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Rezensionen verfasst von
ArrowPen

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Die Schwelle: Roman
Die Schwelle: Roman
von F.R. Tallis
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Grusel im Paris der Jahrhundertwende, 17. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Schwelle: Roman (Taschenbuch)
Nachdem F.R.Tallis mit seinen Liebermann-Romanen für meinen Geschmack nicht immer ein glückliches Händchen hatte, legt er jetzt einen Gruselroman vor - und macht seine Sache sehr gut.

In seinem Nachwort beschreibt Tallis, daß er den Roman als eine Hommage an Joris-Karl Huysmans begann, der mit seinem okkulten Roman Là-Bas (Tief unten) nachhaltigen Eindruck auf Tallis hinterlassen habe. Ferner fühle er sich inspiriert von de Sade und Maupassant, sowie Dennis Wheatley (dessen Buch "The Devil Rides Out" mich immer noch in Angst und Schrecken versetzen kann).

Alle inspirierenden Werke hallen wider in Tallis' Roman - er erzählt von einem Mann, der sich trotz seiner rationalen Meinungen in das Gebiet des Okkulten begibt und in manch schockierender Hinsicht überwältigt wird. Der Autor hat sehr genau recherchiert und, dank seines eigenen Hintergrunds im Bereich der Psychologie, sind die Impulse der Charaktere nachvollziehbar und glaubwürdig, allein, sie konnten mich nicht immer fesseln.

Fazit: ein durch und durch unheimliches, auf hervorragenden Recherchen gründendes Buch, das man nicht abends lesen sollte. Ich hatte viel Freude mit diesem Roman und hoffe, daß Tallis mit weiteren Werken wieder in das dunkle Gebiet des Gruselromans reisen wird.


The Science of Sherlock Holmes: From Baskerville Hall to the Valley of Fear, the Real Forensics Behind the Great Detective's Greatest Cases
The Science of Sherlock Holmes: From Baskerville Hall to the Valley of Fear, the Real Forensics Behind the Great Detective's Greatest Cases
von E. J. Wagner
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,81

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das CSI im alten London..., 16. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Autorin, E.J.Wagner, ist Kriminalhistorikerin, Dozentin und u.a. Moderatorin des jährlichen forensischen Forums im Stony Brook University's Museum of Long Island Natural Sciences. Mit anderen Worten - sie weiß, wovon sie schreibt.

Und sie schreibt von den forensischen Methoden des viktorianischen Zeitalters anhand der berühmtesten Fälle des Meisterdetektivs Sherlock Holmes, streift auch andere Gebiete, z.B. Jack the Ripper.

In ihrem Vorwort schreibt die Autorin z.B. "As I write this in 2005, when superstition threatens to seduce the civilized world with its dangerous embrace and science is dismissed in some quaters as merely an amoral discipline that humanity is free to abandon, a literary hero who possesses both intellect and a sense of ethics is particularly compelling".

Damit weist die Autorin natürlich auf Sherlock Holmes, der zwar ein fiktiver Charakter ist, aber in der Art, wie er von Arthur Conan Doyle gezeichnet wurde, zeigt, daß Wissenschaft keine simplen Antworten bereitstellt, doch eine Methode des Formulierens von Fragen, die zu Antworten führen können.

Begleitet von Holmes' Fällen führt die Autorin den geneigten Leser durch die Welt der Toxikologie, Medizin, Pathologie, Chemie, Anatomie...und läßt ihn teilhaben an der Entstehung der ersten forensischen Methoden im neunzehnten Jahrhundert.

Für eine Person wie mich, die mit Sherlock Holmes aufwuchs und ihn nach wie vor gerne liest, bietet dieses großartige Buch eine Menge Gehirnnahrung. Und es macht schlichtweg Spaß!


Side By Side [DVD] [UK Import]
Side By Side [DVD] [UK Import]
DVD ~ Keanu Reeves
Wird angeboten von -uniqueplace-
Preis: EUR 12,87

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keanu Reeves mal anders - Welche Zukunft hat das Kino?, 16. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Side By Side [DVD] [UK Import] (DVD)
In diesem Projekt, das Keanu Reeves persönlich wohl sehr am Herzen lag, geht der Darsteller der Geschichte, Verarbeitung und Möglichkeiten von photochemischem und digitalem Film nach.

In zahlreichen Interviews kommen Regisseure, Schauspieler, Produzenten, Visuelle-Effekte-Spezialisten, Filmschneider und Kameraleute zu Wort, die von ihren Erfahrungen berichten - was ist mit der digitalen Entwicklung möglich? Wo liegen ihre Nachteile? In welche neuen Bereiche entwickelt sich der moderne Film?

Diese hochinteressante und hochkarätige Dokumentation, die von Keanu Reeves und Justin Szlaza produziert wurde, trieft nur so von der Film-Leidenschaft der berichtenden Protagonisten - darunter Martin Scorsese, Steven Soderbergh, Danny Boyle, James Cameron, George Lucas oder John Malkovich, um nur einige zu nennen. Sozusagen das who-is-who der Filmszene.

Wer Filmgeschichte liebt, sich für die Prozesse hinter den Kulissen interessiert und hoch-kreativen Filmschaffenden über die Schulter sehen möchte, wird mit dieser Dokumentation sehr zufrieden sein.

Mir machte (und macht) es große Freude, in die Materie einzutauchen. Es ist eine Doku, die immer wieder angesehen werden möchte, zumal man bei jedem neuen Blick auf die Meister neue Aspekte entdecken kann.


Echoes of the Goddess: A Quest for the Sacred Feminine in the British Landscape
Echoes of the Goddess: A Quest for the Sacred Feminine in the British Landscape
von Simon Brighton
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mythos und Geschichte der großen Göttin in Großbrittanien, 12. Februar 2014
In ihrem reich bebilderten Buch begeben sich die Autoren auf Spurensuche auf der britischen Insel - von der paläolithischen Mutter Erde bis zu den keltischen Göttinnen, die Kriegerinnen wie Boadicea inspirierten, wurde im vorchristlichen Britannien die Große Göttin verehrt.

Mit der Christianisierung der britischen Insel wurden die alten Erd-Religionen mit Ketzerei, dem Bösen und Hexenwerk in Verbindung gebracht und in den Hintergrund gedrängt...
HIstorisch und mythologisch fundiert zeichnen die Autoren ein ergreifendes Bild einer vergangenen Zeit und machen dem geneigten Leser Lust, selbst auf Reisen durch jene geheimnisvolle Welt zu gehen.

In short: eine großartige Chronik der Großen Göttin, durchwoben von Schönheit, Mystik, Sagen...


In and Out of Character
In and Out of Character
von Basil Rathbone
  Taschenbuch
Preis: EUR 17,57

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Basil Rathbone's Autobiographie - lange out-of-print, endlich wieder zu haben!, 12. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: In and Out of Character (Taschenbuch)
Basil Rathbone war der Held meiner Kindheit... nicht nur als Sherlock Holmes (aber natürlich als solcher), auch als Gegenspieler Errol Flynns oder Tyrone Powers. Seine bemerkenswerte Leinwandpräsenz und seine tiefe, vielseitige Stimme machten ihn zu einem meiner liebsten Darsteller.

In seiner Autobiographie, die lange nicht zu haben gewesen war, beschreibt er offen und mit typisch Englischem Humor seinen Weg als Schauspieler und seine Begegnungen mit den Leinwandgrößen seiner Zeit.

Es ist ein elegantes, kluges, charmantes und aufmerksames Buch... in meinen Augen ein Spiegel jenes interessanten Mannes, der es schrieb. Der geneigte Leser lernt darin viele Seiten des Basil Rathbone kennen - und einige des alten Hollywood.
Für mich ist dieses Buch eines meiner Schätze, so wie die Erinnerung an diesen großartigen Schauspieler es auch ist...


Alles über Eva [Blu-ray]
Alles über Eva [Blu-ray]
DVD ~ Bette Davis
Preis: EUR 7,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Feuerwerk an Stil, Pointen und großartigen Darstellern, 12. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles über Eva [Blu-ray] (Blu-ray)
Alles Über Eva ist für mich einer der besten Filme des alten Hollywood. Er wartet mit einer ganzen Riege namhafter Darsteller auf, allen voran Bette Davis, dann Anne Baxter, George Sanders, Celeste Holm und Thelma Ritter, sowie Marilyn Monroe in einer ihrer ersten Rollen.

Der Film wurde seinerzeit für 14 Oscars nominiert und erhielt 6 der begehrten Preise, für den Besten Film, Besten Nebendarsteller (George Sanders), Beste Kostüme (Edith Head), Beste Regie und bestes Drehbuch (beides Joseph L. Mankiewicz), sowie Besten Ton (Thomas Moulton). Bis heute ist dieser Film der einzige, der allein vier Nominierungen für weibliche Rollen erhielt (nämlich Davis und Baxter in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin und Holm und Ritter für die Beste Nebendarstellerin). Abgesehen davon erhielt der Film zahlreiche Preise, u.a. beim Cannes Filmfestival, den Golden Globes, New York Film Critics.

Daß man sich einmal mit der deutschen Synchronisation Mühe gab, zeigt den Einsatz von Erich Kästner als deutschem Drehbuchautor. Das macht Alles Über Eva zu einem der wenigen Filme, deren Dialogqualität in beiden Sprache gleichwertig ist. Einfach großartig.

Die Handlung ist schnell umrissen (Vorsicht Spoiler): Davis spielt den alternden Theaterstar Margo Channing, die zunächst elegant von ihrem "größten Fan" Eve Harrington (Baxter) umgarnt wird, so daß Eve zur absoluten Vertrauten der Diva wird. Tatsächlich will Eve aber dort stehen, wo Margo steht - an der Spitze der New Yorker Theaterszene. Sie entwickelt sich zu einer Meisterin der Intrige, verfängt sich aber am Ende doch im eigenen Netz.

Zum einen wirft der Film einen ungeschminkten Blick auf das Haifischbecken des Erfolgs, die Unerbittlichkeit der Schauspielkonkurrenz, zum anderen bietet er seinen weiblichen Stars eine großartige Plattform, um mit Leidenschaft aufzuspielen.

Das Übertragen auf blu ray war lange schon überfällig, bietet aber nicht wirklich viel Neues für den Fan.

Wer tiefer in die Geschichte dieses Film eintauchen möchte, dem sei das Buch "All About 'All About Eve' " von Sam Staggs empfohlen, der unterhaltsam hinter die Kulissen blickt.


Was mit dem weißen Wilden geschah: Roman
Was mit dem weißen Wilden geschah: Roman
von François Garde
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abenteuer- und Briefroman in unbeschreiblich schöner Sprache und aktuellem Thema, 12. Februar 2014
Basierend auf der wahren des Narcisse Pelletier, der im neunzehnten Jahrhundert zur See fuhr und auf der australischen Kap-York-Halbinsel zurückgelassen wurde. Der Autor Francois Garde nimmt sich mit Herzblut dieser Geschichte an und erzählt, wie Jahre später Wissenschaftler auf den von Aborigines aufgezogenen, tätowierten und seiner Heimatsprache nicht mehr mächtigen jungen Mann aufmerksam werden.

Dem Autor gelingt das Kunststück, in einer wunderbaren, vielschichtigen, fesselnden Sprache zwei Literaturgenres miteinander zu verknüpfen - den Abenteuer und den Briefroman, in dem er den Zusammenprall zweier Kulturen in großartiger Weise schildert. Ich habe die Übersetzung nicht mit dem Original verglichen, fühlte aber zu keinem Zeitpunkt den Drang danach - die deutsche Übersetzung fließt unangestrengt dahin und erweckt den deutlichen Eindruck, sich an das Original gehalten zu haben.

Natürlich läßt man den "weißen Wilden" nicht in seiner neuen Heimat. Er wird von Octave de Vallombrun, einem leidenschaftlichen Forscher, zurückgebracht nach Frankreich, wo er in die Sprache wieder-eingeführt wird, westliche Umgangsformen lernt.
Vallombrun gelingt es zwar mehr oder weniger, seinen Schützling in die Gesellschaft einzuführen, aber er erfährt nichts über sein Leben unter den Aborigines.

Der Leser ist hier in der eindeutig glücklicheren Position, zumal der Autor ihn die Geschichte des jungen Narcisse blicken läßt.

Mit diesem außergewöhnlichen Roman stellt Francois Garde wichtige und teils unbequeme Fragen - wie gehen wir mit unserer "wilden" Seite um? Was ist Zivilisation? Was bedeutet Identität für uns? Was ist Heimat? Wie tolerant erleben wir Menschen aus völlig anderen Kulturen?

Das Lesen dieses Romans glich für mich einem Abenteuer, aus dem ich nicht gerne ausstieg. Es wirkt noch immer in mir nach. Ich hoffe, daß Francois Garde es nicht bei diesem Roman belassen wird.


47 Ronin
47 Ronin
DVD ~ Keanu Reeves
Preis: EUR 7,99

10 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Samurai Mythos, Magie und Keanu Reeves..., 9. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: 47 Ronin (DVD)
Die DVD ist noch nicht erschienen, daher bezieht sich meine Rezension allein auf den im Kino laufenden Film, dort sowohl in 2D, als auch in 3D verfügbar. Einige Spoiler folgen unten.

Man nehme eine Episode der japanischen Geschichte des 18. Jahrhunderts, spicke sie mit Magie und füge einige interessante Darsteller hinzu - und man erhält 47 Ronin...

Die Geschichte der 47 Ronin ist so etwas wie ein Nationalmythos in Japan, weil er als Synonym für Tapferkeit, Ehrenhaftigkeit und Treue eines (in diesem Fall mehrerer) Samurai dient und schon mehrfach insbesondere im Heimatland künstlerisch aufgearbeitet wurde, sei es als Film oder Bühnenstück.

Der vorliegende Film ist auf den Weltmarkt ausgerichtet, was gewiß nicht zuletzt die Besetzung von Keanu Reeves zeigt, und die Handlung hält sich (zieht man die übernatürlichen Elemente ab) durchaus an die Überlieferung, was Historiker (und Hobby-Historiker, zu denen ich mich zähle) freuen wird, wenn auch z.B. die Hauptfigur, das Halbblut Kai (gespielt von Keanu Reeves) eine Erfindung der Macher ist.

Ich bin seit seiner kleinen Rolle in "Gefährliche Liebschaften" ein Fan Keanu Reeves' und verfolge seither seine Laufbahn. Enttäuscht hat er mich mit seiner Darstellung bisher nicht - manche der Filme, in denen er spielte, allerdings schon. Leider schien es, als hätte er mit der Auswahl seiner Rollen nicht immer eine glückliche Hand gehabt. Das Potenzial, das er besitzt, scheiterte manches Mal am schlechten Drehbuch oder ungünstiger Regie. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit seinen hochgelobten Hamlet in Winnipeg zu sehen...

Mit 47 Ronin hat Reeves ins Mittelfeld gegriffen. Die Handlung ist spannend, wenn auch vorhersehbar, die Effekte hervorragend gestaltet (wenn man sich die 3D Version auch hätte sparen können - für mich gab es hier keine wirklichen "wow"-Momente, da hätte auch 2D genügt) und die Schwertkampfszenen von einer Qualität, wie man sie bei einem Samurai-Film erwarten darf.

Zudem wartet der Film mit sehr sehenswerten japanischen Darstellern auf - allen voran der überaus charismatische Hiroyuki Sanada (der mir erstmals in "Samurai der Dämmerung" und "Last Samurai" auffiel und den ich zu den talentiertesten japanischen Darstellern zählen muß, ein Meister seines Fachs), der viel zu gut aussehende junge Jin Akanishi, der in Japan Kultstatus genießende Tadanobu Asano (westlichem Publikum z.B. aus "Thor", wo er Hogun spielte, bekannt), oder die hinreißend schöne Ko Shibasaki in der Rolle der Fürstentochter. Sie alle spielen ihre Rollen mit Herzblut und Leidenschaft.

Ich hatte im Kino großen Spaß und werde mir gewiß auch die DVD zulegen. Der Film ist ein launiges Fantasyspektakel, das mit vielen großartigen Szenen aufwartet, aber auch nicht zu ernst genommen werden sollte. Er ist, so finde ich, in jedem Fall etwas für den Keanu Reeves Fan, der diesen Darsteller leider viel zu lange auf der Leinwand entbehren mußte. Er macht seine Sache sehr gut und hat augenscheinlich Zeit in Kampftraining investiert (oder seine Muskeln an das Training zu "Matrix" bzw. sein Regiedebüt mit "Man of Tai Chi" erinnert?). Ich mochte an Reeves immer, daß er seine Rollen subtil anlegt, reduziert agiert und trotzdem einen bleibenden Eindruck hinterläßt, auch wenn man ihm häufig hölzernes Schauspiel unterstellt - nun, jemand, der Hamlet so überzeugend spielt, daß ein Sunday Times Kritiker ihn zu besten Hamlets zählt, die er je gesehen habe, kann per definitionem nicht so schlecht sein, wie manch einer ihm unterstellt... Jenen, die ihm mangelnde Schauspielkunst unterstellen, sei "Im Auftrag des Teufels" (The Devil's Advocate) empfohlen, wo er eine sehr vielschichtige Darstellung abliefert. In "47 Ronin" berührt Reeves mich durchaus, mit kleinen Gesten, einem Augenausdruck, dem Zittern in seiner Stimme an zentraler Stelle...

Er stellt das scheue Halbblut Kai dar, das einen Teil seiner Kindheit bei einem Mönchsorden verbringt, wo er sehr spezielle Kampftechniken erlernt. Später wird er von einem, ihm zugetanen, Fürsten aufgenommen und wird am Hofe als Jäger und Spurensucher eingesetzt - durch seine besondere Verbindung zur Natur und seiner Fähigkeit, Übernatürliches zu erkennen, leistet er gute Dienste, ist ein ausgezeichneter Jäger, der dazu gehören möchte und seine Bestimmung schließlich im Bekämpfen eines Tyrannen findet, zumal er, obschon er seiner Herkunft wegen keine Rechte unter den Samurai genießt, das Ehrgefühl dieser Kriegerkaste verinnerlicht hat.

Mit "Matrix" wohl entgültig zum Mega-Star geworden, gelang es ihm seither nicht mehr, am Boxoffice an diesen Erfolg anzuknüpfen, wobei ich glaube, daß er das vermutlich nicht anstrebt, zumal er bekanntermaßen hitverdächtige Filme, wie zB. "Heat" ablehnte. Er tritt gerne in Independent-Produktionen auf, gelegentlich im Mainstream-Geschäft. Ich jedenfalls freue mich jedesmal, wenn Keanu Reeves ins Kino kommt. Auch hier hatte ich, wie gesagt, große Freude dabei, ihn inmitten seiner Film-Samurai-Gefährten zu beobachten.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 16, 2014 6:16 PM CET


The Sword of Truth, Boxed Set I: Books 1-3 (Wizard's First Rule / Stone of Tears / Blood of the Fold)
The Sword of Truth, Boxed Set I: Books 1-3 (Wizard's First Rule / Stone of Tears / Blood of the Fold)
von Terry Goodkind
  Taschenbuch
Preis: EUR 19,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartige Fantasy, höchst miserable Verlagsgestaltung, 19. Januar 2014
Ich kam über die TV-Serie "Legend of the Seeker" zu Terry Goodkind. Ich kannte seine Bücher zuvor nicht, war aber sofort angetan von den sympathischen Charakteren. Als ich recherchierte, worauf die leider nur zwei Staffeln umfassende Serie basierte, stieß ich auf die Buchreihe und bin begeistert.

Häufig ist es besser, ein Buch erst zu lesen und dann die filmische Umsetzung zu sehen, hier gefiel es mir, tiefer in die Geschichte eintauchen zu können, die in vieler Hinsicht von der Darstellung der Serie abweicht. Das macht mir gar nichts aus, wie ich erfreut feststelle. Goodkind schreibt eloquent und vielschichtig, verwendet ein sehr abwechslungsreiches Vokabular, was für rund tausend Seiten umfassende Romane unumgänglich ist, finde ich, damit der Leser nicht von endlosen Wiederholungen genervt ist. Nun, mir ist das bei einigen Romanen schon passiert...

Die Figuren sind aus Fleisch und Blut, ihre Handlungsweise psychologisch nachvollziehbar und die Abenteuer, welche sie erleben müssen, bewegen mich sehr. Einige Vorredner störten sich an der bisweilen geschilderten Brutalität. Mich stört dies hier nicht. Menschen sind nicht selten brutal und waren es schon immer. Es ist ein Spiegel dessen, wozu der Mensch fähig ist, was aber auch ausgeglichen wird von der Fähigkeit, Gutes zu tun, was von den Hauptfiguren verkörpert wird.

Unterirdisch allerdings sind die Bindung der Taschenbücher und der Druck. Ich lese meiner Bücher gewöhnlich mit großer Umsicht, zerknicke Buchrücken nicht gern und achte sehr darauf, daß sie in gutem Zustand bleiben. Aber bei dieser miserablen Gestaltung ist mir das leider nicht gelungen. Die Seiten sind so bedruckt, daß man nicht anders kann, als das Buch buchstäblich auseinander zu knicken, um die inneren Ränder lesen zu können. Auch verwischen die Buchstaben leicht bei Berührung und sind insgesamt nicht immer klar zu erkennen. Bedauerlich, daß ich keine andere Ausgabe dieser Romane gefunden habe. Ich werde aber weiter suchen.

Fazit: eine für mich ganz großartige Geschichte, die ich kaum erwarten kann weiterzulesen, aber für die Gestaltung möchte man den Verlag ohrfeigen.


Das verschollene Reich: Historischer Roman
Das verschollene Reich: Historischer Roman
von Michael Peinkofer
  Gebundene Ausgabe

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Geheimnisvolle Geschichte, 12. Januar 2014
Dies ist der erste Roman von Michael Peinkofer, den ich gelesen habe, und ich weiß, daß es nicht der letzte sein wird. Der Autor nimmt sich einer Epoche an, die schon in vielen Romanen aufgegriffen wurde - die Zeit der Kreuzzüge - und dennoch erzählt er eine unbekannte Geschichte. Er geht einem Mythos nach, der bis heute Historiker beschäftigt, das "verschollene Reich" des Priesterkönigs Johannes ("Johannes Presbyter"), und er tut dies in sehr unterhaltsamer Weise.

Peinkofer hat sein Thema sehr genau recherchiert - was für mich als historisch sehr interessierter und durch jahrelanges Studium historischer Fakten über geraumes Wissen verfügender Person sehr wichtig ist. Er führt den geneigten Leser in eine Zeit ein, die Jahrhunderte zurück liegt, aber dennoch sehr aktuell ist, wenn man die immer noch schwelenden religiösen Konflikte im Heiligen Land betrachtet.

Was mir außerordentlich gut gefällt, ist Michael Peinkofers Schreibstil. Trotz modernen Vokabulars schafft er es, in den Dialogen seiner Figuren den Eindruck zu erwecken, daß man mittelalterlichen Personen zuhört. Ich schätze es gar nicht, wenn ich einen historischen Roman lese und dann Sätze finde, die vom Jargon unserer Zeit geprägt sind und kaum in die entsprechende Epoche zu passen scheinen.
Auch wechselt er in den Kapiteln nicht ständig die Perspektive, sondern erzählt sie aus der Sicht einer der handelnden Figuren, was mir gleichfalls sehr gut gefällt.
Seine Sprache ist vielfältig und facettenreich, was den Genuß des Lesens nur bereichert.

Ich freue mich schon jetzt auf weitere Romane aus der Feder von Peinkofer.


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