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Rezensionen verfasst von
kreuzschnabel

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Seite: 1
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The Real James Herriot: The Authorized Biography
The Real James Herriot: The Authorized Biography
Preis: EUR 7,56

5.0 von 5 Sternen Ein Muss für Herriot-Fans, 13. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Um das vorauszuschicken: Ich habe die Kritik von „Brexbach“ gelesen und das Buch trotzdem gekauft. Und ich bin komplett anderer Ansicht.

Jim Wight schreibt bewußt aus der Perspektive des neutralen Biographen und bezieht sich deshalb mit dem Spitznamen „Alf“ auf seinen Vater. Aber es gibt auch genügend – erkennbar abgesetzte – Abschnitte, in denen er persönlicher wird und nicht als Biograph, sondern als Sohn der dargestellten Person spricht, und hier wird die Bezeichnung zu „my Dad“. Der Stil des Buches ist lebendig, persönlich, mit Beispielen und Anekdoten gewürzt, man hört dem Autor einfach gern zu, wie ihm eines nach dem anderen einfällt.

Einen vielleicht etwas schwärmerischen Tonfall verzeihe ich dem Autor gern, da er insgesamt der im Vorwort erwähnten Vorgabe seines Vaters absolut gerecht wird, bei der Wahrheit zu bleiben und nicht wie in Biographien üblich zu lügen.

Mir als großem Freund erstens Nordenglands, zweitens der Yorkshire Dales und drittens des Herriot-Werkes war das Buch ein beträchtliches Lesevergnügen und eine Vertiefung meines Wissens über Wights Leben und Kontext. Uneingeschränkt zu empfehlen – es wäre schön, wenn es zu „Herriots“ 100. Geburtstag 1916 auch übersetzt vorläge :-)


Running Man: Roman
Running Man: Roman
von Michael Gerard Bauer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

5.0 von 5 Sternen „Urteile nie über einen Menschen, bevor …, 11. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Running Man: Roman (Taschenbuch)
… du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist“ soll eine alte indianische Weisheit lauten. Besser als hier dürfte sie sich kaum in Buchform gießen lassen. Ein vollkommen zurückgezogen lebender, alternder Mann, der seinen Beruf als Schullehrer vor langer Zeit nach einem scheinbar eindeutigen Vorfall mit einem Schüler überraschend hingeworfen hat – der Grund liegt auf der Hand, und der gute Rat, junge Menschen nicht einmal in die Nähe „dieses Mannes“ zu lassen, ist in der Nachbarschaft Allgemeingut. Als sich aber der 14-jährige Joseph aus dem Nachbarhaus, zunächst widerwillig, doch auf „diesen Mann“ einzulassen beginnt, kommt Stück für Stück eine furchtbar verletzte und zugleich faszinierende Persönlichkeit ans Licht, die niemandem etwas zuleide tun könnte – und die mit Joseph und seiner eigenen tiefsitzenden Angst vor dem „Running Man“ mehr zu tun hat, als er zunächst glaubt. Packend wie ein Krimi, dazu mit etlichen überraschenden Wendungen, und wunderbar übersetzt. Wer Plots wie „To Kill a Mockingbird“ oder „Der Mann ohne Gesicht“ mag, wird dieses Buch auch lieben.


Bindemaschine SMARTMASTER 2, Bindegerät bis 150 Blatt, inkl. 75teiligem Starterset
Bindemaschine SMARTMASTER 2, Bindegerät bis 150 Blatt, inkl. 75teiligem Starterset
Wird angeboten von Verpackungsteam
Preis: EUR 23,50

4.0 von 5 Sternen Für den Preis absolut okay, 21. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sicher gibt es Bindegeräte, mit denen die Arbeit flüssiger geht. Aber die kosten locker das 10- bis 12-fache. Für den günstigen Preis kann man nichts gegen den Smartmaster sagen. Das Gerät wirkt zwar preisbedingt etwas klapprig, natürlich ist es billig gefertigt, aber es macht, was es soll; für die fünf bis zehn Bindungen, die ich pro Jahr voraussichtlich damit anfertigen werde, ist es absolut ausreichend. Mehr als 5 Seiten (ich drucke auf 90-g/qm-Papier aus) würde ich der Stanze aber wirklich nicht zumuten.


Beethoven / Mendelssohn: Violin Concertos
Beethoven / Mendelssohn: Violin Concertos
Preis: EUR 7,76

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein absoluter Hörgenuß, 21. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Einspielung zweier wohlbekannter Werke will mir einfach nicht langweilig werden. Der Unterschied dazwischen, ob ein Interpret ein Werk „spielen kann“ oder „vollkommen beherrscht“, findet hier ein eindrucksvolles Beispiel – man hat ständig den Eindruck, Heifetz würde mit Komposition und Orchester machen, was immer er will, fühlte er sich nicht an den Notentext gebunden. Von seinem ersten Einsatz an ist er der Souverän, den das Orchester dankbar und musikalisch perfekt begleitet, sich dabei seinem Spiel jedoch absolut unterordnet. Technisch wurde die alte Aufnahme zwar sehr gut aufgemöbelt, aber einige Abstriche in technischer Hinsicht muß man in Kauf nehmen – die von der künstlerischen Wucht aber mehr als aufgewogen werden, daher keinen Stern Abzug. Wärmste Kaufempfehlung von mir.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 13, 2013 8:06 AM MEST


Nennt mich nicht Ismael!
Nennt mich nicht Ismael!
von Michael Gerard Bauer
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz großes Kino!, 8. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Nennt mich nicht Ismael! (Gebundene Ausgabe)
Ich habe nur selten nach der Lektüre eines Jugendbuches den Drang, dieses Buch aber auch jedem jungen Menschen meines Bekanntenkreises im fraglichen Alter schenken zu müssen. Bei diesem Buch aber hatte ich ihn, definitiv.

Behandelt werden nicht nur die üblichen Themen eines heranwachsenden Menschen, der mit sich selbst nicht klarkommt. Das Schicksal wirft Ismael in Turbulenzen, die wahrscheinlich jeder junge oder mal jung gewesene Mensch nachvollziehen kann. Was mich dabei vor allem fasziniert, ist der Erzählstil. Mit großer Nähe erlebt der Leser mit, wie Ismaels Überzeugung, aufgrund seines Namens an einer Krankheit zu leiden, die sich dahingehend auswirkt, daß er sich bei jeder Gelegenheit wie ein Vollidiot benimmt - oder, wie er es selbst formuliert: er ist der einzige Mensch, der den Job als Dorftrottel nur deshalb nicht bekommt, weil er hoffnungslos überqualifiziert ist - immer wieder aufs neue zu bestätigen scheint.

Und da haben wir den Zauber dieses Buches. Die Sprache, mit der uns Ismael an seinem Leben teilhaben läßt, ist umwerfend. Mir fällt kein vergleichbares Buch ein. Eine auf seltene Weise liebenswerte Ironie und ein wunderbarer Humor kaschieren den Schmerz, den Ismael über sich und sein Leben empfindet; immer wieder umreißt eine bizarre, aber treffende Metapher eine Situation viel genauer, als ein ganzer Absatz es hätte tun können. Und genau diese Stilmittel sind es, die die große Nähe zum Geschehen vermitteln, eine vollständige Identifikation mit Ismael ermöglichen. Was Thema des Buches ist, wird so zur Anwendung am Leser selbst: Die Macht der Sprache.

Prädikat: Unbedingt lesen und an alle ab spätestens 12 weiterverschenken. Und bitte, bitte, bitte, macht KEINEN Film daraus. So etwas muß man LESEN.


Ismael und der Auftritt der Seekühe
Ismael und der Auftritt der Seekühe
von Michael Gerard Bauer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz die Klasse, trotzdem klasse, 8. Juli 2011
Inhaltlich ist der "Auftritt der Seekühe" natürlich die Fortsetzung von "Nennt mich nicht Ismael!". Wenn auch der Titel dem Leser des ersten Bandes, der die Rockband von Ismaels Vater als "Dugongs" kennt, etwas rätselhaft erscheinen mag, aber für zumindest ein (überflüssiges) Wortspiel im Roman wird die deutsche Bezeichnung gebraucht.

Nach 110 Seiten fragte ich mich, wann das Buch endlich mal anfangen will. Bis ich merkte, daß ich einer falschen Erwartung aufsaß: Ich erwartete, daß etwas sprachlich ähnlich Brillantes wie der erste Band anfing. Was dagegen schon längst angefangen hatte, war ein anderes Buch, das allerdings der Standard-Teenie-Komödie, wie sie dutzendweise aus Hollywoods Drehbuchcomputern quillt, im Vergleich zum ersten Band schon beängstigend nahe steht. Dabei ist die Geschichte nicht schlecht, der Leser durchlebt mit Ismael wieder manche Höhen und Tiefen. Aber man ist nicht mehr annähernd so dicht dran. Steckte der Leser beim ersten Band noch fast in Ismaels Haut, so steht er im zweiten distanziert daneben.

Die Geschichte dreht sich hauptsächlich um Razza und Ismael (und Kelly natürlich), die übrigen liebgewonnenen Figuren werden nur hier und da gelegentlich eingeschaltet. Ja, das gilt auch für Scobie. Ersatzweise kommt hier und da der Deus ex Machina zum Zuge - die "Dugongs" haben ihren Manager verloren? Kein Problem, Mr. Barker übernimmt begeistert! Dann fehlt ihnen der Drummer? Das macht Orazio mit links! Kelly Faulkner ist mit einem anderen Typen zusammen? Ganz einfach, die beiden trennen sich gleich mal an dem fraglichen Abend! Barry Bagsley begegnet Ismael unbeaufsichtigt auf den "Feldern", und statt ihn zusammenzuschlagen, offenbart er ihm seine Schwäche ... Das Ganze ist ein wenig zu sehr konstruiert und auch reichlich überfrachtet. Als habe der Autor eine Liste mit dem Titel "Was in einer Teeniegeschichte keinesfalls fehlen darf" abgearbeitet. Mir wäre es lieber gewesen, die einzelnen Episoden wie im ersten Band zu erleben: detailreich und mit der umwerfend metaphorischen Ironie (so was wie "die Klasse war eine einzige gerunzelte Stirn") aus Ismaels Perspektive geschildert. Das kommt im zweiten viel zu kurz.

Leider scheinen Autor und/oder Übersetzerin der Meinung gewesen zu sein, die Sprache "cooler" gestalten zu müssen. Was gerade bei Orazio nur noch peinlich wirkt. Glaubt man ihm im ersten Band noch, daß er wirklich ein heller Kopf ist, der nur seine Identitätssuche mit Entertainment-Gehabe überspielt, so begegnet er uns hier als reines Großmaul, dessen Sprache teilweise ins Obszöne abgleitet, wenn er selbst Mrs. Tarango gegenüber von "Mädels" und "Bräuten" spricht, obwohl sie deutlich macht, daß sie Wert auf den Begriff "junge Frauen" legt. Und sprachen die Schüler im ersten Band auch untereinander von "Mrs. Tarango", so wird sie hier zu "die Tarango" - das mag realistischer sein, aber ich würde es vorziehen, den Respekt, den sie dieser Lehrerin zweifellos entgegenbringen, auch sprachlich gewürdigt zu sehen.

Doch war ich auch in mancher Hinsicht enttäuscht, so hat sich die Lektüre doch gelohnt. Ziemlich unvermittelt blitzen Schlaglichter auf Hintergründe der Charaktere auf, und wir bekommen eine Ahnung davon, wieso Bagsley Vergnügen daran findet, andere fertigzumachen, und welche schmerzhaften Erlebnisse Orazio zum Dauerspaßmachen brachten.

Mit dem ersten Band im Hinterkopf ist der zweite zumindest interessant, wenn er auch sprachlich wie inhaltlich längst nicht dieselbe Klasse besitzt. Wer den ersten Band jedoch nicht kennt, kommt nach Lektüre des zweiten nicht unbedingt auf die Idee, auch den ersten noch kennenlernen zu müssen. Was ich sehr schade fände.


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