man kann davon ausgehen, dass die Top-50 speziell betreut werden. Die Top-10 dürften überhaupt bezahlte PR-Leute sein.

Und so habe ich auch eine Mail von Madame Missou bekommen:

Hallihallo Dr. Christian Donninger,
ich bin gerade über eine deiner hilfreichen Rezensionen auf dein Amazon-Profil aufmerksam geworden. Da dachte ich mir, ich maile dir einfach mal… :-) Ich (Madame Missou) schreibe kleine aber feine Ratgeber zu verschiedenen, meist aber nicht immer typischen „Frauenthemen“.

Ich wollte Madame wie üblich abwimmeln, habe das aber wohl nicht deutlich genug gemacht:

Werte Madame,
Sind die Buecher auch fuer einen Mann geeignet?

Sie hat mir daraufhin eine männertaugliche Liste aus ihren gesammelten Werken geschickt. Aufräumen war nicht dabei. Madame hat es mir trotzdem geschickt. Auch die Warnung, dass ich manchmal auch garstige Kommentare schreibe hat sie nicht abgeschreckt. Sie freut sich schon auf die ehrliche Rezension.

Wie schon von mehreren Rezensenten hier angemerkt ist es ein kleines Büchlein. Es stehen keine große Neuigkeiten drinnen. Es ist aber flott geschrieben und es genügt den eigenem Anspruch: Man kann es wie versprochen in 45 min durchlesen.
Angesichts der Lebensgeschichte von Madame - Tochter eines Franz. Diplomaten und einer Argentinischen Botanikerin, aufgewachsen in Afrika und über viele Zwischenstationen in Berlin gelandet - verwundert mich der 150% Deutsche Grundton des Buches. Vielleicht hat sie schon zuviel Chaos erlebt und lobt nun die Deutsche Gründlichkeit. Möglicher Weise ist es auch die Überanpassung an eine ungewohnte Kultur. Möglicher Weise aber auch nur die Anpassung an den Deutschen Markt. Möglicher Weise ist die Biographie von Madame Missou auch weniger bunt.
Sprachlich ist es eher im schnoddrigen Berlinerisch geschrieben (z.B. Klamotten). Inhaltlich geht die Autorin alle Bereiche des Haushaltes durch und entfernt nach 08/15 systematisch alles was nicht nötig ist.
Wobei sie manchmal auch vor Radikalmassnahmen nicht zurückschreckt:
"Kennen Sie jemanden der rigoros ist? Dem Ihr Betteln egal ist oder Ausflüchte wie "Das kommt bestimmt noch mal in Mode". Suchen Sie sich unbedingt so eine Person als Unterstützung beim Ausmisten. Vielleicht Ihre Mutter oder beste Freundin".
Die Mama als Aufräumkommander vorschlagen ist wohl eine Anstiftung zum Familienkrieg. Es dürfte nach einer derartigen Aktion auch die beste Freundin nicht mehr die Beste sein.
Der Umgang mit den Überresten des/der Ex gipfelt nach Madame am besten in: "Oder Sie lassen sein/ihr Lieblingsoberteil in Flammen aufgehen, verbrennen gemeinsame Fotos oder, oder, oder".
Von ihm/ihr die Augen mit Nadeln ausstechen dürfte Madame wieder weniger halten. Das schaut unordentlich aus und schlägt sich mit ihrem obersten Motto: "In einer ordentlichen Wohnung wohnt ein ordentlicher Geist".

Besonders angetan ist die Autorin von einem aufgeräumten Schreibtisch. Es gibt zu diesem Thema ein bekanntes Einstein Zitat:
"Wenn ein unordentlicher Schreibtisch einen unordentlichen Geist repräsentiert, was sagt dann ein leerer Schreibtisch über den Menschen, der ihn benutzt aus?“

Das Buch ist wahrscheinlich nicht besser und nicht schlechter wie alle derartigen Ratgeber. Wer in Hinkunft nach MM-DIN seine Wohnung, den Schreibtisch und den PC in Schuss halten möchte ist mit diesem Buch ganz gut bedient. Wer das Leben eher entspannter sieht kann sich darüber freuen, was ihm erspart bleibt. Z.B. das Mama-Räumkommando.

Interessieren würde mich eine Abhandlung der Autorin wie verschiedene Kulturen mit diesem Thema umgehen. Laut Klappentext ist die Autorin in der Welt herumgekommen und hat an der Sorbonne Kultur- und Kunstgeschichte studiert. Falls das stimmt, vergeudet sie ihr Wisssen mit diesen trivialen Ratgebern.

P.S.: Nach den Ratschlägen von Madame müßte ich ihr Buch und auch die Mails nun von meiner Festplatte wieder löschen. Nachdem noch sehr viel Platz ist, werd ichs aber droben lassen.


Der perfekte Tipp: Statistik des Fußballspiels (Erlebnis Wissenschaft)
Der perfekte Tipp: Statistik des Fußballspiels (Erlebnis Wissenschaft)
von Andreas Heuer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht Fleisch und nicht Fisch, 28. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Autor ist Professor für Physikalische Chemie an der Uni-Münster. Sein Fachgebiet ist die Theorie komplexer Systeme. Er hat daher vom Berufs wegen mit anspruchsvoller Mathematik und Statistik zu tun. Als Hobby wendet er einen Teil dieser Methoden auf Fussball an. Es gibt auch drei mit Oliver Rubner verfasste Wissenschaftspapiere zu diesem Thema (siehe Literaturliste). Prof. Heuer ist zweifellos auf dem Gebiet der statistischen Modellierung von Fussball sehr kompetent. Er konnte sich aber nicht entscheiden ob er ein wissenschaftliches oder ein populärwissenschaftliches Buch schreiben soll. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein Mathematik-Laie die teilweise recht detaillierten technischen Ausführungen verstehen soll.
Persönlich habe ich einen Dr. in Statistik und beschäftige mich selbst - ebenfalls nebenbei - mit der Modellierung von Sportwetten und insbesondere Fussball. Für mich waren die Erklärungen wieder zu umständlich. Es hätten mir die präzisen Fachbegriffe mehr gesagt. Darüber hinaus bin ich nicht gewohnt statistische Werke auf Deutsch zu lesen. Ich habe mir daher auch die Fachartikel von der homepage des Autors heruntergeladen und bin deutlich klüger wie im Buch geworden.

Beim Titel hat der Verlag eine kleine aber wichtige Feinheit weg gelassen. Der Originaltitel des Aufsatzes lautet "Towards the perfect prediction". Das ist ein bisserl was anderes wie "Der perfekte Tipp". Man kann die Methode sicherlich noch verbessern. Prof. Heuer betont selbst, dass man mit seinen Methoden nicht reich wird:
"Um es gleich vorweg zu nehmen: Wir haben leider noch kein Maß gefunden, das eine zuverlässige Vorhersage einzelner Spiele erlaubt (Sonst hätten sie dieses Buch jetzt nicht in Ihren Händen, da der Autor auf seiner Karibikinsel unabkömmlich wäre)".
Das Problem ist: Man kämpft auf einer schiefen Ebenen gegen die Kommission (betfair) bzw. den Overround (Aufschlag) bei Buchmachern.

Ich glaube es hätten alle Leser etwas mehr gehabt, wenn der Autor von seinem wissenschaftlichen Pferd gestiegen wäre und den fachkundigen Leser auf seine wissenschaftlichen Aufsätze verwiesen hätte.

Literaturliste:
Andreas Heuer, Oliver Rubner: How does the past of a soccer match influence its future?
Andreas Heuer, Oliver Rubner: Towards the perfect prediction of soccer matches.
Andreas Heuer, Oliver Rubner: Fitness, chance and myth: an objective view on soccer results.


Kernel Smoothing (Monographs on Statistics and Applied Probability)
Kernel Smoothing (Monographs on Statistics and Applied Probability)
von M. Wand
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 83,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kommt darauf an was man will, 22. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich beschäftige mich in letzter Zeit - just for fun - mit einem Fussball-Wettbot namens Zoccer. Enpassant erweitere ich meinen Statistik-Werkzeugkasten. Kernel-Smoothing gehört aber immer schon zu den Lieblingsmethoden.
Es ist KISS. Ich habe mir erhofft neue Verfahren kennen zu lernen. Das war nicht der Fall. Das Buch liefert die mathematischen Grundlagen. In dieser Hinsicht ist es sicher ausgezeichnet. Aus Sicht des Statistik-Handwerkers bringt es aber eher weniger. Die im Detail behandelten Verfahren zur automatischen Bestimmung der Bandwidth sind theoretischer Natur. Es geht in dieser Hinsicht nichts über ein geschultes Auge.
Ein thematisch ähnliches Buch ist: L. Wasserman: All of Nonparametric Statistics. Wasserman ist mathematisch weniger rigoros (es enthält aber immer noch eine hohe Dosis Mathematik), inhaltlich aber umfangreicher. Wasserman hat mich mehr angesprochen.


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