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Rezensionen verfasst von
David Theis
(REAL NAME)   

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Be Your Own Pet
Be Your Own Pet
Preis: EUR 12,42

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sei dein eigener Wahnsinn, 1. Mai 2006
Rezension bezieht sich auf: Be Your Own Pet (Audio CD)
Wenn Musik wirklich, wirklich gut ist, dann ist es egal aus welchem Genre sie kommt oder von welchen Vorbildern sie zitiert (oder klaut). Wenn Musik gut ist, so richtig "Mein Gott, das ist ja unglaublich!"-gut, dann ist das alles was zählt. Deswegen ist es kein Problem zu Be Your Own PET zu sagen: "Punk? Was interessiert mich Punk?" oder "Ich steh nicht so auf Schrammelmusik mit viel Geschrei", weil dieses Album so stark und mitreißend ist, dass jegliche Skepsis und alle eigentlichen Vorlieben weggefegt werden. Für knapp 34 Minuten machen Be Your Own PET einfach nur großartige Musik und wenn es vorbei ist, schüttelt man sich verwirrt die Blätter aus dem Haar und sagt: "Was war das denn?!?"

Eine Beschreibung in 15 Titeln:

1. Thresher's Flail: Schlagzeug und Gitarre schlagen sofort zu und legen in den ersten 30 Sekunden schon ein Tempo vor, bei dem es schwer fällt mitzuhalten. Irgendwann kommt Jemina Abeggs leicht hysterischer Gesang dazu und das Lied geht erst richtig los und steigert sich langsam immer mehr in etwas hinein, was nach 2 Minuten schon vorbei ist.

2. Bunk Trunk Skunk: Genug vom langen Vorspiel, man hat nur 90 Sekunden Zeit, da wird drei Sekunden über das Becken gewischt und schon wird man mit "I'm an independent motherf**ker" angeschrien und traut sich gar nicht mehr zu widersprechen. Sie nehmen keine Gefangenen.

3. Bicycle Bicycle You Are My Bicycle: Ja, der Titel läßt an Queen denken, das manische Schlagzeug zu Beginn jedoch nicht, ein Fahrrad fungiert hier nur als Entschuldigung für, na ja, alles und ein "because" wird so oft wiederholt, bis es einem beim einzigartigen zehnten Mal unvermeidlich zum Lachen bringt.

4. Wildcat!: Die Gitarre spielt ein wenig verrückt, das Schlagzeug scheint sowieso nie auszuruhen und der Baß bleibt cool, sehr cool.

5. Adventure: Verhältnismäßig ruhig geht es hier zu, aber das Gefühl hier wirklich etwas Abenteuerliches zu erleben, geht nicht weg.

6. Fuuuuun: Meine Güte! 5 Vokale im Titel, 82 Sekunden Zeit, ein irres Schlagzeugsolo zum Mitzählen, ein Gitarrensolo mit Männerchor, dazwischen eine Zeile wie "And I'm, like, f**k the future!" und am Ende imitiert die Gitarre auch noch das Schlagzeug.

7. Stairway To Heaven: Nein, der Titel ist nicht wirklich ernst gemeint, aber was soll man auch denken bei einem Lied, in dem die Worte "hurry" und "insane" eine wichtige Rolle spielen?

8. Bog: Irgendjemand wird ertränkt und die Entschuldigung klingt nicht wirklich aufrichtig, außerdem gibt es eine Nichtgesangsbridge, die es einem unmöglich macht nicht aufzuspringen und sich diesem Wahnwitz völlig hinzugeben.

9. Girls on TV: Endlich darf der Baß mal ein bißchen in den Vordergrund und die Frage "Is it real?" ist nicht ganz unpassend.

10. We Will Vacation, You Can Be My Parasol: Es gibt weiterhin keine Ruhepause, die Energie und der Wahnsinn brennen weiter lichterloh.

11. Let's Get Sandy (Big Problem): Nicht mal eine Minute dauert dieser Song, 19 Sekunden wird bis zum Umfallen in die Instrumente gehauen, dann bricht der Gesang in einem unfassbaren Tempo los und schon endet alles mit der augenzwinkerenden Garantie, "We won't be very nice"

12. October, First Account: Huch, doch noch eine Ruhepause! Man muss ja auch mal ein bißchen Verschnaufen, nicht jeder ist noch knapp 17 Jahre alt (wie die Bandmitglieder) und am Ende gibt es zum Dank auch eine sehr schöne Baßvorführung.

13. Love Your Shotgun: Genug verschnauft? Gut, denn jetzt geht es nochmal richtig zur Sache und die Aussage "I'm tired" steht im völligen Widerspruch zum Lied selbst, das beweist, dass die Band problemlos ein Lied mit 3-Minuten-Länge nutzen kann.

14. Fill My Pill: "Get out of my skin" singen sie alle wie besessen im Chor, doch man muss sich eingestehen, dass einem das bei diesem Album wirklich nicht leicht fällt, nicht mit mindestens drei genialen völlig unterschiedlichen Instrumentalbridges in einem Lied.

15. Ouch: Die erste halbe Minute ist etwas mißverständlich, weil die vier Kids einen glauben machen, dass es zum Schluß nochmal langsam wird. Dann ist das Tempo wieder da und der Gesang bleibt fast die vollen drei Minuten beständig und das ganze endet mit einem Krächzen und Jaulen.

Und schon denkt man darüber nach sich das ganze doch vielleicht grade nochmal anzuhören und dann, na ja, vielleicht ja nochmal und wieder und wieder. Ein virtuos eingesetztes Schlagzeug, eine gequälte Gitarre, ein über allem ruhender Baß und dazu der unglaublich rotzige, überschnappende Gesang, der einem immer wieder versichert, dass das alles nicht so ernst gemeint ist. Aber gut ist es, verdammt gut.

Hörtipps: Bicycle Bicycle You Are My Bicycle, Fuuuuun, Bog


No Push Collide
No Push Collide
Wird angeboten von Shakedownrecords
Preis: EUR 3,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein kleines, unbekanntes Meisterstück, 24. April 2006
Rezension bezieht sich auf: No Push Collide (Audio CD)
Zugegeben, die Fangemeinde für die Art Musik, wie sie Serafin bieten ist an sich schon nicht sehr groß und wird problemlos von The Cooper Temple Clause, Slut oder Kasabian abgedeckt. Trotzdem ist "No Push Collide" von Serafin ein Highlight des von Verzweiflung und Leidenschaft getränkten Indierocks, bei dem jede Textzeile direkt den angespannten Nerven zu entspringen scheint und die Musik prescht und erregt wie ein gebrochenes Herz.

Im einzelnen:

1. Stephen's In the Sky: Es beginnt mit sowas wie elektronischem Vogelgezwitscher, geht in eine Gitarrenwand über, in die eine summende Stimme beginnt von Schmerzen und Gott zu singen. Das Schlagzeug führt die Melodie ein, der Gesang bewegt sich weiter am Rand der Heiserkeit, dazwischen wird ein wenig im Chor mit der Gitarre gebrüllt. Ein guter, atmosphärischer Opener, der einen auf das Kommende einstimmt.

2. Day by Day: Das Schlagzeug stürmt von der ersten Sekunde an los, ohne sich umzudrehen, der Gesang passt sich an und lässt sich von der Musik mitreißen und die Zeile "You make my lungs sweat, my liquid skin set" beschreibt dieses Lied und diese Platte sehr passend, der Schlußgesang läßt einen bei "I always wanted to be with you" jeden Funken Schmerz deutlich spüren.

3. Things Fall Apart: Es ist vor allem die punktgenaue Instrumentalisierung, welche die Lieder vom ersten Takt an so mitreißend wirken läßt. Hier ist es die Gitarre, die das Lied zielsicher beginnt, dazu ein traurig-verstörendes Geträllere und eine Strophe über verpasste Glückseligkeit. Der Refrain klingt seltsam konventionell und nur zwischendurch scheint das Leiden durch, wodurch eine ganz eigene irre Wirkung erzielt wird.

4. No Happy: Der Titel ist Programm, der Text hier besonders gelungen, ein Dialog mit einem Mann, der die Leidenschaft hinter sich gelassen hat und sich in Bitterkeit ergeben hat. Was daraus wird, ist ein Highlight des Albums, ein Geniestreich des brüllenden Fatalismus.

5. Numerical: Auch wenn nun wiederum ein gutes Lied folgt, macht sich ein kleines Problem der Platte bemerkbar. Was meistens als gelungene Melodie funktioniert, wirkt hier zum ersten Mal etwas eintönig. Diese Problematik wird stolz auf der Brust getragen und macht daraus nichtsdestotrotz einen genialen Song.

6. Lethargy: Die Musik ist nochmal ein Stück brachialer, die Strophen sind weiterhin unwiderstehlich, nur der Refrain wieder ein Stück zu leiernd, was aber nicht wirklich stört, da sonst alles passt und am Ende sowieso alles niedergebrüllt wird.

7. Ordinarily Me: Eine Ruhepause, eine Art Ballade, die von Isolation und verlorener Liebe handelt, aber mit genug harten Gitarren und dringlichem Gesang, dass das Stück nicht wirklich aus dem Rahmen fällt.

8. Build High, Tear Low: Ein relativ simples Lied, das gerade deswegen nicht ganz funktioniert und klarmacht, wieviel cleverer das bisherige Album war. Nicht wirklich schlecht, vor allem, weil es sich im Mittelteil etwas erholt, aber der ständig wiederkehrende Titel-Refrain bleibt seltsam unansehnlich.

9. Sage Waits: Fast eine Minute sind es nur eine wieder treibende Gitarre und ein am Abgrund baumelnder Gesang, die einen sofort wieder in den Bann ziehen, dann explodiert die Musik und alles ist wieder beim Alten, aber beim sehr guten Alten. Ein wirkliches Highlight.

10. Green Disaster Twice: Nach 'Sage Waits' geht dem Album langsam die Luft aus und irgendwie kann man es verstehen. Die Musik überrascht nicht mehr so sehr und der Gesang tut was er kann, so dass ein durchaus gutes Lied bleibt.

11. Peaches From Spain: Ein kleines, akustisches Geplänkel, dass fast schon fröhlich klingen könnte, wenn sich 'Pain' nur nicht so gut auf 'Spain' reimen würde.

12. Who Could I Be?: Das Ende verwirrt ein wenig, den irgendwie passt das Lied nicht so richtig in das Gesamtbild, dass sich einem bisher geboten hat. Recht früh erscheint die Zeile "You can't make me feel when I'm dead" und diese wird 1. zu oft wiederholt und lässt 2. das Lied auch ein wenig Gefühl vermissen. Ein bißchen wird zwischendurch noch gerockt, ansonsten muss man diesen Abschluß aber eher als Schwächeln bezeichnen.

Alles in allem ein Album, dass vor Emotionen geradezu vibriert, dass sein Herz offen trägt und den Schmerz in die Musik überträgt. Am Ende lassen sie sich ein wenig hängen, aber trotzdem hinterläßt Serafin einen extrem guten Eindruck, der auf mehr hoffen läßt. Potential haben die Jungs jedenfalls genug.


Area Pt.2
Area Pt.2
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 11,40

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großartiger Snack, 24. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Area Pt.2 (Audio CD)
Eigentlich ist es ja nahezu unmöglich vom Debütalbum der Futureheads nicht begeistert zu sein, früher oder später jedenfalls. Es ist neu, erfrischend, innovativ, überraschend und völlig unerwartet. Dementsprechend darf die Freude groß sein, dass es diese EP gibt, die zwischen dem Debüt und dem Nachfolger im Mai erscheint und drei neue Songs bietet, die auf keinem der beiden Alben zu finden sind. Man kann sich fragen, ob die vier Jungs ihren Schwung und ihre Frische beibehalten können oder ob es nicht vielleicht doch ein wenig langweilig wird.

Kurz gesagt: von Langeweile kann keine Rede sein.

Die 3 Songs im einzelnen:

1. Area: Das Titelstück ist am eingängigsten, am hittauglichsten und überhaupt fragt man sich, warum solche Musik nicht in die Charts gelangt (andererseits ist das vielleicht auch gut so). Das Stück legt gleich mit allen Instrumenten los und treibt das Tempo an, kurz darauf beginnt ein melodischer Vierer-Chorgesang, so wie man es von der Band gewöhnt ist. Dann wird es erstmal ruhig und die Strophe beginnt, der Text ist köstlich und wie üblich wird dazwischen immer mal eine Zeile reingesungen oder alle schreien mit, bei jedem "Area" wird sich ein wenig gesanglich ausgetobt. Man erwartet ständig, dass ein Teil des Liedes zum Refrain wird, aber außer dem fröhlichen "Dedeb-dadebdeb" vom Anfang gibt es nichts in dieser Art. Es ist so schwer die Lieder dieser Band zu beschreiben, weil sie einem immer wieder weghuschen und am Ende nie das sind, was sie am Anfang waren. Ein toller Song!

2. Help Us Out: Das Stück beginnt ähnlich treibend, die Gitarre langt kräftig zu, so wie man es bisher kaum kennt. Nach 5 Sekunden ist der Spuk schon wieder vorbei und die gewohnte Auf-und-Ab-Melodik der Band setzt ein, gefolgt vom Strophengesang und der Zeile "Natural disaster brought us together". Während das Tempo bis dahin gemächlich war, legen sich für den Refrain wieder alle ins Zeug und brüllen "Can anybody help us out?" wieder und wieder, die Gitarre vom Anfang ist wieder da. Das Schema wiederholt sich für eine weitere Strophe und noch einen Refrain und dann nochmal, man fühlt sich fast als wäre man in einem konventionellen Song, einem genialen, konventionellen Song versteht sich und nach ein paar weiteren "Ou-hout!"-Rufen ist es schon vorbei und man bleibt aufgeputscht zurück.

3. We Cannot Lose: Das Tempo ist diesmal nicht von Anfang an so straff, Gitarre und Bass beginnen mit einem Duett, dann kommt die erste Strophe, die irgendwie wieder ganz anders gesungen klingt, als alles was man bisher so gehört hat und erst ab der zweiten Strophe kommt der gewohnte Echo-Gesang wieder, wenn auch etwas verhaltener und für den Refrain wird alles noch etwas drängender. Man merkt, dass die Band nicht alleine von ihren Innovationen lebt, sondern auch mit normalen Mitteln einfach großartige Musik machen kann. Dabei gehen die speziellen Merkmale aber nie verloren und zwischendurch hört man ein seltsames Hintergrundmurmlen oder einen Zwischenruf und bevor man viel darüber nachdenken kann, ist es sowieso schon vorbei, denn die 3-Minuten-Marke erreicht auch hier kein Song.

Alles in allem ist diese Single (oder EP) eine sehr schöne Überbrückung zum nächsten Album, mit drei absolut gelungenen Liedern, die man teilweise "anders" nennen könnte, was aber nicht funktioniert, weil bei den Futureheads jedes Lied anders ist. Insofern bleibt sich die Band treu und macht einem Hoffnung, dass der Traum des Debütalbums nicht nur ein Schnellschuß an Kreativität war, sondern dass wir es hier wirklich mit etwas ganz besonderem zu tun haben. Da kann man eigentlich nur mehr wollen!


The Futureheads
The Futureheads
Preis: EUR 13,25

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Besser spät als nie, 18. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: The Futureheads (Audio CD)
Kennen Sie das, wenn man ein Album (am besten ein hochgelobtes) zum ersten Mal hört und absolut nichts damit anfangen kann? Und dann, ein paar Wochen oder Monate später hört man es wieder und fragt sich plötzlich wo diese gute Musik herkommt und wieso man nicht gleich bemerkt hat, wie toll das ist?
Das ist mir schon einige Male passiert (Franz Ferdinand, Tomte, Kashmir, Element of Crime, Interpol, Kaiser Chiefs) und oft wurde aus diesen Alben, bei denen ich nach dem ersten Hören nur mit einem "Ach nee, lass mal" reagieren konnte, später Lieblingsalben. Wirklich Gutes braucht vielleicht seine Zeit zum Wachsen.
Ebenso erging es mir mit den Futureheads, die ich mir, nach einer frenetisch jubelnden Rezension, mit hohen Erwartungen anhörte und nach einer Weile eher genervt als erfreut war. Doch ich gab dem Album noch eine Chance, und noch eine, und irgendwann gefiel mir ein Lied ganz gut, und dann kam noch eine Chance und irgendwann gefiel mir das Album ganz gut und nach noch einigen Hörens war es plötzlich passiert: The Futureheads waren meine neue Lieblingsband! Es hat zwar fast ein halbes Jahr gedauert, aber was lange währt, wird ja doch mal gut und so sind sie dann auch verdammt gut, diese Jungs, frisch, energetisch, wild, verrückt und irgendwie brillant.
Im Einzelnen:
1. Le Garage: es fällt sofort auf - so singen die meisten Britbands nicht, im Chor, sich abwechselnd und dabei noch mit leicht überschnappender Stimme. Seltsam harmonisch beginnt das Album, bricht plötzlich aggressiv ab und wandelt sich weiter und weiter.
2. Robot: Vielleicht das beste Einsteigerlied, irgendwie das tanzbarste und eingängigste, soweit man das bei dieser Gruppe überhaupt sagen kann. Immerhin kommt es einem "normalen" Lied mit sich wiederholenden Stellen (aka Refrain) am nächsten und wem dieses Schlagzeug nicht in die Beine oder an die Nieren geht, ist irgendwie taub. I! Have! No! Mind!
3. A to B: Einer der Songs, mit einem eher gewöhnungsbedürftigen Refrain, aber die Strophen sind spitze. Und wieder das Schlagzeug.
4. Decent Days and Nights: Man kann es nicht mehr übersehen, wie einen jedes Lied sofort packt und nicht zulässt, dass man es ignoriert. Und die mehrstimmigen Gesänge, das Zugerufe, die Jauchzer zwischendrin sind einmalig. Schöne Gitarren obendrein.
5. Meantime: Eines der absoluten Highlights. Mit tollen Gitarren beginnend spielt sich das Lied schnell auf einen flotten Rhythmus ein und bekommt Gesellschaft von einem besonders gelungenen Gesang und Text. Und diese Bridge! Und das Finale!
6. Alms: Vielleicht das am wenigsten von mir gemochte Lied, wohl weil mir die Wiederholungen hier einen Tick zu arg sind und die Musik etwas schwach. Trotzdem noch ein gutes Lied, das nach "Meantime" nicht mithalten kann.
7. Carnival Kids: Gitarrenwahnsinn zu Beginn, ein neuer Art von Gesang (sie hören nicht auf sich Lied um Lied neu zu erfinden), dann beginnt plötzlich eine rhythmische Gitarre und der Gesang wird melodisch, dann kommt eine ganz andere Bridge und man will nur noch bis zum Ende mitsingen.
8. Danger of the Water: Was ist denn jetzt los? Ist das wirklich fast nur Gesang? Wo ist das Tempo, der Wahnsinn, der Rausch? Dieses Lied ist ein absoluter Geniestreich, weil es so dermaßen überrascht und gleichzeitig so gut und einmalig ist, dass man einfach baff ist. Und dieses Ende wieder!
9. The City Is Here For You to Use: Schlagzeug, Klatschen, Gitarre und später der Gesang klingen als würden sie gemeinsam in einem Raum herumspringen, dann kommen sie mal kurz zusammen und produzieren eine Art Refrain, dann trennen sie sich wieder, noch ein Kanon und alles ist gut.
10. First Day: Was für ein Lied. Der Text erreicht einen sofort mit seiner simplen Botschaft, dann singen die vier einen tollen Refrain, immer wieder singt jemand im Hintergrund noch eine Zeile und plötzlich bricht die Hölle los und das Tempo zieht an, dabei brüllen sie "Faster! Faster!" und plötzlich ist die Musik weg und der Song rum.
11. He Knows: Ein Krachgewitter eröffnet den Song, der plötzlich ganz normal klingt, die Gitarre singt schon mal den Text vor und ist überhaupt sowas wie der fünfte Sänger hier. Und plötzlich singen alle "Oho" und schon geht's weiter.
12. Stupid and Shallow: Wieder so ein Anfang, der nichts mit dem Rest des Liedes zu tun hat, welches vielleicht das simpelste des Albums ist und trotzdem in 90 Sekunden mehr Komplexität entwickelt als das auf manch anderem Album der Fall ist.
13. Trying Not to Think About Time: Sehr eingängiger Titelgesang und eine so ganz andere Gitarre, die immer eine Spur neben allen anderen zu spielen scheint und dann auch das Lied beenden darf.
14. Hounds of Love: Kate Bush-Cover oder nicht, dieser Song ist ein weiteres absolutes Highlight, von den Ahs und Ohs zu Beginn, bis zum eigentlichen Gesang und der noch harmlosen Bassbegleitung, dann plötzlich reißt einen der Song mit allem was er kann mit und legt nochmal zu und alles wird zu einem kleinen Gesamtkunstwerk, dass für das Ende nochmal alles in den Ring wirft außer dem Handtuch. Fantastisch!
15. Man Ray: Singen sie da "Go" zu Beginn des letzten Liedes? Es würde passen, denn man hat eigentlich noch nicht genug, vor allem nicht nach der Gesangs/Schlagzeugs/Klatscheinlage nach einer halben Minute, bei der man lachen und tanzen will. Am Schluß wird nur noch wild gesungen und gespielt und man kann nicht mehr sitzenbleiben und ein wilder Schrei macht allem ein Ende.
Kaum ein Lied über 3 Minuten, kaum ein Refrain, fast immer mehr als eine Stimme gleichzeitig, ein einschlägiger britischer Akzent und irrste Instrumentüberschneidungen und -virtuositäten. Es ist vielleicht nicht das zugänglichste Album, aber wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, kann man es eigentlich nur noch bewundern, immer wieder hören und auf mehrmehrmehr hoffen.


Tocotronic
Tocotronic
Wird angeboten von XXLMusicworld
Preis: EUR 29,90

18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das nennt man dann Meisterwerk, 7. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Tocotronic (Audio CD)
Jedes Tocotronic-Album ist etwas besonderes, doch "Tocotronic" ist nicht nur der größte Umbruch in der Bandgeschichte, sondern auch der (bisherige) Höhepunkt.
Die Details im einzelnen:
1. "This Boy Is Tocotronic": Und es rockt doch. Das perfekte Einstiegstück, da es ankündigt, dass jetzt etwas neues kommt. In seiner Leidenschaft geht es schon sehr Richtung "Pure Vernunft..."
2. "Alles wird in Flammen stehen": etwas ruhiger, jedoch ein weiteres fantastisches Liebeslied ganz in der Tradition aller Tocotronic-Liebeslieder. Gnadenlos bis zur Selbstaufopferung, voller Sehnsucht und Leidenschaft.
3. "Hier ist der Beweis": ein verträumtes, trotziges Lied. "Diese Jungs sind anders wie man weiß." Ja, weiß man.
4. "Hi Freaks": vielleicht eines der besten Lieder aller Zeiten, fraglos das Highlight dieses Albums. Episch, großartig, wundervoll getextet, perfekt komponiert. Hier geht es einfach nur um alles oder nichts.
5. "Führe mich sanft": wieder ein Aufruf zur Leidenschaft mit grandiosen Gitarren- und Schlagzeugeinsatz und tollem Finale.
6. "Free Hospital": sicher kein schnelles Stück, aber wenn es erstmal losgeht lässt es einen kaum los. Die musikalische Umsetzung von Zufriedenheit.
7. "Das böse Buch": Wegfindung? Liebeslied? Bestandsaufnahme? Oder alles zusammen? Ich nehme Liebeslied.
8. "Näher zu dir": der Titel deutet es schon an, ein sehr reines Liebeslied bzw. ein Lied über den Moment bevor es groß wird. Oder ist das dann der größte Moment?
9. "Schatten werfen keine Schatten": wieder ein Liebeslied, was nichts macht, weil Tocotronic Liebeslieder machen, die jenseits jeglicher Liebeslieder-Tradition stehen. Soghaftere und zärtlichere Texte hört man selten.
10. "Dringlichkeit besteht immer": die Musik treibt an, die Stimme ist träge und bringt doch wieder alles was diese Band ausmacht auf den Nenner: Leidenschaft, Selbstaufgabe, Sehnsucht.
11. "Die Wolke der Unwissenheit": das zweitbeste Lied der Platte, von fast unerträglicher Schönheit, die Musik baut langsam eine Spannung auf, die sich in einer sanften Explosion auflöst, überlagert von Dirk von Lotzows überschnappender Stimme und dem Text, der einen gnadenlos in seinen Bann schlägt. So illustriert man Gefühle.
12. "Drama": na gut, das Instrumentalstück erscheint etwas überflüssig, ist aber doch nett anzuhören. Es klingt jedenfalls nicht nach irgendwas, was der Titel vermuten lässt.
13. "Neues vom Trickser": wirkt fast wie eine Rückblick auf dieses Album oder sogar auf alle Alben und dass "eins zu eins" jetzt vorbei ist, sagt ja auch alles was man über Tocotronics neue Richtung sagen muss.
Ein makelloses Meisterwerk.


Viel (Deluxe Edition im Digipack mit CD + Bonus-DVD)
Viel (Deluxe Edition im Digipack mit CD + Bonus-DVD)
Wird angeboten von musicwebshop
Preis: EUR 9,50

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht perfekt, aber trotzdem sehr gut, 7. Oktober 2004
Die Platte ist nicht perfekt und auch nicht ganz rund, jedoch ist der Gesamteindruck, durch einige absolute Highlights, positiv.
Im einzelnen:
1. Auf geht's: Der übliche Anfangs-Quatsch der Vier, ganz lustig, wirkt aber durch den seltsamen Türsteher etwas unecht. "30 Mark" auf der 4:99 war wesentlich unterhaltsamer.
2. Bring It Back: ein ungewöhnliches harsches, aggressives Lied, textlich dank gelunger Selbstreferenzen äußerst amüsant. Der Gastauftritt von Fr. Setlur könnte den Eindruck etwas trüben, je nachdem wie man zu ihr steht.
3. Geboren: Für mich das absolute Highlight der CD. Musikalisch cool und ungewöhnlich, textlich einfach nur brillant und witzig. Klasse!
4. Jede Generation: so eine Art Standard-Fanta4-Lied, mit Message und guter Musik, fällt nicht groß auf, stört aber auch nicht.
5. Pipis und Popos: es ist vielleicht ein alberner Trick, aber der Anfang mit verstellter Stimme ist trotzdem witzig, das Lied ist auch interessant, auch wenn der Thomas D-Heavy-Part etwas nervt.
6. Leben zu zweit: Ein weiteres Smudo-Schmuckstück, mit perfekt-genialem Text, gewohnt lässig und abgebrüht. Toll!
7. Sommerregen: Thomas D bremst die CD etwas und anfangs fühlt man sich ein wenig gestört von diesem Lied, doch nach mehrmaligen Hören, gewöhnt man sich daran, denn es ist ein durchaus schönes, nahezu poetisches Stück.
8. Ewig: Irgendwie der Tiefpunkt der Platte und dann wieder nicht. Das Lied an sich ist einfach nur nervtötend, mit leierendem Hausmarke-Gesang, blödem Refrain und nicht wirklich cleveren Text. Thomas D rettet das Lied jedoch gegen Ende, indem er etwas Tempo reinbringt und das wirkliche Ende des Liedes ist einfach brillant, wenn auch an so einem Lied vergeudet.
9. Keine Lösung: Smudo wieder, nicht ganz so gut wie "Leben zu zweit", aber trotzdem ganz toll.
10. Hey!: Ein irgendwie belangloses Lied, stört zwar nicht so wie "Ewig", fesselt aber auch nicht besonders.
11. Mein Schwert: Man kann es einfach nicht anders sagen, es ist eben eine weitere Version von "Krieger" und ist voller nichtssagendem Getue. Das war alles mal ganz toll (Krieger), dann ganz nett (Lass los), dann etwas zuviel (Reflektor-Falke) und jetzt einfach nur noch öde.
12. Ruf die Polizei: Witzig, abwechslungsreich, innovativ und durchaus verrückt.
13. Troy: Zwar durch das lange Singledasein etwas abgenutzt, aber dank guter Platzierung am Ende der CD wieder erfrischend, denn schlechter wird das Lied auch nach wiederholtem Male nicht.
14. Viel: Hoffentlich hatten die Jungs dabei ihren Spaß, aber dem Hörer entgeht jeglicher Witz oder Sinn dieses "Lieds" und wieso das auch noch der Titeltrack ist, bleibt völlig unverständlich.
Insgesamt reiht sich die Platte sehr gut in die Reihe guter Fanta4-Alben ein.
Bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht das letzte Mal war.


South Pacific.
South Pacific.
von James A. Michener
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Disgusting, sometimes entertaining, 28. September 2003
Rezension bezieht sich auf: South Pacific. (Broschiert)
"Tales of the South Pacific" is one of those books I don't want to believe. How can a book which puts such an romantic layer over something horrible become a classic?
The book is a mix of a novel and a collection of short-stories, becoming more novel-like towards the end. Several characters reappear, some more often than others. They are integrated in stories about either a strange idea of love, heroic tales about ideal soldiers and detailed descriptions of war plans and battles. Following that order, the book is ridiculous, disgusting and boring.
When in the second story "Coral Sea" a New Zealander gives a description what New Zealand will become if it is captured by Japan, you wonder what is going on here. Why is this description there, talking about "white men being used on farms"? It dehumanizes the enemy, the Japanese and is just one instance of many in this book where those people are described in the most defying ways one could imagine. Maybe I'm just not used to that, but the ongoing glorification of Americans versus the prejudiced description of the non-human Japanese in this book just made me sick. Of course war can only be fun if the enemies are pure evil, but I live in the real world where everybody is a human being.
Next tale, "Mutiny" is about a captain who has to decide if some old trees are chopped down for an airstrip. Of course he does (after all, they're just trees), but what's interesting is the description of a girl called Lucy living on this island. The words used for her are the following: chubby, crazy, fat little moron, chubby moron, etc. Very nice and a good basis for the description of all natives. Lucy isn't a native but a mix between natives and white men, an idea that makes our "feel a bit sick his stomach".
On other occasions natives are primitive beasts who are unable to understand anything (because they can't speak English which makes them not worth respecting them), who are dumb and naive, maybe greedy, often mysterious and odd. But there are also good things, because when the natives are female and young, they function as excellent sex objects. Really romantic, isn't it? In the "tragic" story "Fo' Dolla'" a poor American soldier falls in love (read "has a lot of sex") with a young native girl and just can't live his life with her. He doesn't need to explain why since his motives are quite logical. Right? He is an American and she is a native, so what other motives for dumping her, after using her, do you need?
The rest of the book consists of terribly boring descriptions of battle plans of which I have no idea why anyone would want to read about them. There are also battles which aren't more exciting because you don't care about the characters, since you don't know them. The author doesn't care either, since most of the deaths are just mentioned without going into detail. "Then so-and-so many were killed... three were shot... we lost so-and-so many soldiers... etc." After all, they're soldiers, it is war, they're supposed to die. Right? And if they're white they're at least lucky enough to be heroes because, well, white soldiers are good and others... not. My favourite quote: "I thought of the dead Japs bobbing upon the shorelines... Even some of them had been good men... All men rotting in Iron Bottom Bay were good men too. etc. etc." Repeating it doesn't make it better or less disgusting.
What is left is a view of war which is very far from realism. Criticiscm about war is unknown to the author. They did what they had to do, and there was enough fun, alcohol and girls to enjoy it even more. I don't deny that the book is sometimes entertaining, because some of the recurring characters are interesting. But it also is glorifying war, it depicts natives and Japanese as negative as possible and it replaces love with sex. If that has to be part of a classic, I have no problems with getting rid of some classics pretty fast. Read Steinbeck instead, or Spike Milligan's memories of the war, if you like. "Tales of the South Pacific" is most of the time just disgusting.


Tales of the South Pacific
Tales of the South Pacific
von James A. Michener
  Taschenbuch
Preis: EUR 6,06

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kriegsverherrlichend, menschenverachtend, spaßig, 28. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Tales of the South Pacific (Taschenbuch)
"Tales of the South Pacific" ist eines dieser Bücher, die ich nicht begreife. Wie kann ein Buch welches schreckliche Dinge so romantisiert ein Klassiker sein?
Das Buch ist eine Mischung aus einem Roman und Kurzgeschichten, wobei es gegen Ende mehr zum Roman wird. Einige Charaktere tauchen wiederholt auf, manche mehr als andere. Sie erscheinen in Erzählungen, die von einer seltsam Vorstellung von Liebe handeln, heroischen Geschichten über perfekte Soldaten und detaillierten Beschreibungen von Schlachtplänen und Kämpfen. In dieser Reihenfolge ist das Buch lächerlich, widerlich und langweilig.
Als in der zweiten Geschichte "Coral Sea" ein Neuseeländer beschreibt was aus seinem Land wird, wenn es die Japaner besetzen, wundert man sich, was hier los ist. Warum gibt es diese Beschreibung, die unter anderem davon redet, dass "weiße Männer auf Farmen benutzt werden"? Es entmenschlicht den Feind, die Japaner, und ist nur eine von vielen Malen, in der dieses Volk so verachtend wie nur irgend möglich beschrieben wird. Vielleicht bin ich an sowas nicht gewöhnt, aber eine sich wiederholende Glorifizierung von Amerikanern im Gegensatz zu einer vorurteilsbelasteten Beschreibung der unmenschlichen Japaner in diesem Buch, machen mich ganz krank. Natürlich kann Krieg nur Spaß machen, wenn der Feind das pure Böse ist, aber ich lebe in der Realität, in der jeder ein menschliches Wesen ist.
Die nächste Geschichte, "Mutiny" handelt von einem Captain, der entscheiden muß ob für eine Flugbahn einige alte Bäume gefällt werden. Natürlich werden sie gefällt (schließlich sind es nur Bäume), aber was auffällt ist die Beschreibung eines Mädchens namens Lucy, die auf der Insel lebt. Die folgenden Ausdrücke werden für sie verwendet: rundlich, verrückt, kleine fette Idiotin, rundliche Schwachsinnige, etc. Sehr nett und eine gute Grundlage für die Beschreibung aller Eingeborenen. Lucy ist keine Eingeborene, sondern eine Mischung aus einem Eingeboren und einem Weißen, eine Vorstellung, bei der unserem Helden "etwas schlecht im Bauch wird".
Bei anderen Gelegenheiten sind Eingeborene entweder naive Tiere, die nichts verstehen (da sie kein Englisch sprechen, gibt es auch keinen Grund sie zu respektieren), die dumm und naiv sind, vielleicht gierig, oft mysteriös und seltsam. Sie haben aber auch gute Seiten, denn wenn Eingeborene weiblich und jung sind, eignen sie sich vorzüglich als Sexobjekte. Sehr romantisch, oder? In der "tragischen" Geschichte "Fo' Dolla'" verliebt sich ein armer Soldat (was bedeutet "er hat viel Sex mit ihr") in eine junge Eingeborene, kann aber einfach nicht sein Leben mit ihr teilen. Er muß seine Gründe dafür nicht erläutern, denn sie sind doch logisch. Richtig? Er ist Amerikaner und sie ist eine Eingeborene, welche anderen Gründe braucht er also, um sie sitzenzulassen, nachdem er sie benutzt hat?
Der Rest des Buches besteht aus unglaublich langweiligen Beschreibungen von Schlachtplänen, von denen ich keine Ahnung habe, warum irgendjemand etwas darüber lesen wollte. Es gibt auch Kämpfe, die auch nicht spannender sind, weil man sich nicht für die Charaktere interessiert, da man sie nicht kennt. Der Autor scheint sich auch nicht für sie zu interessieren, da die meisten Tode ohne große Erklärung beschrieben werden. "Dann wurden so-viele getötet... drei wurden erschossen... wir verloren so-viele Soldaten... etc." Schließlich ist Krieg, es sind Soldaten, da kann man erwarten, dass sie sterben. Richtig? Und solange sie weiß sind, können sie wenigstens froh sein, als Helden zu sterben, denn, nun ja, weiße Soldaten sind gut und andere... sind es nicht. Mein Lieblingszitat: "Ich dachte an die toten Japsen die an der Küste auftauchten... Sogar einige von ihnen waren gute Männer... Alle Männer, die in der Iron Bottom Bay verrotteten waren gute Männer. etc. etc." Wenn man es wiederholt wird es auch nicht besser oder weniger abstoßend.
Was übrig bleibt ist eine Darstellung des Krieges, die nicht viel mit der Realität zu tun hat. Kritik am Krieg zu üben, ist dem Autor unmöglich. Sie taten was sie tun mußten, und es gab genug Spaß, Alkohol und Frauen, um es noch mehr zu genießen. Ich leugne nicht, dass das Buch manchmal unterhaltsam ist, weil einige der Charaktere interessant sind. Aber es verherrlicht auch Krieg, beschreibt Eingeborene und Japaner so negativ wie möglich und ersetzt Liebe durch Sex. Wenn das Bestandteil eines Klassikers sein muß, können wir von mir aus ganz schnell ein paar Klassiker loswerden. Lesen sie stattdessen lieber Steinbeck, oder Spike Milligan's Erinnerungen an den Kritik. "Tales of the South Pacific" ist die meiste Zeit einfach nur abstoßend.


No Angel
No Angel
Wird angeboten von Multi-Media-Trade GmbH - Alle Preisangaben inkl. MwSt.
Preis: EUR 5,49

1 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Frustrierend aber trotzdem wirkungsvoll, 25. September 2003
Rezension bezieht sich auf: No Angel (Audio CD)
Dido's "No Angel" ist eine schwieriges Album. Es schafft es mich gleichzeitig mit seinen Texten zu frustrieren und mich doch mit seiner Musik und seiner Emotionalität zu packen.
Mein größtes Problem besteht darin, dass nicht nur fast alle Songs von dem Ende einer Bzeihung handeln, sondern dass einem dass in so einer direkten und plumben Art vorgetragen wird, das es langweilig und nervig wird.
1. "Here With Me" ist ein sehr gutes Lied, besonders beim Refrain. Es handelt davon wie die Protagonisten nicht ohne ihren Partner leben kann.
2. "Hunter" ist auch sehr gut. Dieses Mal will die Protagonisten selbst die Beziehung beenden und wirft ihrem Partner vor, dass er sie nicht lässt.
3. "Don't Think of Me" beginnt irgendwie blöd. Man hat zwei Lieder über Beziehungen gehört und dann wird wütend gesungen "So you're with her, not with me" gefolgt von einem noch zornigerem Lied, dass eigentlich nur von Selbstmitleid handelt. Wenn man es hört will man ihr sagen "Komm schon, komm drüber hinweg."
4. "My Lover's Gone" ist normalerweise die Stelle im Album bei der ich denke "Oh Mann, ich habe genug." Gerade im vorhergehenden Lied haben wir etwas über den Ärger gehört verlassen zu werden und gleich darauf bekommen wir erzählt "My lover's gone, his boots no longer by my door, he left at dawn." Okay, wir haben es jetzt begriffen. Er ist weg, du bist traurig und wütend. Bitte. Davon abgesehen ist das Lied sehr langsam.
5. "All You Want" - unglaublicherweise handelt dieses Lied von den Problemen die entstehen, wenn man jemanden vermisst, der nicht mehr da ist. Glücklicherweise funktioniert das Lied, vor allem wegen seines starkes Refrains. Es ist ein einfacher, aber effektiver Text der schön beschreibt wie man sich fühlt, wenn man alleine ist (außer dem "It's been three years, one night apart" Teil).
6. "Thankyou" handelt zum Glück nur von Liebe und Zuneigung und, mit dem bekannten Teil aus Eminem's "Stan", ist sehr schön und wirkungsvoll, auch wenn ich mich immer noch an den "Thank you" Teil gewöhnen muß.
7. "Honestly OK" beginnt wieder etwas langsam und ermüdend. Es dauert mehr als eine Minute bis der Gesang beginnt (was von nun an Standard wird). Das Lied handelt von dem Gefühl sich mit sich selbst nicht wohl zu fühlen, leider läßt einen das Hören des Liedes sich schon selbst unwohl fühlen. Und natürlich wird erwähnt, dass die Protagonistin "allein" ist, schließlich muß es ja für all das einen Grund geben.
8. "Slide" ist leider auch nicht schneller, funktioniert aber besser als "Honestly OK" da der Gesang hier sehr gut ist und die Texte auch sehr gut funktionieren, weil sie so simpel sind. Eigentlich ein gutes Lied.
9. "Isobel" beginnt auch sehr langsam und das zu einem Zeitpunkt, an dem das Album etwas schnelleres gebraucht hätte. Der Gesang ist wieder großartig aber irgendwie berührt mich das Lied nicht. Und es ist das zweite Lied, das nicht von Beziehungen handelt, sondern, wie "Slide", von persönlichen Problemen, die man leicht nachvollziehen kann.
10. "I'm No Angel" läßt die Protagonisten selbstsicherer erscheinen, als man nach dem Hören des Albums vermutet hätte. Der Text erscheint mir etwas seltsam, weil ich nicht sicher bin was "kein Engel zu sein" bedeutet. Bedeutet das etwas gutes oder nicht? Ein Lied, das okay ist, aber etwas seltsam.
11. "My Life" ist das langsamste Lied des Albums und schafft es immerhin irgendwie "klassisch" zu klingen. Der Text ist etwas seltsam. "Cause it's me and my life, it's my life, it's my life." Als wäre das Album nicht persönlich genug gewesen. Irgendwie kann ich das Lied nicht ernst nehmen.
12. "Take My Hand", der Bonus Track, ist eigentlich sehr gut, vielleicht nur weil es einen Beat hat und einen wach hält. Es gibt wieder einen guten Refrain und der Text ist wenigstens mal optimistisch. Ein nettes Ende.
Ich höre das Album nur selten, weil es so ein unbefriedigendes Erlebnis ist. Erst bin ich emotional berührt und dann frustriert, schließlich bin ich gelangweilt. Es beginnt eindeutig besser als es endet. Es hat einige guter Lieder, aber Lieder wie "My Lover's Gone" oder "My Life" schaffen es immer wieder, dass ich das Album in schlechter Erinnerung behalte.
Ich kann es nicht wirklich empfehlen, aber ich kann auch nicht sagen, das es sich nicht lohnt, es zu kaufen. Das muß jeder für sich entscheiden.


Haie der Großstadt
Haie der Großstadt
DVD ~ Paul Newman
Wird angeboten von Celynox
Preis: EUR 8,39

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Toller Film, halbwegs enttäuschende DVD, 23. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Haie der Großstadt (DVD)
Ein sehr beeindruckender Film mit tollen Charakterzeichnungen und faszinierenden Darstellern. Sehr empfehlenswert.
Zur DVD:
Bild und Ton sind astrein. Das Menü ist sehr schön gemacht, mit animierten Bildern aus dem Film. Die Kommentare von Mike Massey und seine Darstellung der Spielzüge aus dem Film sind zwar recht sehenswert, von einer "Erklärung" (wie es auf der Box heißt) kann man jedoch nicht sprechen. Verschiedene Kameraeinstellungen oder eine Zeitlupenwiederholungen wären hilfreicher gewesen. Die Trailer sind durch ihren Altertumswert auch interessant, die Bildergalerie sehr sehr kurz. Die Featurette bzw. Making of bietet ein paar interessante Einblicke, bleibt aber auch recht oberflächlich.
Nun zum Hauptkritikpunkt den (wie es auf der Box heißt) "Diversen Audiokommentaren": Viel schlechter kann man Audiokommentare nicht gestalten. Ein Interviewer stellt einem der Kommentatoren eine Frage, zB Was für einen Eindruck hatten sie von Robert Rossen? oder Wie war es mit ... zusammen zu arbeiten? Nachdem die Frage von der jeweiligen Person beantwortet wurde, bekommt dieselbe Frage der nächste gestellt. Das wird sehr schnell sehr langweilig, vor allem da viele Antworten nicht hörenswert sind. Stefan Gierasch, Richard Schickel und Jeff Young äußern meist nur kurze Sätze und man fragt sich wieso sie überhaupt da sind. Carol Rossen erzählt viele teilweise interessante Geschichten, aber man hat manchmal den Eindruck sie bemüht sich nichts schlechtes zu erzählen. Ulu Grosbard liefert viele Informationen. Paul Newman ist die größte Enttäuschung, da er selten angesprochen wird und insgesamt vielleicht 10 Sätze sagt. Das alles wird wettgemacht durch Dede Allen, der Cutterin, die oft die Fragen ignoriert und fröhlich drauf loserzählt, von allem was ihr gerade einfällt. Dies ist sicher das lohnenswerteste und interessanteste an diesem Kommentar, jedenfalls wenn man sich für Filminsidergeschichten und besonders Geschichten über das Filmschneiden interessiert. Das Verheerende an dem ganzen Kommentar ist, dass er sich nie direkt auf den laufenden Film bezieht sondern nur nebenbei läuft, was nun wirklich nicht Sinn und Zweck solch eines Kommentares ist. Man muß sich fragen ob mehrere Interviews mit den Personen nicht sinnvoller gewesen wären.
Am Ende erfährt man ein paar Sachen über den Film, nicht wirklich etwas über den Regisseur Robert Rossen und sehr viel über Dede Allen. Hier wäre sicher mehr möglich gewesen.


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