Profil für thrasymachos > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von thrasymachos
Top-Rezensenten Rang: 1.005.798
Hilfreiche Bewertungen: 471

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
thrasymachos (Bayern)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6
pixel
Opernball: Roman
Opernball: Roman
von Josef Haslinger
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 31. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Opernball: Roman (Taschenbuch)
Ein Giftgasanschlag auf den Wiener Opernball – fast alle Ballgäste sterben. Das erfährt man auf den ersten zehn Seiten. Also schon mal ein erschreckender bzw. ungewöhnlicher Anfang.

Die ganze Katastrophe des Opernballs bekommt man aus der Sicht von fünf mehreren Personen präsentiert, u. a. einem Reporter, einem Ingenieur, einem Fabrikbesitzer, einer Hausfrau.

Die ganze Sache ist durchaus interessant, aber leider nicht spannend: Man weiß ja von Anfang an, dass das Attentat glückt und mehr oder weniger wer dahinter steckt. Die ganzen Umstände werden freilich erst mit der Zeit klarer. Klarer. Aber nicht vollkommen aufgedeckt. Über die Hintermänner erfährt man fast nichts. Es werden nur einige Andeutungen gemacht, dass eventuell ein Polizeipräsident etwas damit zu tun haben könnte. Aber gerade daraus hätte man doch einen spannenden Politthriller stricken können?

Einen Reiz des Buches ist, dass die einzelnen Personen das Geschehen subjektiv aus ihrer Sicht schildern – da kommen schon sehr viele verschiedene Ansichten zum Vorschein.

Auflockernd wirken zwischendurch andere Episoden aus dem Leben der einzelnen Erzähler.

Das meiste bleibt aber in Erinnerung, weil es einfach nur merkwürdig oder teils auch idiotisch ist. Letztlich sind auch zu viele Fragen ungeklärt.

Fazit: Das Szenario ist bedrohlich – aber ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen. Deshalb eingeschränkt zur Lektüre zu empfehlen (3 Sterne).


Der ewige Gärtner
Der ewige Gärtner
von John le Carré
  Taschenbuch

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gesamteindruck stimmt nicht, 31. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Der ewige Gärtner (Taschenbuch)
Der britische Diplomat Justin Quayle, leidenschaftlicher Hobbygärtner (wenn das der Grund für den Namen des Buches sein soll, verstehe ich das nicht, da kaum ein Wort über irgendeinen Garten verloren wird) führt eher ein zurückhaltendes, man könnte auch sagen langweiliges Leben. Er ist ein weder besonders fauler noch besonders fleißiger Arbeiter – eben durchschnitt. Das besondere an ihm ist einzig seine Frau: Sie ist viel jünger als er, bildhübsch und engagiert sich über alle Maßen für den Schwarzen Kontinent.

Doch dann wird sie ermordet und Justin will die Mörder finden. Und damit auch sein ganzes bisheriges Leben zurücklassen.

Das ist der Stoff aus dem richtige Politthriller sind – denkt man zumindest beim Lesen der Kurzbeschreibung.

Das Buch darf man aber auf keinen Fall als Thriller, ja eigentlich auch nicht als Krimi bezeichnen. Es ist mehr oder weniger ein Drama oder eine Reportage, die Einblick in das Leben von europäischen Diplomaten in Afrika und die Machenschaften von multinationalen Konzernen gibt, was ja durchaus auch sehr interessant ist.

Während der Ereignisse begleitet man mehrere Personen. Da liegt auch eine Stärke des Autors: Er haucht den Personen einen richtigen Charakter und Leben ein. Sogar für die absoluten Widerlinge empfindet man etwas Verständnis und Sympathie. Auch die Hauptfigur wird keineswegs als Überheld dargestellt.

Die Einzelkomponenten scheinen also eigentlich zu stimmen: Aber irgendwie gelingt es LeCarré nicht, das ganze gelungen miteinander zu verweben und die Ereignisse bleiben doch weit vorausschaubar. Auch die Machenschaften, die sich im Hintergrund abspielen, lassen sich nur erahnen.

Enttäuschend ist auch die Art der Recherche, die Quayle betreibt: Sie besteht hauptsächlich darin, irgendwelche Artikel, die seine Frau geschrieben oder gesammelt hat, zu lesen. Konsequenz: Das muss der Leser natürlich auch und das ist eher nicht so spannend…

Positiv zu bewerten ist auf alle Fälle, dass ein hochinteressantes Thema aufgegriffen wird und das Ende nicht 08/15 ist.

Fazit: Die Kurzbeschreibungen ließen mehr erwarten und letztlich legt man das Buch doch etwas enttäuscht weg (3 Sterne).


Schachnovelle
Schachnovelle
von Stefan Zweig
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,95

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht vom Titel abschrecken lassen, 30. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Schachnovelle (Taschenbuch)
Das Buch ist ziemlich kurz und auch der Inhalt lässt sich schnell zusammenfassen: Aus der Sicht eines Erzähler erfahren wir von einem bizarren Schachduell auf hoher See. Doktor B., der während des 3. Reiches lange Zeit in Einzelhaft war, und dem amtierenden Schachweltmeister. Während seiner Haft war die einzige Beschäftigung von Doktor B. Schachpartien auswendig nachzuspielen. Doch was wird das Spiel in Freiheit aus ihm machen?

Alle, die jetzt denken, dass im Buch sehr viele „Schachbegriffe“ bzw. Partien vorkommen und man ein Schachgenie sein muss, um es zu verstehen, kann ich entwarnen.

Das Schachspiel selbst wird nicht nur kaum erwähnt, sondern sogar negativ dargestellt: Auf der einen Seit der Schachweltmeister, der nichts kann außer Schach spielen und auf der anderen Seit Dr. B., der durch das Schachspiel zu einer Nervenkrankheit gekommen ist.

Besondere Intensität bekommt die Handlung durch die beiden Charaktere: Deren Biographien werden kurz geschildert und es wird klar, dass sie unterschiedlicher nicht sein können und nur durch eines vereint werden: das Schachspielen.

Die Geschichte ist mitreißend und auch sprachlich spitzenklasse.

Fazit: Stefan Zweig sollte eigentlich Pflichtlektüre sein! (5 Sterne).


Der Pate. Bild Bestseller Bibliothek Band 1
Der Pate. Bild Bestseller Bibliothek Band 1
von Mario Puzo
  Gebundene Ausgabe

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wahrlich meisterhaft!, 29. August 2006
In dem Buch geht es um den Aufstieg eines sizilianischen Mafioso in den USA. Schließlich ist Don Corleone mächtigster Mann New Yorks. Doch dann kommt es zu Problemen mit anderen Familien und diese verüben ein Attentat auf ihn, das er nur schwer verletzt überlebt. Doch nicht alle Familienmitglieder haben so viel Glück im Unglück…

Als sein Sohn Michael das Familienunternehmen übernimmt, wird er sich gnadenlos rächen.

Das klingt klasse – und lassen Sie es sich versichern: Das ist es auch!

Besonders raffiniert ist, dass nicht alles phantasielos und chronologisch hingeklatscht, sondern man immer wieder etwas über die Vergangenheit der einzelnen Figuren und so über den Aufstieg des Paten erfährt. Diese Orts- und Zeitwechsel lassen alles spannend bleiben.

Der Schreibstil ist flüssig und gefällt. Der Autor verzichtet glücklicherweise auf unendliche Adjektivaneinanderreihungen und schildert alles knapp und präzise – dennoch aber fesselnd und mitreißend. Eine Kunst, die leider nur wenige beherrschen.

So darf Mario Puzo durchaus als modernen Shakespeare gefeiert werden, da sich in seinem Meisterwerk alles findet, was das Herz begehrt: Krimi, Thrill, Sex, Drama, Tragödie, Comedy, Historie…

Fazit: Dieses Buch ist wirklich eine Klasse für sich und jeder sollte es gelesen haben (5 Sterne)! Nach der Lektüre sehnt man sich richtig nach einer Fortsetzung.


Vacaciones al sol: Spanische Lektüre für das 1. Lernjahr
Vacaciones al sol: Spanische Lektüre für das 1. Lernjahr
von Lourdes Miquel
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leistung sehr gut, Preisleistung na ja, 27. August 2006
Das Heftchen richtet sich an alle Spanischlerner, die Krimis mögen. Die Story ist folgende: Lola Lago, eine Madrider Detektivin, will Urlaub an der Costa Bravo machen und kommt dort einem Immobilienbetrug auf die Spur.

Das Buch bietet zwar keine prickelnde Spannung und recht einfallsreich ist es auch nicht, aber deshalb kauft man es ja schließlich nicht.

Das grammatikalische Niveau ist recht einfach: Präsens, Perfekt und ir + a Futur. Das war’s schon, was man können muss. Bei den Vokabeln schaut es anders aus: Einige muss man im Wörterbuch nachschlagen, da sie in Lehrwerken eher ungebräuchlich sind und sich auf die Kriminalsprache beziehen.

Das Heftchen im Format 13 x 19 cm umfasst nur 47 Seiten. Hier muss gleich angemerkt werden, dass die Schrift noch relativ groß ausfällt. Der Krimi an sich ist nach 33 Seiten zu Ende. Auf den folgenden fünf Seiten kommt fast das Beste am Buch: Hintergrundinformationen über Spanien. Da erfährt man wirklich allerlei, z. B. über Feste, Redewendungen, Gebäude…

Den Rest des Heftchens nimmt dann ein Fragenteil ein, wobei allerdings auf Lösungen verzichtet wird, was auch nachvollziehbar ist, da die Übungen wirklich nicht schwer sind: Fragen nach dem Motto „Verdad o Mentira“ (Wahrheit oder Lüge) oder einfach Sätze in die richtige Reihenfolge bringen.

Fazit: Das Büchlein ist sicherlich zum Einüben von spanischen Sätzen und zur Festigung des Wortschatzes gut geeignet. Aber man muss sich fragen, ob man dafür das Geld berappen will. Empfehlung: Lieber zur Lola Lago Sammelausgabe mit fünf Bänden greifen – das kommt billiger. Alles in allem: vier Sterne.


Der Klient: Roman
Der Klient: Roman
von John Grisham
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Viel Lärm um nichts, 27. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Klient: Roman (Taschenbuch)
Ein Elfjähriger "platzt" zufällig in einen Suizidversuch und erfährt vom Selbstmörder, wo ein Mafioso eine Leiche entsorgt - und zwar die Leiche eines Senators. Natürlich sind schnell Justiz, FBI und Mafia hinter dem Jungen her.

Zunächst freut man sich auf einen richtig guten Grisham. Und einiges spricht ja auch dafür: Dem Leser werden immer wieder kleine Happen präsentiert, so dass die Story nie richtig langweilig daher kommt.

Aber richtig spannend ist das Ganze eben auch nicht: Hier mal ein eher mildes Vergehen der Mafia, die den Jungen vom reden abhalten will. Dann spricht die Anwältin mit dem Richter, dann mit dem Jungen, dann mit der Mutter des Jungen, dann 'oh welch Überraschung - plötzlich wieder mit dem Jungen...
Das haut eher nicht vom Hocker.
Wer auf raffinierte Wendungen hofft, kann lange hoffen. Das ganze ist leider zu durchschaubar.

Was positiv auffällt sind jedoch einige witzige Passagen.
An alle die schon mehrere Grishams gelesen haben: In diesem Buch kommt gar kein "richtiger" Gerichtssaal vor und wer auf detaillierte Hintergrundinfos über das amerikanische Rechtswesen hofft, hofft hier vergeblich.

Am Ende fragt man sich schon: Hätten die nicht gleich auf diese Lösung kommen können...

Fazit: Lieber zu einem anderen Buch von Grisham greifen. Zu empfehlen ist z. B. der Partner. Deshalb gibt es drei Sterne.


Das Versprechen. SZ Krimibibliothek Band 5
Das Versprechen. SZ Krimibibliothek Band 5
von Friedrich Dürrenmatt
  Gebundene Ausgabe

4 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Misslungen, 25. August 2006
In der Nähe eines schweizer Dorfes wird ein Mädchen vergewaltigt und ermordet aufgefunden. Unter Verdacht steht sofort ein Landstreicher, den die Polizei auch verhaftet. Nur ein Beamter (Kommissar Matthäi) glaubt an die Unschuld des Mannes und hat es sich zur Aufgabe gesetzt, den wahren Mörder zu finden...

Klingt ja erst einmal nicht so schlecht. Was dann aber dabei herauskommt... Absolut enttäuschend.

Das Ende ist einfach nur einfallslos, idiotisch, plump: es gibt viele Adjektive es zu bezeichnen.

Wenn alle Krimis so enden würden, bräuchte man überhaupt keine schreiben.

Im Nachwort gibt Dürrenmatt an, dass das Versprechen aus einem Skript für einen Aufklärungsfilm über Vergewaltigungen entstand - und das merkt man sofort (im negativen Sinne). Für seinen ursprünglichen Zweck mag es ja durchaus nützlich (gewesen) sein, aber keinesfalls für einen Krimi - und noch dazu einen vermeintlich guten.

Der einzige Grund, das Buch nicht wegzulegen, ist, dass die Aufklärung erst am Ende erfolgt und man immer hofft, da möge doch bitte schön noch etwas kommen. Aber: Fehlanzeige!

Fazit: Den Kauf kann man sich getrost sparen. Gerade zwei Sterne, weil es sprachlich zufrieden stellend ist und der Charakter des Kommissar Matthäi wenigstens etwas fesselt.


Der Untertan: Roman
Der Untertan: Roman
von Heinrich Mann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

14 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestes Werk des 20. Jahrhunderts, 24. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Untertan: Roman (Taschenbuch)
Der satirische Roman schildert den Aufstieg eines richtigen Widerlings: Diederich Heßling, größter Fan des deutschen Kaisers, schafft es auf schmutzigem Wege zum reichen Papierfabrikbesitzer.

Zunächst geht man noch etwas skeptisch an die Sache ran: der Wälzer ist ziemlich dick und na ja, Kaiser und so? Das ist doch nun auch schon eine Weile her. Kann man denn damit wirklich noch etwas anfangen? Die Antwort lautet klipp und klar: JA. In Zeiten von Superstars und Co. ist es interessant – teilweise sogar erschreckend, wozu überzogene Idolverehrung führen kann. Man fängt auch einmal darüber an, nachzudenken, wie viel Macht die Medien haben und wie leicht sie die einfachen Leute, aber auch die so genannten großen Köpfe beeinflussen können bzw. von diesen beeinflusst werden. Auch das Privatleben eines Tyrannen wird gnadenlos dargestellt: die Frau wird nur dazu benutzt, an Geld zu kommen und die Karriere voranzubringen.

Sehr viel der politischen Vorgänge lassen sich auf heute übertragen und man kann einiges lernen.

Auch lustige Gemüter kommen nicht zu kurz: Das Buch quillt quasi von Ironie bzw. Sarkasmus nur so über und steckt jede Comedy-Sendung locker in die Tasche!

Beachtlich ist, welche Kritik sich Heinrich Mann an der Kaiserzeit erlaubt hat (das Buch spielt von ca. 1890 bis ca. 1912).

Dieses Buch ist das beste, das ein deutscher Autor jemals verfasst hat. Ich wage sogar zu behaupten, es handelt sich um das beste des 20. Jahrhunderts – weltweit.

Und es sollte wirklich jeder gelesen haben (auch wenn es ziemlich lang ist).

Fazit: Absolute Pflichtlektüre – bringt mehr als 100 Geschichtsbücher (5 + Sterne).
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 10, 2012 2:25 PM CET


Der Augenblick der Wahrheit. SZ Krimibibliothek Band 8
Der Augenblick der Wahrheit. SZ Krimibibliothek Band 8
von Leif Davidsen
  Taschenbuch

15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser als Mankell, Holt und Co., 24. August 2006
Ein Paparozzo wird vom Jäger zum Gejagten. Zunächst wird er, weil man nicht möchte, dass er brisante Fotos über einen Minister veröffentlicht, ins Gefängnis gesteckt und dann verliert er auch noch Frau und Kind bei einem Mordanschlag. Allmählich kommt er dahinter, dass irgendjemand Interesse daran hat, seine alten Negative zu zerstören. Weitere Rätsel gibt ihm auch eine dänische Kommissarin auf, der er bald näher kommt.

Recht gelungen ist es, etwas (aber auch wirklich nur etwas) Politik mit reinzumischen: Unser Journalist muss mit ETA Leuten Kontakt aufnehmen, macht einen Besuch bei der damaligen Gauckbehörde in Berlin oder reist nach Moskau, um einen ehemaligen KGB-Agenten zu engagieren. So hat man wenigstens das Gefühl, das ganze könnte wirklich passiert sein, was der Spannung sehr zuträglich ist.

Es kommen auch einige Actionszenen vor, die wirklich überzeugend geschildert sind.

Alle, die sehr viel Wert auf einen gepflegten Schreibstil legen, können sich das Buch ruhig zulegen: Was der Autor / der Übersetzer geleistet hat, ist wirklich erste Sahne und selten für einen Krimi!

Nach langer Zeit war das endlich mal wieder ein Krimi mit einem richtig guten Ende!

Fazit: Zwar nicht vollkommen, aber durchaus empfehlenswert (gerade noch so fünf Sterne).


Selbs Justiz
Selbs Justiz
von Bernhard Schlink
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Detektivstory made in Germany, 22. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Selbs Justiz (Taschenbuch)
Privatdetektiv Gerhard Selb bekommt von seinem Schwager, dem Manager eines großen Chemieunternehmens, den Auftrag, einen Hacker zu überführen, der in das Betriebssystem eingedrungen ist. Diese Aufgabe löst Selb mit Bravour, doch plötzlich wird der Schuldige umgebracht. Da bittet die schöne Freundin des Toten Selb um Hilfe – und der kann natürlich nicht widerstehen. Bei den Nachforschungen muss er auch fleißig seine grauen Zellen anstrengen, da sie ihn geradewegs in seine eigene Vergangenheit als Staatsanwalt während des Dritten Reiches führen.

Auch wenn die Story einige Schwachpunkte hat und an manchen Stellen unglaubhaft erscheint, ist es ein klasse Buch, weil…

… Gerhard Selb der etwas andere, eben ein deutscher, Privatdetektiv ist und man sich nicht an amerikanische Storys erinnert fühlt.

… die so genannten Bösen und auch die sonstigen Charaktere wirklich grandios charakterisiert werden.

… die Ausflüge in das Privatleben des Ermittlers allesamt mit dem Fall zu tun haben.

… der Roman generell ein interessantes und vor allem hochaktuelles Themengebiet anspricht: Ist unsere Abhängigkeit von Computer und Internet sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Leben nicht schon viel zu groß? Sind wir nicht viel zu leicht zu manipulieren?

… das Ende zum Nachdenken anregt.

… weil ohne moralische Keule gearbeitet wird und der Leser selbst entscheiden darf, was er dazu meint.

… weil die sprachliche Gestaltung alle Erwartungen an einen Krimi übertrifft.

Fazit: Sollte man sich zu Gemüte führen (5 Sterne).


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6