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klaraelisa

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Die Frau, die nie fror
Die Frau, die nie fror
von Elisabeth Elo
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Immer weiter nach Norden, 17. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Frau, die nie fror (Gebundene Ausgabe)
"Die Frau, die nie fror" (im Original "North of Boston") ist ein interessantes Debüt der amerikanischen Autorin Elisabeth Elo. Im Mittelpunkt des Romans steht Pirio Kasparov, die als Ich-Erzählerin auftritt. Ihre Eltern sind russische Einwanderer. Ihre Mutter Isa starb, da war Pirio gerade 10 Jahre alt. Als Teenager verbringt sie die meiste Zeit mit ihrer Freundin Thomasina. Beide lernen sich auf der Gaston School in Boothbay, Maine, kennen. Thomasina ist ein Scheidungskind reicher Eltern und hochintelligent. Nach dem Schulabschluss kehren beide gemeinsam nach Boston zurück. Pirio steigt in das Unternehmen ihrer Eltern, Inessa Mark, Inc., eine Parfümfirma, ein. Thomasina wird zur Alkoholikerin. Sie lernt Ned Rizzo, Sohn irisch-italienischstämmiger Arbeiter aus South Boston, kennen. Aus dieser kurzen Beziehung stammt Noah. Pirio ist Noahs Patentante. Sie liebt das Kind abgöttisch und gibt ihm Halt, wenn seine Mutter wegen ihrer Alkoholexzesse nicht dazu in der Lage ist. Eines Tages ist Pirio mit ihrem Freund Ned auf seinem Hummerkutter 25 Meilen nördlich vor der Küste Bostons unterwegs, als sie von einem riesigen Frachter steuerbord gerammt werden, der ohne Hilfe zu leisten im Nebel verschwindet. Ned setzt noch einen Notruf ab, während Pirio in das eiskalte Wasser springt. Vier Stunden treibt sie bei Wassertemperaturen von sechs Grad im Nordatlantik, dann wird sie endlich gerettet. Ihr Überleben verdankt sie einer Unempfindlichkeit gegen Unterkühlung. Die Suche nach Ned wird dagegen nach zwanzig Stunden erfolglos abgebrochen. Für diese besondere Eigenschaft Pirios interessiert sich das Militär, und sie stellt sich für Experimente zur Verfügung. Da sich die Suche nach den Schuldigen des Schiffsunglücks in die Länge zieht, nimmt Pirio die Ermittlungen selbst in die Hand und stellt nach kurzer Zeit fest, dass ein Unfall unwahrscheinlich ist. Wer trachtete Ned nach dem Leben? Steckt am Ende Neds früherer Arbeitgeber, die Firma Ocean Catch, bei der er zwanzig Jahre gearbeitet hat, dahinter? Pirio gerät in große Gefahr. Sie kann niemandem vertrauen, weder ihrem ehemaligen Geliebten John Oster noch dem angeblichen Schadensermittler Larry Wozniak, den sie bei der Beerdigung von Ned kennengelernt hat und der sich später als der Enthüllungsjournalist Russell Parnell entpuppt. Pirio verfolgt Neds Gegner bis in die weiten Gewässer der Baffin Bay in Alaska. Sie löst zwei Mordfälle, findet ein verloren geglaubtes Parfüm wieder und deckt einen riesigen Skandal auf.

Elisabeth Elo hat mit Pirio und Thomasina sehr sympathische Figuren geschaffen. Es geht in ihrem Roman "Die Frau, die nie fror" allerdings um mehr als nur die Suche nach den Schuldigen für Neds Tod. Sie schreibt über die Schwierigkeiten zwischenmenschlicher Beziehungen, über das Verhältnis zwischen Pirio und ihrem Vater Milosa oder zu ihrer Stiefmutter Maureen. Ihr Vater schickte sie früh auf eine teure Schule, und er hat sie nie so geliebt, wie es ein Vater tun sollte. Er ist es aber auch, der ihr dringend rät, weiter nach Neds Mörder zu suchen. "Wenn der Partner eines Mannes ermordet wird, muss dieser Mann etwas tun." (S. 74) Ein außergewöhnlicher Familienroman und Ökothriller mit einer starken Heldin, die sich durch Mut, Loyalität, Scharfsinn und Hartnäckigkeit auszeichnet. Ich freue mich auf das nächste Werk der Autorin, das im Nordosten Sibiriens und in Boston spielen wird. Für dieses starke Debüt gebe ich eine absolute Leseempfehlung.


Die Unvollendete
Die Unvollendete
von Kate Atkinson
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Erinnerungen befinden sich manchmal in der Zukunft, 17. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Unvollendete (Gebundene Ausgabe)
In Kate Atkinsons neuem Roman “Die Unvollendete” (im Original: "Life After Life”) geht es um die Familie Todd, Sylvie und Hugh und ihre fünf Kinder, dabei vor allem um Ursula, ihr drittes Kind. Die Tochter stirbt zunächst bei ihrer Geburt am 11. Februar 1910, weil sich die Nabelschnur um ihren Hals gewickelt hat und Arzt und Hebamme nicht rechtzeitig eintreffen. Dann fängt alles noch einmal von vorn an. Das Baby lebt. Damit ist das Handlungsmuster festgelegt. Ursula stirbt am Ende jeder Episode ihres Lebens und wird wiedergeboren. Danach bekommt ihr Leben eine neue Richtung. Sie lebt an anderen Orten, trifft andere Menschen und hat verschiedene Berufe. Ihre Umgebung merkt schnell, dass Ursula anders ist als andere Menschen. Sie hat Déjà-vu-Erlebnisse und erwähnt Dinge, die sie eigentlich nicht wissen kann. Ursula erinnert sich nicht an ihre anderen Leben, aber sie verspürt Angst und Beklemmung an Wendepunkten ihres Lebens und handelt für sich und andere. Dabei ist die Szene des Prologs, in der die 20-Jährige in einem Café in München ein Attentat auf Hitler verübt, um den Lauf der Geschichte zu ändern, sicherlich die bemerkenswerteste. Auch in dieser Episode kommt Ursula ums Leben und kehrt zurück.
Die Erklärung des Klappentextes, es ginge um die Gabe, sein Leben wieder und wieder zu leben, bis man alles richtig macht, aus Fehlern zu lernen und dadurch vielleicht ein glücklicher Mensch zu werden, wird durch mehrere Textstellen widerlegt. Ursula selbst ist überzeugt, dass die Menschen nur ein Leben haben (S. 497). Sie weiß nichts Konkretes über ihre alternativen Lebenswege und trifft keine bewussten Entscheidungen auf Grund klarer Erinnerungen: “Sie kannte die Stimme. Sie kannte die Stimme nicht. Die Vergangenheit schien in die Gegenwart zu sickern (kursiv), als ob irgendwo eine undichte Stelle wäre. Oder war es die Zukunft, die in die Vergangenheit tropfte? (…) Hier auch, dachte sie. Hier war sie auch schon einmal gewesen. Sie war noch nie hier gewesen.” (S. 562). Ihrem Psychiater sagt sie: “…Erinnerungen befinden sich manchmal in der Zukunft.” (S. 563).
Die zahlreichen Variationen über Ursulas Leben und das Vor und Zurück in der Zeit, der genau recherchierte zeitgeschichtliche Hintergrund mit zwei Weltkriegen und ihren Folgen für die Menschen sowie zahlreiche literarische Anspielungen machen den Roman zu einer lohnenden Herausforderung für den Leser. Ich empfehle den Roman Lesern, die bereit sind, sich diesem innovativen literarischen Experiment zu stellen.


Teufelslist: Thriller
Teufelslist: Thriller
von Christian Mørk
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Stimmen aus dem Grab, 4. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Teufelslist: Thriller (Taschenbuch)
Die Taschenbuchausgabe des Thrillers „Darling Jim“ des dänischen Autors Christian Mørk ist unter dem Titel „Teufelslist“ erschienen. Es ist ein hypnotisierender Thriller im Stil einer irischen Gothic Novel mit einer wunderbaren vielschichtigen Geschichte, die in einem kleinen Städtchen in Irland, in Malahide, nördlich von Dublin beginnt. Der Postbote Desmond Kean schleppt schon seit mehr als achtzehn Jahren seinen Postsack über die Straßen der Stadt. Eines Tages entdeckt er durch den Briefschlitz des Hauses von Mrs. Walsh deren sterbliche Überreste. Moira Walsh war vor knapp drei Jahren hierher gezogen. Wo sie herkam, das wusste niemand so genau. In ihrem Haus, das später nur noch das Spukhaus genannt wird, entdecken die Gardaí neben jeder Menge Rattengift im Obergeschoß zwei weitere Leichen. Wie sich später herausstellt, hatte Moira Walsh ihre 24jährige Nichte Fiona und deren zweiundzwanzigjährige Schwester Róisín aus Castletownbere wie Gefangene gehalten, und ihnen über mindestens sieben Wochen Rattengift in ihr Wasser gemischt. Ihre Leichen waren bis auf das Skelett abgemagert und im Keller des Horrorhauses entdecken die Gardaí Hinweise auf einen dritten Leidensgefährten, der höchstwahrscheinlich mit Handschellen an einem Handgelenk fliehen konnte. Einige Zeit später findet der Postbeamte Niall Cleary das Tagebuch von Fiona in der Briefsortiermaschine des Postamtes und nimmt es an sich. Auf dem Tagebuch steht eine Botschaft für den Empfänger: „Wir sind bereits verloren. Lies diese Geschichte nur, damit wir nicht vergessen werden.“ (S. 35) (…) „Wir werden in diesem Haus sterben, weil wir einen Mann namens Jim liebten, ohne seine wahre Natur zu kennen. Pass gut auf, ich werde dir erzählen, wie alles geschah…“ (S.41) Das Tagebuch offenbart Niall die Geschichte der Familie Walsh. Was in Malahide passiert ist, hat in Castletownbere vor nicht ganz drei Jahren seinen Anfang genommen. Es beginnt an dem Tag, als der Geschichtenerzähler Darling Jim Quick mit seiner alten roten Vincent Comet in die Stadt kommt. Er gehört einer alten Bruderschaft der Erzähler an, er ist ein seanchaí. Gegen Bezahlung erzählt er Geschichten von Liebe, Leid und Gefahr, von König Stiofán und seinen Zwillingssöhnen Euan und Ned und einer furchteinflößenden Festung des Wolfes. Alle Anwesenden erliegen seinem Charme auch die Tante der Walsh-Schwestern, doch Darling Jim ist nicht nur ein großer Geschichtenerzähler, er manipuliert die Menschen und ist, wie sich später herausstellt, ein Psychopath. Niall, der seine Arbeit verloren hat, verlässt Malahide und begibt sich auf die Reise in die Vergangenheit der Walsh-Schwestern. Unter Einsatz seines Lebens kommt er in den Besitz von Róisíns Tagebuch, und er entdeckt die dritte, lange Zeit auf mysteriöse Weise verschwundene Schwester Aoife. Auch sie hat ein Tagebuch geschrieben, das aber nicht Eingang in den Roman findet.

Christian Mørk hat mit "Teufelslist"/"Darling Jim" einen wunderbaren Thriller geschrieben, eine makabre Geschichte, die den Leser unaufhörlich in ihren Bann zieht und ihn erst nach der letzten Seite wieder loslässt. Der Autor hat sich, wie er im Nachwort ausführt, an einem wahren Familiendrama orientiert, das sich in einer irischen Gemeinde, auf einem einsamen Gehöft, im Jahr 2000 abgespielt hat. Dort fand man die Leichen einer 83jährigen Frau und ihrer drei Nichten, die sich zu Tode gehungert und so Selbstmord begangen hatten. Ausgehend von dem realen Fall entwickelt Mørk einen psychologisch fundierten Krimi, in dem sich Elemente von Horror, Märchen und Mythologie mischen. Es ist ein ungeheuer vielschichtiger Roman über Liebe, Leidenschaft und Eifersucht und die Macht der Verführung, der durch seine raffinierte Erzählstruktur besticht. Mehrere Erzähler mit ihrer jeweils eigenen Stimme erzählen aus wechselnder Perspektive immer neue Geschichten in Geschichten und thematisieren damit auch die verführerische Wirkung des Geschichtenerzählens selbst. Gekonnt spielt der Autor mit den Konventionen verschiedener Genres und schafft ein originelles, wahrhaft innovatives Stück Spannungsliteratur. Ohne Einschränkung zu empfehlen.


Aufstieg und Fall großer Mächte: Roman
Aufstieg und Fall großer Mächte: Roman
von Tom Rachman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

5.0 von 5 Sternen Entwurzelt, 2. Oktober 2014
Der Titel von Tom Rachmans neuem Roman “Aufstieg und Fall großer Mächte” lässt den Leser eine Geschichte über Ereignisse von weltpolitischer Bedeutung erwarten. Die rasanten Veränderungen in der modernen Welt sind zwar ein wichtiges Thema, aber im wesentlichen geht es um Tooly Zylberberg, eine sympathische Frau in den Dreißigern, die ein Antiquariat in einem kleinen Ort in Wales besitzt. Sie beschäftigt den skurrilen Angestellten Fogg, 28, der gern große Reden schwingt, ohne vorher zu wissen, was er eigentlich sagen will. Der Laden läuft schlecht, und Tooly macht Verluste.
Eines Tages erhält sie eine E-Mail von ihrem ehemaligen Freund Duncan, der sie bittet, sich in Brooklyn um ihren alten, sehr kranken Vater zu kümmern. Tooly folgt dem Hilferuf und findet den alten Humphrey in einem desolaten Zustand vor. Sie nutzt den Aufenthalt in New York, um sich auf eine ausgedehnte Spurensuche zu begeben. Es gibt zu viele Geheimnisse in ihrer Vergangenheit. Sie hatte nie ein Zuhause, nie eine richtige Familie und zog mit wechselnden Erwachsenen von einem Ende der Welt zum anderen. Wer waren diese Menschen wirklich, und wie standen sie zu ihr?
Die wichtigsten Menschen in ihrem Leben sind der alte Humphrey, der ihr eine Art Bildung und die Liebe zu Büchern vermittelte, dann Sarah, der ewige Hippie, die sie abwechselnd mit Liebe überschüttet, um sie ohne Ankündigung wieder zu verlassen, der schüchterne Paul, der sie als Kind entführte und mit ihr um die halbe Welt zieht und vor allem Venn, den Tooly vergötterte, ein gefährlicher Mann mit großem Charme. Er verdiente Geld mit Drogen, später mit allerhand Betrügereien und ist absolut skrupellos. Was Tooly über die Menschen, die ihr einmal nahestanden, herausfindet, ist nicht unbedingt das, was sie gesucht hat. Es wird ausgerechnet der anfangs etwas trottelige Spinner Fogg sein, der ihr helfen wird, mit ihrem Leben weiterzumachen und ihre Buchhandlung zu einem halbwegs profitablen Geschäft auszubauen.
“Aufstieg und Fall…” setzt im Jahr 2011 ein und erzählt auf drei Zeitebenen Tooleys Geschichte. Außer der Erzählgegenwart spielen die jeweils etwa 12 Jahre auseinander liegenden Zeitabschnitte 1988 und 1999/2000 eine Rolle, als Tooly 10 bzw. 20-21 Jahre alt ist. Rachmans Buch ist nicht nur eine außergewöhnliche Familiengeschichte, sondern auch ein Roman über eine sich schnell wandelnde Welt. Der Ton ist zunächst heiter, teils sehr witzig, dann zunehmend melancholisch, wenn Tooly die grausame Wahrheit entdeckt. “Aufstieg und Fall…” ist aber auch ein Buch für Bibliophile. Bücher im Buch spielen in Form von ständigen Anspielungen und Zitaten eine wichtige Rolle. Bücher sind schließlich in Toolys unstetem Leben die beständigsten Freunde und bieten ihr am Ende auch beruflich eine Perspektive. Unter den Charakteren wachsen dem Leser vor allem die warmherzige, aufrichtige Tooly und der alte Humphrey ans Herz, der sie uneigennützig in entscheidenden Jahren ihres Lebens beschützt. Rachmans neues Buch hinterlässt einen starken Eindruck und ist unbedingt zu empfehlen.


Die Achse meiner Welt: Roman
Die Achse meiner Welt: Roman
von Dani Atkins
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Rachel im Glück?, 2. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Achse meiner Welt: Roman (Taschenbuch)
"Mein erstes Leben endete an einem eisigen Dezemberabend um 22:37 Uhr auf einer einsamen Straße neben der alten Kirche. Mein zweites Leben begann etwa zehn Stunden später, als ich im grellen Licht des Krankenzimmers erwachte - mit einer großen Kopfwunde und einer Vergangenheit, an die ich keinerlei Erinnerung besaß." (S. 7) Mit dieser Einleitung beginnt der Debütroman von Dani Atkins "Die Achse meiner Welt". Rachel Wiltshire, die als Ich-Erzählerin auftritt, beginnt mit ihrer Erzählung im Jahr 2008. Ende des Monats September wird sie ihr Traumstudium beginnen. Vorher gibt es noch ein Abschiedsessen mit ihren Freunden Matt, Jimmy, Trevor, Phil, ihrer besten Freundin Sarah und Cathy . Als ein junger Mann die Kontrolle über ein gestohlenes Fahrzeug verliert und ungebremst in das Lokal fährt, stirbt Jimmy, Rachels Jugendfreund aus Kindertagen, der sich für sie geopfert hat. Von diesem Tag an ist nichts mehr so, wie es früher war. Rachel leidet sehr unter den Folgen dieses schlimmen Unfalles. Fünf Jahre später, im Jahr 2013, folgt sie einer Hochzeitseinladung ihrer besten Freundin Sarah und kehrt nach Great Bishopsford zurück. Sie trifft ihre alten Freunde wieder, zu denen sie den Kontakt abgebrochen hatte und stellt fest, dass das Band, das sie einmal so fest zusammengehalten hat, zerstört ist. Abends geht sie noch auf den Friedhof an Jimmys Grab, das sie das erste Mal besucht und sinkt ohnmächtig zu Boden. In einer anderen Version ihres Lebens wird sie von einem Unbekannten überfallen und ausgeraubt. Als sie im Krankenhaus aufwacht, fehlen ihr die restlichen Erinnerungen an den Abend, und mit einem Mal ist das Leben so, wie sie es sich immer erträumt hat. Sie arbeitet als Journalistin, ihrem Vater geht es gesundheitlich gut, sie und Matt sind verlobt, und Jimmy lebt. Mit seiner Hilfe versucht sie, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.
"Die Achse meiner Welt" ist ungewöhnlich konstruiert und entführt den Leser in zwei verschiedene Welten. Man fragt sich bis zum Schluss, was im Rahmen der Romanhandlung wirklich passiert und was nur vorgestellt ist. Wie realistisch ist die Idee der zweiten Chance wirklich? Hat Rachel die Möglichkeit, alles anders und besser zu machen? Mich lässt der Roman etwas verwirrt und mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Deshalb kann ich ihn auch nur mit Einschränkung empfehlen.


Italien vegetarisch
Italien vegetarisch
von Katharina Seiser
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 34,90

5.0 von 5 Sternen Vegetarische Küche für Genießer, 17. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Italien vegetarisch (Gebundene Ausgabe)
Nach "Österreich vegetarisch" (2012) und "Deutschland vegetarisch" (2013) ist "Italien vegetarisch" das dritte Kochbuch der Serie aus dem Brandstätter Verlag. Claudio Del Principe, verantwortlich für die Texte, Rezepte und das Foodstyling sowie Katharina Seiser, Herausgeberin, haben ein wunderbares Kochbuch veröffentlicht. Hier kann der Hobbykoch in die Welt der italienischen Küche mit all ihrer Vielfalt eintauchen. Das Buch ist ein kleines Schwergewicht und enthält drei Lesebändchen, die bei 150 Gerichten unbedingt benötigt werden. Aufgeteilt ist das Kochbuch in die vier Jahreszeiten und Jederzeit, und ist der jeweiligen Saison aufgrund der Farbgestaltung leicht zuzuordnen. Die meisten Rezepte befinden sich auf einer Doppelseite und sind zum Großteil für vier Personen gedacht. Die Zutaten sind nicht außergewöhnlich und ohne große Mühe zu beschaffen, die einzelnen Rezeptschritte werden leicht und verständlich erklärt. Zusätzlich gibt es zu jedem Rezept noch verschiedene Hinweise, Tipps und Empfehlungen für passende Getränke.
Ich bin von den Rezepten, die ich bisher ausprobiert habe, rundherum begeistert, ob es nun der geröstete und gedämpfte Blumenkohl auf S. 126, die gefüllten Pfirsiche auf S. 101 oder der Klassiker der italienischen Küche, der Auberginenauflauf auf S. 85 ist. Der Leser gewinnt einen tiefen Einblick in die italienische Küche, und neben den bekannten Klassikern gibt es auch eine Vielzahl mir unbekannter Gerichte und ungewöhnlicher Kombinationen, die vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig sind wie zum Beispiel Selleriesalat mit Blutorangen oder Maronensuppe mit Kichererbsen. Das Register enthält alle deutschen Rezepte alphabetisch sortiert und ist zusätzlich nach Hauptzutaten geordnet. Das ist sehr hilfreich und erspart aufwendiges Blättern und Suchen. Interessant und ausgesprochen lesenswert ist das Glossar am Ende des Buches. Mein Fazit: Eines meiner besten Kochbücher für vegetarische italienische Küche. Ich empfehle es sehr gerne weiter.


Dreimal im Leben: Roman
Dreimal im Leben: Roman
von Arturo Pérez-Reverte
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,95

5.0 von 5 Sternen Eine ungewöhnliche Liebe in ereignisreichen Zeiten, 13. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Dreimal im Leben: Roman (Gebundene Ausgabe)
In seinem neuesten Roman „Dreimal im Leben“ (im Original: El tango de la Guardia Vieja“) entführt der spanische Erfolgsautor Arturo Pérez-Reverte den Leser in eine längst vergangene Epoche. Der Roman beginnt mit einer prologartigen Einführung. Der 43jährige Komponist Armando de Troeye, der auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt ist, reist mit seiner schönen Gattin Mecha (Mercedes) Inzunza de Troeye im November 1928 mit dem Überseedampfer Cap Polonio der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Gesellschaft nach Buenos Aires. Auf dem Luxusdampfer begegnen sich die beiden Hauptprotagonisten des Romans Max Costa (Máximo Covas Lauro) und Mecha Inzunza zum ersten Mal. Es ist der Tango, der sie zusammenführt. Max arbeitet als Eintänzer auf dem Schiff und hält Ausschau nach gelangweilten und vermögenden weiblichen Passagieren der ersten Klasse. Wie kein Zweiter beherrscht er neben den Gesellschaftstänzen Tango, Foxtrott und Boston. Von Beginn an ist er von der 23jährigen vermögenden und begehrenswerten Mecha fasziniert, und auch das Perlencollier, das sie trägt - es besteht aus zweihundert makellosen Perlen -, weckt sein Interesse, denn Max ist auch ein Dieb, ein Süßholzraspler, ein unverschämter Schwindler. Er verliebt sich in die unnahbare, schöne Frau. Armando de Troeye ist nach Buenos Aires gekommen, um einen unvergesslichen Tango zu komponieren. Er hat mit Ravel um ein Abendessen gewettet, denn wenn Ravel einen Bolero komponieren kann, dann kann er dasselbe für den Tango tun. Zu dritt unternehmen sie einen Streifzug durch die Kaschemmen in den verrufenen Gegenden der Stadt. Max kennt sich aus, er ist hier geboren und hier schätzt man noch den ursprünglichen Tango. Nach einer berauschenden Nacht tiefer sexueller Abgründe begegnen sich Max und Mecha ein zweites Mal im Herbst 1937 in Nizza, neun Jahre später. Die Zeiten haben sich geändert, Armando sitzt in Spanien im Gefängnis, und Max ist in zwielichtige Spionagetätigkeiten der Bürgerkriegsparteien geraten. Die Leidenschaft zwischen beiden entflammt von neuem, doch Max muss fliehen. Viele Jahre voller Lügen, Ungewissheiten und kleinen Katastrophen, falschen Pässen, Polizeirevieren, Gefängniszellen und Demütigungen (S. 522) gehen für Max ins Land, bis sich beide 1968 anlässlich eines Schachturniers zufällig in Sorrent zum dritten Mal begegnen. Max ist inzwischen 64 alt und arbeitet als Hausmeister und Chauffeur des vermögenden Schweizer Psychiaters Dr. Hugentobler. Mecha, die inzwischen Keller heißt, ist mit ihrem Sohn Jorge, dem chilenischen Schachgroßmeister und Anwärter auf den Weltmeistertitel, zum Turnier um den Luciano-Campanella-Preis nach Sorrent gekommen. Werden beide in Sorrent frei sein, ihre Liebe zu leben?
Der Nostalgieroman von Arturo Pérez-Reverte „Dreimal im Leben“ liest sich sehr gut. Der Autor, der mit seinem Buch „Der Club Dumas“ den Durchbruch schaffte, hat für den vorliegenden Roman sorgfältig recherchiert. Er hat sich natürlich über Tango und Schach sowie die politische Situation im Frankreich der 30er Jahre kundig gemacht. Tatsächlich hat er sich im Bemühen um Authentizität sogar zeigen lassen, wie man einen Safe öffnet. Pérez-Reverte erzählt eine leidenschaftliche Geschichte von Liebe, Verrat und Intrigen und gibt tiefe Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Tangos. Und es geht um „…Schach. Die Kunst der Täuschung, des Mordens und des Krieges.“ (S. 360). Zusammenfassend kann der Roman in drei große Abschnitte eingeteilt werden: Buenos Aires in den zwanziger Jahren, Nizza unter dem Eindruck des Faschismus und Sorrent zu Zeiten des Kalten Krieges, wobei die Geschehnisse in Nizza dem Leser interessante und spannende Überraschungen bieten und streckenweise den Roman in einen Agententhriller verwandeln, in dem es um den Diebstahl brisanter Briefe und Mord geht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, vor allem wegen des Stils und der interessanten Erzählstruktur, dem ständigen Wechsel zwischen Vergangenheit und Erzählgegenwart. Ich empfehle ihn Lesern, die diese Art von Roman ebenfalls schätzen.


Die Frau von Shearwater Island: Roman
Die Frau von Shearwater Island: Roman
Preis: EUR 14,99

3.0 von 5 Sternen Hätte sie doch geschwiegen, 3. September 2014
Magali Robathans Debütroman "Die Frau von Shearwater Island" spielt auf der titelgebenden Insel vor der Küste Englands. Hier lebt eine kleine Gemeinschaft von Bewohnern, die man an den Händen abzählen kann. Alice Fisher, die 36-jährige Protagonistin des Romans, wohnt nach dem Tod ihrer Eltern allein in einem großen Farmhaus. In den einsamen Wintermonaten ist die kleine Inselgemeinschaft auf sich selbst gestellt. Manchmal sind sie wochenlang von der Außenwelt abgeschnitten und haben nur wenig Abwechslung, dafür aber viel Zeit, alten Fehden neuen Nährboden zu geben und sich gegenseitig an die Gurgel zu gehen. In den Sommermonaten hingegen erwacht die Insel durch den Tourismus zu neuem Leben. So hat auch der Bestsellerautor Patrick Fox im Sommer Urlaub gemacht und will nun die Herbst- und Wintermonate gleichfalls auf der Insel verbringen. Mit diesem Anliegen tritt er an die Stiftung von Shearwater Island heran, der die Insel gehört und bei der Alice angestellt ist. "Die Insel ist der perfekte Ort für die Arbeit an meinem nächsten Roman; das war mir vom ersten Moment an klar. Die wilde Schönheit der Landschaft, das Gefühl, dass dieser Ort irgendwie in einer einfacheren Zeit verankert ist - all das wird mich inspirieren, das Buch zu schreiben, das allmählich in mir Form annimmt." (S. 7/8) Patrick hofft auch, auf der Insel seine Schreibblockade zu überwinden und bietet der Stiftung eine Spende an. Alice nimmt ihn gerne auf, und die Miete die er zahlt, ist ein Zubrot zu ihrem Verdienst. Patricks Anwesenheit auf der Insel spaltet die Gemeinschaft. Die Männer stehen ihm ablehnend gegenüber, Alice hingegen ist nach dem ersten Abend fasziniert und denkt schon an einen Neubeginn. Doch Patricks Interesse an ihr ist nicht sehr groß. Alice verliebt sich in ihn und beginnt, unter dem Siegel der Verschwiegenheit und um sich wichtig zu tun, die Geheimnisse der Inselbewohner auszuplaudern. Patrick saugt den Klatsch und Tratsch, die wohlgehüteten Geheimnisse und äußerst privaten Dinge sowie die traurigen Wahrheiten der Inselbewohner wie ein Schwamm auf und bringt das Gehörte still und heimlich zu Papier. Seine eigenen Ideen würden niemals ausreichen, einen weiteren Bestseller auf den Markt zu werfen, und dann ist da auch noch seine geschiedene Frau Amira. Sie tritt persönlich nicht in Erscheinung, schwebt aber fast täglich wie eine dunkle Wolke über Alice. Der Verrat, den Patrick an Alice begeht, wiegt nicht so schwer, wie der, den Alice an ihren Nachbarn begeht. "Sie schämte sich ein wenig, weil sie die private Tragödie ihrer Nachbarn dazu missbrauchte, ihren neuen Mieter zu unterhalten, und hatte sich fest vorgenommen, das Ende der Geschichte nicht auch noch auszuplaudern." (S. 75) Ein nicht realisierbares Vorhaben. In Patricks Augen ist die Insel sowieso ein Ort der Lügen und Geheimnisse (S. 299). Eine Inselbewohnerin nennt Alice eine dumme, dumme Gans, was noch untertrieben ist.
Der Roman besticht durch schöne Landschaftsbeschreibungen. Man spürt förmlich die raue und wilde Landschaft und wie die Inselbewohner sich gegen die Naturgewalten auflehnen müssen, um ihr Hab und Gut vor schweren Stürmen und Hochwasser zu beschützen. Was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass die Autorin zu viele Geschichten, Lügen und Geheimnisse in den Roman eingebaut und jede der wenigen Personen eine Leiche im Keller hat. Keiner erscheint ohne Schuld. "Die Frau von Shearwater Island" ist ein Roman über Hass und Liebe, Verrat, Familienfehden, gewalttätige Ehemänner und Mord. Mit der Zeit wurde mir Alice durch ihre unüberlegten und sehr naiven Handlungen immer unsympathischer, und auch der Schluss konnte mich nicht richtig überzeugen. Hier hat die Autorin einfach zu viel gewollt. Mit kleinen Einschränkungen gebe ich eine Leseempfehlung.


Eschi Fieges Mittagstisch: Leidenschaftlich vegetarisch
Eschi Fieges Mittagstisch: Leidenschaftlich vegetarisch
von Eschi Fiege
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eschi Fiege bittet zu Tisch, 3. September 2014
Eschi Fieges „Mittagstisch – Leidenschaftlich vegetarisch“ feiert das Revival des Mittagessens. Meistens zweimal in der Woche lädt die Autorin Freunde, Freunde von ihren Freunden und deren Freunde und Bekannte zum Mittagstisch in ihre gemütliche Wohnung am Wiener Naschmarkt ein. Hier wird bei einem 3-gängigen vegetarischen Menü die Lust am Mittagstisch wiederentdeckt. Vegetarische Küche schmeckt nicht nur wunderbar, sie macht satt und glücklich. Die Autorin ist Köchin aus Leidenschaft und beeindruckt mit ihrer großherzigen Gastfreundschaft.

Zur Aufmachung des Buches:
Mit einem schmalen Einband in Form einer karierten Tischdecke hat sich der Verlag etwas Besonderes einfallen lassen. Das ist etwas ungewöhnlich, gefällt mir aber sehr gut. Jedes Rezept hat auf einer Doppelseite Platz und wird von den Foodstylisten hervorragend in Szene gesetzt. Man spürt auf jeder Seite die Liebe zum Essen und persönliche Anekdoten der Autorin runden den Gesamteindruck hervorragend ab. Das Format des Buches ist nicht ungewöhnlich. Positv fällt die Verarbeitung und die Papierqualität auf. Allerdings klappt es, auch weil es noch nagelneu ist, beim Aufschlagen immer wieder zu, so dass das Lesebändchen schon recht hilfreich ist. Beim Durchblättern liegt es schön in der Hand und ist nicht allzu schwer.
Aufgeteilt ist das Buch in Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen. Die einzelnen Rezepte, vielen steht ein kleiner Hinweis voran, sind verständlich beschrieben und lassen sich fast alle leicht nachkochen, jedoch mit einem höheren Zeitaufwand. "... betrachten Sie Kochen und Essen doch einfach als Chance, zur Ruhe zu kommen und sich zu entspannen. Sehen Sie die Küche als Ihre private Spielwiese." (S. 9) Bevor ich zur Tat schreiten konnte, musste ich diverse Zutaten einkaufen, die es in meiner Küche nicht gab. Mir gefällt, dass die aufgeschriebenen Rezepte kein Dogma sind. Hier kann der schon etwas erfahrenere, kreative Koch seine eigenen Ideen einbringen und Veränderungen vornehmen. Deshalb finde ich auch die "Spielanleitung" zu den meisten Rezepten besonders nützlich. Hier gibt es brauchbare Hinweise und Ratschläge. Die Änderungsvorschläge ermöglichen es, verschiedene Variationen eines Rezeptes auszuprobieren. Nach einem vorzüglichen vegetarischen Mittagessen darf die Nachspeise natürlich nicht fehlen. Ab Seite 131 kommt der Hobbybäcker voll und ganz auf seine Kosten. Nachgebacken habe ich den Kirschkuchen auf S. 174, der hervorragend gelungen ist und ausgesprochen lecker geschmeckt hat. Den Zuckeranteil habe ich etwas reduziert, weil mir das einfach zu süß erschien. Dazugelernt habe ich, dass man diesen Kuchen auch ohne Backpulver backen kann. Ab S. 190 hat die Autorin ein paar Grundrezepte, die öfters benötigt werden, aufgeschrieben, so dass man nicht ständig das ganze Kochbuch danach durchsuchen muss. Bevor sich Eschi Fiege auf der letzten Seite bei dem Verlag und den Mitwirkenden bedankt, gibt es noch ein Rezeptregister.

Mein Kochbuchfazit:
Die Autorin teilt ihr ganzes Wissen, so dass man den Rezepten beim Nachkochen und -backen blind vertrauen kann. "Und natürlich sind die Rezepte in diesem Buch echte Mittagstisch-Rezepte! So wird in meiner Küche wirklich gekocht." (S. 59) Jedoch muss man ausreichend Zeit für die Vor- und Zubereitung eines 3gängigen Menüs einplanen. Der Schwierigkeitsgrad variiert hier von einfach bis ausgesprochen kompliziert. Man kann erst einmal klein anfangen, wenn man noch nicht ganz so fit in der Küche ist. Auch werden teilweise für mich etwas exotische Gewürze benötigt, die ich bisher noch nie verwendet habe (wie z.B. Kreuzkümmelsamen, Kurkuma, Kardomomkapseln, Koriandersamen). Was mir weiterhin sehr gut gefällt, ist die Experimentierfreudigkeit, die abwechslungsreiche und kreative Auswahl der vegetarischen Gerichte. Es gibt ein paar ungewöhnliche Kreationen, die mir so nie in den Sinn gekommen wären (Karottenhumus mit Ofenkartoffeln und Gewürzöl, Gemischter Bohnentopf mit Bratapfel, Kürbisrisotto mit gebratenen Kürbisscheiben und Kernöl, Bohnenparfait mit Joghurtsauce, um nur einige zu nennen). Gewünscht hätte ich mir zum einen noch Hinweise zu Getränken, die besonders gut zu den Gerichten passen. Zum anderen fehlen gänzlich die Kalorienangaben, die einen bewussten Esser immer interessieren, so dass so der Genuss des leckeren Mittagessens später womöglich wie eine schwere Last auf der Seele liegt.
Eschi Fieges "Mittagstisch - Leidenschaftlich vegetarisch" ist sehr inspirierend mit verlockenden Rezepten. Es wird noch einige Zeit brauchen, bis ich auch nur annähernd einen Teil ausprobiert habe. Auf jeden Fall werde ich es öfters zur Hand nehmen, um es in den Schrank zu stellen, ist es einfach viel zu schade. Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung des Leseexemplars, das mir und meiner Familie schon jetzt neue Gaumenfreuden beschert hat und empfehle es sehr gerne weiter.


Eisiges Geheimnis: Thriller (Ein Macy-Greeley-Krimi, Band 1)
Eisiges Geheimnis: Thriller (Ein Macy-Greeley-Krimi, Band 1)
von Karin Salvalaggio
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

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3.0 von 5 Sternen Showdown in Collier, 9. August 2014
Karin Salvalaggio führt den Leser in ihrem Thrillerdebüt "Eisiges Geheimnis" nach Montana. Hier lebt Grace Adams mir ihrer verwitweten Tante Elizabeth Lamm in einer einsamen Siedlung in den Bergen am Rand von Collier. Zu zweit bewohnen sie ein Haus, das einem nachgebauten Tudorschloss ähnlich sieht. Grace selbst erholt sich gerade von einer Herztransplantation, als sie eines abends beobachtet, wie eine Frau auf das Haus zukommt. Kurz davor begrüßt sie einen Fremden und nach einem kurzen Wortwechsel sticht dieser sie nieder. Die von Grace herbeigerufenen Sanitäter verspäten sich, und bei dem Versuch, die Frau selbst zu retten, stellt sie fest, dass es ihre seit Jahren verschollene Mutter Leanne ist. Grace ist sehr schwach und erfriert fast in dem einsetzenden Schneetreiben. Detective Macy Greeley von der State Police erhält von ihrem Vorgesetzten Ray Davies den Auftrag, nach Collier zu reisen. Sie soll den dortigen Polizeibeamten bei ihren Ermittlungen helfen. Die unverheiratete Macy ist hochschwanger und geht in drei Wochen in Mutterschutz. In Collier holt sie ein elf Jahre alter Fall wieder ein. Damals starben in dem Ort vier osteuropäische Mädchen, und die Spedition von Grace Onkel Arnold Lamm geriet in das Visier der Ermittler. Auch trifft Macy auf ihren ehemaligen Freund, den Sanitäter Jared, der sich nicht so recht zwischen der Krankenschwester Lexxie und der verheirateten Hayley entscheiden kann. Überhaupt ist Collier ein Ort, dessen Bewohner eine eingeschworene Gemeinschaft sind, in der die Kriminalität gedeiht und wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sie für ihre üblen Machenschaften nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Keiner will so richtig mit Macy reden und auch Grace, die den Täter wahrscheinlich gesehen hat, schweigt sich aus. Ganz langsam gewinnt Macy ihr Vertrauen, und die Sorge ist groß, dass der Täter noch einmal zugeschlägt. Die Suche nach dem Mörder gestaltet sich auch deshalb so schwierig, weil Elizabeth Lamm lange Zeit zu den Vorkommnissen von vor elf Jahren schweigt. Warum kehrte ihre Schwester Leanne gerade jetzt, nach so vielen Jahren, aus ihrem selbstgewählten Exil in Kanada zurück, und was hat es mit ihren letzten Worten auf sich, die sie zu Grace sagte? "Du mußt vorsichtig sein. Sie sind immer noch hinter dem Geld her." (S. 16)
Praktisch jeder der Charaktere in dem Thriller "Eisiges Geheimnis" ist irgendwie ein schlechter, sonderbarer Mensch. Es gibt Vergewaltiger, Pädophile, Mörder, Menschenhändler, Drogendealer, gewalttätige Ehemänner und Ehebrecher. Deswegen kann man für keinen der Protagonisten Sympathie empfinden. Die Handlung ist schlüssig aufgebaut, jedoch fehlen überraschende und unerwartete Wendungen. Irgendwie hat man das Gefühl, das alles schon einmal gelesen zu haben. "Eisiges Geheimnis" ist nur mit Einschränkungen empfehlenswerte Thrillerlektüre.


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