Profil für bigmouth82 > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von bigmouth82
Top-Rezensenten Rang: 3.881.545
Hilfreiche Bewertungen: 35

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
"bigmouth82"

Anzeigen:  
Seite: 1
pixel
Rank
Rank
Preis: EUR 13,27

16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Smiths live, 10. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Rank (Audio CD)
Aufgenommen am 23.10.1986 im National Ballroom von Kilburn, fängt "Rank" die Live- Atmosphäre, die die Smiths und ihre Fans erzeugten, optimal ein. Schon die Begrüßung macht einem mehr als 15 Jahre nach dem Auftritt klar, dass Morrissey, Marr, Rourke und Joyce einmal die absoluten Indie- Stars Englands gewesen sein mussten, die eine fanatische und fast abgöttisch verehrerische Fanschar um sich rekrutiert hatten. "Helllooo!" schreit Sänger Morrissey in die Menge, als gelte es, den letzten Abend des Lebens gemeinsam zu feiern, eine nicht unbegründete Annahme, würden sich die Smiths doch nicht einmal ein Jahr später auflösen. Die enthusiastischen Erwiderungen der Fans gehen über in den Lärm aus Trommelwirbel und Gitarren- Feedback, der "The queen is dead" einleitet, den Titelsong ihrer damals zu promotenden, besten Platte, dessen Studioversion hier von der Liveversion mühelos an die Wand gespielt wird. Die Band, verstärkt um den zusätzlichen Gitarristen Craig Gannon (Ex- Aztec Camera), spielt temporeich auf, wodurch viele Songs in einem anderen, aggressiveren, rockigeren Gesicht erscheinen als auf den Studioalben, die mehr von einer Overdub-getränkten Soundvielfalt lebten. Zwar vermisst man gelegentlich jene elegante Brillanz, die Gitarrist und "musical director" Johnny Marr im Studio reifen ließ, aber Songs, deren Studioversionen eher steril und blutarm klangen, werden durch die Liveatmosphäre erst zu richtigen Volltreffern: "The queen is dead" (wie bereits erwähnt), "Vicar in a tutu", und zwei Songs vom "Meat is murder"- Album , mit denen die Smiths ihre Rock`n Roll- Wurzeln mit der uralten "Medley"- Technik aufdecken: "Rusholme Ruffians" wird mit Elvis Presley`s "(Marie`s the name)His latest flame" eingeleitet und genial mit dem Smiths- Song verquickt, dessen Riff 1:1 auf Elvis' Song basiert, und "What she said" lassen sie mit dem Riff von "Rubber Ring" beginnen. Die Smiths waren eine großartige Live- Band, die keine Lust hatte, Songs von der Platte live 1:1 nachzuspielen. Und, "Rank" belegt`s allen, Morrissey war einmal ein erstaunlich dynamischer und kraftvoller Rocksänger. Einer, der das auf dem Debutalbum eigentlich zutiefst melancholisch klingende "Still ill" nicht auf sich sitzen lassen will: "Am I still ill? Nooo!" Und in "I know its over" hält er einem den Atem an. So melancholisch und zurückhaltend die Smiths auf ihren Studioalben auch streckenweise klingen mochten, so befreiend wirkten sie auf der Bühne.
Als einziger Wermutstropfen bleibt die Songauswahl. So gut jeder einzelne hier versammelte Song auch sein mag, so bleiben doch so viele Klassiker vor allem älteren Datums, von denen auf der "The queen is dead"- Tour 1986 nicht mehr viele gespielt wurden. Hört man aber, dass etwa "How soon is now?" und "There is a light that never goes out" zwar in derselben Show gespielt und mitgeschitten wurden, aber den Weg aufs Album nicht geschafft haben, so stimmt einen das erst so richtig traurig. Echte Fans müssen sich halt mit Bootlegs trösten, solange die Leute von der Plattenfirma Schätze in den Archiven lassen.


Strangeways, Here We Come
Strangeways, Here We Come
Preis: EUR 10,31

8 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Boredom, here they come..., 10. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Strangeways, Here We Come (Audio CD)
"Strangeways, here we come" sollte eigentlich ein ironisch- komischer Titel sein, den sich wohl nur die Smiths ausdenken konnten. Aber Strangeways, das hier zitierte Manchester- Gefängnis, könnte auch als vielsagende Metapher für die über den Großteil des Albums verbreiteten erschreckenden Mangel an Ideen und Überraschungen gelten. Das gefeierte Songwriterpaar der 80er, Sänger Morrissey und Gitarrist Johnny Marr, sind zu Gefangenen ihrer eigenen musikalischen Ideen, die eben zuvor noch originell und grandios gewesen waren, geworden. Marr, der grandiose Gitarrist, der drei Alben und unzählige Singles lang für den Einfallsreichtum des Smiths- Sounds gesorgt hatte, hatte hier offensichtlich seine kreativen Impulse eingebüßt, auch wenn er versuchte, altbekannte Akkorde und Gitarren teilweise mit Bläsern aufzufrischen. Aber das macht die meisten mittelmäßigen Songs auf dieser Platte nicht besser. Sollte jemandem zufällig "This charming man" durch den Kopf gehen und sich dieser jemand anschließend "I started something I couldn`t finish" anhören wollen, so sollte er zumindest vorgewarnt sein. Damit die Enttäuschung über dieses schon sensationell einfallslose, mit Bläsern nur scheinbar garnierte Gitarrenriff nicht allzusehr schmerzt. Morrissey ist meistens keinen Deut besser als sein einst kongenialer Kollege, trägt seine in ein neurotisches Loch gefallenen Texte mit einer Weinerlichkeit, Kraftlosigkeit und einer melodischen Gleichförmigkeit vor, die die Songs nicht gerade spannender machen. Sollte man nicht darüber bestürzt sein, dass derselbe Lyriker, der Songs wie "I know it`s over" geschrieben hat, plötzlich banale Erkenntnisse wie "I've come to wish you an unhappy birthday, because you`re evil and you lie, and if you should die, I may feel slightly sad but I won`t cry" (aus "Unhappy birthday") in ihre Freiheit entläßt? Ähnlich schlecht sind "The death of a disco dancer", eine Art müder Aufguss von "Panic", und das indiskutable "Death at one`s elbow" ausgefallen. Und wenn er dann plötzlich tolle Texte schreibt, den Hörer wie auf "Paint a vulgar picture" mit einer geistreichen Mischung aus sozialkritischer und privat/ amouröser Geschichte fesseln will, wird diese von einer langweiligen Performance seines damals-nicht-mehr-lange- Partners Marr und des Restes der Band entwertet.
Zum Glück hat das bei weitem lahmste Smiths- Album auch ein paar Trostpflaster zu bieten: "Last night I dreamt that somebody loved me" ist die beste, theatralischste und dramatischste Ballade, die Morrissey/Marr je geschrieben haben. Deswegen, und auch ein wenig den anderen Lichtblicken "A rush and a push...", "Stop me if you think..." und "Girlfriend in a coma" zuliebe, lohnt sich der Kauf. Ansonsten weist das Album stilistisch und textlich in genau jene Richtung, die Morrissey wenig später als Grundlage für seine Solokarriere benutzte. Wer sein Solowerk auch nur ein wenig kennt, muss sich nicht mehr darüber wundern, dass ein Mann, der einmal Englands talentiertester Texter und Sänger war, aber seinen Biss verloren hat, ausgerechnet dieses unwürdige Smiths- "Abschiedsalbum" als deren bestes bezeichnet. Wundern tat`s einen schon eher, dass sich Johnny Marr retrospektiv einmal lobenswert über "Unhappy birthday" aussprach. Aber Marr scheint`s ja auch nicht mehr draufzuhaben.


Hatful of Hollow
Hatful of Hollow
Preis: EUR 10,77

11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ganz frühen Smiths, 10. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Hatful of Hollow (Audio CD)
Ende 1984 veröffentlicht, war "Hatful of hollow" in erster Linie als eine Alternative und Ergänzung zum im selben Februar veröffenlichten Debutalbum "The Smiths" konzipiert worden. Da viele Kritiker nicht zu Urecht bemängelt hatten, "The Smiths" sei ein wenig steril produziert und vermittle nicht die Dynamik und die Brillanz der umjubelten Live- Auftritte oder der Radiosessions vor dem Debut, wollte man hier die Smiths aus einer anderen Perspektive zeigen. 1983 hatten die Smiths ein paar Radiosessions für die John- Peel- bzw. David- Jensen- Show eingespielt und waren dadurch erstmals einem großen Publikum ein England außerhalb ihrer Heimatstadt Manchester bekannt geworden. Einige dieser Aufnahmen wurden hier versammelt und bilden den Großteil der "Hatful"- Tracks. Sie zeigen die Smiths als vitale Band, deren Gitarrist Johnny Marr (mit seinen nicht einmal 20 Jahren) imstande war, auch ohne seine im Studio vielfach aufgetürmten Gitarren- Overdubs einen Song anders und trotzdem spannend und glanzvoll zu spielen (Anspieltipp: "This charming man") und die reguläre Studioversion manchmal vielleicht sogar noch zu übertreffen (das akustische "Back to the old house"!). Zwar sind die Sessions meistens nicht gerade optimal produziert worden ( so ist z.B. das Schlagzeug zu weit in den Vordergrund gemischt), sodass ein Perfektions- verwöhnter Konsument aus der Jahrtausendwende manchmal ein wenig die Nase rümpfen wird. Rentieren tut sich "Hatful of hollow" allemal, zumal einer der frühesten, erstaunlich rockigen Songs nur hier den Weg auf ein Album gemacht hat: "Handsome devil". Da soll es der Freude auch keinen Abbruch tun, dass der Rest, den ich nicht erwähnt habe, mit Ausnahme von "How soon is now" zur Gänze und in derselben Form auf der ultimativen Singleskollektion "Louder than bombs" zu finden ist (die weithin bekannten "William,it was really nothing", "Hand in glove" u.a). "Hatful of hollow" kann ja nichts dafür, dass diese Songs schon drei Jahre später auf "Louder than bombs" noch einmal erschienen.


Seite: 1