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Rezensionen verfasst von
A. Fehn (Cologne/Germany)
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Rendezvous mit Joe Black (Meet Joe Black)
Rendezvous mit Joe Black (Meet Joe Black)
Preis: EUR 5,99

13 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als der Film!, 24. Juli 2004
Okay - "Rendezvous mit Joe Black" war für mich trotz (oder gerade wegen) Brad Pitt nicht gerade das Gelbe vom Ei, allerdings sollte dieser Soundtrack wohl Beweis genug sein, das eine schlechte Story noch nicht unbedingt einen rundum schlechten Film macht!
Thomas Newman zieht alle Register der klassischen Filmmusik und präsentiert sich hier mit herrlich altmodisch anmutenden Orchesterkompositionen, stets gefühlvoll, jedoch niemals kitschig. Mal vorsichtig und zart ("Someone else"), mal klanggewaltig und dramatisch ("That next place") entwickelt der Soundtrack eine auch unabhängig vom Film Wirkung zeigende Eigendynamik, der sich wohl vor allem Fans melodischer und thematisch eingängiger Filmscores nicht werden entziehen können.


Der goldene Pharao Tut-ench-Amun
Der goldene Pharao Tut-ench-Amun
von Thomas Hoving
  Broschiert

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Reine Effekthascherei, 19. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Der goldene Pharao Tut-ench-Amun (Broschiert)
Der deutsche Titel dieses Werks ist eindeutig irreführend: Tutanchamun selbst spielt bei Hoving nämlich lediglich eine untergeordnete Rolle, im Vordergrund stehen diverse Enthüllungen über seinen Entdecker Howard Carter und das Metropolitan Museum in New York, für dessen ägyptische Sammlung der Autor einige Jahre lang verantwortlich war.
Ausgangspunkt bildet die (angeblich) von Hoving erstmals ans Tageslicht gezerrte Tatsache, dass Carter, Carnarvon und Lady Evelyn Herbert Tutanchamuns Grabkammer heimlich bei Nacht betraten und dabei mehrere Wertgegenstände mitgehen ließen. Wirklich zu beweisen ist letzteres zwar nicht, anzunehmen wäre es aber durchaus, insbesondere wenn man berücksichtigt, welcher Fülle von Schätzen sich die Ausgräber gegenüber sahen. Bis hierhin möchte man im Grunde auch gar nicht widersprechen, wenn Hoving allerdings behauptet, so ziemlich jedes aus der 18. Dynastie stammende Ausstellungsstück käme aus dem Grab des Tutanchamun und wäre von Carter illegal verschachert worden, entsteht mehr und mehr der Eindruck, dass man es hier mit nichts als reiner Effekthascherei und purem Sensationsjournalismus zu tun hat. Im Übrigen ist der unterschwellige Vorwurf an Carter, sich als Nicht-Studierter erdreistet zu haben, ein Pharaonengrab zu finden so unmittelbar präsent, dass man sich fragt, ob Mr. Hoving nicht vielleicht einfach ein bisschen neidisch sein könnte ...


Tutanchamun
Tutanchamun
von Thomas G. H. James
  Gebundene Ausgabe

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastischer Bildband!, 19. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Tutanchamun (Gebundene Ausgabe)
Das große Plus dieses Buches ist seine überragende ästhetische Qualität, sowohl was de Lucas' Aufnahmen als solche als auch ihre Zusammenstellung angeht. Nach einer verhältnismäßig umfangreichen Darstellung der Entdeckung des Grabes durch Carter und Carnarvon, die mit in hoher Qualität reproduzierten Originalfotos illustriert und im Wesentlichen eine Kurzform von James' Carter-Biographie "The Path to Tutankhamun" ist, folgt eine in verschiedene Kategorien unterteilte Erklärung einzelner Fundstücke, die eindeutig auf ein breites Publikum abgestimmt, dabei aber trotzdem informativ und wohl auch wissenschaftlich präzise aufgemacht ist.
Zwar wäre es manchmal durchaus interessant, Verweise auf weiterführende Literatur oder nährere Hinweise zu epochentypischen Merkmalen zu finden, alles in allem handelt es sich jedoch um ein äußerst empfehlenswertes Werk, das in Form einer guten Auswahl der wichtigsten Funde einen guten Einstieg zum Grabschatz des Tutanchamun darstellt.


Königliche Krankheit
Königliche Krankheit
von Ruth Rendell
  Gebundene Ausgabe

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kein Kriminalroman!, 19. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Königliche Krankheit (Gebundene Ausgabe)
Um es gleich vorneweg zu sagen, dieses Buch ist alles andere als der typisch britische Kriminalroman, den man bei dieser Autorin eigentlich erwartet hätte - und das ist meiner Meinung nach auch ganz gut so, denn ich kann Krimis nicht ausstehen und hätte "Königliche Krankheit" wohl sofort wieder aus der Hand gelegt, hätte es sich als solcher herausgestellt!
Anstatt der obligatorischen Mordserie geht es diesmal um die "Biographie" von Lord Henry Nanther, dem Leibarzt von Queen Victoria, der sein Urenkel (zufällig Biograph!) gerade auf der Spur ist. Da letzterer gleichzeitig auch der Ich-Erzähler des Buches ist, erfährt der Leser die historische Wahrheit (was ich an und für sich interessant, wenn auch eher ungewöhnlich finde) nicht in der chronologisch richtigen Reihenfolge, sondern allein durch Briefe, Aufsätze, Fotografien und Interviews mit anderen Mitgliedern der Familie.
Dieser Handlungsstrang, wenn auch etwas konstruiert, wirkt spannend und zeitweise richtig fesselnd, unnötigerweise eingeschobene Abschnitte über die Oberhausreform 1999 und das Privat- (bzw. Liebesleben) des Erzählers stören allerdings den Lesefluss und sind letztlich auch dafür verantwortlich, dass ich diesem ansonsten sehr empfehlenswerten Roman den fünften Stern vorenthalte.


Lost in Translation
Lost in Translation
DVD ~ Bill Murray
Preis: EUR 5,99

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und die Kritiker haben doch recht ..., 13. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Lost in Translation (DVD)
..., zumindest im Fall von "Lost in Translation". Ging ich noch mit einiger Skepsis ins Kino, so kam ich als überzeugter Fan dieses kleinen Meisterwerks wieder heraus. Jede einzelne Lobeshymne, die auf Sofia Coppolas melancholische Sinfonie der "Menschen im Hotel" gesungen wurde, hat durchaus ihre Berechtigung, auch wenn ich sonst eher zu denen gehöre, die die Stimmen der Kritiker mit Vorsicht genießen.
Das große Plus dieses Films ist nicht seine Handlung (eine solche ist, nebenbei bemerkt, auch kaum existent), sondern vielmehr seine Atmosphäre und die Wahrhaftigkeit, mit der die Charaktere und ihre Welt dargestellt werden. So sind die beiden Protagonisten, die zugleich nichts Heldenhaftes an sich haben, nicht durch eine leidenschaftliche Liebe à la Hollywood, sondern durch ihre jeweilige Einsamkeit miteinander verbunden, was geradezu metaphernhaft zum Ausdruck kommt: Zwei Amerikaner treffen sich in einem fremden Land, dessen Sprache und Kultur sie nicht verstehen können, sie sind im wahrsten Sinne des Wortes "Lost in Translation", zwei Verlorene, die jedoch nicht nur in diesen wenigen Tagen in Tokyo, sondern überhaupt unendlich einsam sind und sich dennoch bis zum Ende des Films nicht wirklich dazu durchringen können, sich das auch einzugestehen.
Dass all das weder langweilig noch übertrieben dramatisch oder kitschig wirkt, ist nicht zuletzt den vielen komischen Momenten, so wie der teilweise an einen Videoclip erinnernden Ästhetik von "Lost in Translation" zu verdanken, die das Ganze abrunden und für mich zu einem der besten Filme der letzten Jahre werden lassen.


Der englische Patient
Der englische Patient
von Michael Ondaatje
  Taschenbuch

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genial-melancholisches Meisterwerk!, 12. Juli 2004
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient (Taschenbuch)
Zugegeben - auch ich habe mehrere Anläufe gebraucht, um mich durch Ondaatjes Epos hindurch zu arbeiten. Der Stil ist zwar ansprechend und sehr poetisch, erleichtert das Lesen allerdings nicht gerade, ähnliches trifft auch auf die Erzählstruktur zu. Also kein Unterhaltungsroman? Ganz sicher nicht, was nicht heißt, dass "Der englische Patient" nicht unterhaltsam wäre. Eher das Gegenteil ist der Fall!
Der Schrecken des Krieges, die Magie einer von Efeu umrankten, toskanischen Villa und die Einsamkeit und der Zauber der Wüste werden hier meisterhaft zu einem großen Ganzen verwoben, dem man sich nach einer gewissen "Anlaufzeit" kaum mehr wird entziehen können - ebensowenig wie den vier großartig charakterisierten Hauptfiguren, die sich in den letzten Tagen des zweiten Weltkrieges in Italien wie zufällig zusammengewürfelt in besagter Villa wiederfinden und mit ihren jeweiligen Geschichten fertigwerden müssen.
Keine Bett- oder Urlaubslektüre, aber dennoch ein Buch, das eigentlich zu den ganz großen der Weltliteratur gezählt werden sollte!


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