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Rezensionen verfasst von
Stefan Schultes

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50 Jahre Rock - Thomas Gottschalk präsentiert ...
50 Jahre Rock - Thomas Gottschalk präsentiert ...
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 21,95

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Spiels nie wieder, Thomas., 14. Mai 2004
Dies ist die Begleit-CD zur gleichnamigen Fernsehsendung.
Thomas Gottschalk zog aus zum Protestmarsch wider die modernen Charts. Er hatte Musiker wie Jon Lord, Ian Anderson und Eric Burdon geladen und liess äußerst lückenhaft in Bild und Ton die "guten alten Zeiten" Revue passieren. Die Musiker spielten unter der Leitung Man Dokis die "guten alten Songs", während so mancher Mitdreissiger in der ersten Reihe die eine oder andere Nostalgieträne vergoss und vor lauter Schluchzen zu überhören schien, dass die Rockrentner auf der Bühne meist nur auf ihren eigenen alten Lorbeeren herumtrampelten und nichts neues von sich gaben. Dabei wäre doch das eine oder andere frische "Geburtstagsständchen" eine wahrlich willkommene Abwechslung gewesen. Immerhin sass der Ton, wo er sitzen sollte und zwischendurch erschien Klaus Meine und verkündete die Reanimation der hardrockenden Scorpions. Hernach rockten die Scorpions tatsächlich wie aus der Bewusstlosigkeit erwacht - träge, meilenweit von der Ära "Animal Magnetism" entfernt. Hier wäre ausnahmsweise einmal ein Oldie angebracht gewesen. Apropo "anbringen": Darum ging es dann auch zuguterletzt. Hinter den Kulissen wurden die Taschenrechner gezückt. Während SAT 1 für die Kids zur gleichen Zeit nach Sternen suchte aber meist nur Sternchen fand, bat das ZDF die ältere Generation zur Kasse. Stolz präsentierte Gottschalk diese Zusammenstellung. 50 Jahre Rock - die versuchsweise Quintessenz eines Abends, der dem Rock und der Erinnerung daran zu neuem Leben verhelfen sollte. Wetten, lieber Thommy, dass es diesen zwei Silberscheibchen nicht gelingt, auch nur einen Rocker hinter seiner Gibson hervorzulocken? ICH als Rockfan würde eine Compilation vorziehen, die nicht die bereits asphaltierten Pfade der Musiklandschaft bereist. Lasst uns die CDs zählen, auf denen Steppenwolf geboren wurden, um wild zu sein und Bill Haley rund um die Uhr rockt, auf denen Uriah Heep schwarzgewandeten Damen und ELP einem glücklichen Mann begegnen. Wie oft werden diese Songs dem Konsumenten eigentlich noch vor den übersättigten Latz geknallt? Als Clou des ganzen Dillemmas finden sich auf "50 Jahre Rock" Gruppen wie Nickelback und The Rasmus - Kapellen, die noch nicht lange genug existieren, um die Rockgeschichte nur ansatzweise prägen zu können, deren CD- UND gleichzeitige Chartpräsenz jedoch für volle Kassen sorgen soll. Da stört es die Musikindustrie nur wenig, dass man tatsächliche Wegbereiter des Rock sang- und klanglos unter den Tisch fallen lässt - sowohl im TV als auch auf den CDs. 50 Jahre Rock feiert man anders.
Zum Beispiel präsentiert man zu solch einem Jubiläum exklusiv RARE Songs der Rockgeschichte - seltenes Livematerial oder gar Demosongs der Grossen - etwas Nichtalltägliches, etwas dem Anlass Angemessenes, etwas Besonderes. Überdies gibt es auch gegenwärtig durchaus gute, zeitlose Rockmusik. Zur Genüge. Aber welcher gutbürgerliche Radiohörer - von Sarah Conner in den betäubenden Schlaf gejault und von Xavier Naidoo aus dem erholsamen Schlaf gebetet - kennt sie? Deshalb täte - alternativ oder zuzüglich zu dem historischen Querschnitt - eine Geburtstagscompilation mit unbekannten Musikern der gegenwärtigen Rockszene einen weitaus grösseren Gefallen als Oldies, die vor allem den jungen Zuhörern zwangsläufig den Ersteindruck vermitteln MÜSSEN, es gäbe 2004 keine ehrliche Rockmusik mehr. "50 Jahre Rock" ist wohl mindestens die fünfzigste Verwurstung alter Kamellen und damit so originell wie die Witze von Fips Asmussen.


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