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Beiträge von Dr. Stephan Peters
Top-Rezensenten Rang: 1.537
Hilfreiche Bewertungen: 607
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Rezensionen verfasst von Dr. Stephan Peters
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Systemische Therapie und Psychiatrie ist kein Widerspruch!, 20. März 2013
Hallo, denkt man an systemische Therapie, denkt man nicht unbedingt an Psychiatrie. Gerhard Ruf, unter anderem Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, schafft es in seinem Buch, diesen oft gefühlten (und durchaus auch gepflegten) Widerspruch aufzulösen und zu hinterfragen. Ruf positioniert sich dazu zwischen der klassischen Psychiatrie mit ihren oft defizitorientierten Diagnosen und der ressourcen- und lösungsorientierten systemischen Therapie in einer Art "Metaposition" (Seite 9), die er als systemische Psychiatrie bezeichnet. Er arbeitet hierzu einerseits die Vorzüge, Aufgaben & Hintergründe (Gesellschaft und Recht, Kapitel 1) von Diagnosen heraus und fokussiert andererseits kontextbezogen die Sinnhaftigkeit einer verantwortungsvollen Ressourcenorientierung in der Psychiatrie, wie sie in der systemischen Therapie verankert ist (Kapitel 2). Mittels zahlreicher Fallbeispiele werden entlang unterschiedlicher psychischer Störungen systemische Lösungsansätze skizziert (Kapitel 3), die sehr anschaulich und aufschlussreich sind. Der "Störungskatalog" reicht von stoffgebundenen Süchten, Schizophrenien über Depressionen und Burn-out bis hin zu Essstörungen oder dem Borderline-Syndrom. Ein Ausblick (Kapitel 4) mit dem Wunsch einer stärkeren Etablierung der sytemischen Psychiatrie rundet das Büchlein des Carl-Auer-Verlages ab. Besonders gelungen empfinde ich die Neutralität des Autors, der es durch seine Positionierung schafft, beide Seiten (Psychiatrie versus systemische Therapie) wertzuschätzen und zu einer erfolgversprechenden Zusamenarbeit im Interesse des Klienten/ Patienten zu ermuntern. Klare fünf Sterne. Viele Grüße Dr. Stephan Peters
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Kompakt, kurz, informativ!, 22. Februar 2013
Hallo, da ich u.a. auch Gesprächsführung lehre, war ich sehr gespannt auf das Buch von Markus Plate. "Grundlagen der Kommunikation", so der Haupttitel, okay, das hat mich noch nicht soooo gereizt, der Untertitel "Gespräche effektiv gestalten" umso mehr. Allerdings geht es in dem Buch weniger um die Gestaltung als vielmehr um unterschiedliche Modelle, die der Autor in sehr dichter Form und klar strukturiert erklärt sowie anschaulich darstellt. Neben Biographischem erfährt man, worum es geht (Ausgangslage und Herausforderung), sodann geht es um die Grundlagen jedes Modells, anschließend gibt der Autor einige kurze Übungen an, um das Gelernte bzw. Gelesene zu vertiefen, so dass es anwendbar werden kann. Der Leser bekommt Modelle von folgenden Personen vorgestellt: Paul Watzlawik, Janet Beavin, Don Jackson (Kapitel 2), Virginia Satir (Kapitel 3), Carl Rogers (Kapitel 4), Friedemann Schulz von Thun (Kapitel 5), Marshall Rosenberg (Kapitel 6), Roger Fisher, William Ury, Bruce Patton (Kapitel 7), Richard Bandler, John Grinder (Kapitel 8), Richard Bandler, Robert Dilts (Kapitel 9) sowie Martin Buber und Davis Bohm (Kapitel 10). Sie sehen, es geht dem Autor nicht nur um "Gespräche", sondern durchaus auch um ganz spezielle Gesprächsformen. Ob Dialog, gewaltfreie Kommunikation, NLP, oder auch therapeutische Gesprächsansätze und genau das ist es, was dieses kompakte Buch so wertvoll macht. Der Rezension zuvor kann ich mich anschließen, das Kapitel über Buber und Bohm (Dialog, Kapitel 10) ist brilliant. Ein Wehrmutstropfen sind einige nervige Rechtschreibfehler, woran man wohl erkennen kann, dass V&R auch kein Lektorat mehr hat oder eben ein schlechtes. Schade. Das ist aber nicht "Schuld" des Autors, weswegen ich bei meinen fünf Sternen gerne bleibe. Absolut empfehlenswert, ich werde das Buch in die Grundlagenliteratur für meine Lehrveranstaltungen aufnehmen. Viele Grüße Stephan Peters Studiengangmanager, Rhetoriktrainer und sytemischer Berater
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Das sitzt: Beißender Humor und Gesellschaftskritik!, 18. Dezember 2012
Hallo, keine Frage, das Buch ist kaum PC, will es auch nicht sein und das ist gut so. Die Verbreitung des Buches dürfte deshalb z.B. in den gutmenschlichen Vierteln in Freiburg überschaubar bleiben (mangels Humor, zuviel PC-Denke). Das aber soll alle anderen Menschen nicht daran hindern, mit dem Buch, mit Timur Vermes' Hitler herzlich zu lachen und nachdenklich zu werden, wenn es darum geht zu verfolgen, wie Vermes die Denke hinter dem Gerede so mancher Politiker und deren Programme, Medienmacher und ihre Art (besonders die Bild-Zeitung) und hinter dem gesellschaftlich alltäglichen Geplapper gnadenlos aufzeigt und hinterfragt. In dem Buch bekommt jede Partei und so manche aktuelle Politik (bis hin zur derzeitigen Europapolitik) ihr Fett ab, Wertschätzung ist hier Fehlanzeige. Gewürzt wird das Ganze mit der derben Art eines Vermes'schen Adolf Hitlers, der - sozusagen als Gegenfolie - seinem nationalsozialistischen Denkgebäude treu bleibt (treu bleiben muss, weil gerade durch dieses Fundament deutlich wird, wie fragwürdig so manche Politik, mediale Unterhaltung oder einfach Dahergesagtes ist). Da nimmt es denn auch kein Wunder, wenn Vermes' Hitler nach einem Gespräch mit dem NPD-Bundesvorsitzenden (eines der Highlights im Buch) und der Inspektion der NPD-Parteizentrale auf Frage der Medien, ob er denn für die NPD kandidieren wolle, zu dem Ergebnis kommt: "Ein Haufen Waschlappen"...Nur so viel: Ein anständiger Deutscher hat hier nichts verloren." (Seite 272) Wer parteilich nun meint, sich in Sicherheit wiegen zu können, wird - nach so manchen Seitenhieben Richtung "Jünglingspartei" (FDP, Seite 145) und anderen Parteien - spätestens mit dem Interview mit Renate Künast eines besseren belehrt. Messerscharf entlarvt Vermes mit seinem Hitler den (scheinheiligen) Pazifismus der Grünen, die bescheidene Zukunftsvision seiner Interviewpartnerin beziehungsweise dieser Partei sowie die Führungslosigkeit nach Joschka Fischer (Seiten 333-339). Das Buch ist stellenweise hart an der Grenze, keine Frage, aber ich halte den Grenzgang von Timur Vermes für gelungen. Letztendlich ist es die Perspektive seines Hitlers auf unsere Gesellschaft, mit der es Vermes schafft, eine gesellschaftskritische Nachdenklichkeit zu erzeugen, wenn man, ja wenn man bereit und offen ist, mit seinem Hitler auch zu lachen. Meine Meinung: Ich habe selten so gelacht und denke, es ist eines der besten Bücher im Jahre 2012 und vergebe gerne 5 Sterne. Viele Grüße Dr. Stephan Peters
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Spannung bis zur letzten Seite mit einem untypischen Thema!, 13. Dezember 2012
Hallo, "der kalte Traum" ist mein erstes Buch von Oliver Bottini, das ich gelesen habe. Es wird wohl nicht das letzte gewesen sein. Bottini nutzt eine einfache, eine schöne, ausgereifte Sprache und versteht es hervorragend Stimmungen, Atmosphärisches aufzubauen und zu vermitteln. Als Leser lebt man in dem Roman mit, obwohl von Kapitel zu Kapitel in den Zeiten und Orten gesprungen wird. Sie finden sich jedoch sofort im jeweiligen Handlungsstrang wieder ein und fiebert (auf dem Sofa ;-)) weiter mit. Kurz formuliert: Das Buch reißt mit, macht Lust auf mehr und wenn man noch schneller lesen könnte, würde man es tun. Klarer Pluspunkt ist zudem das doch ungewöhnliche Thema der jüngeren Geschichte in das der Plot eingebunden ist, hier der Jugoslawien-Krieg und insbesondere die Rolle Kroatiens. Man weiß mittlerweile nur noch wenig über diesen Krieg, das ganze Geschehen ist dabei gar nicht so lange her, aber viel wird in den Tagesmedien nicht mehr vermittelt, fast als wolle man lieber schweigen. Bottini mixt kroatischen Geheimdienst mit deutscher Polizei und Politik, einer eifrigen Journalistin und gut gezeichnete Charaktere mit starker Würze zusammen mit viel Detailwissen und lässt so die Geschichte auf spannendste Art und Weise wieder lebendig werden. Absolut lohnenswert für kalte Tage. Viele Grüße Stephan Peters
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5.0 von 5 Sternen
Klar, kurz, prägnant. Ein prima Buch zum Einstieg in das Thema Borderline!, 13. Dezember 2012
Hallo, aus der systemischen Ecke kommend stöberte ich in der Literatur und suchte ein zusammenfassendes und überschaubares Buch zum Thema Borderlinestörung. Ich stieß auf das von Martin Bohus und da ich mich keiner "Richtung" verpflichtet sehe, ganz im Gegenteil, war das Buch rasch bei mir. Es erfüllte meine Erwartungen zu mehr als einhundert Prozent. Kurz, prägnant und sehr gut strukturiert schafft es der Autor auf gerade einmal 120 Seiten das Thema angemessen zu präsentieren. Und so sieht es aus: Das erste Kapitel liefert die Grundlagen. Bohus führt mit der Geschichte über die Definition bis zu diagnostischen Verfahren in das Thema ein. Sodann bringt er das neurobehaviorale Steuerungsmodell bzw. Entstehungsmodell, so dass die Abläufe und Entwicklungen der Borderlinestörung besser verständlich werden. Nach einem Minikapitel zur Diagnostik und Indikation (nur eine Seite, Kapitel 3) setzt der Autor in Kapitel 4 die Grundprinzipien für die "Dialektische Behavoriale Therapie" (DBT). Mit Seite 21 und Kapitel 5 geht es jetzt aber erst richtig los. 50 Seiten zur Einzeltherapie (entlang der Behandlungsphasen, Strategien und Kontrollmöglichkeiten) folgen weitere 22 Seiten zum Fertigkeitstraining in der Gruppe (Kapitel 6). Bohus gibt Strukturierungsmöglichkeiten an die Hand und legt Wert auf vier bestimmte Fertigkeiten, die gewinnbringend mit dem Klienten geübt werden können: Innere Achtsamkeit, Stresstoleranz, Emotions-Regulation sowie Zwischenmenschliches/ Beziehungspflege. Danach widmet der Autor 2 Seiten der Wichtigkeit der Supervision bzw. der Supervisionsgruppe für Therapeuthen. Kapitel 8 handelt in gebotener Kürze den Punkt Telefonberatung ab; Bohus geht es vor allem darum, dass Telefonberatung angeboten werden soll, um suizidale Krisen abfangen zu können, aber auch um Beziehungsklärung zu ermöglichen oder um Motivation bei schwierigen Veränderungsprozessen zu geben. Keinesfalls geht es hier um Therapie am Telefon. Kapitel 9 ist der stationären Behandlung gewidmet (20 Seiten) bevor das Buch sich mit dem Stand der Wirksamkeitsforschung (Kapitel 10), der Pharmakotherapie (Kapitel 11) sowie der weiterführenden Literatur (Kapitel 12) dem Ende neigt. Aber da gibt es noch etwas: Im Anhang finden Sie ein wenig Material für den Einsatz in der Therapie, so z. B. einen Spannungsbogen, einen Behandlungsvertrag, ein Wochenprotokoll, ein Behandlung-Wochenprotokoll sowie im Einband einen klinischen Leitfaden, die Gliederung der Behandlungsziele und eine Karte zu den Skills (siehe Kapitel 6). Insgesamt ein sehr kompaktes und dennoch kurzes Buch, dass überdies auch noch gut zu lesen ist. Klare 5 Sterne. Viele Grüße Stephan Peters - kommunizieren mit System
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Analytischer Ausflug in die Kunsttherapie!, 7. November 2012
Hallo, anlässlich einer Fortbildung ließ ich mir das etwa 200-Seiten starke Buch "das Ich im Bild" von Gisela Schmeer empfehlen. Ich suche stets nach anderen Zugängen zu den Klienten, die Kunsttherapie war mir noch nicht nahe gekommen. Da ich selber gerne male, wurde es also Zeit und weil ich zudem als angehender systemischer Therapeut die Psychoanalyse als "Gegenpol" schätze, war ich sehr neugierig, was das Buch mir wohl bringen würde. Es hielt, was ich mir davon versprach. Hintergrundinformationen zum Thema Ich werden geschickt anhand verschiedener Mythologien näher gebracht, dann wird klassisch-wissenschaftlich definiert, was das "Ich" ist (Kapitel 2) und in Kapitel 3 die Organisation des Ich nach Anatomie, Physiologischem und Symbolik differenziert. Kapitel 4 liefert die entwicklungspsychologische Basis, Kapitel 5 erklärt mittels der psychoanalytischen Kreativitätstheorie das "Ich während des Malprozesses" und Kapitel 6 weist auf die "Verhüllungsmechanismen" hin. Nachdem noch in Kapitel 7 die "Ich-Symbole" dargestellt wurden, geht es nun in den therapeutischen Prozess: Kapitel 8, das mit über 80 Seiten das stärkste Kapitel ist, demonstriert beeindruckend, wie die Bilder der Klienten und Patienten als zusätzliches Diagnoseinstrument genutzt werden können (die Systemiker würden diese Bilder, wenn sie analytische Kenntnisse haben, als Material zur Hypohesenentwicklung nutzen). Kapitel 9, recht klassisch, liefert dann mögliche Interventionen, vom Reframing bis zu bildlichen Methoden (Eingriffen ins Bild, so z. B. das Falten oder Ausschneiden) mit (u.a.) ressourcenorientiertem Anliegen. Das Buch macht Lust auf mehr, ich möchte und werde diesen kunsttherapeutischen Zugang sicherlich vertiefen. Viele Grüße Stephan Peters - kommunizieren mit System.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Ein Buch mit Fragezeichen und wenig Struktur., 5. November 2012
Hallo, das Buch von Carmen Kindl-Beilfuß "Fragen können wie Küsse schmecken" gefiel mir sehr gut, es war gut aufgemacht, machte Spaß und war darüber hinaus in der Ansammlung von Fragen sehr hilfreich. Das neue Buch von der Autorin hat im Vergleich ein anderes Niveau. Ich empfand den (überfreundlich und übermotivierten) Ton im Buch teilweise sehr belehrend, die Kapitel 2 bis 5 sind unübersichtlich strukturiert und die vorgeschalteten Sprüche, davon auch noch oft mehrere, mehr als nervig. Im Detail: Nehmen wir Kapitel 4, Seite 64, Titel des Kapitels: Die Architektur der Lösung. Die Autorin schreibt: "Die Praxis braucht die Theorie und die Theorie die Praxis. Darf ich Sie ein wenig ärgern? Wann haben Sie Ihr letztes Theorie-Buch gelesen? Ich bitte Sie - wann haben Sie es gelesen, nicht wann Sie es gekauft haben? Erwischt? Wenigstens hoffe ich, Sie gehören nicht zu den "Tooligans"!" Ich frage mich, was das soll? An wen richtet sich das Buch überhaupt? An Vollblutpraktiker, die tatsächlich ohne Theorie auskommen? Was ist schlimm daran, ein Theoriebuch nicht nur zu kaufen sondern es auch zu lesen? Was soll die Unterstellung. Kurz: Nicht witzig, nicht ansprechend. Zur Struktur: Nach Kapitelüberschrift erweckt das Buch zunächst den Eindruck einer guten und simple Struktur: In Kapitel 1 geht es um "Kreativität, Respekt und Neugier". Das macht Sinn, es soll Offenheit erzeugt werden. Kapitel 2 widmet sich den "Hypothesen, Fragen und Interventionen", 3 der "begleitenden Planung der Intervention". Die drei Kapitel bilden den ersten Teil. Kapitel 4 schließt mit der "Architektur der Lösung" an, es geht um neue Denke, Veränderung und therapeutische Verantwortung. Kapitel 5 zeigt den "Weg zum komplexen Feedback - der Abschlusskommentar" auf, hier ist Ende des zweiten Teils. Der dritte Teil umfasst nur ein Kapitel, Kapitel 6, dass "Türen zum Wunderland" aufmachen will. Allein dass der dritte Teil wortgleich wie das Kapitel betitelt wird, demonstriert in der groben Struktur den wackelige, unüberlegten und teilweise schlecht nachvollziehbaren Inhaltsaufbau. Zum für mich nervigsten Punkt: Die Sprüche, die ziemlich jedem Unterkapitelt vorangestellt sind. Es mag Trend sein, aber zuviel ist zuviel, zumal sich mir der Zusammenhang des Spruches (aus Filmen, berühmten Leuten und, ja, Frau Kindl-Beilfuß zitiert sich sogar selbst, Seite 87) mit dem Inhalt mir zu oft entzogen hat. Selbst Hellinger muss herhalten (Seite 121) mit dem Spruch: "Wer mit den Hühnern schlafen geht, wird nie die Sterne sehen." Ja ach. Insgesamt ein enttäuschendes Buch, gerade weil die Autorin mit ihrem Buch "Fragen können wir Küsse schmecken" die Latte doch recht hoch gelegt hatte, konnte man mehr erwarten. Viel Neues gibt es also nicht, aufgrund des Reichtums an Fragen und Ideen dennoch drei Sterne. Viele Grüße Stephan Peters - kommunizieren mit System.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Achtsamkeit nicht nur für Psychotherapeuten und Berater!, 4. November 2012
Hallo, ich kann das Buch von Zarbock/ Ammann und Ringer wärmstens und uneingeschränkt empfehlen. Mit dem Buch bekommen Sie eine sehr gut aufgebaute Anleitung für Ihren Weg zu mehr Achtsamkeit im beruflichen und privaten Kontext. Nach Herleitung der Achtsamkeitspraxis in Kapitel 1 liefern die Autoren die neuesten wissenschaftlichen Grundlagen zum Thema. In Kapitel 3 geht es mit dem Acht-Wochen-Kurs zum Selbstlernen los - das Herzstück des Buches - und der Kurs ist auch für absolute Laien sehr detailliert und nachvollziehbar erklärt. Für jede Woche gibt es formelle Übungen sowie Anleitungen für den Transfer in den Alltag. Ob Konzentrationsübungen, Atemübungen oder Übungen mit dem Körper, die Autoren berücksichtigen die wichtigsten Zugänge. Es wird nahe gelegt, dass Sie mit Abschluss des Programms Ihr eigenes konzipieren, das Ihnen am nächsten ist. Kapitel 4 ist dann für die Fortgeschrittenen unter uns und bezieht die therapeutische Praxis ein. Kapitel 5 liefert als Plus ein Manual für einen MBHP-Gruppenkurs (Mindful Basics for Helping Professions), in Kapitel 6 gibt es die wichtigsten FAQ, Kapitel 7 besteht vorwiegend aus dem Achtsamkeitsfragebogen, mit dessen Hilfe Sie den Grad Ihrer Achtsamkeit skalieren und so Ihren Fortschritt auch messen können. Das abschließende Kapitel 8 enthält die Dankesworte sowie ein reichhaltiges Literaturverzeichnis zum Thema. Ergebnis: Das Buch ist praktisch anwendbar, wenig Theorie, viel Praxis, es motiviert, macht Lust auf mehr (achtsam erlebte) Details im Leben. Viele Grüße Stephan Peters - kommunizieren mit System
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Wichtiges Buch für Beratung und Therapie!, 1. November 2012
Hallo, als ergänzende Lektüre zu meiner Fortbildung zum systemischen Therapeuten und im eigenen Interesse gönnte ich mir das Buch von Luise Reddemann, um die man bei dem Thema auch nicht wirklich darum herum kommt. Die drei wichtigsten Elemente/ Erkenntnisse für mich persönlich waren a) eine betonte (und bei systemischen Ansätzen sehr beliebte) Ressourcenorientierung, die sich bei Traumapatienten kontraproduktiv auswirken kann (habe ich selbst so erlebt), b) die Bedeutung der Achtsamkeit, des Gewahrseins und des Aspektes der Sicherheit in der Traumatherapie und letztlich die Ego-State-Therapie als wesentlicher Bestandteil für die PITT (weiterführend zur Ego-State-Therapie Jochen Peichl 2007: Innere Kinder, Täter, Helfer & Co). Zum Buch selbst: Es ist klar strukturiert, es startet mit einer Einleitung, die klarstellt, worum es gehen wird, wie sich das Buch von anderen Herangehensweisen und Einstellungen abgrenzt und worin das Ziel einer Traumatherapie nach Reddemann liegen soll. Im zweiten Kapitel geht es um die "PITT und Positive Psychologie", eher jedoch um das dahinter stehende Menschenbild und die notwendige Haltung des Therapeuten/ der Therapeutin. Die Kapitel 3 bis 6 folgen dem therapeutischen Prozess, hier: Beginn/ Beziehungsaufnahme - Ich-Stärkung/ Stabilisierung - Konfrontation - Integration. Reddemann legt eine sehr detaillierte Beschreibung dieses Prozesses vor, die sowohl die persönliche Erfahrung der Autorin als auch ihr Spektrum an Methoden widerspiegelt. Die Autorin wird nicht müde, immer wieder auf die Sicherheit des Patienten/ der Patientin hinzuweisen - das sehr einfühlsame Vorgehen will vor allem in der Konfrontationsphase gut überlegt und mit der Klientin oder dem Patienten abgesprochen und "abgesichert" sein. Eine Fallgeschichte bringt das Vorgehen praktisch näher. Die kürzeren Kapitel 7 bis 10 wenden sich an die Selbstfürsorge des Therapeuten/ der Therapeutin (Kapitel 7). Auch her steht die Sicherheit, die eigene gute Verankerung im Prozess im Vordergrund. Es folgt ein Kapitel zu spezifischen Problemen (Paare, suizidale PatientInnen, SuchtpatientInnen), dann "genderspezifische Gesichtspunkte" (Kapitel 9) sowie einiges zu der "PITT in der stationären Behandlung". Ein Wermutstropfen: Das häufige Wechseln des Geschlechtes im Text (Patient, Patientin und PatientIn) fand ich ablenkend, bisweilen nervig. Das war sicherlich im Sinne der "Political Correctness" gemeint, für das Leseverständnis ist es jedoch phasenweise kontraproduktiv. Das Buch lebt von der immensen Erfahrung von Luise Reddemann und dem klaren Standpunkt, den sie in ihrer Arbeit mit Traumatisierten vertritt, sowie dem klaren, durchstrukturierten Vorgehen. Das Buch ist ein ausgereiftes Manual, dem ich eine weite Verbreitung wünsche. Viele Grüße Stephan Peters - kommunizieren mit System
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Absolut scharfsinnig - nichts für Gutmenschen!, 28. Oktober 2012
Hallo, auf Empfehlung kaufte ich mir das Buch von Matthias Dusini und Thomas Edlinger. Als recht empfindlicher Mensch und als Kritiker zu arg getriebener Political Correctness war ich sehr neugierig auf dieses Buch und wurde nicht enttäuscht. Im im wahrsten Sinne des Wortes normalen Leben gibt es auch mir zuviel der Einstellung, dass man sich die Hose bis über den Kopf zieht und sich dann Schläge unterhalb der Gürtellinie verbietet (so formulierte es mal ein Bekannter sehr zutreffend). Und genau darum geht es, um Scheinheiligkeit, konstruierte Opfer-Täter-Logiken, Narzissmus und Verlogenheit in vielen politischen und kulturellen Diskursen. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, es fordert heraus, provoziert, ironisiert, legt aber stets eine scharfe Analyse zugrunde und es bevormundet meiner Meinung nach in keiner Weise. All denen, die hinter die Kulissen der zumeist oberflächlich und doch oft interessengeleitet geführten Diskussionen über Burka und Kopftuch, Palästina oder auch den Holocaust schauen wollen, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Sie merken an den Themen, es geht ans Eingemachte. Anhand von kulturellen Erscheinungen wie z.B. dem Slutwalk, dem Karikaturenstreit oder auch Filmen und TV-Serien zeigen die Autoren auf, um was es eigentlich geht. Sie entwerfen für den Leser meiner Meinung nach eine mögliche Beobachterposition, die ein tieferes Verständnis kulturellen Treibens nahelegt und mittels derer eine differenziertere Sicht aktueller Auseinandersetzungen leichter möglich wird. Ein über 40 Seiten starkes "Glossar der politischen Korrektheit" am Ende rundet das 297 Seiten starke Buch ab. Auch vom Sprachlichen her absolut empfehlenswert! Viele Grüße Stephan Peters Politologe, Kommunikationsberater und Rhetoriktrainer
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