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ArrowPen
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Agincourt: The King, the Campaign, the Battle
Agincourt: The King, the Campaign, the Battle
von Juliet Barker
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,22

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schlacht von Azincourt - lebendig und packend, 17. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Juliet Barkers hervorragend recherchierte Aufzeichnung der bekannten Schlacht bei Azincourt 1415 überzeugte mich in jeder Weise. Nicht nur versteht die Autorin, übrigens weltweit anerkannte Expertin auf dem Gebiet des mittelalterlichen Turnierkampfes in England, Fakten und Anekdoten zu einem harmonischen Bild zu verknüpfen (und diese jeweils entsprechend zu identifizieren), nein, sie schreibt auch derart unterhaltsam, daß ich das Buch kaum aus der Hand legen mochte.

Shakespeare-begeistert, wie ich bin, liebe ich des Barden Stück über Henry V, und es ist erstaunlich, welche Parallelen zwischen fiktivem Theaterstück und der realen Schlacht bestehen (bei allen Unterschieden).

Juliet Barker berichtet, was bei Schlachten dieser Tragweite ungemein wichtig ist, wie es dazu kam und geht bis in die Jugendzeit Henrys und der Schlacht bei Shrewsbury zurück, erklärt die Probleme in den Reihen des französischen Adels, die maßgeblich zu dessen großen Verlusten beitrugen, und läßt den Leser an den Folgen teilhaben. Ferner läßt sie biographische Vignetten der Beteiligten einfließen, was an dieser Stelle unentbehrlich scheint. Der geneigte Leser lernt viele Details über mittelalterliche Kriegsführung, Kosten einer solchen Kampagne, Rittertum, Politik - und das, ohne jemals aus dem Auge zu verlieren, daß Kriege von Menschen geführt werden.

Dieses Buch kann ich jedem, der an mittelalterlicher Geschichte und einer der wichtigsten Schlachten des 15. Jahrhunderts interessiert ist, wärmstens empfehlen. Ich selbst werde es gewiß wieder lesen.


Thor (+ DVD) [Blu-ray]
Thor (+ DVD) [Blu-ray]
DVD ~ Chris Hemsworth
Wird angeboten von mySWOOOP® GmbH i.G.
Preis: EUR 15,99

42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwei Brüder im Konflikt mit ihrem Vater oder - THOR, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Thor (+ DVD) [Blu-ray] (Blu-ray)
Qualitativ hochwertige Filme sollten gesehen werden. Auch wenn diese Qualität primär in den Bereichen Spaß und Action beheimatet ist, jedoch auch überraschende Tiefe besitzt - die den geneigten Zuschauer nicht mit einem Hammer übergebraten wird. Man ist gefragt, seine Antennen dafür auszurichten und offen zu sein für die Vielschichtigkeiten dieses Films. Thor ist Popcorn-Unterhaltung mit Tiefgang, Humor und Abenteuer und mit ungemein attraktiven, sympathischen Helden (und einem ebenso charismatischen Antagonisten).

Für mich gibt es viele Gründe, diesen Film zu lieben. Er erzählt neben allen Comic-Inhalten die Geschichte zweier Brüder und ihrer Probleme mit dem Vater (und es spielt zunächst keine Rolle, daß sie keine leiblichen Brüder sind - ihre Emotionen, Verbindungen und Schmerzen sind eben jene, die unter Geschwistern zu finden sind. Brüder müssen nicht unbedingt dem gleichen Genpool entstammen).
- Vorsicht Spoiler -

Ein Bruder folgt dem Weg seines Vaters, vermeintlich, während der andere mit dessen Wünschen im Konflikt steht. Nicht, daß dies eine neue Geschichte wäre. Sie wurde unzählige Male erzählt, beginnend in der Antike bis heute. Es ist eine Geschichte... so alt wie die Zeit selbst.

Thor nimmt uns mit in die Welt antiker Mythologie, in die Welt von Legenden und alter Religion - und wieder zurück auf die Erde, denn unsere Welt ist (folgen wir den nordischen Sagen) verbunden durch eine magische Brücke, dem Bifröst, mit Asgard, der Heimat der Götter. Über diese Brücke gelangt ein junger Mann auf die Erde, verwirrt, verloren und wütend - Thor (Chris Hemsworth). Jane Foster (Natalie Portman), eine brilliante Astrophysikerin, und ihre Mitstreiter Erik Selvig (Stellan Skarsgård) und Darcy Lewis (Kat Dennings) stolpern im Nichts der nächtlichen Wüste buchstäblich über ihn und schaffen ihn in ein Krankenhaus. In ihrer Eile erleben sie nicht mehr, wie Thors Hammer nicht weit entfernt aufschlägt. Sie wissen auch nicht, daß sie den Sohn eines Gottes aufgelesen haben und daß dieser von seinem Vater Odin (Anthony Hopkins) verbannt wurde. Denn Thor hatte sich den göttlichen Allvater widersetzt und damit sein Anrecht auf Macht und Thron an seinen Bruder Loki (Tom Hiddleston) verloren.

Wieder bei Bewußtsein und sich allmählich auf der Erde zurechtfindend, realisiert Thor langsam was tatsächlich in Asgard geschieht - nämlich, daß sein Bruder ein erfolgreiches Netz von Intrigen spinnt, in dem sich sowohl Thor als auch sein Vater verfingen. Der gefallene Gott benötigt die Hilfe der Menschen, um seine Kraft, derer ihn sein Vater beraubte, wiederzufinden, während sich ihm Men in Black und der Verräter Loki in den Weg stellen.

Mit seiner epischen Hintergrundgeschichte erleben wir hier eine Tragödie von shakespeare'scher Breite. Und wer könnte dieses Material besser umsetzen, als der jüngst mit dem Ritterschlag ausgezeichnete Experte auf dem Gebiet der Shakespeare-Verfilmungen: Sir Kenneth Branagh. Er ist bekannt für seine atemberaubenden Regiearbeiten und berührende Schauspielkunst, z.B. aus Henry V, Hamlet, Viel Lärm um Nichts, Mary Shelley's Frankenstein oder Schatten der Vergangenheit. Mit Anfang zwanzig trat er der Royal Shakespeare Company bei und gewann zweimal den renommierten Olivier-Award.

Betrachtet man die komplexe Mythologie, die in Thor angerissen wird, macht es überaus Sinn, daß dieser Shakespeare Kenner die Zügel dieser Produktion in die Hände nahm. Die Intrigen und Subtexte könnten sinngemäß auch aus Hamlet oder Henry IV stammen. Sie sind episch - nicht zuletzt, weil die Charaktere in vielerlei Weise mit ihren mythologischen Wurzeln verbunden sind. Und sich Fragen stellen, welche die Menschheit (und wohl auch Götter, wie man meinen möchte) seit Urzeiten bewegen: Wer bin ich? Welches ist die Reise, die ich unternehmen muß?

Diese Fragen sind, so finde ich, universell. Wir finden sie im Sediment unzähliger Heldengeschichten, in alten Mythologien und im Herrn der Ringe. Und in Thor.

Wir lernen zwei sich nahestehende Brüder kennen, die dennoch nicht unterschiedlicher sein könnten. Beide lieben den Vater. Aber einer von ihnen muß schmerzlich herausfinden, daß er auch noch etwas anderes ist - nicht der leibliche Sohn. Nicht mehr der Mann, der er zu sein glaubte, sondern etwas Monströses. Bin ich verflucht?!" fragt er verzweifelt den Allvater. Was bin ich?"
In den nordischen Legenden ist Loki, eben dieser Bruder, der Gott des Feuers, der Lüge und der Tricks. Ein Intrigant, über dessen Motive man sich nicht immer im Klaren sein kann. Es könnte durchaus sein, daß hinters Lokis Plänen gute Absichten stecken, zumal er durchaus als Helfer auftritt - eine Ambiguität, mit der dieser Film spielt.

Er wird in Thor von Tom Hiddleston dargestellt, der für mich die Sensation dieses Films ist. Der Londoner Hiddleston absolvierte eine hervorragende Ausbildung an der Universität Cambridge und der Schauspielschule schlechthin, der Royal Academy of Dramatic Arts, zu deren Absolventen Schauspielgrößen wie Peter O'Toole, Alan Rickman, Michael Sheen, Ralph Fiennes, Anthony Hopkins und auch Kenneth Branagh gehören. Tom Hiddleston gewann 2008 den Olivier Award als bester Newcomer und zeigte jüngst in mehreren Shakespeare Verfilmungen der BBC (The Hollow Crown, für jeden Shakespeare Liebhaber heiß zu empfehlen) welche schauspielerische Kraft dieser junge Mann zu entfalten vermag. In einigen Jahren wird niemand mehr an diesem überaus begabten Darsteller vorbei kommen. Schon jetzt ist er für mich, neben Michael Fassbender und Benedict Cumberbatch, einer der besten Akteure seiner Generation.

Tom Hiddleston verleiht Loki Adel und Grazie - und eine bewegende Tiefe, die man in einem Comic-Blockbuster nicht erwartet. Wir lernen einen gequälten und verstörten jungen Mann kennen, der redefinieren muß, wer er ist und wem gegenüber er loyal sein möchte und der dann doch den Vater verrät und damit seinen Platz und sein Zuhause aufs Spiel setzt. Wir verstehen seine Motive sogleich... und die Einsamkeit, die ihnen vorangeht. Hiddleston sprach zunächst für die Rolle des Thor vor, und es ist ein Glücksfall für den Film, daß er den Bruder spielt.

Denn er ist die perfekte Antithese zu Thor, dem Gott des Donners, des Sturms, der Arbeit und der Schlacht. Seine Waffe ist der Hammer Mjölnir, geschmiedet im Herzen eines sterbenden Sterns. Als Mann von kolossaler, manchmal schwer zu kontrollierender Kraft, wird er vom überaus sympathischen, hünenhaften Australier Chris Hemsworth verkörpert, dem es gelingt, das Publikum mühelos auf seine Seite zu ziehen. Eine großartig funktionierende Kombination aus jugendlichem Starrsinn, imperialem Stolz, komischem Timing und emotionaler Tiefe. Man möchte ihm zunächst eine kräftige Ohrfeige verpassen und kann dann doch nicht anders, als ihn mit ganzem Herzen zu mögen. Hemsworth ist ein wunderbarer Sympathieträger mit unglaublicher physischer Präsenz, und dennoch wird er in meinen Augen von Hiddleston und Hopkins überstrahlt. Hopkins` königliche Würde dient dem Film in vortrefflicher Weise und verleiht den Dialogen jene Shakespeare-ähnliche Qualität, die diesen Film vom einfachen Blockbustertum in die Liga eines Erste-Klasse-Abenteuers erhebt. Man glaubt Anthony Hopkins ohne jeden Zweifel, daß dieser Mann das Universum regiert.

Unglücklicherweise bekommen die anderen Darsteller, darunter Natalie Portman und Stellan Skarsgård, nicht viel zu tun und sind etwas unterfordert. Aber - daß sie einen Riesenspaß bei den Dreharbeiten gehabt haben müssen, ist ihnen absolut anzusehen. Dem geneigten Zuschauer seien die zusätzlichen Szenen der Blue-Ray empfohlen, wo man z.B. Skarsgård bei einem Wikinger-Trink-Gelage erleben darf - zwar auf eine Erden-Kneipe zugeschnitten, aber nicht minder feuchtfröhlich. Und Skarsgård, der als Schwede durchaus von Wikingern abstammen könnte, genießt die Szene sichtlich.

Thor ist die Geschichte einer dysfunktionalen Familie in Kriegszeiten, mit einer übermächtigen Vaterfigur, innovativen Kriegern und rivalisierenden Geschwistern, die um ihres Vaters Zustimmung und Liebe ringen - und um Macht. Es ist die Geschichte eines Mannes, der bar seiner Kraft die eigene Demut und Würde auf seiner Reise von einem Teil des Universums zum anderen entdeckt.
Obgleich wir bewundernswerte Kulissen (vieles, wie z.B. der atemberaubende Thronsaal, wurde tatsächlich gebaut!) und Special Effects erleben, so berühren doch am meisten die stillen Momente zwischen Vater und Sohn, zwischen einem Mann und seinen Gefährten, zwischen Bruder und Bruder... und gerade in jenen Szenen liegt eine wunderbar greifbare Authentizität, die den großartigen Schauspieltalenten zu schulden ist. Man nehme dazu Tempo, Witz, Action... und dann genießt man ein Abenteuer höchster Güte. Was mehr kann man sich wünschen?
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 25, 2014 2:57 PM MEST


The Hollow Crown Series 1 [4 DVDs] [UK Import]
The Hollow Crown Series 1 [4 DVDs] [UK Import]
DVD ~ Tom Georgeson
Wird angeboten von sent2u
Preis: EUR 18,99

48 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer Shakespeare liebt kommt an The Hollow Crown nicht vorbei - ein Meisterwerk, schon jetzt ein Klassiker, 7. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Serie The Hollow Crown, die von der BBC im vergangenen Jahr ausgestrahlt wurde, ist aus meiner Sicht aktuell die beste Verfilmung der vier zusammenhängenden Stücke Richard II, Henry IV Teil 1 und 2, sowie Henry V. Shakespeare erweist sich einmal mehr als Genie in der Darstellung komplexer politischer Zusammenhänge und ihrer Auswirkungen auf alle Teile der Gesellschaft. Mehr noch, sie sind auch jenen verständlich, die keinen akademischen Hintergrund aufweisen, zumal Shakespeare für das ganze Volk schrieb. Oft im Auftrag der Oberschicht, aber aufgeführt wurden die Stücke vor einem gemischten Publikum, dessen gros das gemeine Volk bildete, das im Globe Theatre in der Mitte Stehplätze ergattern konnte.

The Hollow Crown schildert einen Teil der Geschichte des Vereinigten Königreiches, zum einen die Herrschaft eines unfähigen, jungen Königs, Richard II, der erst mit den Folgen seiner Absetzung zum Mann reift und Klugheit erlangt, als es schon zu spät ist. Zum anderen die Geschichte des Mannes, der Richard absetzte, Henry Bolingbroke, der als Henry IV während seiner Regentschaft unter Schuldgefühlen leidet, die ihn letztendlich zerfressen. Ferner wird die Geschichte von Prince Henry erzählt, genannt Hal, der als King Henry V einen der größten militärischen Siege Englands herbeiführen wird, die Schlacht von Azincourt 1415, in welcher ein kleines, von Krankheiten gebeuteltes, englisches Heer eine um ein Vielfaches überlege, französische Armee in die Knie zwang.

Man kann alle Filme bzw. Stücke separat genießen, jedoch ist ein absoluter Hochgenuß dies quasi als Zyklus zu tun und die Wandlung der Charaktere am Stück" zu verfolgen (sofern man die Zeit aufbringen kann - wenigstens einmal sollte man sich diese nehmen).

Lassen Sie mich, geneigte Leser, zunächst etwas zu Richard II sagen - Richard ist kein sympathischer Mann, nein, vielmehr erscheint er über lange Strecken wie ein verwöhntes, narzißtisch gestörtes Kind, das es gewohnt ist, seinen Willen zu bekommen, ohne auch nur einen Gedanken an die Konsequenzen zu verschwenden. Als er jedoch mit der Konfiszierung der Güter des verstorbenen Duke of Lancaster den Bogen überspannt (um einen Feldzug zu finanzieren) und dessen verbannten Sohn um sein Erbe betrügt, beginnt er sein eigenes Grab zu schaufeln. Eben dieser, Henry Bolingbroke, kehrt nach England zurück, um sein Erbe zu beanspruchen. Ihm wird jedoch rasch von den Noblen des Landes, die des Königs überdrüssig sind, die Krone angetragen. Bolingbroke bekräftigt wiederholt, allein wegen seiner Ländereien zurückgekehrt zu sein - aber... ist er das?

Shakespeare läßt in wunderbare Weise offen, welche Beweggründe den jungen Mann tatsächlich bewegen, und das ist eines der vielen Talente Shakespeares. Wir finden häufig Doppeldeutigkeiten, die Interpretationsraum lassen (und dem Barden das eine oder andere Mal den Hals gerettet haben dürften). Großartig!

Es kommt, wie es kommen muß - man zwingt den jungen König zur Abdankung. Bolingbroke wird König Henry IV, Richard II in Gefangenschaft ermordet.

Ein junger Darsteller, der jetzt schon zu den besten seines Fachs zählt, Ben Whishaw, spielt den jungen König in einer Weise, die unter die Haut geht. Es gelingt ihm, in mir Sympathien für diesen König zu entfachen, der abscheuliche Dinge tut. Als er aber am Ende einen unschönen und würdelosen Tod stirbt, empfinde ich doch Mitgefühl für ihn. Whishaw vollzieht eine Gradwanderung und macht diesen Mann dem Publikum verständlich. Noch gilt Whishaw wohl noch als Geheimtipp (obschon er die Rolle des Q in der Bond Reihe ergattern konnte), aber das wird sich, wenn er so weitermacht, gewiß ändern.

Vom Hauptdarsteller abgesehen, versammelt sich in Richard II die Elite britischer Schauspielkunst - David Suchet, Rory Kinnear, Patrick Stewart, James Purefoy, Lindsay Duncan, David Morrissey...

... noch mehr Mitglieder dieses Clubs finden wir in den Folgestücken:

Henry IV wird verkörpert von Jeremy Irons, über den im Grunde nichts mehr gesagt werden muß. Irons ist einer der besten Darsteller, die es auf der, an hervorragenden Schauspielern nicht armen, Insel gibt. Sein Henry ist ein gebrochener Mann, auf dessen Schultern die Last der illegitim erlangten Krone schwer wiegt und der eine Rebellion seiner früheren Gefährten niederzuringen hat. Weiter gebeutelt ist er von der Sorge um die Regierungskompetenz seines Sohnes Henry, genannt Hal, der sich - ganz rebellischer Teenager - lieber in Kneipen herumtreibt und mit zwielichtigen Leuten verkehrt. Eine dieser Gestalten ist eine der interessantesten Figuren, die Shakespeare je ersann: Sir John Falstaff. Ein Lebemann, dessen Lust auf Wein, Essen, Frauen in seiner fetten Erscheinung mehr als sichtbar ist. Er ist zwar ein Ritter, aber auch ein Lügner, Dieb, Verleumder. Doch er besitzt etwas, das ihn immer wieder rettet: Charme, den er gezielt einsetzt - er versteht es, sich aus Situationen herauszureden, und sein Humor nimmt seinen Aussagen häufig die Spitze. Ferner ist er sehr klug. Was Shakespeare ihn z.B. vor einer Schlacht über Ehre sagen läßt, ist überaus treffend: "What is honour? A word. What is that word honour? Air. A trim reckoning. Who hath it? He that died o'Wednesday. Doth he feel it? No. Doth he hear it? No." Brilliant.

Falstaff verläßt sich auf seine Freundschaft zum Prinzen von Wales, Hal, mit dem er um die Häuser zieht. Und tatsächlich könnte man glauben, daß die beiden aus gleichem Holz geschnitzt sind und des Königs Sorge um sein Reich berechtigt ist. Doch so ist es keinesfalls. In Prince Hal vollzieht sich über die Länge des Stückes eine Wandlung. Er wird erwachsen. Er wird allmählich zum Prinzen und sich seiner Verantwortung bewußt. Schon früh gibt uns Shakespeare eine großartige Szene - für mich eine der eindrucksvollsten, die der Barde jemals verfaßt hat - ein Stück innerhalb des Stückes. Hal wird zu seinem Vater zitiert, und Falstaff schlägt vor, die erwartete Zurechtweisung zu proben. So spielt Falstaff zunächst den König und Hal sich selbst, bis die Rollen wechseln und Hal den König spielt und Falstaff den jungen Prinzen (übrigens gibt hier Tom Hiddleston, der Hal spielt, eine geniale Impression von Jeremy Irons). Man sieht, wie in dieser Szene Hals Veränderung beginnt - er kündigt Falstaff an, daß er sich von ihm lossagen wird (was dieser ignoriert), was er am Ende, zum König gekrönt, auch tut, als würde eine Schlange ihre nicht mehr passende Haut abstreifen.

So ist Henry IV eine Studie der Bürden der Macht und des Erwachsenwerdens eines jungen Prinzen. Und erneut ausnehmend gut besetzt. Neben Jeremy Irons spielt Tom Hiddleston. Und er ist in der Tat eine Offenbarung. Hiddleston zählt für mich neben Benedict Cumberbatch und Michael Fassbender zu den besten Darstellern seiner Generation, mit einem Charisma, das mich nicht wenig an jenes der Hollywoodstars einer glamouröseren Ära erinnert - wann immer er die Szene betritt, ist es schwer, das Auge von ihm zu wenden. Und das ist nicht allein seinem Charme zu schulden. In einer Industrie, der es an gutaussehenden Gesichtern nicht mangelt, wäre dies wenig bedeutsam. Vielmehr ist es jene Art von Charisma, die den Zuschauer in kaum merklicher Art in den Bann schlägt, weil es aus der Leichtigkeit und Glaubwürdigkeit erwächst, die Hiddleston entfaltet, und sich verdichtet zu einer Präsenz, die man glaubt greifen zu können. Bewegend, mit Humor und Klugheit spielt Tom Hiddleston den jungen Prinzen, die komplexe Sprache vollendet beherrschend. Es ist eine Wonne.

Simon Russel Beale ist der vielleicht beste Falstaff, den ich mir vorstellen kann. Unglaublich vielschichtig, voller Details in Gestik und Mimik. Und vor allen Dingen spricht er die Sätze völlig natürlich, eine Schauspielstunde, wie man diesen Text sprechen kann - verständlich und bewegend. Neben ihm stehen u.a. Julie Walters, James Laurenson, Joe Armstrong und Michele Dockery.

Ein wunderbarer Geniestreich ist dann - als Abschluß und Krönung - Henry V. Der Geniestreich: den gleichen Schauspieler als Henry V zu verpflichten, so daß dessen Wandlung noch deutlicher wird (ein Glücksfall, daß Hiddleston verfügbar war, denn zunächst war er allein für Henry IV verpflichtet). Außerdem sitzt diesmal eine Frau auf dem Regiestuhl und bringt neue Aspekte in einen sehr bekannten Stoff.

Neben Hamlet ist Henry V mein liebstes Stück des William Shakespeare (obschon das schwer zu sagen ist, da ich berauscht bin von Shakespeare. Immer und immer wieder - wie der geneigte Leser hier gewiß schon bemerkt hat). Nicht nur, daß wir hier einige der wunderbarsten Passagen finden (allein "once more unto the breach, dear friends, once more", we happy few" sind ein Genuß ohne Gleichen), Shakespeare zeigt uns auch, wie Kriege geführt werden - und um welchen Preis.

König Henry, bestrebt, sich auf den Thron entgültig zu legitimieren und seine Regentschaft zu Englands Ruhm zu führen, läßt sich den Erbanspruch auf den französischen Thron von höchster Stelle bestätigen, ehe er, u.a. gereizt vom Spott des Dauphin, gen Frankreich zieht. Schnell hat er die Stadt Harfleur eingenommen und eröffnet dem Herrn der Stadt was geschehen wird, so er Harfleur nicht ausliefert: wir hören hier einige der grausamsten Zeilen, die man sich vorstellen kann: "in a moment look to see the blind and bloody soldier with foul hand defile the locks of your shrill-shrieking daughters; your fathers taken by the silver beards and their most reverend heads dash'd to the walls; your naked infants spitted upon pikes (...) will you yield and this avoid? Or, guilty in defence, be thus destroy'd?" Er droht mit jenen Schrecklichkeiten, die in Kriegen leider anzutreffen sind: Vergewaltigung, Ermordung von Kindern, etc. Henry erschrickt selbst über seine Worte. Ich möchte an dieser Stelle gerne glauben, daß Henry, ehrenhaft wie er ist, niemals so weit gegangen wäre, doch mit Bestimmtheit läßt sich dies natürlich nicht sagen. Ambiguität des William Shakespeare. Diese Worte jedoch zeigen Wirkung - natürlich ergibt sich Harfleur.

Henry zieht weiter, bis es zu Schlacht von Azincourt kommt. Zu diesem Zeitpunkt ist sein Heer schon längst durch Krankheiten geschwächt, viele sind tot. Als ihm dann eine französische Übermacht bei Azincourt gegenüber steht, kommt es zur Entscheidung. Die Zahlen der Truppenstärken schwanken, so daß man nicht mit Sicherheit sagen kann, exakt wie viele Soldaten auf beiden Seiten standen. Julie Barker geht in ihrem Buch "Agincourt: The King, the Campaign, the Battle" (das ich an dieser Stelle jedem empfehlen möchte, der weiter in die Geschehnisse eintauchen möchte) davon aus, daß es ca. vier- bis sechsmal so viele Franzosen wie Engländer waren.

Angesichts dieser Übermacht sieht Henry die Hoffnung seiner Männer schwinden, und er mischt sich des Nachts unter seine Soldaten, unerkannt, und spricht ihnen Mut zu bzw. fragt nach ihren Gedanken... und hört sowohl Liebesbekundungen seiner Soldaten ("I kiss (the king's) his dirty shoe and from heart-string I love the lovely bully") als auch deutliche Kritik. Und dann hören wir eine der schönsten von Shakespeares Reden - die Ansprache des Königs am St. Crispin's Day. Am Ende ist England siegreich. Um den Frieden zu bekräftigen, nimmt er die Tochter des französischen Königs zur Frau und stirbt wenige Jahre später an der Ruhr.

In meinen Augen ist diese Verfilmung sicher eine der besten, die je auf einer Leinwand / einem Bildschirm zu sehen sein werden. Tom Hiddleston hält auch hier, was sein Talent schon lange verspricht. Er hat die Sprache vollendet im Griff und spielt mit ihr in einer Weise, die mich wieder und wieder in den Bann schlägt. Er gibt einen König, dem man in die Schlacht folgen möchte. Und er zeigt - Shakespeare sei Dank - daß ein König zwar ehren- und tugendhaft sein soll und möchte, manchmal aber Machiavellis Lehren anwenden muß, um seine Ziele zu erreichen. Ferner zeigt Shakespeare auch das Los der einfachen Soldaten (wenn auch vereinfacht dargestellt) und läßt sie zu Wort kommen - zur damaligen Zeit ein revolutionärer Ansatz.

Daß die großen Reden reduziert angelegt sind, macht sie nur glaubhafter, und sie berühren mehr. Die Berühmte St.Crispins Rede kennen wir als große Ansprache an das Heer. Hier aber spricht Hiddleston sie leise und zurückhaltend, mit unendlich bewegtem Tonfall, zu seinen engsten Vertrauten und Kampfgefährten. Man kann diese Szene kaum trockenen Auges betrachten.

Neben einem überragenden Tom Hiddleston spielen u.a. Paterson Joseph, Geraldine Chaplin, James Laurenson, Lambert Wilson und Paul Freeman.

The Hollow Crown ist Schauspielkunst in Vollendung. Eine psychologische Studie verschiedener Herrscher und ihrer Gefährten. Eine Analyse dessen, was es bedeutet, zu führen. Und - mehr als alles andere - ein Genuß für jeden, der Shakespeare und seine komplexen Geschichten liebt. Ich gehöre dazu.


Shame
Shame
DVD ~ Michael Fassbender
Preis: EUR 7,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Homo Erectus Desperatus, 17. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Shame (DVD)
Shame - dieser Film dient nicht dazu, hinterher trunken vor Glück aus dem Kino (bzw. dem dvd-Spieler--bewehrten Wohnzimmer) zu wanken. Im Gegenteil. Er versetzt dem geneigten Zuschauer ob der Tragik seiner Figuren einen gezielten Schlag in den Magen. Und dennoch kann man sich, sofern man sich auf die Geschichte einlassen mag, der Faszination dieses Films nicht entziehen.

Mit Steve McQueens Hunger, der ersten gemeinsamen Arbeit des Regisseurs und seines Hauptdarstellers, Michael Fassbender, war es nicht anders. Hunger war nicht weniger verstörend, obschon der Film sich auf einer anderen Ebene bewegte als Shame. Die Intensität jedoch, die Michael Fassbender an den Tag legt, finden wir in beiden Filmen. Ebenso wie große Schauspielkunst.
Nüchtern im Stil und kompromisslos der inneren Dynamik der Charaktere vertrauend, steigert McQueen unmerklich die Tragik der Geschichte, und wir werden Zeuge der Demontage eines erfolgreichen Mannes auf dem Hintergrund seiner Sucht.

Sucht ist immer zerstörerisch. Sie kann die Seele eines Menschen zermalmen, ihn zu Verhalten treiben, das er sonst nie in Erwägung gezogen hätte, und Beziehungen von innen heraus zersetzen. Genau dies geschieht auch hier.

Erlauben Sie mir, die Handlung kurz zu umreißen - Brandon (Michael Fassbender) lebt in New York, und hinter der Fassade eines gepflegten, gut aussehenden, beruflich erfolgreichen Mannes existiert eine andere geheime Seite: Brandon leidet an Hypersexualität bzw. an gesteigertem sexuellen Verlangen. Der Begriff Sexsucht" wird im seriösen Rahmen einer therapeutischen Beziehung nicht verwendet und ist, wenn man die diagnostischen Manuale für psychische Störungen, IDC-10 oder DSM IV, berücksichtigt, auch nicht klinisch korrekt.

Brandon hat große Mühe, seine sexuellen Impulse zu kontrollieren und lebt diese in anonymen Begegnungen, mit Prostituierten, im Internet, auf der Toilette seines Arbeitsplatzes oder selbst im Besuch eines Dark Rooms aus, ohne jemals wirklich Befriedigung zu finden - im Gegenteil: sein Leidensdruck steigt stetig. Er läuft Gefahr, von seinem Vorgesetzten entlarvt zu werden, da er auch den Firmencomputer nutzt, doch er hat Glück - aufgrund der äußerlich geordneten Maske vermutet sein Boss den Verschmutzer der Festplatte in Brandons Praktikanten.

Diese Fassade bröckelt immer mehr, als seine Schwester Sissy (Carey Mulligan) auftaucht und sich kurzerhand bei ihm einnistet. Sie bringt die Brandon stabilisierende, daher so notwendige, Struktur durcheinander, was zu wiederholten Konflikten zwischen den Geschwistern führt.

Man fragt sich, wie entwertend und emotional karg das Elternhaus der beiden gewesen sein muß, zumal beide schwer gestörte Menschen sind - Brandon entwickelte, neben einer vermuteten Beziehungsunfähigkeit, abnormes sexuelles Verhalten, Sissy (wie die zahlreichen Schnittnarben und ihr emotional instabiles Verhalten zeigen) leidet vermutlich an einer Borderline-Persönlichkeitsstörung. In einem Telefonat verweist Sissy auf den dunklen Ort, von dem sie stammen; Näheres bleibt jedoch im Dunkeln. Und das ist gut so. Es wäre ein gänzlich anderer Film geworden.

Beide sind letztlich unfähig, wirklich Nähe zuzulassen, und insbesondere bei Brandon werden wir dessen gewahr - er beginnt wohl, sich in eine Kollegin zu verlieben, wobei es ihm ausgerechnet bei ihr nicht gelingt, die Erektion zu halten. Kurz darauf gibt es bei einer Prostituierten keine Probleme. Sein anfangs noch eher diskreter Umgang mit seiner Sucht verändert sich in destruktiver Weise - er macht plump eine Frau in einer Bar an und wird daraufhin von ihrem Freund verprügelt. Er sucht einen Dark Room auf und läßt sich von einem Mann oral befriedigen. Einen Anruf von Sissy ignorierend, ergreift er die Gelegenheit eines Dreiers mit zwei Prostituierten, mit fatalen Folgen.

Sissy liegt unterdessen in Brandons Bad mit aufgeschnittenen Pulsadern. Sie überlebt. Brandon aber bricht zusammen, und wir erfahren nicht, welchen Effekt dies auf sein Leben haben wird, da der Regisseur dem Zuschauer ein offenes Ende anbietet, das viel Raum für Interpretation läßt.

Die Einsamkeit beider - Brandons und Sissys - wird von den Darstellern grandios dargestellt, und insbesondere Michael Fassbender ist eine Sensation in diesem Film. Es ist seinem überragenden Talent zu danken, daß aus der Figur des gequälten sexsüchtigen keine Karikatur wird. In diesem melancholischen, kaum zu ertragenden Drama zeigt er die sensible Interpretation eines Mannes, der außer Stande ist, echte Nähe zu einem anderen Menschen aufzubauen, und vor allem in den Sexszenen wird deutlich, daß hier keine echte Intimität entsteht. Sie sind kalt, unerotisch, funktionell, bar jeden Genusses, eine Studie emotionaler Leere (wer in diesem Film eine Masturbationshilfe sucht, wird enttäuscht sein).

Shame ist gewiß kein Film, den man sich häufiger ansehen möchte, obschon die Kunst seines Hauptdarstellers genossen werden will. Ohne große Worte, mit Blicken und sparsamen Gesten, macht Michael Fassbender den inneren Konflikt seiner Figur schmerzhaft nachfühlbar. Seine mutige körperliche wie seelische Entblößung hätte einen Oscar verdient - nun, er hat zahlreiche andere Preise dafür erhalten.

Nicht erst, doch spätestens seit Shame empfiehlt Fassbender sich dem Olymp der Schauspielkunst. Daß er ein ungemein attraktiver Mann ist, steht ihm dabei keineswegs im Wege. Im Gegenteil, er fürchtet sich nicht davor, unsympathisch oder gar abstoßend zu wirken. Persönlich bin ich lange schon fasziniert von Michael Fassbender. Ein Charakterdarsteller, von dem sicher noch viel zu hören sein wird und der jeden Film, in dem er mitwirkt, ähnlich wie Ed Harris oder Daniel Day-Lewis, veredelt, auch wenn das Drehbuch Schwächen aufweist.

Wer sich dem gewagten Entwurf des Films in seiner fatalen Unausweichlichkeit anvertrauen kann, dem steht ein unvergleichliches Filmerlebnis bevor, das zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Wut und Angst, Freude und Einsamkeit das gesamte menschliche Gefühlsspektrum berührt.


Die Nebel von Avalon
Die Nebel von Avalon
DVD ~ Anjelica Huston
Preis: EUR 6,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz aller Kürzungen und Änderungen ein wundervoller Film, 2. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Nebel von Avalon (DVD)
Das erste Mal las ich Marion Zimmer Bradley's Roman 1986 und seither mehrere Male. Bis heute bleibt das Buch für mich eine der hinreißendsten Nacherzählungen der Artus Sage. Ich muß gestehen, beim ersten Ansehen des Films war ich skeptisch, zurecht - es ist nahezu unmöglich, einen Roman der nahezu tausend Seiten umfaßt, adäquat zu verfilmen. Peter Jackson benötigte drei Filme von vier Stunden Dauer um den Herrn der Ringe congenial umzusetzen. Ich bin überzeugt, hätte Jackson sich dieses Romans angenommen (und, wer weiß, vielleicht wird er es auch eines Tages tun?), wäre vermutlich so gut wie jeder Fan des Romans zufrieden gewesen.

Daß Kürzungen vorgenommen wurden und einige Elemente im Film nicht jenen im Roman entsprechen, stört mich nicht wirklich. Ich habe jede Minute genossen, mit den Charakteren gelitten, geliebt, gekämpft und gehaßt. Nachdem ich selbst schon in Form einer umfassenden Schauplatz-Reise auf den Spuren der Artus Geschichte gewandelt bin, war es zunächst irritierend, im Film Tintagel oder Glastonbury in völlig anderem Erscheinen zu erleben. Die tatsächlichen Orte sehen einfach anders aus... Dennoch - es liegt nun einmal in der Freiheit der Filmemacher, ihrem Budget entsprechend Änderungen vorzunehmen (bzw. vornehmen zu müssen).

Die Schauspielerinnen in den führenden Rollen überzeugen mich restlos. Anjelica Huston's Charisma allein veredelt diese Verfilmung. Diese hervorragende Schauspielerin portraitiert die Hohepriesterin Viviane mit einer Leidenschaft und Überzeugung, daß ich nur noch begeistert bin. Joan Allen als Morgause ist gleichfalls umwerfend und Julianna Margulies zeigt in diesem Film, daß sie mehr kann, als sie zum damaligen Zeitpunkt ihrer Karriere in ER zeigte. Ferner ist Caroline Goodall als Igraine die dritte überzeugende und intensiv agierende Avalon-Schwester. Jede dieser Schauspielerinnen erfüllt ihre Szenen mit Schaupielkunst und Seele, und das allein läßt mich diesen Film immer wieder aus dem dvd-Regal holen.
Fasziniert entdeckte ich letztlich, daß die talentierte Tamsin Egerton - hier als junge Morgaine zu sehen - jüngst in der Camelot-Serie des US-Senders Starz (die leider nur eine Staffel erleben durfte) als Gwenhwyfar auftrat und ihren Job sehr gut machte. Abgesehen davon ist sie zu einer wunderschönen jungen Frau herangewachsen, von der man hoffentlich noch mehr sehen wird.

Ich kann verstehen, daß manche diese Verfilmung ablehnen. Wer jedoch bereit ist, sich von starken Frauen in mystischer Umgebung berühren zu lassen und Legendenverfilmngen schätzt, wird in den Bann gezogen von diesen Nebeln von Avalon.


Cross Stitch: (Outlander 1)
Cross Stitch: (Outlander 1)
von Diana Gabaldon
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,10

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beautiful Entertainment, 30. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Cross Stitch: (Outlander 1) (Taschenbuch)
I couldn't resist the appeal of this novel. I have to admit, though, that I was very doubtful at first, before I began to read. A time travel novel, really? But as I allowed myself to be drawn into the story I quickly became immersed in the plot that thickened by the minute.

The writer did her homework well. Historical facts are there, and she was able to convey the Scottish manner of speaking in a fashion that allowed me to actually 'hear' the dialogue spoken with the according accent. It wasn't difficult at all to fall in love with the male lead, Jamie Fraser, as many women have before me, and I am curious to find out about his other exploits and the love story Claire and Jamie have begun to live.

This novel contains many pages, but they just fly by as one journeys through funny, cruel, abhorrent, passionate or terrifying scenes. Personally, I'd like to see this novel become a film. In my head I found my personal casting, since the moments are so well drawn and depicted that the reader is able to imagine the places. The beauty of Scotland comes equally captivatingly to life as do her people and their blood tainted history. This book will surely remain one of my favourites.


Die Hand Gottes
Die Hand Gottes
von Thore D. Hansen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,27

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessantes Thema ohne nachhaltige Wirkung, 30. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Hand Gottes (Gebundene Ausgabe)
Ich liebe Thriller, insbesondere wenn sie brisante Themen wie Kirche/Religion/Politik etc miteinander zu verknüpfen suchen. Idealerweise praktisch 'zum' Papstbesuch erschienen, fiel mir dieses Buch sogleich ins Auge, aber meine Erwartungen wurden beim Lesen dennoch enttäuscht.

Der Roman beginnt recht spannend (ich möchte nicht die Handlung wiederholen, etliche Vorredner haben dies bereits getan), und ich konnte in der Tat die erste Hälfte nicht aus der Hand legen. Dann bemerkte ich allerdings, wie meine Begeisterung allmählich nachzulassen begann.

Selbst interessiert an Kulturgeschichte und Geschichte im Allgemeinen habe ich nichts Neues erfahren, fühlte mich jedoch zuweilen von den für mich langatmigen Erläuterungen des Autors zunehmend genervt. Ich frage mich, ob die Autor nicht besser ein Sachbuch verfaßt hätte - der Schreibstil ist eher einfallslos und bei der x-ten Verwendung der Wendung 'es zerfiel in tausend Stücke' fragte ich mich, ob ihm tatsächlich keine andere Möglichkeit einfiel, das Zerbrechen eines Gegenstands zu beschreiben?! Beispiele wie diese finden sich leider mehrfach. Möglicherweise war die bisherige Laufbahn des Autors als Journalist und Kommunikationsberater hier eher hinderlich.

Es ist sicher nicht zu erwarten, daß von einem Autor, der hinter seinem Thema steht (wie es natürlich auch sein sollte), erwartet werden darf, er möge mit etwas mehr Abstand verfahren bzw. dem Leser seine Ideologie nicht mit dem Holzhammer servieren. Leider habe ich es so empfunden. Ich bemerkte, wie ich zunehmend ärgerlich wurde. Es entstand für mich der Eindruck, daß der Autor erwartet, man müsse als Leser ein Aha-Erlebnis nach dem anderen haben und nach Lektüre des Buches mit der Kirche brechen. Selbstverständlich kann man von einem leidenschaftlichen Autor nicht erwarten, Objektivität einfließen zu lassen, aber die Einseitigkeit der Darstellung, die klare Einteilung in Gut und Böse, ließ mich deutlich weniger Sympathie für das Buch empfinden als ich selbst erwartet hatte. Wie ich es sehe und erfahren habe, gibt es eine solche klare Unterscheidung nicht. Die Grauzonen dazwischen dürfen nicht außer Acht gelassen werden, was hier allerdings vorzuliegen scheint.

Ich bin selbst sehr kirchenkritisch und verachte die Verbrechen, welche die katholische Kirche seit ihrer Gründung begangen hat (die Geschichte spricht für sich, daß Politik und Religion getrennt sein müssen), ebenso wie die Verbrechen anderer Religionsgemeinschaften in jüngerer Zeit. Ich bin jedoch auch in der Lage das zu sehen, was die Kirche versucht hat an 'Gutem' zu erreichen. Es gibt tatsächlich Kirchenmänner und -frauen, die der Botschaft des Gründers folgen und versuchen, anständige Menschen zu sein. Man kann die Augen davor nicht verschließen. Ich bin nicht amüsiert, wenn ein Autor mir seine Hypothesen als einzige Wahrheit aufzudrücken versucht und die Kirche pauschal aburteilt. Leider entstand dieser Eindruck.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 13, 2011 11:31 PM CET


A Game of Thrones: A Song of Ice and Fire: Book One
A Game of Thrones: A Song of Ice and Fire: Book One
von George R.R. Martin
  Audio CD
Preis: EUR 42,72

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Shakespeare Darsteller spricht unzählige Rollen, 1. Juni 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Grund warum ich die Audio-Version von Game of Thrones kaufte, war Roy Dotrice. Dieser hervorragend ausgebildete englische Schauspieler, den ich aus verschiedenen Filmen/Theaterstücken kenne, besitzt die wunderbare Gabe, bereichernde Nuancen zu der ohnehin großartigen Geschichte von George R.R. Martin hinzuzufügen.
Wer Freude an 'the Queen's English' hat und eine Schwäche für Schauspielkunst, die über eine (ungekürzte) Lesung eines Romans vermittelt wird, wird genauso begeistert sein, wie ich.


The Fountain
The Fountain
DVD ~ Hugh Jackman
Preis: EUR 6,97

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Suche und Verlust, 27. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: The Fountain (DVD)
Ich glaube, ich habe selten einen Film gesehen, der mich in dieser Intensität berührt hat. Über die Handlung und die verschiedenen Ebenen, auf denen der Film seine Geschichte(n) erzählt, muß hier nichts mehr gesagt werden, allerdings bin ich über einige der negativen Meinungen meiner "Vorredner" etwas entsetzt. Wer natürlich einen X-Men-ähnlichen Actionfilm erwartet, wird enttäuscht sein. Wer sich aber auf eine höchst ungewöhnliche Geschichte, die primär von Liebe angetrieben wird, einlassen will, wird sich der Magie dieses Films nicht entziehen können. Mit den beiden Hauptdarstellern hat der Regisseur zwei ungemein talentierte Akteure gewinnen können. Leider wird Jackman von vielen zumeist noch unterschätzt. In jeder Rolle, die er bisher spielte, gelang es ihm Tiefen einzubringen, die der oberflächliche Action- oder Komödienkonsument vielleicht nicht sehen möchte - egal ob er Wolverine gibt oder einen obsessiven Magier... er ist brilliant. Daß der Mann eine fundierte Ausbildung hat, wird angesichts seiner Attraktivität gerne vergessen, doch Jackman kann singen, tanzen und überzeugend in verschiedenste Rollen schlüpfen - und eröffnet wieder neue Facetten. Die Verbindung mit Rachel Weisz ist in jeder Szene spürbar, die beiden ergänzen sich in wunderbarer Weise.
Ein äußerlich stiller Film, ja, doch seine emotionale Bandbreite berührt den geneigten Zuschauer zutiefst. In der Tat wohl einer der besten Filme der letzten Jahre.... in berauschenden Bilden und mit hypnotischer Musik erzählt, erinnert er in seiner visionären Kraft an Kubricks "2001" und wirkt noch nachdem der letzte Ton verklungen ist nach...


Tristan & Isolde - Eine Liebe für die Ewigkeit
Tristan & Isolde - Eine Liebe für die Ewigkeit
DVD ~ Ralf Bauer
Preis: EUR 5,55

12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz überzeugend, trotzdem schön, 1. Mai 2008
Als dieser Film als Zweiteiler vor etlichen Jahren im TV lief, war ich begeistert und kaufte mir den Film sofort, als er auf DVD erschien. Leider hält sich meine Begeisterung beim erneuten Anschauen etwas in Grenzen.
Die Ausstattung ist ohne Frage wundervoll, die Darsteller sind attraktiv und stecken in wunderschönen Kostümen, und die Geschichte hält sich in großen Teilen eng an die Legende, doch hätte ich mir gewünscht, daß Herr Bauer seinen Text nicht selbst synchronisierte. Er klingt leider wenig authentisch, und ich vermute, hätte man die Originaltonspur mit auf die DVD gespielt (wenn man genau hinsieht, ist zu erkennen, daß der Film überwiegend nicht in Deutsch gedreht worden ist - was gewiß der internationalen Besetzung zu schulden ist), klänge er wohl weniger hölzern. Die den Szenen entsprechende Emotion vermisse ich leider. Woran auch immer es liegen mag, er vermag mich nicht in dem Maße zu überzeugen, wie ich es erwartet hätte. Leider ist auch Lea Bosco in der Rolle der Isolde nicht restlos überzeugend.
Wer mittelalterliche Liebesgeschichten mag und seine Sammlung ergänzen möchte, wird zufrieden sein. Schön ist es, einen gereiften, sehr männlichen Pierre Cosso als Tristans Vertrauten zu erleben, der viel attraktiver wirkt als zu seinen Jugend-Film-Zeiten.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 1, 2008 11:24 PM MEST


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