Profil für Pakkasherra > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Pakkasherra
Top-Rezensenten Rang: 1.374.217
Hilfreiche Bewertungen: 6

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Pakkasherra

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Urknall versus ens-These
Urknall versus ens-These
Preis: EUR 3,09

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Es lebe das Pippilotta-Prinzip…, 19. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Urknall versus ens-These (Kindle Edition)
Bei der Lektüre dieses Buches sträubten sich mir als Physiker die Haare. Eine Wissenschaftssendung hier, ein paar Artikel über das Universum dort und schon glaubt sich der Autor, ein bekennender wissenschaftlicher Laie, in der Lage, das gegenwärtige wissenschaftliche Weltbild vom Universum auf den Kopf stellen zu können getreu Pippi Langstrumpfs Motto "2 x 3 macht 4 widdewiddewitt und Drei macht Neune, ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt".

Dabei hat der Autor noch nicht mal die einfachsten Grundzüge der Urknalltheorie verstanden. Die Urknalltheorie beschäftigt sich mit der zeitlichen Entwicklung des Universums nämlich erst 10^-43 Sekunden nach dem Zeitpunkt Null, da im Zeitraum davor, der sog. Planck-Ära, die allgemeine Relativitätstheorie ihre Gültigkeit verliert. Die Urknalltheorie gehört zu den am besten ausgearbeiteten und belegten physikalischen Theorien, die seit den Anfängen jeden Versuch der Falsifizierung überstanden hat.

Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Autor kein einziges wissenschaftlich haltbares Argument gegen die Urknalltheorie anführen kann. Beispielsweise kommt der Autor mittels einer uralten fehlerbehafteten Rotlichtverschiebungstheorie (die deswegen damals auch in keiner renommierten physikalischen Zeitschrift veröffentlicht wurde wie übrigens zig andere Rotlichtverschiebungstheorien auch) zu der abenteuerlichen Erkenntnis, dass das Universum statisch und ewig ist, so dass die allgemeine Relativitätstheorie seiner Meinung nach falsch sein muss (der Physik-Nobelpreis 2011 für die Entdeckung der beschleunigten Expansion des Weltalls wurde dann wohl auch zu Unrecht vergeben). Auch hat der Autor nicht verstanden, dass das angebliche Phänomen des „dunklen Flusses“, einer kohärenten Strömung von 1400 Galaxienhaufen, der Urknalltheorie keinesfalls widersprechen würde. Inzwischen haben genauere Messungen des ESA-Satelliten "Planck" gezeigt, dass ein solches Phänomen auch nicht existiert, wodurch eine darauf basierende Vorhersage der ens-These schon zunichte gemacht wurde.

Ich kann vom Kauf dieses Buches nur abraten. Leider kann man keine Null Sterne vergeben.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 14, 2015 10:41 AM CET


Seite: 1