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Rezensionen verfasst von
Carsten Zehm "Carsten Zehm"

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Keral Unisex Leinwand Haspe Zeichenfolge Lässig Diagonaltasche Rucksack Schulter Beutel_dunkelgrau
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Wird angeboten von YOUGOU-EU
Preis: EUR 29,97

5.0 von 5 Sternen Guter Rucksack, 15. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Material ist gut verarbeitet, der Rucksack trägt sich angenehm. Die Qualität stimmt. Empfehlenswert, wenn man sich auf die längere Lieferfrist einlässt.


Anubis: Roman
Anubis: Roman
Preis: EUR 4,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was soll denn sowas?, 2. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Anubis: Roman (Kindle Edition)
Es gibt kaum ein Thema, das Wolfgang Hohlbein nicht schon beackert, zu dem er nicht schon einen Roman, wenn nicht gleich eine mindestens dreiteilige Serie herausgebracht hat und liest man seine Liste der Veröffentlichungen, dann fragt man sich natürlich: Wann schläft dieser Mann eigentlich? Wann isst er? Wann verrichtet er all die Dinge, die ein Mensch nun mal verrichten muss? Wahrscheinlich irgendwann zwischen zwei Büchern.
Hätte er Anubis nicht geschrieben, hätte er wohl mehr Zeit für diese Dinge. Und der Buchmarkt wäre um ein schlechtes Buch ärmer. Es tut mir leid, dieses Urteil gleich zu Beginn der Rezi hier stellen zu müssen, aber es war eine Qual, das Buch bis zu Ende zu lesen.

Zur Handlung:
Mogens VanAndt, gestrandeter Professor für Archäologie an einer winzigen Ostküsten-Universität der USA mit dem obligatorischen dunklen Punkt in seiner Vergangenheit, wird von einem alten Studienkollegen besucht. Der dunkle Punkt ist eine tote Frau, die er einmal heiraten wollte. Die berühmte zweite Chance erhält er von dem Mann, den er für sein Unglück verantwortliche macht und den er hasst wie keinen anderen. Angeblich geht es um die größte archäologische Entdeckung auf amerikanischem Boden, einem unterirdischen Tempel in Kalifornien, den es dort gar nicht geben dürfte. In diesem Tempel, nahe bei einem Friedhof (natürlich). Und das Tor, welches die stummen Tempelhüter bewachen, öffnet den Weg in ein Reich, dessen Schrecken jede Vorstellung übersteigen soll, laut amazon. Bereits hier reihen sich die Klischees aneinander und in mir wuchs der Eindruck, dass Wolfgang Hohlbein nichts Neues in dem Buch zu bieten hatte. Damit an dieser Stelle kein falscher Eindruck entsteht: Ich mag seine Bücher und seine Ideen. Genau aus dem Grund griff ich zu, als ich das Buch auf irgendeinem Grabbel-Tisch eines hier nicht genannten großen Buchhändlers fand. Hätte ich es mal liegen gelassen.
Doch schon die ersten Kapitel brachten meine Meinung zum Wanken. Was hatte der Autor hier getan? Und: Hatte der Verlag geschlafen? Bandwurmsätze, deren Sinn sich erst beim mehrmaligen Lesen erschlossen, waren immer wieder zu finden. Große Teile der Handlung waren vorhersehbar. Der gesamt Plot lief geradlinig auf den erwarteten großen Showdown tief unter der Erde hinaus, das sich dann als flach erwies.
Und Rechtschreibfehler. Gut, es gibt kein Buch ohne. Auch bei meinen eigenen Büchern schleicht sich immer wieder einer durch das Lektorat. Aber so viele? Bei einem riesigen Verlag wie Lübbe? Hat der Verlag sich das Geld für den Lektor gespart?
Wenn nicht, dann hat dieses hier schlechte Arbeit geleistet: Wortwiederholungen, endlose Beschreibungen von Nebensächlichkeiten, immer wieder Handlungen, die nicht zum Fortgang der Geschichte beitragen.
Fast schon schien es, als wolle der Autor Spannung erzwingen, was ihm aber zunehmend misslang. In der Hoffnung, dass das Buch irgendwann besser werden würde, las ich bis zum Ende. (Das soll ja nach Meinung einiger Autoren mittlerweile ein Kriterium für das Recht sein, eine Rezension zu schreiben. Vergeudete Lebenszeit!)
Und dann kam ich zu einem Punkt, an dem ich das Buch am liebsten in die Ecke geschmissen hätte. Die Krönung war eine Passage, die ich ähnlich aus einem anderen seiner Bücher kenne. In seinem Roman „Unterland“ verschlägt es den Helden Michael in eine Welt unter der Erde, so wie hier den Professor. Unterschiedlich sind Zeit, Ort und Alter des Helden. Hier wie dort aber gibt es Ghoule. In „Unterland“ sogar noch mehr Lebewesen und eine vielschichtigere Zivilisation. Beide Zivilisationen leben in von älteren Wesen errichteten Gebäuden, einer Architektur, die den menschlichen Besuchern fremd vorkommt. Mauern sind nicht gerade, Hausecken nicht rechtwinklig. Die Gebäude erscheinen den Menschen falsch und sorgen für Schwindelgefühl. Mir ist gerade diese Passage aufgefallen, weil ich sie in „Unterland“ wirklich gelungen fand. Hier fand ich sie nur noch wirklich wiederholt.
Hat es Wolfgang Hohlbein wirklich nötig, bei sich selber abzuschreiben? Ich denke nein.

Also, wenn jemand das Buch lesen möchte, nur zu. Ansonsten mein Testurteil: Muss nicht sein.
Schade, ich kenne weitaus bessere Bücher des Autors.


Ochsenblut: Ein Oberhavel-Krimi
Ochsenblut: Ein Oberhavel-Krimi
von Harald Hillebrand
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Regionalkrimi mit Pfiff!, 2. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Ochsenblut: Ein Oberhavel-Krimi (Taschenbuch)
Regionalkrimis sind in. Das ist gut, aber nicht neu, denn der seit Jahren so erfolgreiche Tatort ist ja auch nichts anderes als ein Regionalkrimi. Oder?
Ein Skelett unter den eigenen Dielen zu finden, ist hingegen schon neu. Auch wenn das Skelett selber nicht so neu war. Gefunden 2012, dort gelagert 1958. Im Laufe des Geschehens stellt sich relativ schnell raus, dass das Skelett einem SS-Mann gehört, der sich aus welchen Gründen auch immer auf dem alten Hof in der Nähe von Gransee (Brandenburg) verkrochen hat. Dieser Fund ist Ausgangspunkt einer schnell Fahrt aufnehmenden Handlung, die den Leser wie nebenbei durch die Landschaften und Gemeinden des nördlichen Oberhavelkreises führt.
Dabei begegnen einem unter anderem Polizisten wie Stan und Oli, der Ermittler Kevin Klein (nein, nicht Celvin Klein) und ein Zeuge namens Roland Bergener (nicht Roland Berger). Dass der Hauptermittler des Autors Harald Hillebrand dann Hagen Brandt heißt, ist bestimmt mehr als nur ein Zufall. Brandt hingegen vertraut nicht auf den Zufall. Als Immobilienmakler tätiger und früherer Kriminalkommissar ist er gleichzeitig Finder des Skelettes und Besitzer des Gehöftes, das weit mehr Geheimnisse birgt, als nur dieses eine Skelett auf einer verborgenen Kellertreppe unter den Küchendielen. (In dem Zusammenhang: bisher wusste ich nicht, dass Dielen früher mit Ochsenblut gestrichen wurden. Wieder was gelernt.) Und Brandt wird relativ schnell befristeter Sonderermittler der Granseer Polizei. Nun, wer den deutschen Beamtenapparat kennt, weiß, dass das zumindest viel zu schnell ging.
Unterm Strich war der Krimi so richtig nach meinem Geschmack, enthält er doch alles, was ich an einem Krimi mag: Mord, Totschlag, korrupte Beamte, Nazis, Verschwörung, ein Schatz (dessen Hintergründe wirklich durch das WWW geistern, siehe: Schatz vom Stolpsee) , ein wenig Sex, ein Geheimnis aus der Vergangenheit. Davon nicht nur eines. Schade, dass der Autor eines dieser Geheimnisse zum Beispiel nicht lüftet.
Undurchsichtig bleiben ein wichtiger Kunde des Immobilienmaklers und dessen Gründe, genau jetzt in Gransee aufzutauchen. Hier bleibt der Autor bei Andeutungen und Deutungen, die er dem Leser überlässt.
Relativ schnell gibt es einen weiteren Mord. Leider stieß mir da eine logische Lücke auf (um es mal so zu formulieren). Brandt wird vom Opfer angerufen, er hört ein Röcheln am anderen Ende der Leitung. Bei dem Opfer selber (durchschnittene Kehle – Röcheln?), findet sich aber nirgends der Hinweis auf ein Telefon.
Es gibt einen furiosen Showdown, der es schwer macht, das Buch wegzulegen. Immer mehr Fäden verknüpft Harald Hillebrand in die Handlung, ohne selber den roten Faden zu verlieren oder den Leser zu überfordern. Er macht auch nicht den Fehler, den Leser zu unterfordern. Gefällt mir.
Obwohl relativ schnell einer der Verdächtigen feststeht, verliert das Buch nicht an Spannung. Schließlich müssen die Verdächtigen ja auch noch überführt werden. Und da macht es sich ganz gut, dass Brandt, Sonderermittler und Immobilienmakler, mit beiden Beinen fest verwurzelt in dieser Gegend ist und Hinz und Kunz kennt (vom Schleusenwärter bis zum ferienwohnungvermietenden Maurer).
Das Buch hinterlässt einen guten Lesegeschmack und offene Enden, die Lust auf mehr machen.
Leider wirken einige Dialoge etwas hölzern. Menschen haben nicht wirklich die Angewohnheit, ihren Gesprächspartner immer wieder beim Namen zu nennen. Das störte mich etwas.
Das Problem an Rezensionen ist für mich: Wie kann man ein Buch beurteilen, ohne dem Leser der Rezi zu viel zu verraten. Deshalb mache ich an der Stelle Schluss und empfehle das Buch mit vier von fünf Sternen.


Monet und der Tod auf der Insel: Ein Fall für Lasse Larsson. Usedom-Krimi
Monet und der Tod auf der Insel: Ein Fall für Lasse Larsson. Usedom-Krimi
von George Tenner
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

4.0 von 5 Sternen Solide Kost, 1. Oktober 2014
Als regelmäßiger Usedom-Urlauber freute ich mich: Ein Usedom-Krimi. Ich hatte bisher noch keine Bücher von Georg Tenner gelesen. Monet und der Tod auf der Insel war mein erstes.
Es beginnt mit einem toten Kind am Bansiner Strand. Dann kommt eine tote Prostituierte hinzu, ein toter russischer Kunsthändler … Lasse Larsson, seines Zeichens Kriminalist, ermittelt mit seinem Team. Der Fall ist gut aufgebaut, der Spannungsbogen weit gefasst. Immer größere Kreise zieht der Fall: die russische Mafia, der russische Geheimdienst, der Schweizer Geheimdienst und gar noch BND und NSA. Es geht um Kunstfälschung, Diebstahl aus der Ermitage, jeder scheint jeden zu bespitzeln und einzig der Kommissar behält den Überblick. Auch dank seiner alten, persönlichen Beziehungen in die Schweizer Geheimdienstkreise. Unverständlich blieben mir die Reaktion dieses alten Bekannten des Kommissars und auch die Reaktion des Mörders, nachdem er festgenommen worden war (ich möchte hier nicht zu viel verraten). Aber es ist wohl das Privileg eines Autors, die Handlungen seiner Protagonisten selber zu bestimmen. Leider hat mir dies aber einen Teil der Spannung genommen. Meist ist das Buch flüssig geschrieben. Ab und an aber verfällt der Autor in einen Schreibstil, der eher in einen Reiseführer passen würde. In ganz normalen Gesprächen der Agierenden lässt der eine oder andere gerne mal ein paar Sätze fallen, die in schulmeisternden Ton historische Hintergründe von Stadtteilen oder Gebäuden verraten. Gern wird auch auf das eine oder andere Rezept verwiesen. Deshalb an dieser Stelle einen Stern weniger.

Für Usedom-Reisende empfehlenswert, für alle anderen bei Interesse an der Insel, bei Interesse an der Kunstfälscherszene (auch wegen des guten Interviews im Anhang) und bei Interesse an einem soliden Krimi aber auch.


Die Feengabe
Die Feengabe
von Barbara Schinko
  Broschiert
Preis: EUR 14,55

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Auf der Suche nach dem eigenen Namen, 2. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Feengabe (Broschiert)
Mavie Bucharon ist eine der beiden Töchter des Gouverneurs der fiktiven britischen Insel Dalin, die wohl irgendwo zwischen Schottland und Irland liegen könnte, oder vor der walisischen Küste. Ihre Schwester wird von den Feen entführt und obwohl das Verhältnis der beiden Schwestern alles andere als ideal erscheint, macht sich Mavie auf, ihre Schwester aus dem Reich der Feen zurück zu holen.

Mit der "Feengabe" legt der erst im April 2010 gegründete Verlag Mondwolf aus Österreich sein zweites Buch vor. Es ist gleichzeitig das dritte Buch der aus Linz stammenden Autorin Barbara Schinko.

Ich hatte die Gelegenheit, das Buch im Rahmen einer Früh-Leser-Aktion schon eher als andere in der Hand zu halten (recht herzlichen Dank an den Verlag), und um es gleich zu sagen: es hat sich gelohnt.

Barbara Schink nimmt sich viel Zeit, ihre Heldin Mavie einzuführen. Zu Beginn treffen wir sie auf der Insel, auf der Ihre Großmutter lebt, zusammen mit den Angehörigen ihrer ehemaligen Crew, denn Grainne, so nennt sie ihre Großmutter, war früher Kapitänin. Ein Umstand, der im Laufe des Buches noch an Bedeutung gewinnen wird. Mavie, oder Maebhi, wie sie selber sich gerne nennen lässt, und ihre schöne Schwester Stella verbringen den Sommer bei Grainne. Alles ist schön und beschaulich, auch wenn es "der letzte Sommertag ihrer Kindheit" war. Die Autorin jongliert mit Wörtern, dass es eine Freude ist, Mavie zu folgen, sei es zu den Makrelen essenden Männern auf der Feuerblüse, denen das Fett vom Kin tropft, oder einfach nur eine Straße entlang, die sich "wie eine weiße Narbe" durch die Felder schlängelt.

Kaum zurück in Dalin jedoch überschlagen sich die Ereignisse. Sorley, der Sohn des Abdeckers, verhindert eine rituelle Zusammenkunft, auf der eine Katze geopfert werden soll - seine Katze - um die Feen fern zu halten. "Mitternacht und ein Jahr" war vorüber, der Feenbann wurde dünner und Menschen gerieten in Gefahr. Und noch in derselben Nacht wird das erste Mädchen von den Feen geholt. Dass es Stella, ihre Schwester ist, erfährt Mavie/Maebhi erst am nächsten Morgen. In der Nacht noch hatte sie Stella beobachtet, wie sie dem Werben eines jungen Mannes nachgab, eines Edelamnnes, der sich im Nachhinein als Prinz des Feenreiches Elphame erwies. Nun ist es an Mavie und Sorley, ihre Fehler wieder gut zu machen und Stella aus dem Feenreich zurück zu holen. Das aber geht nur mit echter Liebe. Denn für die Menschen "ist Liebe eine Gabe, für die Feen dagegen ist sie bloß en Spiel."

Barbara Schinko gelingt es auf hervorragende Weise, ihre Cahraktere agieren zu lassen. Alles erscheint logisch und hatte am Ende des Buches auch genau so kommen müssen, ohne dass die Handlung jedoch vorhersehbar wäre. Die Bedeutung der Namen für die Auseinandersetzung mit den Feen wird dem Leser beinahe im Vorbeiflug nahe gebracht. Wie Maebhi zu Mavie wird und ihre Kindhgeit hinter sich lassen muss, kleidet die Autorin in Worte, die den Leser meist förmlich von Seite zu Seite tragen, ohne dass er merkt, wie er dem Ende des Buches entgegen gleitet. Rasante Abschnitte wechseln mit langsamen Passagen. An einigen Stellen musste ich mich aber auch förmlich durchkämpfen. Barbara Schinko verlangt dem Leser einiges an Konzentration und Leswewillen ab, doch zum Ende hin nimmt die Handlung enorm an Fahrt auf.

Das Buch ist gut verarbeitet, hat eine angenehme Lesegröße und ein schönes Coverbild, auch wenn der Rand von der Farbe her nicht zum Bild passt.
Leider mus ich aber genau an der Stelle ein Minus verteilen. Während das Bild sehr ansprechend ist und einer aus einem Notizbuch herausgerissenen Seite gleicht, hinter der sich der Verlagsname beinahe verbirgt, ist die Schriftfarbe für Titel und Autor aus meiner Sicht ungünstig gewählt. Beides ist aus der Entfernung nicht mehr deutlich zu erkennen. Ganz schlimm wird es aber auf der Rückseite. Die wohl der sixtinischen Kapelle nachempfundenen Hände (von Mavie und Sorley?) mit den Flammen, die ein Herz bilden wirken wirklich gut. Die Schrift des Klappentextes aber, braun mit gelben Schatten auf hellbraunem Hintergrund, ist kaum lesbar. Schade, aber es bleibt der einzige Abzug, den das Buch von mir bekommt.

Testurteil: uneingeschränkt empfehelnswert


ADHS? Ein Buch von Kindern
ADHS? Ein Buch von Kindern
von Jörg Letzel
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich will, dass alle wissen, wie es mir geht!, 29. April 2011
Rezension bezieht sich auf: ADHS? Ein Buch von Kindern (Broschiert)
"Ich will, dass alle wissen, wie es mir geht."
So einer der Autoren bei einem Interview, als die Kinder das Buch zur Buchmesse in Leipzig vorstellten.

Am Anfang stand eine Idee: ADHS-Bücher gibt es viele. Zumindest Bücher über Betroffene, über Eltern, deren Kinder an ADHS erkrankt sind, und über Lehrer, die mit ADHS-Kindern arbeiten. Aber ein Buch von Betroffenen?
Katja Heinrich, Sonderschullehrerin an einer Schule mit Ausgleichsklassen in Sachsen-Anhalt und Jörg Letzel, Schulsozialarbeiter an derselben Schule, haben 2010 mit ihren Schülern - neun Jungen einer vierten Klasse - das Experiment gewagt und ein Buch geschrieben, dieses Buch: "ADHS? Ein Buch von Kindern".
Das Gerüst gaben die Erwachsenen vor. Ab der Vorstellungsrunde der "Knallkoppklasse", wie sie sich selber nennen, agieren die Schüler mit selbstgewählten Pseudonymen: Brandy, Sascha, Thomas, Djego, Anton, Nick, Alfredo, Cit, und Hogu. In kurzen Sätzen beantworteten sie im Laufe des Projektes Fragen.

Was denkst du, warum bist du an dieser Schule?
Welches Tier möchtest du gern sein und warum?
Wenn ich wütend bin ...
Ein geheimer Brief an die Eltern
Wenn es eine Zauberfee gäbe ...
Reue - was ist das?

... und eine ganze Reihe anderer Fragen. Immer wieder erläutern die Lehrerin und der Schulsozialarbeiter die Situationen, berichten von Erlebnissen, Wutanfällen, Krankenhausbesuchen, von ADHS ...

Ehe ich mich versah, war ich voll drin im Buch. Ich litt förmlich mit, wenn die Jungs von ihrem Klinikaufenthalt berichteten (das Kapitel, das mich am meisten berührte). Ich fieberte mit ihnen, wenn es um die Versetzung in die fünfte Klasse ging, um zu viel oder zu schwere Hausaufgaben, um meckernde Lehrer, getrennte Eltern und immer wieder um Gewalt, die die Jungs gegen Andere ausüben. Gegen Mitschüler, Lehrer, Eltern.

Das Buch ist broschiert und sehr gut verarbeitet. Die Umschlagsgestaltung ist ansprechend. Nick, einer der Autoren, hat ein Bild gemalt, das als Titelbild genutzt wird: er selber auf einem Drahtseil zwischen zwei Häusern. Elternhaus und Schule? Überschrieben hat Nick es mit den Worten: "Mein Leben".

Für Interessierte und Betroffene: auf jeden Fall empfehlenswert!

Das gesamte Buch ist auf Hochglanzpapier gedruckt. War das nötig?
Anfangs erschien mir der vom Verlag gewählte Preis für das Buch ungewöhnlich hoch. Ein Buch mit 56 Seiten (bei amazon steht fälschlicherweise 64) für 10,00 € anzubieten, nunja. Nach Rückfragen beim Verlag stellt sich das aber etwas anders dar. Erstens lässt sich eine Kleinauflage nicht so günstig produzieren und zweitens kommt das Autorenhonorar in voller Höhe der Klassenkasse der Schüler zugute. *daumenhoch*

Auf der Verlagshomepage des Militzke-Verlages ist das Buch hier zu finden.

Ich wünsche Nick und Hogu, Sascha und Brandy, Cit und Djego, Anton, Alfredo und Thomas, dass sie ihre Krankheit in den Griff kriegen, dass sie lernen, mit ihrer Wut umzugehen und dass sie irgendwann das erreichen, was sie sich von der Fee, wenn es sie denn gäbe, gewünscht haben.


Inzucht und die denkbare Gesellschaft: Story Center 2010
Inzucht und die denkbare Gesellschaft: Story Center 2010
von Michael Haitel
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über das Undenkbare nachgedacht, 5. Februar 2011
"Was liest du denn da?", musste ich mich fragen lassen, als ich das Taschenbuch von p.machinery in der Hand hielt. "INZUCHT" prangte ganz groß auf dem Cover. Und das Foto von zwei Mädchen, die Kopf an Kopf auf der Erde liegen und mit großen, braunen Augen in die Kamera blicken. Kühle Farben dominieren.
Und ich wurde nicht nur einmal nach dem Buch gefragt. Immer wieder wiesen Freunde und Bekannte mit fragenden Gesten auf das Buch. Sicherlich sind Missverständnisse möglich. "Was ist denn das?"
Meine Antwort: "Eine Sience-Fiction-Antho. Eine wirklich gute sogar."
Worum es geht? Um Inzucht. Aber weder werden irgendwelche verabscheuungswürdigen Praktiken beschrieben, noch wird zum kollektiven Inzest aufgerufen. Neunzehn Autoren haben sich die Frage gestellt: Unter welchen Bedingungen kann es dazu kommen, dass sich innerhalb einer Zivilisation Inzucht durchsetzt und wie müsste eine solche Gesellschaft aussehen? Die Antworten darauf sind so vielfältig wie die Namen der Autoren.
Nicht nur Utopien, auch Dystopien (Anti-Utopien) werden vor dem Leser ausgebreitet und ich gebe es ehrlich zu: bei manch einer der Geschichten beschlich mich ein beklemmendes Gefühl. Was wäre, wenn eine Bio-Waffe die Unfruchtbarkeit unter Nicht-Geschwistern weltweit als Nebenwirkung hat? Was wäre, wenn die Menschen irgendwo im All auf eine Zivilisation treffen, die nach Insekten-Richtlinien aufgebaut ist? Was wäre, wenn ein Virus all die befällt, die sich außerhalb eines eng begrenzten Bauernhofes befinden und nur dort Menschen dann überleben können, Generationen lang, innerhalb ihrer kleinen Familie? Die Autoren stellten sich diesen und ähnlichen Fragen und den meisten ist es gelungen, Antworten zu finden, die ich Wort für Wort verschlungen habe.
Inzucht, ein Tabu-Thema in unserer Welt, wird hier umfassend beleuchtet, aus der Sicht anderer, möglicher Welten - möglicher Zukünfte. Vielleicht rührt meine Beklemmung bei manchen Geschichten ja auch daher, dass sich Herausgeber Michael Haitel und die Autoren an genau dieses Tabu gewagt haben. Und wie vorbelastet dieses Thema in unserer Gesellschaft ist, zeigt der Tanz, den Michael Haitel mit BoD Norderstedt ausgetragen hat (siehe Nebenbei-Info weiter unten). Mut zur Lücke, würde ich mal sagen, denn mir ist kein Werk bekannt, dass das Thema Inzucht auf diese "Was-wäre-wenn"-Weise behandelt. Das ist gut so und lässt hoffen, dass andere Werke aus der p.machinery-Schmiede eine ähnliche Qualität aufweisen.
Und noch etwas: Wer Happy-Ends liebt, sollte das Buch nicht anfassen.
Das Buch ist gut verarbeitet, die Größe handlich, das Cover interessant. Das Lektorat hat gute Arbeit geleistet, mir sind keinerlei Druckfehler aufgefallen. Eine Autorenübersicht am Ende rundet das Buch ab.

Zehmsches Testurteil: uneingeschränkt empfehlenswert

Schade, dass momentan wohl nur 100 Exemplare gedruckt worden sind. Nach Informationen von Michael Haitel ist es aber möglich, weitere Exemplare ohne Mehrkosten drucken zu lassen.


Die Zwerge der Meere
Die Zwerge der Meere
von Michael H. Schenk
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein fast gelungener Lesespaß, 13. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Zwerge der Meere (Broschiert)
Zwerge in Büchern? Für mich? Immer wieder gerne. Schließlich verwende ich sie in meinen Büchern auch ganz gerne.
Doch auf dem Meer? Aber bitte! Wir wollen sie doch lassen, wo sie hingehören. Und mit den Waffen kämpfen lassen, die in Zwergenhände gehören.
Oder doch nicht?
Michael H. Schenk geht neue Wege, was das Zwergenvolk angeht. Er siedelt sie auf schwimmenden Plattformen an, lässt sie mit gläsernen Tauchhelmen an langen Luftschläuchen Kristalle auf dem Meeresgrund schürfen, immer auf der Suche nach dem Goldenen Grund, dem ultimativen Schatz schlechthin.
Gut, es gibt auch Schwierigkeiten, wenn z. B. zwei Zwergenmänner dieselbe Zwergin begehren, oder politische Intrigen bei den Menschen für Neid und Missgunst sorgen. Doch im Großen und Ganzen ist es eine typische Fantasy-Welt, die der Autor ' zugegebenermaßen etwas sehr lang und breit ' entwirft. Sie scheint in Ordnung, bis der Feind erscheint, eine insektiode Zivilisation, ohne Gefühl, in der Lage, sehr schnell zu lernen und scheinbar unüberwindlich. Und jetzt geht es richtig Rund, die Handlung nimmt höllisch Fahrt auf und die Schwerter, Äxte und Laserkanonen ' *hüstel* Lichtdruckwaffen kommen gar nicht mehr zur Ruhe.
Leider bin ich in dem durchaus auf flüssiges Lesen angelegten Roman über zwei Sachen gestolpert. Erstens: die Zwerge rechnen mit dem metrischen Maßsystem. Sie geben die Entfernungen in Metern und Kilometern an. Das empfand ich dann doch gewöhnungsbedürftig.
Und zweitens: leider war wohl das Lektorat nicht so besonders. Da ich selber schreibe, weiß ich, wie das läuft. Und auch, dass man nach dem zehnten 'über-den-Text-gehen' manchmal die simpelsten Fehler übersehen kann. Ich weiß auch, dass kein Buch völlig Druckfehlerfrei ist. Aber in dieser Häufung ' schade. Falsche Trennungen und Rechtschreibefehler stören beim Lesen enorm. Deshalb ein Stern Abzug.) Wirklich sehr schade, denn ansonsten ist es eine richtig gute Idee und Michael H. Schenk kann schreiben. Und wie!
Da am Ende aber nur die Schlacht und nicht der Krieg gewonnen wurde, lässt das Ganze auf eine Fortsetzung hoffen. Dann aber bitte, bitte, bitte, lieber Verlag, mit einem besseren Lektorat.

Zehmsches Testurteil: Empfehlenswert


Die Saga der Drachenschwerter
Die Saga der Drachenschwerter
von Janine Höcker
  Taschenbuch

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Jagd nach den Schwertern beginnt jetzt!, 13. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Saga der Drachenschwerter (Taschenbuch)
Schlägt man ein Buch auf, das unter der Regie der Geschichtenweber entstanden ist, kann man getrost davon ausgehen, etwas Besonderes in den Händen zu halten. Das ist die dritte Anthologie, die ich mir auf dem BuCon in Dreieich zugelegt habe und ich habe es, wie bei den beiden anderen nicht bereut.
Einst wurden die Drachenklingen geschmiedet, um das Gleichgewicht in der Welt zu wahren, das Gleichgewicht zwischen den guten und den bösen Kräften. Die einzelnen Geschichten wurden so zusammengewoben, dass sie ein harmonisches Ganzes ergaben. In jeder Geschichte wird ein Held, oft einer wider Willen, dazu auserkoren, ein Drachenschwert zu erringen und es dorthin zu bringen, wo die Schlacht des Guten gegen das Böse ausgetragen werden wird.
Angesiedelt in einer Welt, die wie eine Mischung aus altem Japan und Indien erscheint, gehen die Helden auf die Reise. Und jeder von ihnen ist einzigartig, ein ganz normaler Mensch, mit guten Seiten, aber auch mit Fehlern und Schwächen. Selbstzweifel und Irrtümer begleiten die Helden auf ihren Weg. Und hätte ich einen von ihnen fragen können: 'Bist du ein Held?', dann hätten sie gelacht. 'Ich? Ein Held? Nie und nimmer. Ich bin doch nur ein ganz normaler Mensch.' Das ist es, was die literarischen Helden dieser Anthologie auszeichnet. Den Autoren ist es wunderbar gelungen, uns Lesern das Menschsein der Helden nahe zu bringen.
Die gesamte Anthologie liest sich wie ein Episodenroman, denn die einzelnen Geschichten sind eingefasst in eine Rahmenhandlung, die eine enge Abstimmung der Autoren untereinander notwendig machte ' eine Arbeit die einem Achtung abverlangt, vor den Autoren und vor den Herausgebern.
Zehmsches Testurteil: Uneingeschränkt empfehlenswert.


Der Augenschneider: Thriller
Der Augenschneider: Thriller
von Valentina Berger
  Taschenbuch

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fortsetzung gewünscht!, 13. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der Augenschneider: Thriller (Taschenbuch)
Ich kannte Valentina Berger bisher nur als Autorin von Märchen und Kinderbüchern. Hört man dann, dass jemand "umsteigt" auf blutige Thriller, dann ist man zumindest gespannt auf das Ergebnis. So erwartete ich das Erscheinen des Thrillers ungeduldig. Und das Warten hat sich gelohnt. So viel vorweg.
Zum Cover: Der Hammer schlechthin. Dem Verlag ist ein guter Wurf gelungen.
Zur Handlung: Da ist also der gestörte Mörder, der unbedingt junge Frauen töten und ihnen die Augen herausschneiden muss. Vorher! Dann haben wir den Kommissar Helmut Wagner, der eigentlich von Wien weg wollte. Eigentlich! Und da ist noch sein Freund Heinz Martin, der Gerichtsmediziner, der normalerweise nur seinen Job macht und sich ein wenig um seine Schwester Emilia kümmert. Normalerweise!
So weit so gut, bis der gestörte Mörder sich an der Schwester des Gerichtsmediziners vergreift und ihn darüber informiert, dass er seine Schwester in der Gewalt hat. Natürlich macht er das mit den ihm zur Verfügung stehenden "Übermittlungsmethoden": toten jungen Frauen. Hätte Heinz nicht seinen Freund Martin und die Kollegen der Kripo ... so viel zur Handlung.
Warum der Mörder sich gerade die Schwester des Gerichtsmediziners heraussucht, ob der Kommissar am Ende wirklich Wien verlässt und ob Emilia überlebt, mag der Leser selber herausfinden.
Valentina Berger ist es gelungen, ein Netz aus Beziehungen zu knüpfen, durch das sich der Leser mit viel Freude und steigender Spannung hindurch lesen kann, ohne zu ermüden. Immer wenn man denkt "Na, nun aber!", dann gelingt es der Autorin, mit einem weiteren Kniff, einem weiteren Detail aus dem Leben der Protagonisten wieder eine Schleife mehr zu drehen, ohne den Leser zu verwirren. Die Autorin schreibt mit lockerer Hand, ohne in Klischees zu verfallen. Mag dem einen oder anderen vielleicht missfallen, dass es so viele Schicksalsschläge in so einem engen Personenkreis gibt. Aber das macht die Personen unverwechselbar, gibt ihnen Tiefe und begründet ihr Handeln. Weiter so.
Zehmsches Testurteil: Uneingeschränkt empfehlenswert.
Ich hätte mir mehr Seiten gewünscht, einfach um noch bei den Helden der Geschichte zu bleiben. Es hat nicht sollen sein. Aber zum Glück gibt es einen weiteren Berger-Thriller: "Das Liliengrab".


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