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Rezensionen verfasst von
Frankypistor "frankypistor" (Europa)
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Der Professor: Psychothriller
Der Professor: Psychothriller
von John Katzenbach
  Gebundene Ausgabe

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein sehr überschätztes Buch, 29. März 2011
Der Beginn verspricht einen originellen Ansatz jenseits ausgetretener Pfade: Ein von Krankheit bedrohter alter Mann, der schon seinem Leben ein Ende setzen wollte, wird Zeuge eines möglichen Verbrechens. Er stellt seine Selbstmordabsichten zurück und betätigt sich als Detektiv. Dabei wird er heimgesucht von Gedächtnisschwächen und Halluzinationen, in denen ihn Menschen begleiten, die ihm einst nahestanden, nun aber tot sind. Parallel dazu wird aus der Perspektive der mit dem Fall betrauten Polizistin, des Entführungsopfers Jennifer sowie ihrer Entführer erzählt.

So weit, so gut. Oder auch nicht, denn die folgende Handlung wirkt oft wie aus dem Standardrepertoire des Vorabendkrimis entlehnt und lässt einen als Leser keine wirkliche Sympathie mit den Figuren empfinden, von Jennifer einmal abgesehen.
Da meldet der Professor die mögliche Entführung, schämt sich dann aber und legt auf, bevor er der Polizei seine Daten gegeben hat. Dafür macht er sich am nächsten Tag auf eine mühsame Suche und geht von Haus zu Haus, anstatt nochmals bei der Polizei nachzufragen, ob denn nun ein Mädchen vermisst wird oder nicht. Begleitet wird er von den recht lebendigen Geistern seiner Lieben, (was aber eher skurril als unheimlich wirkt), die ihn dann zum rechten Haus der Familie des Opfers lotsen.
Da wird die Polizisten kurz vor 23 Uhr zu Hause aus dem Bett geholt, nur weil der Verdacht besteht, ein Mädchen könnte mal wieder ausgerissen sein, die das schon mehrfach versucht hatte. (Geht es so bei den armen Polizisten in ihrem Null-Privatleben zu?) In der Folgezeit bringt sie dafür überhaupt nichts zustande, was die kriminalistischen Ermittlungen vorantreiben würde.
Jennifer wird zwar in einer Zelle vor laufender Kamera gehalten, doch ihre Gefangenschaft ist streckenweise relativ ereignisarm - nicht für sie, aber für die zahlenden Zuschauer im WWW, die sich tagelang vor dem Bildschirm tummeln. Diese wären wohl mit jeder durchschnittlichen Big Brother Sendung besser bedient.
Licht in die Sache bringt dann letztendlich weder der Professor (dem man seine psychologischen Kenntnisse kaum anmerkt) noch die Polizei, sondern ein ehemaliger Kinderschänder, den der Professor mit vorgehaltener Knarre zur Mitarbeit zwingt.
Ja, und zuletzt gibt es den üblichen Showdown, bei dem äußerst mangelhaft vorbereitete, aber dafür heldisch veranlagte Privatpersonen sowie einsame Polizisten den Ort der Übeltat stürmen und in einem wilden Schusswechsel der schwer bewaffneten Schurkerei ein Ende setzen. Dererlei Dilettantismus kann man sich mehrfach die Woche im Fernsehen angucken.

Nur der dann noch folgende Abspann bringt wieder etwas Originalität in die Sache, ist aber letztendlich zu wenig, um das Buch aus dem üblichen Handlungsschema heraus zu heben.
Kein Roman, den es sich lohnen würde, ein zweites Mal zu lesen.


Tage des Seth: Roman aus dem alten Ägypten
Tage des Seth: Roman aus dem alten Ägypten
von Judith Mathes
  Gebundene Ausgabe

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fundierter historischer Verschwörungsthriller mit Tiefgang, 4. Oktober 2010
Ägypten ist uns scheinbar vertraut und zugleich unendlich fremd. Vertraut, da jeder schon Bilder der wunderbaren Grabbeigaben des Tut-anch-Amun bewundert hat oder in einem Museum vor ägyptischen Hieroglyphen stand. Fremd, da spätestens mit der islamischen Eroberung eine dreitausendjährige Kulturtradition unterging und durch etwas völlig Neues ersetzt wurde.
Hier die Brücke in eine ferne Vergangenheit zu schlagen ist eine besondere Herausforderung - die J.Mathes hervorragend gemeistert hat! Nie erliegt sie der Versuchung (wie ein bekannter Autor), das alte Ägypten in eine mystische Rauchwolke zu hüllen. Die durch ein Originaldokument aus dem 12. Jh. v. Chr. belegte Intrige am Hofe des greisen Pharao Ramses III wird ebenso spannend wie menschlich glaubwürdig geschildert, da die männliche Hauptperson Cheru-ef anfänglich im guten Glauben an der Verschwörung teilnimmt, die das unter Kriegsfolgen und hohen Abgaben leidende Land in eine bessere Zukunft führen soll. Doch auch die rein unpolitisch-persönliche Perspektive, verkörpert durch die von Cheru-ef geliebte Achtaj, Dienerin im Frauenhaus, ermöglicht einen weiteren Blick in eine verworrene Zeit, in der sich alte Gewissheiten aufzulösen scheinen, ohne dass sich Neues abzeichnet. Und so begegnen wir zwar mehr oder wenig Schuldigen, nie aber einer simplen Schwarzweiß Perspektive. Mathes nützt den ihr durch fundierte Recherche vertrauten historischen Rahmen in ebenso spannender wie souveräner Weise, lässt die Figuren damals gebräuchliche Sprachbilder verwenden und zeigt zugleich das ewig Menschliche ihres Schicksals. Kein historisierender, sondern ein historischer Roman im besten Sinne, der spannende Unterhaltung mit Einblicken in Alltag und Denkweise einer faszinierenden Kultur verbindet.


Stille
Stille
von Tim Parks
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,00

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte vom unbeholfenen Einsiedler, 3. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Stille (Gebundene Ausgabe)
Aussteigerromane haben Konjunktur. Einer erwandert den Jakobsweg, ein anderer bricht aus seinem versteinerten Alltag nach Lissabon auf, während ein dritter alles hinschmeißt, um sich in ein Bergdorf zu verkriechen. Sein Vorsatz: Dort vollständig mit seinem bisherigen Dasein als gefeierter Interviewer zu brechen. "Das kulturelle Umfeld Südtirols, ... sagte sich Cleaver, muss weder analysiert noch ironisiert, kritisiert oder gepriesen werden." Dort will er einfach nur leben: "Nichts, murmelte Cleaver noch einmal,... das zur öffentlichen Diskussion beitragen könnte, wird von dieser Reise mitgebracht werden." Auslöser dieses Überdrusses am bisherigen Kommentatoren-Dasein ist das kritische Buch seines Sohnes, das den bezeichnenden Titel "Im Schatten des Allmächtigen" trägt. Erschienen ist es kurz vor Cleavers Karrierehöhepunkt, dem sensationellen Interview, in dem er den amerikanischen Präsidenten (in dem man unschwer Bush jr. erkennt) auseinander genommen hat - allerdings ohne dessen Wiederwahl zu verhindern.
Doch die vom Autor Parks genau und liebevoll gezeichnete Umgebung lenkt Cleaver nicht wirklich ab, denn ständig beschäftigt er sich in Gedanken mit den Vorwürfen seines Sohnes, der auch den tragischen Tod von Cleavers Tochter anspricht. So misslingt das Aussteigen, auch weil er sich bald immer stärker mit der Frage nach den Ursachen für ein altes Zerwürfnis befasst, das die Südtiroler Familie gespalten hat, von der er nach dem Tod des Großvaters dessen isoliertes Haus mieten konnte. Die Gegenwart spielt eigentlich nur dann eine Rolle, wenn ihre Bewältigung dem gänzlich unvorbereiteten Cleaver wieder mal auf schmerzhaft peinliche Weise misslingt. Da die am Anfang aufgebaute Erwartung des Lesers nicht wirklich befriedigt wird, verliert das Buch zum Ende hin trotz einer gewissen Zuspitzung der Ereignisse an Spannung. Weder führt der Besuch seines Sohnes zu einer dramatischen Auseinandersetzung, noch wird das düstere Familiengeheimnis wirklich geklärt. Am Ende verbleiben eine nach wie vor rätselhaft unentschlossene Hauptfigur, eine unverständliche Umgebung und ein gefrusteter Leser, der sich fragt: War's das nun?
Das Buch ist zwar gekonnt übersetzt, trotzdem sollte man es vielleicht besser auf Englisch lesen, da dann die für Cleaver weitgehend unverständlichen Südtiroler Sprachbrocken in ihrer Absurdität noch besser zur Geltung kommen.


Justinian's Flea: The First Great Plague and the End of the Roman Empire
Justinian's Flea: The First Great Plague and the End of the Roman Empire
von William Rosen
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The terrible year 540 AD and its impact on European history, 18. Februar 2009
History is not just written by mighty rulers, but at least as much by natural desasters striking blindly - may it be the weather, an earthquake or a desease. As the title implies, the book wants to highlight the way in which European history was changed by the great plague that started in 540 in Pelusium/Egypt and kept on ravaging the Mediterranean for centuries to come. This approach is not new (cf. Hans Zinsser; Rats, Lice and History; Boston 1950, as well as e.g. the Books by Wendy Orent or William McNeill quoted in the notes), but Rosens comprehensive work is at the same time very entertaining to read (especially the chapter titles using quotes) and instructive as a description of the 6th century. In fact, it is mostly a history of Justinian and his time, with some sidetracking into other topics like the situation of the Roman Empire in the 4th century, the history of the silk trade or the discovery of bacteria in the late 17th century, published by the dutch lense grinder van Leeuwenhoek in 1683. Rosens work is strongly based on Procopius' description, who as an eyewitness gave a precise account of the events. The book ends with the Yarmuk battle (636), where the byzantine army was routed, thus opening up the door to the Islamic conquest. Rosens suggestion is that without the weakening of the Byzantine empire by the plague (that killed an estimated quarter of the population), the Islamic armies would not have been so successful: `The most long-lasting effect of the plague was not its initial impact, but the way in which its aftershocks remade the topography of Europe and the Mediterranean', concludes Rosen and asks: `Without the flea (transporting the bacteria), would the Franks have become the preeminent power of the ninth century?' A bold speculation inviting discussion.
The only drawback of the otherwise fascinating book is the fact that it doesn't contain what it promises: It is mostly (another) picture of Justinian's time, whereas the topic of the pestilence and its effects could have been condensed into an article of perhaps thirty odd pages.


Justinian's Flea: Plague, Empire, and the Birth of Europe
Justinian's Flea: Plague, Empire, and the Birth of Europe
von William Rosen
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen The terrible year 540 AD and its impact on European history, 1. Januar 2009
History is not just written by mighty rulers, but at least as much by natural desasters striking blindly ' may it be the weather, an earthquake or a desease. As the title implies, the book wants to highlight the way in which European history was changed by the great plague that started in 540 in Pelusium/Egypt and kept on ravaging the Mediterranean for centuries to come. This approach is not new (cf. Hans Zinsser; Rats, Lice and History; Boston 1950, as well as e.g. the Books by Wendy Orent or William McNeill quoted in the notes), but Rosens comprehensive work is at the same time very entertaining to read (especially the chapter titles using quotes) and instructive as a description of the 6th century. In fact, it is mostly a history of Justinian and his time, with some sidetracking into other topics like the situation of the Roman Empire in the 4th century, the history of the silk trade or the discovery of bacteria in the late 17th century, published by the dutch lense grinder van Leeuwenhoek in 1683. Rosens work is strongly based on Procopius' description, who as an eyewitness gave a precise account of the events. The book ends with the Yarmuk battle (636), where the byzantine army was routed, thus opening up the door to the Islamic conquest. Rosens suggestion is that without the weakening of the Byzantine empire by the plague (that killed an estimated quarter of the population), the Islamic armies would not have been so successful: 'The most long-lasting effect of the plague was not its initial impact, but the way in which its aftershocks remade the topography of Europe and the Mediterranean', concludes Rosen and asks: 'Without the flea (transporting the bacteria), would the Franks have become the preeminent power of the ninth century?' A bold speculation inviting discussion.
The only drawback of the otherwise fascinating book is the fact that it doesn't contain what it promises: It is mostly (another) picture of Justinian's time, whereas the topic of the pestilence and its effects could have been condensed into an article of perhaps thirty odd pages.


Hadrian's Wall: A Novel
Hadrian's Wall: A Novel
von William Dietrich
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,49

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Cherchez la femme..., 29. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Hadrian's Wall: A Novel (Taschenbuch)
... is a French saying that means: Look for the influence of females behind the heros. Here, Dietrich applies this principle to weave a thrilling story around the great assault on Hadrians Wall in 367 A.C. (of which not much more is known than the fact that the future emperor Theodosius drove the barbarians back). That the Roman frontier system (Limes, Hadrians Wall) has not been chosen more often as the background for historical fiction is astonishing, given the fact that the Roman Empire defined itself by its extension (e.g. frontiers) - in sharp contrast to its successor, Byzantium, for which its center, the fortress Constantinople, equaled the empire - right till its very last days in May 1453. But I'm sidetracking.
The main protagonists of `Hadrians Wall' are Galba, an ambitious, but frustrated military leader of a cavalry unit at Hadrians wall; Marcus, a young tribune without military experience who gets the position as commander of the fort (instead of Galba) due to his marriage with Valeria, an impoverished Senators beautiful daughter, and finally Arden, the celtic chieftain who leads the attack against the Roman province. With the latter, Valeria (after being abducted) falls in love, as her uninspiring husband Marcus (a bit too clumsy in the novel) has neglected her emotionally. She is wooed in vain by Galba, the efficient but bad guy, who seems to triumph in the end, as he has lured Marcus as well as Arden into his trap (and some other less important characters too). A bit disturbing is the fact that the story is constantly interrupted by the narrative of Draco, an imperial inspector, who has been sent to investigate the reasons for the attack on Roman Britain, and who questions the survivors. Draco himself, in spite of musing about the situation of the late empire, remains without a life of his own, without features or emotions. Valeria, the most important person, is a bit of a stereotype as well - the upper class daughter bored with her stiff life and longing in her juvenile heart for adventure and passion instead of luxury and duty. So, all the protagonists and their motives (ambition, frustration, duty, quest for freedom) are sketched like woodcuts, but the description of Roman Britain, of the landscape and the battles is very vivid and colourful. A little map of Roman Britain as well as an instructive "Historical Note" at the end help to understand the events.
Definitely worth reading (especially recommended to German authors who have up to now avoided the opportunity to make the Limes the stage of historical fiction).


Die Lämmer des Herrn: Roman
Die Lämmer des Herrn: Roman
von Yasmina Khadra
  Taschenbuch

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn der Wahnsinn wuchert, 28. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Die Lämmer des Herrn: Roman (Taschenbuch)
Ein kleines algerisches Kaff, Anfang der Neunziger Jahre. Tradition, Trägheit und Hoffnungslosigkeit prägen das ereignislose Leben. Die Wunden des Freiheitskampfes vor drei Jahrzehnten sind noch nicht vernarbt, die damals Geächteten heute noch aus der Gesellschaft ausgestoßen. Da entzweit die Eifersucht drei Freunde: Als der siegreiche Polizist die begehrte Dorfschöne freit, meldet sich der frustrierte Lehrer zum Kampf nach Afghanistan, während der dritte im Bunde, ein arbeitsloser Versager, sowieso keine Chance gehabt hätte. Doch als der Lehrer als Mudschaheddin" zurück kehrt, beginnt sich die Stimmung zu wandeln. Die religiöse Bewegung der Islamisten trotzt der allmächtigen Befreiungspartei, sammelt immer mehr der Hoffnungslosen um sich, und allmählich kippen die Mehrheiten. Als die Islamistenbewegung nach ihrem Wahlsieg verboten wird, überzieht Terror das Land, von dem bald niemand mehr weiß, von wem und wozu er begangen wird. Wie in Ionescos Stück Die Nashörner" geraten die Vernünftigen in die Rolle geächteter Außenseiter, während fanatische Grausamkeit zum Selbstzweck mutiert.
Khadras Buch malt ein düsteres Bild einer perspektivlosen, sich selbst zerfleischenden Gesellschaft, doch manchmal merkt man, dass der Autor intellektuell weit über seinen Figuren steht. Wenn z.B. Tej, der ungebildete Dorfmechaniker, der sich den Islamisten angeschlossen hat, einen Mitstreiter als Operettenpropheten" betrachtet, so darf man sich schon fragen, wie viele dieser Armen jemals eine Operette gesehen haben. Auch sonst wird häufig erzählt, werden selbst grausamste Geschehnisse eher berichtet, als in spannungsgeladene Szenen verwoben. Dennoch ein lesenswertes Buch, schon um so bitterer, illusionsloser Sätze willen wie: ' Die Armut macht vor keinem Hort des Friedens halt. Nimm ihr die Leine vom Hals, schon stürzt sie sich auf das Glück der anderen. Wenn du eine Bestie suchst, die keine Ermüdungserscheinungen kennt, so such sie dir unter den Ärmsten der Armen. Schlagartig träumt sie von einem Reich, das aus Schlachthäusern und Nutten besteht...."


Archos Gmini XS 202 S Tragbarer MP3-Player 20 GB (Slim-Version) schwarz
Archos Gmini XS 202 S Tragbarer MP3-Player 20 GB (Slim-Version) schwarz

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Technik bislang gut (nicht mehr seit 9/2010), aber Gebrauchsanleitung bzw. Support mau, 7. Februar 2008
Ich habe den Gmini XS202 seit vier Wochen und kann nur bestätigen: Die mitgelieferten Kopfhörer sind schlecht und eine Seite hat bereits ihren Geist aufgegeben. Ein großes Problem war anfangs das angeblich so leichte Anschließen an den PC: Das Gerät wurde einfach nicht erkannt. Also Gebrauchsanleitung-pdf runtergeladen und ausgedruckt (aus dem Internet - denn die auf dem Archos gespeicherten x Sprachversionen waren ja nicht zugänglich!): Die dort angegebene Telephone-Supportnummer in Frankfurt ist nur für Händler! Zuletzt ergab sich über die andere Nummer: Das Gerät war werkseitig auf "Tragbares Mediengerät" eingestellt, wird aber vom PC nur als "Externe Festplatte" erkannt. Also dieses unter "Einstellungen" geändert - dann klappte es.
Danach geht es wirklich sehr leicht: Einfach mit Windows Explorer Ordner kreieren und Dateien verschieben. Auch der direkte Anschluss (über ein nicht mitgeliefertes Adapterkabel) an die Stereoanlage ist prinzipiell möglich, funktioniert jedoch nicht bei jedem Gerät. Grund unklar, so etwas kommt in der Archos-Welt nicht vor. Warum schreibt man nicht eine Gebrauchsanleitung, nachdem man einem Normalbürger das Gerät in die Hand gedrückt hat und weiß, wo die Verständnishürden liegen?
Zur Lebensdauer kann ich noch nichts sagen - hier hoffe ich einfach.

Nachtrag: Leider hat das Gerät im September 2010 seinen Geist aufgegeben - Kein Zugriff mehr auf die Festplatte möglich, obwohl es vom angeschlossenen PC noch geht, die Festplatte also noch funktionieren muss. Weiss da jemand Rat?


Nachtzug nach Lissabon
Nachtzug nach Lissabon
von Pascal Mercier
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht für jeden Geschmack, 18. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Nachtzug nach Lissabon (Taschenbuch)
Dieses Buch habe ich erwartungsvoll begonnen, nach 80 Seiten zur Seite gelegt - und zum Glück zwei Monate später wieder in die Hand genommen.
Nach einem überraschenden Einstieg schien sich die Handlung in immer seltsameren Windungen zu verlieren. Der Hauptperson, einem eingetrockneten Altsprachenlehrer eines Berner Gymnasiums, haftete so gar nichts Faszinierendes an. Dazu kam, dass die Begegnung dieses von seinen Schülern mit liebevollem Spott "Mundus Papyrus" getauften Einsiedlers Raimund Gregorius mit der geheimnisvollen Frau, die alles in seinem Leben umstürzt, im weiteren Verlauf der Geschichte folgenlos versickert. Erst ein zweiter Zufall, der ihm ein Buch mit den Lebensbekenntnissen eines unbekannten portugiesischen Adeligen namens Prado in die Hand spielt, setzt die eigentliche Handlung in Gang. Gregorius beschließt, zum ersten Mal in seinem Leben dem vernünftigen, geregelten Alltag zu entfliehen und fährt nach Lissabon. Dort gelingt es ihm - von weiteren Zufällen unterstützt - allmählich in die Lebensgeschichte des Autors Prado, eines Arztes, einzudringen. Schicht um Schicht enthüllt sich der Konflikt eines Lebens: Die versteinerte Sprachlosigkeit zwischen Sohn Prado und seinem Vater, einem Richter der Salazar Diktatur; die Schuld, die Prado durch seine ärztliche Hilfe für einen Schergen des Regimes auf sich lädt, und die hoffnungslose Liebe zu einer Frau, die er über den Widerstand kennen lernt und vor der Liquidation durch die eigenen Mitkämpfer rettet. Bei dieser Spurensuche wird sich Gregorius immer stärker bewusst, wie sehr auch ihm sein eigenes Leben unter den Händen zerrinnt.
Wer einen konventionell aufgebauten Roman erwartet, wird Schwierigkeiten mit diesem Buch haben. Im Verlaufe der Handlung dominieren immer stärker die eingestreuten Textpassagen aus dem fiktiven portugiesischen Buch, in denen sich der Autor in philosophisch geschliffene Formulierungen von großer Eindringlichkeit ergeht. Der Höhepunkt stellt wohl die Abiturrede des jungen Prado dar (S. 198), die unter dem Titel Ehrfurcht und Abscheu vor Gottes Wort" die ganze Zerrissenheit des hochbegabten, in der Enge von Salazars Diktatur aufgewachsenen Jungen in Worte kleidet: "Ich möchte nicht in einer Welt ohne Kathedralen leben. Ich brauche ihre Schönheit und Erhabenheit. Ich brauche sie gegen die Gewöhnlichkeit der Welt...Ich brauche sie gegen die Verwahrlosung der Sprache und die Diktatur der Parolen.....Doch es gibt auch eine andere Welt, in der ich nicht leben will: die Welt, in der man den Körper und das selbständige Denken verteufelt und Dinge als Sünde brandmarkt, die zum Besten gehören, was wir erleben können. Die Welt, in der uns Liebe abverlangt wird gegenüber Tyrannen, Menschenschindern und Meuchelmördern..."
Ein Buch, dessen Sprachkraft mitreißend ist, sodass die logischen Schwächen der Handlung nebensächlich erscheinen. Ein beklemmendes Buch über die Unfähigkeit von Eltern und Kinder, die Worte zu finden, die Abgründe aus Konventionen und Furcht vor Gefühlen überbrücken könnten.
Ein lesenswertes Buch.


Wer übrig bleibt, hat recht
Wer übrig bleibt, hat recht
von Richard Birkefeld
  Taschenbuch

20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Wahrheit ist immer anders...., 31. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Wer übrig bleibt, hat recht (Taschenbuch)
.... sagt eine der Nebenfiguren des Romans und trifft damit das Thema des Buches. Nichts ist so einfach, wie es scheint, immer wieder muss man als Leser seine Sympathien überdenken. Es gibt keine finsteren Schurken kontra reine Lichtgestalten - was gerade vor diesem Zeithintergrund eine große Verlockung wäre - sondern alles sind kleine Mitläufer, die eher zufällig zu Stützen oder Gegnern des Nationalsozialismus mutieren. Viele hatten anfangs Hitler zugejubelt, noch mehr ließen sich in den nächsten Jahren vom nationalen Pathos und der Volksgemeinschaftsideologie anstecken und bekamen erst kalte Füße, als sich das Ende dieses Reiches des Bösen abzeichnete, als die alliierten Bomber das nach Deutschland zurück trugen, was deutsche Flieger zuvor Coventry und Rotterdam angetan hatten.

In dieser Endphase des Dritten Reiches spielt die Handlung, ein klassischer Wettlauf zwischen Mörder und Ermittler, wobei schrittweise auch die Kulisse an bedrohlicher Intensität zunimmt. Der immer schlimmere Bombenterror gegen die Zivilbevölkerung, die Brutalität des untergehenden Regimes und zugleich seine innere Fäulnis (jeder versucht, noch schnell in die eigene Tasche zu wirtschaften) bilden einen gespenstischen Hintergrund, vor dem sich immer neue Aspekte menschlicher Schwäche und bornierten Eigennutzes der Figuren enthüllen. Doch selbst der ermittelnde Gestapo-Mann hat seine emotionale Bürde zu tragen, ist von seiner Frau verlassen worden, die klarer als er die Schecken des Regimes erkannte, und wünscht sich immer öfter, anders gehandelt zu haben, als es noch möglich war. Doch er hat ja nur Befehlen gehorcht...

Ich habe selten ein so spannendes, vielschichtiges und zugleich aufrüttelndes Buch über die Schlussphase des Dritten Reiches gelesen. Als Krimi ist es einfach Spitzenklasse, hat mehr Atmosphäre als jeder Wallander Krimi und vor allem vermittelt es einen Einblick in eine Zeit, die manche heute wieder schönbrüllen wollen...


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