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Rezensionen verfasst von
matze (mainz, germany)

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Triumph and Power
Triumph and Power
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Schwer beeindruckt!, 18. Dezember 2015
Rezension bezieht sich auf: Triumph and Power (Audio CD)
Die letzten 10 oder 15 Jahre habe ich bis auf wenige Ausnahmen kaum mehr Metal gehört. Zwar kam ich bereits in der Grundschule damit in Berührung und bis kurz vor der Volljährigkeit dominierte diese Musik meine Anlage. Alsbald wurde mir aber vieles zu stumpf. Rock war angesagt ' und ist es auch immer noch.

Nun aber hat mich ein Arbeitskollege kürzlich wieder auf die Metal-Schiene gebracht. Folge: Ich begann zu stöbern, was ich in den letzten Jahren in Sachen Metal verpasst hatte. Eine der ersten Anlaufadressen: Grand Magus. Der Name war mir geläufig durch das Gastspiel des Sängers bei den Spiritual Beggars.

Nachdem ich dann hier die eine oder andere Rezension gelesen hatte, griff ich quasi taub zu. Zum Glück!

Denn was ich zu Gehör bekam, war genau das, was ich mir nach der Lektüre der Rezensionen von Tobias Krämer und deepsouth erhofft hatte: Heavy Metal, 'trueer' als 'true'. Klangen die Platten von Judas Priest und Manowar oft steril, geradezu in ein Korestt gequetscht, ist 'Triumph and Power' die absolute Bottom-End-Explosion ' nicht eben stocksteif, sondern hochdynamisch! Die Platte geht fast über das auditive Erlebnis hinaus, riecht geradezu nach Freiheit.

Was eine Freude, dass auch das Songwriting auf Walhalla-hohem Niveau ist. Mir könnte es dabei nicht egaler sein, ob jemand das eine Riff schon mal bei Priest gehört hat, oder ein Anderer eine zuvor von Eric Adams gesungene Melodie ausmacht. Sollen die sich doch zu 'You've got another thing coming' die Ledermütze streicheln, oder zu 'Heart of Steel' den Tank ihrer Harley polieren. Grand Magus sind in durchgewetzten Jeans auf'm Heißblütergaul unterwegs und allemal geiler als ihre Vorreiter!

'Triumph and Power' ' ich habe bisher nichts gehört, was dem Begriff 'Heavy Metal' gerechter geworden ist.

'und jetzt, liebe Traditionalisten, dürft ihr schießen. Ihr kriegt mich ja eh nicht. Denn ich bin mit Grand Magus auf den Ohren unterwegs.


Berlin (CD Digipak inkl. Bonus-Track)
Berlin (CD Digipak inkl. Bonus-Track)
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klanglich unter der Oberfläche, 18. Dezember 2015
Mein Arbeitskollege macht mich öfters auf gute Bands aufmerksam. Darunter sind Kadavar. Ich kaufte mir deren zweites Album und war hellauf begeistert. In der Tat so sehr, dass ich Kadavar direkt in die Riege der Bands aufnahm, deren Alben ich ungehört kaufe – so geschehen mit „Berlin“.

Aus der Riege sind Kadavar jetzt aber erstmal wieder draußen. Zwar ist das Songwriting nach wie vor sehr stark. Und dass die Stücke nun kürzer und poppiger sind, ist mir relativ schnuppe. Vom schwammigen Sound aber, dem fast jeglicher Druck abhandenkommt, bin ich enttäuscht. Die Songs haben kaum Luft zum Atmen. Alles wirkt irgendwie unter der Oberfläche. Kurzum: Es rollt noch, es rockt aber nicht mehr.


Psychic Warfare (Digipak)
Psychic Warfare (Digipak)
Preis: EUR 14,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was geht hier vor?, 8. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Psychic Warfare (Digipak) (Audio CD)
Es gibt nur wenige davon. Manche Sachen im Leben sind aber so gnadenlos gut, dass man sich eine Steigerung nur schwer vorstellen kann. Clutchs 'Blast Tyrant' war so eine Sache. Mich hat es damals umgehauen. Zwar hatte ich zuvor keine bewusste Vorstellung davon, wie Rockmusik, meine Lieblingsmusik, im Optimalfall klingt. 'Blast Tyrant' gab mir diese Vorstellung. Dieses Meisterwerk zu übertreffen, hielt ich für unmöglich. Eine Zeit lang war dem auch so. Genau genommen drei neue Clutch-Alben lang. Dann kam 'Earth Rocker' und verwies den eigentlich unbesiegbaren 'Blast Tyrant' auf Platz zwei. Und nun 'Psychic Warfare': meine neue Nummer 1?

Das Ding lag am Veröffentlichungstag im Briefkasten. Ich: Treppe hoch, in die Wohnung, Anlage an, Scheibe rein, auf die Couch und in enthusiastischer Erwartung den Oberkörper nach vorne gebeugt. Los geht's. Ein Spoken-Word-Intro? Klingt cool, warum also nicht?

Dann jedoch bricht 'X-Ray Visions' aus den Boxen. In Sekundenschnelle springe ich auf und recke die Fäuste in die Höhe, als hätte der FC Liverpool gerade das 1:0 im (natürlich fiktiven) Champions-League-Finale gegen Manchester United geschossen. Das Ding geht so dermaßen direkt in die Vollen, ich bin sofort auf 100 Prozent. Dann der Refrain: Täuscht links an, geht rechts vorbei, kommt zurück und verlädt. Anders gesagt: führt mich an der Nase rum, zieht mir die Ohren lang und lässt mir den Mund offen stehen.

Ohne Pause und mit einem blitzsauberen Übergang kommt uns dann der 'Firebrid' entgegengeschossen. Ganz hoch hinaus geht's für dieses überhaupt nicht possierliche Tierchen, es handelt sich eher um einen geflügelte Königstiger, im Refrain: geradliniger als der des Vorgängers, aber nicht minder stark. Eine Auftakt nach Maß also? Nein. Die neue Messlatte.

Mit Stücken wie 'A Quick Death in Texas' oder 'Your Love Is Incarceration' nehmen Clutch alsbald etwas Tempo raus, aber auch wirklich nur das. Denn mit Ecken und Kanten wird weitergerockt, dabei läuft alles rund. Logische Konsequenz: Ich will noch mehr!

Zum Beispiel die pure Raserei von 'Unto the Breach', das brutale Stampfen von 'The Face', beide nachzuhören auf 'Earth Rocker', oder die befremdliche Atmosphäre von 'Ghost', nachzuhören auf 'Blast Tyrant'. Klar: Das ist viel verlangt. Offenbar aber nicht zu viel. 'Doom Saloon/Our Lady of Electric Light' ist eines dieser Stücke, dessen Atmosphäre mich komplett aufsaugt, nur um danach vom 'Noble Savage' in Höchstgeschwindigkeit wieder ausgespuckt zu werden, bevor der 'Colossus' mich platt tritt. Die Sequenz dieser drei Stücke ist perfekt, der Effekt maximal.

Es fehlt nur noch eines: ein Rausschmeißer von der Qualität eines 'La Curandera'. Oder eines 'Gravel Road'. Oder eines 'Shiny Mr. Cadillacness'. Oder eines 'The Wolfman Kindly Requests'. Ja, Clutch haben es schon oft geschafft, ihre Alben mit Stücken abzuschließen, die irgendwie über den anderen thronen. Haben sie es diesmal wieder geschafft? 'Son of Virginia' for President? Yes he can!

All das gibt's garniert mit den augenzwinkernden Texten Neil Fallons, dem unblässig lässigen Schlagzeugspiel Jean-Paul Gasters und der knackarschigsten Badass-Produktion ever.

Was hier also vorgeht? Die beste Band der Welt. Jetzt noch besser. Denn je.


Iron Maiden
Iron Maiden
Preis: EUR 10,99

5.0 von 5 Sternen Bärenstarker Auftakt, macht Bock auf mehr!, 3. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Iron Maiden (Audio CD)
Es ist einfach nur geil, das erste Maiden-Album. Es ist das Portrait einer Band, die sich aufmacht, die Achtziger zu erobern und dabei nur das Beste aus den musikalisch konträren Siebzigern mitnimmt' die verspielte Kreativität der Hardrocker aus der ersten Hälfte der Dekade und die rohe Energie der Punk-Bewegung aus der zweiten.

In nicht mal 40 Minuten bietet 'Iron Maiden' all das, was die Band die Band jemals ausgemacht hat. Los geht's mit 'Prowler': Vom flotten Einstieg mit Power-Chords und melodischer Lead-Gitarre steigert sich das Stück hin zu einem geradezu halsbrecherischen Gitarren-Solo. Drummer Clive Burr zieht dabei das ohnehin schon Flotte Tempo des Stückes weiter an.

Etwas ruhiger geht es weiter ' mit 'Remeber Tomorrow'. Atmosphärisch, kontemplativ und, ja, geradezu balladesk fängt die Nummer an, steigert sich aber alsbald zu einem Inferno aus harten Riffs, geilen Soli und abgefahrenen Double-Leads. Zugegebenermaßen offenbart Sänger Paul Di'Anno in der Bridge seine stimmliche Limitierung, doch was soll's? 'Running Free' lässt es danach einfach nur laufen ' dreieinhalb Minuten Good-Time-Rock 'n' Roll, der Text eine Huldigung an das, was man im englischen Sprachgebrauch unter 'Juvenile Deliquency' versteht.
Gar nicht delinquent ' sondern geradezu fein kalkuliert ' geht mit 'Phantom of the Opera' weiter. In diesen siebeneinhalb Minuten sind Maiden so progressiv, wie sie es heute gerne wären. Das Stück jagt von einem Höhepunkt zum nächsten, nimmt Wendungen bis kurz vorm Schleudertrauma und ist damit bis heute die Höchstleistung der Band in Sachen Abwechslungsreichtum.

Zum Einstig in die zweite Hälfte dürfen sich die zwei Gitarristen, Dave Murray und Dennis Stratton, so richtig austoben. Das furiose Instrumental 'Transylvania' gehört ihnen ganz alleine und sie machen es zum besten Stück ohne Sänger in der Geschichte der Band. Das verträumte 'Strange World', die einzige vollwertige Ballade der Band, überzeugt danach mit nachdenklichem Text und zuckersüßen Gitarrensoli.
Anschließend wird wieder ordentlich Gas gegeben. 'Charlotte the Harlot' legt unverzüglich los, nimmt alsbald etwas Tempo raus, explodiert dann aber so richtig. Die wirkliche Speed-Orgie folgt jedoch erst noch. Die Rede ist vom abschließenden 'Iron Maiden'. Der Titelsong bricht im Haupt-Riff wohl den bis dato in der Rockmusik bekannten Geschwindigkeitsrekord (Ich schätze mal: Motörheads 'Ace of Spades') und dürfte damit die Blaupause für Bands wie Slayer geliefert haben.

Ein paar Worte noch zum Sound, zur Produktion. Band-Chef Stve Harris hat sich bis heute wohl nicht damit angefreundet, zieht mitunter sogar einen Remix in Erwägung. Meiner nach sollte er die Finger davon lassen. Ja: Dem Debüt fehlt im Vergleich zu den Nachfolgern die klangliche Durchschlagskraft. Ja: Es klingt eher nach 1972 als nach 1980. Aber: Daraus nimmt das Ding seinen eigentümlichen Charme. Und: Jedes der fünf Instrumente ist im Mix zu jedem Zeitpunkt eindeutig identifizierbar. Dieser Punkt ist nicht zu unterschätzen ' und kommt, seit Kevin Shirley für Maiden an den Reglern sitzt, eindeutig zu kurz.

Im ursprünglichen Sound ist 'Iron Maiden' ist ein einfach nur geiles Debüt-Album, das Lust auf mehr macht. Und diese Lust konnte die Band in den Achtzigern mit wirklich jedem Album befriedigen. Up the Irons!


Virtual XI
Virtual XI
Preis: EUR 5,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langweilig!, 3. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Virtual XI (Audio CD)
Ging 'The X-Factor' mit etwas Wohlwollen noch als verkannte Spitzenleistung durch, gab es leider sehr wenig, das 'Virtual XI' als Album rettete. Der Band war die mangelnde Qualität des Albums ohne Zweifel wohl bewusst. Die schwach gefüllten 52 Minuten Spielzeit mussten irgendwie kaschiert werden. Erste Idee: Lasst und mit der 98er Fußball-WM in Frankreich kokettieren und auf dem Cover die 'Three Lions' gegen die 'Seleção' antreten. Lasst uns zudem sechs mehr oder weniger bekannte Profi-Kicker in Maiden-Trikots stecken und sie mit uns als '11 Freunde müsst ihr sein' im Upton Park ablichten. Zweite Idee: ein Computerspiel! Wir nennen das Album 'Virtual XI', bilden Eddie auf dem Cover mit einem Joystick ab und haben damit nette Querverweise. Ach, und die römischen Zahlen im Albumtitel führen wir auch fort.

Maiden anno 1998 ist ein klassischer Fall von 'Style Over Substance'. Sprich: Was die Band damals musikalisch nicht hinbekam, versuchte Manager Rod Smallwood mit geschicktem Marketing zu retten. Künstlerisch hat das Album wenig zu bieten, mindestens die Hälfte der Songs hätte aus dieser Perspektive besser unveröffentlicht bleiben sollen. Die endlosen Refrain-Wiederholungen in 'The Angel and the Gambler' und 'Don't Look to the Eyes of a Stranger' sind eine Bankrotterklärung in Sachen Kreativität. 'Lightning Strikes Twice' krankt an einem geradezu lächerlichen Refrain und bietet ansonsten, genau wie 'When Two Worlds Collide', lieblos aneinander geklatschte Motive, die nicht recht miteinander funktionieren wollen.

Doch ist nicht alles schlecht, das Album hat eine Momente: 'The Clansman' wurde aus gutem Grund für 'Rock in Rio' ausgegraben. Doch wissen auch 'The Educted Fool' und 'Como Estais Amigos zu überzeugen: erstgenanntes Stück durch ein geschickten Aufbau, zweitgenanntes durch tolle Melodien. Aus 'Futureal' hätte auch was werden können. Habe ich Blaze Bayley auf dem Vorgängeralbum noch verteidigt (seine Stimme passte zur melanchloischen Stimmung von 'The X-Factor'), ist 'Futureal' für ihn einfach zu schnell. Er hat hörbare Probleme mit der Band Schritt zu halten. Was bleibt ist ein unterdurchschnittliches Album mit drei starken Songs, einem verhunzten und vier schwachen.

Unterm Strich floppte 'Virtual XI' also völlig zurecht. Blaze Bayley wurde alsbald durch seinen Vorgänger ersetzt, alle Fans waren glücklich und Maiden durften sich in der Folge kommerziell noch höhere Höhen als in den glorreichen Achtzigern erfreuen. 'Virtual XI' aber ist nur ein Etappenstopp in der Geschichte einer höchst bemerkenswerten Band.


The X Factor
The X Factor
Preis: EUR 5,99

4.0 von 5 Sternen Bestes Maiden-Album der 90er, 2. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: The X Factor (Audio CD)
Die Skepsis war freilich groß. Maiden ohne Dickinson? Schwer vorstellbar. Die Alben mit Paul Di’Anno kannte ich damals noch nicht. Ich war ja auch erst zwölf, als The X-Factor rauskam. Zuvor hatte ich nur „Powerslave“ und „Life After Death“. Neue Alben mussten vom Taschengeld abgespart werden. Und MP3 war noch kein Begriff.

Maiden aber waren meine absolute Lieblingsband. Mein Ziel damals: Irgendwann mal alle Alben der Band haben. „The X-Factor“ war mein Drittes. Nach viel Betteln konnte ich meine Eltern eines verkaufsoffenen Sonntags im Herbst 1995 überzeugen, mir das Ding direkt zu kaufen. Und wie das zu der Zeit so war, hörte ich danach monatelang nichts anderes als dieses Album Klar: Mir musste das Ding gefallen. Aber: Die Scheibe gefällt mir bis heute. Ich halte sie gar für die Beste, die Maiden in den Neunzigern rausgebracht haben.
Gründe hat das viele. Atmosphärisch ist „The X-Factor“ sicherlich das dichteste Album der Band. Sehr düster und melancholisch ist es. Und die Stimme des viel gescholtenen Blaze Bailey passt wirklich gut dazu. Ab und an hat er Mühe, die Töne zu Treffen. Doch die hat Bruce Dickinson heutzutage auch.

Auch hat das Songmaterial teils absolute Oberklasse. „Sign of the Cross“ etwa ist eines der besten Stücke der Band überhaupt. Es ist tatsächlich progressiv. In die Länge gezogen wirkt es keineswegs. Vielmehr bauen die einzelnen Versatzstücke konsequent aufeinander auf. Fast ebenso stark ist „The Edge of Darkness“ – besonders der außergewöhnliche, voll zupackende Rhythmus mit Mittelteil, oder das bedrohlich klingende Intro.

Richtig mitreißend ist „Man on the Edge“. Für mich war es damals das „Aces High“ des Albums und damit zunächst mein Favorit. Heute bringt es mich immer noch auf Touren. Ähnlich wie der Klasse Refrain von „Lord of the Flies“: An dessen funky Riff musste ich mich damals erst gewöhnen, doch das wurde. Auch gewöhnen musste ich mich an „Look for the Truth“ und „2 A.M.“. Beide Songs sind eher Rock als Metal, der Sound des Albums übrigens auch. Ich durfte also feststellen: Es muss nicht unbedingt Metal sein.

Schwachstellen gibt es wenige auf „The X-Factor“. „Fortunes of War“ braucht zwar zu lange, bis es in die Gänge kommt. Ist es aber erstmal soweit, weiß das Stück zu überzeugen. Der Rausschmeißer „The Unbeliever“ übertreibt es in Sachen Progressivität etwas. Doch hat auch der seine Momente. Blaze Bayley lasse ich auf diesem Album nicht als Schwachstelle durchgehen. Seine Stimme passt zur melancholischen Stimmung der Songs und zum düsteren Produktdesign – Punkt. Auf dem Nachfolger war das anders, doch das ist eine andere Geschichte.

„The-X-Factor“ hingegen ist und das stimmigste, kreativste und beste Maiden-Album der Neunziger Jahre. Und Bruce Dickinson wird sich wohl bis heute etwas ärgern, dass er es nicht ist, der die Original-Version von „Sign of the Cross“ eingesungen hat.


Dance of Death
Dance of Death
Preis: EUR 10,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Tiefpunkt, 29. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Dance of Death (Audio CD)
Mancher Maiden-Fan mag einem ja glauben machen, die Diskografie der Band habe keinen Tiefpunkt. Man verstehe das jeweilige Album halt nicht. Vorab reklamiere ich also mein Recht auf Unverständnis!

Spaß bei Seite.

Es ist so, dass die zum Massenphänomen gewordene Reunion Iron Maidens nicht gleich mit Veröffentlichung von 'Brave New World' einsetzte. Das Konzert in Mannheim im Juli 2000 etwa musste wegen schleppender Ticket-Verkäufe vom Maimarktgelände in die Maimarkthalle verlegt werden. Richtig groß wurde die Band erst wieder mit dem Rock-in-Rio-Konzert und dessen Veröffentlichung auf DVD und CD. Das war 2002. Maiden mussten nachlegen. Das taten sie 2003 auch ' und zwar mit 'Dance of Death', dem man den vermutlich überhasteten Entstehungsprozess doch sehr anmerkt. Das Cover ist geradezu scheußlich, der Sound klingt schwer nach einem Rough Mix und so mancher Song dürfte Bandmaskottchen Eddie bis heute peinlich sein.

'Wildest Dreams' etwa ist eines Eröffnungssongs schlicht unwürdig ' bestenfalls eine B-Seite. Im Sommer 2003 war diese Lachnummer vorab auf der 'Give Me Ed... 'Til I'm Dead Tour'-Tour zu hören und war wohl nicht nur bei Rock am Ring der ungläubige Blicke auslösende Tiefpunkt eines sonst für beste Stimmung sorgendes Konzertes.

Auf 'Dance of Death' hingegen ist 'Wildest Dreams' nicht der Tiefpunkt. Mit Stückwerk wie 'New Frontier', 'Gates of Tomorrow' oder dem völlig übermotivierten 'Montségur' geht es noch weiter runter. Selbst der vermeintliche Höhepunkt des Albums, 'Paschendale', schwächelt: Hat Sänger Bruce Dickinson heutzutage Probleme, die hohen Töne zu erreichen, scheitert er darin, Töne überhaupt zu halten.

Im schwachen Soundgewand des Albums wissen eigentlich nur drei Songs wirklich zu überzeugen: 'Rainmaker', 'No More Lies' und 'Journeyman'. Wohl deshalb entschied sich die Band dazu, direkt wieder ein Live-Album nachzuschieben. Wobei 'Wildest Dreams' auch darauf absolut entsetzlich klingt, die anderen Stücke von 'Dance of Death' jedoch wesentlich besser.

Kurzum: Wer sich die Fähigkeit zur Kritik auch bei Iron Maiden erhalten hat, dem bleiben die nicht nur die augenscheinlichen Defizite dieses Albums (das Cover!) nicht vorenthalten, sondern auch die 'ohrenscheinlichen'. Aber immerhin hat das zum richtigen Zeitpunkt veröffentlichte Album der Band zu dem kommerziellen Erfolg verholfen, der ihr bis heute zuteilwird. Künstlerisch und handwerklich handelt es sich aber nahezu um einen Totalausfall, der noch hinter 'Virtual IX' rangiert.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 4, 2015 12:20 PM MEST


A Matter of Life and Death
A Matter of Life and Death
Preis: EUR 10,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Teils so stark wie in den Achtzigern, 29. September 2015
Rezension bezieht sich auf: A Matter of Life and Death (Audio CD)
„A Matter of Life and Death“ schlägt seinen Vorgänger „Dance of Death“ in allen wesentlichen Bereichen: bessere Songs, bessere Produktion, bessere Gesangsleistung, besseres Cover. Klingt gut, alles andere wäre aber auch inakzeptabel gewesen. Denn „Dance of Death“ klang so, wie sein Cover aussah – schlampig.

„A Matter of Life and Death“ ist ein großer Schritt nach vorne. Zwar ist der Sound einiger Songs etwas dünn, zu sehr im Top-End-Bereich. Die Rede ist etwa von „These Colours Don’t Run“ oder „Brighter Than a Thousand Suns”. Doch immerhin klingen auch diese Nummern kontrolliert – man mag es sich gar nicht vorstellen, was mit dem zuletzt genannten Stück im „Dance of Death”-Gewand passiert wäre. Besser aber: Für die Produktionsverhältnisse bei Iron Maiden seit 2000 setzen Stücke wie „The Longest Day“ oder „The Legacy“ bis heute den Maßstab in Sachen Dynamik.

Gleiches gilt für die Stücke selbst. Auf „A Matter of Life and Death“ erreicht die Band mitunter gar die kompositorischen Höhen der Achtziger. Besonders hervor stechen „Lord of Light“ und „For the Greater Good of God“. Für beide gilt: mitreißend und entzückend zugleich. Geht das? Sind Heavy Metal und Gänsehaut nicht zwei nur schwer miteinander kompatible Begriffe? Mag sein. Es ist aber genau das Verhältnis, das Iron Maiden zu Iron Maiden macht. Schön, dass die Jungs das 2006 nochmal so toll hinbekommen haben.

Positiv hinzu bei „For the Greater Good of God“ kommt: Endlich bringt Schlagzeuger Nicko McBrains eigentlich längst verschlissener Signatur-Rhythmus ein Lied mal wirklich nach vorne. „The Pilgrim“ und „These Colours“ Don’t Run“ stünden ohne diesen High-Speed-Walzer-artigen Beat besser da. Schade ist das eigentlich auch für „For the Greater Good of God“. Denn bis wir dieses Stück zu hören bekommen, hat uns McBrain seine Signatur bereits zwei Mal um die Ohren gehauen, der Effekt hätte also durchaus noch größer sein können.

Doch sei es drum. Denn von den schon lange üblichen Recycling-Maßnahmen mal abgesehen (des „Pilgrims“ Lead-Gitarre etwa hat eine Nacht voller „Infinite Dreams“ hinter sich), gibt es ansonsten fast nichts zu meckern. In seiner Gesamtheit übertrifft „A Matter of Life and Death“ sogar „Brave New World”, das mit dem ein oder anderen Füller auf weniger Spielzeit kam und unter einem ähnlich lächerlichen Cover wie sein Nachfolger litt. Kurzum: „A Matter of Life and Death“ ist das beste Maiden-Album seit den Achtzigern – und wird dies auch bleiben.


The Book of Souls
The Book of Souls
Preis: EUR 9,99

7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein würdiger Abschluss?, 27. September 2015
Rezension bezieht sich auf: The Book of Souls (Audio CD)
Machen wir uns nichts vor: „The Book of Souls“ dürfte mit ziemlicher Sicherheit das letzte Studio-Album von Iron Maiden sein. Sie mussten also was reißen dieses Mal. Die Diskographie braucht schließlich einen ordentlichen Schlusspunkt. Wenn nicht sogar einen Meilenstein. Und in gewisser Weise ist ihnen der auch gelungen: über anderthalb Stunden neue Musik, darunter das längste Stück der Band. Das erste Doppelalbum also und gleich noch den unantastbaren „Rime of the Ancient Mariner“ entthront. Fans und Fachpresse drehen durch, Maiden haben den Meilenstein. Und zwar bevor irgendjemand einen Ton gehört hat.

Bei diesen Voraussetzungen musste eigentlich nur noch der Vorgänger „The Final Frontier“ übertroffen werden, um wirklich obenauf zu enden. Und das ist auch gelungen: mit Sänger Bruce Dickinson als Haupt-Songwriter und ohne Stücke, die komplett aus der Reihe fallen – wie etwa den peinlichen Ausflug in den Industrial-Bereich „Staellite 15“ oder das überhastet zappelnde „The Alchemist“, das im seit 15 Jahren undynamisch uniformierten Maiden-Sound wie ein Bräutigam im Konfirmationszug wirkte. Stattdessen haut Dickinson zwei Songs raus, die dem Band-Chef und Bassist nicht mehr zuzutrauen sind – gemessen an dessen mitunter doch etwas formelhaften Beiträgen.

Dickinson aber ist mit „If Eternity Should Fail“ der beste Einstieg in ein Maiden-Album seit „The Sign of the Cross“ gelungen und mit „Empire of the Clouds“ einer der besten Schlusssongs der Band überhaupt. „If Eternity Should Fail“ beginnt sehr atmosphärisch, die synthetischen Sounds erinnern gar etwas an Pink Floyd. In einem Guss steigen Gitarren, Bass und Schlagzeug ein, rocken lässig im mittleren Tempobereich los und Dickinson führt die Nummer zu einem Refrain mit echter Ohrwurmqualität – ein deutlich raffinierterer Einstieg als „The Final Frontier“. Von „The Speed of Light“ bis „Shadows of the Valley“ folgt „Maiden nach Zahlen“: Ohne größere Überraschungen macht die Band das, was sie kann, und was ihre Fans mögen.

Weiter nach oben geht es in den letzten drei Stücken: „Tears of a Clown“ ist Harris großer Moment auf diesem Album – eine unaufgeregte Nummer mit tollem Text und starker Melodieführung, die eigentlich logische Singleauskopplung. „The Man of Sorrows“ ist für die Verhältnisse der Band fast schon balladesk und überzeugt, ähnlich wie „Tears of a Clown“, mit traurig-schönen Gesangslinien. Das Melancholische dieser zwei Stücke steht der Band sehr gut zu Gesicht. Nach den formelhaften Songs davor wirkt dies zum Ende des Albums hin sehr erfrischend. Bei einer Spielzeit von über 90 Minuten macht das durchaus Sinn. Die Songreihenfolge passt also.

Und dann wäre da noch „Empire of the Clouds“ – der sowas von amtliche Schlusspunkt! Nie haben Maiden ein ambitionierteres Stück rausgebracht. „Rime of the Ancient Mariner“ hin „Sign of the Cross“ her: Es ist die „Bohemian Rhapsody“ von Iron Maiden. Klavier, Streicher, Bläser – alles dabei. Text und Musik balancieren mit traumwandlerischer Sicherheit Hand in Hand, entwickeln dabei geradezu visuelle Qualitäten: Stolze britische Sirs und Lords, die eines Herbstmorgens zum ersten Überseeflug im Luftschiff R101 ansetzen. Sie steigen in die Lüfte, immer höher, frohen Mutes, dass sie den Luftraum erobern – ich höre zu, mein inneres Auge produziert die Bilder. Und dann: Dickinson singt immer höhrer, immer dramatischer: schlechtes Wetter, der Motor läuft nicht mehr rund. Und weiter: harter Break in Minute 15 – Klavierstakkato, McBrain begleitet nur noch mit Basstrommel und Crashbecken. Kammerflimmern im Motorraum? Alles ist zu spät: „3000 horses silent as the ship began to die“. Und ich bin ganz einfach geplättet.

Ob “Empire of the Clouds” Maidens Kronjuwel ist, muss jeder für sich entscheiden. Klar aber ist: Mehr hat die Band für ein Stück nie investiert. Und das Investment zahlt sich voll und ganz aus. Es hätte auch schief gehen können. Ist es aber nicht. also: Hut ab, Herr Dickinson! Ich glaube nicht, dass ihr Chef das heute noch so hinbekommen würde.

Bei allem Lob hat „The Book of Souls“ aber auch einige Defizite. Man merkt den Stücken an, dass die Band ohne Wenn und Aber ein Doppel-Album rausbringen wollte. Jedes Einzelne könnte kürzer sein, die Mehrzahl sollte und eines müsste dies sogar. Die Rede ist von „The Red and the Black“. 13 Minuten lang ist die Nummer. Das nächste Harris-Epos also? Nein. „The Red and the Black“ fehlt die emotionale Breite. Um die Hälfte gekürzt hätten wir einen netten Rocker. In der vorliegenden Version wirkt das Stück einfach nur bis zum Zerbersten aufgeblasen, spielt ganz eindeutig auf Zeit. Der Eindruck, Harris hat aus seinen standardisierten Songwriting-Motiven eine Art Medley gebastelt, drängt sich geradezu auf. Intro und Outro sind reine Makulatur, dazu auch noch identisch. Dass man dazwischen mal wieder mit schlicht billigen „Oh-Oh-Oh“-Chören malträtiert wird, darf dem Anspruch der Band eigentlich nicht genügen – ärgerlich war das auch schon 1986, als sich Maiden im Mittelteil von „Heaven can wait“ auf David-Lee-Roth-Niveau herabließen.

Auch nicht so toll, wie immer seit Kevin Shirley an den Reglern sitzt (Tut er das wirklich?), ist der Sound: kaum Dynamik, wenig Transparenz. Die beiden Vorgängeralben klangen besser. „The Book of Souls“ erinnert leider an „Dance of Death – in Sachen Sound der Tiefpunkt unter den Studio-Alben der Band. Hinzu kommt: Dickinson hat größte Mühe, die ganz hohen Töne zu treffen. Er presst und presst und presst. Ihm dabei zuzuhören ist nicht gerade angenehm. Das Problem bestand schon auf „The Final Frontier“. Auf „The Book of Souls“ kommt es in fast jedem Stück zum Vorschein. Dickinson hätte einen Gang zurückschalten sollen.

Dennoch: „The Book of Souls“ bietet über 90 Minuten starke Unterhaltung und setzt mit „Empire oft he Clouds“ einen nur schwer verbesserlichen Schlusspunkt –nicht nur dem Album sondern auch der Diskografie dieser einzigartigen Band. Und dabei sollte es bleiben.

Danke für alles, Jungs, wir sehen uns noch so oft wie irgendwie möglich auf Tour!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 18, 2015 4:40 PM CET


Iron Maiden - Maiden England '88 [2 DVDs]
Iron Maiden - Maiden England '88 [2 DVDs]
DVD ~ Iron Maiden
Preis: EUR 11,49

5 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Easy Money, 29. März 2013
Die Herzstücke der "Early Days" und "Life After Death"-DVDs waren nicht die Konzertmitschnitte. Die meisten waren eh schon bekannt und in Sachen Bildqualität tat sich im Vergleich zu den Videos de facto nichts. Bis dahin unbekannte Aufnahmen - wie etwa der Mitschnitt aus Dortmund von 1983, oder der aus Rio von 1985 - waren eine Zumutung.

Ganz anders die Doku-Serie "The History of Iron Maiden". Hier saß man Tourmanagern, Roadies und ehemaligen Bandmitgliedern, die man bisher höchstens vom Stammbaum in der "Best of the Beast" kannte, im Café, im Pub oder im Büro gegenüber. Und alle hatten sie was zu erzählen. Ein richtig intimes Gefühl kam rüber. Teil drei konnte also gar nicht schnell genug kommen. Lächerliche fünf Jahre hat es nun gedauert. Klar, Steve Harris & Co. wollen die "Cash Cow" halt so gut es geht melken. Daher muss der richtige Zeitpunkt für die Veröffentlichung weise gewählt werden. Das Ding soll sich schließlich verkaufen.

Verzeihen wir das unseren Helden und freuen uns, dass Teil drei nun endlich raus ist. Doch ist die Freude nur von kurzer Dauer. Erstens ist die Doku mit 40 Minuten viel zu knapp bemessen. Zweitens kommen nur noch die fünf damaligen Bandmitglieder und Manager Rod Smallwood zu Wort. Zu sagen haben sie wenig. Drittens und wichtigstens: die Gestaltung. Die sechs Männer sind auf dem Bildschirm kaum mehr auszumachen. In kleinen Rechtecken werden sie eingeblendet, die noch nicht mal ein Viertel des Bildschirms einehmen. Darüber hinaus noch unscharf und in sepia. Mehr als 75 Prozent des Bildes gehen für unnütze Effekte drauf, die Teil drei genau die Initmität nehmen, die die ersten beiden Teile so wertvoll für den Fan machte. Und so kommt "The History of Iron Maiden: Part III" rüber wie ein 40-minütiger, schnell zusammengeschusterter Vorspann. Wirklich in die Gänge kommt er nie. Nach einer Wartezeit von fünf Jahren ist das ein absolutes Ärgernis.

Ansonsten gibt es Altbekanntes in altbekannter Qualität. Zwar wurde der Konzertmitschnitt um Zugaben und einen optionalen 5.1-Mix in Dolby Surround und DTS ergänzt, doch ist der in beiden Varianten geradezu unanhörbar. Lieber bei Stereo bleiben. So ist dieser höchst minderwertigen Veröffentlichung wenigstens ein bisschen was abzugewinnen.
Kommentar Kommentare (10) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2015 11:56 PM CET


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