Profil für ArrowPen > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von ArrowPen
Top-Rezensenten Rang: 854
Hilfreiche Bewertungen: 489

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
ArrowPen
(TOP 1000 REZENSENT)   

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9
pixel
Der Schwimmer
Der Schwimmer
von Joakim Zander
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thriller aus der Feder eines Autors, der seine Hausaufgaben gemacht hat., 14. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Schwimmer (Broschiert)
Joakim Zander liefert in seinem ersten Roman einen nahezu perfekten Thriller aus der Welt der modernen Geheimdienstes ab. Die Figuren werden rasch zu glaubhaften Charakteren, deren Motive für den Leser stets nachzuvollziehen sind und tauchen nicht plötzlich - wie bei manch unglücklich geratenem Roman - aus heiterem Himmel auf.

Vorsicht Spoiler
Die elegante, prägnante Sprache zieht den geneigten Leser in ihren Bann (was ich persönlich sehr schätze), und man hat sich mit der Übersetzung wohl große Mühe gegeben - Beispiel: "Die Explosion (...) ist fürchterlich, majestätisch. Sie ist eine ganze Feldschlacht, auf einen Augenblick komprimiert."

Die Besetzung des Romans ist multi-kulturell - wir lernen Mahmoud Shammosh, einen Doktoranten an schwedischer Uni, kennen, ferner Klara Walldéen, eine hochintelligente Überfliegerin, die aktuell in Brüssel für die EU arbeitet, George Lööw, einen Lobbyisten. dessen Blick auf die große politische Karriere gerichtet ist und der mit einem äußerst heiklen Auftrag konfrontiert wird, und den Schwimmer, einen Agenten, der allein beim Schwimmen etwas innere Ruhe finden kann.

Obschon sie auf den ersten Blick wie Klischees ihrer jeweiligen Gattung erscheinen könnten, so werden sie durch Zanders Darstellungsweise zu komplexen Individuen, die absolut glaubwürdig innerhalb ihrer Sphäre agieren, wobei Zander es vermeidet, sich ausgiebig der Klischees des Genres zu bedienen.

Der Autor führt den Leser zu Schauplätzen im Mittleren Osten, Brüssel, Schweden und den USA und hat offenkundig sein Thema hervorragend recherchiert (wobei sicher hilfreich ist, daß er selbst, wenn man seiner Biographie glauben darf, als Anwalt für das EU-Parlament und die EU-Kommission gearbeitet hat.

Der Roman bewegt sich gekonnt auf zwei Zeitebenen und führt diese glaubhaft zusammen. Elegant lenkt Zander die agierenden Personen an den Rand ihres Verstandes, konfrontiert sie mit erschreckenden Szenarien, die den geneigten Leser mit einem vielleicht geschärften Blick auf die Welt der hohen Politik blicken lassen.
Spoiler-Ende

Für mich überraschend und ausschlaggebend, um diesen Roman zu lesen, waren die Meinungen in meiner Stamm-Buchhandlung - dort habe man den Roman ausnahmslos verschlungen. Alle Mitarbeiter seien begeistert davon, obschon sich deren Interessen in völlig unterschiedlichen Gebieten tummeln, wie ich aus Gesprächen weiß. Und ich wurde nicht enttäuscht. Wenn Zander so weitermacht, steht er in wenigen Jahren an der Spitze der schwedischen Spannungsliteratur.


The Children Act
The Children Act
von Ian McEwan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sprachlich wunderbar, wie stets, inhaltlich mal brisant, mal mittelmäßig, 10. September 2014
Rezension bezieht sich auf: The Children Act (Gebundene Ausgabe)
Ich liebe Ian McEwans Bücher, und zumeist lese ich sie, sobald sie erschienen sind. Darunter sind - das läßt sich wohl kaum vermeiden - einige in jeder Hinsicht großartige Romane, aber leider auch mittelmäßige.

McEwan ist ein Meister der Sprache, und er erzielt nahezu immer eine Sogwirkung... man möchte nicht aufhören zu lesen, ist gefesselt und fasziniert.

Im vorliegenden Roman - Vorsicht Spoiler - erzählt er von Fiona Maye, Richterin am High Court in London, zuständig für Familienrecht, deren beruflicher Erfolg leider im Privatleben keine Fortsetzung findet: ihre Ehe steht an einem Scheideweg. Komplikationen entstehen, als Fiona in einem Fall mit religiösem Hintergrund entscheiden muß: ein minderjähriger Junge, der den Zeugen Jehovas angehört, benötigt eine Bluttransfusion, um zu überleben, doch seine Eltern und er selbst geben an, aus Glaubensgründen dagegen zu sein.
Spoiler-Ende.

In der ersten Hälfte des mit etwas über 200 Seiten recht schmalen Buches fesselte mich McEwan mit seinen sorgfältig recherchierten Themen - gibt es wirklich "freie" Entscheidungen im Bezug auf medizinische Eingriffe? Wie arbeiten religiöse Fundamentalisten? Darf man eine Entscheidung in Glaubensfragen einem Außenstehenden überlassen? etc.

Wie stets analysiert McEwan feinfühlig die Hintergründe menschlichen Handelns. Leider nahm diese Qualität für mich in der zweiten Hälfte des Romans ab. Nachdem Fiona ihre richterliche Entscheidung fällt, nehmen die Ereignisse einen Verlauf, der mir unglaubwürdig erschien, zumal McEwan es hier scheinbar sehr eilig hat, zum Ende zu kommen. Nicht immer nachvollziehbar oder sogar zuweilen hanebüchen geschehen Dinge, trotz der schleichenden Bedrohung, die über allem liegt.

Es ist immer die Entscheidung des Autors, wie er seine Geschichte zu Ende bringt, doch hier hätte ich mir gewünscht, McEwan hätte sich mehr Zeit gelassen, die Handlungsfäden zusammenzuführen.
Dennoch bleiben mein Respekt für McEwan und meine Begeisterung für seine Sprache ungebrochen.


Bonekickers [2 DVDs] [UK Import]
Bonekickers [2 DVDs] [UK Import]
DVD ~ Bonekickers
Wird angeboten von comedyfactory
Preis: EUR 24,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweilige Archäologenaction, 14. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Bonekickers [2 DVDs] [UK Import] (DVD)
Bonekickers ist eine 6 Episoden umfassende britische Serie um ein Archäologenteam unter der Leitung von Dr. Gillian Magwilde (Julie Graham), dem zufällig archäologische Sensationen vor die Füße fallen. Mit Verve und Leidenschaft verfolgt das Team die Spuren, die aufgrund von teil hanebüchenen Zufällen dann doch wieder verschwinden... (glücklicherweise - denn die Archäologie hat eben die entsprechenden Artefakte / Personen nicht gefunden...). Neben einem, jeweils neuem, Fall pro Episode, läuft eine Storyline von Episode eins mit, die mir überaus gut gefiel.

Die Geschichten selbst stecken voller Logiklöcher und fragwürdigen Schlußfolgerungen, und man könnte sich fragen, warum ich dennoch 4 Sterne vergebe - nun, weil die Serie mir großen Spaß macht.

Sie lebt von den Figuren, die von Julie Graham, Adrian Lester, Hugh Bonneville und Gugu Mbatha-Raw mit Herzblut und Augenzwinkern dargestellt werden. Insbesondere Hugh Bonneville als britische Indiana Jones Variante mit überaus britischem Humor besticht als Sympathieträger (was diesem großartigen, hervorragend ausgebildeten Darsteller kaum schwer fallen dürfte) - "Don't mess with me, I'm an archaeologist!".

Überhaupt finden sich unter den Hauptdarstellern echte "Theatertiere", u.a. studierten Lester und Mbatha-Raw (die ich einmal in London als Ophelia erleben durfte) an der Royal Academy of Dramatic Arts und bringen ihre Fähigkeiten hier sehr gut ein. Man muß schon ein guter Schauspieler sein, um etwas derart Kurzweiliges aus einem mittelmäßigen Drehbuch zu machen.

Sie haben Spaß dabei, und dieser überträgt sich auf den Zuschauer, der die Serie allerdings auch nicht allzu ernst nehmen darf, um sie tatsächlich zu genießen. Die Serie erhebt nicht den Anspruch, Archäologie korrekt darzustellen (und tut dies auch nicht immer... ;-) ), aber sie bietet Spannung, interessante Figuren und, ja, Spaß. Allerdings ist der Preis für sechs Episoden nicht zu rechtfertigen. Hier empfiehlt es sich möglichweise über Amazon uk oder marketplace zu ordern, da zu vermuten ist, daß die DVD dort günstiger zu bekommen ist.


The Jewel House: Elizabethan London and the Scientific Revolution
The Jewel House: Elizabethan London and the Scientific Revolution
von Deborah E. Harkness
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ethnographie der frühen Wissenschaften..., 10. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
In ihrem hervorragend recherchierten und hochwissenschaftlichen Sachbuch über die Elizabethanische Zeit im Hinblick auf Wissenschaft, öffnet die Autorin dem geneigten Leser die Augen in vielfacher Weise – sie führt ein in eine Epoche, die gerade hungrig nach Wissen war. Neben den üblichen Quacksalbern, Aberglauben-Hörigen und Geldmachern fand man eine Vielzahl von ernsthaft am Wissen interessierten Physikern, Herbalisten, Chemikern, Technologen, Medizinern, etc.

Die Autorin führt in die verschiedenen Richtungen ein, stellt dem geneigten Leser berühmte Persönlichkeiten vor, bietet interessante Interpretationen dieser Personen an und zeigt eloquent auf, wie wichtig die Wissenschaft damals für das Prosperieren des Reiches war und welch enormen Einfluß sie auf die Gesellschaft hatte. Und – dieses Vergleichs kann man sich kaum erwehren – heute noch hat.

Es gelingt der Autorin mit Bravour, dem geneigten Leser zu zeigen, welche aufregende und großartige Zeit die Epoche der frühen modernen Wissenschaft war. Ich kann dieses Buch jedem Wissenschafts-Neugierigen empfehlen, der hinter die Kulissen dieser erregenden Zeit blicken möchte.


City of Heavenly Fire (The Mortal Instruments, Band 6)
City of Heavenly Fire (The Mortal Instruments, Band 6)
von Cassandra Clare
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,95

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Schade um verpaßte Möglichkeiten..., 8. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich muß gestehen, ich lese selten Romane, die man der "Young Adult"-Szene zuordnet, doch das Thema Nephilim sprach mich an, und nach dem ersten Roman der Reihe war ich gefesselt und konnte es nicht abwarten, bis der abschließende Teil endlich herauskam - Cassandra Clare hat ihre Leser lange warten lassen...

Leider kühlte meine Vorfreude hier doch etwas ab (die begeisterten Fans mögen mir verzeihen).

Vorsicht Spoiler.

Clare führt zum einen eine Vielzahl von neuen Charakteren ein, die wohl die Hauptrollen in den kommenden Romanen spielen werden, deren erster Teil an Ende des Buches angekündigt wird (The Dark Artifices, Lady Midnight, Erscheinungsdatum Herbst 2015).
Nachdem ich das Kernteam der Shadowhunter (Jace, Alec, Isabelle, Clary) und ihre Verbündeten (Magnus, Simon, Luke, Jocelyn) in den ersten Büchern liebgewonnen hatte, rissen mich "die Neuen" wiederholt aus der Geschichte heraus, zumal ich nicht wirklich eine Beziehung zu ihnen aufbauen konnte und kein Interesse an ihnen entstand. Meines Empfindens nach mangelt es ihnen an Tiefe, die in den ersten Mortal-Instruments-Bänden beim "Kernteam" eingeführt wurde. Es wäre zu hoffen, daß Cassandra Clare dies in der neuen Romanreihe nachholt.

Zwischenzeitlich drängte sich mir der Gedanke auf, ob dieser Band nicht primär Werbung für diese neue Reihe darstellen sollte, zumal es, leider, auch den von mir geliebten Charakteren wiederholt an Tiefe mangelt... Die Schilderung ihrer Erfahrungen, bzw. die Intensität dieser Schilderungen, schwankt in meinen Augen sehr. Es finden sich Szenen, in welchen die Figuren absolut "in character" und in sich stimmig erscheinen, und dann wieder habe ich den Eindruck, als hätte die Autorin die Verbindung zu diesen Figuren zwischenzeitlich verloren, zugunsten der "Neuen".

Persönlich zieht es mich sehr zu den zerrissenen Figuren, wie Jace, doch auch bei ihm fehlten mir in diesem Buch Nuancen, die ihn mit mehr Persönlichkeitszügen ausgestattet hätten, um manche seiner Handlungen / Reaktionen zu erklären.

Bei den "Bösen" ist es, meiner Meinung nach, nicht anders. Sebastian geriet in meinen Augen fast schon zur Karikatur eines Despoten, so plakativ, so eindimensional "böse" (wobei er in City of Glass oder City of Lost Souls mit viel mehr Facetten durchsetzt war), daß er mich leider nicht überzeugte, was ich unendlich schade fand.

Ferner fielen mir mehrere Logiklöcher und Ungereimtheiten auf (gehören Verhütungsmittel zur Grundausstattung von Shadowhuntern? Daß eine der Hauptfiguren auf einer Selbstmordmission da 'was dabei hat, fand ich, sagen wir außergewöhnlich. Es ist natürlich wichtig, in einer Zeit, in welcher z.B. das Thema Aids häufig vergessen wird, an Verhütung zu denken, doch an dieser Stelle in der Handlung fand ich es unglaubwürdig). Daß Jace und Clary sich bei Berührungen sehr zurückhalten müssen, weil Jace sonst Gefahr läuft, sie aufgrund des in ihm lodernden Engelsfeuers zu verletzen, hätte spannender aufgelöst werden können. Das Konzept, daß Liebende nicht zueinander finden können, weil sonst Katastrophales passiert, ist nicht neu, bietet aber viele Möglichkeiten eines Plots im Plot. Die Lösung dieser Situation fand ich uninspiriert.

Andererseits findet man einige sehr schöne Szenen, z.B. erfährt der geneigte Leser, wie Clary zu ihrem ersten "richtigen" Schwert kommt und warum es für sie geschaffen ist, verfolgt gebannt ein Duell zwischen Sebastian und Jace, das spannender kaum sein könnte, und das mehr ist als das bloße Kollidieren von Klingen und ist berührt von einem bewegenden Gespräch zwischen Clary und Jace, in welchem sie ihm von einem Erlebnis mit Sebastian erzählt.
Insgesamt, jedoch, fand ich zu wenige Szenen dieser Tiefe im Roman. Auch das finde ich, um mich zu wiederholen, sehr, sehr schade.

Spoilerende.

Ich hatte auf mehr gehofft, und muß zugeben, daß ich enttäuscht war. Vielleicht muß ich es nochmal lesen, vielleicht alle Bände hintereinander weg, und vielleicht wird der Effekt dann ein anderer sein. Ich wünsche trotzdem jedem Fan viel Spaß beim Lesen!


Coriolanus: Donmar Warehouse (Modern Plays)
Coriolanus: Donmar Warehouse (Modern Plays)
von William Shakespeare
  Taschenbuch
Preis: EUR 13,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Aufführung des Donmar Warehouse im Winter 2013, 26. Juli 2014
Diese Version des erst nach seinen Lebzeiten veröffentlichten Meisterwerks von Shakespeare wurde im letzten Winter im renommierten Londoner Donmar Warehouse aufgeführt und zeigte so ausgezeichnete Darsteller wie Tom Hiddleston in der Titelrolle, Hadley Fraser (eine bekannte Musicalgröße des Westend) als Aufidius, Mark Gatiss, der vielen als Sherlock's Bruder Mycroft aus der aktuellen BBC-Serie bekannt sein dürfte, als Menenius, sowie die überaus talentierte Deborah Findlay als Mutter und die aus Borgen bekannte Birgitte Hjort Sørensen als Ehefrau des Titelhelden.

Wer das Glück hatte die Aufführung live im Theater oder in der Kinoübertragung Ende Januar zu sehen, erlebte eine dramatische, blutige, tragische Reise einer Kampfmaschine, die Caius Marcius Coriolanus zweifelsohne ist, zumal man als Zuschauer/Leser zunächst wenig über sein Innenleben erfährt - ergeht er sich doch kaum in Monologen, wie zum Beispiel Hamlet. Er ist nicht wirklich sympathisch, wirkt häufig faschistisch, ist überaus stolz und dennoch selten bereit, sich der Ausbeutung oder Verleumdung anderer zu bedienen. Das macht ihn zu einem sehr facettenreichen Charakter, der sich dem geneigten Leser nur langsam erschließt.

Diese Fassung kann als Alternativversion zum Originaltext gesehen werden, und wer von diesem Stück im Original begeistert war, hat hier die Möglichkeit, zu vergleichen.
Die vorliegende Ausgabe ist optisch schön aufgemacht und zeigt das beeindruckende Plakat des Donmar anläßlich der Aufführung.


Book of Life (All Souls Trilogy 3)
Book of Life (All Souls Trilogy 3)
von Deborah Harkness
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Reise endet..., 25. Juli 2014
Endlich, nach einer zu langen Wartezeit, ist der Abschluß der Trilogie um Diana Bishop und Matthew Clairmont erschienen – und sie enttäuschte mich in keiner Weise. Nachdem die beiden ersten Romane sehr unterschiedlich waren (der erste eher moderne Urban-Fantasy, der zweite historische, übernatürliche Geschichte), war ich sehr gespannt, wohin Deborah Harkness ihre Leser im dritten Roman führt.

Erneut erfreut sich der geneigte Leser an historisch korrekten Details (zumal Deborah Harkness als Geschichtswissenschaftlerin und –dozentin mit mehreren akademischen Abschlüssen ihr beträchtliches Wissen einfließen läßt), am exakten Lokalkolorit und einer wunderbar vielschichtigen Sprache.

Auch treten – Vorsicht Spoiler – vertraute Figuren auf, wie zum Beispiel Matthews keltischer Cousin Gallowglass, dessen Geschichte mich sehr berührte. Auch begegnen wir historischen Persönlichkeiten, wie Elizabeth I, Steven Procter oder Walter Raleigh. Die Art, in welcher Harkness diesen Personen Leben einhaucht, gefällt mir ausgesprochen gut, vor allem, da sie glaubwürdig erscheinen. In manch einem historischen Roman ist das dem Autor nicht gelungen.

Die Geschichte beginnt dort, wo der zweite Band endete, und führt Diana und Matthew zurück in die Gegenwart. Und endlich, nach spannungsgeladenen, facettenreichen und aufwühlenden Ereignissen, gilt es, dem Geheimnis von Ashmole 782 auf der Spur zu bleiben, welches sie durch faszinierende Orte in Europa führt. – Spoilerende –

Die Autorin verbindet meisterhaft Geschichte mit moderner Wissenschaft, läßt unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinanderprallen, was ich in einem Roman, der viele wichtige Figuren enthält, nicht als einfach erachte, und fesselt den geneigten Leser mit einer Geschichte, die in meinen Augen einen wunderbaren Abschluß der Trilogie darstellt, die jedoch auch Spaltungspotenzial besitzt, zumal sie manche Fäden aufnimmt, andere nicht weiter verfolgt… Persönlich bedaure ich es sehr, von den Charakteren Abschied nehmen zu müssen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 30, 2014 7:17 PM MEST


Die Chance
Die Chance
von Stewart O'Nan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte einer Liebe und ihrer Dämonen..., 18. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Chance (Gebundene Ausgabe)
Stewart O'Nan fiel mir erstmals mit seinem Roman "Alle, alle lieben dich" auf, und da war ich schon, sagen wir, spät dran, diesen herausragenden Autor zu entdecken. Der Segen der späten Entdeckung war dann, daß ich gleich mehrere Bücher lesen konnte, herrlich.

In seinem neuesten Werk, das in sehr guter Übersetzung vorliegt, erzählt O'Nan auf knapp 200 Seiten von der Ehe der Fowlers. Sie sind etwa dreißig Jahre verheiratet, so gut wie pleite und nicht eben das glücklichste Paar vor dem Herrn. In nicht ganz einwandfreiem Zustand flüchten sie gewissermaßen an jenen Ort, wo sie dereinst ihre Hochzeitsreise verbracht haben, an die Niagarafälle. Was sonst sollte man in einer solchen Situation auch tun?

Und nun nimmt der Autor den geneigten Leser mit in die Tiefen dieser langen Ehe, seziert, jedoch ohne jemals boshaft oder entblößend zu sein, seine Protagonisten. Überaus detailreich, mit feinem Humor und mit bemerkenswerter Beobachtungsgabe, die O'Nan auszeichnet, beleuchtet er Unsicherheiten, Enttäuschungen, Illusionen, Wunden des Paares. Welche Chance könnte es geben, aus den Schwierigkeiten herauszukommen?

Beim Lesen konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, und da es, für meine Maßstäbe, recht kurz ist, habe ich es an einem Vormittag verschlungen. Keine Minute davon habe ich bereut. Und ich freue mich schon auf weitere Romane aus der Feder dieses außergewöhnlichen amerikanischen Autors.


Olivas Garten: Roman
Olivas Garten: Roman
von Alida Bremer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios, anrührend, südländisch..., 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Olivas Garten: Roman (Gebundene Ausgabe)
Alida Bremer übersetzt seit Jahren Autoren aus dem ehemaligen Jugoslawien und legt hier ihren ersten Roman vor, der auf jeder Seite überzeugt.

Eine in Deutschland lebenden Kroatin erbt den Olivenhain ihrer Großmutter Oliva und reist an die Adriaküste, nach Vodice, um die notwendigen Angelegenheiten zu regeln. Neben praktischen Schwierigkeiten mit kroatischem "Papierkram", entdeckt sie Geschichten ihrer Familie...

Was gewissermaßen als Reisebericht beginnt wandelt sich zu einem Familienroman, der den geneigten Leser tief berührt, nachdenklich stimmt und auch zum Lachen bringt, während er von den sinnlichen Schönheiten der Adriaküste, der Lebensleidenschaft der Kroaten, der Stärke der Frauen der Familie und blutigen Kriegsmomenten berichtet...

Für mich ein zutiefst bewegendes Buch, erzählt in einer schönen, klaren Sprache, authentisch "kroatisch", aus dem Leben gegriffen. Die Menschen sind, wie das vom Krieg gebeutelte Land, vielschichtig beschrieben und wuchsen mir sofort ans Herz. Ich hoffe, dies ist nicht der letzte Roman der Autorin.


This House is Haunted
This House is Haunted
von John Boyne
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,70

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassischer Grusel, 9. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: This House is Haunted (Taschenbuch)
John Boyne nimmt sich hier eines typisch englischen Genres an und transportiert den geneigten Leser in eine typische Gothic Horror Geschichte.

Der Plot ist schnell erzählt: Die knapp zwanzigjährige Londonerin Eliza Caine verliert ihren Vater unverhofft und muß sich nun im England des späten 19. Jahrhunderts eine Stellung suchen. Sie findet diese in einer Annonce, die sie als Gouvernante / Lehrerin nach Norfolk ruft.
Schon bei ihrer Ankunft im nicht gerade gewöhnlich zu nennenden Herrenhaus geschehen merkwürdige Dinge, und während Eliza versucht, die Hintergründe zu beleuchten, wird sie mit weiteren Seltsamkeiten konfrontiert und gerät mehr als einmal in Gefahr.

Sprachlich einwandfrei und vielfältig, ist dieser Roman ein Fest für jeden Liebhaber klassischer Spannungsliteratur. Ich habe ihn an einem Abend verschlungen - bei Kerzenlicht und Gewitter... an Schlaf war danach kaum noch zu denken... ;-)


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9