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Rezensionen verfasst von
Wolfgang Müller "wolfgm22" (Sinsheim)
(REAL NAME)   

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Wie Sie unvermeidlich glücklich werden: Eine Psychologie des Gelingens
Wie Sie unvermeidlich glücklich werden: Eine Psychologie des Gelingens
von Manfred Lütz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du existierst höchst persönlich, 10. Dezember 2015
Nach dem verblüffenden Bluff-Buch nun also ein geglücktes Glücks-Buch, quasi als Anti-Ratgeber-Essay. Glück als Menschheitsthema, das jeden betrifft und beschäftigt, sei weder eine Wissenschaft, noch eine Kunst oder ein Ideal, weil es allzu persönlich ist, somit gäbe es 7 Milliarden Glücksrezepte, diagnostiziert der erfahrene Psychater Manfred Lütz und beleuchtet das Thema psychologisch, philosophisch und spirituell, immer auf Augenhöhe des Lesers, ja sogar ein wenig ironisch gegenüber seinem eigenen Fachgebiet. Um so ernster kann man ihn auch nehmen, da diese Art von Humor Weisheit voraussetzt.

Süchte nach Glück aller Art nehmen zu, die gefährden, verengen, versklaven. Durch den ansteigenden Orientierungsverlust profitieren der Glücks-Ratgebermist, Glücks-Seminare und Glücks-Gurus. Leider macht bloßes Faktenwissen weder glücklich, noch zu einem besseren Menschen.

Aus der Geschichte der Philosophie finden wir Anregungen über Glück (1). Jaspers bringt uns auf die Spur, dass unvermeidliche Grenzsituationen wie Leid (2) sowie Schuld, Kampf und Tod auch Glücksquellen sein können (3). Es geht um Selbsterkenntnis. Weniger um äußeren Erfolg, vielmehr um ein gelingendes, sinnvolles Leben (4).
1
Bei den alten Griechen ist die Rede etwa von der Bedürfnislosigkeit eines Diogenes in der Tonne: Majestät möge ihm bitte aus der Sonne gehen, er brauche nichts. Oder von der heiteren oder stoischen Seelenruhe. (Jetzt verstehe ich diesen Tsipras). Vom tieferen Erkennen, das zum besseren Leben führt, vom guten denken und handeln, dem eigenen Wesen entsprechend, von der maßvollen Lust ohne Schmerz und Verwirrung oder der Erfahrung, dass ein ideologisch gelenkter Volksbeglückungs-Staat nichts ausrichtet (was bis heute schiefging).
Die Renaissance in Italien lässt die griechischen Götter wieder auferstehen, das Goldene Zeitalter der Malerei, Bildhauerei und Architektur in Florenz war eine glückliche Zeit. Augustinus sucht das Glück nicht mehr im rein Sinnlichen und bekennt sich zum Christentum. Für Luther zählt die göttliche Gnade und nicht das selbstgerechte Menschenwerk. Die Neuzeit will Glück durch Lustauslebung, etwa mittels Drogen, und verirrt sich in der Lust-Maximierung. Kant arumentiert diesen Unsinn weg: Der Pflichterfüller sei vor allem glückswürdig, frei davon, sich von seinen natürlichen Bedürfnissen versklaven zu lassen. Im neuesten ideologische Trend messen Forscher Glück in Hirnregionen als wäre Glück ein Neurotransmitter.
2
Im Leiden können wir uns persönlicher, unverwechselbarer, tiefer und klarer wahrnehmen und erkennen aber auch, der andere ist wie ich. Wir sind Menschen.
Einzig das Christentum hat Interesse an deiner Psyche, in anderen Religionen wird das Leid ferngehalten. Das Christentum kommuniziert mit einer Person und sieht den leidenden Christus, an das es Trost findet, glaubt an einen mitleidenden Gott. Und wo war Gott in Auschwitz? Am Kreuz!
Leiden oder gar sich opfern für andere bekommt Sinn. Der prot. Pfarrer Paul Schneider sprach seinen KZ-Mithäftlingen mit Worten der Auferstehung Mut zu, wurde jedesmal dafür ausgepeitscht und ging mit den Todgeweihten in den Tod, obwohl er hätte freikommen können. Das wirkt bis heute in alle Herren Länder.
Unzählige in Not lasen die Geschichte des in Versuchung geführten Hiob, der standhielt, belohnt wurde und somit auf einen letzten Sinn verweist, der das Verstehen übersteigt. Glücklich, wer gewiss sein kann, dass sein Leben gut ausgeht.
Augustinus glaubt, dass der Mensch mit verklärtem Leib in der Anschauung Gottes ewig lebt. Vom Jenseits her strahle das zu erwartende ewige Glück schon ins irdische Leben hinein. Es leuchte bereits in der Schöpfung. Dies schreibt er in seinen berühmten "Bekenntnissen", einer schonungslosen, bislang noch nie da gewesenen Erforschung der eigenen Psyche.
3
Keiner kann die Folgen seiner Taten absehen, jeder Mensch wird schuldig, aber dadurch kann er sich seiner selbst bewusster werden als Unverwechselbarer in der Geschichte. Christen glauben, wir alle leben in Schuld-Zusammenhängen und hoffen auf die göttliche Gnade. Durch Schuldverstrickung kann uns gezeigt werden, wer uns zu erlösen vermag.
Kampf meint auch lebendige, vitale, gedankliche Auseinandersetzungen. Die (spinnen, die) Römer waren glücklich in Eroberungskämpfen und hatten Spass an geregelter Randale. Mit quicklebendigen Argumenten lässt es sich wohl besser kämpfen als mit Waffen. Eine völlig harmonische Ehe, in der man ineinander verschwimmt und nicht mehr sich selber sein will, wäre eher ein Zeichen einer psychischen Deformierung.
Ein endloses Leben wäre gleichgültig und nie endgültig. Wenn unser Leben "abgezeitigt" ist, wird jede Entscheidung, jeder Moment unwiederholbar. Wohl dem, der entschieden und substanziell gelebt hat, denn Wesentliches bleibt.
So wird ein begrenztes Leben intensiver gelebt, wenn man sich nicht durch Unterhaltungsschrott ablenken lässt und seine Zeit nicht vertut mit Routinen, Floskelgeschwätz und bloßer Wissensanhäufung.
Christen glauben an ein leiblich-verklärtes Weiterleben, sehen das Leben als Geschenk, den Tod als Übergang, die Zeit danach als ewiges Jetzt, wie wir es diesseitig in dichten Momenten erleben können. Es geht also auch um das Glück im Ewigen.
(Anm.: Beim Kapitel "Ewiges Glück" befällt mich eine Art Interpretations-Blockade. So halte ich es frei nach Wittgenstein: Worüber ich nicht schreiben kann, darüber muss ich schweigen).
4
Wenn man sich Problemen stellt, wird man sich seiner Einmaligkeit bewusster. Es geht um Selbsterkenntnis, um Unwiederholbarkeit, um Sinnzusammenhänge. Darum, verborgene, vergessene Kräfte zu entdecken, mit gegenwärtigen Fähigkeiten in die Zukunft zu blicken und weniger auf Kindheitsdefizite zu starren. Glück kommt aus Selbsterkenntnis und Gelassenheit.
Was wollen wir mit diesen z.T. banalen oder unsinnigen Guru-Theorien? Wer nix glaubt, glaubt alles. Der lärmende, sinnlose Erfolgskult vertreibt wahres Glück und fordert seine Opfer. Erfolg hängt von vielem ab und kann sich wieder auflösen.
So müssen wir Erfolg vom Gelingen unterscheiden. Gelingend lebt, wer gemäß seiner Kräfte und Fähigkeiten waltet, seine Bestimmung und seine speziellen Chancen wahrnimmt. Van Gogh, Mozart, Kafka oder Kolumbus waren keine erfolgreiche, aber gelungene Leben und gehören zum Menschheitserbe. Behinderte können in ihren Grenzen ein gelungeneres Leben führen als gehetzte Normopathen.
Glück hängt mit Geborgensein in einer sinnvollen Welt zusammen. Schließlich besteht unser Wert auch darin, dass sich unser Geheimnis nicht auf Messbares reduzieren lässt.


Encores
Encores
Preis: EUR 14,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Encores, immer weiter, 4. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Encores (Audio CD)
Ein echter Künstler lebt durch Arbeit, braucht sie wie die Luft zum Atmen mit dem ganzen Theater um sich herum. Geübt im Überleben hält er sich in Form im Radius seiner Möglichkeiten. So sät er und erntet weiter, und Fans wie ich ziehen ebenso gnadenlos mit.

Die CD ist ungewohnt frei von musikalischer Akrobatik, ruhige Sachen allesamt. Dieser melodiöse Minimalismus dürfte Absicht sein, denn an der stimmlichen Meisterung kanns nicht liegen. Beim Frankfurter Konzert letzten Jahres klappte alles, obschon extreme Tonlagen geändert wurden. Aznavour möchte hier einfach nur ruhig erzählen. Deshalb versuche ich der Chanson-Lyrik etwas genauer zu lauschen, wobei ich allerdings viel drum geben würde, richtig französisch zu können, damit mir die letzten Sinnmacher noch aufgingen.

Avec un bris de nostalgie. Platten erinnern an heimliche Geliebte. Wer verließ wen? Mädchen heiraten, wenn die Jungs noch flirten. So viele Gescheiterte, aus denen ich nichts lernte, Verspieltes stimmt reumütig, denn die Zeit kommt nicht zurück.

Ma vie sans toi, ohne dich wäre ich der Unglücklichste der Welt. Deine Haut, deine Stimme sind Komplizen, um mich um morgen nicht zu sorgen.

Mit selbstgebauten Seifenkisten die Gegend unsicher machen, vor uns alle Chancen. Mit Knallfröschen Hausmeister in Rage bringen, blöd kichernd den Nymphen nachlaufen, die schulterzuckend wegschauen. Nach Schulschluss die Finger voller schwarzer Tinte, irre Wettrennen, turnierartige Murmelspiele, Lutscher und Lakritz, heimlich Kippen drehen in Reispapier. Vom Geld von den Eltern für die Kirche les petits pains au chocolat, frisch eingewickelt in Seidenpapier, ich bitte um Vergebung. Ja, die gehören unbedingt dazu, diese kleinen, feinen, duftenden Schokoladenküchlein aus Kindertagen, an denen ich mich heute noch versündige.

Der verlorene Frühling spielt mit meinem Alter und hält mich gefangen, verlangend nach deiner Stimme, sich sehnend nach deinem Duft. T'aimer, geflüsterte Worte im Himmelbett, erhaben und göttlich, welch süße, reine Harmonie. Mein Leben wäre bekreuzigt ohne diese Freuden.

Deine Fingerspitzen und der warme Klang deiner Stimme beschreiben, was du siehst und öffnen mir die Augen für das Werk eines Gottes, aus dem das Licht entstand. Man sagt von dir, du seist schön, meine Hände wissen es, mein Sonnenlicht, meine Farbe, mein Leben. Deine Sanftmut öffnet mir den Weg aus der Dunkelheit ins Licht, du begeleitest mich mit deinen Worten und Händen in den nächsten Morgen mit beruhigendem Lächeln wie ein Schutzengel, der mich aufbaut, mir zuredet, mir Zuversicht gibt. Du Sonne meiner letzten Jahreszeit führst mich vom Dunkeln ins Licht, des tenebres la lumiere.

Wäre ich ein alter Bauer und du bereits auf dem Friedhof, bliebe ich in diesem alten Steinhaus, moi je reste la, die vererbten Felder zu bearbeiten. Die Kinder längst weit weg, der Lebensmittelhändler hat aufgegeben, der Bäcker ist umgezogen. Die Jugendgesänge und großen Feste sind Vergangenheit, die Straßen leer und verlassen, um dich heult nur der Wind. Vollzeitarbeit mit schwieligen Händen ohne Weinachten oder Fastenzeit,
pflügen, sähen, ernten, die Tiere versorgen, wie viele vor mir in trüben Zeiten noch ihr Bestes gaben. Wer würde dich vermissen, fände man dich eines Morgens in deiner alten Jacke. So bleibst du auf deinem Gut, denn ein Anderswo wirds nicht mehr geben.

Liebste, ich trage an dir leicht wie schwer, ob fern von mir oder in meinen Armen, du bist in mir in jeder Sekunde. Du sagst, mein Leben brandet dir entgegen wie ein tosender Strom, ich schaue nach dir wie eine Mutter nach ihrem neugeborenen Kind. Ich trage dich in der Tiefe meiner Seele, Liebste, wo Himmel und Hölle sich berühren, in reinem Wasser wie im lodernden Feuer trage ich dich wie Jesus sein Kreuz, wie ein Glaube, ein Bekenntnis, mon amour je te porte en moi.

Chez Fanny. Das Bett war warm, und die Nächte waren zart, trotz äußerer Gefahren. Fanny, unabhängig, lebhaft und schön, begrüßte uns feierlich in ihrem Bistro zur Zeit der Wehrmacht und Gestapo und versteckte uns narrensicher. Fanny, Patriotin, Aktivistin, riskiert mutig ihre Haut mit ihrer geheimen Druckerei. Doch plötzlich bei Tagesanbruch erschien eine Truppe in grünen und schwarzen Uniformen. Welcher Bastard hat sie verraten? Sie wurde abgeführt durch diese Tür und kam nie zurück. Diese vergessenen Fannys sind nicht einmal die Schatten vergessener Gräber. Was mir weh tut ist dieser heilige Bund zwischen uns. Denn ich bin immer noch unsterblich verliebt und werde sie nie vergessen.

Die Glocken bei einer Kindestaufe erklingen so kristallklar, schön und rein, um das Schicksal zu segnen. Sonnez les cloches für das bewegte, kaum erwachsene Paar, das die Ringe tauscht. Wenn der Priester im Gottesdienst die Dreieinigkeit des Allmächtigen erklärt. Wenn die Beerdigung uns das Blut gefrieren lässt.
Als Warnruf für das Elend und die Trauer, die Torheit der Menschen, schwachsinnige Kriege, sterbende Tyrannen, Gewinner und Verlierer. Erklingende Glocken für den heiligen Papst, für Ostern und Weihnachten.
Jeder von uns wird ihn eines Tages hören, diesen Klang nach dem Leben, nach dem Tod. Und er wird noch ertönen, die Ewigkeit zu verherrlichen am Tage des Jüngsten Gerichts.

Auf dem Hügel (Montmatre) in der Rue Saint Rustique, wo ich in frühen Jahren lebte, stand das das bonbonrosa Haus. Es war eine andere Zeit, eine grandiose Zukunft schien vor uns, wir waren jung und verrückt, meine Kumpels und ich, wie das rosa Haus, Ort der Besprechungen und Rendevous. Es waren rosa Zeiten, der Liebe, des Weins, des Lebens, die Zeit der süßen Kirschen, es waren tausend Dinge, die man vermisst. Jeder hat in sich wohl so ein geheimes rosa Haus, wo manches frisch und lebendig ist, manches verschüttet und entrückt. Der Wirt starb an Leberzirrhose, Bacchus (römischer Gott des Weines) wacht über ihn. Seine Witwe lag in den Armen eines Virtuosen und entdeckte die große Liebe, von der sie immer träumte. Heute ist das rosa Haus geschlossen. Unsere antiquirten Träume sind ausverkauft, die mit dem maison rose verbunden. Erinnert ihr euch noch?

De la Mome à Edith (Piaf - 100-jähriges Jubiläum und Entdeckerin von C.A.) Sie singt auf der Straße zärtliche Romanzen, der Spatz von Paris. Sie erobert unsere Herzen und die Welt. Vom Straßenkind mit dem schwankenden Gang zum ewigen Star überlebt sie in unseren Gedanken, wir werden sie immer lieben. Sie lebte ein Leben über alle Maßen. Ging ihren Königsweg von der Straße auf die Bühne ganz in Schwarz und bleibt in uns eingraviert als Legende.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 31, 2015 5:30 PM CET


Herbstblond: Die Autobiographie
Herbstblond: Die Autobiographie
von Thomas Gottschalk
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unser Sonnenkönig, 6. August 2015
Denis Scheck befördert Gottschalks Autobiografie nicht in die Tonne des Bestsellerschunds und ! - das muss man sich einmal vorstellen - bezeichnet sie als weitestgehend amüsant, passabel und einsichtsreich. G.s Deutschlehrer, der ihm einst niveauvolle Gedankenleere bescheinigte, behält somit nicht recht. Die Kapitel sind sinnvollerweise mit Musiktiteln überschrieben, etwa: Reflections of my life (schöner Marmelade-Song) oder Fame (D. Bowie).

Seine konkurrenzlosen Radiojahre betrachtet er als seine schönsten (1). Er moderiert Musik-, Spiel- und Talksendungen im TV und wird schließlich zum Gesicht von "Wetten, dass" (2). Beschreibt u.a. das Verhältnis zu Kuhlenkampff, Reich-Ranicki, Sachs und Riegel (3). Sein kalifornischer Traum trifft auf Kapitalismus (4). Ruhm kann nerven, wenn einem die deutsche Boulevardpresse um die Ohren fliegt (5). Mit seinen Glaubensfragen komme ich nur teilweise klar (6).
1
Nachdem seine Mutter bestimmte, wie er sich zu kleiden hat, will er anders sein. Was der Onkel aus der kirchlichen Kleidersammlung mitbringt, kombiniert er, modisch seiner Zeit voraus, mit anderem. Prägend ist die Reise mit der Jugendgruppe ins Swinging London der St.-Pepper-Zeit. Bietet journalistisch ambitioniert der "Plauder-Ecke" in der Lokalzeitung seine Erlebnisse an. Sein Trost ist Radio Luxemburg, seine Welt die "All-you-need-is-love"-Eurovisions-Party.
Der BR3 lädt ihn trotz frech ausgefülltem Bewerbungsformular zu einem Nachwuchswettbewerb, setzt ihn zunächst als Verkehrssprecher ein und lässt ihn dann eigene Sendungen machen.
Eine Münchener Boulevard-Zeitung lässt ihn eine Badenixen-Show moderieren, durch die er sich lampenfieberfrei und spontan durchschludert.
Das Radio ist bisher die einzige Werbeplattform. Interviews mit Elton, Tina, Rod & Co. Versteht sich mit dem DJ, seinem späteren Chef, erblüht zur lokalen Größe, erhält Autogrammwünsche, wird zum beliebtesten BR-Sprecher, lockt Zuhörer mit Gewinnspielen, "Dallas"-Sketchen und Live-Gästen und ist aufmüpfig gegen Autoritäten.
Der Sturm-und-Drang-DJ pusht Songs zu Hits, wird von Plattenindustrievertretern zur Pizza geladen, darf sich einen dotierten Preis abholen, mit Rockbands plauschen und auf Tour gehen, wo er tausenden von tanzenden Jugendlichen den Soundtrack ihres Lebens liefert.
2
Lehrerausbildung der Mutter zuliebe. Parallelbewerbung bei der publizistischen Nachwuchsförderung an der Uni, dort lernt er seine Thea (der er immer treu bleibt) auf einem Studentanball kennen. Sie meint, er soll ins TV.
Übernimmt den Musikpart einer ARD-Jugendsendung. Da auswendig Gelerntes bei ihm nicht funktioniert, kommt die Situationskomik um so besser an. Seine schlitzohrigen Scherze in irgendwelchen Nebensätzen erinnern ein bißchen an Sinclair/Wilde ("Die 2") oder die Beatles-Filme. Gewinnt das Carsting für die "Telespiele" und tritt schließlich frischwindig und sonnig zur Primetime vor die Nation. Lässt sich vom ZDF abwerben, "Na sowas!", und der Ausruf ausgerechnet wieder von "Bild", die deutsche Kultur würde verkommen, treibt auch noch die Quote hoch.
Fällt als Aussen-Reporter bei "Wetten, dass" mit flotten Sprüchen auf und darf dann F. Elstners letztes Lagerfeuer der Nation übernehmen. Eurovisions-Fanfare. Here comes the sun king, everybody's laughing, everybody's happy (Beatles). G. wird zum Phänomen (auch für sich selbst). Der unter Strom stehende Lockenkopf hat großes Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort den größten Unterhaltungs-Dampfer zu steuern. In dieser Eurovision blüht er am gottschalkigsten: Grüß dich, Alter... Servus... freut mich... mein Liewä... Reschpekt... Menschenskinder... häh !... gumma, er hier... das muss man sich mal vorstellen... Herrschaften... und jetzt Obacht... Moooment... ach Schmarrn... Awä, Herrschaften, es hat nicht sollen sein, die Älteren mit der Web-Generation länger vereinen zu können, und überraschender wird der einstige Quotenrenner auch nicht. Immerhin war - außer dem Papst und der Queen - jeder da.
RTL bietet ihm eine Late-Night an, die bei uns aus mentalen Gründen die Kurve nicht kriegt (sympathischen Gruß an Harald Schmidt).
Nach W. Lippert steigt er mit W.dass und Michelle ma belle nochmal in lichte Höhen. Als irgendwann der Stern durch die manipulativ zusammengeschusterte Carsting-Show-Konkurrenz doch wieder sinkt, kommt die krasse Wette von Samuel Koch gerade recht. Und damit das böse Erwachen. Nach dem Unfall, den die Nation schockt (6 Buchseiten) steigt G. endgültig aus der Sendung aus.
Nachdem er sich als bildungsbürgerlicher Dampfplauderer nach amerikanischem Vorbild im Vorabenprogramm neu erfinden will, bald darauf aber den Quotentod stirbt, empfiehlt ihn die Produktion an die Diddää-Casting-Jury und landet bei diesem miesepetrigen weit unterschätzten Egozentriker trotz der immer heiteren Michelle an seiner Seite im falschen Film. Und fragt sich, wo für sein Unterhaltungsverständnis überhaupt noch Platz ist.
3
Erinnerung an sein Idol. Mensch, der Kuli, wie der mit den EWG-Kandidatinnen kokettiert hat, das war die Show. Spätere Comeback-Versuche in Sachen Bildungs-Quiz gelingen nicht mehr, und ein Interview mit ihm über das undankbare Geschäft macht nachdenklich.
Ja, er kann mit lehrreichen Alten (Vater-Ersatz). Da lässt sich ein M. Reich-Ranicki einladen, und dieser wünscht sich G. auch noch als Geburtstagsredner (wohl insgeheim gelankweilt mit k) zum 80sten. Zum ersten mal Lampenfieber zwischen von Weizäcker und Schirrmacher in der Paulskirche vor der vornehm unterdrückt hüstelnden Intellektuellen-Elite. Dann die Lebenspreis-Verleihung an den Literaturkritiker zwischen Comediens und Soapstars: Er gehöre nicht in diese Reihe, befindet er und donnert ins verduzte Publikum: "Ich neeehme diesen Prrreis nicht an!!". Respekt Marcel! Wir bleiben Verbündete.
Da ist der letzte kulivierte Gentlemen, sein Gutfreund G. Sachs, der um seine 150 Kühlschränke weiß, aber nicht, in wieviel Wohnungen die stehen.
Da ist sein treuer Freund, Gönner und Chancengeber H. Riegel (Haribo). Menschenskinder, er kann doch nüscht dafür, dass sie ihm die Millionen nachwerfen, wo doch nie finanzielle Erwägungen in seiner Karriere eine Rolle spielen sollten. (Jetzt sehe ich ihn mit der Braue zucken und dabei fix den Arm anwinkeln, um eine Knallschote anzudrohen).
4
Der Priviligierte entdeckt (immerhin 20 Jahre jünger als Kolumbus) Amerika, damit ihm der Realitätssinn nicht abgeht. In L.A. ist jedes zweite Haus for sale, eine tolle Geldanlage.
Überschreitest du die Höchstgeschwindigkeit von 90 bzw. 105km/h, wirst du von einem rot-blau leuchtenden heulendem Monster an den Straßenrand getrieben und zu einer sechsstündigen autoritären traffic school verknackt.
Disney tut so, als wärest du für sie geschaffen, dabei endest du in "Sister Act 2" als nur in Zeitlupe erkennbarer und von deinen Textleistungen völlig beschnittener salamischwingender Küchenmönch.
Da moderierst du um dein Leben, damit deine Sprösslinge in einer zwar durchgeregelt-uniformierten, aber pädagogisch überzeugenden Privatschule mit Celebritydichte angenommen werden (ist immerhin im Eltern-Gremium und Leadership-Circle). Der Erfolgsweg der Kids wird frühmöglichst geplant, da wird kein Bafög hinterhergeworfen, da brauchst du einen Kredit für die Uni, versuchst es dann in der Elite-Uni für die Karriere und lässt deine Beziehungen spielen.
Beeindruckend übrigens, wie Leadership-Herren mit Privatvermögen die Oper von L.A aus der Pleite retten.
Du darfst Kanzlerin Merkel als fröhlicher Botschafter ihres Landes zu Obama begleiten (Ehrenmedaille). Auch Fotos mit Clinton und Bush bei D-Besuchen beeindrucken den Durchschnittsamerikaner, obwohl dem Sport wichtiger ist als Politik. Gesundheitsreform oder Subventionen bei Kultur und Bildung driften bei konservativen, allzu plakativen Nachrichtensendern schon in den roten sozialistischen Bereich ab.
5
Er ist also Radiosprecher, TV-Gesicht, Kolumnist, Werbefigur, und immerhin taugt seine Nase trotz bescheinigter Talentlosigkeit für ein Duzend Kinofilme. Wenn du über deine Preise keinen Überblick mehr hast und umgeben bist von einer vom Secet Service träumenden Event-Security, brüllenden Fotografenhorden und sinnlos fragenden Mikrofonstechern, dann leuchtet dein Stern - bis dich einer mit einer falschen Frau mit dem Handy ablichtet und damit reich werden will.
Da sind vor allem diese abhängigen Madigmacher und Pseudo-Sittenwächter, scheinbar dazu berufen, sich das Maul zerreißen, statt die Wirklichkeit zu erklären. Da werden Fakten eigenen Ambitionen untergeordnet, da wird zwecks Verkaufe tüchtig gedealt. Wer dich gestern zusammenfaltet, schreibt dich (als Veranstaltungs-Moderator seiner Zeitung) morgen hoch.
Da ist die Jagtmeute, die auf Schuldlose feuert, und notfalls schickt dir ein profilneurotischer TV-Journalist einen Paparazzi-Hubschrauber übers Haus. Du stehst im S***storm von finsteren Mutmaßungen, Mißverständnissen und falschen Zusammenhängen und wirst zu Unrecht pulverisiert. Ein Sensations-Journalist lässt sich durch eine Klärung die Story nicht kaputt machen, und bis der rechtliche Sieg erlangt ist, wird längst die nächste S** durchs Dorf getrieben. Betritt so einer vermimtes Privatgelände, reagiert dein Anwalt schon reflexhaft. Dann diese Horde völlig realitätsferner Omi-Blättchen, die ohne eigene Beteiligung alles aus der Gerüchteküche verwursten und unvorteilhafte Fotos zur chancenlosen Ehe zusammenbasteln.
Aber - Herrschaften - derartige Kämpfe sind überlebt, und jetzt ist Ruhe.
6
Die Jahre, da gehen sie hin. Gestern noch im Zentrum des Geschehens und morgen schon der Bandscheiben-Opa. Ein wenig Endzeitstimmung schleicht sich ein, du wirst vergesslicher, verübelst den Suizid deiner beiden Freunde Sachs und Reiter (Förderer im BR). G. war knapp 14, die Mutter über 40, als sein an Krebs erkrankter Vater sein Los ergeben trug und die Lebensuhr seinem Schöpfer erst dann zurück gab, als sie stehen blieb. (Besser kann man es nicht ausdrücken).
Er wird mit seinem Bruder und seiner Schwester dazu erzogen, auf andere zuzugehen, das wird ja auch entscheidend wichtig. Andererseits war die Kriegs-Generation zu verhärtet und zu streng. Seine Mutter forderte ein unerfüllbares sittliches Idealbild, das ihn zum tricken nötigte. Keine Erklärung, keine Diskussion, gleich eins hinter die Löffel, daher wohl diese Abneigung gegen alles Autoritäre - typisch für die Nachkriegs-Generation, die sich u.a. mit einem eigenen gesteigerten Flowerpower-Lebensgefühl zu befreien suchte, das sich in der Musik ausdrückte.
Von Religiösen umgeben prägt ihn die kath. Welt der 50er. (Die hatten damals noch nicht die Power-Rhetorik etwa eines Pastor Spitzer, Berlin, oder Bobby Schuller, Orange/Kalif.). Er sympathisiert mit H. Küng, wenn Glaube auf Aufklärung trifft (my goodness, sind wir aufgeklärt). Als Protestant protestiere ich, was er an Grundlegendem anzweifelt und einfach am ach so Unerklärbaren scheitert. Im Gegensatz zu den anderen Kapiteln machen solche Untiefen keinen Spass zu lesen, erst recht nicht, wenn es für eine überzeugende Weitergabe nicht reicht. Muss uns das etwas angehen, dass seine Söhne nur an das glauben, was man sich im Netz runterladen kann? Wem klar ist, was das heißt, dem lässt das nicht unbekümmert.
Aber ich wette (ohne pushen zu wollen, denn dafür sorgt jemand ganz anderes), dass der gute Thommy es noch irgendwie hinbekommt, seine in Amerika lebenden Söhne noch zu einem Say-Yes-To-Jesus zu bewegen. Falls ich die Wette verlieren sollte, ist es bei mir mit den Gummibärchen endgültig vorbei. Topp, die Wette gilt !


BLUFF!: Die Fälschung der Welt
BLUFF!: Die Fälschung der Welt
von Manfred Lütz
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was die Welt zu bieten hat, 4. Juni 2015
Die Welt blufft. Nein ! Doch !! Ooooh !!! Du wirst manipuliert. Nein ! Doch !! Ooooh !!! Zu kommerziellen Zwecken. Nein ! Doch !! Ooooh !!!
Zugegebenermaßen habe ich vor ein paar Jahren diesen Reißertitel als Produkt unserer Erregungsgesellschaft abgetan. Als mich nun eine zufällige Leseprobe in den Sog zog, wurde klar wie irre man sich täuschen kann, denn das Buch ist aufschlussreich, mitteilungsstark, entlarvend und schießt den Vogel ab.

Dr. med. Dipl. Theol. Manfred Lütz, Facharzt für Psychatrie und Psychotherapie mit Kabarett-Ambitionen ist eine interessante Kombi (auch optisch liegt er zwischen Sigmund Freud und Hanns Dieter Hüsch). Der vollbärtige Menschenkümmerer packt mit viel Wissen, Bildung und Erfahrung aus. Klar positioniert und durchaus missionarisch wird da saftig, aber mit dem nötigen Humor argumentiert.

Gefährliche illusionäre Einflüsse haben mit der wirklich wichtigen existenziellen Welt nichts zu tun und entziehen uns den Boden unserer Eigentlichkeit, so die These. Wir leben in absurden, künstlichen Welten, in einem Nützlichkeits-Konstrukt, und begehen einen nicht wiedergutzumachenden Fehler: Wir verpassen unser höchstpersönliches Leben.
Wer sich nicht distanziert, wird zur Marionette. Der Film "Die Truman-Show" (s. Youtube) gilt als Gleichnis.

Wir lenken uns liebend gerne ab mit diesen lärmenden Maskenzügen des Welttheaters, einer künstlichen Welt, die sich dreist als wahr behauptet: Die Welt der Wissenschaft (1), der Psychologie (2), der Medien (3), der Wirtschaft (4) der Plastikreligionen (5) und der Geschichts-Vergewaltigung (6).
In diesen Welten findet Gott nicht statt, schreibt er. Am Ende wissen wir nicht mehr, worum es geht. Wer sind diese hochprofessionellen geschäftigen Regisseure, die die Korken knallen lassen, und diese hohlen Plastikwelten schaffen, die unser Weltbild beeinflussen?
1
Die Menschen waren früher genauso klug, erzählten Geschichten, hatten Tage statt Wochenstunden und kannten den Abstand zwischen Mond und Sonne noch nicht. Hatten Sie in dieser Gegend schon mal zu tun?
Es gibt seriöse Wissenschaftler, löbliche hilfreiche Ergebnisse, die von Krankheiten befreien. Gefälscht wird die Welt aber durch naive ideologische Probagandisten, für die die Wissenschaft die Gralsburg der Wahrheit, die Weltdeutung, ja die Weltanschauung schlechthin ist.
Dieses bunte Wissenschaftlervölkchen versucht, sich aus ihrem zunehmenden Fundstücken-Flickenteppich einen immer neuen Reim zu machen, ohne eine ewige Wahrheit zu finden. Sie sehen methodisch von Gott ab, messen und rechnen bis in die Sterne und sehen den als besseren Menschen an mit den meisten guten Veröffentlichungen.
Als Totalerklärung wäre sie, die Wissenschaft, die Truman-Show, die Dawkins inszeniert, eine plumpe wissenschaftliche Pappkulisse für einen atheistischen Karneval, eine heile Trugwelt, ein auf Formeln reduziertes Leben. (Beide Bestseller-Autoren, Lütz und Dawkins, sollten sich auf der Buchmesse treffen. Aber Fundamentalisten diskutieren nicht gern).
2
Freud gibt seine Schlussfolgerungen offenbarungspathetisch als Geheimwahrheiten aus und exkommuniziert als Ersatzreligions-Papst C.G. Jung. Deckt einer den bemitleidenswert komplizierten Tiefenschwindel auf, scheut man keine Fouls, die Ideologie zu retten. Die Psychoanalyse füllte das Vakuum einer religionsmüden Zeit, eine Konstruktion, die nichts weiß von der eigentlichen Welt, von Liebe, Gott, Sinn und Schuld.
Wir spielen nur noch antrainierte Rollen. Der häufig banale psychologische Ratgebermist boomt. Das heidnische Volk glaubt Psychoexperten mit vielversprechenden Buchtiteln und unheimlichem Geheimwissen einer neuen Erlösung, wie spannend. Selbsternannte Burnout-Experten raten mit hochtrabender Banalität, kürzer zu treten.
Das Leben wird eilfertig pathologisiert und bestsellerträchtig reduziert auf Wellen und Elemente, unverarbeitete Kindheitserlebnisse. Und Neuro-Transmitter-Aktionen (Hirnforschungs-Hype).
Sehen wir besser auf unsere Fähigkeiten, unsere existenzielle Perspektive, was wahr oder falsch ist, gut oder böse, Liebe oder Illusion.
3
Das TV hat enorme Macht über leicht Manipulierbare, die Inszeniertes für wahr halten und schon verunsichert sind, wenn behauptet wird, die Mondlandung sei inszeniert.
Behaupteter Unsinn in Bücherfluten heben Gut-und-Böse-Grenzen auf und führen in die Irre.
Entertainment prägt unser Weltbild und schwächt die eigene Substanz. Der Konsument lässt sich in eine angenehme Künstlichkeit hineinziehen aus gespielten Helden und gespieltem Leben.
Ungreifbare international tätige profitgierige Firmen bespitzeln uns. Google & Co beobachten unser Verhalten zu kommerziellen Zwecken. Natürlich kann Facebook echte Freundschaft ermöglichen. Aber Vorsicht. Der respektlose Datensammler, der dich durchsichtig und berechenbar will, macht deine Detailbiografie unsterblich. Wir wissen irgendwann alles ohne etwas wirklich zu verstehen.
4
Skurrile Flittersternchen erfreuen sich der Verehrung mit albernen Aufmerksamkeits-Auftritten.
Werbung suggeriert, was wichtig ist. Hunderte von Gierigen stürmen einen Ausverkauf.
Weihnachtliche Inhalte werden bis auf die Fassade entfernt. Der halbheidnische Weihnachtsmann eignet sich für die Konsumorgie ohn' Unterlass. Selbst Christen bekommen eine adventliche Fastenzeit mit Geschichten, Gesängen und Gebeten nicht mehr hin. Weihnachten ist mit Trubel, Musikberieselung und spießigen Weihnachtsmärkten ein kommerzieller Erfolg. Der Inhalt (die Menschwerdung Gottes) hat sich erledigt.
Die Finanzwelt, in der es nur lukrativ und nicht-lukrativ gibt, funktioniert wie andere Fälschungen gieriger Jongleure und lässt Liebe, Gut und Böse und Gott als Ablenkung erscheinen.
Mit Börsenerfolg zum leichten Geld. Wenns kracht wird klar, die Finanzwelt besteht z.T. aus substanzlosen aus Absicht oder Naivität in den Raum gestellten Kulissen. Ein Finanzberater wäre ja mit seinem Wissen selbst Multimillionär.
Schulden ohne Schuld, Kredit ohne wirkliches Vertrauen. Das wilde Monster treibt Menschen in den Ruin, ins Gefängnis, in den Selbstmord. Und suggeriert: Was bist du schon in den großen Markt-Stürmen. Führende Staats-Repräsentanten "müssen" marktstabilisierend lügen.
5
Der Gesundheitstrubel beruht auf einer geschäftstüchtigen Fälschung der Welt. In der abendländischen Krise wird man sich des Ewigen Lebens ungewiss und hält sich an neue Anti-Ageing-Gebote (auch wenn die Eltern früh sterben, man gesund dahinscheiden oder tödlich verunglücken kann). Der Massenwahn vergöttert die Gesundheit und tanzt ums Goldene Kalb einer verengten Weltsicht.
Alles dreht sich bei Fans, die Fußball zu ihrem ganzen Lebensinhalt machen, um ihre Mannschaft, da wird es bierernst auf dem Feld der Ehre (ähnliche Prioritäten-Verschiebung wie beim Anhimmeln eines Megastars).
Den Leuten fällt bei Religion nur noch ein: Kreuzzüge, Hexenverfolgung und irgendwelchen Bedenken, was Spass macht. Eine Chance für die elitäre, komplizierte, teuer verkaufte Esoterik, die die Sterne für alles verantwortlich macht, wo nur die Zukunft, der Vorteil interessiert. Es gibt weder Trost noch Mitleid. Der Esoteriker lastet ein verpfuschtes Leben seiner Blütenwelt nicht an und endet in einem kalten All, das ihn emotionslos anblickt wie ein Glasauge, hinter dem es keine Person gibt.
Es gibt keine Erlösung durch Geheimwissenschaft. Christen glauben an eine Person mit einer Botschaft.
6
Wir fälschen die Welt aus sozialpsychologischen Gründen in plumpe verständliche und langlebige Klischees. So wenig sie über Galilei stimmen, so wenig stimmen die längst widerlegten Klischees der kath. Kirche (als noch einzige widerständige protestable Institution). Die von ihr verantworteten Kreuzzüge gehören zu unserem Empörungshaushalt (Vorurteile und politische Probaganda-Erfindungen werden hier überprüft und zurechtgerückt). Durch die Fälschungen des Christentums und ein Ritualisieren der immer gleichen wenigen Themen wird ein Zugang zu den Quellen unmöglich. Wir spalten wie ein Patient böse Teile unserer Lebensgeschichte ab und haben ein Feindbild nötig.
Das Wesentliche fehlt der Geschichtsforschung. Historiker begegnen weder ihren historischen Figuren mit ihren Sinnprägungen noch können sie Gott beweisen, noch entscheiden sie persönlich über Gut und Böse.
Geschichtsfälschungen kappen europäische Wurzeln. Die verunsicherten Europäer verlieren die Orientierung und sind anfällig für jeden Hokuspokus. Man kann zynische Ideolologien nur entlarven, wenn man weiß, wo man steht.

Finale:
Natürlich hat der Fortschritt auch sein Gutes. Seriöse ihres Fachs, die diese Welten von innen heraus kennen, lassen sich nicht so leicht gefangen nehmen und kennen ihre Grenzen.
In Mittel-Europa verstummen die religiösen Erzählungen vom Leben nach dem Tod. So leben wir vor uns hin bis der Tod einbricht ohne zweite Chance. Bleibt die papierende Unsterblichkeit der Wissenschaft.
Es formt uns "moralisch", was der Mehrheit gefällt. Doch wenn auch keinem eine Gewissensbetäubung so gelang wie den Nazis, so kann keine Fälschung die Gewissensstimme ganz zum Schweigen bringen. Wir glauben an Technologie, Lebensversicherungen und an den Versorgerstaat. Das öffentliche monströse Christentum-Klischee wird kritiklos übernommen. Wer sich aber bewährt, entscheidet nicht die Geschichte, sondern das Jüngste Gericht. Christlich oder atheistisch? Das ist nicht lustig. Leben oder Tod?
Steigen wir aus den Infofluten in das Rettungsboot, um Wesentliches zu sehen. Dass Liebe Sinn macht, etwa schon im Blick, einer Geste oder im Gespräch im Zug jenseits des Welttheaters.

Wie gehts hier raus? Als Hape K." mal weg" war, passierte ihm schließlich doch eine Gotteserfahrung. Berichtet aber nichts Näheres, diskreterweise. Th. v. Aquin schrieb auch nichts drüber, zu intim. Existenzielle Sinnerfahrungen stoßen plötzlich zu, da bist du persönlich gemeint.
Niemand soll sich durch zahllose zeitraubende Scheinwelten abbringen lassen, unwiederholbar zu leben, zu lieben und das Wahre zu suchen.
Die Sichtweise ändern genügt schon. Wir hegen eigentlich nur wenige Herzenswünsche.
Stell dir vor, du lebst real in zarter Liebe und Schönheit mit guten Menschen. Mit ganzheitlichem Sinn. Gut und Böse sind klar unterscheidbar. Du lebst in der sinnlich erfahrenen Heimat, die uns zwar zeitweilig entgleitet, in die wir aber zurückkehren können, Trost erfahren, Anrührendes, Anmutiges. Auch Kunst, Literatur und Musik können auf Wesentliches verweisen. Wer existenziell lebt, kann Ewiges bleibend erahnen.


Hier bin ich Mensch: Geschichten, die vom Leben erzählen
Hier bin ich Mensch: Geschichten, die vom Leben erzählen
von Horst Lichter
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Willkommen sein, Mensch sein, 10. April 2015
Horst Lichter gehört für mich zu den inspirierenden Menschen. Er ist wohltuend anders, unkompliziert, wortgewandt, stilsicher, produktiv, großherzig und eigentlich ein Feiner. Jedenfalls gibt es noch andere Seiten als dieser hemdsärmelige Klamauk bei Lafer. Ertappe mich neuerdings bei übernommenen Redensarten wie: Nää watt schön. Oder: Du bist ein ganz raffinierter Hund. Oder: Da geh ich doch kaputt dran.
Wenn er in einer Talkshow bekennt: "Ich liebe Menschen" nehm ichs ihm ab. Weil da ein Gespür ist, ein neugierig sein auf jeden.
Vermutlich hat er seine eigentliche Ausbildung (zum Menschen nämlich) in seinen langen Krankenhaus-Aufenthalten gemacht. H.L. ist ein Schicksal, der sich für andere Schicksale interessiert, in diesem Fall für Gastwirt-Schicksale. Dabei zieht er Parallelen zu seinem früheren sehr speziellen "Oldiethek"-Restaurant.

Wer viel unterwegs ist, findet so wenig Wohlfühlorte. Vielen Gastgebern fehlt das Gefühl für den Gast, so seine Feststellung.
Wir brauchen auch am Wochenende kein von einem Pinguin serviertes 6-Gänge-Sternemenü, der nach teuren Winzigkeiten und hochtrabendem Drumrumgerede schließlich die Rechnung präsentiert, die wir zunächst für de Telefon-Nummer des Maitre halten.

Wo. Fühlt. Ein. Gast. Sich. Wohl? Bei Menschen, die ihre Arbeit gerne machen. Die mit Leidenschaft und Wärme bei der Sache sind. Bei ihnen möchte man sich treffen, zusammensitzen und reden.
H. L. sucht und findet solche Orte. Die letzten zehn Gaststätten in Deutschland, wo der Mensch zählt. Na ja, vieleicht finden Sie noch eine elfte. Top-Adressen und schöne Plätze in Genießer-Regionen, um vom Alltag herunterzukommen und sich aufzuheitern.

Was lernen wir von den wirklich guten Gasthäusen? Wir sehnen uns nach guten und echten Willkommenheits-Orten, wo man sich füreinander interessiert, wo der Funke überspringt, wo Urvertrauen zwischen Gast und Gastgeber ist, Liebe und Gegenliebe.
Unter Mehrwert sollte man verstehen: Gefühl. Wertschätzung. Motivation. Freundlichkeit. Kommunikation. Charakter. Charme. Sympathie. Es geht um den Respekt vor dem Leben, vor sich selbst, vor anderen. Fürs Miteinander. Die Gastronomie ist ein Paradebeispiel dafür.


Leben im Reich Gottes: Was es bedeutet, Jesus nachzufolgen
Leben im Reich Gottes: Was es bedeutet, Jesus nachzufolgen
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen What does it mean ?, 17. Februar 2015
Bobby Schuller ist ein Glücksfall und gehört zu denjenigen, denen ich gerne zuhöre. Auch wenn er einen in frage stellt mit unserem unproduktiven Sorgengeist und unseren weltlichen Tricks: "We are so sophisticated!"

Es gibt eine andere Realität, so B. S. sinngemäß, in der es genügt, in Seinem Plan zu leben, in Seiner Realität.

Jeder hat Anteil an einer großen Geschichte, in der es gilt, einen Platz zu finden, eine Berufung, die deinem Wesen entspricht.

Tue anderen gut. Denn aus Gnade können wir gut sein. Aus Gnade (Glauben) sind wir gerettet - auf ewig.

Der "Same", der du heute bist, soll ein riesiger Baum werden mit guten Früchten.

Sage diesem neuen Menschen (Jesus) zu. Ihm zu folgen meint, dein altes Wesen nach und nach abzulegen, um sich Seinem Wesen anzunähern.

Suche, was Ihn bewegt. Denn du gehörst in erster Linie zu Ihm und zum unzerstörbaren Gebäude Seiner Gemeinde, in der du keine Schachfigur mehr bist.


Gesichtlesen - Face Reading: Charakter und Persönlichkeit
Gesichtlesen - Face Reading: Charakter und Persönlichkeit
von Eric Standop
  Broschiert
Preis: EUR 17,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Face-Book, 19. Dezember 2014
Die Geschichte des Gesichtlesens, wo man Gesichtsformen als Spiegel des Inneren auf Prinzipien zurückführt (v.a. in China, Ägypten und Griechenland) ist so alt wie die Menschheit.
Körperbau, Gesicht und dessen Veränderung haben mit dem Seelenleben zu tun. Ärzte sehen einen Zusammenhang zwischen Gesicht (v.a. der Haut) und Gesundheitszustand bzw. Lebenswandel, Antlitzdiagnostik wird Teil der Diagnose.
Geübte sehen tiefer, sehen Unausgesprochenes, sehen hinter dem Wortnebel wahre Gefühle und Absichten.

Der Autor, examinierter Pädagoge und Journalist, stieg ins höhere Management auf und störte sich zunehmend an dessen Öberflächlichkeit, erlitt ein Burnout, stieg aus und beschäftigte sich u.a.mit der Thematik Lebensaufgabe und Schicksal. Als ein Gesichtleser ihm seine Krankheiten ansieht, sucht er sich verschiedene Gesichtlesemeister (hpts. in Hongkong), gründet eine FaceReading-Akademie, berät Interessierte aller Berufszweige und lehrt Entspannungstechniken.

FaceReading, das einen behutsamen Umgang erfordert, gibt Anhaltspunkte beim Kennenlernen von Menschen und vermeidet somit auch Probleme. Bei den Namen, die ich so zuordne, finde ich die Charakterisierung überwiegend zutreffend, insofern muß an der Sache etwas dran sein.

Am meisten interessieren die Augen als intimes Seelenfenster, besondes die Pupillen (1). Der Mund teilt Interessen mit und verrät den Darstellungsdrang des Betreffenden, ob er Publikum liebt (2). Die Nase hat mit beruflicher Selbstverwirklichung und Wohlstand zu tun (3). Das Philtrum (zw. Nase und Mund) hat unbewusste Anziehungskraft (4). Auch Ohren spiegeln das Innere. Verraten Entscheidungsfreudigkeit, Werte-Einstellungen oder Wohlstand (5). Die Wangen sagen etwas über den Respekt zu anderen aus und über den Führungsstil (6). Das Kinn als Fundament zeigt Moralität und Einsatz (7). Die Stirn steht für Interessen, zeigt unsere Identität und wofür wir stehen (8). Haare verraten Energie, Gesundheit, Lebensgeist, Stärke, Macht, Ausdruck (9). Kräftige Zähne bedeuten Entschiedenheit, Kraft, Kampf, Aggression (10).

Bei diesem ganzen Facettenreichtum stelle ich die für mich prägnantesten Beispiele vereinfacht aus diesem Überblick heraus:
1
Augen mit großen Pupillen sind anziehend, gefühlsbetont, verliebt. Tiefliegende Augen schürfen nach Negativem. Kurze Brauen sind sensitiv, intuitiv. Lange Wimpern feinfühlig.
2
Ein voller Mund enthüllt Gefühlsdinge überzeugend. Ein schmaler hat ein hartes Leben und zeigt keine Gefühle. Der nach unten gerichtete fühlt sich unwohl.
3
Eine große Nase wird in Verbindung gebracht mit Beruf, Strategie, Selbständigkeit, Kreativität, Fleiß, Wohlstand, um eine Nasenlänge voraus sein. Die gewölbte möchte führen. Die nach oben gespitzte will hoch hinaus. Die stubsige ist vertrauensselig. Das dickere Polster um das Nasenbein arbeitet gerne im Team. Geblähte Nasenlöcher geben Geld abenteuerlustig aus.
4
Ein langes Philtrum ist sarkastisch. Ein verblassendes neigt zur Isolation im Alter. Ein unten breiteres verbessert seine Situation im Alter.
5
Große Ohren saugen alle Infos auf. Tiefer sitzende suchen Weisheit. Abstehende haben es faustdick und sind kritiksüchtig. Abgerundete sind musikalisch. Große Ohrläppchen unterstützen andere. Dicke sind genußsüchtig.
6
Man fühlt sich gut im Team einer Führungskraft mit großen Wangenpolstern. Grübchen sind attraktiv, verraten Verspieltheit. Vertikale helfen gerne ihren Untergebenen. Kinngrübchen sind unbeständig und geraten in partnerschaftliche Verstrickungen.
7
Das vorgeschobene Kinn zeigt trotzigen Kampfgeist. Das lange Risikobereitschaft. Ein breiter Kiefer ist ein zäher Durchbeißer.
8
Die hohe Stirn wird klüger eingeschätzt. Die schmale ist intoleranter, aber offen für Neues. Der fliehenden muss es schnell und instinktiv gehen.
Waagerechten Stirnfalten ist v. a. Spirituelles wichtig. Nicht durchgängige schließen nicht alles ab. Steile sind besorgt, abwägend.
9
Feines Haar ist feinfühlig, kreativ, qualitätsbewußt. Lockiges individualistisch und unter Strom stehend.
Ein runder Vollbart ist ein gutmütiger Menschenkümmerer. Ein Zwirbelbart kreativ und individualistisch. Ein Bart um den Mund will Sicherheit und Ordnung.
10
Gesunde Zähne sind lernfähig. Große Eckzähne können auch bissig sein. Hasenzähne sind beliebt, gesellschaftsverbunden und genußsüchtig.
Lückenhafte Schneidezähne weisen auf unstete Beziehungen hin. Nach hinten stehende Schneidezähne sind unschlüssig und unberechenbar. Viel sichtbares Zahnflleisch sind Geber-Typen.

So weit so gut. Anzumerken sei noch: FaceReading braucht Zeit und Ruhe. Man sollte keine Diagnosen stellen, sondern Potentiale in den Vordergrund rücken. Dieses Buch soll zu einem facettenreicheren Verständnis beitragen, zu mehr Wertschätzung für andere.


Literatur!: Eine Reise durch die Welt der Bücher (cadeau)
Literatur!: Eine Reise durch die Welt der Bücher (cadeau)

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Literatur-Infotainment, 25. August 2014
Es ist eine Pforte zu Klassikern, die noch nach Jahrhunderten etwas gelten sollten und die man kennen würde, wäre das Leben nicht so kurz, es ist ein abenteuerlicher Leitfaden, eine literarische Weltreise im Schnelldurchlauf.
Dieses Buch ist keine Bleiwüste, sondern visuell ansprechend aufbereitet. Bedeutenderen Werken oder Autoren wird mehr Platz eingeräumt. Charakteristische Herausarbeitung der Plots (Handlungs-Zuschnitte) und Autoren, z.B. Edgar Allan Poe, der Verkannte. Jules Verne, der Visionär. Oscar Wilde, der Dandy. Ernest Hemingway, der Draufgänger. Max Frisch, der Suchende usw. Grüne Keywords im Text lassen schnell ahnen, worum es geht, etwa bei Defoes "Robinson Crusoe": Schiffbruch, Insel, Höhle, immer erfinderischer, Kerbe (Kalender), Kanibalen, Freitag, gerettet, zurück nach England.
Unten noch eine Timeline als Hintergrundinfo während der einzelnen Bucherscheinungen (politisch-kulturell-technisch). Die beiden Autorinnen vermitteln Literaturwissen infotainmentmäßig. Auch mit informativen Zwischeneinlagen, z.B:

Die Dichtkunst mit ihren Gattungen in den Epochen, u-bahnnetzähnlich dargestellt. Erste animierende Sätze: "Ilsebill salzte nach" (G. Grass: Der Butt). "Es war ein strahlend kalter Apriltag, und die Uhren schlugen dreizehn" (G. Orwell: 1984). "Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen" (M. Proust: Suche nach der verlorenen Zeit). "In einer Höhle in der Erde, da lebte ein Hobbit" (J.R.R. Tolkien).
Auch findet man Zugang durch ein Buch zu einem Schriftsteller, etwa: S. Damm: Christiane und Goethe oder A. de Botton: Wie Proust ihr Leben verändern kann.
Meistverkaufte Bestseller, von der Bibel (3 Mrd) abgesehen ? J. K. Rowling: Harry Potter 400 Mio., A. de Saint-Exupery: Der kleine Prinz 200 Mio., J.R.R. Tolkien: Hobbit 100 Mio.
Bedeutend, der Nobelpreis mit 1,25 Mio., der Cervantes- mit 125 Tsd., der Man Booker- mit 62Tsd. oder der Büchnerpreis mit 50Tsd. Euro.
Über ein Viertel der Belletristik sind Krimis und Thriller (zu deutsch: Dod un Deibel).
Zuammenhänge werden aufgezeigt , wer mit wem befreundet war, Autorenpaare, wer litt unter Dyslexie, welche Berufe hatten die Autoren, ect.

Worum geht es in diesen Meisterwerken?
In "Der göttlichen Komödie" reist Dante durch Hölle und Himmel, trifft viele Verstorbene und sieht den Dreieinigen Gott.
In Shakespeares "Hamlet" will Prinz H. den Tod seines Vaters rächen und erwischt den Vater seiner Geliebten, deren Bruder sich an H. rächt, woraus eine Kettenreaktion von Racheakten entsteht.
(Shakespeare git als bedeutendster Literat und Sprachschöpfer, wenn es auch nur wenig Gesichertes über ihn gibt).
In Cervantes "Don Quijote" liest ein kleiner spanischer Landadeliger allzu viele Ritterromane und zieht auf einem klapprigen Pferd in imaginäre Kämpfe. (C. schreibt den Roman im Gefängnis, weil er als Steuereintreiber Geld unterschlägt).
In Swifts "Gullivers Reisen" arrangiert sich ein Schiffbrüchiger mit merkwürdigen Sitten im Zwergenland.
In Goethes "Die Leiden des jungen Werther" begehrt dieser eine Verheiratete, was ihm unerträglich wird.
Im "Faust" will Mephisto die weltlichen Begierden des Dr. F. erfüllen, um ihm vom Glauben abzubringen. (Goethe erreicht den Dichter-Olymp und fließt in den deutschen Sprachgebrauch ein).
In Dickens "Oliver Twist" wird dem guten ins Armenhaus abeschobenen Jungen übel mitgespielt. Mit überrschendem und positivem Ende. (Kritik an Missständen in England. Der beliebte, humorige Dickens hat selbst 10 Kinder).
Mit seiner imaginären futuristischen Reiseabenteuerlust ist J. Verne seiner Zeit voraus: Ein schrulliger deutscher Professor will mit seinem Neffen eine "Reise zum Mittelpunkt der Erde" wagen - vergeblich, aber sie werden zu ruhmreichen Helden.
Die Lausejungs "Max und Moritz" von W. Busch werden als erster Comicstrip in 10 Sprachen übersetzt, auch japanisch.
Caroll spinnt für die 10jährige Dekantochter Alice auf einer Themse-Fahrt eine Geschichte, die er bitte aufschreiben soll: "Alice" träumt, sie wäre "im Wunderland" ohne Logik mit seltsamen Hasen und Katzen und lebenden Speisekarten.
In Dostojewskis "Verbrechen und Strafe" begeht ein Jurist einen unnachweisbaren Mord. Und stellt sich schließlich aus Gewissensqualen.
In Wildes "Das Bildnis des Dorian Grey" wird dieser duch negativem Einfluss und schlechten Taten immer hässlicher.
In Th. Manns "Buddenbrooks" gehts von Generation zu Generation bergab mit dem Familienunternehmen wegen Unfähigkeit und zunehmender Konkurrenz. (Der Nobelpreis für diesen Roman kommt sehr verspätet).
In Shaws "Pygmalion" wettet Higgins, aus einer Straßen-Blumenverkäuferin eine Dame zu machen. (Es war die Vorlage zum Musical "My Fair Lady").
In Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" assoziiert der Ich-Erzähler ausschweifend subjektive Eindrücke aus seinem Leben und den Salons der feinen Leute. (Ein Satz geht gern mal über 20 Zeilen. Proust kränkelt ständig und korrigiert und ergänzt unentwegt).
In Joyce "Ulysses" erlebt Bloom mit seinem Freund an einem Tag symbolisch die ganze Welt. (Der Autor schreibt gerne experimentell-geheimnisvoll, um die Kritiker zu beschäftigen).
In Kafkas "Der Prozess" wird Joseph K. auf rätselhafte, bedrohliche, sprich: kafkaeske Weise verurteilt. (Psychologischer Hintergrund ist sein tyrannischer, albtraumähnlich erlebter Vater).
In Woolfs "Mrs. Dalloway" erwartet die 51jährige mit ihrem Mann Gäste, mit denen sie über den traumatisierenden Krieg und den verpassten Lebenschancen in einer Art Bewußtseinsstrom monologisiert.
In Hemmingways "Fiesta" entstehen aus Männern + Abenteuer + Alkohol + Frauen lose, unglückliche Beziehungen. In "Der alte Mann und das Meer" muss ein Fischer mit einem riesigen Marlin-Fisch fertig werden. (Jagen, kämpfen, lieben, berauschen und klar und knapp schreiben ist Hemmingways Erfolgsrezept).
In Hesses "Steppenwolf" gerät ein 50jähriger, der seinen Ruf, seine Frau und viel Geld verliert, in einen krisenhaften Konflikt zwischen seinen geistigen Wurzeln und den weltlichen Versuchungen.
In Remarques "Im Westen nichts Neues" verlieren Klassenkameraden, die sich freiwillig an die Front melden, im Grauen des Krieges alle verinnerlichten Werte.
In "Mephisto. Roman einer Karriere" spielt K. Mann auf Gründgens karrierefördernden Umgang mit den Nazis an. (K. Manns Vater ist die Ursache seines Lebensproblems, er genügt ihm nicht, ist in Deutschland erfolglos, verfällt Drogen und Depressionen und beendet freiwillig sein Leben).
In Zweigs "Schachnovelle" beschäftigt sich ein Isolations-Häftling mit berühmten Schachpartien und besiegt den Weltmeister. (Zweig schreibt sprachgewaltig lebendige historische Biografien und verzweifelt am nazionalsozialistischen Ungeist).
In Orwells "1984" herrscht die mediale Totalüberwachung im Sinne der Wahrheitspartei (an was denken Sie gerade?) (Der an der Welt leidende Autor fordert und lebt ein menschliches, d.h. einfaches und möglichst selbstbestimmtes Leben).
In Grass' grotesk verwickeltem Roman "Die Blechtrommel" beschließt der dreijährige Oskar bei seinen Beobachtungen der Erwachsenen, nicht mehr zu wachsen. (Der demokratische Sozialist Grass hat 6 Kinder von 3 Frauen plus zwei Beutekinder und den Nobelpreis. Für Empörung sorgte sein Outing, dass er kurz vor Kriegsende mit 17 als Flakhelfer und dann sogar zur Waffen-SS einberufen wurde).
In Ecos spirituell anspruchsvollem Roman "Der Name der Rose" soll ein Benediktiner-Mönch eine Mordserie an 5 Mönchen aufklären. Er spürt den blinden Bibliothekar auf, der über eine Aristoteles-Schrift wacht, in der es um das Lachen geht, welche die Furcht und den Glauben tötet. (Eco ist eigentlich Semiotiker (unterrichtet sprachliche Zeichen), der eher hobbymäßig schreibt).
In Rowlings "Harry Potter" werden Harrys Eltern von einem bösen Lord umgebracht. Harry erfährt in einem Zauberer-Internat seine magischen Kräfte, mit denen nur er den Lord töten kann, was nach umschweifigen Abenteuern schließlich gelingt. (Nie rief eine Kinderbuchreihe (all age) eine solche Aufmerksamkeit hervor. Zuerst war kein Verlag interessiert. Als dann doch, wurde aus der Sozialhilfe-Empfängerin eine Milliardärin).

Soweit meine Auswahl. Jetzt werden Sie vielleicht höchst ungeduldig fragen: Wo um Himmels Willen ist denn E. A. Poe: Der Untergang des Hauses Usher, V. Hugo: Les Miserables, A. Dumas: Der Graf von Monte Christo, H. B. Stowe: Onkel Toms Hütte, G. Flaubert: Madame Bovary, C. Baudelaire: Die Blumen des Bösen, M. Twain: Tom Sawyers Abenteuer, L. Tolstoi: Anna Karenina, G. Büchner: Woyzeck oder A. C. Doyle: Sherlock Holmes ???
Wo ums Verrecken ist Winnetou, Effi Briest, Der Zauberer von Oz, Professor Unrat, Nils Holgerson, Der große Gatsby, Die Dreigroschenoper, Emil und die Dedektive, Berlin Alexanderplatz, Der Mann ohne Eigenschaften oder Der Hauptmann von Köpenick ???
Wo ist meine Schöne neue Welt, Der Mord im Orient-Express, Das siebte Kreuz, Auf Messers Schneide, Pippi Langstrumpf, Die Pest, Draußen vor der Tür, Tod eines Handlungsreisenden, Casino Royale, Bonjour Tristesse, Lolita, Stille Tage in Clichy oder Homo Faber ???
Und wo bitte ist denn Doktor Schiwago, Das goldene Notizbuch, Ansichten eines Clowns, Charlie und die Schokoladenfabrik, Hundert Jahre Einsamkeit, Deutschstunde, Ehepaare, Die Angst des Tormanns beim Elfmeter, Shining, Ein fliehendes Pferd, Der Liebhaber, Das Parfüm, Der Alchimist, oder Salz auf unserer Haut ???

Beruhigen sie sich ! Es ist alles drin. Und noch viel mehr.


Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können
Die Macht der Disziplin: Wie wir unseren Willen trainieren können
von Roy Baumeister
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Steter Tropfen höhlt den Stein, 12. Juli 2014
Experimente, Untersuchungen, Studien, Nachweise, Begründungen, Theorien-Widerlegung, wenn und aber, hin und her, Testgedöhns um Binsenweisheiten, Diätfirlefanz seitenweise, ja sollen wir denn alle mit Mess-Geräten rumlaufen?, my Goodness, kostet das Selbstdisziplin (SD) beim Lesen. Bekomme streckenweise eine sog. Egoerschöpfung und bräuchte einen sog. Selbstregulierungs-Experten.
Da das Thema SD nicht lustfeindlich daherkommen soll, versucht es hier die Populär-Psychologie aber auch unterhaltsam rüberzubringen.
Bleibt einem nur im Auf und Ab interessanter und enervierender Passagen, etwas Nützliches herauszulesen. Für mich bekommt vor allem dieses alte Sprichwort "Steter Tropfen höhlt den Stein" einen neuen Glanz.

Ein Projekt verfolgen stärkt die SD (1). Biologisch wichtig ist Glukose (2). Ein klares Ziel ist der erste SD-Schritt. Langfristige Planer fahren besser und vermeiden Sprunghaftigkeit (3). Viele Entscheidungen ermüden den Willen. Man mache sich die Folgen einer Entscheidung klar. Glukose beeinflusst Entscheidungen. Sich Optionen offenhalten schwächt den Willen (4). Für Stimmungs-Shopper gibts unzählige Kontroll-Apps (5). Ein Ausdauerkünstler trainiert sich eine Extrem-Disziplin an (6). Ein Beispiel für den Willen zur SD ist der Entdecker und Forscher H.M. Stanley (7). Glaube und Gemeinschaft haben eine disziplinierende Wirkung (8). Wie stärken Sie ihr Kind? Erst die Leistung, dann das Selbstbewusstsein, nicht umgekehrt. Kinder brauchen disziplinierende Eltern (9). Man quäle sich nicht mit Diäten, sondern ändere seine Gewohnheiten schrittweise (10). Die Last-Minute-Aufschieberitis nimmt zu. Unsere To-Do-Methode muss gegen Versuchungen geregelt sein. SD hat viele Tugenden (11).
1
In der Selbsterschöpfung sind wir nicht mehr Herr unserer selbst, weil der Willensmuskel unter Druck ermüdet, Gefühle, Gedanken, Konflikte und Handlungen werden nicht ausreichend reguliert, dafür werden Emotionen und Bedürfnisse intensiver.
Vor einem näher rückenden Ziel oder einer Prüfung ist die Lust und SD geschwächt, wenn man die Energien falsch verteilt hat. Motivierender Lohn zu gesetzten Zwischenzielen ist deshalb wichtig. Projekte stärken die Willenskraft, bei der wir Gedanken und Gefühle kontrollieren. Entscheidend ist, wie ich mit einem Impuls umgehe, Impulskontrolle, Leistungskontrolle. Bitte nur eine Entscheidung, eine Sache oder einen Vorsatz vornehmen ohne Konkurrenz.
2
Mehr Gewicht dem Bio-Einfluss für den Geist im Körper. Ein Milkshake überwindet die Selbsterschöpfung, Glukose bringt Energie, Fruchtsaft wird in Glukose umgewandelt. Unterzuckerung macht depressiv oder ist schuld, wenn Sie ausrasten. Zucker gibt den Schub, her mit der Schoko, bringt sofort Glukose, Glukose im Griff, Emotionen im Griff, wo ein Wille ist, da ist Glukose (mit diesem Doping gebe ich 4 Sterne statt 3). Keine Aufgaben, keine Besprechung, keine Prüfung ohne Glukose! Disziplin füttern, Glukose, thats it (seitenlang). Doch dann halt, stop!: Zucker als Aufputscher ok, sonst vermeiden, da langfristig negativ.
Zur konstanten SD ist Gemüse gut (kennen wir doch) Olivenöl, Fisch, Obst, Käse, Nüsse, Vollkorn und genug Schlaf (jajaja).
3
Problematischerweise haben aber wir zu viele unabarbeitbare Ziele, die sich ggf. auch noch widersprechen. Wer die langfristige Perspektive verliert, spielt mit der Zukunft, gesundheitlich wie finanziell. Kinder brauchen kurzfristige Ziele, Teenager längerfristige für bessere Leistungen, ältere Schüler sehen einen motivierenden Zusammenhang von täglichen Zielschritten zum Endziel. Monatspläne sind viel effektiver als Tagespläne, da das Leben sich selten an Pläne hält. Lang- oder kurzfristig, grob oder detailliert, beides muss verbunden werden.
Eine unerledigte Aufgabe spukt im Kopf wie ein nicht zu Ende gehörtes Lied, wie ein unvollständiges Wort, der Plan macht den Unterschied. Ein logistisch überforderter Manager ordert David Allen mit seiner Getting-Things-Done-Methode (wurde schon bei mir besprochen). Allen hatte einiges an verschiedenen Jobs und spiritueller Suche hinter sich bis er sein erfolgreiches Ding fand, um unserer Sprunghaftigkeit abzuhelfen: Alles schön in Tagesmappen, 31 für den Monat, 12 Monatsmappen fürs Jahr. Entscheidend ist immer der schriftlich fixierte konkrete magnetische "nächste Schritt".
4
Es zehrt tagsüber einiges an einem, Energie einfordernde Entscheidungsprozesse, deshalb nichts entscheiden in einem aufgedrehten oder erschöpften Zustand, das kann folgenschwer sein.
Man muß sich die Bedeutung einer Entscheidung bewusst machen, wobei die schicksalsträchtige Nachentscheidungsphase die schwerste ist, nach dem Motto: Der Würfel ist gefallen.
Wieviel Bauchgefühl ist in einer Gerichts-Sitzung? (gemeint ist, was die Richter frühstückten). Oder, wer sich nach der Pause (belegte Brote, Obst) begnadigen lassen will, hat bessere Chancen wegen der Glukose-Zufuhr!
Wir halten uns leider gerne Optionen offen, die den Willen schwächen. Beispielsweise sind in NY Partnersuchende durch die größere Auswahl und größeren Ansprüche extrem wählerisch. Ein Anwalt etwa zählt 20 Eigenschaften auf, die seine perfekte Prinzessin haben sollte. Da ist ein Speed-Dating mit 20 Teilnehmern schon effektiver. Soll heißen, wer sein Ideal einfordert bleibt wohl solo.
5
Da Stimmungs-Shopper fehlregulativer sind, können Computer unsere Ausgaben überwachen. Und das Umherschweifen im Web läppert sich beträchtlich, auch dafür gibts längst Smartphone-Selbstregulations-Apps (käme mir blöd vor, die alle aufzuzählen, also auch Kalorien, Fitness, Schlaf usw). Man rechtfertigt sich über Zahlen von Mess-Instrumenten (war zu befürchten). Schick's ins Netz und vergleich dich mit anderen, das motiviert (irrer gehts nicht). Die Software kontrolliert, mahnt und belohnt mich also (in unserer schönen neuen Welt).
6
Ein (fast zwangsgestörter) Ausdauerkünstler beginnt früh zu experimentieren, seine SD über das Normalmaß durch tägliches Üben zu steigern. Er unterzieht sich dann öffentlich der Tortur, eng umgeben von einem riesigen Eisblock, 63 schlaflose Stunden zu verbringen und bricht schließlich unter großen Schmerzen den Rekord. Bei der Arbeit sei er diszipliniert, dafür lässt er sich privat gehen, weil er keinem was beweisen muss. Seine Motivation ist also nur äußerlich.
7
Es herrschten raue Sitten in der Forschergruppe von Henry Morton Stanley im Kongo, die nach dem verschollenen Afrikaforscher Livingstone suchten im Angesicht des Todes (Hunger, Krankheiten). Stanley nutzte die Entbehrungen in der Wildnis zur Willensschulung mit unbezwingbarer Zielstrebigkeit, auch um seinen problematischen Charakter zu disziplinieren. Er schwor den Selbstverpflichtungs-Eid, die Suche unter keinen Umständen aufzugeben. Schon im Armenhaus (wo ihn seine Adoptiveltern übergaben) übte er SD-Techniken ein für härtere Situationen.
So kann man sich etwa einem ablenkungsfreien Internet-Recherche-Pfad verpflichten. Die Selbstverpflichtung (inkl. Bestrafungs-Maßnahme) wird zur Gewohnheit und wirkt sich aufs Innere aus, eine gute eingeschliffene Gewohnheit kostet keine Anstrengung mehr, ein konstantes Lern- oder Arbeitsritual ist langfristig mit geringerem Aufwand produktiver.
In 50 Tagen schrieb Stanley 900 Seiten (=18 S. pro Tag). Er verliebte sich in eine Amerikanerin, beteuerte während der Expedition, du bist mein Traum, mein Halt, doch sie heiratete einen anderen.
Bezug zu etwas Geliebtem, Selbstvergessenheit, Aktivität ist ein geistiger Rettungsanker, der ablenkt vom Leid. Hingabe an die Aufgabe schützt vor Verzweiflung. Wer Ideale hat, besitzt eine gute SD, Stanley meinte, sein wahres Ich ist sein guter Wille und glaubte an seine heilige Aufgabe, dem Sklavenhandel ein Ende zu bereiten.
8
Eric Clapton ruinierte alk- und drogensüchtig sein Leben. Bis er sich einem Gebet hingibt und seinem Willen einer höheren Macht anvertraut. Plötzlich hat er wieder SD und sein Alk-Problem ist gelöst.
Religiös Aktive weisen eine 25% höhere Überlebensquote auf, weil Religion die SD fördert (gesündere Gewohnheiten, soziale Harmonie, Rituale, einheitlichere Ziele).
Die "Anonymen Alkoholiker" erweisen sich als disziplinierend, weil sie mit Maß- und Zielvorgaben arbeiten.
Jugendliche bauen wegen Gruppen-Anerkennung SD auf, weil sich in einem guten Umfeld (gleich einer "höheren Macht") leichter Vorsätze einhalten lassen.
9
Ihr hoffnungslos ungezogenen Kids, habt ihr Probleme mangels Selbstbewusstsein und Selbstliebe? Hier ein neuer Erfolgsschlüssel: Ihr seid intelligent, aber sowas von, ihr bekommt alle einen Preis, applaudiert Euch gegenseitig. Liebt Euch selbst. (Wie angenehm). Der deutlich zunehmende Narzissmus ist eine Folge der Selbstbewusstseins-Bewegung: Man hätte Besseres verdient, ohne eine Gegenleistung zu erbringen. In Wahrheit ist fehlendes Selbstbewusstsein nicht das Problem der meisten und hat gar keinen Zusammenhang mit Umgänglichkeit, Leistung, Erfolg, Ehrlichkeit oder gar Drogen-Vermeidung.
In asiatischen Kulturen ist der ehrgeizige Erziehungs-Stil eine Form der Verehrung. Sie nutzen ihre Begabung besser als Am. und Eu. In den USA stellen sie ein Viertel aller Studenten an Elite-Unis und verdienen später überdurchschnittlich. SD als Fleiß, Ausdauer, Verlässlichkeit. Selbstbewusstsein ist eher ein Gefühl, etwas geleistet zu haben.
Tobsüchtige Kids suchen eigentlich einen disziplinierenden Alles-Wird-Gut-Boss. Eltern müssen angemessen belohnen, bestrafen und knapp, ruhig, konsequent mahnen, das schafft Wohlerzogene. Struktur ist alles, klare Regeln einhalten. Verdiente Wunscherfüllung. Pflichterfüllungs-Punkte sammeln für Vergnügungen. Einmal ungehorsam, Punkt weg. (Früher gabs paar hinter die Löffel). Geld geben macht Sinn bei zusätzlichem Einsatz. Altersabhängige Boni- und Strafen-Verhandlung. Je besser Eltern ihre Kinder kennen bzw. beaufsichtigen, über desto mehr SD verfügen diese. Den SD-Muskel deines Kindes trainieren: Instrument, Gedicht oder EK-Liste lernen, Schimpfworte meiden. Lesen fördert SD, Gewohnheiten ändern bei Routinetätigkeiten, Sport oder Körperhaltungs-Übungen, langfristige Spiele oder gute Video-Spiele, in denen man sich stufenweise hinauf diszipliniert.
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Manchen geht das Maßhalten und der Kontakt zu Körpersignalen verloren. Diäten floppen und floppen, weil sich der Körper gegen diese "Hungersnot" wehrt und Gefühlsunterdrückung zu ungezügelterem essen führt (Orientierungsverlust).
Veränderungen werden aber allmählich und dauerhaft angestrebt mit kleinen konstanten Schritten ohne locker zu lassen, das ist die Kunst. Vorgänge werden automatisiert: Wenn x passiert, tue ich y. Aufschieben ist besser als sich etwas zu verbieten, besser übermorgen als nie, da ist noch eine lange Vorfreude dabei, und man isst weniger von der Creme brulee. (Mein Tipp: Mit dem Dessert anfangen und sich den Appetit verderben).
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Studenten sind bekennende Arbeitsvermeider, zumindest in einem Tagesdrittel, und bekommen die Quittung: Deadline verpasst. Letzte-Drücker-Schübe funktionieren nicht, selbstverschuldeter Druck macht krank, da hilft keine Willenskraft.
Es lohnt die Investition, monatlich besser zu werden, 2 -3 ranghöchste Wochenziele abzuarbeiten mit Zeitlimit und Deadline, meist braucht man fast doppelt so lang wie geschätzt. Wenn 2 Std. für eine Aufgabe reserviert sind, bloß nichts anderes tun. Die Festlegung des nächsten Schrittes entspannt das Unterbewusstsein (dieser Akt fühlt sich bei mir wenig später so an, als sei der Schritt schon vollzogen). Wir drücken uns prinzipiell um Soll-Aufgaben. Und brauchen die Willenskraft gegen zunehmende raffinierte Versuchungen heute mehr denn je, deshalb: Widerstehen und verschieben, aufgeschoben ist dann oft aufgehoben. Man kann Belohnungs-Deals mit sich machen. Auch positives Feedback motiviert.
Die wissenschaftlichen Autoren, beide Agnostiker, schließen fast religiös anmutend ihr Buch ab:
Letztlich sind Selbstdisziplinierte großzügiger, einsatzfreudiger und gütiger.


The John Lennon Letters: Erinnerungen in Briefen
The John Lennon Letters: Erinnerungen in Briefen
Preis: EUR 9,99

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4.0 von 5 Sternen send me a postcard, 1. Mai 2014
Well, "Letters" bot sich mir als Weihnachtswunsch an you know, because i like the wave of the sixties, eine Generation, die vor mir dran war, neugierig about John Lennons own write and British humor you know, ein Luxusobjekt für Sammler mit auffindbaren Dokus, Entzifferungen, Erklärungen, Hintergründen, Deutungen, Schreibgekritzel und Skizzen, woraus ich irgendwie Sinnmachendes aufzuschnappen versuche okay, als Eindruck, als Collage you know.

John reagiert meist schreibend auf Dinge. Die Briefe (auch Postkarten, Listen, Notizen und Telegramme) sind lustig, informativ, kämpferisch, weise, verrückt, verzweifelt, selbsterkundend, poetisch, herzzerreißend, amüsant, interessant. Die ersten bestehen aus aufgeschnappten Satzfetzen, meistens schreibe er, um sich zu amüsieren.
Der Schüler aus instabilen Verhältnissen macht sich mit Wortwitzen und Cartoons über Lehrer lustig zur Erheiterung der Mitschüler. Gründet eine Gruppe und lädt Paul ein, dann George. Spielen im Cavern-Club, gehen auf Tour ...

In Hamburg beginnt das Briefeschreiben (1). Die Beatlemania geht los. Begegnung mit seinem Vater, einem Seemann, der seine Familie im Stich ließ. Die Beatles meditieren in Indien (2). John + Yoko werben mit ihrem "Bed-In" für den Frieden. Rechtsstreitigkeiten mit Apple. Die Beatles trennen sich. J. gibt einen Orden aus Protest zurück (3). Das Urschrei-Buch eines bekannten Psychaters beeinflusst J+Y. Sie versuchen durch Kunst etwas zu bewegen. Ärger mit Yokos Ausstellung in einer Kathedrale mit dem Domherrn. Spannungen mit Paul, wer Apple leiten sollte und wer sich von wem trennen wollte, missverstandene Aussagen, Anteile an Songs usw. (4). Probleme mit der Aufenthaltsgenehmigung in den U.S.Ah! J+Y gründen Nutopia. Ihr Trennungsversuch scheitert (5). Familienangelegenheiten anlässlich der Geburt von Sean. Er möchte diesmal ein guter Ehemann und Vater sein (6). Viele Anfragen, über Beatles Zeiten zu berichten. An Derek Taylor (enger Mitarbeiter der Beatles) (7). Die Welt ist interessiert, was sie so machen. Sein Hausangestellter arbeitet To-Do-Listen ab (8). Das tragische Ende (9).
1
An seine Cynthia (erste Frau): Du bist alles, was ich zu Weihnachten will. Liebe Dich wie Gitarren. Werd' verrückt ohne Dich.
Noch ein paar Monate in Hitlerland (verballhornt den deutschen Tonfall). Bin fix und fertig, drei Uhr morgens, mein Kopf brummt, sitze in diesem Dreckloch, zum Heulen, mir reicht's, wünschte, ich wär zuhause.
Schick Dir Lederhöschen von der Reeperbahn. Want to be rich. Mit Paul paar Songs geschrieben. Mit Hamburger Kunststudentin Astrid den Zustand der Welt beklagt. Kurzurlaub mit Paul in Paris. Stimme weg. Zur Ostsee gefahren, gut für die Gesundheit.
2
Auf Tour, zunehmende Hysterie, Beatlemania überflutet das Land. Schickt einem weiblichen Fan (wie immer zufällig aus dem Briefekorb gezogen) Weihnachtsgrüße: Hab nur 6 Haare, und die hab ich meinem Vater versprochen.
Signiert "In his own write" mit: Für Walter. Bitte mach mich reich.
Keine Freude mehr an diesem Endlosgeschrei, hat mit Musik nix mehr zu tun. Postkarte an Freund Ronny inmitten des Irrsinns: Nieder mit der Königin, bring den Hund zurück, verbietet die Atombombe, Wales den Schotten.
Der Autor dieses Buches machte 1967 ein Beatles-Buch und Lennons Vater ausfindig. J. schreibt seinem Vater nach einer Begegnung: Bin froh, dass du Dir keine besch... Großfamilie zugelegt hast.
An Ringo: Die Songs reichen für 2 LP's. Hol schon mal Dein Schlagzeug. Bleib vom Gras weg!
An einen unbek. Fan: Transzendentale Meditation beruht auf den Grundwahrheiten aller Religionen. An Mr. B (bat um Geld für eine Weltreise): Was heißt keine Initiative? Mit transzendenter Meditation ist alles möglich.
3
Während ihrer Hochzeitsreise - und sowieso von den Medien verfolgt - bitten sie alle Welt eine Woche in ihr Schlafzimmer u.a im Hilton Amsterdam: Give peace a chance, die Hymne der Friedensbewegung gegen Vietnam and all that s***. (Zeichnung von J+Y in den Wolken): Die Glücklichen haben Spaß und tun Gutes.
Rechtstreitigkeiten beginnen im Apple-Konzern. Endlos komplizierte Vorstandsitzungen. Treten nicht mehr öffentlich auf (St. Pepper Zeit). J+Y kaufen sich ein Herrenhaus mit großem Park und Aufnahmestudio.
An die Queen und den Premierminister: Ich gebe diesen MBE-Orden aus Protest gegen die Verwicklung Großbritaniens in den Nigeria-Biafra-Konflikt, gegen unsere Unterstützung Amerikas in Vietnam und gegen das Abrutschen von "Cold Turkey" in den Charts zurück.
4
Das Urschrei-Buch beeindruckt J+Y. Verteilen Exemplare an Freunde. Unterdrückte Wut wird herausgeschrien mangels elterlicher Liebe. Laden den Psychater ein für Therapiesitzungen. Inspiriert das songwriting.
J. wird mit 30 politischer, engagierter. Lernt Aktivisten kennen: Wir wollen durch die Kunst revolutionär wirken.
Eure Majestät (the Queen): Wir erbitten ergebenst um Gnade für die mittlerweile weltberühmten politischen Gefangenen, vor allem für den 22jährigen Studenten M.R. Können Sie in dieser Sache irgendetwas unternehmen?
An den Post-Standart: (Yoko-Ausstellung): Welcher Blau-Miese (graue Maus) hat diesen unaufrichtigen Quatsch über Kunst geschrieben?
Ausstellung mit bekannten Künstlern in der von Deutschen zerbombten Kathedrale von Coventry. Der Domherr zeigt kein Sinn für das Konzept "zwei Eicheln für den Frieden" von einem Paar, das in Sünde lebt (beide geschieden). Die Eicheln auf einer Sitzbank werden vor der Kathedrale ausgestellt. Dann schicken sie Eicheln als lebende Skulpturen an führende Politiker, sie sollten sie in ihren Garten pflanzen und 2 Eichen für den Weltfrieden wachsen lassen. An den Domherr: Danke für Ihre christliche Haltung. Christus setzte sich für die Menschen ein. Er hätte unser Ausstellungsstück angenommen. Herzliche Grüße.
An Linda McCartney: Halt die Klappe Linda, wenn dir egal ist, was ich sage. Ich bin nicht wütend auf deinen Ehemann. Ich weiß, dass die Beatles ziemlich nette Leute sind you know. (Paul gefielen J.s politische Sachen nicht sonderlich). Paul, wenn du nicht der Aggressor bist, wie du behauptest, wer hat uns dann vor Gericht gebracht und in aller Öffentlichkeit auf uns gesch...? Weihnachtskarte an beide: Happy Xmas, the war is over if you want it.
5
An einen Freund: Ich mag NY, von Haus aus aggressiv, keine Zeit für Annehmlichkeiten. Probleme mit der Aufenthaltsgenehmigung wg. pol. Aktivitäten und Drogenbesitzes 68 in England. Hätt gern ein bißchen weniger Schwierigkeiten. In Amerika wird der Lebensstil von anderen festgelegt.
An einen schwarzen Aktivisten: Ich schick Dir unser politisches Album. Presse-Erklärung: Begnadigt diesen (zum Tode verurteilten) Aktivisten. Das Leben ist heilig.
An Kyoko (Y.s Tochter): Nimm Kontakt mit uns auf. The war is over.
Ringo kauft das Herrenhaus in England, J+Y leben am Central Park N.Y. Er gibt in einer Pressekonferenz im Büro der New Yorker Anwaltskammer die Gründung von Nutopia bekannt, ein Land ohne Staatsgebiet, ohne Grenzen, ohne Pässe: Es gibt keine Gesetze, nur kosmische. Als zwei Botschafter von Nutopia bitten wir um diplomatische Immunität und die Aufnahme unseres Landes und seiner Menschen in die Vereinten Nationen.
Liebeslied-Notiz für Y.: Ich bin geboren, um Dir zu begegnen. J+Y trennten sich ein Jahr, aber "das funktionierte nicht". An den Toningenieur: Bei "Stand by me" den Zwischenraum kürzen, bei "Bringing it on Home" vielleicht etwas mehr Bass. Ich vertraue Deinem Gehör. Thanx.
6
Y. bekommt ihren Sohn Sean mit 42. J. an seinen Cousin: Schwer akzeptabel, dass ihr denkt, ich sei so anders, bin nie "unnahbar" gewesen, nur mein "Image", mein "Ruhm" ect. sind zwischen mich und meine Familie gekommen, es ist unwirklich.
An die Schwester: Julia wird Dich über die Gründe ins Bild setzen, warum wir keinen Kontakt mehr hatten, hauptsächlich Familienscheiße.
An Julia: Verdammter Albtraum in der Klinik. Auf dem Boden geschlafen. Fütterte den Säugling alle 4 Stunden. Er stand unter Intensivpflege. Y. durfte ein paar Tage nicht runterkommen. Aber er ist ein Gottesgeschenk.
J. widmet sich seiner viel reisenden Familie. Schickt stetig aus Japan und Honkong einen Postkarten-Strom an Freunde mit amüsanten Motiven: Es geht nicht darum, wo Du bist, sondern wie Du drauf bist!
7
An einen Produzenten von BBC: Wir vier in Deiner Show? Nein Danke. Bin mit Sinn-Fragen beschäftigt. Nimm Ringo.
Für den Melody Maker über Beatles-Zeiten: Erinnere mich an ein Meer von Gesichtern. Wir waren reich und berühmt, aber in unseren Köpfen war am Ende nichts mehr los, also beschlossen wir aufzuhören. Ein Interview? Nein, Johnny Beatle ist unsichtbar.
An einen Fan: Wie ich auf Liverpool und Hamburg zurückblicke? Aus einiger Entfernung.
J. reagiert normalerweise nett auf Fan-Briefe, aber ...: Hör mal zu, Bruder, warum lasst ihr Jesus-Freaks die Leute nicht in Frieden? In Deinem neurotischen Brief offenbart sich kein innerer Frieden, mein Sohn.
Parodiert einen dieser Bettel-Briefe aus der Beatles-Zeit: "Bin eine verkrüppelte Familie, brauche ein paar Hunderter, um Schottland zu verlassen. Weiß, dass Sie Christ sind, helfen Sie mir um der Liebe Gottes willen, der sie dahin gebracht hat, wo Sie heute sind".
An Derek Taylor: Sehe, dass Warner Bros. die Weltherrschaft übernommen hat auf Deinen Füßen (als Topmanager). Gut gemacht, mein Freund, du bist in der Tat führend im Gutsein! Sieht so aus, dass Apple bald begraben wird. Brauchst Du Personal? Such Dir einen Trottel aus. N. Y. ist toll und ich auch. Ich denke daran, Zauberer zu werden, muss nur das Wort in meinem Pass ändern. Mein lieber Lieber, Ich! na ja, Ich! Also! Ich! glaube an die Musik.
8
Weihnachskarte an Cousin S.: Lange nix von Dir gehört, komm, Mann, schick eine Karte, das Leben ist kurz.
An die NY Times: Lieb, dass Ihr Euch Sorgen um uns macht. Wir machen einen geistigen Frühjahrsputz. Sean ist wunderschön. Die Pflanzen wachsen. Die Katzen schnurren. Wir sind alle ein Teil des Himmels.
To-Do-Liste für Fred, den Haus-Angestellten. (Anm.: Nicht schlecht, sich die Dinge einfach nur herbeizuschreiben): Bio-Brot, Croissants, Cornflakes, Strawberries, frische Pilze, Breakfast Honigkekse, das Menü für die Dakota-Party.
Die neue von Paul "Back to the Egg", Alben von Dylan und Randy Newman, Bowies neue LP, TV-Lautsprecher für die Küche, Buch über Katzen und Hunde, Foto-Skulptur, Klima-Anlage rep., Zahnarzt-Termin für Yoko.
Alle Bücher vom Schlafzimmer in den untersten Stock einsortieren. Glühbirne für das Weltkarten-Licht auf dem Flur zum Schlafzimmer. Die Vordertür am Haus (Long Island) kann jeder Verrückte öffnen, also prüfen. Treibstoff für den Mercedes. Es fehlt Verschiedenes (vermutlich gestohlen). Wo sind die Stiefel? Der St.-Pepper-Anzug? Der Mystery-Tour-Frack? (Anm.: Hat Fred für teures Geld verkauft)
9
Songs schreiben für eine LP auf Long Island. J. lernt segeln und überlebt mit einem 12-Meter-Schoner und ein paar Leuten Richtung Karibik zwei Tage einen gefährlichen Sturm, bei dem sie, um ihr Leben fürchtend, Seemannslieder grölen.
8. Dez. 1980: Ein Autogrammjäger namens Chapman aus Hawaii bittet J., das neue Album zu signieren. Als J+Y 6 Stunden später aus einem Studio kommen, fallen Schüsse ...


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