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thrasymachos (Bayern)

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Schmatz: Oder Die Sackgasse
Schmatz: Oder Die Sackgasse
von Hans W Kettenbach
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

1.0 von 5 Sternen Wie konnte so ein Buch den Deutschen Krimipreis bekommen?, 12. September 2008
Rezension bezieht sich auf: Schmatz: Oder Die Sackgasse (Taschenbuch)
Die Handlung ist schnell erzählt: Auf den ersten 200 Seiten erfährt man, dass Uli Wehmeier, Mitarbeiter einer Werbeagentur, Probleme mit dem neuen Creative Direktor Kai Nowakowski hat. Erst auf den letzten 80 Seiten kommt die Handlung etwas in Schwung. Für einen guten Krimi ist das viel zu wenig.
Sprachlich gesehen ist das Werk sogar recht ordentlich. Die Handlung wird aus der Perspektive von verschiedenen Personen geschildert. Doch leider endet das oft in seitenlangen und langweiligen Beschreibungen.
Nur wer sich für Werbesprüche interessiert, wird hier auf seine Kosten kommen...

Fazit: Eine große Fehlinvestition. Für Krimi-Liebhaber absolut ungeeignet.


James Bond - GoldenBoy
James Bond - GoldenBoy
von Charlie Higson
  Broschiert

4 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurve noch gekriegt, 11. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: James Bond - GoldenBoy (Broschiert)
Nachdem das letzte Abenteuer von 007 junior '"Zurück kommt nur der Tod'" wirklich ein super Buch war, schlug ich natürlich bei '"Goldenboy"' sofort zu. Doch dann gab es zunächst einmal eine bittere Enttäuschung: Auf den ersten 100 Seiten liest man nur, wie James Bond und seine Kollegen irgendwelche reichlich abstruse Rätsel lösen bzw. Kartenspiele spielen. Die noch normaleren Rätsel sind irgendwelche verdrehten Namen, dann wird es schon verrückter. Das hat natürlich aber auch etwas mit der Story zu tun: Ein Lehrer des Internats (Alexis Fairburn) ist spurlos verschwunden und schickt einen geheimnisvollen Brief an den Schüler Pritpal, der Mitglied in einer Art Rätselvereinigung ist, deren Vorsitz der Lehrer inne hat.

Na ja. Nachdem jedenfalls etwas herumgerätselt wird, findet James heraus, dass der betreffende Lehrer entführt wurde. Man macht sich also auf die Suche, die auch wirklich sehr spannend verläuft, z. B. mit wilden Autoverfolgungsjagden oder einem Casinobesuch. Das ist überhaupt die große Stärke dieses Bandes: Die atmosphärischen Schilderungen der Szenen. Dabei geht es zuweilen auch recht brutal zu. Um ein Kinderbuch handelt es sich also auf keinen Fall.

Auch auf ein Wiedersehen mit Red Kelly aus dem ersten Band 'Stille Wasser sind tödlich' darf man sich freuen. Dessen Schwester Kelly ist diesmal das Bondgirl.

Doch leider wirkt die Hintergrundgeschichte wirklich etwas zu aufgesetzt: Plötzlich kommen irgendwie die Sowjets vor und stecken hinter den Verwicklungen.

Ach ja: Die Geschichte selbst spielt übrigens an drei Dezembertagen im Jahr 1933.

Fazit: Man sollte sich dennoch von einigen inhaltlichen Schwächen nicht abschrecken lassen. Man wird das Buch auf alle Fälle zufrieden aus der Hand legen. Daher werde ich mir auch den nächsten Band wieder zulegen. Das gibt noch vier Sterne.


Herren des Strandes
Herren des Strandes
von Jorge Amado
  Taschenbuch

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Thema mit Brisanz, 26. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Herren des Strandes (Taschenbuch)
Jorge Amado erzählt im letzten Teil seines sechsteiligen Romanzyklus über die brasilianische Hafenstadt Bahia die Geschichten der heimatlosen Kinder um ihren Anführer Pedro Bala. Die Herren des Strandes, wie die Zeitungen sie ehrfurchtsvoll nennen, können ihr Überleben nur durch Raubzüge durch die Villenviertel Bahias sichern. Dabei geraten sie selbst oft in Lebensgefahr. Man begleitet die Strandkinder über einige Jahre hinweg, wobei einer schließlich ein landesweit gesuchter Mörder, ein anderer ein gefährlicher Zuhälter wird. Doch ein Mitglied der Band findet sogar seine Berufung zum Priester und ein anderer, der früher im Schuppen am Strand gelebt hat, wird ein berühmter Maler.

Die soziale Ader Amados wird schon daran deutlich, dass sich der Rest der Bande am Ende des Buches als Kampfbrigade der Gewerkschaften sieht.

Der Schreibstil ist zwar durchaus schön zu lesen, aber nicht wirklich etwas Hochwertiges. Viele Bemerkungen werden einfach zu oft wiederholt, was die Lesefreude teilweise sehr hemmt, da man nahezu die gleiche Passage erst drei Seiten vorher gelesen hat. Außerdem bleiben etliche Dinge ziemlich schleierhaft und die Charaktere sind sehr blass geraten und erscheinen monoton, da man von ihnen immer nur dieselben Gedanken zu lesen bekommt. Dies führt auch dazu, dass die Figuren sich nicht verändern oder weiterentwickeln, was ja wirklich sehr unrealistisch ist.

Dennoch ist das Buch durchaus empfehlenswert, da es um ein Thema geht das gerade heute aktueller ist denn eh und je, obwohl das Buch im Jahr 1937 veröffentlicht wurde: Die Straßenkinder der Millionenmetropolen weltweit, die ihr Überleben nur durch brutale Raubüberfälle sichern können. Vor allem in Südamerika liest man zur Zeit von ausufernder Gewalt zwischen Polizei und Gangsterbanden.

In diesem Zusammenhang kann auch das Buch (und natürlich auch der gleichnamige Film) "City of God '-Die Stadt Gottes" von Paulo Lins empfohlen werden, wobei der Handlungsort dieses Romans die Favela "Cidade de Deus" in Rio de Janeiro ist.

Da einige Rezensenten anmerken, dass es durchaus für Erwachsene geeignet ist, muss ich hinzufügen, dass es sich hierbei keineswegs um ein Kinderbuch handelt, obwohl die Gewaltszenen sich wirklich in Grenzen halten. Stattdessen richtet es sich an Leser ab ca. 16 Jahre, da jüngere eventuell mit der Thematik wenig anfangen können.

Fazit: Die sympathischen Helden machen die enttäuschten Erwartungen nur teilweise wett. Deswegen gibt es gerade noch vier Sterne.


Traumnovelle
Traumnovelle
von Arthur Schnitzler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 3,95

22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zauberhafte Literatur, 21. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Traumnovelle (Gebundene Ausgabe)
Ein Arzt und seine Frau durchleben beide merkwürdige Begebenheiten: Während Albertine in einem Traum seelenruhig der Kreuzigung ihres Gatten zusieht und sich dabei mit einem Geliebten vergnügt, wird Fridolin sehr real in Versuchung geführt: Und dies vor allem durch eine mysteriöse Unbekannte, die ihm auf einem geheimen Maskenball das Leben rettet. Fridolin stellt sich die quälende Frage, ob sie sich dafür nicht sogar selbst ihres Daseins beraubt hat und fortan kann er die Frau nicht mehr vergessen...

Das alles hört sich nicht sehr reißerisch, aber ich kann aus eigener Erfahrung garantieren, dass selbst jemand, der eigentlich nur Krimis liest, das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Dass es mit 95 Seiten (Anaconda) recht dünn ist, weist schon darauf hin, dass der Autor auf überflüssige Schilderungen verzichtet hat. Stattdessen ist jede Szene gerade so dargestellt, das man sich ohne Probleme sein eigenes Bild entwerfen kann, was zumindest teilweise die unheimliche Faszination des Buches erklärt. Der lockere, fesselnde, zuweilen recht melancholische Schreibstil des Autors erinnert sehr an Stefan Zweig.

Fazit: Hier kann man gar nicht weniger als fünf Sterne geben.


Tod eines Centurio. SPQR. Ein Krimi aus dem alten Rom.
Tod eines Centurio. SPQR. Ein Krimi aus dem alten Rom.
von John Maddox Roberts
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragend wie eh und je!, 20. Februar 2007
In "Tod eines Centurio", dem sechsten Band der SPQR-Reihe, geht es um Folgendes: Da sein Erzfeind Clodius ein Konsulat in Rom inne hat, muss unser Held Decius Caecilius Metellus gemeinsam mit seinem Sklaven Hermes wohl oder übel (eher letzteres) seine Lieblingsstadt verlassen. Ungern folgt er auch der "Einladung" Caesars, nach Gallien zu kommen, wo dieser einen Feldzug gegen die Gallier vorbereitet (man erfährt als auch Einiges über die damalige Weltpolitik). Ziemlich schnell macht Decius sich im Lager einen Feind, den allseits unbeliebten Centurio Titus Vinius, indem er versucht, einige Soldaten vor dessen Willkür zu schützen.

Als Titus Vinius ermordet wird, bekommt Decius von Caesar den Auftrag, den / die Mörder zu ermitteln – sonst werden einfach die verdächtigen Soldaten, zu denen Vinius so ungerecht war, mit dem Tode bestraft.

Sehr zum Missfallen aller anderen Offiziere wird auch die schöne Freda, die Sklavin des Ermordeten, in die Obhut des Decius gegeben. Somit stehen seine Ermittlungen eher unter schlechten Voraussetzungen...

Wie die anderen Bücher der Reihe besticht auch dieser Band vor allem durch die witzigen, teils auch ironischen Kommentare der Hauptfigur. Die Menschen, mit denen Decius zu tun hat, werden sehr detailliert charakterisiert und so kann man es auch verkraften, wenn einige lieb gewonnene römische Akteure wie Milo, Clodius, Julia und Co. fehlen. Der einzige enttäuschende Punkt ist die Schilderung Caesars. Leider bleibt der Konflikt Caesar - Decius etwas auf der Strecke.

Hervorragend hingegen sind wieder die Worterklärungen im Anhang des Buches. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass jeder Leser weiß, was ein "Scutum" ist. Somit wird also auch etwas für die Allgemeinbildung getan.

Da freut man sich folglich schon auf die nächsten Abenteuer. Allen Neueinsteigern sei der Hinweis gegeben, dass es nützlich ist, zunächst mit Band eins der Reihe, der einfach nur „SPQR. Ein Krimi aus dem alten Rom“ heißt, anzufangen, was aber nicht unbedingt notwendig ist, da man auch in den jeweiligen Fortsetzungen sehr gut eingeführt wird.

Fazit: Tausendmal besser als staubtrockene Geschichtsbücher! Das gibt vier Sterne.


Tod eines Centurio: Ein Krimi aus dem alten Rom - SPQR
Tod eines Centurio: Ein Krimi aus dem alten Rom - SPQR
von John Maddox Roberts
  Taschenbuch

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hervorragend wie eh und je!, 20. Februar 2007
Nun gibt es den sechsten Band der SPQR-Reihe, nämlich 'Tod eines Centurio', endlich auch als günstige 5 Euro Ausgabe.

Zur Handlung: Da sein Erzfeind Clodius ein Konsulat in Rom inne hat, muss unser Held Decius Caecilius Metellus gemeinsam mit seinem Sklaven Hermes wohl oder übel (eher letzteres) seine Lieblingsstadt verlassen. Ungern folgt er auch der 'Einladung' Caesars, nach Gallien zu kommen, wo dieser einen Feldzug gegen die Gallier vorbereitet (man erfährt also auch Einiges über die damalige Weltpolitik). Ziemlich schnell macht Decius sich im Lager einen Feind, den allseits unbeliebten Centurio Titus Vinius, indem er versucht, einige Soldaten vor dessen Willkür zu schützen.

Als Titus Vinius ermordet wird, bekommt Decius von Caesar den Auftrag, den / die Mörder zu ermitteln ' sonst werden einfach die verdächtigen Soldaten, zu denen Vinius so ungerecht war, mit dem Tode bestraft.

Sehr zum Missfallen aller anderen Offiziere wird auch die schöne Freda, die Sklavin des Ermordeten, in die Obhut des Decius gegeben. Somit stehen seine Ermittlungen eher unter schlechten Voraussetzungen...

Wie die anderen Bücher der Reihe besticht auch dieser Band vor allem durch die witzigen, teils auch ironischen Kommentare der Hauptfigur. Die Menschen, mit denen Decius zu tun hat, werden sehr detailliert charakterisiert und so kann man es auch verkraften, wenn einige lieb gewonnene römische Akteure wie Milo, Clodius, Julia und Co. fehlen. Der einzige enttäuschende Punkt ist die Schilderung Caesars. Leider bleibt der Konflikt Caesar - Decius etwas auf der Strecke.

Hervorragend hingegen sind wieder die Worterklärungen im Anhang des Buches. Man kann ja nicht davon ausgehen, dass jeder Leser weiß, was ein 'Scutum' ist. Somit wird also auch etwas für die Allgemeinbildung getan.

Da freut man sich folglich schon auf die nächsten Abenteuer. Allen Neueinsteigern sei der Hinweis gegeben, dass es nützlich ist, zunächst mit Band eins der Reihe, der einfach nur 'SPQR. Ein Krimi aus dem alten Rom' heißt, anzufangen, was aber nicht unbedingt notwendig ist, da man auch in den jeweiligen Fortsetzungen sehr gut eingeführt wird.

Fazit: Tausendmal besser als staubtrockene Geschichtsbücher! Das gibt vier Sterne.


Die Geldmacher von Harlem
Die Geldmacher von Harlem
von Chester Himes
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweilige Unterhaltung - aber keinesfalls mehr, 4. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Geldmacher von Harlem (Gebundene Ausgabe)
Der sympathische, schwarze Volltrottel Jackson gerät an die falschen Leute: Man gaukelt ihm vor, dass man aus Zehndollarnoten Hundertdollarnoten machen könne. Das Geld mitsamt seiner „Freundin“ ist natürlich verschwunden. Schließlich wird er noch von einem falschen Polizisten festgenommen und um wieder freizukommen, besticht Jackson ihn - mit Geld, das er von seinem Boss klaut. So kommt die ganze Sache in Gang. . .

Jackson glaubt natürlich, dass die Gauner sein Mädchen entführt haben und so wendet er sich an seinen gerissen Zwillingsbruder Goldy, der gewöhnlich als Nonne (!) in Erscheinung tritt. Doch dieser hat es nur auf eine Truhe, die – laut Jackson – mit Golderz gefüllt ist und sich im Besitz von Jacksons Freundin befindet, abgesehen.

Mit ebendieser Kiste versuchen die Gauner schwarze Anleger um ihr Geld zu bringen, indem sie ihnen Anteile an einer Goldmine in Mexiko verkaufen. Hier kommen auch die Cops Jones und Johnson ins Spiel, die die Gangster festnageln wollen, sich bei der Festnahme allerdings auch mehr als dumm anstellen. . .

Das hört sich alles etwas bizarr an und das bleibt es auch bis zum Ende.

Angenehm ist, dass das Buch relativ kurz ist und nicht alles unnötig in die Länge gezogen wird.

Enttäuscht wird, wer einige witzige Szenen erwartet: Diese kommen eigentlich gar nicht vor, obwohl die Figur des Jackson das ja eigentlich mit sich bringen sollte. Doch kommt genau jener schon wieder so armselig rüber, dass man gar nicht mehr darüber lachen kann.

Die Atmosphäre in Harlem ist wirklich treffend beschrieben. Doch leider erscheinen eben auch einige Charaktere schon recht unglaubwürdig und widersprüchlich.

Aber gerade die Leser, die Chandler mögen, werden auch mit Himes keine Probleme haben.

Fazit: Ein kurzweiliger Krimi-Spaß, aber eben auch nicht mehr. Das macht gerade, wirklich nur gerade, noch vier Sterne.


Das steinerne Floß
Das steinerne Floß
von José Saramago
  Taschenbuch

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Auf und Ab, 1. Januar 2007
Rezension bezieht sich auf: Das steinerne Floß (Taschenbuch)
Liest man die Kurzbeschreibung dieses Buches des Literaturnobelpreisträgers Jose Saramago, muss man sofort zugreifen: Es geht nämlich darum, dass die Iberische Halbinsel sich von Europa los löst und sich im Atlantik auf Reisen macht. Das hört sich wirklich faszinierend an. Auf so etwas „Verrücktes“ muss man erst einmal kommen.

Die ersten 100 Seiten sind dann auch wirklich äußerst spannend: Es werden mehrere merkwürdige Ereignisse, die mit mehreren Personen in Spanien und Portugal zusammenhängen, beschrieben: So wird ein Lehrer von mehreren tausend schwarzen Staren auf Schritt und Tritt verfolgt. Ein Bürokaufmann wirft einen, einige Kilogramm schweren, Stein hunderte Meter in die Höhe. Hängt dies etwa mit dem geheimnisvollen Abbrechen zusammen?

Zwischendurch wird dargestellt, wie die Menschen und die verschiedenen Regierungen der Welt auf die veränderte Geographie Europas reagieren. Das hat der Autor wirklich gut gemacht und man muss wirklich sehr oft schmunzeln. Doch diese Schilderungen werden nach den ersten 100 Seiten immer weniger.

Danach dreht sich fast alles nur noch um fünf Menschen und einen Hund, die sich auf eine Odyssee durch Spanien und Portugal begeben, was teilweise durchaus sehr interessant ist, da Saramago auch immer wieder einige Volksmärchen- und Mythen mit unterbringt. Doch nach und nach verliert alles seinen Reiz und die ganze Geschichte erscheint nur noch sehr zäh und langatmig (das Buch hat ja gut 400 Seiten).

Da helfen auch solch spannende Fragen nichts mehr, wie zum Beispiel, was geschehen würde, wenn die „Halbinsel“ denn nun mit den Azoren oder Nordamerika kollidiert.

Wer denkt, am Ende wird sich alles klären und zum „Guten“ wenden täuscht sich. Dennoch muss man den Schluss wirklich als gelungen bezeichnen.

Auch wenn die Handlung nach und nach langweiliger wird, fesselt der Schreibstil des Autors ungemein. So etwas müsste es öfters geben. Da denkt man mit Graus an andere Bücher, in denen nur „Billigdialoge“ aneinandergereiht sind. Da ist Saramago schon ein anderes Niveau.

Fazit: Ein Auf und Ab wie bei einer Floßfahrt. Daher drei Sterne.


Opernball. SZ Krimibibliothek Band 7
Opernball. SZ Krimibibliothek Band 7
von Josef Haslinger
  Gebundene Ausgabe

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 31. Dezember 2006
Ein Giftgasanschlag auf den Wiener Opernball, bei dem' fast alle Ballgäste sterben. Das erfährt man auf den ersten zehn Seiten. Also schon mal ein erschreckender bzw. ungewöhnlicher Anfang.

Die ganze Katastrophe des Opernballs bekommt man aus der Sicht von fünf Personen präsentiert: Einem Reporter, einem Ingenieur, einem Fabrikbesitzer, einer Hausfrau und einem Polizisten, die jeweils ihre persönlichen Erlebnissse im Vorfeld der Katastrophe berichten.

Die ganze Sache ist durchaus interessant, aber leider nicht richtig spannend: Man weiß ja von Anfang an, dass das Attentat glückt und mehr oder weniger wer dahinter steckt. Die ganzen Umstände werden freilich erst mit der Zeit klarer. Klarer. Aber nicht vollkommen aufgedeckt. Über die Hintermänner erfährt man fast nichts. Es werden nur einige Andeutungen gemacht, dass eventuell ein Polizeipräsident etwas damit zu tun haben könnte. Aber gerade daraus hätte man doch einen spannenden Politthriller stricken können, oder?

Ein Reiz des Buches ist, dass die einzelnen Personen das Geschehen subjektiv aus ihrer Sicht schildern: da kommen schon sehr viele verschiedene Ansichten zum Vorschein, die auch zum NAchdenken anregen können.

Auflockernd wirken zwischendurch andere Episoden aus dem Leben der einzelnen Erzähler.

Das meiste über diese PErsonen bleibt aber in Erinnerung, weil es einfach nur merkwürdig oder teils auch idiotisch ist. Letztlich sind auch zu viele Fragen, die die genaue Ursache des Attentats betreffen, ungeklärt.

Fazit: Das Szenario ist bedrohlich, aber ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Deshalb eingeschränkt zur Lektüre zu empfehlen (3 Sterne).


Feine Freunde: Commissario Brunettis neunter Fall
Feine Freunde: Commissario Brunettis neunter Fall
von Donna Leon
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

4.0 von 5 Sternen Als Wirtschaftskrimi ganz passabel., 30. Dezember 2006
Brunetti hat mal wieder einiges zu tun: Alles fängt damit an, dass ihm eröffnet wird, seine Wohnung sei illegal angebaut worden – und muss nun unter Umständen wieder verschwinden. Der Beamte, der diese Nachricht überbringt, begeht vermeintlich Selbstmord. Aber unser Commissario findet natürlich heraus, dass alles ganz anderes war – und darf somit als Verursacher noch weiterer Morde bezeichnet werden.

Man bekommt durchaus einen interessanten Einblick in die Welt von Kredithaien und Leuten, die mit illegalen Aktivitäten im Baugewerbe ihr Geld verdienen. Das alles wird durch einige Morde auch noch spannend gemacht. Endgültig versüßt wird alles noch durch die Schilderungen von Venedig.

Doch richtig gut ist das Buch nun auch wieder nicht, da die Erzählweise der Autorin teilweise schon ziemlich planlos wirkt, ganz nach dem Motte: „Huch, den habe ich ja auf den letzten 150 Seiten vergessen zu erwähnen. Jetzt wird es aber mal wieder Zeit.“

Ferner kann sich jeder „geübte“ Krimileser relativ früh denken, wie alles ausgeht.

Ein bisschen Abwechslung tut auch mal gut. Deswegen gibt es vier Sterne.


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